5 inneren 1 Intelligenz-Blatt ür die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 90. Mittwoch den 16. November 1853. An die Bewohner Friedbergs. DDS Der Unterzeichnete beeilt ſich den Bewohnern Friedbergs die Mittheilung zu machen, daß er von Ihrer Königlichen Hoheit unſerer allergnäͤdigſten Landesfuͤrſtin mit dem Auftrag huldvollſt betraut wurde, der Stadt fuͤr die herzliche Aufnahme, die Aller— hoͤchſtderſelben geſtern zu Theil geworden, den herzlichſten Dank abzuſtatten. Indem ich mich dieſes Allerhoͤchſten Auftrags entledige, kann ich nicht umhin, ſaͤmmtlichen Bewohnern fuͤr den Eifer, mit welchem ſie den Wuͤnſchen des Stadtvorſtandes in reichem Maaße entgegenkamen, mit geruͤhrtem Herzen zu danken, auch die Verſicherung beizufuͤgen, die mir noch unmittelbar vor der Abreiſe von Ihrer Koͤniglichen Hoheit gegeben wurde, „daß was ſo von Herzen gekommen, auch wieder zu Herzen gegangen ſei.“ Friedberg den 12. November 1853. Bender, Großherzoglicher Buͤrgermeiſter. Amtlicher Theil. f Das Großherzoglich Heſſiſche Kreis amt Fried berg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die von dem Hofbuchdrucker Bekker zu Darmſtadt her- ausgegebene Stammtafel des Gr. Regentenhauſes. In meinem Ausſchreiben vom 25. Oktober d. J. iſt ein Verſehen unterlaufen, in dem es darin anſtatt„für Schule und Rathhaus“ heißt„für Schule und Haus“. Hiervon gebe ich Ihnen Kenntniß. Friedberg am 11. November 1853. a de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Das ſe lobe an ſämmtliche Loecalpolizeibeamte des Kreiſes. Betreffend: Das Verbot des Ankaufs von Kartoffeln zum Brannt⸗ weinbrennen und zur Stärkemehlfabrication. Unter Bezug auf die dieſſeitige Bekanntmachung vom 13. v. Mts. wird noch weiter Folgendes verfuͤgt: Wenn Ausländer Kartoffeln im Großherzogthum auf— kaufen, ſo dürfen ſolche nicht ſogleich auf Vorzeigung der amtlichen Beſcheinigungen, wornach die Käufer weder Branntweinbrenner noch Stärkemehlfabricanten ſind, ver— abfolgt, ſondern es müſſen dieſe Beſcheinigungen erſt an mich zur näheren Prüfung eingeſendet werden, worauf den Localpolizeibeamten Nachricht, ob die angekauften Kartoffeln verabfolgt werden können oder nicht, zugehen wird. Friedberg am 12. November 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Oeffentliche Nachricht. Betreffend: Die Einrichtung der Bezirksräthe. Auf meine Bekanntmachung vom 15. Oktober d. J. Bezug nehmend, bringe ich hierdurch weiter zur öffentlichen Kenntniß, daß, da Wickſtadt keine Gemeinde bildet, dieſer Ort aus dem II. Wahlbezirk ausfällt und ſomit von da ein Bevollmächtigter nicht zu wählen iſt. Friedberg den 11. November 1853. Großh. Kreisamt Friedberg de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Hagelſchlag in der Gemarkung Vonhauſen. Für die obigen durch Hagelſchlag beſchädigten Ein⸗ wohner der Gemeinde Vonhauſen, Kreiſes Büdingen, ſind in Folge der veranſtalteten Collecte von den; Gemeinden hieſigen Kreiſes nachfolgende Unterſtützungen eingegangen: Aſſenheim 26 fl. 45 kr.; Bepenheim 10 fl. 15 kr.; Bodenrod 2 fl. 18 kr.; Bönſtadt 15 fl. 54 kr.; Bruchenbrücken 15 fl. 26 kr.; Butz⸗ bach 18 fl; Fauerbach J. 9 fl. 30 kr.; Fauerbach 1. 