Io ler Sch SSL 1 ö F ink e Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 51. Mittwoch den 13. Juli 1853. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Aufſtellung der Gemeindevoranſchläge für den Kreis Friedberg für 1854. Indem ich Sie an die Aufſtellung der Gemeindevor⸗ anſchläge für 1854 erinnere und deren Einſendung bis zum 15. September d. J. unfehlbar entgegen ſehe, bemerke ich Ihnen das Folgende: 1) Bei Beilage 4 iſt genau und gründlich die Abweichung von dem Voranſchlag zu erläutern. Dieſe Beilage kann ſich übrigens nie, wie dies ſeither hin und wie⸗ der geſchehen, mit einem Mangel bei einer Klaſſe ab⸗ ſchließen; indem Ausgaben nicht gemacht werden dürfen, ohne daß Mittel hierfür vorhanden ſind und kann es nur auf einer unrichtigen Vorlage bei Eintheilung der Credite beruhen, wenn ſolches doch vorkommen ſollte; indem dann Mittel als disponibel bezeichnet worden ſind, die nicht disponibel waren. Falls dies dennoch vorkommt, werde ich ſtrenge Rüge eintreten laſſen. 2 Dürfen andere als von geprüften Technikern aufge⸗ ſtellte Ueberſchläge zu den Voranſchlägen nicht genom⸗ men werden und müſſen alle größeren Arbeiten durch Ueberſchläge begründet ſein. 3) Bei Vorſehung von Kirchen- und Schulbeduͤrfniſſen müſſen ſtets die Anforderungen der Kirchen⸗ und Schulvorſtände beiliegen und ſind die Anſätze durch dieſe zu begründen. Iſt Vorſehung nicht nöthig, ſo iſt die deßfallſige Beſcheinigung gedachter Behörden beizulegen. Es haben deßhalb alsbald die Gr. Bürgermeiſter dieſe Beurkundungen ſich zu verſchaffen. ) Durfen die Voranſchläge und das Berathungsprotokoll nicht eher abgeſchloſſen werden, bis die im§. 9. der Voranſchlagsinſtruktion vorbeſtimmte Ztägige Friſt ab⸗ gelaufen iſt. 5) Da wo für Wieſenverbeſſerung Vorſehung ſtattfinden ſoll, ſind Ueberſchläge der Wieſenvorſtände, resp. Wieſentechniker vorzulegen und es ſind die Wieſen⸗ gründe genau anzugeben, in welchen ſie bewirkt wer⸗ den ſoll. Pünktliche Beachtung dieſer Andeutungen muß ich erwarten, und würde nur beklagen im Nichtbeachtungsfalle mit Strafen vorgehen zu müſſen. Friedberg am 6. Juli 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Wie ſich das Gute allemal belohnt. (Aus der Spinnſtube.) Es iſt gewiß allen Leſern der Spinnſtube bekannt, daß in den ſiebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Unſicherheit weit größer war, als heutzu⸗ tage; nicht, weil's damals mehr Spitzbuben gegeben hatte, als jetzt,— wir haben leider daran auch keinen Mangel, — ſondern weil keine wachſame, ordentliche Polizei ihnen auf die Finger klopfte und ſie bei Zeiten in Nro. Sicher brachte. Viele erinnern ſich noch heutzutage, welchen Schrecken ihren ehrlichen Eltern die Bande des Schinderhannes machte, der auf dem Hundsrücken, im Naſſauiſchen und hinauf bis in die Pfalz ſein Unweſen trieb, und den ſie doch kaum fangen konnten. Nun iſt es gut, daß jeder Krug ſo lange zum Brunnen geht, bis er bricht. Am Ende haben ſie ihn doch erwiſcht und in Mainz hat er die wohlverdiente Todesſtrafe erlitten. Damals waren die Leute übel daran, die auf ein— zelnen Höfen und Mühlen wohnten, und da war Vorſicht allerdings nöthig. Das Wort des Apoſtels Paulus:„Herberget gerne!