1 1 nern ntelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 98. 8 Mittwoch den 14. Dezember 18538. Drei Splitter. Aus Joachim Mürat's Leben. Von Fr. Iſ. Proſchko. (Fortſetzung.) Luſtig ſchmetterten die Trompeten durch die blauen Morgenlüfte, tauſend und tauſend Fenſter ſchimmerten vom Morgenſtrahl geröthet der blanken Schwadron entgegen, welche auf der Höhe des Montmatre mit ihren Roſſen den Staub aufwirbelte. Freudig blickte der Lieutenant Bollieu auf die Weltſtadt hinab, welche ſein größtes Kleinod barg. Noch hielt ihn die ſtrenge Subordination vor der Fronte gefeſſelt. Da wirbelten Trommeln, die Eskadron machte Halt, und von einem Kommando Na⸗ tionalgarde begleitet, trat ein Offizier derſelben vor, fragte Bollieu nach ſeinem Namen, und als ſich dieſer nannte, dankte ihm der Nationalgardiſt im Namen des Vaterlandes für ſeine geleiſteten Dienſte und erſuchte ihn, zu folgen. In der Conciergerie, wohin der Gardiſten-Hauptmann ihn führte, angekommen, wurde dem erſtaunten Lieutenant, der nichts Anderes als eine Bürgerkrone erwartet hatte, ſein Degen abgenommen und er in einem ſtark vergitterten Gewölbe mit ſich und ſeinem traurigen Schickſale allein gelaſſen. Es war das Werk Grevée's, des Gewürzkrämers von Nancy In dieſem Gewölbe ſaß Bollieu finſter und in ſich gekehrt, als ſeine Lauretta, durch Madame Veraux von ſeiner Ankunft und Verhaftung in Kenntniß geſetzt, am Greveplatz den Liebling ihrer Seele, aber vergebens, ge— ſucht hatte. Er war feſt überzeugt, daß hier eine Ver⸗ wechslung vorgegangen ſein mußte. Traurig blickte er nach dem hohen Fenſter empor; auf der kahlen Wand, die ſchon manches Opfer in ſich geſchloſſen haben mochte, ſtanden die Worte mit einer Glasſcherbe gekritzelt:„Hodie cras tibi.“ GHeute mir, morgen Dir.) Bollieu, der ſich geſtern noch der Glücklichſte der Sterblichen dünkte und heute dem Tode verfallen war, ſeufzte, von der Wahrheit des Spruches ergriffen, tief auf. Die Schlüſſel klirrten und der Gefangenwärter mit dem wachthabenden Offizier trat herein.„Bürger!“ rief der Gefangenwärter,„ſchickt Euch an zum letzten Gange, richtet Euch auf, wie es dem Soldaten geziemt.“ „Menſch!“ rief Bollieu,„ungehört, ungerichtet ſoll ich ſterben?“ a 8„Ihr waret es, ehe Ihr hierher kamt,“ ſagte der raue Schließer. 8 Die Trommeln wirbelten und der Lieutenant trat mihi, bei dem Scheine einer matten Laterne in den Hofraum, wo noch mehrere Opfer ihres Todes harrten. Schneidend blies der Morgenwind von der Seine herüber. Im dumpfen Todesſchritte wankte der Menſchenball dem Blutplatze zu: Väter, Mütter, Männer und Gatten, wie ſie eben der ſchreckliche Seuſeumann zuſammenwürfelte. Am Richt⸗ platze hielt der Zug.— Die furchtbare Maſchine hob ſich gähnend und klirrend und ſank, und ein Haupt rollte in den Sand. Bollieu, der noch immer nicht wußte, warum er verurtheilt ſei, wurde vorgeſtoßen und ſtand an der Stufe des Gerüſtes.„Menſch!“ fragte er den Henker, der ihm hinauf helfen wollte,„warum leide ich den Tod?“ „Weil Du ihn verdient haſt!“ war die Antwort. „Allons, Bürger! nicht gezögert, der Weg da hinauf iſt nicht ſo ſchwer.“ „Der Lieutenant iſt frei!