achbtriefe auth N 1— Wohlſtand. chule 5, tommenden — Bel Hakelarbeilen Schul- und auch ander. bild 12. br Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M91. Sonnabend den 19. November 1858. Das Duell. Iriſches Lebensbild. Nach einer wirklichen Begebenheit. 1. Robert Random war ein junger Irländer, und ein ausgezeichnet ſchöner Mann; ſeine perſönlichen Vorzüge wurden aber beſonders noch dadurch gehoben, daß er ſich derſelben durchaus nicht bewußt ſchien. Eine junge und reiche Dame von Stande ſah ihn, verliebte ſich in ihn und gab ihm, die konventionelle Sitte nicht achtend, er— röthend ihre Gefühle zu erkennen. Als Erwiderung ge— ſtand Robert mit völliger Aufrichtigkeit ihr ſein Verhält⸗ niß: daß er mit dem einzigen Madchen, das er liebte, verlobt ſeie und ſchon am nächſten Montag durch ihre Hand beglückt werden ſollte. Harriet Melbourne war ſchön, reich, eigenwillig und ſtolz. Robert war an Reichthum ihr gleich, an Adel der Geburt ſtand er ihr nach. Dennoch hatte er ſie ver⸗ ſchmäht, ſie, die ihren Stolz verleugnend, ihm ſelbſt brief— lich entgegengekommen war— die Kränkung war bitter, die Demüthigung ſchrecklich. So leidenſchaftlich ſie geliebt hatte, ſo heftig haßte ſie jetzt; was gleicht der Wuth verſchmähter Liebe, zumal bei einem Weibe! Und wer war die, um derentwillen er der reichen Lady Hand ab— gelehnt?— Die Tochter eines Dorfpfarrers, die Nichts veſaß, als Jugend, Unſchuld und Schönheit. Bald bot ſich ein Werkzeug der Rache dar. George Pemberton war Harriet's Verwandter, ein armer Lieute⸗ nant voll Anmaßung, deſſen ſchmales Einkommen für die Verſchwendungen, welche ſeine reichen Kameraden im Re⸗ giment machten, denen er es nur zu gerne gleich gethan hätte, nicht hinreichten und den ſeine ſtets leere Börſe ſchon zu manchen Streichen vermocht, die mit der Recht⸗ lichkeit nicht beſtanden. Jetzt hatte er eben Urlaub ge⸗ nommen und kam, um ſich eine Summe Geldes zu ver⸗ ſchaffen oder, wenn ihm dieß fehlſchlüge, ſeine Ofſtzierſtelle zu verkaufen. f George Pemberton fand ſeine Conſine Harriet ganz allein; ſie hatte eben die„Morgenchronik“ bekommen, in welcher die Vermählung des ſchoͤnen Paares beſprochen und in den lebhafteſten Ausdrücken die Schönheit der Braut und des Bräutigams gerühmt ward; ſeit Jahren, ſo ſchloß der Artikel, habe kein ſo ſchönes Paar ſich ehe— liche Treue am Altare geſchworen; die Flitterwochen werde es in Eaſt Port zubringen. f Harriet war aufgeregt. Pemberton wollte ſeine ſchöne Couſine, dem Rechte der Verwandtſchaft gemäß, mit einem Kuſſe begrüßen; aber ſie wandte ihr Geſicht weg und ſagte mit einem verächtlichen Blick auf ſeine kleine unſchöne Geſtalt:„Das paßt nicht, George, denn wahrhaftig, Du biſt ſelbſt für einen Couſin zu häßlich, um Dir einen Kuß zu geben!“ „So ſchön und ſo übermüthig, wie immer!“ erwiderte Pemberton.„Aber, Harriet, ich erwartete ein geſenktes Haupt, eine bleiche Wange zu finden. Du erträgſt Deine Verſchmähung ſehr gelaſſen.“ Die Augenbraunen der Lady runzelten ſich, ſtolz winkte ſie mit der Hand:„Genug! Kein Wort mehr da⸗ von!— Ich weiß, weßhalb Du kommſt: Du brauchſt zweihundert Pfund, und mein Vater gibt Dir nicht zwei⸗ hundert Pence, wäre es auch, um Deinen Kopf, nicht Deine Stelle zu retten.“ „Dann muß ich meine Papiere einſenden und das Regiment verlaſſen.