8 Bindernagel. — — ntelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 55. Sonnabend den 16. Juli 1853. Das öde Landhaus. Ein Reiſeabenteuer. Vor mehreren Jahren, als ich mit einer älteren Ver— wandten im ſüudlichen Frankreich reiste, ward ich durch das unvermuthete Erkranken der letztern in der kleinen Stadt Beziers aufgehalten. Meine Tante erholte ſich nur langſam wieder, und in dieſer für mich ſehr langweiligen Zeit ſuchte ich mich ſoviel als möglich durch Spaziergänge zu entſchädigen, die ich in die nächſte Umgebung, auf eine oder zwei Lieues anſtellte, um das Thun und Treiben der ackerbauenden Bevölkerung zu beobachten und Bekannt— ſchaften mit dem Landvolke anzuknüpfen. Auf einem meiner Ausflüge ſah ich eine hohe Mauer und ein eiſernes Thor in der Nähe der Straße, verließ daher dieſe und ging auf das Thor zu, um durch die Gitter einen Blick in's Innere zu werfen. Allein ich fand die Stäbe ſo mit Schling⸗ pflanzen aller Art überwachſen, daß ich nichts Anderes unterſcheiden konnte, als ein Haus, das etwa hundert Schritte vom Thore tief im Garten ſtund. Das Thor war übrigens nicht geſchloſſen, wie ich fand, ich gab ihm einen Stoß und es gelang mir, obſchon es ſich nur ſehr ſchwer in den verroſteten Angeln drehte und am Boden ſtreifte, es wenigſtens ſo weit zu öffnen, daß ich meinen Kopf hindurchſtrecken konnte. Welcher Anblick der Ver⸗ ödung bot ſich aber mir! das Haus, aus dunklen Back- ſteinen gebaut, ſah aus, als waͤre es ſeit einem Jahr— hundert nicht mehr bewohnt; das Dach war ſehr zerfallen, der Mörtel des Bewurfs ganz geſchwärzt von Alter, die Steinſtufen der Vortreppe mit Flechten überwachſen und die Fenſter alle von verblichenen und zerſchlitzten venetia— niſchen Blenden verſteckt. Der Garten war ein Dickicht von Unkraut und verwilderten Roſenbüſchen, und die Gar— tenpfade gar nicht mehr zu erkennen mit Ausnahme eines einzigen breiten, welcher in gerader Richtung vom Gar— tenthore auf die Hauptthüre des Hauſes führte. Nachdem ich dieſe Scene der Verwüſtung eine Weile angeblickt, verließ ich ſie mit einer ſonderbaren Regung von Neugier. „Warum mag denn dieſer einſt ſo anmuthige Ort ver— laſſen und vernachläſſigt worden ſein?“ fragte ich. Er war ja keine Burg, Schloß oder Abtei, welche man in Trümmer fallen läßt, weil ſie keine für die heutigen Sitten paſſenden Wohnplätze mehr ſind. Im Gegentheil war das Gebäude, welches ich geſehen, verhältnißmäßig modern und nur aus Mangel an den nothwendigen zeitigen Re— paraturen und an genügendem Schutze vor der Witterung in Verfall gerathen. Vielleicht knüpft ſich irgend eine wehmüthige Geſchichte an dieſe Oertlichkeit, dachte ich; oder vielleicht iſt das Geſchlecht aus geſtorben, dem es einſt gehörte; vielleicht iſt auch nur ein Proceß die Urſache ſeiner Zerſtörung, die minder tragiſcheſte von allen Mög- lichkeiten. Auf dem Heimwege fragte ich eine Frau im nächſten Dorfe, ob ſie mir ſagen könne, wem jenes ode Landhaus gehöre. „Einem Spanier,“ war die Antwort; todt!⸗ „Und wem gehört es jetzt?“ forſchte ich weiter; warum läßt man es denn in Trümmer fallen?