“ donnerte es in der Men⸗ ſchenmaſſe, und der lange Kapitän drängte ſich hervor. „Im Namen der Republik!“ rief er und hielt ein Papier hoch empor, daß es in den Lüften flatterte, wie eine Rettungsfahne des Leuchtthurmes im Sturmgebrülle des Orkans.—„Der Lieutenant iſt frei! rief er noch einmal, und ſcheu traten die Henker zurück vor dem Langen und ließen Bollieu los. Der Kapitän nahm ihn unter den Arm, entführte ihn dem Menſchengedränge und drückte ihn am Ende des Platzes in eine bereitſtehende Kutſche. „In Lauſanne treffen Sie Laurette,“ ſagte er zu Bollieu, der wie im Traume ſchwebte und nicht wußte, wie ihm geſchah.„Hier ein Paß,“ rief der Kapitän, drückte dem Erſtaunten zugleich eine volle Börſe in die Hand, rief dem Kutſcher zu:„Fort!“ und die Chaiſe rollte über die Straße hin, daß das Pflaſter klirrte und die Funken da— von ſprangen. Eine Stunde von Paris, auf der Straße nach der Schweiz zu, öffnete Bollieu die Börſe.— Auf einer Rolle Louisd'or lag— ein Splitter von einer Billard— ſt ange. 3. Die franzöſiſche Armee war über die Bereſina ge— gangen. Napoleon hatte den Oberbefehl über die Reſte des großen Heeres ſeinem Schwager, dem Könige von Neapel übergeben, und war nach Paris geeilt. Mürat, welcher wohl einſah, daß er ſelbſt dieſe Trümmer nur dann vor der gänzlichen Auflöſung retten könne, wenn ſtrenge Disciplin gehandhabt würde, ließ gleich am erſten Tage unter Trommelſchlag verkünden, daß Jeder, vom erſten Stabsoffizier bis zum letzten Gemeinen, der es n M ee 2 3 7 1 0 — 2 8 wagen wurde, ſich von ſeinem Corps zu entfernen, um Lebensmittel oder Kleidungsſtücke zu erbeuten, einer ſtren⸗ gen Ahndung unterliegen würde. Aber vergebens; die Unordnung hatte bereits ihr höchſtes Maaß erreicht, Nie⸗ mand gehorchte mehr den Befehlen ſeines Vorgeſetzten. Soldat und Offizier ſtritten ſich um die kärgliche Nah⸗ rung, die ſie irgendwo erbeuten konnten, man unterſchied kein Regiment von dem andern, Alles wogte bunt unter⸗ einander. So war die Armee an der polniſchen Grenze angelangt. Da ließ der König den Tagesbefehl ergehen, daß jeder noch ferner im Beutemachen Ergriffene unnach⸗ ſichtlich erſchoſſen werden würde, und in der That wurden bereits am erſten Tage nach dieſem ergangenen Befehle zwei Küraſſiere, die es, vom Hunger gequält, gewagt hatten, in einem polniſchen Bauernhofe Brod zu erbeuten, vor der Fronte erſchoſſen. Es war eine eiſige, ſturm⸗ volle Nacht. Die beſchneiten Reiter wickelten ſich feſter in ihre Mäntel, um dem über die Haide ſchneidenden Sturme zu entgehen. Bald konnte man keine Straße mehr unterſcheiden. Der Schneee thürmte Hügel auf Hügel, und Mancher fand in demſelben ſein letztes Bett, von welchem ſeine Gebeine nur der Frühling mit ſeinem melzenden Hauche befreite. . Ueber 8 weite Schneefläche ſprengte dem Zuge voran ein einzelner Reiteroffizier, er hatte den Mantel dicht um das Kinn geſchlagen, und hielt eine Laſt am Pferde, welche ihm theuer ſein mußte, denn er wahrte ſie forgſam vor Sturmwind und Schneegeſtober. Das Roß unter ihm keuchte nur noch matt, und ſchien mit jedem Schritte ganz erſtarren zu wollen.„Herr, mein Gott,“ ſeufzte der Reiter,„laſſe mich nur jetzt ein Obdach finden, ſonſt vergeht mir das Weib unter den Händen!