“ „Wahrſcheinlich, wenn findet, bei einer täglichen Einnahme von ſechs Shilling ein Jagdpferde hält,“ bemerkte die Lady. Pemberton blickte mürriſch und mißvergnügt drein. „Nun, George, laß nur dieſes Zuſammenziehen der Augenbraunen, Du biſt ohnedieß häßlich genug. Ich habe das Geld; haſt Du Luſt, es zu verdienen?“ „Ich würde lieber in die Hölle gehen,“ erwiderte er,„als aus bloßer Armuth das Regiment verlaſſen. Was verlangſt Du von mir?“ Sie wandte ihre ſchwarzen leuchtenden Augen auf die ſeinigen und zeigte nach einer halben Minute mit dem Finger auf den Zeitungsartikel, der die verhaßte Heirath meldete. Dann dämpfte ſie ihre Stimme zu einem aus— drucksvollen Flüſtern, näherte ihre Lippen dem Ohr ihres Vetters und ſagte:„Lies! Störe dieſe Flitterwochen, dann iſt das Geld Dein!“ und eilte, ohne eine Erwiede— rung abzuwarten, in ihr Zimmer. George Pemberton war ganz und gar der Mann für dieſes Rachewerk. Bei einem zänkiſchen Weſen hatte er thieriſchen Muth genug, um gefährlich zu ſein; un geheime Einflüſſe, mit welchen ſeine nach Rache begierigs Couſine völlig unbekannt war, machten ihn noch geeigneter dazu. Er wußte, daß ſein Abgang aus einem Regiment, in dem nur begüterte Offiziere dienten, denen er ſich durch das vergebliche Bemühen, ſeine Armuth unter An⸗ maßung zu verdecken, verhaßt gemacht hatte, als ein ſich nicht irgend ein Narr welcher das Geld einem jungen Herren leiht, der Paar 2— i 1 N Lenne 9 5* 2 1 Triumph betrachtet werden würde. Aber grauſamere Ge⸗ fühle gegen den Gatten von Lucy Meadows drängten ihn zur Rache. Er hatte Lucy im Geheimen leidenſchaft⸗ lich geliebt, und ſie hatte ihre entſchiedene Abneigung gegen ihn nicht verhehlt. Indem er die wahren Gründe zurückhielt, die ihn vermochten, einen Angriff auf das Leben Deſſen zu machen, dem er kein Unrecht vorwerfen konnte, mußte die ſeiner ſchönen Couſine bewieſene Ge⸗ ringſchätzung die vorgebliche Urſache zu einem Zanke ſein, und er begab ſich, begleitet von einem Menſchen gleicher Art wie er, nach dem Badeorte, wo das ſchöne junge Ehepaar eben ein elyſiſches Leben begonnen hatte. Die barbariſche Sitte, die man fälſchlich Ehrenhaftigkeit nennt, verbot beinahe, wenn der Herausforderer nur von Adel war, eine Verweigerung, Genugthuung zu geben, wie ſchwach auch der Vorwand ſein mochte, unter dem er ein Duell verlangte, und Pemberton machte ſie ſich zu Nutzen. Es war Abend. Robert war beſchäftigt geweſen, Gratulations-Schreiben zu beantworten und hatte ſeine Briefe zur Poſt getragen. Lucy beobachtete ihn vom Fenſter aus, nie war ihr ihr Gatte ſo ſchön erſchienen, als da er um die Ecke biegend ihr zulächelte und ihr eine Kußhand zuwarf. Sie blickte auf die Sonne, die im fernen Weſten herrlich niederſank und in einem goldenen Strom ihre breite Scheibe in den unermeßlichen Ocean ſenkte. Ach, die Arme ließ es ſich nicht träumen, daß der Mond der aufging, eine Nacht einleiten ſollte, aus deren tiefer, tiefer Finſterniß nie ein Hoffnungsſtrahl her⸗ vorbrechen würde. Pemberton ihrem auserſehenen und ſein Gefährte Andrews lauerten Opfer auf; aber Robert fühlte ſich zu beglückt durch Lucy, um irgend etwas zu fürchten, was ſein Glück ſtören könnte. Er machte gegen die ihm ſchuldgegebene Beleidigung Harriet's ruhige Vorſtellungen und wies jede Abſicht, die Gefühle derſelben zu verletzen, zurück. Ein feindliches Zusammentreffen lehnte er ab, wenigſtens bis er nach einem Freunde ſenden und dieſen um Rath fragen könnte. Pemberton ging von frecher Anmaßung zu wörtlichen Inſulten und endlich zu thaͤt⸗ licher Beleidigung über. Robert war ein Mann von Muth und Ehre. Gott im Himmel, eines Raufbolds Reitpeitſche auf ſeiner Schulter zu fühlen und die Schmach nicht zu ahnden!