“ das noch bei meinen lieben Bauersleuten recht vergnügt gegen arme Wanderer ausgeübt wird, machte damals ein—⸗ mal, daß es Streit zwiſchen einem ſonſt ganz braven, aber etwas harten Mann und ſeiner chriſtlich milden Frau gab. Es waren nämlich Hofleute, die auch allein und weit ab von den umliegenden Dörfern wohnten. Auf dieſen Hof kam eines Abends ein armer Jude, ſo müde, daß er kaum mehr einen Fuß vor den andern ſetzen konnte, und ſagte zu dem Hofmanne: Seid doch ſo barmherzig, und gebt mir um Gottes willen eine Nacht Herberge bei Euch. Ich bring's bis zum nächſten Dorfe nicht mehr fertig! Ihr verdient einen Gotteslohn an einem armen Manne. Bleib' mir vom Leibe, Hebräer, ſagte, kurz aufge— bunden, der Hofmann. Ach, ſagte der arme Jude, Ihr habt ja Euer Heu zu Haus und es iſt warm. Ich will Gott danken, wenn ich auf dem Heu liegen kann. N 5 Bleib' mir vom Leibe, Hebräer, ſagte wieder der hartherzige Hofmann; heutzutage beſinnt man ſich, ehe man unbekannte Leute in ſein Haus aufnimmt, beſonders wenn man allein wohnt, wie ich. f Gott weiß es, ſagte der Jude, ich bin ein armer Jüd, aber ein ehrlicher. An meiner Hand klebt kein Unrecht. So kann Jeder ſagen, war des Hofmanns Antwort, aber, wer's ihm glaubt, wird geſtraft! 5 Als der Hofmann das ſagte und der arme Jüd ganz traurig gen Himmel blickte, konnt's die Hoffrau nicht mehr über ihr Herz bringen, ſie trat herzu und ſagte zu ihrem Mann: Jacob, weißt du nicht, daß der Apoſtel ſagt: Herberget gerne? und der Herr zu uns am jüngſten Tage ſagen will: Ich bin ein Fremdling geweſen, und Ihr habt mich nicht beherberget? ö 8 Geh', alte Betſchweſter, ſagte zornig der Hofmann, bleib' mir mit deinen Bibelſprüchen, wie mit dem Juden da, vom Leibe!— Schäme dich vor dem Juden, der du den Namen des Chriſten trägſt und unchriſtlich handelſt, ſagte die Frau! Wenn etwas Aehnliches einmal dir oder mir oder deiner Kinder Einem begegnete, ſag', wie wär's uns oder ihnen? Du willſt Nichts von der Bibel hören? Denkſt du nicht mehr daran, als du ſo lange krank warſt, wie ſie dich erquickte, wenn ich dir daraus vorlas? Im Unglücke war dir das Wort Gottes ſchon recht; jetzt aber, wo du ge⸗ ſund biſt, ſoll's dir vom Leibe bleiben!— Der Hofmann brummte Etwas in den Bart und ging weg. Die Frau aber ſagte zu dem Juden freundlich: Kommt Ihr herein in Gottes Namen! Sie führte ihn liebreich herein, weil der arme Mann nicht mehr gehen konnte, machte ihm in der Küche ein Fußbad, kochte ihm Eier ab, die ein Jude eſſen darf, und legte ihm ein un⸗ angeſchnittenes Brod vor, daß er ſich's anſchneiden möchte, damit er davon eſſen dürfte, und als der alte Mann er— quickt und geſättigt war, und nicht die hohe Leiter hinauf⸗ klettern konnte auf den Heuſtock, ſo warf ſie ihm eine Menge Heu herunter, legte ihm ein friſches Leintuch da— rauf und ſagte: Nun ſchlaft Euch hübſch aus und Gott ſei bei Euch! Und als der Juͤd ſeinen Riemen um den Arm wickelte und betete, da ſprach er: Herr Zebaoth, der du die Mild— herzigen ſegneſt, ſegne dies Haus um des frommen Weibes willen, das Barmherzigkeit an mir thät, und vergilt's ihr viel tauſendmal! Und darauf legte er ſich und ſchlief ein. Als der Hofmann heimkam, brummte er: Du biſt eine barmherzige Schweſter; nimmſt alles Lumpengeſindel auf! Wenn nun ſo ein Kerl mit dem Schinderhannes im Bunde ſteckte und machte ihm Nachts die Scheuerthüre auf. Wie dann?