“ Da blitzte es in der Ferne auf.„Ein Licht!“ rief der Reiter, „Gott, ich danke Dir!“ jauchzte er auf und ſenkte dem Roſſe die Sporen in die Weichen. Aber das Licht er⸗ loſch, leuchtete noch einmal auf, und„Koſacken!“ donnerte es im Nachtrab. Augenblicklich zerſtoben die in der Avant⸗ garde marſchirenden Soldaten; der Ruf hatte einen ſolchen Schrecken verbreitet, daß eine augenſcheinliche Verwirrung in den Reihen einriß, obgleich der Pulk nur aus zwanzig leicht bewaffneten Baſchkiren beſtand, und ſich nach er⸗ langter Ueberzeugung, daß ſie denn doch dieſer Heeres⸗ maſſe nicht gewachſen ſeien, mit einem lärmenden Hurrah— rufen und unter Schwenkung der Piken, hinter einem Schneehügel verlor. Fluchend ſammelten ſich die Zer⸗ ſtreuten wieder, und der Heereszug bewegte ſich von Neuem fort, wie eine trübe Regenwolke, welche augen— blicklich zu ſinken droht, ſich über den Nachthimmel hin⸗ wälzt. Als die Heeresmaſſe an dem Fuße eines waldigen Abhanges angelagt war, öffnete ſich ein tiefes Thal, und einzelne Häuſer tauchten aus dem dichten Winternebel empor. Columbus Auge mochte nicht freudiger geleuchtet haben, wie er die Küſte von Salvador erblickte, als die Tauſende von Augen leuchteten, welche jetzt dieſen Weiler erblickten, wo ſie Ruhe und Nachtlager zu finden hofften. Augenblicklich und ohne das Signal der Trompeter und Tambours abzuwarten, löste ſich der bunte Knäuel der Soldaten; das erſte Geſchäft der ſich Entwirrenden war Bretter, abgebrochene Bäume und was von Holz oder Feuerung anſichtig war, auf einen großen Haufen zuſam— men zu tragen und zur Lohe anzufachen. Dann durch⸗ ſuchte man die Häuſer. Sie waren ſämmtlich leer. Doch fand man Vorrath an gedörrten Fiſchen, etwas Brod und Mehl und einige Fäſſer Branntwein in dem Hauſe des Popen. Luſtig brannten die Feuer des Lagers, und die obwohl noch ſchwachen Spuren der Ordnung und rück⸗ 2392 e. kehrenden Disciplin unter den Soldaten, ſo wie die un⸗ bedeutenden Vorräthe, welche eine, wenn gleich kärgliche Labung gewährten, erwärmten die Herzen zu neuer Hoff⸗ nung. Für den König von Neapel war ein eigenes Zelt aufgeſchlagen, und mit ſo vielen Pferdedecken und Fellen, als man nnr auftreiben konnte, gegen den Froſt geſichert worden. Dort ſaß der unverzagte General Murat, mit ſeinem General-Adjutanten Macerone und ſpielte ſeit dem Rückzuge von Moskau die erſte Partie Schach. Da trat der wachhabende Offizier herein und meldete, daß ein Stabsoffizier, welcher in einem ruſſiſchen Edelhofe, zwei Meilen von dem Lager, gewaltſam Lebensmittel hin— weggenommen habe, durch den Nachtrab gefangen und in das Lager eingebracht worden ſei. Murat-ſtarrte trübe vor ſich hin.