4 fl. 19 kr.; Friedberg 104 fl 9 kr.; Gambach 15 fl.; Griedel 18 fl. 43 kr.; Hochweiſel 10 fl. 3 Ilbenstadt 29 fl. 13 kr.; Kirchgöns 15 fl. 20 kr.; Langenhain und Ziegen⸗ derg 5 fl. 51 kr.; Maibach 1 fl. 24 kr.; Melbach 9 fl.; Münſter 2 fl. 24 kr.; Mänzenberg(Hoſpital) 20 fl.; Niederflorſtadt 7 fl. 30 855 Niedermorlen 15 fl.; Niederrosbach 10 fl. 13 kr.; Niederweiſel 15 fl.; Niederwöllſtadt 8 fl.; Obermörlen 9 fl.; Oberrosbach 15 fl. 7 kr.; Ober- wöllſtadt 11 fl. 8 kr.; Ockſtadt 23 fl. 29 kr.; Oppershofen 11 fl. 30 9 5 Oſtheim 8 fl.; Pohlgöns 15 fl. 3 kr.; Rockenberg 6 fla Södel 10 fl. 38 kr.; Staaden 2 fl. 34 kr.; Steinfurt 12 fl. 3 kr.; Weckesheim 3 fl. 39 kr.; Wiſſelsheim 3 fl. 36 kr.; Wickſtadt 7 fl.) Wölferspeim 6 fl. 53 kr.; Wohnbach 7 fl. 50 kr. Summe 542 fl. 52 kr. Bauernheim mit 10 fl. 15 kr. und Oſſenheim mit 6 fl. 18 kr., welche durch Ver⸗ mittlung Gr. Landgerichts-Actuars Bernges direct nach Büdingen abge— ſendet wurden. 5 5 ö. i Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, be— merke ich zugleich, daß demnächſt auch eine gleiche Ueberſicht der für die Gemeinden des Kreiſes Offenbach zu gleichem Behufe eingegangenen Beiträge veröffentlicht werden wird. Friedberg am 5. November 1853. Gr. Kreisamt Friedberg de Beauclair. War das etwa ein Zufall? (Eine Geſchichte von W. O. v. Horn.) Geſchieht etwas, was den Leuten über den Bereich ihrer Naſe hinausgeht, oder wo ſie mit ihren ſchneeblinden Augen nicht gleich den Zuſammenhang erkennen, oder wo unerwartet ſich etwas außerordentliches wendet, ſo ſind ſie auf der Stelle mit dem Wörtlein:„Zufall“ bei der Hand. Aber was iſt denn ein Zufall? Da liegt aber der Hund begraben! Das kann eigentlich Niemand ſagen, weil's eben nichts iſt. Ein rechter Chriſt wird kurzweg mit dem Herrn Jeſus Chriſtus antworten: Es fällt kein Sperling vom Dach ohne den Willen Gottes, und kein Haar von eurem Haupte ohne den Willen deſſen, der ſie Alle gezahlt hat. Darin liegt aber der einfach klare Ausſpruch: Es gibt keinen Zufall in der Welt, die der Wille Gottes regiert! So ſprach einmal eines Abends in der Spinnſtube der alte Schmiedjacob und fuhr dann fort: Das iſt mein Glaube und daran hat mich wieder einmal recht lebendig die Geſchichte erinnert, die mir dieſer Tage der Förſter von Aſchbach erzählt hat. Sie iſt ihm ſelber paſſirt und hat einen ſo weſentlichen Ein— fluß auf ihn ausgeübt, daß er dadurch ein umgewandelter Menſch geworden iſt. Ich wahr, ſo erzählte mir der brave Förſter, in meinen jungen Jahren ein wilder Geſelle und dabei ſo heißblutig und hitzköpfig, daß mir der Topf, wie man ſagt, gleich überlief, und war ich im Zorne, ſo wußte ich nicht, was ich that, wie dann das Wort Gottes vollkom— men Recht hat, wenn es ſagt: Der Zorn thut nicht, was vor Gott Recht ſei. Da hab' ich manchen Streich gemacht, manches Wort geſprochen, was mir hintennach gar ſchwer auf der Seele lag und doch oft gar nicht wieder gut zu machen war. Eines Tages ſaß ich in der Stadt im goldenen Pflug und hatte ſchon mehr getrunken, als ein vernünf— tiger Menſch trinken ſoll, da kam der Caspar von Tiefen— thal herein, mit dem ich ſchon manchmal aneinander ge— weſen war, weil er wilddiebte und waldfrevelte ohne alle Rückſicht und Schonung. Der Kerl iſt in aller Beziehung ein Hallunke geweſen und hatte die Drohung ausge— 2360 ſprochen, er werde mir einmal mit einem„runden, ſchwe⸗ ren Wort“ guten Morgen ſagen, das heißt in der Sprache der Wilddiebe: mir eine Kugel durchs Gehirn jagen. Ihr koͤnnt Euch denken, daß mir gleich die Galle ins Blut ſtieg, als ich ihn ſah! Anfangs gab's Stichelworte. Die flogen wie Bolzen aus einem Blasrohre, hin und her, ritzten die Haut, aber verwundeten nicht; doch reizten ſie den Zorn immer mehr, der bei mir