re ntelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. A 6. Mittwoch den 19. Januar Amtlicher Theil. eiu ig e u, Zu Bürgermeiſter und Beigeordneten wurden ernannt für die Gemeinden: Bauernheim: Georg Walther VI. zum Bürgermeiſter; Georg Väth zum Beigeordneten. Kirchgöns: Johannes Braun zum Bürgermeiſter; Conrad Stern II. zum Beigeordneten. Münzenberg: der ſeitherige Bürgermeiſter Adam Diehl zum Bürgermeiſter; Caspar Jäger zum Beigeordneten. Münſter: der ſeitherige Bürgermeiſter Heinrich Anſchicks zum Bürgermeiſter; Jakob Ruppel II. zum Beigeordneten. Ockſtadt: Gemeinde-Einnehmer Johannes Gruͤninger XI. zum Bürgermeiſter; der ſeitherige Beigeordnete Dietrich Schumann zum Beigeordneten. Oberwöllſtadt: Johannes Diehl I. zum Buͤrgermeiſter; Caſimir Feuerbach II. zum Beigeordneten; Pohlgöns: der ſeitherige Bürgermeiſter Johannes Göbel zum Bürgermeiſter; 5 der ſeitherige Beigeordnete Anton Brückel III. zum Beigeordneten. a Södel: der ſeitherige Bürgermeiſter Georg Reitz zum Bur— germeiſter; f ö der ſeitherige Beigeordnete Johannes Ullrich zum Bei— geordneten. f Dieſes wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Friedberg den 17. Januar 1853. de Bea unc la ir, Kreisaſſeſſor. Regierungsblatt⸗Auszüge. Nr. 58 enthält: 1) Geſetz vom 22. Nov. d. J., das Gewerb⸗ ſteuergeſetz und die Vervollſtändigung des Gewerbſteuertarifs betr., welches Folgendes beſtimmt: Art. 1. An die Stelle des Art. 12 des Gewerbſteuergeſetzes vom 16. Juni 1827 treten folgende Beſtim⸗ Ahngen,— Treibt Jemand gleichzeitig verſchiedene Gewerbe in Löcalen, die nicht ganz von einander abgeſondert ſind, ſo iſt ihm als fixes Steuerkapital nur das höchſte der betreffenden Gewerbe in An— ſatz zu bringen, der verhältnißmäßige Zuſatz aber nach allen, gleich⸗ zeitig betriebenen Gewerben zu berechnen, nämlich, ſoweit dieſelben den verhältnißmäßigen Zuſatz nach dem Miethwerth des Gewerb⸗ locals erhalten, nach allen in dieſen Gewerben verwendeten Räumen, und, ſoweit ſie den Zuſatz nach der Anzahl der Gehülfen erhalten, nach allen in dieſen Gewerben beſchäftigten Gehülfen und nach dem tarifmäßigen Steuercapital des höchſtbeſteuerten Gewerbes.— Treibt Jemand im Laufe des Jahres abwechſelnd verſchiedene Gewerbe in Localen, die nicht ganz von einander abgeſondert ſind, ſo muß der— jenige Gewerbstrieb, beſtehe er nur in einem Gewerbe oder in ver— ſchiedenen gleichzeitig betriebenen, der Beſteuerung zu Grunde gelegt werden, welchem nach Maßgabe des Art. 4—9 des Gewerbſteuer— geſetzes und der vorſtehenden Beſtimmungen die höchſte Gewerbſteuer entſpricht.— Jedes der verſchiedenen gleichzeitig oder abwechſelnd betriebenen Gewerbe muß in dem Patent namentlich aufgeführt und dabei bemerkt werden, welche Gewerbe gleichzeitig betrieben werden. — Art. 2. Die Beſtimmung des Art. 9 des Gewerbſteuergeſetzes wonach bei denjenigen Fabriken, welche in dem Gewerbslokale ſelbſt über 50 Arbeiter beſchäftigen, nur die Hälfte des Miethwerths als verhältnißmäßiger Zuſatz in Anſatz kommen ſoll, iſt aufgehoben.— Art. 3. Das nachſtehende Verzeichniß derjenigen Gewerbe, welche entweder in den früheren Klaſſificationsverzeichniſſen der Gewerbe im Großherzogthum fehlten, oder bei welchen eine Abänderung in der Klaſſeneinreihung erforderlich war, ſoll als integrirender Beſtand— theil des Gewerbſteuergeſetzes angeſehen und ſtatt der früheren ein— ſchlägigen Beſtimmungen in Anwendung gebracht werden.