„Kann ich es der Noth wehren,“ ſagte er zu ſeinem Adjutanten,„daß ſie den letzten Ausweg er⸗ greift, und der Soldat raubt, um nicht zu ſterben? Das Kriegsgericht ſoll zuſammentreten,“ ſetzte er kalt hinzu, ſtand auf und warf mit einem bittern Lächeln das Spiel über den Haufen. In zehn Minuten waren acht Generäle und eben ſo viele Stabsoffiziere im Zelte des Königs verſammelt. Der Verbrecher, Hauptmann Bollieu, wurde in den Kreis geführt. Er hatte, das war ſeine Entſchul⸗ digung, um das verglimmende Leben ſeiner Gattin zu retten, ſeitwärts vom Zuge einen Edelhof erreicht, und um eine kleine Labung für ſein dahinſchmachtendes Weib gebeten. Sie war ihm hartnäckig verweigert worden;— da hatte er gedroht; zu ungelegener Zeit kamen drei Chaſſeurs der großen Armee, welche, um ſich eine Beloh— nung zu verdienen, den Hauptmann in ihre Mitte nahmen und als Verbrecher in's Lager ablieferten.— Lauretta blieb als todt im Edelhofe liegen.— g (Fortſetzung folgt.) Kirchenbuchs-Auszug von Friedberg. Monat November. Getraut e: 15. Friedrich Karl Wilhelm Ludwig von Preuſchen, Gr. Landgerichtsaſſeſſor dahier, des Gr. Hofgerichtsprä⸗ ſidenten Karl Ernſt Ludwig Adolf von Preuſchen zu Darmſtadt ehelicher lediger Sohn und Anna Charlotte Wilhelmine Ida Bertha Löw von und zu Steinfurth, des Herzoglich Naſſauiſchen Kammerherrn Freiherr Karl Friedrich Guſtav Heinrich Löw von und zu Stein— furth eheliche ledige Tochter. 25.(In Biedenkopf.) Johann Philipp Klein, hieſiger Bür⸗ ger und dermalen bei Gießen ſtationirten Bahnwärter an der Main⸗Weſer-Bahn, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Leinwebers Johann Philipp Klein ehe— licher lediger Sohn und Maria Margarethe Weigel, des Bürgers und Tuchmachers Johann Georg Weigel zu Biedenkopf eheliche ledige Tochter. Gent alm ft en; 6. Dem Freiherrlich von Franckenſtein'ſchen Unterförſter zu Ockſtadt und Bürger zu Windsheim, im Königreich Baiern Johann Chriſtian Streckfuß ein Sohn, Johann Friedrich Jakob Leonhardt, geb. den 26. Okt. 13. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Johann Heinrich Mulch eine Tochter, Maria Joſepha Chriſtine, geb. den 24. Okt. 13. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Johannes Bal— zer eine Tochter, Henriette Wilhelmine Eliſabethe, geb. den 29. Okt. 21.(In Gießen.) Eine uneheliche Tochter, Katharina, geb. den 13. Nov. Fenn 5 ** Beka 0 Brenn- betreff. f 1 Nußzbolz⸗s Domanlal forſtetel L 6) Montag 115 Domanialr bietenden offentlich ½ Stecken 9 9 0 9 e 5 s 2 1 2 72 0 1„ 7. 1 304 Wellen Eich 26„ Naß 1 Eichenſtamn meſſer und 59 Fichtenſtämn Durchmeſſer 20 Fichten⸗Sta Anfang der Ver Fichtenbeſtand des dwar mit dem Ba Oberrosdach 5 Güter⸗ 1878) Monte Vormittags um! Rathhauſe die dem zuftehenden, Petr m den Gemarkung ſelsheim und Rod! offentlich meiſtbiett Friedberg de In Auftre Der G Hol (1879) Aus d werden nachverz Biennholz zu folg Aaſlung abgegebe Schiitholz per K Prügelholz. Stockholz„ (6 Kltr. Baz Wellen 100 Stu Emrichshof' am 1. Dezer Holzo nden Domanig berg! (1900) In waldungen werd bemerkte Holzqu feagerung komm A. In der ) in den M eme Beloh⸗ une nahmen — Aauretta fgerichtsprä⸗ Picuſchen zu na Charlotte 1 Steimfurth, Freiherr d zu Stein⸗ 1 zyntt Bal⸗ deb abethe, geb. Katharina, 11.(In Gießen.) den 12. Nov. ee ede 2. Joſeph Dannemann, hieſiger Bürger und Tapezierer, alt 53 Jahre; T den 31. Okt. Ein unehelicher Sohn, Ludwig, geb. 3. 