“ „Darüber kann ich keine Auskunft geben,“ erwiderte die Frau einſylbig und trat kopfſchüttelnd wieder in das Häuschen, unter deſſen Thüre ſie geſtanden hatte. Noch am gleichen Tage fragte ich beim Mittagbrod unſern Wirth, ob er die Oertlichkeit kenne und meine Neugier zu befriedigen vermöge. Er bejahte Beides und gab mir einige Notizen. Der letzte Bewohner des Gutes war ein Graf Ruy Gonzalez, ein Spanier, geweſen, deſſen Frau unter einigen auffallenden und ſchmerzlichen Umſtän— den geſtorben war, uͤber welche Niemand nähere Auskunft zu geben vermochte. Der Graf hatte ſie leidenſchaftlich geliebt und war kurz nach ihrem Tode nach Paris über— ſiedelt, wo er bald darauf ebenfalls geſtorben war. Da das Gut einen Theil des Vermögens der Dame gebildet hatte, war es nach deren Tode einem entfernten Ver— wandten von ihr zugefallen, welcher es vermiethete; allein der Miethsmann hatte es nach einem Aufenthalt von wenigen Monaten wieder verlaſſen und einen Theil des Miethzinſes zum Opfer gebracht. Andere Miethsleute, welche das Landhaus nach ihm bezogen, hatten es ſämmt⸗ lich unter irgend einem Vorwande bald wieder ver— laſſen, und nun ſtand es ſeit geraumer Zeit in einem wahren Verrufe weit und breit, der ihm ſo hartnäckig an— haftete, daß an ein ferneres Vermiethen gar nicht zu denken war. Dieſe Nachrichten waren natürlich nur geeignet, mein Intereſſe für das verlaſſene Landhaus noch mehr zu ſteigern, und am folgenden Tage konnte ich es kaum erwarten, bis meine Kranke in ihren Mittagsſchlaf verſunken war, damit ich meinen Beſuch wiederholen und meine Nachfor⸗ ſchungen weiter ausdehnen könnte. Ich fand das Garten— thor wieder angelehnt, und es gelang mir, mit Aufbietung „aber er iſt aller meiner Kraft mir den Side Bwingen. Noch hatte ich keine d vor mir eine Schlan Balte von Eidechſen; da ich aber entſchloſſen war, um jeden Preis das geheimnißvolle Haus zu betreten, ſo ſchritt ich gerade darauf los. Eine genaue Beſichtigung der Fronte zeigte mir nur das, was ich ſchon von Weitem geſehen, darum wandte ich mich links, umging das Gebäude und gelangte nach deſſen Rückſeite, wo ich die Reſte eines kleinen Blumengartens mit einem Raſenplatze darin, und dahinter, durch eine Mauer geſchieden, einen Hof, um⸗ geben von verfallenen Stall- und Oekonomiegebäuden, ge⸗ wahrte. Die wichtigſte Entdeckung war jedoch für mich die einer offenen Thuͤre, welche in das Haus führte. Es mußte alſo doch irgend Jemand darin wohnen. Ich pochte mit meinem Sonnenſchirme an die Thürfüllung, allein es kam Niemand und nachdem ich ohne günſtigeren Erfolg mein Anpochen wiederholt, wagte ich den Eintritt und ſah mich in einem ſteinernen Gang, an deſſen Ende ich eine Glasthüre gewahrte, welche weiter führte. „Iſt Niemand hier?“ fragte ich laut, nachdem ich die Thüre geöffnet und meinen Kopf hineingeſteckt hatte; aber Alles war ſtill. So ſchritt ich denn weiter, freilich nicht ohne einige Furcht, wie ich gerne geſtehe, allein es war jener wohlthuende Schauer, den man z. B. bei der Aufführung eines intereſſanten Melodrams fühlt. Ich be⸗ fand mich nun in einer ziemlich geräumigen Halle, welche von vier ſteinernen Pfeilern getragen wurde und auf jeder Seite zwei Thüren hatte. Ich pochte an beiden und rief abermals laut, aber Niemand gab mir Antwort. Nun verſuchte ich