— Seine Mäßigung war dahin; er wollte den Schimpf durch Blut tilgen. Kein weiterer Aufſchub, er verlangte augenblicklich Genugthuung. Man eilte in den Garten des Gaſthofes, und zehn Minuten nach jenem Gruß, den er der theuren Gattin zugewinkt — ach, er dachte nicht, daß es der letzte ſein ſollte!— lag Robert todt darniedergeſtreckt auf dem Raſen. Was Lucy litt, kann man ſich leicht vorſtellen. Menſchliches Leid konnte nicht größer ſein: in Einem Sturz vom Gipfel menſchlicher Glückſeligkeit in den dun⸗ kelſten Abgrund der Verzweiflung zu ſinken! Die Feder verſagt den Dienſt, ein ſolches Leid zu ſchildern. Und welches waren die Gefühle, der ſchuldvollen Harriet, als ihr das Unglück, das ihre Uebereilung her— vorgerufen, berichtet ward? Ehe noch ihr Abgeſandter ſeine Reiſe halb vollendet, hatte ihr beſſeres Gefühl ge— ſiegt und ſie hätte— leider zu ſpät!— Tauſende darum gegeben, ihn zurückrufen zu können. Zu ihren Gunſten wollen wir hoffen, daß ſie bei der Rache, die ſie gewünſcht, nicht an Vernichtung gedacht hatte. Und wirklich kann die Wirkung der Trauerbotſchaft auf ſie dieß beweiſen. Krämpfe, Fieber, Delirium quälten ſie zwei Monate lang, dann genas ſie körperlich, aber ihr Geiſt blieb verwirrt; einige Jahre nachher beſchloß ſie ihr elendes Daſein in einem Irrenhauſe. 2364 E- 2. Und was ward aus Andrews und Pemberton? Beide ſtarben eines gewaltſamen, aber unrühmlichen Todes. Frank Andrews kam nach ſechsjährigem Umherſchwei— fen in fernen Ländern, nach Dublin zurück. Am Abend des Tages ſeiner Ankunft bekam er einen Streit mit einem Leinwandhändler, deſſen Tochter er im Theater be⸗ leidigt hatte, und forderte denſelben mit Anbruch des nächſten Tages nach dem Phönix-Parkß). Die Stunde der Wiedervergeltung war gekommen, denn der Mann, der wohl nie eine andere Waffe, als die Tuchelle geführt hatte, ſchoß, durch einen bloßen Zufall, dem Andrews eine Kugel in's Herz. Noch weniger ehrenvoll war Pemberton's Tod. Nie hatte wohl ein Mord— denn was Anderes war es, das er an Robert Random begangen?— für den Mörder an⸗ fangs glücklichere Folgen gehabt, als für ihn. Harriet war in's Irrenhaus gebracht, ihr Vater, den der Kummer getödtet, zu Grabe getragen— in Einem Monate. George Pemberton, als nächſter Erbe, erhielt die Verwaltung der reichen Beſitzungen und die Sorge fur die Wahnſinnige. Er beſchloß, daß ſeine Couſine während ſeines Lebens in der Abgeſchiedenheit leben ſolle, und das Schickſal gab ſeine Zuſtimmung. Es war an einem finſtern Herbſtabend, als Pem— berton, der von ſeines Oheims Hauſe förmlich Beſitz ge— nommen hatte, zwei Fremde mitnahm, um bei ihm zu Abend zu eſſen, deren Bekanntſchaft er am Morgen auf dem Jahrmarkt in einem benachbarten Städtchen gemacht hatte. Es muß hier bemerkt werden, daß Robert Ran- dom einen natürlichen Bruder gehabt, gegen den er ſtets ſehr freundlich und großmüthig gehandelt hatte; dieſen hatte man oft dem Mörder ſeines Halbbruders und Wohl⸗ thäters Rache ſchwören hören. Er nahm den Namen ſeiner Mutter an, ward William Halligan, und von den Landleuten gewöhlich Liaume Vaddagh(der lange William) genannt. Acht Monate waren vergangen, ſeit Robert von Pemberton gemordet war, und die Meiſten meinten und äußerten ſchon, Pemberton„ſitze nun ſicher im Sattel.