Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 64. Mittwoch den 17. Auguſt 1853. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Einſendung der Waiſenhausbüchſengelder für 1854. 5 Indem ich Sie vorſorglich an die am 1. k. M. ſtatt⸗ zufindende Oeffnung der Waiſenhausbüchſen aufmerkſam mache, erwarte ich, daß die darin befindlichen Gelder bis zum 15. k. M. mit einem vorſchriftsmäßigen Sortenzettel bei mir eintreffen. Daß Sie ſchlechtes, nicht coursmäßiges Geld, nicht einſenden, darf ich ebenfalls erwarten. Friedberg am 11. Auguſt 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. ene an die Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes und die Gensdarmen. Betreffend: In Unterſuchungsſachen des Karl Krämer von Gießen, wegen Verletzung der Scham⸗ und Verführung zur Nothzucht. Karl Krämer von Gießen, welcher wegen rubricirtem Vergehen in Nidda in Unterſuchung ſteht und inhaftirt war, iſt am 14. d. M. Morgens aus dem Bezirksgefängniß ent— wichen. Ich weiſe Sie an auf ihn fahnden und ihn im Betretungsfalle alsbald gefänglich hierher vorfuͤhren zu laſſen. Krämer iſt ein ziemlich großer, 22 Jahre alter Mann, mit einem pockennarbigem Geſichte, röthlichem Haar und hellem Knebelbärtchen. Er trug bei ſeiner Entweichung einen braunen Rock, eine bräunliche Weſte, hellgraue Tuch— hoſen und eine Schirmmütze. Friedberg am 15. Auguſt 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. A ne Di e ſ elbe Betreffend: Die Unterſuchung wegen eines in der Nacht vom 8/9. Auguſt verübten Kuhdiebſtahls zum Nachtheil des Gg. Kniß in Biſſes. In der Nacht 8/9. d. Mts. wurde in Biſſes die unten näher beſchriebene Kuh entwendet. Sie werden die geeigneten Nachforſchungen eintreten laſſen und mir vom Ergebniß Nachricht geben. Die Kuh war von mittlerer Größe, trächtig, ſo daß ſie in 4— 5 Wochen hätte kalben müſſen, ſchwarz-braun vou Farbe, an den beiden Hinterfüßen gräulich, ſie hatte kurze aufgeworfene Hörner, das linke ein wenig nach der Stirne zu geſenkt, um das Maul einen weißen Kringel, auf dem Rücken fehlten an mehreren Stellen, durch das Fahren veranlaßt, die Haare, am untern Theil des Schwanzes war ein ungefähr 3 Zoll langer Schnitt. Friedberg den 15. Auguſt 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor, Thereſe Aubert. Wahrheit und Dichtung in Form einer Memoiren-Novelle. Von Charles Nodier. (Fortſetzung.) Als ich nach Sancy kam, war die Jahreszeit ſchon ziemlich vorgerückt, und es fehlten bereits einige Grund— töne dieſes Gemäldes, welche die erſten Einflüſſe des her— annahenden Winters zerſtört hatten, an der Vollkommen— heit des Ganzen; aber ich habe ſie ſeitdem ergänzt durch die erſte Idee, die ich mir davon gemacht habe, und die mich ſo ſehr in Extaſe verſetzt hatte. In der That ich hatte bis jetzt noch nie einen tiefen Eindruck von Ver— gnügen bei'm Anblicke der Natur empfunden, ſie hatte mich zwar zuweilen zum Erſtaunen, aber nie zum Ent— zücken hingeriſſen. Mein ſtets freies, offenes Herz hatte ſich nie in meinem Buſen eingeengt und von dem Bedürf— niſſe gequält gefühlt, aus mir ſelbſt ſich heraus zuringen, um die ganze Schöpfung zu umfaſſen; und doch reichte jetzt dieſer neue Genuß nicht hin, um