ſie mit der Klinke zu öffnen; die beiden erſten waren geſchloſſen, aber die dritte gab meinem Drucke nach, und ich geſtehe, ich fühlte mich, als ſie ſich öffnete, ſo be⸗ ſtürzt und verwundert, daß ich einen Augenblick die Thüre wieder zudrückte und zögernd zurücktrat. Bald aber ge⸗ wann Neugier das Uebergewicht in mir— ich blickte zur Thüre hinein. Das gedaͤmpfte Licht, welches durch die venetianiſchen Blenden fiel, zeigte mir ein kleines, nur dürftig möblirtes Zimmerchen, das ein Salon oder Vor— zimmer geweſen ſein mochte. An der Wand ſtanden zwei kleine Tiſche, welche ſammt zwei mit gelbem Damaſt über zogenen Stühlen und einem Pfeilerſpiegel das ganze Möblement bildeten. Der Eingangsthüre gegenuͤber öffnete ſich aber eine zweite, nur leicht angelehnte; halb neugie— rig, halb ſchüchtern betrat ich nach einer Pauſe des Be⸗ ſinnens dieſes andere Gemach und befand mich in einem einſt ſehr geſchmackvoll ausgerüſteten Boudoir. Marmor⸗ platten, Kanapees mit blauem Sammetüberzuge, Gardinen, Stühle und Portieren von gleichem Stoffe und drei oder vier runde oder ovale Spiegel in prächtig geſchnitzten und vergoldeten Rahmen zeigten mir, daß das freundliche 220 e- dritte, ebenfalls offene Thüͤre wies mir ein Bett in einem Alkoven mit blauſammtenem Betthimmel und geſteppter Bettdecke von gleichem Stoff. Hier ſtand auch ein Putz tiſch, noch behangen mit vergilbtem, halb vermodertem Muslin, und auf demſelben ſtanden ſogar noch einige Büchſen, Behälter und Flacons von feinem Porzellan. In einer der Büchſen war noch ein rothes Pulver, was einſt Schminke geweſen ſein mochte, und aus einer andern, deren Deckel ich aufhob, entſtieg ein ſtarker Moſchusgeruch. Der Spiegel auf dem Putztiſche hatte eine Draperie von Muslin und blauen Schleifen um die Rahme herum, und die altväteriſche Kommode aus Mahagoniholz war reich geſchnitzt, vergoldet und verziert. Keines der Zimmer war tapeziert; alle ſchienen mit prächtiger Stuccoarbeit verziert geweſen zu ſein, und trugen die ſchönſten halb— erhabenen Arbeiten, vergoldete Guirlanden von Blumen und Früchten, Arabesken und dergl., bis auf eine einzige Stelle, welche früher eine Thüre geweſen zu ſein ſchien, — vielleicht die Thüre eines Kloſets oder Alkovens;— dieſe war nun zugemauert, aber der Gypsbewurf war ganz rauh und ohne Verzierungen, und ſtand gar nicht im Einklang mit irgend etwas Anderem im Zimmer. An mehreren Stellen zeigte der Bewurf tiefe Löcher, Riſſe und geſchwärzte Stellen, als wäre es mit irgend einer ſchweren Waffe angegriffen worden. Ich weiß nicht, wie mir geſchah, aber meine Aufmerkſamkeit ward unwillkür⸗ lich und in hohem Grade auf dieſe Stelle der Wand ge⸗ lenkt. Ich unterſuchte ſie näher— ich betaſtete ſie, klopfte dagegen. Warum war ſie wohl ſo haſtig errichtet worden zur Entſtellung der ganzen Wand? denn die rauhe, plumpe Arbeit verrieth Eile. Noch ſtand ich vor der— ſelben und betrachtete ſie nachdenklich, indem ich an mich ſelber dieſe Frage richtete; da hörte ich ſchwere Fußtritte, und ehe ich in meiner Ueberraſchung noch Zeit hatte, mich zu entfernen, erblickte ich einen ältlichen Mann in geiſt⸗ licher Tracht betroffenen Blicks unter der Thüre ſtehen. Auf den erſten Anblick mochte er mich wohl für das Ge— ſpenſt der früheren Bewohnerin dieſes Zimmers gehalten haben, denn er wechſelte die Farbe und prallte zurück. „Verzeihung, ehrwürdiger Herr!