6. Ein unehelicher Sohn, Heinrich, geb. den 21. Nov. 17. Dem hieſigen Bürger und Heilgehütfen Johannes Ruppel N. ein Sohn, Friedrich Chriſtian Albrecht, geb. den 6. Nov. 0. Dem Gr. Reallehrer Ludwig Karl Hektor Olff eine Tochter, Mathilde Louiſe Helene, geb. den 23. Okt. 2393 24. Karoline Wilhelmine Faatz, geb. Klos, des hieſſigen Bürgers und Schreinermeiſters Friedrich Faatz Ehefrau, alt 28 Jahre, 6 Monate und 26 Tage; 5 den 1. Nov. Engelhard Bechſtein, hieſiger Bürger und Lederhändler, alt 69 Jahre, 4 Monate und 1 Tag; 7 den 20. Nov. Johanna Sophie Fertſch, geb. Hammann, Wittwe des verſtorbenen Geheimen Kirchenraths Friedrich Ferdi— nand Fertſch dahier, alt 89 Jahre, 11 Monate und 271 9 Tage; 7 den 22. Nov. Ein todtgebornes Söhnchen des hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Chriſtoph Joſt, geb. den 26. Nov. Bekammmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN IN N NN Bie ka nut machung, betreff: Brenn-, ſodann Bau-, Werk- und Nutzholz⸗Verſteigerung in dem Großh. Domanialwald Burgwald der Ober- förſterei Oberrosbach. (1846) Montag den 19. Dezember d. J ſollen im Domanialwald Burgwald an die Meiſt— bietenden öffentlich verſteigert werden: ½ Stecken Eichen-Scheitholz, 2 17 Nadel⸗ 17 71„ Eichen⸗Prügelholz, 2 72 0 Nadel⸗ 0 15„ Eichen- u. Birken⸗Stockholz, 177„ Nadel-Stockholz, 504 Wellen Eichen- und Birken⸗Reiſerholz, 1126„ Nadel-⸗Reiſerholz, 1 Eichenſtammabſchnitt von 18“ Durch⸗ meſſer und 157 Länge, 59 Fichtenſtämmabſchnitte von 5¼“ bis 13“ Durchmeſſer und 25 bis 71“ Länge, 20 Fichten⸗Stangen. Anfang der Verſteigerung: präcis 9 Uhr im Fichtenbeſtand des Schlags Nr. XVIII, und zwar mit dem Bau-, Werk, und Nutzholz. Oberrosbach den 26 November 1853. Der Großh. Oberförſter der Oberförſterei Oberrosbach Bingmann. Güter⸗ Verpachtung. (1878) Montag den 19. Dezember d. J., Vormittags um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die dem vereinigten Armenfond dahier zuſtehenden, Petritag 1854 leihfälligen Güter in den Gemarkungen Wohnbach, Melbach, Wiſ⸗ ſelsheim und Rödchen, auf weitere zwölf Jahre oͤffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 7. Dezember 1853. In Auftrag der Armen⸗Commiſſion: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Ho lzwer kauf. (1879) Aus deu bieſigen Gutsverwaltungen werden nachverzeichuete Sortimente Kiefern- Brennholz zu folgenden Preiſen gegen gleichbaare Zahlung abgegeben: 0. Scheitholz per Klftr. Bahr. à 126 Cbfß. 8 fl. * Prügelholz„ 1 7„ 1. 6„ Stockholz 5 1 A 1%„ 4 (6 Klftr. Bayr. 7 Klftr. Kurheſſ.) Bellen 100 Stück 2 5 Emrichshofen bei Hanau am 1. Dezember 1853. a Die Guts verwaltung. Holzverſteigerungen g den Domanialwaldungen des Forſtes Fried⸗ berg in dem Jahre 1854. (1900) In den oben genannten Domanial⸗ Haldungen werden in dem Jahre 1854 nach⸗ bemerkte Holzquantitäten zur öffentlichen Ver- teigerung kommen. f A. In der Oberförſterei Hochweiſel! a) in den Monaten März, April und Mai 1 = 532 ſum. Stecken Brennholz und 35 ſum. Stecken Bau⸗ und Werkholz. B. In der Oberförſterei Oberrosbach: a) in den Monaten Dezember 1853, Januar und Februar 1854= 717 ſum. Stecken Brennholz und 90 Stecken Bau- und Werkholz; b) in den Monaten März, April und Mai = 1335 ſum. Stecken Brennholz und 187 ſum. Stecken Bau⸗ und Werkholz; e) in den Monaten Juni und Juli— 878 ſum. Stecken Brennholz und 68 