“ Doch Andere waren nicht dieſer Meinung. Liaume Vaddagh hatte fruͤher wegen ſeines unter— geordneten wilden Lebens in nicht gutem Rufe geſtanden; aber ſeit dem Tode ſeines Bruders war bei ihm eine merkwürdige Veränderung eingetreten: kein Whisky kam mehr über ſeine Lippen, auf den Jahrmärkten, wo er er— ſchien, hielt er ſich von jedem Gezänk und jeder Schlägerei fern. Seine Kameraden wußten nicht, was ſie daraus machen ſollten; ältere Leute meinten, daß er unter dieſem ruhigen Aeußern eine innere tobende Leidenſchaft verberge und nur ſeine Zeit abwarte, um ſeinen Streich deſto ſicherer zu führen. Pemberton, obwohl ihm verſchiedene warnende Winke gegeben wurde, verharrte in ſeiner Sorgloſigkeit, und doch gab es Augenblicke, wo jener junge Mann mit ſeiner ver⸗ änderten Sitte, den er allenthalben, wohin er kam, wie⸗ derfand, ihm Verdacht erregte. An dieſem Tage begegnete er ihm wieder mehrere Male und er bemerkte, wie viele Andere, eine abermalige auffallende Veränderung in ſeiner Erſcheinung. Bis dahin hatte Liaume Vaddagh Trauer⸗ kleider getragen und ſtarke Getränke wie Gift gemieden. An dieſem Tage war die ſchwarze Kleidung abgelegt, er trank ſtark, auf das Andenken ſeines Bruders, und er⸗ *) In dieſem Park, in der Nähe von Dublin, werden gewöhnlich die Duelle ausgefochten. —— ſche William 17 m Schlüſſel Hinterthür in und sorgfaltig! ihnen und bot erſte Mal, men Mount Hazle nicht das letzte ſch; in dieſem Echo, die laut —— D) Ein weiter — Bekanutmas f N kieferungen de für die E (1765) Die düͤrfniſſe für die dem Wege der ſrdernden in Acco Dienſtag ben 2 mitt die Bedürfniſſe , Thran,& Vaizenkleie und Füllen einzelne 1854, ſodann Nittwoch den mit die Bedürfnif ammer⸗ und S 1800 und 1856. Dies den In ur Nachricht, d. gungen jeden Ta bſagter Garniſot Butzbach den Ce Beka 177) Con her bereits zu anni gereit Andern dorthin eib der Verordt urch bekannt Michels N ews eint Tod. Tod. Nie . es, das order an- . Harriet der Kummer Ne George datung det Debnſinige. ae begegntie ne, wit viele rung in eile dagb Trauel⸗ gemieden. wähnte daß heute der Geburtstag des Verſtorbenen ſei. Noch ein anderer Umſtand muß erwähnt werden. Lucy hatte oft gebeten, der„lange William“ möchte ſie be— ſuchen, weil ſie die Zuneigung ihres ermordeten Gatten für ſeinen Halbbruder kannte. Auf jede Einladung war dieſelbe dankbare Erwiderung erfolgt:„Er werde pflicht— mäßig ſeine Aufwartung machen, wenn ſein Gelübde er— fuͤllt ſein würde., Welches Gelübde dieß ſei, wußte Nie— mand. Als es Abend ward, ließ Pemberton ſeine Pferde vor die Thür des Gaſthofes kommen; um dieſelbe Zeit ſah man Liaume Vaddagh, in ſeinen Cotamore) gehüllt, aus der Stadt, wo der Jahrmarkt war, im muntern Trabe fortreiten. Um zu dem großen Haupteingange von Pemberton's Park zu gelangen, mußte man einen Umweg von wenigſtens zwei engliſchen Meilen machen; aher es gab eine Hinterpforte, die ſich nach der Landſtraße öffnete, welche William einſchlug. Durch dieſe Pforte, die er mit einem Schluſſel öffnete und dann ſorgfältig wieder ver— ſchloß, gelangte William in den Park. Die Scene, die nun folgte, ward von einem der Fremden, die Pemberton eingeladen hatte, folgendermaßen beſchrieben. 