“ ſagte ich, unwill⸗ kürlich lächelnd über ſeine Betroffenheit; ich fand die Thüre offen und hoffe bei Ihnen Entſchuldigung zu finden für die Neugier, die mich veranlaßte, in dieſe Zimmer einzudringen!“ „Eine Deutſche? vermuthlich eine Reiſende?“ ſagte er mit einer Verbeugung;„Sie ſind in der That die erſte Perſon außer mir, Madame, welche ſeit einer Reihe von Jahren dieſe Zimmer betreten hat,— glauben Sie mir!“ Gemach die Wohnung einer Dame geweſen war. Eine (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N Hofraithe⸗Verſteigerung. (899) Montag den 1. Auguſt l. J., Mor⸗ gens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Auguſt Seibert'ſche Hofraithe, beſtehend in einem Wohnhaus, Pag. 20, Nr. 115 und 116, neben Nicolaus Schleuning und Johannes Schäfer, gibt in die Präſenz 45 Kreuzer, meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 15. Juni 1853. Utrag Immobiliar-Verſteigerung. (952) Montag den 8. Auguſt d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag der Curatoren der Engel⸗ holde Renz dahier deren nachbeſchriebene Immo⸗ bilien: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 62 Nr. 187½ die ſog. Hospitalkirche mit Nebenbau an der Uſa neben dem Hospitalhof ſammt Hofraum und Hausgarten, öffentlich meiſtbietend derſteigert, wobei bemerkt wird, daß dieſe Gebäude wegen ihrer vortheil— haften Lage am Uſafluß fich zu einer Fabrik⸗ und ſonſtiger Geſchäftsanlage eignen. Friedberg den 22. Juni 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender. Hofraitheverſteigerung. (1002) Mitſwoch den 20. Juli d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe auf Antrag des israelitiſchen Gemeindevorſtandes dahier eine der israelitiſchen Gemeinde zuſtehende Hofraithe, die ſog. Rabbinerwohnung, beſtehend in Wohnhaus, Hinterbau und Gärtchen, in der Judenſtraße gelegen, öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 29. Juni 1853. In Auftrag: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender. Steinkohlenlieferung. (1066) Dienſtag den 26. d. M., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll in dem Büreau des Ba⸗ taillonsverwaltungsraths dahier die Lieferung von 900 Centner Ruhrerſteinkohlen— Fettſchrot erſter Qualität— auf dem Soumiſſionsweg in Accord gegeben werden. Sand, ſteinen Die Vora Bureau des offen, Altena Bel liteffend Ho manialwald? (1070) 2 in dem dies des oben gen bietenden oͤffe 11475 Welle 450 U 27⁵„ 1 Wag 856 Stan Zuſamm ſteigerung p. Obertos Oeffe 6082) 7 Wraham Ro Medung fil Mate, zur Donner mit dem Be zugte Credit haben. Friedbe 5 Ilmmer Accoardeit dedewur gar nicht betaſktete ſie, „bade errichtet denn die rauhe, d ich vor der⸗ dem ich an mich pere Fußtritte, Zeit hatte, mich Nan in geiſt⸗ r Türe ſtehen. für das Ge⸗ mers gehalten tallte zurück. ch, unnill⸗ ch fab die g fa finden e Zimmer ſende?