ſum. Stecken Bau⸗ und Werkholz. C. In der Oberförſterei Altenſtadt: a) in den Monaten Dezember 1853, Januar und Februar 1854= 510 ſum. Stecken Brennholz und 10 ſum. Stecken Bau- und Werkholz; p) in den Mongten März und April— 154 ſum. Stecken Brennholz. Die ſpeciellen Holzverſteigerungstermine wer⸗ den durch die Gr. Oberförſter in den Fried⸗ berger und Vilbeler Anzeigeblättern, ſowie durch beſondere Ausſchreiben, bekannt gemacht werden. Rodheim den 7. Dezember 1853. Das Gr. Heſſ. Forſtamt Friedberg Rü bea men, Forſtmeiſter. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1901) Zur Uniformirung der Bahn- und Weichenwärter nach dem Reglement über die Uniformirung der niederen Ciwildiener ſoll auf dem Soumiſſionswege I. die Lieferung von 453% Ellen ordinärem und 19½ Ellen etwas feinerem grauen Tuch, 474 Ellen Caſſenet von derſelben Farbe, ſowie von 146% Ellen ordinärem dunkelblauen Tuch II. die Anfertigung von 3 feineren und 66 ordinären Uniforms⸗ paletots, 3 feineren und 66 ordinären Uniforms⸗ hoſen, ſowie von 39 ordinären Uniformsröcken, III. die Lieferung von 3 feineren und 66 ordinären Uniforms⸗ mützen, vergeben werden. Die Bedingungen liegen von heute an auf dem Bureau des Materialverwalters im Bahn⸗ hofe dahier zur Einſicht offen, an welchen auch die Submiſſionen verſchloſſen und mit der Aufſchrift„Uniformirung betreffend, einzurei⸗ chen find. Den Geboten über die Lieferung der Tücher ſind die Muſter mit Angabe der Breite derſelben beizuſchließen. Die Eröffnung erfolgt auf dem genannten Bureau Mittwoch den 21. Dezem⸗ ber l J., Vormittags um 9 Uhr. Gießen am 8. Dezember 1853. Die Gr. Magazins⸗Commiſſion. Züge ba a fe n. 1902) Ein weißer Jaghund mit gelben Flecken iſt dem hieſigen Ortsbürger Carl Lotz zugelaufen. Der Eigenthümer kann denſelben gegen Erſtattung des Futtergeldes und Inſerat⸗ gebühren in Empfang nehmen. Florſtadt am 8. Dezember 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Wagner. Privat- Bekanntmachungen. Schwarz ſeidene Herren⸗Halskuͤcher, (1796) die nicht abfaͤrben, ungewöhnlich billig bei Ed. Oehler, Zeil 38 in Frankfurt a. M. Allgemeine Rentenanſtalt zu Darmſtadt. (1735) Diejenigen, welche der ſeit dem 1. Januar d. J. eröffneten, mit dem 31. Dezember d. J. zu ſchließenden 7. Jahresgeſellſchaft beizutreten oder Nach— zahlungen auf frühere Einlagen zu leiſten beabſichtigen, laden wir hierdurch ein, ſolches vor Ablauf dieſes Jahres entweder dahier bei dem Hauptbüreau der Anſtalt oder auswärts bei den Herren Bevollmächtigten derſelben) zu bewerk— ſtelligen. Bis jetzt zählt die Anſtalt 5620 Mitglieder mit 9412 Einlagen und einem effectiven Einlagekapital von 548,182 fl. Bei der mit der Anſtalt verbundenen Depoſitenkaſſe wurden ſeit Anfang dieſes Jahrs bereits 326,900 fl. hinterlegt. Darmſtadt den 31. Oktober 1853. Die Direction der Allgemeinen Rentenanſtalt. *) In Friedberg bei Herrn Heinrich Hahn; in Butzbach bei Herru Bürgermeiſter Seippel; in Vilbel bei Herrn Geometer J. Cl. Grosholz. Schwarz ſeiden Sammtband en gros et en detail, (1797) zu ſehr billigen Preiſen bei Ed. Oehler, Zeil 38 in Frankfurt a. M. ä — 1 0 1 ö 1 1 * „. 