(Folgt dieſes Verzeichniß S. 562 bis 566 des Reg.⸗Bl.).— 2) Verzeich⸗ niß rechtskräftig gewordener, in Gemäßheit des Art. 30 des Straf- geſetzbuchs bekannt zu machender Straferkenntniſſe der Gerichte der Provinz Starkenburg, und zwar 1) 37 von dem Gr. Aſſiſenhofe der Provinz Starkenburg, welche wegen Diebſtahls, Meineids, Verun— treuung, Schriftfälſchung, Raubs, Brandſtiftung, Mordes, Strafen von 1 Jahr Correctionshaus bis zu lebenslänglichem Zuchthaus ver— hängen.— 2) 25 von dem Gr. Hofgericht der Provinz Starken- burg wegen Diebſtahls, Unterſchlagung, Schmähung und Verletzung der Amts⸗ und Dienſtehre, Betrugs, Landſtreicherei, im 5 Rückfall verübten Diesſtahls ꝛc. von 1 Jahr Correctionshaus bis 4 Jahren Zuchthaus.— 3) 9 von Stadt- und Landgerichten der Provinz Starkenburg und zwar: a. 3 von dem Landgericht Offenbach; b. 3 von dem Landgericht Fürth; 6. 1 vom Landgericht Gernsheim; 4. 2 vom Landgericht Höchſt, wegen Bettelns, Diebſtahls, Widerſetzung, Landſtreicherei, wiederholten Diebſtahls zu Corrections! f von 1 Jahr bis 18 Monaten ze.— 3) S. K. H. der Großh haben am 8. Nov. dem Joh. Baptiſt Carl Sohn zu Mainz zu ge— ſtatten geruht, daß derſelbe ſtatt ſeines bisherigen Familiennamens „Sohn“ in Zukunft den Familiennamen„Laske“ führe.— 4) Dienſtnachrichten. S. K H. der Großherzog haben am 8. Nov. den bisherigen proviſ. Lehrer an dem Gymnaſium zu Worms, Klein, definitiv zum Lehrer an dieſem Gymnaſium zu ernennen geruht.— Sodann wurden ferner in Gemäßheit Allerhöchſter Entſchließung: am 10. Nov. der Feldwebel im 2. Inf.-Reg. Le ißer zum Pedellen bei dem Gymnaſium zu Darmſtadt ernanntz am 12. Nov. dem Schulvicar Schneider zu Niederflörsheim die Schullehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Bubenheim; am 22. Nov. dem kath. Schullehrer Rapmann zu Gaubickelheim die 2. kath. Schullehrerſtelle zu Epperts⸗ 8 hauſen; am 26. Nov. dem Oberrechnungs-Secretär Backs die Stelle eines Secretärs bei der Brand-Aſſecurations-Commiſſion— und dem Acceffiſten bei der Juſtificatur 2. Abth. der Oberrechnungskammer Zeuner die Stelle eines Steuerſchreibers; am 29. Nov. dem Schul⸗ lehrer Hotz zu Hainſtadt die evang. Schullehrerſtelle zu Bersrod übertragen.— 5) Concurrenz für: die kath. Pfarrſtelle zu Büdes⸗ beim, Kr. Bingen, mit 770 fl. 19 kr. jährl.; die ref. Pfarrſtelle zu Walldorf, Kr. Großgerau, mit jährl. 659 fl.(Präſentation der Ge⸗ meinde Walldorf); die Stelle eines Phyſikatswundarztes für den Phyſikatsbezirk Waldmichelbach mit dem Wohnſitze zu Birkenau.— 22 6) Geſtorben find: am 25. Okt, der evang. Pfarrer Wimmenauer 95 Riecrnen 29. Okt. der kath. Pfarrer Seifert zu Büdesheim; der Thorſchreiber Kimpel zu Darmſtadt: am 30. Okt. der penſ. evang. Pfarrer Dollinger zu Wachenheim; der Landgerichtsdiener Müller zu Gladenbach; 16. Nov. der penſ. Direktor des evang. Prediger⸗ ſeminars zu Friedberg, erſter Profeſſor der Theologie und Stadt⸗ f pfarrer daſelbſt Ur cheol. Crößmann. Nr. 59 enthält: 1) eine aus 34 890. beſtehende Großherzog⸗ liche Verordnung vom 8. d. M., die Ausführung des Geſetzes vom 21. Februar 1852 über die Erwerbung des Grundeigenthums und die beſonderen rechtlichen Folgen des Eintrags eines Erwerbstitels in dem Grundbuche in den Provinzen, Starkenburg und Oberheſſen betr., nebſt dem Formulare des Mutationsverzeichniſſes.— 2) Eine aus 14 88 beſtehende Gr. Verordnung von demſelben Datum, die Fortführung der Grundſteuerkataſter betr.