“ ſagte That die erſte 1 9 von Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen von beute an in obengenanntem Büreau eingeſehen werden können und daß die dieſerhalb eingelegten Soumiſſionen, gleich nach Ablauf oben erwähn⸗ ten Termins, eröffnet werden. Friedberg den 1. Juli 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter Verſteigerung von Bauarbeiten zu Altenſtadt. (1069) Dienſtag den 19. Juli l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Altenſtadt die bei der Verſetzung des Ge⸗ fängniſſes zu Großkarben nach Altenſtadt vor⸗ kommenden Arbeiten und Materiallieferungen, im Beiſein des Gr. Kreisbaumeiſters, öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Die Arbeiten und Materiallieferungen find folgendermaßen veranſchlagt: fl. kr. 1) Maurerarbeit 747— 2) Steinhauerarbeit 247 24 3) Zimmerarbeit 359 59 4) Dachdeckerarbeit 70 46 5) Schreinerarbeit 180 30 6) Schloſſerarbeit 7) Glaſerarbeit 91— 8) Weißbinderarbeit 362 29 9) Spenglerarbeit 25 40 10) Planir⸗ und Pflaſterarbeit 136 24 11) Lieferungen der erforderlichen Materialien, beſtehend in Kalk, Sand, Ruſſenſteinen und Back⸗ ſteinen 814 42 Die Voranſchläge und Riſſe liegen auf dem Büreau des Gr. Kreisbauamts zu Friedberg offen. Altenſtadt den 10. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Kreuder. Bekanntmachung, betreffend Holzverſteigerung in dem Gr. Do⸗ manialwald Burgwald der Oberförſterei Ober⸗ rosbach. (1070) Dienſtag den 19. d. M. werden in dem diesjährigen Abtriebsſchlag Nr. IX des oben genannten Walddiſtrikts an die Meiſt⸗ bietenden öffentlich verſteigert: 1 Stecken geſchältes Eichen⸗Scheitholz, 138½%„„„ Prügelholz, 1„ Eichen⸗Stockholz, 11475 Wellen geſchält Eichen⸗Reisholz, 450„ Birken⸗Reisholz, 275 7 Nadel- 7 7 Wagen, 5 Läſte Schlagabraumholz, 856 Stangen zu Baumſtützen. Zuſammenkunft und Anfang der Ver⸗ ſteigerung präcis 8 Uhr am Lohſchoppen. Oberrosbach den 9. Juli 1853. Der Großh. Oberförſter der Oberförſterei Oberrosbach Bingmann. Oeffentliche Aufforderung. (1082) Die Gläubiger des concursfälligen Abraham Rothſchild von Florſtadt werden, bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maße, zur Liguidation auf Donnerſtag den 18. Auguſt, Vormittags 10 Uhr, mit dem Bemerken vorgeladen, daß nicht bevor⸗ zugte Creditoren keine Ausſicht auf Befriedigung haben. Friedberg den 30. Juni 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. v. Preuſchen. Bekanntmachung. (1083) Mittwoch den 10. Auguſt, Nachmit⸗ tags 4 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohnhaus und ein Acker des Jacob Brückmann von Dorn⸗ 29 aſſenheim in der Gemeindeſtube daſelbft öffent⸗ lich verſteigert werden. Reichelsheim den 9. Juli 1853. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. Bekanntmachung. (108) Mittwoch den 10. Auguſt l. J., Nachmittags 4 Uhr, ſollen die Hofraithe und 3 Grundſtücke des Jacob Walter zu Dornaſſen⸗ heim in der Gemeindeſtube daſelbſt offentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 8. Juli 1853. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. Schaafpferche-Verpachtuug. (1085) Montag den 18. Juli, Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 5—10 Schaafpferche, welche den 22. Juli ihren An⸗ fang nehmen, meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 13. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Braunkohlenlieferung. (1086) Dienſtag den 19. Juli, Morgens 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Anlie⸗ ferung von 650 Centner Braunkohlen an den Wenigſtfordernden verſteigert: 300 Centner für den vereinigten Armenfond, 230„für den Auguſtiner Schulfond, 120„für die Stadt Friedberg. Friedberg den 13. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Steinkohlenlieferung. (1087) Dienſtag den 26. Juli d. J., des Nachmittags um 2 Uhr, ſoll in dem hieſigen Militär⸗Verwaltungsbureau die Lieferung von 1500 Centner Steinkohlen, ſogenanntes Fett⸗ ſchrot, erſter Qualitat, aus den Ruhrer Stein⸗ kohlenwerken, auf dem Soumiſſionswege in Accord gegeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lie⸗ ferungsbedingungen in dem obengenannten Bu⸗ reau Vor⸗ und Nachmittags eingeſehen werden können. Butzbach den 9. Juli 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Lieferung von Buchen- und Kiefern- Scheitholz. (1088) Dienſtag den 26. Juli d. J, des Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 33 Stecken Buchen- und 9 Stecken Klefern⸗ Scheitholz in dem hieſigen Militär⸗Verwaltungs⸗ bureau auf dem Soumiſſionswege an den Wenigſt⸗ fordernden in Arcord gegeben werden. Die Lieferungsbedingungen ſind auf gedachtem Bu⸗ reau zur Einſicht aufgelegt. Butzbach den 11. Juli 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Pflaſter⸗Arbeitsverſteigerung. (1089) Montag den 18. d. M., Nachmit⸗ tags 2 Uhr, wird im Wirths hauſe zum Hirſch dahier der ſogenannte Planig, ungefähr 80 [UKlafter haltend, zum Pflaſtern an den We⸗ nigſtfordernden vergeben. Ockſtadt den 13. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Gröninger. Verſteigerung von Pflaſter- und Maurerarbeiten. (1090) Montag den 18. Juli I. J., des Vormittags um 10 Uhr, ſoll auf hieſigem Rath⸗ hauſe das Umlegen des Pflaſters einer Orts⸗ ſtraße und die damit verbundene Maurerarbeit, beſtehend in Anlegung eines Kanals und Fer⸗ tigen von 70 U◻IKlafter ordinärem Pflaſter, ſowie die Lieferung von 17 Bütten Kalk, des Pflaſter⸗ und Mauerſandes, und das Anfahren der erforderlichen Steine, öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Oberrosbach den 11. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Blecher. Mühlen verkauf. (1091 Dienſtag den 26. Juli d. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll die Untermühle bei Hungen auf daſigem Rathhauſe wiederholt einer offentlichen Verſteigerung ausgeſetzt und dazu etwaige Kaufliebhaber mit dem Bemerken ein⸗ geladen werden, daß die gedachte Mühle zwei Mahlgänge hat. Hungen den 8. Juli 1853. Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Schneider. Holzverſteigerung. (1092) Künftigen Montag, als den 18. d. M., von Morgens 9 Uhr an, werden in dem Engelthaler Wald, Diſtrikt Eichelzipfen, nach⸗ ſtehende Holzſortimenten öffentlich meiſtbietend gegen baare Zahlung verſteigert: 6 Stecken Eichen⸗Schälholz J. Claſſe, 2⁵ 1* 1 II. 45 77 17 5 III. 17 2„ Birken⸗Prügelholz, „ As pen⸗ 17 1100 Stück Buchen⸗Wellen, 1200„ Eichen⸗Schälwellen, 1735„ Buchen⸗Bohnenſtangen, 320„ geſchälte Baumſtützen, 2 24„ eeichene Abſchnitte von 14—15“ Durchmeſſer und 15“ Länge. Engelthal am 9. Juli 1853. 