3 Auch Pemberton kam mit ſeinen Gäſten durch jene Hinterthür in den Park. Nachdem er dieſelbe geöffnet und ſorgfältig wieder verſchloſſen hatte, wandte er ſich zu ihnen und bot ihnen höflich Willkommen:„Dieß iſt das erſte Mal, meine Herren, daß ich die Ehre habe, ſie in Mount Hazle zu empfangen; darf ich hoffen, daß es nicht das letzte ſein wird?“ Die Fremden verbeugten ſich; in dieſem Augenblick ertönte eine Stimme, wie ein Echo, die laut und deutlich wiederholte:„das letzte!“ 2363 e- Eine Flinte knallte— Pemberton wankte und fiel— die Pferde der Fremden, ſcheu geworden, rannten mit ihren Reitern in flüchtiger Eile fort, der Eine der Reiter hielt ſich im Sattel, während der Andere abgeworfen ward; dieſer fiel in einen Graben und von hier aus ſah er, in tödtlicher Angſt, der Entwickelung der Tragödie zu. Ein hoher hagerer Mann, in einen Friesrock ge— hüllt, kam langſam hinter dem Zaun hervor und näherte ſich ruhig dem Leichnam. Er blickte das glaſichte Auge und die blutloſen Lippen an.„Ein Schuß reichte hin!“, murmelte er, und legte die Flinte in ſchräger Richtung quer über den Leichnam. Dann zog er ein beſchriebenes Papier aus ſeiner Taſche und befeſtigte es mit vier Nadeln, die er bei ſich hatte, auf des Todten Bruſt; lud ruhig ſeine Flinte wieder, ſah wohl einige Minuten lang den Todten an, aber ſeine Hand berührte Nichts; nur zog er ihm eine goldene Uhr aus der Taſche, murmelte: „Es war halb acht,“ und ſteckte ſie dann ſorgfältig wie— der an ihre Stelle. Darauf lenkte er ſein Pferd zur Pforte, ſchloß ſie auf und wieder zu und ritt langſam fort. Halb todt vor Furcht, horchte der Fremde auf die ſich entfernenden Hufſchläge des Pferdes und kroch dann vorſichtig aus dem Graben hervor. Er ſchauderte zuſam— men als er den Leichnam ſah, denn das auf der Bruſt des Todten befeſtigte Papier enthielt die Worte:„Blut für Blut!/ (Schiuß folgt.) Berichtigung zu Nr. 88. d. Blts. uber Seidenzucht. S. 352 ad III. Z. 3 v. u. Spinnerei l. Spinnerin. *) Ein weiter Friesrock. „ 352„ V. 3. 27 v. o. Baumpflanze l. Loupflanze. „ 352„3. 4 v. u. wird l. wo. „ 353 Spalte 1 3. 35 v. o. würde l. wird. „ 353„ 1 3. 13 v. u. derſelben J. demſelben. Bekamumachungen von Be⸗ hoͤrden. INN Lieferungen verſchiedener Bedürfniſſe für die Garniſon Butzbach. (1765) Die Lieferung nachbenannter Be⸗ dürfniſſe für die Garniſon Butzbach ſollen auf dem Wege der Soumiſſion an den Wenigſt⸗ fordernden in Accord gegeben werden, und zwar: Dienſtag ben 22. November d. J., des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, die Bedürfniſſe an Brod, geläutertem Brenn⸗ öl, Thran, Stearinlichter, Gerſtenſchroth, Waizenkleie und Leinkuchen, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Betten pro 1. Halbjahr 1854, ſodann Mittwoch den 23. November d. J., des Vor⸗ mittags um 10 Ubr, die Bedürfniſſe von Kardätſchen, Wannen, Zimmer⸗ und Stallbeſen auf die Jahre 1854, 1855 und 1856. 