— 3) Dienſtnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 25. Nov. dem kath.? Pfarrerg Körber zu Kleinkrotzenburg die kath. Pfarrſtelle zu Wattenheim, ſowie dem kath. Pfarrer, Klein zu Wattanbeim die kath. Pfarrſtelle zu Kleinkrotzenburg, am. 29. Nov. dem Richter an dem Bezirksgerichte zu Mainz Dr. Schmitt unter Belaſſung deſſelben in dieſem Amte die Funktionen des erſten Unterſuchungsrichters an dem vorgenannten Gerichte zu übertragen;— am 4. Dez. den penſ. Polizeirath zu Gießen, Hofrath Zulehner, dermalen zu Darmſtadt, zum Rechner der Criminalkaſſe der Provinz Starkenburg, 90 am 6. Dez. den Kreisaſſeſſor Müller zu Mainz zum Rechner der Criminal⸗ kaſſe für die Provinz Rheinheſſen zu ernennen; ſowie am 7. Dez. dem Rechner der Criminalkaſſe für die Provinz Rheinheſſen, Rech⸗ nungsrath Müller zu Mainz die Stellen eines Rechners des Kirchen⸗ und Schulhaus-Baufonds, des Fonds für Findel⸗, verlaſſene Kinder und die Entbindungsanſtalt zu Mainz zu übertragen.— 4) Charakter- ertheilungen: S. K H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 26. Nov. den Poſtbaltern Wiener zu Darmſtadt, Kempf zu Gießen und Poly zu Mainz den Charakter als„Poſtſtallmeiſter“; — am 6. Dez. dem zum Rechner der Criminalkaſſe fur die Probinz Rheinheſſen ernannten Kreisaſſeſſor Müller den Charakter als„Rech—⸗ nungsrath“ zu ertheilen.— 5) Verſetzungen in den Ruheſtand mam 22. Nov. Phyſikatswundarzt Steinhäußer zu Steinheim, 26. Nov. Veterinärarzt bei dem Landgeſtüt, Oberhofveterinärarzt Britſch auf Nachſuchen und in Rückſicht auf ſeine geſchwächte Geſundheit.— 60 Geſtorben: am 28. Nov. der Militärpenſionär Lieb zu Mainz. Das Geſchenk des Wucherers. Von W. Heinrigs. Es mögen nun vier Jahre her ſein, da ſaß an einem trüben Wintertage ein alter Mann in einem finſtern Zimmer des Erdgeſchoſſes eines alten Hauſes in der Rue —— zu Paris. Die Stube war getäfelt, und das Ge— täfel, ſowie alle Möbeln darin waren von Rauch und Alter geſchwärzt und ſo ſchmutzig und düſter, daß man ſich kaum einen trübſeligeren Aufenthalt denken konnte. Die ledernen Ueberzüge der ſchwarzen Stühle waren an den Ecken und Kanten ganz weiß und durchgerieben; der alte Fußteppich trug eine kothige Mißfarbe, trotz der feu— rigen bunten Farben, die er einſt gezeigt; etliche alte waſſerfleckige Kupferſtiche aus der Kindheit der Kunſt hingen an den Wänden, und die Gläſer davor waren ſo abgeſtanden wie die Fenſterſcheiben; die einſt weißen Vor⸗ hänge zeigten eine Chokoladefarbe. Mitten in der Stube ſtand, gleichſam als Sonne dieſes ſtaubigen Syſtems, ein mächtiger, eichener Comptoir-Schreibtiſch von neuerer Bauart, und an dieſem ſaß der ſchon erwähnte alte Mann, der einzige Herr und Meiſter dieſes unheimlichen Aufent— halts. Er war ſeines Handwerkes ein Geldverleiher, einer der auf Pfänder lieh— un oncle, wie die Studenten des Quartier latin ſagen. Sein Ausſehen deutete auf ein Alter von mehr als ſechszig; ſein Geſicht war lang, ſeine Züge wie aus Buchsholz oder gelbem Sandſtein geſchnitten, ſo unbeweglich und ſchroff waren ſie anzuſehen. Sein Auge war kalt, bleich, ſtahlgrau, die Augenbraunen aber ſchwarz und buſchig, wie bei einem ſauertöoͤpfiſchen alten Kauz; eine lange Adlernaſe, ein dünner zuſammengekniffener Mund, und ein großes Doppelkinn, das ſich in eine weite, ſchmutzige, weiße Halsbinde halb verſteckte, vervollſtän— digten ſeinen Aufzug. Auch der Ausdruck ſeines Geſichts DD erlitt