— Das thut der arme, alte Mann gewiß nicht, ſagte zuverſichtlich die Frau. f Ich will einmal aus Vorſorge meine Flinte laden, ſagte der Hofmann, und unſere Schlafſtubenthür tüchtig zuriegeln. ö Nun wurde von dem armen Juden Nichts mehr ge⸗ redet; aber der Hofmann lud ſeine Doppelflinte und ſetzte ſich in den Kleidern in den Sorgſtuhl, damit er bei der Hecke wäre, wenn's Noth thäte. Er war aber in der Ernte, die juſt im Gange war, müde geworden, und ſchlief bald hart und feſt ein. Das Alter ſchläft nicht lange. Es iſt ſein Loos, daß es frühe wach iſt. Es mochte ein bis halb zwei ſein, da wurde der Jude in der Scheuer wach und horte vor 216 Ee. dem Scheuerthore Leute herumſchleichen. Das wurde ihm bedenklich. Als er ſchlafen ging, hatte er geſehen, daß oben über dem Scheuerthor ein ganzes Gefach offen war, wahrſchein— lich, um als Zugloch zu dienen, und daß inwendig eine Leiter an dem Loche ſtand, die bis obenhin reichte. Er macht ſich auf und kriegt leiſe an das Scheuer— thor, und hört, daß fünf bis ſechs Männer daſtehen, die miteinander flüuſtern. Ich weiß, ſagte der Eine, daß inwendig an dem Loch eine Leiter ſteht, ich hab' ſie heute ſtehen ſehen, als ich vorüberging und zu dem kleinen Thürchen hineinſah. So laßt uns eine Wagenleiter abmachen und hinauf⸗ ſteigen, ſo ſind wir drinnen! ſagte ein Andrer. Jetzt gingen ſie hinter das Haus, wo der Ernte— wagen ſtand. Der Jude ſtellt langſam die Leiter weg von dem Loch und ſchleicht in das Haus, an die Stubenthuͤr, und klopft leiſe. Der Hofmann erwacht. Was gibt's? fragt er. Hofmann, ſteht um Gottes willen auf und macht Licht! ruft der Jude. Es ſind ſechs Räuber da, die wolle! mit einer Leiter von Eurem Erntewagen zu dem Loch ober dem Scheuerthore hereinſteigen. Ich hab' ſie gehört und die Leiter weggeſtellt. Kommen ſie herauf, ſo muß der Erſte herunterſtürzen. Macht Licht, ſteckt die Laterne an und ladet Eure Flinte! aber ſchnell! Die Frau war auch erwacht und ſagte: Siehſt du nun, welch' ein Segen meiner Wohlthat folgt? Ohne den armen, alten Juden in der Scheuer, was wär' aus uns geworden?— Beide machten ſich nun zurecht; aber der Mann konnte vor Zittern kein Licht anbringen, und die Frau vor Schrecken ihren Rock nicht finden. Da that's plotzlich einen fürchterlichen Schlag, und in dem Augenblicke rief der Jude aus vollem Halſe: Halloh! Halloh! den haben wir! Herbei Ihr Leute, herbei! Spitzbuben im Hauſe! Zu Hülfe! zu Hülfe! Da hörte der Hofmann, wie ſie an den Laden vor— beiliefen. Er rieß das Fenſter auf, ſtieß den Laden zurück und feuerte ſeine zwei Flintenläufe ab ins Dunkel hinaus. Das hörte der