die unermeßlichen Wünſche, die ſich ihm erſchloſſen, völlig zu befriedigen. Es nahm ohne Hinderniß Beſitz von all' dem Unendlichen, welches es zu entdecken anfing, aber als es ſich in ſich ſelbſt zurückzog, empfand es mit Erſtaunen, wie leer es ſei, und daß es vom Felde ſeiner Eroberungen nichts als eine unerſättliche Neugierde und eine ſeither unbekannte Uncuhe zurückgebracht habe. Es fragte ſich, ob dieß Alles ſei, was ihm gereicht worden, und erzitterte unter einer unerklärlichen Ungeduld, in welche ſich Unruhe und reizende Bilder miſchten. Meine Kehle war beengt, meine Augen— lider befeuchteten ſich mit Thränen, ich wußte nicht, was für ein Gemurmel in meinen Ohren brauste, was für eine bewegliche und betrügliche Helle meine Augen blendete. Seit mehr als einem Jahre hatte ich mitten unter den Zerſtreuungen des Krieges, mit ſteten Sorgen beſchäftigt, von ſtets neuen Gefahren umgeben, gelebt, ich ſchrieb da⸗ her den ſonderbaren Zuſtand, in dem ich mich befand, der Einſamkeit zu; aber ich konnte durchaus nicht begreifen, wie ſie auf meine Einbildungskraft einen ſolchen Eindruck und in meinen Organen eine Unordnung hervorbringen könne, welche an das Delirium ſtreifte. Dieſe Ungewiß— heit verfolgte mich bis auf den Hof, wo ſie ihr Ende er— reichen ſollte. Mein Geleitsmann führte mich in There— ſens Zimmer, der ich den Brief ihres Vaters übergab. In dem Augenblicke, als ſie mich anſah, ergänzte ſich mein Herz; das Weltall war nun vollſtändig. Thereſe war noch nicht völlig ſechszehn Jahre alt. Sie war zwar nicht das ſchönſte Weib, aber ſie war das einzige Weib, welche das Glück zu lieben und geliebt zu werden, mich hätte erkennen lehren können; denn ich be— griff es ſogleich, jedoch nicht ohne mich zu verwundern, wie ein ſo mächtiges tyranniſches Gefühl, welches ſo gänzlich alle Fähigkeiten meines Lebens aufzehrte, ſo leicht dieſelben zu unterwerfen im Stande geweſen war. Seit— dem habe ich mich ſchon oft befragt, ob es wohl bei an— deren Menſchen ebenſo ſei, aber ich konnte es nicht von ihnen erfahren. Dieſer Eindruck war ſo plötzlich wie ein Gedanke, ſo plötzlich als der Blick, den Thereſe auf mich fallen ließ und der von einem ſo rührenden Wohlwollen belebt war, daß der Anblick des offenen Himmels meine Seele mit keinem reinern und lebhaftern Entzücken hätte erfüllen können. Ich ſage ihr Blick, weil ich keinen andern Ausdruck kenne, mit dem ich das Ausſtroͤmen eines ſanften Feuers zu beſchreiben weiß, welcher unter den Wimpern eines geliebten Weibes hervorbricht, und deſſen Berüh— rung das Herz verwirrt, und das Blut durch alle Adern jagt. Thereſens Augen hatten noch nicht ganz ihres Vaters Brief überlaufen, als es bereits in mir feſtſtand, daß mein Geſchick ihr für immer zugehöre. Ich wagte nun ſie anzublicken, weil ſie mich nicht mehr anſah, und ich war ſo ſchwach in meinem Glücke, daß ich faſt ängſt— lich den Augenblick erwartete, in welchem ſie mit Leſen fertig würde. Ich fühlte nicht genug Kraft in mir, in ſo kurzer Zeit auf einander zwei Gemüthsbewegungen zu er— tragen, deren eine ſchon hingereicht hatte, meine Sinne mit einer berauſchenden Glückſeligkeit zu durchſtrömen. Das Glück des Daſeins ſchien mir ſchlecht