keine merkliche Veränderung, als nach ſchüchternem Anpochen die Thür geöffnet ward und ein junger Mann von eigenthümlich intereſſantem Ausſehen eintrat. Der Ankoöͤmmling war gut gekleidet, obſchon ſeine Kleider nicht mehr ganz neu waren, und hatte die Ma— nieren eines Mannes von guter Familie und Bildung. Seine bleiche Stirn trug tiefe Runzeln des Kummers; ſeine tiefliegenden, dunklen Augen hatten einen ſonderbaren Glanz; ſein langes braunes Haar, nun feucht von Schweiß, hing in kleinen Strähnen ihm über die Stirne. In ſeinem ganzen Weſen lag ſozuſagen der Entſchluß zu irgend einer ungewohnten außerordentlichen That, von deren Ausfüh⸗ rung ihn wenigſtens kein Schwanken und keine Schwäche von ſeiner Seite abhalten konnte, wie ſehr ihn auch fremder Widerſtand daran hindern mochte. Mit leichter Verbeugung ſeiner hochgewachſenen Geſtalt wandte er ſich im Tone erkünſtelter Ruhe an den Geldverleiher mit der Frage:„Sie leihen Geld aus, mein Herr?“ „O ja— zuweilen— und auf gute Sicherheit,“ verſetzte der Wucherer gleichgültig, und unterzog den Aufzug ſeines Begleiters einer prüfenden Muſterung. Der Fremde zauderte; es lag eine Art entmuthi⸗ gender Kälte in dem Tone dieſer Antwort, die über ſeinen Vortrag oder Antrag im Voraus abzuurtheilen ſchien. Gleichwohl fuhr er mit einiger Anſtrengung fort: Ich las Ihre Anzeige in den öffentlichen Blättern!“ Der Wucherer würdigte auch dieſe Einleitung keiner Antwort, ſondern ſaß bolzgerade in ſeinem Lehnſtuhle und erwartete weitere Anträge.„Ich bin, wie Sie aus dieſen Papieren ſehen werden, im Beſitz einer Antwartſchaft auf ein nicht unbeträchtliches Erbtheil,“ fuhr der Fremde fort und reichte dem Wucherer einige Papiere. Dieſer nahm und prüfte ſie mit derſelben unwandelbaren Ruhe, und hörte nur mit halbem Ohr auf die mündliche Erklärung derſelben, welche ihm ſein Beſucher gab. Nur ein einziges Mal blickte der Geldverleiher über die Urkunde hinweg, die er ſoeben prüfte, und fragte mürriſch:„Sie heißen Bernard Or— meille?⸗ „Zu dienen,“ verſetzte der Fremde und nahm mecha— niſch eine Zeitung in die Hand, in welcher ſein Auge zu— erſt auf eine Ankündigung folgenden Inhalts:„Geld wird ausgeliehen in jedem Betrag und auf jede Art von Sicherheit, auf Realien oder perſönliche Garantie. Näheres zu erfragen zwiſchen zehn und fünf Uhr bei Mr. Jean Dubracg, Rue——, Ile St. Louis, Paris.“ Nach einer kleinen Pauſe legte der Wucherer die Papiere wieder ſorgfältig zuſammen und gab ſie dem Fremden zurück.„Sie ſind von keinem Werthe, nützen mir gar Nichts,“ ſagte er.„Die Anwartſchaft auf das Erbtheil iſt ſehr unbeſtimmt. Können Sie keine andre ſtatthafte Sicherheit bieten?“ „Leider nein,“ verſetzte Bernard Ormeille; können Sie mir denn nicht irgend Etwas auf dieſe Erwartungen vorſtrecken? Nicht einmal eine kleine Summe?“ „Keinen Liard,“ war die trockene Antwort. „Gibt es denn gar kein Mittel, fünfhundert, drei, ja ſogar nur zweihundert Franken aufzunehmen?“ fragte der Fremde ängſtlich, und mit der Hartnäckigkeit eines Ertrinkenden, der ſich ſogar an einen Strohhalm anklammert. „Es gibt wohl ein Mittel!“ ſagte der Wucherer gleichgültig. Ormeille ſeinerſeits erwartete ſchweigend den nähern Aufſchluß hierüber.