Nachtwächter im Dorf, und gleich darauf läutet es Sturm. Die Bauern kommen und fangen noch zwei von den Räubern, die ſich in Kornhaufen auf dem Felde verſteckt hatten, wo ſie des Nachtwächters Spitz entdeckte. Mittlerweile hatte die Hoffrau ihren Rock gefunden und der Hofmann Licht gekriegt. Knechte und Mägde eilten herbei, und ſie fanden den Juden, der auf einem Kerl in der Tenne kniete und ihn niederhielt. Den griffen ſie und banden ihn gleich feſt. Er hatte ſich bloß ein Loch in den Kopf gefallen, ſonſt aber ſich nicht wehe gethan. Und als ſie ihn genau betrachteten, war's ein ſchlechter, verrufener Menſch aus dem nahen Dorfe, der gleich bekannte, er habe mit den Spitzbuben gemeinſame Sache gemacht, und den Anſchlag gegeben, durch das Zugloch hereinzuſteigen, wo er am Tage die Leiter habe angelehnt ſtehen ſehen; es ſei auf nichts Ge— ringeres abgeſehen geweſen, als die Hofleute zu ermorden, dann Alles auszurauben, weil Knechte und Mägde hinten hinaus ſchliefen, und alsdann den Hof anzuſtecken, damit man ſie nicht etwa verfolgen könne. Die drei Gaudiebe wurden der Obrigkeit überliefert, den Juden aber bewirthete der Hofmann mehrere Tage mit Freuden, und entließ ihn dann reich beſchenkt. Die Frau aber ſagte zu ihrem Manne: Siehſt du, wie ſich jede Gutthat reich belohnt! Hätte deine Hart⸗ herzigkeit den armen Juden fortgeſtoßen, wer weiß, ob wit oh Rettung ge 0 liebe 0 ich Mir ins nehr hart ee des Ausſch Ob Theilnahi durch Tode lücke in de. den Hinzu zu finden, doch nicht e dehnung ger ſch, einſcht Jahr 1851 und verabr a) an 2 p) an! zuſamme die Ver! mithin d und iſt de von 485 vefond vel koſten beft und Form werden. beträgt? welche U Aus dies Stadt er Verein a . Bekann 986) Ko am 15. Jun bekannt iſt, nen 3 Mona keichneten Ger für werſcholler als Erben auf werden würde Iriedberg Ed 40400 6 Oberheſſen he rem Heima Peter Schafe förmlichen E kerzeichngte tragt. Anſprüche Oienf wir noch lebten? Gott hat ihn zum Werkzeug unſerer Rettung gemacht, weil wir ihm barmherzig waren! Der Hofmann ſchwieg beſchämt, aber ſpäter ſagte er: Liebe Frau, du haſt mir eine Lehre gegeben, die hab' ich mir ins Herz geſchrieben! Und von da an war er nie mehr hart gegen Arme und Herberge heiſchende Wanderer. Bericht des Ausſchuſſes des Vereins gegen Bettelei zu Friedberg für das Jahr 1832. Ob es gleich leider nicht zu verkennen iſt, daß die Theilnahme an unſerem Verein abgenommen hat und theils durch Todesfälle, theils durch Wohnortsveränderungen manche Lücke in der Zahl der Mitglieder entſtanden iſt, ohne durch den Hinzutritt neuer Mitglieder den entſprechenden Erſatz zu finden, ſo hat die wohlthätige Wirkſamkeit des Vereins doch nicht abgenommen, vielmehr noch eine größere Aus⸗ dehnung gewonnen. Die Einnahmen des Vereins beliefen ſich, einſchließlich 433 fl. 29½ kr. Kaſſevorrath aus dem Jahr 1851, auf 1325 fl. 57/¼ kr. An Unterſtützungen ſind verabreicht worden, und zwar: a) an Arme in den Nachbarorten 87 fl. 30 kr. b) an durchgereiſte Handwerksgeſellen. 