8 Der Gräfl. Solms⸗Laubachiſche Rentmeiſter Grupp é. Bekanntmachung, betreffend Holzverſteigerung in dem Gemeinde⸗ wald der Gemeinde Ockſtadt. (1093) Donnerſtag den 21. d. M. werden in verſchiedenen Schlägen des oben genannten Walddiſtrikts an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: 1% Stecken Buchen⸗Scheitholz, 2 1„ Prügelholz, 18½¼„ geſchält Eichen⸗Prügelholz, 1„ Birken⸗Prügelholz, 1 57 Weiden⸗ 17 25„ Kiefern- 1 19„ Eichen⸗Stockholz, 565„ Kiefern⸗„ 1275 Buchen⸗Reisholz⸗Wellen, 400 Eichen⸗Schälwellen, 6625 gemiſchte Wellen, 1030 Aspen⸗Wellen, 1150 Kiefern⸗ 77 9 Wagen Allerleiholz, 875 Eichen⸗Baumſtützen, 2875 Gebund Heidenwellen, zu Backholz ge⸗ eignet. 5 Zusammenkunft und Anfang der Verſteige⸗ rung präcis 8 Uhr am Ende des ſog. Viehtriebs. Ockſtadt den 13. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Gröninger. N Privat- Bekanntmachungen. Offene Lehrlings⸗Stelle! (920) In einer lebhaften hieſigen Handlung kann ein mit den nöthigen Vorkenntniſſen ver⸗ ſehener junger Mann unter vortheilhaften Be⸗ dingungen in die Lehre treten. Näheres auf der Expedition dieſes Blattes! — in den Seehafen begleitet. Pünktlichkeit in den Expeditionen, billige Preiſe und genaue Erfüllung der eingegangenen Verbindlichkeiten werden dieſe Reiſegelegenheit auch ferner empfehlen. Friedberg im April 1853. DNION. Reiſegelegenheit nach Amerika — über Liverpool. Regelmäßige wöchentliche Abfahrten ab Mainz jeden Donnerſtag, ab Friedberg jeden Mittwoch. (627) Die Paſſagiere werden jedesmal durch eigene tüchtige Conducteure bis S 222 Heinrich Hahn, Agent. Empfehlung von Cigarren. 409) Feinſte abgelagerte Havanna-Cigarren, direkt bezogen aus der Fabrik meines Bruders auf Havanna, habe ich in friſcher Sendung erhalten und verfehle micht dies empfehlend zur Kenntniß zu bringen. Friedberg. Kirchgaſſe, nächſt dem ſtädtiſchen Schulhauſe. H. M. Hirſchſprung, (1095) Für die wegen ihrer Vorzüglichkeit rühmlichſt bekannte Heilbronner Bleiche werden noch Beſtellungen angenommen und beſorgt. Friedberg den 14. Juli 1853. Eduard Ruths. Anzeige. (10535) Reingehaltene Weine, die Ohm von fl. 15.— an, bei Abnahme von 1 Zulaſt oder Stück billiger, bei 5 Friedberg. W. Hanſtein. Z u do erk a u feen. (1073) Eine ſo gut wie neue, halb gedeckte Chaiſe(Jagd ſoder Reiſewagen), ebenſo zwei leichte Pferdegeſchirre, ſind billig zu verkaufen. Auskunft zu Frankfurt am Main, alte Main- zergaſſe 36. Ein Log i s, (1096) für eine ſtille Familie iſt zu ver⸗ miethen. Zu erfragen bei der Expedition. Zu dei mie ß e n. (13097) Der mittlere Stock meines Hauſes kann ganz oder getheilt mit Stallung bis zum 1. Oktober d. J. bezogen werden. Ad am Menges, breite Straße, vis-à-vis dem Hötel Trapp. Ein Logis (3098) hat zu vermiethen 5 Friedberg. Johannes Schmidt, Schuhmachermeiſter. Zu vermiethen. (1099) Ein vollſtändiges Logis, welches bis den 20. Oktober bezogen werden kann, hat zu vermiethen. ö Wilhelm Stritzinger. Affe Stelle. (4100) Ein geſitteter junger Menſch, der die Spenglerprofeſſion erlernen will, kann ſo⸗ gleich als Lehrling eintreten. Wo? ſagt die Expedition dieſes Blattes. Feinſter Muscat⸗Lunel 1101) bei . H. M. Hirschsprung. Vorzügliche Glanz⸗Stärke, (1102) Schmierſeife à 7 kr. pr. Pfd., I. Sorte Weineſſig 12 kr. pr. Maas, H 77 66 7 bei L. Goldmann junior. 