„Ich meine perſönliche Sicherheit, fuhr der Letztere mit mürriſcher Ungeduld fort und rüſtete Papier und Feder, um einen Brief zu ſchreiben. „Ich biete Ihnen jeden Gewinn,“ rief der junge Mann eifrig;„meine Ausſichten ſind gut; ich kann viel— leicht... Sr K für die, der Gel 59 Lebens ve eigenthu mung e ger em! ſeines a gen hi brauche die Ben fragte l als man Güter b eit (45) Befahigt des Ort. Fauel 9 (880 E die Con. aſſenheim tereſſentet fungen a 10. Janu liegen. Reich 1 Steiufur unterm Aufl., ha boſcheinig Lochung Irgend binnen 6 zueigen, im Pfan Butzt fö6 Oef Def 19) Wagner Curatl Iffentlich Rechtsge Mack un nur mit „welche blickte deben ſchreiben. der junge tan viel an 23 Ee „Können Sie mir einen Freund auftreiben, der ſich für die prompte Zahlung des Zinſes verbürgt?, fiel ihm der Geldverleiher in's Wort. „Für Zinſe und Kapital, meinen Sie wohl?“ „Nein, nur für die Zinſe— und die Prämie einer Lebensverſicherung,“ verſetzte der Wucherer mit einer ganz eigenthümlichen Betonung, die vielleicht der Wahrneh— mung eines Andern entgangen wäre, deſſen Nerven weni— ger empfindlich und aufgeregt geweſen wären, als die ſeines Beſuchers. „Und welche Summe kann ich auf dieſe Bedingun— gen hin borgen?“ fragte Ormeille düſter. „Tauſend Franken: ja noch mehr, wenn Sie mehr brauchen. In der That jede beliebige Summe, wenn nur die Verſicherung gut iſt!“ „Dann wird aber das Intereſſe ſehr hoch ſein?“ fragte Ormeille. „Behüte, nur fünf bis ſechs Procent; juſt ſo viel, als man gewöhnlich auf eine Verpfändung für liegende Güter bezahlt,“ war die Antwort. „Und die Lebensverſicherung?“ „Wenn Sie tauſend Franken als Anlehen wollen, ſo müſſen Sie Ihr Leben mit fünftauſend Franken ver— ſichern, und die Prämien ſammt den Kapitalzinſen bezahlen!“ „Mit fünftauſend Franken?“ fragte Ormeille zö— gernd,„d. h. alſo, wenn ich eintauſend Franken erborgen will. „Allerdings, um eintauſend Franken aufzunehmen, müſſen Sie mir eine Lebensverſicherungspolice auf 5000 Franken beſtellen,“ entgegnete der Wucherer barſch.„Wer Geld ausleiht, der will kein Wagniß eingehen. Sie können ſterben, und von fünf Lebensverſicherungsbanken mögen vier falliren, aber die Chancen ſtehen ſo, daß die fünfte etwa bezahlen würde!“ „Es iſt aber nicht wahrſcheinlich...“ hub Ormeille wieder an, welchen dieſe übergroße Behutſamkeit höchlich überraſchte. „Ich ſage nicht, daß es wahrſcheinlich, ſondern nur daß es möglich iſt,“ verſetzte der Wucherer barſch und in demſelben verächtlichen Mitleid mit der ſcheinbar geringen Faſſungsgabe ſeines Beſuchers;„ich für meinen Theil pflege eben ſicher zu gehen!“ „Nun, und wie muß man das Geſchäft einleiten?“ fragte Ormeille. „Ihr Bürge, der natürlich als wohlhabender Mann bekannt ſein muß, hat ſich bloß in einer Urkunde zur pünktlichen Bezahlung der Verſicherungsprämie und der Zinſen zu verpflichten, falls Sie dieſelben nicht zahlen könnten— ſonſt Nichts!“ (Fortſetzung.) Miszelle. Einſt kam ein junges Mädchen zu ihrem Beichtvater. „Ehrwürdiger Vater,“ ſagte ſie,„ich habe einen großen Fehler, ich bin hochmüthig.“—„„Haſt du Geld, mein Kind?“—„Nein!“—„„Nun, dann gehe nur getroſt nach Hauſe, der Hochmuth wird dir ſchon vergehen!““ Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. NN N CNN Die Stelle einer Induſtrielehrerin (45) in der Volksſchule dahier iſt erledigt. Befähigten Bewerberinnen ertheilt im Auftrag des Ortsſchulvorſtandes nähere Auskunft. Fauerbach II. Pfarrer Matthias. Bekanntmachung. (58) Es wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Conceptſtockbücher der Gemeinden Dorn— aſſenheim und Reichelsheim zur Einſicht der In tereſſenten und zum Vortrage etwaiger Bemer— kungen auf die Dauer von drei Wochen, vom 15. Januar l. J. an, bei den Feldgerichten offen liegen. Reichelsheim den 8. Januar 1853. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hilden brand. Aufforderung. (61) Heinrich Arnoldi II. Eheleute in Steinfurth entlieyen von Müller Schudt daſelbſt unterm 6. bis 13. Junt 1831 ein Kapital von 20 fl., haben deſſen Rückzahlung durch Quittung beſcheinigt, die gerichtliche Urkunde aber zur Löſchung des Eintrags nicht beibringen können. Irgend welche Rechte an dieſe Hypothek ſind binnen 6 Wochen à dat ſggewiß dahier nach⸗ zuzeigen, als ſonſt die Löſchung des Eintrags im Pfandbuche erfolgt. Butzbach den 7. Januar 1853. N Großh. Heſſ. Landgericht 1 Ebel. Oeffentliche Bekanntmachung. 679) Die Ehefrau des Gaſtwirths Philipp Wagner dahier iſt wegen Geiſtesſchwäche unter Curatel geſtellt worden, was mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht wird, daß gültige Rechtsgeſchäfte nur mit den Curatoren Adam Mack und Caspar Altmannsberger dahier ab⸗ geſchloſſen werden können und daß Forderungen an die Philipp Wagners Ehefrau binnen 4 Wochen dahier anzuzeigen ſind, widrigenfalls dieſelben bei der Auseinanderſetzung nicht be— rückſichtigt werden. Friedberg den 7. Januar 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Oeffentliche Aufforderung. (80) In der Nacht vom 20. auf den 21. No⸗ vember v. J. ſind 4 junge dem Förſter Wei⸗ gand und zwei 10jährige dem Conrad Schäfer von Florſtadt gehörige und auf dem Acker am ſog. großen Berg an der Chauſſee zwiſchen Oſſenbeim nach Florſtadt ſtehende Aepfelbäume durch Ein— ſchnitte auf frevelhafte Weiſe zerſtört worden. Auf Grund der Verordnung vom 3. Februar 1797 werden alle Diejenigen, welche Angabe machen können, die zur Entdeckung des Thä⸗ ters führen, aufgefordert, dies hier anzuzeigen, in welchem Falle ſie eine Belohnung von 10 fl. aus der Florſtädter Gemeindekaſſe zu erwarten haben. Friedberg den 11. Januar 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann, Dee, d t. 181) um zwiſchen den Gläubigern des nach— Amerika ausgewanderten Jakob Buttron 1. von „hier und deſſen zurückgebliebenen Frau ein Ar⸗ rangement wegen der Forderungen der Erſteren abzuſchließen, resp. zu verſuchen, da ſich mehr Schulden wie Vermögen vorfinden, wird Ter⸗ min auf den 16. Februar l. J., Morgens 10 Uhr anberaumt, in welchem Termin bekannte und unbekannte Gläubiger unter dem Rechts- nachtheil zu erſcheinen haben„paß von dem Nichterſcheinenden angenommen wird, er trete der Mehrheit der Erſchienenen bei. Hungen den 6. Januar 1853. Großh. Hesl. Landgericht daſ. Hofmann. Bergen. Bekanntmachung. (82) Nachdem ſich bei der Inventariſirung des Nachlaſſes des verſtorbenen Georg Voll— mann 1. von Windecken eine Ueberſchuldung ergeben hat und die Erbſchaft unter der Rechts⸗ wohlthat des Inventars angetreten worden, werden die Vollmänn'ſche Gläubiger auf den 25. k. M., Vormittags 9 Uhr, zur Anmeldung ihrer Forderungen, zum Güte⸗ verſuch und zur Wahl eines Maſſecurators unter dem Rechtsnachtheile, daß nicht erſchei— nende, oder nicht gehörig vertretene dem Be— ſchluſſe der Mehrzahl der Erſcheinenden für beitretend erklärt werden, und daß erforderlichen Falles die Wahl eines Maſſecurators vom Ge⸗ richte vorgenommen werde, vor hieſiges Amt geladen. Windecken den 8 Januar 1853. Kurfürſtlich Heſſiſches Juſtiz-Amt Schenck zu Schweinsberg. Bekanntmachung. (83) Montag den 24. d. Mts., Vormittags um 10 Uhr, ſoll der Dünger in den Senk— gruben der beiden Caſernen, ſowie des Haupt- wachegebäudes dahier, auf die Jahre 1853, 1854 und 1855 in dem Büreau des Bataillons⸗ verwaltungsraths auf dem Soumiſſionsweg an den Meiſtbietenden vergeben werden. Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nach⸗ richt, daß die Accordsbedingungen von heute an in' oben genanntem Bäreau eingeſehen wer— den können. 8 Friedberg den 17. Januar 1853. In Aaftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeifter. Verſteigerung getragener Montirungs-⸗ ſtücke, ſowie ausrangirter Bettteppiche. (84) Donnerſtag den 27. d. Mts., Vormittags um 8 Uhr anfangend, ſoll in der Kloſtercaſerne dahier eine bedeutende Parthie getragener Mon— tirungsſtücke, als: Mäntel, Tuchboſen, Mützen, Hand ſchuhe, Röcke, Spencer, wollene Gama— ſchen und Schuhe, ſowie ausrangirte Caſerne— requiſiten gegen gleich baare Zahlung meiſtbie— tend verſteigert werden. Dieß den Steiglieb— habern zur Nachricht und zugleich mit dem Er⸗ 2 24 E- ſuchen an die Gr. Herren Bürgermeiſter der Umgegend, dieſe Verſteigerung im Intereſſe Ihrer Gemeinden gefälligſt bekannt machen laſſen zu wollen. 1 Friedberg den 17. Januar 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter, Holz lieferung. reitag den 28. d. Mts., Vormittags 8 115 fe die Lieferung von 192 Stecken Buchen⸗Scheitholz für die Garniſon dahier in dem Büreau des Bataillonsverwaltungsraths auf dem Soumiſſionsweg an den Wenigſtneh⸗ menden vergeben werden. Dieß den Intereſſen⸗ ten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen von heute an in oben genanntem Büreau eingeſehen werden können. Friedberg den 17. Januar 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. zeugniſſen zu vermeiden. Bekanntmachung. Des Koͤnigl. Preuß. Kreisphyſikus g Dr. Koch's K RAUTER-BONBONS. Preis einer großen Schachtel: 36 kr., einer kleinen 18 kr. (88) Dieſe aus den vorzüglichſt geeigneten Kräuter ⸗ und Pflanzen⸗Säften mit einem Theile des reinſten Zuckerkryſtalls zur Conſiſtenz gebrachten Kräuter⸗Bonbons können als ein probates Hausmittel gegen trockenen Reizhuſten und Verſchleimung, Beklemmungen, Heiſerkeit, Grippe und andere katarrhaliſche Uebel gewiſſenhaft empfohlen werden. Sie werden in allen dieſen Fällen lindernd, reizſtillend und beſonders wohlthuend auf die gereizte Luftröhre und ihre Veräſtelungen einwirken, den Auswurf ſehr erleichtern, und durch ihre mildnährenden und ſtärkenden Beſtandtheile die afficirten Schleimhäute in den Bronchien wieder kräftigen. Dr. Koch's Kräuter⸗BVonbons, von denen in Friedberg nur bei Herrn P. F. Schmittner öfter friſche Zuſendungen eintreffen, ſind in längliche Schachteln gepackt, deren weiße mit brauner Schrift ge⸗ / druckten Etiquetts das nebenſtehede Siegel führen, worauf man gefälligſt achten wolle, um leicht mögliche Verwechſelungen mit ähnlich benannten Er⸗ 86) Samſtag den 12. Februar l. J., Nach⸗ 8 2 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohnhaus des Jacob Petry II. zu Dornaſſenheim in der Gemeindeſtube daſelbſt öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 13. Januar 1853. 