vertheilt, denn ich hätte gern das Uebermaß meiner Gefühle und meiner Täuſchungen auf alle Jahre vertheilt, welche mir noch zu leben vergönnt wären, oder ich hätte gewünſcht, daß ſie ſich ſo anhäuften, daß ſie mich erdrückten, und daß mein Herz in dieſem Entzücken breche und vor Freude ſich auf— löſe. Dieſer letztere Gedanke wurde der vorherrſchende und ich fing an, ihn mir auszumalen; ich bemühte mich, ihn unauslöſchlich in mein Gedächtniß einzugraben, ihn mir ſo zu eigen zu machen, daß kein künftiges Ereigniß ihn mir zu rauben im Stande wäre, damit, wenn es mir vergönnt ſein ſollte, einen mit ſolcher Süßigkeit erfüllten Tod zu ſterben, dieſes Bild ſo mit meinem letzten Ge— danken verwachſen wäre, daß es ihn während der ganzen Ewigkeit auszufüllen im Stande ſei. Thereſe war von kleinem Wuchſe, allein man bemerkte es nur, wenn man Vergleichungen anſtellte, weil die Natur noch nie lieb— licheren Formen ein ſo durch Anmuth und Harmonie her— vorragendes Ebenmaß verliehen hatte. Ihre ſchwarzen Haare, welche ganz einfach auf dem Wirbel befeſtigt waren, ließen ihre Stirne, die weißer als Elfenbein war, unbedeckt, und rundeten ſich in zwei Flechten von jeder Seite ab, um ihre Schönheit noch mehr zu erhöhen. Ihre Geſichtsfarbe war zwar nicht belebt, aber der leiſeſte Ein— druck brachte eine leichte Röthe hervor, und dieſer flüchtige Reiz machte ſie nur um ſo bezaubender. Es entſtand da— 2356 E- durch ein Charakter von Schönheit, welcher eben ſo ſehr die Seele wie die Augen beſtach. Dieſer Vorzug, welcher bei anderen Frauen nur das Zeichen der Jugend und Ge⸗ ſundheit iſt, ſchien bei Thereſen ein beſonderes Vorrecht des Gefühls zu ſein. Bei'm erſten Anblicke mußte man ſie herrlich finden, aber man wußte noch nicht, ob ſie würdig ſei, geliebt zu werden, ſo lange man ſie nicht einer ſanften Bewegung wegen hatte erröthen ſehen. Dieſelbe Leichtigkeit zu fühlen und dieſes auszudrücken verſchönerte alle Theile ihrer Phyſiognomie mit jenem unerklärlichen Reize, der ſich beſſer empfinden als beſchreiben läßt, und der ſich ſo raſch erneuerte, daß ſelbſt das aufmerkſame Auge der Liebe ihn nicht immer zu erfaſſen vermochte. Manchmal war er die Folge ihrer freien und ungezwun— genen Heiterkeit, der Ausdruck des leicht erregten Glückes eines Kindes, welches mit Wenigem zufrieden iſt; er war aber noch öfter irgend eine unbeſtimmbare Wehmuth, welche von keinem wirklichen Gegenſtande herzurühren ſchien, und die ſich in Gedanken verlor, welche mit Ort, Zeit, Umſtänden nichts gemein hatten, in denen er ſich kund gab. Es iſt wohl möglich, daß die Melancholie nicht bei allen gefühlvollen Weſen der Eindruck einer Erinne— rung an vergangenen Leiden iſt. Warum ſollte ſie nicht zuweilen ein unwillkürlicher Drang des Herzens ſein, die Leiden zu erproben, welche es bedrohen, und ein Wink, ſich darauf vorzubereiten? Ihr Hals war ſehr ſchmächtig, und gab faſt jeden Augenblick dem Gewichte des Kopfes nach, welcher dann gegen eine Schulter geneigt mit einer höchſt anmuthigen Nachläſſigkeit zurückftel. Dieſe Ge— wohnheit war wahrſcheinlich ein Fehler, aber dieſen Feh— ler hätte keine Vollkommenheit zu erſetzen vermocht, ſo viele zarte und köſtliche Gedanken