ohnehin ſchon nahe am Oberſtübchen war. Eine Weile ging's ſo, dann kam's ärger und immer ärger bis es endlich zum wildeſten Zanke ſich ſteigerte, und der Kerl mich einen Schuft nannte. Da war's bei mir aus. Ich faßte ihn bei der Gurgel und würde ihn ohne Zweifel erdrückt haben, wenn nicht andere Leute, die anweſend waren, uns auseinander geriſſen hätten. Ich raſete wirklich gegen den Menſchen, denn ich war mir keines Vergehens bewußt, das eine ſolche Be— ſchimpfung hätte rechtfertigen mögen. Meine Ehre, mein guter Name, ſelbſt mein Brod ſtand auf dem Spiele, wenn ich es auf mir ſitzen ließ. Trotz dem, daß ich mehrmals die, die mich hielten, wegſchleuderte, und mich auf den mich ſtets mehr reizen— den Caspar ſtürzte, den vergeblich Andere ebenfalls zur Ruhe zu bringen ſtrebten, kam ich doch nicht zu der Rache, nach der ich im Zuſtande des Rauſches und der furcht— barſten Aufregung lechzte. 5 Endlich ſchafften ſie den Caspar hinaus und bewogen mich nach Hauſe zu gehen. g Ich ging, aber kaum war ich draußen und überlegte den ganzen Hergang des Streites, den nach meiner Mei— nung Caspar angeregt hatte, ſo gohr auch wieder Zorn und Rachedurſt in mir. Als ich in den Wald kam, ſtel es mir ein, daß mein Todtfeind auch deſſelben Weges kommen müſſe, und ſchnell ſprang ich in ein Dickicht neben dem Wege, ſpannte meine mit einer Kugel geladene Flinte und harrte mit teufliſcher Luſt im Herzen des Men— ſchen, um ihm, wie er ſich ausgedrückt hatte, jetzt einen „guten Abend mit einem runden und ſchweren Worte“ zu ſagen. Es war damals ſchon tief im Herbſte und der Wald fing ſchon an ſich zu farben. Der Nordwind pfiff mit fuͤrchterlicher Schärfe durch den Buchenſchlag daher, und trotz dem, daß ich warm und gut gekleidet war, kam ich mir vor, als wär' ich nackt und bloß der eiſigen, ſcharfen Luft ausgeſetzt. Allmählich verflog der unſelige Weiurauſch, aber ich ſtand, ohne mich zu rühren. 5 Vor mir war der Weg. Jenſeit des Weges bog eine Waldwieſe in das Dickicht des Schlags ein, um die herum das Holz ſehr dicht ſtand. Allmählich ſenkte ſich die abendliche Ruhe auf den Wald. Da kam ein Häslein und ſetzte ſich gerade in die Mitte der kleinen Waldwieſe und machte, wie wir Jäger zu ſagen pflegen:„Männchen,, das heißt, es ſetzte ſich auf die Hinterläufe, leckte und ſpielte mit den Vorder— läufen gar poſſierlich. Es war ein junges Thierchen, noch nicht ganz ein„Dreiläufer.“ Ich muß Euch ſagen, daß mich der Anblick der poſ— ſigen Streiche des Häslein lachen machte. Ich vergaß ganz, warum ich hier ſtand. Das akgloſe Thierchen zu ſchießen, kam mir nicht im Entfernteſten in den Sinn. Plötzlich ſtuͤrzt aus dem Dickicht hinter dem Häslein ein Fuchs heraus, faßt das Häslein im Genicke, daß ich's krachen hörte, blickte mich eine Secunde an und— war mit ſeiner Beute durch einen raſchen Sprung meiner laltes Waſſer. Nauſch war ſug in die Lal ud, wie von File der Helma 6 Ich war! Mutter, eile l Sie kam mein Sohn, w kann dir nicht kam mir vor, or. Da hab dank ich nun haben, wieder Dies Wi als das, was Ich erkannte e bevor geſtande endlos elend g Ich gin, griff mich da meine Kniee! aber auch il ſchwarzen Un Meine meine große moge dennoch Ich ge auch das, u gegnet war, glücklichen 3 O mei Zufall, was war! Der der göttliche mit dem At es nun for daß du nie Wege des Gib ihm en was vor 6 Das Schwerdt. Ich g Gott, mich ſolche Gew um ſeinen Ihm mit ſeiner Den erzählte i bat ihn, mich fahr ſprach, w 4 en, wenn auseinander