616„ 54% zuſammen alſo die namhafte Summe von 704„ 24„ die Verwaltungskoſten haben betragen 136„ 03„ mithin die geſammte Ausgabe a und iſt ſonach am Schluß des Jahres 1852 ein Vorrath von 485 fl. 30 ¼ kr. verblieben, wovon 366 fl. als Reſer⸗ vefond verzinslich angelegt ſind. Unter den Verwaltungs— koſten befinden ſich einige größere Ausgaben für Druckſachen und Formularien, welche für mehrere Jahre ausreichen werden. Die Zahl der Unterſtützten in den Nachbarorten beträgt 25, die Zahl der durchreiſenden Handwerksgeſellen, welche Unterſtützung des Vereins erhalten haben, 6169. Aus dieſen Zahlenangaben mögen die Bewohner hieſiger Stadt erſehen, welch' eine große Beläſtigung ihnen der Verein abgenommen hat. Für die Umgegend hat unſer * Verein, außer den dahin gefloſſenen Unterſtützungen, auch noch dadurch wohlthätig gewirkt, daß von einzelnen Ge— meinden mit anerkennungswerther Bereitwilligkeit, bedeuten— dere Unterſtützungen als früher bewilligt worden ſind. Auch haben ſich nach dem Muſter unſeres Vereins in mehreren Landgemeinden ähnliche Vereine gebildet, und es wird dadurch der Bettelei immer mehr entgegen gear— beitet. Wenn übrigens der Verein ſeine wohlthätigen Zwecke auch fernerhin erreichen ſoll, ſo müſſen die in der Mitglie— derzahl entſtandenen Lücken wieder ausgefüllt werden, und wir bitten daher ſowohl die neu eingezogenen Bewohner der Stadt als auch die neu aufgenommenen Bürger, welche ſich der Wirkſamkeit des Vereins erfreuen, ohne Mitglieder deſſelben zu ſein, mit einem entſprechenden Beitrag dem— ſelben beizutreten. Mit dieſem Bericht verbinden wir die Anzeige an ſämmtliche Mitglieder des Vereins, ſich zur ſtatutenmäßigen Generalverſammlung und Ergänzungswahl des Ausſchuſſes Mittwoch den 13. d. M., Abends 7½ Uhr, auf dem hieſigen Rathhauſe recht zahlreich einfinden zu wollen und bemerken zugleich, daß die Rechnung für das Jahr 1852 vom 7. bis zum 14. d. M. bei Rathsdiener Wagner in hieſigem Rathhauſe zur Einſicht offen liegt. Friedberg den 2. Juli 1853. Der Ausſchuß des Vereins gegen Bettelei. Nachricht. Die von dem Hülfs⸗Comité für die Abgebrannten in Gambach ausgeſtellte Empfangsbeſcheinigung von 96 fl. 21 kr. nebſt einem Päck⸗ chen Kleidungsſtücke, liegt bei unſerm Ausſchuß⸗Mitgliede dem Hrn. Prof. Dieffenbach 14 Tage lang den Intereſſenten zur Einſicht offen. Friedberg den 6. Juli 1853. Der Ausſchuß des Hülfsvereins. Ueber die von uns eingeſandten Gaben im Betrage von 76 fl. 34 kr. können die desfallſigen Quittungen ebenfalls bei uns eingeſehen werden. Friedberg den 7. Juli 1853. Die Expedition des Intelligenzblattes. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Oeffentliche Ladung. (986) Konrad Roth von Florſtadt, geboren am 15. Juni 1783, deſſen Aufenthaltsort un⸗ bekannt iſt, wird hiermit aufgefordert, ſich bin⸗ nen 3 Monaten von heute an bei dem unter- zeichneten Gerichte zu melden, widrigenfalls er für verſchollen erklart und ſein Vermögen den als Erben aufgetretenen Perſonen überantwortet werden würde. Friedberg am 20. Juni 1853. ä Großherzogl. Landgericht Hofmann. Edictalla dung. 1040) Gr. Heſſ. Hofgericht der Provinz