knüpften ſich daran! Uebrigens ſind, was ich hier ſage, Rückerinnerungen und kein Porträt. Ich wollte von ihr ſprechen, aber nicht in dieſem lebendigen Bilde, welches ſie in meinem Herzen zurückgelaſſen hat, und welches keine menſchliche Bemühung im Stande wäre, dem Geiſte und dem Herzen Anderer deutlich zu machen, eine unvollkommene Skizze unterſchrie— ben, die unter meiner Feder die Farbe verliert und ſich verwiſcht. Ach! ſo habe ich ſie nicht geſehen, oder viel— mehr ich habe ſie nie deutlich genug geſehen, um es unter— nehmen zu können, ſie zu malen! Es lag auf ihren Zügen ein leuchtender Schleier, der mir alle Einzelnheiten verbarg, und ſelbſt jetzt noch erinnere ich mich ihres Ge— ſichts nur in den unbeſtimmten Umriſſen dieſes blendenden Dunſtkreiſes, in den ſie eingehüllt war. Mein Empfang war liebevoll und vertraulich von Thereſens Seite; ſie hatte mich mit offener Herzlichkeit, in der ſich ihre Güte vollkommen ausſprach, angelächelt. Je weiter ſie las, deſto mehr nahmen ihre Gedanken, ohne jedoch von ihrer urſprüglichen Richtung abzuweichen, einen andern Charakter an. Irgend eine Verlegenheit, welche ſich bei jeder Linie vermehrte, ſprach ſich in ibrem Ge— ſichte aus. Ihre Schüchternheit ſchien ſie von dem Er⸗ guſſe ihrer Seele, zu welchem ſie ſich getrieben fühlte, abzuhalten; ihr Buſen wogte, ihre Wangen färbten ſich lehhaft. Man ſah ihr an, daß ſie die Thränen zurückzu⸗ halten ſich bemühte, welche ihr in die Augen ſtürzen wollten. Als ſie fertig war, kam ſie auf mich zu, ergriff ausdrucksvoll meine Hand, warf den Brief ihres Vaters in's Feuer, nachdem ſie zuvor die Lippen darauf gedrückt hatte, legte bedeutſam den Finger auf den Mund und blickte mich mit einem Ausdrucke des Einverſtändniſſes an. —»Mademoiſelle,, ſagte ſie zu mir,„rechnen Sie auf alle Sorgfalt...“ Sie ſah mich von Neuem an, und als ſie meine plötzliche Bewegung gewahr wurde, ſchlang ſie den Arm um meinen Nacken;—„wenn Freundſchaft lerſehen, u. genigſtens! I ſie nicht „Ich gab der B. zügen nul welche neb mit einem aufgeſchlag Anspruch. um die du hupſte de die Aug Schelm! denn, ic und die den tägl Hand 1 Worten mervoll errathe Gedan lich de und w dieſer merkte mt ha baſſen trachtet Hand, die Knie Segen nicht u ben wu Für d welche du mir weite . 2 A.§. 30 F. N Sie für Ihre ausgeſtandenen Leiden entſchädigen kann,/ ing ſie wieder an,„wenn ſie wenigſtens ſie zu verſüßen in Stande iſt, ſo werden Sie hier nicht ganz unglücklich in“ Ueber meine Wangen rannen Thraͤnen der Dank— barkeit; mein Herz täuſchte ſich ſelbſt in ſeiner Verwirrung, dem es ſich ohne Rückhalt dieſem Gefühle hinzugeben glaubte. Ich fühlte meine Kniee wanken; meine Lippen ſefteten ſich auf ihre Hand, aus der ein ungekanntes ßeuer in mich einſtrömte, das ſich durch meine Adern er— goß. Dieſe Eindrücke waren ſo neu, als wenn ich den irſten Verſuch in der Luft, im Lichte und im Leben ge⸗ nacht hätte. Ich wollte ſprechen und ſtammelte nur ver— wirrte Worte, wie ein Träumender. Endlich fiel ſie mir in die Arme, und rief:„O! wenn Du wüßteſt, wie ſehr ich Dich jetzt ſchon liebe...“— Sie liebte mich, ſie hatte is geſagt!—„Nenne mir Deinen Namen,“ fuhr ſie ort,„oder den, welchen Du willſt, daß man Dir gebe?