5 Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die resp. Lieferungsbedin⸗ gungen jeden Tag auf dem Verwaltungsbüreau beſagter Garniſon eingeſehen werden können. Butzbach den 10. November 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung. (17710 Conrad Heß von Reichelsheim, wel⸗ cher bereits zu Anfang dieſes Jahres nach Amerika gereiſt iſt, will mit Frau und zwei Kindern dorthin auswandern, was in Gemäß⸗ heit der Verordnung vom 24. März 1849 hier⸗ durch bekannt gemacht wird. Reichelsheim den 12. November 1853. Herzogl. Naſſ. Kreisamt v. Preuſchen. Victualienlieferung. (1775) Die Lieferung des Bedarfs an Vic⸗ tualien für das Landeszuchthaus im Jahr 1854, beſtehend in circa: 127 Centner Erbſen, 113 weißen Bohnen, 47„ Linſen, 38„Reis, geſchälter Gerſte, 38„ Haidegrütz, 53„ Hirſen, Weißmehl, Waizengrütze, 3½„ Nudeln, gedörrten Zwetſchen, 1„ Pkfeffer, 52„ Butter, ſowie 60 Maas Branntwein, ſoll im Ganzen auf dem Soumiſſionswege vergeben und zur Einlage der Soumiſſionen in den vor dem Directorial⸗Bureau dahier aufge⸗ hängten„Soumiſſionskaſten“, Termin bis zum 23. d. M., Abends 6 Uhr, anberaumt werden. Die Lieferungsbedingungen liegen bei dem Gr. Proviantmeiſter Weigel zur Einſicht offen. Ma rienſchloß den 14. November 1853. Die Verwaltungs⸗Commiſſion. Für die Ausfertigung: Nispel, Secretär. Mobiliar⸗Verſteigerung. (17760 Mittwoch den 23. d. M., Vormit⸗ tags 9 Ühr anfangend, werden die zur Con⸗ cursmaſſe des Moſes Strauß dahier gehörenden Mobiliar-Gegenſtände in deſſen Behauſung öffentlich meiſtbietend verſteigert. 1 Niederwöllſtadt den 16. November 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Lieferungen ꝛc. für das Landeszuchthaus im Jahr 1854. (171771) 1. Im Soumiſſionswege ſoll ver⸗ geben und zur Einlage der Soumiſſionen in den vor dem Directorial⸗Büreau dahier aufge⸗ hängten„Soumiſſionskaſten“, Termin bis zum 28. d. M., Abends 6 Uhr, anberaumt werden: 1) die Lieferung der Reiſerbeſen, 29„ 5„ Seife und Talglichter, 33„„ verſchiedener Holzſortimente in Bohlen, von Eichenſcheitholz zu Kü⸗ ferholz, 75„ des Schmiedegrieſes. II. Im Wege öffentlicher Verſteigerung Dien⸗ ſtag den 29. d. M., Vormittags 9 Uhr, anfangend: 10 die Anfuhr von Holzbraunkohlen, 2)„„ des nöthigen Sands und Lehms, 3)„ Leiſtung verſchiedener Fahrten, 4)„Lieferung von Buͤchenſcheitholz zu a Brennholz, 5)„„ des Ochſen-, Schweinen, Kalb⸗ und Hammeklfleiſches, 6) das Geſpül und der ſonſtige Abnutzen an Speiſeingredienzien ꝛc. bei der Anſtalts⸗ menage. Die betreffenden Bedingungen können bei Un terzeichnetem eingeſehen werden. Marienſchloß den 14. November 1853. Die Verwaltungs⸗Commiſſion. Für die Ausfertigung: Nispel, Seeretär. Bekanntmachung. (1778) Dienſtag den 22. November, Mor⸗ gens um 11 Uhr, wird in bieſigem Rathhauſe die Anlieferung von circa 38 Aepfel⸗ und 39 Birnſtämmchen, an den Wenigſtnehmenden ver⸗ ſteigert. Friedberg den 16. November 1853. 4)„* der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Stoll. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. N 8—* 8 Butzbach.] Verkauf getragener Mon⸗ tirung, aus rangirkten Reitzeugs ze. (1779) Montag den 28. d. M., des Vor⸗ mittags von 8 bis 12 und des Nachmittags von 1 bis 5 Uhr, ſollen in der hieſigen Reiter⸗ caſerne eine Anzahl getragener Montirungsſtücke, als: Mützen, lederne Handſchuhe, Sporn, Hemden, Unterhoſen, Socken, Hals binden, Halb⸗ ſtiefeln und Schuhe ꝛc., ſodann ausrangirtes Reitzeug und Caſernerequiſitten, wobei viele Bett. und Pferdeteppiche, meiſtbietend gegen gleichbaare Zahlung verſteigert werden. Indem man dies zur öffentlichen Kenntniß bringt, erſucht man zugleich die Herren Bür⸗ germeiſter der Umgegend, dieſen Verkauf in den Unterhäbenden Gemeinden geeignet bekannt ma⸗ chen laſſen zu wollen. Butzbach den 15. November 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. 2366. Holzverſteigerung. (1780) Künftigen Dienſtag den 22. d. M., des Vormittags präcis 10 Uhr anfangend, wer⸗ den in dem Obermörler Gemeindewald, Diſtrict Hundſeif, 18,725 Stück Birken- und Eichen- Reiſerholzwellen, unter den vor der Verſteige⸗ rung eröffneten Bedingungen, öffentlich an die Meiſtbistenden verſteigert. Die Großherzoglichen und Kurheſſiſchen Herren Bürgermeiſter der Umgegend werden hiermit erſucht, dieſes im Intereſſe ihrer Ortsangehö⸗ rigen in ihren Gemeinden gefälligſt bekannt machen zu laſſen. Obermörlen den 16. November 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Nea f 500 Gulden (1781) liegen zum Ausleihen bereit. Wickſtadt den 15. November 1853. Veith, Kirchenrechner. Privat Sehr Sorten, und in reichſter Auswahl, ſowie ſehr gutes Tuch, Buckskin, Weſten empfehle ich, unter Zuſicherung der billigſten Preiſe, Mayer 4218 Bekanntmachungen. ſchöne moderne Mäntel⸗ 8 Kleiderſtoffe in verſchiedenen neue Long⸗Shawls, und Damentuch zu geneigter Abnahme. J. Hirsch. Braunſchweiger Flachs!! (1719) Prima Qualität, bei Wilhelm Fertſch. Prima Braunſchweiger Flachs (1768) und neue holländiſche Vollhäringe ſind angekommen und billig zu haben bei Friedberg im November 1853. Louis Win heim, Uſagaſſe, Herrn Samuel Lindheimer vis-à-vis. Nicht zu uͤberſehen! (1755) Unannehmlichkeiten möglichſt auszu⸗ weichen, ſchlage ich auch noch dieſen Weg ein, meine Schuldner wiederholt um Zahlung zu erſuchen und werde ich, um meinen Verbind⸗ lichkeiten nachkommen zu können, gegen die Säumigen, 3 HHNE Ausnahme und bis auf die jüngſte Zeit, mit Gerichtsverfahren bis zum Erfolge vorſchreiten. Aſſenheim den 8. November 1853. 8 Süffert, Apotheker. 111 222 Neuer Nord⸗Lapperdan (1759) Neue holländiſche Vollhäringe, Stock⸗ fiſche, Sardellen, rheinbairiſche Kaſtanien, Rum de Jamaica, Arac de Batavia, Orange- und Ananas⸗Arac⸗Punſcheſſenzen bei Wilhelm Fertſch. Empfehlung. (17169) Meine ächten Bremer Havanna⸗ Cigarren, holländiſche Tabacken, Patent-Ma⸗ ſchinen⸗ und Wagenſchmiere, ſowie auch meine anderen führenden Artikeln, bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Friedberg im November 1853. Louis Winheim, Uſagaſſe, Herrn Samuel Lindheimer vis-a-vis. Cin o bal l. (1782 Der erſte Caſinoball findet Freitag den 25. November ſtatt. Balleröffnung um 8 Uhr. Die Vorſteher. 8* (1183) Die im Laufe des verfloſſenen Som⸗ mers zur ö Heilbronner Bleiche beſorgten Gegenſtände liegen fertig und zum Abholen bereit. 5 Friedberg im November 1853. Eduard Ruths. Zwei geſchickte Arbeiter (1784 können ſogleich dauernde Beſchäftigung erhalten bei J. C. Diehl II., Herrenkleidermacher J. C. in Friedberg. ö Zu»ermiethen. 