Oberheſſen hat über das Vermögen der ſich von ihrem Heimathsort heimlich entfernt habenden Peter Schäfer'ſchen Eheleute zu Rockenberg den förmlichen Concurs prozeß erkannt und das un⸗ terzeichnete Gericht mit deſſen Leitung beauf— tragt. Anſprüche jeder Art ſind im Termin Dienſtag den 16. Auguſt d. J., Vormittags 10 Uhr, bei Meidung des ſtillſchweigend erfolgenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe anzumelden und zu be— gründen. Gleichzeitig werden die Peter Schä— fers Eheleute aufgefordert, in vorbeſtimmtem Termine etwaige Einwendungen gegen das auf— genommene Inventar und das ergangene Con- curs⸗Erkenntniß bei Meidung des Ausſchluſſes vorzubringen. Butzbach den 28. Juni 1853. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ebel. Dr. v. Schmalkalder. Gdieta bla dun g (1065) Die bekannten Erben des Johannes Haas zu Wiſſelsheim haben die Erbſchaft aus— geſchlagen. Erb⸗ oder andere Anſprüche an den Nachlaß ſind deßhalb im Termin Donnerſtag den 11. Auguſt d. J., Morgens 8 Uhr, dahier anzuzeigen, gegenfalls ſie bei Vertheilung der Maſſe nicht berückſichtigt werden. Die Schuldner des Johannes Haas haben bis zu obigem Termine ihre Schuld an Gr. Beigeordneten Huber in Wiſſelsheim zu bezahlen oder dieſelbe anzuerkennen, gegenfalls demnächſt Klage gegen ſie erhoben werden wird. Friedberg den 3. Juli 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. Steinkohlenlieferung. (1066) Dienſtag den 26. d. M., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll in dem Büreau des Ba— taillonsverwaltungsraths dahier die Lieferung von 900 Centner Ruhrerſteinkohlen— Fettſchrot erſter Qualität— auf dem Soumiſſionsweg in Accord gegeben werden. Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen von beute an in obengenanntem Büreau eingeſehen werden können und daß die dieſerhalb eingelegten Soumiffionen, gleich nach Ablauf oben erwähn— ten Termins, eröffnet werden. Friedberg den 1. Juli 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter Arbeitsverſteigerung (1067) Donnerſtag den 14. Juli, Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen bei Herrn Gaſtwirth Haas zu Ilbenſtadt, zur Unterhaltung der Vicinal— wege außerhalb des Orts: 1) das Brechen von 5,0 Cubikklftr. Steinen, 2) das Anfahren derſelben, 3) das Aufſetzen und Zerſchlagen, öffentlich in Accord gegeben werden. Ilbenſtadt am 10. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Jer. Arbeits-Verſteigerung. (1068) Donnerſtag den 14. d. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll die am Thurmdach bei der neuen Kirche dahier erforderliche Dachdecker ⸗ arbeit, veranſchlagt zu 68 fl., an den Wenigſt⸗ fordernden auf dem Büreau des Unterzeichneten in Accord gegeben werden. Rodheim am 8. Juli 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Jacobi. Verſteigerung von Bauarbeiten zu Altenſtadt. (1069) Dienſtag den 19. Juli l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Altenſtadt die bei der Verſetzung des Ge⸗ ſängniſſes zu Großkarben nach Altenſtadt vor⸗ kommenden Arbeiten und Materiallieferungen, im Beiſein des Gr. Kreisbaumeiſters, öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Die Arbeiten und Materiallieferungen ſind folgendermaßen veranſchlagt: kr. 1) Maurerarbeit 747— 2) Steinhauerarbeit 247 24 3) Zimmerarbeit 359 59 4) Dachdeckerarbeit 70 4 5) Schreinerarbeit 180 30 6) Schloſſerarbeit 4 7) Glaſerarbeit. 