“ — Dieſe Frage und dieſe Sprache erinnerten mich daran, daß man mich für ein Frauenzimmer hielt, und das ganze Blendwerk meines Glückes ſchwand dahin. Mein Leben in Thereſens Nähe war nichts als eine Rolle, und dieſe Rolle war die einzige, die mir bei der Tochter meines Wohlthäters zuſtand. Mein Herz benützte übrigens das VBerſehen, und ich ſchwelgte in dem Gedanken, daß ſie mir wenigſtens ein zärtliches Andenken bewahren werde, wenn ich ſie nicht enttäuſchte.— „Ich heiße Antonie,“ antwortete ich erröthend, und gab der Bewegung nach, welche mich zu ihr hinzog. Wir gingen nun Arm in Arm zum Zimmer ihrer Großmutter, welche neben dem Kamine, auf einem großen Lehnſtuhle mit einem Betpulte, ſaß. Ein Gebetbuch lag vor ihr aufgeſchlagen und nahm ihre ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch. Thereſe näherte ſich ihr mit kleinen Schritten, um ſie zu überraſchen, und als ſie ihr ganz nahe war, hüpfte ſie ihr um den Hals und legte ihr eine Hand über die Augen:„Schon wieder eine kleine Bosheit, lieber Schelm!“ ſprach die alte Frau Aubert.„Glaubſt Du denn, ich erkenne Dich nicht, ſelbſt wenn ich blind wäre, und dieß werde ich bald werden, denn meine Augen wer— den täglich ſchwächer, aber ich werde Deine kleine hübſche Hand nie mit einer andern verwechſeln. Mit dieſen Worten küßte ſie ſie; Thereſe aber hatte ſich mit kum— mervoller Miene gegen mich gewendet. Ich glaubte zu errathen, daß ſie bedauerte, in ihrer Großmutter einen Gedanken erweckt zu haben, der ſie betrüben konnte, näm⸗ lich den, daß ihr Geſicht durch das Alter geſchwächt ſei, und wohl bald ſich verlieren dürfte. Jedenfalls war aber dieſer Eindruck ganz vorübergehend. Frau Aubert be⸗ merkte mich; Thereſe näherte ſich ihr wieder und ſprach mit halblauter Stimme ſehr eifrig mit ihr. Während deſſen erhob Frau Aubert die Augen gen Himmel, be— trachtete mich mit gerührter Miene, ergriff Thereſens Hand, langte nach der meinen und weinte. Ich beugte die Kniee, warf mich vor ihr nieder, und hörte ſie den Segen über mich ſprechen, aber ihr Segen machte mich nicht unruhig, denn ich fand mich ſtark genug, mich deſſel— ben würdig zu zeigen. (Fortſetzung folgt.) Für die Gemeinde Vonhauſen bei Büdingen, welche durch Hagelſchlag am 10. v. M. hart heimgeſucht wurde, iſt bei mir weiter eingegangen und wird hiermit dankbar beſcheinigt: Von den Herren K—n fl. 45 kr.; G. B. 24 kr.; L. M. 24 kr.; A. F. 30 kr.— Zuſammen 24 fl. 48 ir.— Um weitere Gaben bittet Friedberg den 5. Auguſt 1853 N Bernges, Landgerichtsactuar. 257 Kirchenbuchs-Auszug von Friedberg. 24. 29. E 10. 11. Monat Juli. Getraute: Keine. Getaufte: Dem hieſigen Bürger und Handarbeiter Konrad Kuh ein Sohn, Chriſtoph Ludwig, geb. den 19. Juni. Dem hieſigen Bürger, Metzgermeiſter und Wirth Ernſt Friedrich Müller eine Tochter, Anna Regina, geb. den 17. Juni. Dem hieſigen Bürger und Steuercommiſſariatsgehülfen Georg Battenfeld eine Tochter, Louiſe, geb. den 17. Juni. Dem Veterinärarzte Dr. Chriſtian Ritzel eine Toch⸗ ter, Margarethe Eliſabethe Katharine Karoline, geb. den 27. Mai. Dem hieſigen Buͤrger und Kaufmann Franz Stamm ein Sohn, Ferdinand Chriſtian, geb. den 28. Juni. Dem Lehrer