2394 e Zu Weihnachts⸗ und Neujahrsgeſchenken (1884) empfehle ich mein reichhaltig verſehenes Lager von Kinder- und Jugend— ſchriften, Bilderbüchern, Bildern, Illuminirübungen, Muſikalien, Zeichnen ⸗, Schreib- und Häkel-Vorlagen, Neujahrwünſchen, franzoͤſiſchen und engliſchen Farbekaſten, Reißzeugen, Federmeſſern ꝛc. ꝛc. Ferner elegante neue Leder-, Papp⸗ und Spielwaaren, beſonders ſelbſtverfertigte Portefeuilles, Cigarrenetuls, Porte-monais, Brieftaſchen, Notizbücher, Arbeitskäſtchen, Wandtaſchen, Stammbücher, Albums, Schreibzeuge und Mappen ꝛc. ꝛc. 5 5 Friedberg. Louis Weis. Carl Scriba's Buchhandlung in Friedberg 8 (1903) empfiehlt zu dem bevorſtehenden Weihnachtsfeſte ihr reichhaltiges Lager in allen Zweigen der Literatur. Alle vorzüglicheren Werke aus den verſchiedenen Fächern ſind entweder vorräthig oder können auf Be⸗ ſtellung ſchnell beſorgt werden. Namentlich macht ſie aufmerkſam auf die als Feſtgeſchenke ſo beliebten Cabinetsausgaben der neueren Dichter in eleganten Einbänden; Neue Ausgaben deutſcher Claſſiker; Erbauungsſchriften, Predigten; Bildungs⸗ ſchriften für das weibliche Geſchlecht; Romane und Erzählun⸗ gen; wiſſenſchaftliche Werke aller Branchen; Jugend⸗ ſchriften und Bilderbücher aller Art, die in großer Auswahl vorräthig ſind. 0 13 Außerdem empfiehlt ſie ihre in guten Qualitäten und zu billigen Preiſen vorräthigen Schreib- und Zeichnenmaterialien, Papeterien, Far— benkaſten, Reißzeuge ꝛc., ſowie ihre Atlaſſe, Karten, Schreib- und Zeichneuvorlagen, Muſikalien, Lithographien, Kupferſtiche, colorirte Bilder in jedem beliebigen Formate. Auf Wunſch und unter der Vorausſetzung einer baldigen Rück⸗ ſendung werden die Literalien zur bequemeren Einſicht gern in's Haus eſendet. 2 Von auswärts einlaufende Beſtellungen werden, wenn ſie von einiger Bedeutung ſind, frauco befördert. 7277 ͤ bbb Goldleiſten (1883) empfiehlt in ſchönſter Auswahl und wird das Einrahmen von Bildern, Spiegeln ꝛc. billigſt beſorgt bei 5 5 Friedberg. Louis Weis. 1 Kunſt⸗ Hufeiſen. (190) Vier Hufeiſen ſchärft man bequem in 3 Minuten an jedem Ort und an jeder Stelle, ohne ſie dem Pferde abzunehmen. Einen dabei nicht außer Acht zu laſſenden Nutzen gewährt die Einrichtung derſelben, daß ſo geſchärfte Pferde, beim Aufſtehen, Niederlegen und Hintenausſchlagen im Stalle(wodurch ſchon vielfacher Verluſt und manches Unglück herbeigeführt iſt) weder ſich noch andere beſchädigen können. Reflectanten belieben ſich in portofreien Briefen an das Büreau Nr. 3 zur Verbreitung ökonomiſcher Entdeckungen in Bienenbüttel, Königreich Hannover, zu wenden, das Beſtellungen auf ſauber gefertigte Kunſthufeiſen und Modelle, die zu ſoliden Preiſen zu haben ſind, für Luxus⸗, Reit⸗ und Wagenpferde annimmt und Zeugniſſe aus beachtungswerther Feder, landwirthſchaft⸗ lichen und Gewerbevereinen über den rühmlichſt anerkannten großen Werth dieſer neuen ſich als praktiſch erwieſenen Erfindung ſofort gern und unentgeldlich ertheilt. Einige dieſer Zeugniſſe ſind bereits in der Zeitung für Norddeutſchland zu Hannover in der Nr. 1319 vom 21. November d. J. veröffentlicht. Liebhaber der Kunſt und der Pferde werden freundlichſt erſucht zur Verbreitung dieſer Annonce beizutragen. Zur gefälligen Beachtung diene: „daß die qu. Schärfung ſelbſt in den bekannten Schraubſtollen nicht beſteht.