0 Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. Bekanntmachung, betr. Holzverſteigerung in dem Gr. Domanial⸗ wald Burgwald, Forſtreviers Oberrosbach. (87) Freitag den 28. d. M. ſollen in dem oben gedachten Walddiſtricte r Maske Genehmigung zur Veranſtaltung eines Subſcriptions-Liſte das Nähere enthält nahme ein. n- Ball zu Friedberg. (89) Nachdem mir von Gr. Heſſ. Kreis⸗Amte des Kreiſes Friedberg die höhere Masken-Balles ertheilt worden iſt, ſo bringe ich dieſes unter dem Anfügen zur allgemeinen Kenntniß, daß dieſer Ball Sonntag den 30. Januar d. J. in meinem Locale ſtatt findet, worüber das mitgetheilt werdende Programm mit und lade ich zu recht zahlreicher Theil— Guſtav Gerlach. Mit Bezug auf vorſtehende Einladung werden hierdurch die verehrlichen Subſcribenten auf nächſten Samſtag den 22. d. M., Abends 7% Uhr, zur Wahl 8 Siren Se 5 N 7 5 8 e Friedberg im Januar 1853. 2„ Nadel⸗„ 3„ Buchen Prügelholz, 7„ Birken⸗„ 51„Nadel- 1 11„Buchen-⸗Stockholz, 1 5 54„ Birken⸗ und Nadel⸗Stockholz, eines Ballvorſtandes bei Guſtav Gerlach eingeladen. 2300 Wellen Buchen⸗Reisholz, 5057„ Birken⸗ 5 5300„ Nadel- und Aspen-Reisholz, 4 Eichenſtammabſchnitte in 77 Cubikfuß, Bauholz, an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden. Friedberg den 16. Januar 1853. Die Ball-Entrepreneurs. In Auftrag: agner. Zuſammenkunft: Morgens 9 Uhr am Forſt⸗ haus Winterſtein. Oberrosbach am 15. Januar 1853. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Januar, ſondern Privat ⸗ Bekanntmachungen. Mit geſottenen Faſtenbretzeln (68) empfiehlt ſich F. W. Neuß. Masſeenball im Holel Trapp. (90) Der in Nro. 4 dieſes Blattes angezeigte Maskenball findet nicht am 30. Sonntag den 6. Februar ſtatt.— Herr Tanzlehrer Mosler iſt mit der Leitung der Tänze beauftragt. L. C. Trapp Uachſolger. Zum Ausleihen. (55) Mehrere Tauſend Gulden im Ganzen oder auch getrennt, am liebſten in den Landgerichtsbe⸗ zirk Friedberg, hat zum Ausleihen in Auftrag Friedberg. Jakob Finkernagel. E ien Logis (65) für eine kleine Haushaltung iſt zu ver⸗ miethen und kann ſogleich bezogen werden bei S. Butzbach, Herrn Kaufmann Fritz gegenüber. Anzeige. (74) Einſchlag⸗ und Zettelgarn in allen Num⸗ mern und Farben, ſowie auch feine Leinwand— reſte, empfiehlt zu den möglichſt billigſten Preiſen Friedberg. Nathan Hirſchhorn, Uſergaſſe Nr. 244. Wirthſchaftspacht! (72) Die Wirthſchaft auf der Friedrichshütte bei Solms ⸗Laubach ſoll vom 15. März' d. J. an anderweit verpachtet werden. Wer Luſt. dazu hat, kann, mit guten Zeugniſſen und Em⸗ pfehlungen verſehen, auf der Friedrichshütte die Bedingungen erfahren. Tanzunterricht. (91) Unterzeichneter bringt hiermit zur allge⸗ meinen Anzeige, daß den 18. Januar d. J. ſein Tanzunterricht wieder beginnt. Friedbertz den 17. Januar 1853. Hermann Moſeler, Tanzlehrer, wohnhaft bei H. Müller's II. Wittwe. Arn z ee g e. (92) Mit meinem Frachtwagen fahre ich jeden Samſtag nach Friedberg und beſorge Fracht zu und von der Eiſenbahn um billigen Preis. In Friedberg halte ich bei Joh. Walz an der Eiſen⸗ bahn. Auch werde ich ſonſtige Beſtellungen pünkt⸗ lich beſorgen und bitte um zahlreiche Aufträge. Echzell. Philipp Mogk J. Anzeigen für die Freitags er— ſcheinende Nummer wolle man ſpäte⸗ ſtens bis zum Mittwoch Abend und ſolche für die Dienſtags-Nummer läng⸗ ſtens bis den Sonntag bei der Expe⸗ dition abgeben. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. 11 — Nr. des Braun nach dem fümmte ge. Maiſchraut periode an einem 1 Dieſe Bre auf die O. Art. 2. Art. 10 de Zukunft de nach dem geter Sta Beſtimmun die einem der Steue üherſteiger dürfniß d können un Steuerver! 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