Nikolaus Bitſch in Rödelheim eine Toch⸗ ter, Friederike Margarethe Auguſte, geb. den 25. Juni. Dem hieſigen Bürger und Muſikus Johann Georg Schneider ein Sohn, Karl Adam Nikolaus, geb. den 29. Juni. Ein unehelicher Sohn, Karl Friedrich, geb. den 1. Juli. Dem hieſigen Bürger und Bäckermeiſter Franz Fauſt eine Tochter, Anna Katharina Chriſtina, geb. den 25. Juni. Dem hieſigen Bürger und Weißbindermeiſter Johan— nes Zimmermann ein Sohn, Philipp Heinrich, geb. den 5. Juli. Ein unehelicher Sohn, Petrus Arnold Auguſt Emil, geb. den 18. Juli. Dem Gr. Seminarlehrer Johannes Wahl ein Sohn, Lorenz Otto, und eine Tochter, Anna Eliſabethe Karo— line Auguſte, geb. den 11. Juli. Beerdigte: Amalie Reitz, geb. Dreher, verwittwete Bopp, Ehefrau des hieſigen Bürgers und Bäckermeiſters Franz Reitz, alt 34 Jahre, 2 Monate und 28 Tage; 5 den 30. Juni. Karl Ludwig Finzel, des hieſigen Bürgers und Baum— wollenwebers Stephan Finzel eheliches Söhnchen, alt 3 Monate und 23 Tage; f den 3. Juli. Jean Bender, des hieſigen Bürgers und Kappenma— chers Johann Jakob Bender eheliches Söhnchen, alt 11 Monate und 11 Tage; 1 den 9. Juli. Katharina Mann, geb. Heb, Wittwe des dahier ver— ſtorbenen Gr. Landgerichtsdieners Philipp Mann, alt 88 Jahre; 1 den 9. Juli. Adam Haſſemer, des hieſigen Bürgers und Schuhma— chermeiſters Heinrich Haſſemer eheliches Soͤhnchen, alt 3 Monate und 6 Tagez k den 11. Juli. Anna Johanna Katharina Kreuter, geb. Oberländer, des hieſigen Bürgers und Metzgermeiſters Ludwig Kreuter Ehefrau, alt 36 Jahre und 5 Tage; 5 den 22. Juli. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN N N Edictalla dung. Betreffend: Die Vermögensunterſuchung gegen den Pachter Anton Södler zu Ober- ohmen, früher in Steinfurth. (1191) Behufs Feſtſtellung der Activ⸗ und Paſſtomaſſe werden alle diejenigen, welche For⸗ derungen an den Rubrikaten bilden, aufgefor⸗ dert, dieſelben bei Vermeidung der Nichtberück⸗ ſichtigung im Termin Freitag den 26. Auguſt d. J., Vormittags 9 Uhr, b dahier anzuzeigen und ſollen, im Falle ſich eine Ueberſchuldung herausſtellt, Beſchlüſſe über Be⸗ ſtellung eines Curators, über Veräußerung des Vermoͤgens u. ſ. w. gefaßt werden. Grünberg den 23. Juli 1853. d Großherzogl. Landgericht Welcker. Midtler. Oeffentliche Aufforderung. 92) Schneidermeiſter Karl Schleuning 1 heimlich entwichen und deſſen gegenwärtiger Aufenthaltsort unbekannt iſt, wird hierdurch aufgefordert, binnen drei Monaten, von heute an, die geeigneten Anträge wegen Verwaltung ſeines zurückgelaſſenen Vermögens und Befriedigung ſeiner Gläubiger zu ſtellen, widrigenfalls dem eingeleiteten Debitverfahren der Lauf gelaſſen, der von den Gläubigern zur Maſſeverwaltung erwählte Ausſchuß als ſolcher beſtätigt und nach deſſen Anträgen, insbeſondere uach bezüglich des Verkaufs der Immobilien, der Regulirung und Vertheilung der Maſſe, ohne weitere Mitwirkung des Karl Schleuning verfahren werden wird. Gleichzeitig werden etwaige, bisher nicht auf⸗ getretene Gläubiger, oder ſolche, welche an die verkauften Immobilien: 73/9 91 Ruthen im Ried und 42/247 Wohnhaus dahier, Eigen⸗ thumsanſprüche machen wollen, aufgefordert, ihre Forderungen resp. ſonſtigen Rechte binnen obiger Friſt, bei