“ Nach mehrfach geäußertem Wunſche wird in circa 8 Tagen eine Auswahl von ſauber gefertigten Kunſthufeiſen-Modellen bei der Expedition dieſes Blattes zur Anſicht offen liegen. 2 N 2 . . e 5 N 2 * * 8 e 8 SNN 2 8 2 * 8 4 * NG Empfehlung. 11887) Auch für nächſte Oſtern bringe ich meine Matzenkuchen in empfehlende Erinnerung; indem ich ſolche um den billigſten Preis ab⸗ gebe, bitte ich um vielſeitige Beſtellungen. Biſſes den 5. Dezember 1853. Abraham Naumann. Beſtellungen können auch an Herrn M. Schwarz in Friedberg abgegeben werden. Jude r ann (1895) Mein in der Metzgergaſſe gelegenes dreiſtöckiges Wohnhaus mit Ställen und Hof⸗ raum, in welchem ſeither Metzgerei und Wirth⸗ ſchaft mit beſtem Erfolg betrieben wurde und ſich zu jedem beliebigen Geſchäfte eignet, will ich unter ſehr annehmbaren Bedingungen ver⸗ kaufen. Heinrich Hetterich. Magd ⸗Geſuch. (1905) Eine mit guten Zeugniſſen verſehene, in Hausarbeit hinlänglich erfahrene, arbeitsſame Hausmagd wird als ſolche auf Petritag auf ein benachbartes Gut, gegen guten Lohn, ge— ſucht. Näheres bei der Redaktion dieſes Blattes. (Lich) Zu verkaufen. (1966) Bei Unterzeichnetem liegt ein kern⸗ geſunder ſchöner Nußbaumſtamm, 227 lang, 25“ Durchmeſſer, nebſt ſtarkem Oberholz und Wur⸗ zeltheilen von ſchönen Maſern, desgleichen ein Stamm von 14“ Länge und 11“ Durchmeſſer zum Verkauf. Die Herren Schreinermeiſter und Intereſſenten der Umgegend werden zur gefälli⸗ gen Einſicht hiermit höflichſt eingeladen. Carl Schnabel, Gr. Eichmeiſter in Lich. Een ges (1907) bat zu vermiethen Philipp Gros in der Kirchgaſſe. Ane (4908) Ein bieſiger junger Menſch wünſcht die Schuhmacherprofeſſion zu erlernen. Nähere Auskunft bierüber ertheilt der Vormund Georg Marloff von hier. Dorheim am 9. Dezember 1853. Der Bürgermeiſter Reuß. Empfehlung. (4909 feinſte Arae⸗Punſcheſſenz, Tafel⸗Liquere, Jamaica⸗Rum, Gewürz ⸗Chocolade, chineſi⸗ ſchen Thee, friſche Malaga⸗ Citronen, Roſinen, neue hollän⸗ diſche Vollhäringe, Stearin⸗, Chaiſen⸗ und Wachslichter bei W. Hanſtein in Friedberg. Zur Warnung (1910) Ich warne hierdurch Jedermann, meinem Sohn Georg etwas auf meinen Namen zu borgen, indem ich für nichts hafte. Oberrosbach den 12. Dezember 1853. Heinrich Rübſamen, Zu ver kaufen (1911) Einen ſehr guten Werneriſchen Koch ofen hat in Auftrag zu verkaufen Maurermeiſter— Schütz in der Vorſtadt. Weihnachtsball im Höôtel Trapp- (19120 Den Herren Betheiligten zur Nach⸗ richt, daß die Muſik des Kaiſ. Königl. Oeſter⸗ reichiſchen Jägerbataillons zum bovorſtehenden. Balle engagirt worden iſt. L. C. Trapp Nachfolger. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Kre an ſämmtli ö Betreffend: Das Kö nern hat die ſämmtliche Pa ſchulpflichti ſes Alter! Kleinhandl Individuen ſtellung der R In gleicher der fraglichen nitt in den 9 Sie ha der bezeichnete wollen, auf d Friedl an ſämmt Betreffend; Nach Vieh- und l. J., ſollen darf zum v eines jeden orts anzeigen nach zeitig d men, werder veröffentliche dige Anmeld des Monats Verwalter e gene Formu uchnung pf Frie