2 N Preis⸗Kegelſchieben im Schmidt'ſchen Garten vor dem Thor, (1103) welches Sonntag den 17. l. M. beginnt und Montag den 18. d. M. endigt. Montag den 18. Harmoniemuſik, wozu ein⸗ ladet Wilhelm Schmidt. 9 8 Nicht zu uͤberſehen! (1104) Bezüglich auf No. 53. Inſerat 1063 des Intelligenzblattes, beehre ich mich meinen verehrten Gäſten hiermit anzuzeigen, daß jeden Samſtag von Mittags an, gute Kirſchenkuchen bei mir zu haben ſind. Chauſſeehaus Ilbenſtadt. Gottfried Mörſchels Wittwe. 1 Kir ſchenfeſt im Oſſenheimer Wäldchen. (1105) Sonntag den 17. Juli große Tanz⸗ muſik, gegen Abend orientaliſche brillante Illu⸗ mination, ſowie vorzüglichen Dardanellen ⸗Kir⸗ ſchenkuchen anzutreffen. Da auch auf dieſen Tag der Geburtstag meines lieben Mannes iſt, ſo werde ich in wirthſchaftlicher Beziehung alles aufbieten und lade hierzu höflichſt ein. Kathinka Aehle. Schwalheimer Brunnen. (11060 Sonntag den 17. Juli d. J. wird im hieſigen Brunnenhauſe das Erſte Kirſchenfeſt abgehalten, wobei Harmonie- und Tanzmuſfik Kirchliche Anzeigen. 8. Sonntag n. Trinit. den 17. Juli. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpf. Schwabe. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Sell. (Abendmahl.) Nachmittags: Hr. Candidat Schönfeld. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. Nachmittags: Hr. Candidat Kring. Frankfurter Cours vom 13. Juli 1853. Piftolen n 9 46 ¼-475 Feiebuuee 4 8 8 8 Holländiſche 10 fl. Stücke„9 54-55 Rand⸗Ducaten„537-38 20 Frankſtü ße„ 9 30-31 Engliſche Souverains. Preußiſche Thaler. 5 Frankenthaler„221722 ¼ Preußiſche Caſſenſcheine.„ 1 45¼/—7 Fruchtpreiſe. 0„ 13. Juli. 8. Juli. 8. Juli. Gattung. Fried⸗ 5 Gerns⸗ berg Mainz] heim . fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malterſ 13— 13 56—— Koun/ 10— 91211015 Gerſte„ 5 7 20 751 810 Baff? 44—1 519 5— Polizei- Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 16. bis zum 22. Juli. ſtattfindet, und ladet hierzu höflichſt ein Henkel. — 5 Fried⸗ Butz⸗ 3 Brod⸗Preiſe. berg. bach. * kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 362 32 2 7. 7 40 1 7— 2 5 14.— 14— Lth. Lth. — Milchbrod 85 14 — Waſſerweck 114% — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 1 14 Fleiſch-Preiſe.„ 5 1 Ochſenfleiſch 121— 112— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 91 „ Rindfleiſch, gemäſtetes 71 28— 1 ö Kalbfleiſch 6— 6 5 „„ gemäſtetes 1 1. „ Schweinenfleiſch 13.— 13— „ Hammelfleiſch„ „ Schaaflleiſch 6——— „Wurſt v. blos Schweinen 14— 14— „Bratwurſt 17— 17— „ Schwartenmagen 16— 16— „ Geräucherter Speck 23— 24— „ Schinken 17— 12— „ Dörrfleiſch 18— 18— „ Schweinenſchmalz, 8 ausgelaſſen 21(— 22— unausgelaſſen 20— 20— „Nierenfett 20— 418— „ Hammelsfett 161— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Bender. Seippel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. —, 1 50 — A In den zeianzeiger i worden, wel Auswandere Frier Von de Mahl von Golalverban Elatuten fuͤh Au Gott! u uud Mülle und lediglich gebildeter uachtigt die Graveurs Li kichnete M Vermuthung. . 7 0 Georg als Unterag zu Mainz, Havre nach ton Finlay was hiermi Frie Nacht ich lehe vielem Wol ich hinzu,! im Verein ſchichte dur