de 1 denn ich de 614 U t ſolche g 8 K Be⸗ Ehre 0 den 2 Net 0 1 Spiele, r relzen⸗ alls zur a er Nache, der ſurcht⸗ Ane dewogen ae uͤderlegte meiner Mei, wieder Zorn a kam, fel u dielten, Kugel entgangen, die ihn ſo gewiß getroffen hätte das Häslein gemordet late Ale ich 0 0 0 Flinte wieder von der Backe abwärts fuhr, war's plötz— lich, als ob mir Jemand ins Ohr hineinſpräche: Biſt du 8 auch wie das gierige Raubthier, das hier ſeine ler 5 8. Augen haſchte? Machſt du nicht auch abend 915 99 85 auf einen, der arglos und Nichts nd, wie dies Häslein, ſeiner Heimath zu wandert, wo ihn die Seinen erwarten? Das Raubthier iſt deiner rächenden Kugel durch die Raſchheit ſeiner Flucht ent— gungen; du aber entgeheſt nicht dem, der geſagt hat: Mein ist die Rache; ich will vergelten! N Augenblicke war mir's, als werde mir eis— ga wel en agen dcn de, d flog in die Luft 1 8 Ge 3 e ee und, wie von ers bösen Gee 12 90 1 1 Eile der Heimath zu. g fag e Ich war noch unverheirathet damals. Meine ſelige Mutter, eine fromme Frau, hielt mir Haus. Sie kam mir ſo freundlich entgegen und ſagte: Ach, mein Sohn, was haſt du mir heute Sorge gemacht! Ich kann dir nicht ſagen, was mich eine Angſt überfiel. Es kam mir vor, als ſtünde dir ein entſetzliches Unglück be— vor. Da hab' ich recht inbrünſtig für dich gebetet. Wie dank' ich nun Gott, daß du, ohne Schaden genommen zu haben, wieder da biſt! Dies Wort meiner Mutter traf mich noch ſchwerer, als das, was ich auf der Waldwieſe vor Augen hatte. Ich erkannte es wohl, daß mir ein entſetzliches Unglück bevor geſtanden, ein Schaden an meiner Seele, der mich endlos elend gemacht haben würde. 5 Ich ging hinauf in mein Kämmerlein, und da er— griff mich das Alles ſo, daß ich bitterlich weinte, auf meine Kniee niederſank und Gott um Vergebung anflehte, aber auch ihm inbrünſtig für die Rettung von einer ſchwarzen Unthat dankte. Meine gute Mutter war mir nachgefolgt, weil ſie meine große Bewegung bemerkt und gefürchtet hatte, es möge dennoch etwas Schlimmes geſchehen ſein. Ich geſiand ihr offen Alles ein und erzählte ihr auch das, was mir mit dem Fuchſen und dem Haſen be— gegnet war, und ſchloß mit den Worten: Ohne dieſen gluͤcklichen Zufall wär' ich ein Mörder geworden! O mein Sohn, ſagte die liebe Mutter, nenne nicht Zufall, was eine abſichtliche Fügung der Gnade Gottes war! Der Herr wollte deine Seele retten. O verſchließ der göttlichen Gnade dein Herz nicht. Der Herr hat dich mit dem Athem eines neuen Lebens angehaucht. Beginne es nun fortzufahren in ſeiner Furcht. Wache und bete, daß du nicht mehr in Anfechtung falleſt.— Meide die Wege des Böſen und laß nicht mehr Macht dem Zorne. Gib ihm nicht mehr Raum in deiner Seele; er thut nie was vor Gott recht iſt. Das ging mir durch die Seele, wie ein zweiſchneidig Schwerdt. Ich gelobte es meiner guten Mutter, ich gelobte es Gott, mich nie mehr zu betrinken; nie mehr meinem Zorne ſolche Gewalt zu laſſen, und bat Gott täglich im Gebet um ſeinen rettenden, helfenden Beiſtand. Ihm ſei Lob, Preis und Dank! Es iſt mir gelungen mit ſeiner Hülfe mein Gelübde zu halten. Dem Caspar begegnete ich ſpäter im Holze. Ich erzählte ihm offen und ehrlich den ganzen Hergang, und bat ihn, mich nicht mehr zu reizen, ſeinen Groll gegen mich fahren und von dem Freveln zu laſſen. Ich ver⸗ ſprach, wenn er Helz brauche, es ihm anzuweiſen. 