91— 8) Weißbinderarbeit 362 29 9) Spenglerarbeit 25 40 10) Planir⸗ und Pflaſterarbeit 136 24 11) Lieferungen der erforderlichen Materialien, beſtehend in Kalk, Sand, Ruſſenſteinen und Back⸗ ſteinen 814 42 Die Voranſchläge und Riſſe liegen auf dem Büreau des Gr. Kreisbauamts zu Friedberg offen. Altenſtadt den 10. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Kreuder. Bekanntmachung, betreffend Holzverſteigerung in dem Gr. Do⸗ manialwald Burgwald der Oberförſterei Ober⸗ rosbach. (1070) Dienſtag den 19. d. M. werden in dem diesjährigen Abtriebsſchlag Nr. IX des oben genannten Walddiſtrikts an die Meiſt⸗ bietenden öffentlich verſteigert: 1 Stecken geſchältes Eichen⸗Scheitholz, 138%„„„ Prügelholz, 1„ Eichen⸗Stockholz, 11475 Wellen geſchält Eichen⸗Reisholz, 450„ Birken⸗Reisholz, 275 7 Nadel⸗ 7 7 Wagen, 5 Läſte Schlagabraumholz, 856 Stangen zu Baumſtützen. Zuſammenkunft und Anfang der Ver⸗ ſteigerung präcis 8 Uhr am Lohſchoppen. Oberrosbach den 9. Juli 1853. Der Großh. Oberförſter der Oberförſterei Oberrosbach Bingmann. Kirſchen⸗Verſteigerung. (1071) Künftigen Donnerſtag den 14. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen auf der Chauſſee von Oſſenheim nach Fauerbach die vor⸗ handenen Kirſchen öffentlich an die Meiſtbieten⸗ den verſteigert werden. Oſſenheim den 8. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Kp p. Arbeits- Verſteigerung. (1072) ODonnerſtag den 14. Juli, Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe 180[◻Klafter Planirarbeit und neu herzurich⸗ tendes Pflaſter, ſowie das Herbeifahren von 218 e- 10 Cubikklafter Pflaſterſteinen und 10 Cubik⸗ klafter Mauerſand, deßgleichen Steinhauerbeit, veranſchlagt zu 83 fl., wenigſtnehmend in Accord gegeben werden, was man Luſttragenden hiermit zur Kenntniß bringt. Petterweil den 7. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Been INN Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zu verkauf een. (1073) Eine ſo gut wie neue, halb gedeckte Chaiſe(Jagd oder Reiſewagen), ebenſo zwei leichte Pferdegeſchirre, ſind billig zu verkaufen. Auskunft zu Frankfurt am Main, alte Main⸗ zergaſſe 36. Prima Schweizer⸗Kaͤſe (107) bei L. Goldmann junior. NB. Unter 2 Pfund wird nicht abgegeben. Wohnungs⸗Veraͤnderung. (105) Ich zeige hiermit an, daß ich meine Wohnung in der Burg verlaſſen habe, und jetzt bei Herrn Ritzel in der kleinen Köyhlergaſſe wohne. Zugleich bringe ich mein Geſchäft, ſo⸗ wie das Kleidermachen meiner Frau unſern verehrten Kunden und Freunden in gefällige Erinnerung. Heinrich Haſſemer, Schuhmachermeiſter. Einladung zu einem Preiskegelſchieben. (1058) Der Unterzeichnete beehrt ſich hier⸗ mit einem auswärtigen Publikum anzuzeigen, daß bei ihm vom 10. Juli bis zum 14. Auguſt ein