1785) Ein vollſtändiges Logis in der mitt⸗ leren Etage, beziehbar den 1, März 1854, eins dergleichen in der unteren Etage, welches ſogleich bezogen werden kann und auf Verlan⸗ gen auch Garten abgegeben wird, hat zu ver⸗ miethen Friedrich Netz, vor dem Mainzerthor. Hofraitheverſteigerung. (17860) Unterzeichneter iſt geſonnen ſeine Hof⸗ raithe nächſt dem Heiligenſtock an der Bönſtädter Chauſſee, beſtehend in Wohnhaus mit Wirth⸗ ſchaft, Scheuer, Stallung für 8 Pferde und ¼ Morgen Garten mit edlen Obſtbäumen, Dien⸗ ſtag den 6. Dezember d. J. auf hieſigem Rath⸗ hauſe öffentlich meiſtbietend verſteigern zu laſſen und ladet Kaufliebhaber hierzu ergebenſt ein. Bönſtadt den 16. November 1853. G. Faulſtich. Oeſtreichiſche Pferdeteppiche, (1787) grau und carrirt, ſowie graue und blaue Mäntel mit und ohne Kragen, ſind in friſcher Sendung angekommen bei Friedberg. M. Schwarz. Butzbacher Catharinenmarkt-Ball (1788) findet wie ſeither Freitag den 25. d. M. in meinem Locale ſtatt. Zur Theilnahme an dieſem ſchon ſeit Jahren ſehr beſuchten Ball, lade ich hiermit freundlichß ein. A. Joutz, Kirchliche Anzeigen. 26. Sonntag n. Trinit. den 20. Nov. Pfarramtswoche: Hr. Diaconus Baut für Herrn Stadtpfarrer Schwabe. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Klein ö Nachmittags: Hr. Stadtpfarrer Sell. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Candidat Meyer J. Nachmittags: Hr. Candidat Meyer II. Frankfurter Cours vom 16. Nov. 1853. Pistolen fl. 9g 40%-41 Friedrichsd'oe e„ 9 56¼¼57½ Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 47-48 Rand⸗Ducaten„ 5 33½ 34 20 Frankſtücke„9 23-24 Engliſche Souverains.„11 44 Preußiſche Thaler.„ 145 ¼/..% 5 Frankenthaler„ 220/78 Preußiſche Caſſenſcheine„ 145%/—J½7 Fruchtpreiſe. 16. Nov. 11. Nov. 4. Nov Gattung. Fried⸗ Gerns⸗ berg Mainz] heim N fl. kr. f fl. kr. fl. kr Waizen pr. Malterf 1730 182118— S 25 13 2013 10—— Gerſte 7 10 30 10 1310 30 Hafer„ 7 41351 5 311 510 Polizei Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 19. bis zum 25. November. zum Heſſiſchen Hof. — g Fried⸗ But⸗ 3 Brod⸗Preiſe. berg. bach. 5 kr. pf. tr. pi. 1 Leib⸗Roggenbrod 43 2 2„ 7 8 44* 17— 17— Lth. Lth. — Milchbrod 13 192 Waſſerweck 148579 — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 1 3% 13½ Fleiſch-Preiſe. i pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 12 „ Kühfleiſch, gemäſtetes 10— 9— „Rindfleiſch, gemäſtetes 8— 9— „ Kalbfleiſch 8— 8— „„„ gemäſtetes—ä „ Schweinenfleiſch r „ Hammelfleiſch 9— 1 9— 17 Schaaffleiſch 20 7——— „ Wurſt v. blos Schweinen 16— 16— „ Bratwurſt 19 „ Schwartenmagen 181— 18— „ Geräucherter Speck 24— 26— „Schinken 19— 20— „ Doörrfleiſch 20— 20 „ Schweinenſchmalz, 5 ausgelaſſen 21— 122— unausgelaſſen 20— 20— „ Nierenfett 22— 290— „ Hammelsfett 164— 16— Die Großherzoglichen Bürgermeifter Bender. Seippel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernag el in Friedberg. N —— 1 10. In Gem! Februar 1853 und zwa Grundbeſitzes 1 zwanzig 9) Hen Graf v 9„ Graf 5 3)„ Fürff J)„Kamm von V 1 b)„ Furn . Graf 8)„ Kamm und z 9)„Graf 10)„ Wilbe 11)„Kam genan 12) das Kugelſ 13) das Hospit 14) Freifrau furt, 15) Herr Oska 10)„ Aug 17)„ Poſt 18)„Hein 19)„ Poſt 10„ Joh 21„ Heil W„ Geo B) die Pfarr A) Herr Ada hiermit unte bracht, daß eichniß grüt terzeichneten demſelben ii halb jener legung der Es Verzeichnis die Nachw bezichungs 18 kr. erf Geſetzes g