2361„. Dies offene, treugemeinte Wort, das er ruhig an— hörte, machte auch auf dieſen nur verwilderten, nicht im Grunde der Seele ſchlechten Menſchen einen wohlthätigen Eindruck. Er folgte mir und Alles ging gut. Darum ſoll mir Niemand, ſchloß der Förſter, von Zufällen reden. Das iſt Unſinn und ſogar eine Sünde. Gott lenket unſre Geſchicke. Wollten wir eben nur drauf merken, wenn er uns warnet, wir würden in gar vielen Fällen, ja in allen, vor dem bewahrt, was die Seele elend macht und uns um unſern Frieden bringt— und— ſetzte ich damals und auch jetzt, wo ich Euch das wieder⸗ erzähle hinzu— wir würden dankbarer gegen den Lenker unſrer Tage und vertrauensvoller gegen ſeine heilige Vor— ſehung, die unſrer nie vergißt. Probatum! ſagte der Gevatter. Behaltet's Alle wohl. Nun wollen wir ſchlafen gehen; vergeſſe aber Keiner ſein Abendgebet und das beſonders:„Führe uns nicht in Verſuchung, ſondern erloͤſe uns von dem Uebel!“ Kirchenbuchs-Auszug von Friedberg. Monat Oktober. Ge traute: 25. Martin Heinrich Sauer, hieſiger Bürger und Schnei— dermeiſter, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schuh— machermeiſters Chriſtoph Sauer ehelich lediger Sohn und Eliſabethe Kraft, des verſtorbenen Ortsbürgers und Ackermanns Heinrich Kraft zu Staufenberg eheliche ledige Tochter. Ge ta u fe; 9. Dem hieſigen Bürger und Büchſenmacher Emmerich Felix Fritz ein Sohn, Wilhelm, geb. den 9. Sept. 15. Dem hieſigen Bürger und Bäckermeiſter Carl Friedrich Fritz zwei Töchter: Anna Regina und Anna Johanna Wilhelmine Catharina, geb. den 23. Sept. 16. Eine uneheliche Tochter, Margarethe, geb. den 10. Okt. 16. Dem Großh. Reallehrer Julius Göring eine Tochter, Marie Louiſe Auguſte, geb. den 12. Sept. 17. Ein unehlicher Sohn, Johannes, geb. den 15. Okt. 21. Dem hieſigen Bürger und Schönfärbermeiſter Johann Wilhelm Bechſtein ein Sohn, Philipp Jacob, geb. den 18. Sept. 23. Dem Bürger zu Großkarben und Actuariatsgehuͤlfen dahier Georg Philipp- Weitzel eine Tochter, Karoline Adelheid, geb. den 22. Sept. 23. Dem hieſigen Bürger und Poſamentier Joſeph Hoff— mann ein Sohn, Philipp Jacob, geb. den 30. Sept. 30. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Johann Conrad Wörner ein Sohn, Philipp Conrad, geb. den 14, Dit, Weser edi geit: 6. Sophie Catharine Schneider, Wittwe des weiland hie— ſigen Bürgers und Schneidermeiſters Johann Carl Schneider, geborne Büttel, alt 79 Jahre, 5 Monate und 27 Tage, 1 den 4. Okt. 14. Hartmann Reuß, des weiland hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Conrad Reuß ehelich lediger Sohn, alt 18 Jahre, 7 Monate und 16 Tage; 5 den 12. Oct. 22. Johanna Jung, Töchterlein der Katharine Jung, alt 6 Tage; f den 21. Oct. 29. Johann Philipp Buchecker, des hieſigen Bürgers und Eiſenbahnwärters Georg Buchecker ehelicher Sohn, alt 2 Jahre, 6 Monate und 6 Tage; t den 27. Oct. 29. Heinrich Fauſt, des hieſigen Bürgers und Schneider— meiſters Conrad Fauſt ehelicher Sohn, alt 10 Jahre, 4 Monate und 27 Tage; 1 den 27. Oct. Sener 184 We eee ne Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN ον Edictalla dung. (1729) Nachdem über das Vermögen des Jacob Schäfer in Rockenberg von Gr. Hofge⸗ gerichte der Provinz Oberheſſen der formelle Concurs erkannt worden iſt, ſo werden bekannte wie unbekannte Gläubiger zur Geltendmachung ihrer Anſprüche, ſowie zur weiteren Beſchluß⸗ nahme auf Freitag den 9. Dezember, Vormittags 10 Uhr, bei Vermeidung des ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe und Annahme des Beitritts zum Beſchluſſe der Mehrheit der er⸗ ſchienenen Gläubiger hiermit