Meidung der Nichtberückſichti⸗ gung, geltend zu machen. Friedberg den 15. Juli 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. v. Preuſchen. Marktanzeige.; (1228) Der Gemeinde Bieber, Kreiſes Offenbach, iſt höheren Orts die Abhaltung von zwei Jahrmärkten gnädigſt geſtattet worden, wovon der erſte jedesmal auf Faßnacht-Dienſtag und der zweite jedesmal den Montag nach dem 16. Auguſt abgehalten werden ſoll. Indem ich dieſes zur öffentlichen Kenntniß bringe, bemerke ich, daß der 1. diesjährige Markt Montag den 22. Auguſt d. J. abge⸗ halten werden wird. Bieber den 6. Auguſt 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Heberer. Obligations-Verlooſung. (1229) Nachdem in der heutigen Gemeinde⸗ rathsverſammlung die in Gemäßheit des Vor⸗ anſchlags für 1853 vorzunehmende Partialobli⸗ gationen⸗Verlooſung ſtattgefunden hat und die No. 110 und 119, jede von 100 fl., durch das Loos zur Rückzahlung herausgekommen ſind, ſo wird ſolches mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Inhaber gedachter Partial⸗Schuldverſchreibungen gegen deren Rück— gabe die Beträge bis zum 1. September d. J. bei der hieſigen Gemeindekaſſe in Empfang zu nehmen haben, indem von dieſem Tage an keine weitere Zinſen mehr vergütet werden. Altenſtadt den 5. Auguſt 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Kreuder. 258 e Obligations-Verlooſung der Gemeinde Rodenbach. (1253) Bei der heute ſtattgehabten Verloo⸗ ſung iſt No. 27 über 100 fl. ruckzahlbar ge⸗ worden. Inhaber dieſer Partial-Obligation wird hiermit aufgefordert, den Betrag bis zum 1. November l. J. bei der Gemeindekaſſe dahier oder bei dem Handlungshauſe Hrn. Samuel Lindheimer zu Friedberg in Empfang zu nehmen, indem von da an keine weitere Zinſen vergütet werden. Rodenbach den 4. Auguſt 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter eech Holzverſteigerung. (1254) Montag, den 22. d. Monats, wer⸗ den in den Diſtrikten„Dickerbuſch, Tannenwieſe, an der Straße und längs der Straßheimer Hecken an den Meiſtbietenden verſteigert: 2½ Stecken Nadel-Scheitholz, 775„ Eichen⸗ 1 972„ Nadel-Prügelholz; 4„ Eichen⸗-Stockholz; 175„ Nadel⸗Stockholz; 4475 Stück Eichen- u. Birken⸗ 50„ Buchen⸗ 563„Nadel- und 500„ Ginſter⸗ 13 Stämme Nadelbauholz von 6-10 Zoll Durchmeſſer und 25— 70 Fuß Länge und 1395 Stuck Nadelſtangen(Baumſtützen, Ge⸗ rüſtſtangen ꝛc.) Die Verſteigerung beginnt Vormittags 9 Uhr im Oiſtrikt„Dickerbuſch.“ Ockſtadt den 13. Auguſt 1853. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Arbeits-Verſteigerung. (1285) Samſtag den 20. d. M., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſollen bei Gaſtwirth Haas zu Ilbenſtadt, zur Herſtellung einer Waſſerleitung 104 Bleirohr, welche zu 26 fl. veranſchlagt ſind, ſowie das Legen derſelben, welches zu 8 fl. 48 kr. veranſchlagt iſt, öffentlich in Accord gegeben werden. Ilbenſtadt den 13. Auguſt 1853.. Der Großherzogl. Bürgermeiſter 3 wier. S Privat- Bekanntmachungen. Verpachtung. (12300 Das den Heinrich Schultheiß VI. Kinder zu Echzell gehörige ſogenannte Gemeinde⸗ wirthshaus ſoll Mittwoch den 24. Auguſt d. J. ö in loco auf weitere vier Jahre öffentlich meiſt⸗ bietend verpachtet werden. Die Pachtbedingungen liegen