vorgeladen. Butzbach den 28. Oktober 1853. Großberzogl. Landgericht Ebel. Muth. Anlehen der Stadt Alzey. (1732) Bei heutiger Verlooſung ſind die Nummern 33, 40, 57, 59, 61, 88, 92, 93, 100, 115, 126, 133, 137, 138, 141, 143, 147, 151, 152, 172, 186, 196, 200, 204, gezogen worden und können die Beträge ſowohl bei der Stadtkaſſe bier, als auch bei dem Banquier- hauſe J. Lindheimer in Frankfurt a. M. am 1. Januar 1854 in Empfang genommen werden. Alzey den 15. September 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Seh erk ieee ung 1 von ledernen Feuereimern und Spritzenſchläuchen für die Gemeinde Stammheim. (174) Freitag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll auf dem Gemeindehaus dahier die Anfertigung: a) von 50 Stück ledernen Feuer⸗ eimern, veranſchlagt zu b) von 100 laufende Fuß lederne f Spritzenſchläuche, veranſchlagt zu 60 fl. öffentlich an den Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Stammheim den 4. November 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Pauly. Edietalladung. (1702) Gr. Hofgericht der Provinz Ober- heſſen hat über das Vermögen des Johannes Marguth zu Butzbach, welches nach dem auf— genommenen status um 2049 fl. überſchuldet iſt, den förmlichen Coucursprozeß erkannt. For⸗ derungen jeder Art ſind deßhalb bei Meidung Ausſchluſſes von der Maſſe im Termine Mittwoch den 21. Dezember d. J., Vor⸗ mittags 9½ Uhr, dahier anzumelden, zu begründen und etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen. Im Falle eines gütlichen Uebereinkommens ſollen die nicht erſcheinenden Gläubiger als den Beſchlüſſen der Mehrheit der Erſcheinenden bei⸗ tretend angeſehen werden. Butzbach den 4. November 1853. Großherzogl. Landgericht Ebel. Dr. v. Schmalkalder. Schaafpferche-Verpachtuug. (1763) Donnerſtag den 17. November d. J., Vormittags 11 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe eine Anzahl ſtädtiſcher Schaafpferche, welche den 19. d. Mts. ihren Anfang nehmen, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 13. November 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. 125 fl. 2362„ Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen. (1760 Dienſtag den 15. d. M., des Vor⸗ mittags um 9 Uhr, ſoll auf dem Sectionsbüreau dahier die Lieferung von 800 Bütten Luftkalk zur Erbauung des hieſigen Stationshauſes duech öffentliche Verſteigerung in Accord gegeben werden. Gießen den 9. November 1853. Der Großh. Sektions-Ingenieur Eickemeyer. Lieferungen verſchiedener Bedürfniſſe für die Garniſon Butzbach. (4765) Die Lieferung nachbenannter Be— dürfniſſe für die Garniſon Butzbach ſollen auf dem Wege der Soumiſſion au den Wenigſt— fordernden in Accord gegeben werden, und zwar: Dienſtag ben 22. November d. J,, des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, die Bedürfniſſe an Brod, geläutertem Brenn⸗ öl, Thran, Stearinlichter, Gerſtenſchroth, Waizenkleie und Leinkuchen, ſodann Stroh zum Fullen einzelner Betten pro 1. Halbjahr 1854, ſodann Mittwoch den 23. November d. J., des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, die Bedürfniſſe von Kardätſchen, Wannen, Zimmer- und Stallbeſen auf die Jahre 1854, 1855 und 1856. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die resp. Lieferungsbedin⸗ gungen jeden Tag auf dem Verwaltungsbüreau beſagter Garniſon eingeſehen werden können. Butzbach den 10. November 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Jagdverpachtung. (1766) Donnerſtag den 17. d. M., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll auf hieſigem Rath⸗ hauſe die Gemeindejagd auf 6 Jahre nochmals öffentlich meiſtbietend verpachtet werden. Münſter den 13. November 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Anſchicks. Ne Privat- Bekanntmachungen. Anlehen der Landgräfl. Reſidenzſtadt Homburg v. d. Höhe. (17360 Von dem unterm 1. Juli 1847 bei Simon Lindyeimer zu Friedberg negoclirten An⸗ lehen ſind folgende Obligationen, No. 21 à fl. 300. No. 51 u. 55 a fl. 100. fl. 200. fl. 500. zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1854 gezogen worden und können die Beträge zur Verfallzeit an meiner Caſſe in Empfang genom⸗ men werden. Frankfurt a. M. den 1. November 1853. J. Lindheimer. 3eme (1753) Ein Zimmer mit Kabinet, mit oder ohne Möbel, iſt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden bei Conrad Diehl, neben Herrn Apotheker Wahl. Nicht zu uͤberſehen! (1755) Unannehmlichkeiten möglichſt auszu⸗ weichen, ſchlage ich auch noch dieſen Weg ein, meine Schuldner wiederholt um Zahlung zu erſuchen und werde ich, um meinen Verbind⸗ lichkeiten nachkommen zu können, gegen die Säumigen, OHNE Ausnahme und bis auf die jüngſte Zeit, mit Gerichtsverfahren bis zum Erfolge vorſchreiten. Aſſenheim den 8. November 1853. Süffert, Apotheker. Geſchäftsleute, (4767) die draußen auf dem Lande viel verkehren, viele Bekannſchaften befitzen und fich Vertrauen bewußt ſind, können einen guten Ver⸗ dienſt auf eine leichte Art erlangen. Näheres auf frankirte Briefe bei dem Kauf⸗ mann Ferdinand Weiß in Hanau a. M. Prima Braunſchweiger Flachs (1768) und neue bolländiſche Vollhäringe ſind angekommen und billig zu haben bei Friedberg im November 1853. Louis Win heim, Uſagaſſe, Herrn Samuel Lindheimer vis-àvis, Empfehlung. (1769) Meine ächten Bremer Havanna⸗ Cigarren, holländiſche Tabacken, Patent⸗Ma⸗ ſchinen- und Wagenſchmiere, ſowie auch meine anderen führenden Artikeln, bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung. Friedberg im November 1853. Louis Win hei m, Uſagaſſe, Herrn Samuel Lindheimer vis-A-vis. Eiſeubahn⸗Frachbtriefe (1770) ſind ſtets vorräthig bei Friedberg. E. Bindernagel. Literariſche Anzeigen. (1771) Bei C. Bindernagel in Fried⸗ berg iſt zu haben: Wohlgemuth oder Der ſichere Weg zum Wohlſtand. Eine wahre Erzählung für das Volk aus der Geſchichte der landwirthſchaftl. Vereine von W. Lauter, Großherzoglich Badiſchem Wieſenbaumeiſter, Dirigirendem Mitglied des landwirthſchaftlichen Bezirks⸗Vereins Karlsruhe. Preis 36 kr. (1772) Die Häkelſchule Damen, oder die Kunſt alle vorkommenden Häkelarbeiten auszuführen. Als vollſtändige Anweiſung ohne Bei— hülfe die verſchiedenen Häkelarbeiten zu erlernen. Zum Schul⸗ und Hausgebrauch von Charlotte Leander. 11. Aufl. 12 Hefte mit 251 Abbild. 12. br. 7 fl. 12 kr. Einzelne Hefte find ohne Erhöhung des Preiſes zu 36 kr. zu haben. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. ausgezeichnet unden aber be Juſches Lebe Robert Re cd derselben durche niche Dame d und gab ihm, vthend ihre C ſand Robert n ß: daß er n berlobt ſeie un Hand begluͤckt Harriet! ſolz. Robert Geburt ſtand ſchmäht, ſie, d lich entgegeng de Demüthig! hatte, ſo hef verſchmähter war die, um gelehnt?— beſaß, als Ii Bald be Pemberton nant voll Ar Perſchwendur giment mach hätte, nicht ſchon zu ma lichkeit nicht nommen und ſchaffen oder zu verkaufen Georg allein; ſie h welcher die und in de Braut und 0 ſchloß d liche Treu werde es Hart