offen für Liebhaber bei dem Vormunde Rector Werner daſelbſt. Echzell den 2. Auguſt 1853. Annonce. (11310 Das große Badiſche Anlehen von 14 Million Gulden vom Staat errichtet und von den Landesſtänden garantirt, iſt rückzahlbar durch Gewinne von 14mal fl. 50,000, 54 mal fl. 40,000., 12mal fl. 35,000., 23mal fl. 15,000. Backwellen; und 55mal fl. 10,000. Die nächſte Verlooſung findet am 31. Au⸗ guſt 1853 ſtatt und erläßt hierzu unterzeichnetes Handlungshaus Actien à fl. 1. 30 kr. unter Zuficherung prompter Einſendung der Ziehungs⸗ liſte. Jedermann, der Fortuna auf ſolide Art verſuchen will, können wir dieſes Anlehen em⸗ pfehlen. Julius Stiebel jun.& Comp., Banquiers in Frankfurt a. M., Einladung (1256) zu dem 5. evangeliſchen Miſ⸗ ſiousfeſt, gefeiert von dem evang. kirchlichen Verein für das Großh. Heſſen, Dienſtag den 23. Auguſt in der Stadt Friedberg, und zwar von 9—1 Uhr in der Stadtkirche, und von 2— 5 Uhr in geſelliger Vereinigung im Trapp'ſchen Saale. Am 24. Auguſt Morgens 9 Uhr die Paſtoralconferenz: Seelſorge 05 Katechismus die Gegenſtände der Beſpre⸗ ung. Der Vorſtand des ev. kirchl. Vereins, Zu verkaufen. (1257) Zwei noch in gutem Zuſtande be⸗ findliche, in ein- auch zweiſpännige Wagen brauchbare eiſerne Achſen ſtehen billig zu ver⸗ kaufen bei Friedberg. Chr. Ritzel, Hofſchmied. Patent- Portland- Cement. (1258) Der Patent⸗Portland⸗Cement von Robins 8 Comp., bekanntlich der beſte hydrauliſche Mörtel, welcher bis fetzt exiſtirt, iſt im Waſſer, an der Luft, Froſt und Hitze gleich unveränderlich und kann je nach dem Zweck der Anwendung mit 1 bis 5 Theilen Sand vermiſcht werden. Zu haben bei Friedderg. H. W. Hatteroth. 100 bis 150 Gulden (1259) Vormundſchaftsgeld, welches wegen Minderjährigkeit der Kinder auf längere Zeit verliehen werden kann, liegt zum Ausleihen be⸗ reit bei Martin Billaſch in Fauerbach II. Annonce. (1260) Ein junger Mann, der mit dem Eiſenwaaren-, Specerei- und Kurzwaaren⸗ Geſchäft bekannt, eine hübſche Hand ſchreibt und wenigſtens mit der einfachen Buchführung ver⸗ traut ſein muß, kann unter Beibringung guter Zeugniſſe alsbald Beſchäftigung erhalten. Nähere Auskunft ertheilt die Expedition dieſes Blattes. Selſerbrunnen bei Großkarben. (1261) Zur Feier des Geburtsfeſtes Ihrer Königl. Hoheit der Frau Großherzogin wird Dienſtag den 30 Auguſt gutbeſetzte Haxmonie⸗ und Tanzmufik am Selſerbrunnen zu Großkar⸗ ben ſtattfinden. J. Marchand. Annonce. (1262) Zur Feier des Namenstages unſeres allverehrten Großherzogs Königl. Hoheit findet Donnerſtag den 25. d. M. ein Feſteſſen, der Ludwigsball aber ſchon Sonntags den 21. d. M. in hiefigem, feſtlich geſchmückten Kur⸗ ſaale ſtatt. Den 22. und 23. d. M. wird gleichfalls dahier die General⸗Verſammlung der Forſtwirthe unſeres Großherzogthums abgehalten. Ergebenſt ladet hierzu ein Salzhauſen im Auguſt 1853. 5 H. W. Seum's Wittwe. Oſſenheimer Waͤldchen. (1263) Bei der Gelegenheit des Iſraelitiſchen Feiertags, Samſtag den 20. Auguſt, Tanzmuſik. Sonntag den 21. Auguſt Harmonie- und Tanzmufik, wozu höflichſt einladet Aehle. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Kr an die G Betreffend Am bene Gege Nachforſch ter anſtell Fri D Königl. halten, bringe. 0