Preiskegelſchieben auf ſeiner überbauten Bahn ſtattfindet, wozu er Freunde des Kegelſpiels höflichſt einladet und verſichert, daß Speiſen und Getränke ſo ſind, daß deßhalb Niemand die Bahn unzufrieden verlaſſen wird. Die geſammten Preiſen, in 30 Abtheilungen, betragen 330 fl., wovon der erſte 40 fl. und ſo abwärts bis 3 fl. bekommt. Looſe werden jeden Tag von Nachmittags 2 bis 6 Uhr ge⸗ worfen und koſtet das Loos 6 kr. Vilbel den 4. Juli 1853. Chriſtian Dreſcher, Gaſtwirth zur Stadt Kaſſel. Starke Fichten⸗Bauſtaͤmme (10330 bet M. Spielmanu in Windecken. Oberheſſſche Geſelſchat Ur Natur⸗ und Heilkunde. (1035) Samſtag den 16. Juli d. J. wird die Geſellſchaft ihre General⸗Verſammlung zu Fried⸗ berg, im Hôtel Prapp, halten. Außer den Mitgliedern der Geſellſchaft find auch alle an⸗ deren Freunde der Naturwiſſenſchaften willkom⸗ men. Wer Vorträge zu halten beabſichtigt, wird gebeten, Gegenſtand und ungefähre Dauer derſelben, wo möglich vor der Verſammlung, dem Hrn. Prof. Dr. Vogel dahier oder dem Unterzeichneten anzuzeigen. Die Verſammlung beginnt Vormittags 11 Uhr und endet mit einem gemeinſchaftlichen Mittagsmahle, zu welchem von den Theilnehmern der Verſammlung auch Damen eingeführt werden können. Gießen im Juni 1853. Im Auftrage: Dr. Phoebus. Branntwein, (1078) billigt a bei L. Goldmann junior. Lebe wohl. (1076) Allen Denen, bei welchen wir vor unſerer Abreiſe nach Amerika nicht perſönlich Abſchied nehmen konnten, ſagen wir ein herzliches Lebewohl. Friedberg den 8. Juli 1853. Friedrich Strackbein. Louiſe Schwab. Eiſeubahnfrachtbriefe (1077) ſind ſtets vorräthig bei Friedberg. E. Bindernagel. Fahrpläne (1078) der Eiſenbahnen, Dampfſchiffeꝛc., nebſt einer Eiſenbahn-Routen-Karte, Weſtentaſchenformat, ſind vorräthig bei C. Bindernagel. Anzeigen (1079) für die wöchentlich einmal in meinem Verlage erſcheinende Nauheimer Kurliſte werden jeden Freitag bis Abends 7 Uhr zur Aufnahme in dieſelbe ent⸗ gegengenommen. Friedberg. E. Bindernagel. Literariſche Anzeige. (1080) In Commiſſion bei Th. Niemeper in Hamburg iſt erſchienen:— Der Koybfſchmerz. Deſſen ſichere und gefahrloſe Heilung, durch eine Heilmethode, die unter ge— nauer Befolgung der angegebenen Re— geln jedesmal meiſt ſchon in kür⸗ zeſter Zeit volle Geneſung in ſichere Ausſicht ſtellt, von C. Henrich. Preis 18 kr. Der Verfaſſer, welcher ſelbſt längere Jahre an den heftigſten Kopfſchmerzen gelitten, er⸗ zählt in dieſer Brvchüre in ganz ſchlichter und faßlicher Weiſe, durch welches Mittel er davon geheilt worden und welche Mittel anzuwenden find, um jeden Kopfſchmerz, auch ſelbſt den hartnäckigſten, möge er einer Urſache zuzuſchreiben ſein, welcher er wolle, in kürzeſter Friſt ſicher und gefahrlos zu heilen. Vorräthig bei C. Bindernagel in Friedberg. Anzeigen für die Freitags er⸗ ſcheinende Nummer wolle man ſpäte⸗ ſtens bis zum Mittwoch Abend und ſolche für die Dienſtags-Nummer läng⸗ ſtens bis den Sonntag bei der Expe⸗ dition abgeben. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. 2 Vor me wandten im dad unvermu Stabt Bezier langſam wied Zei suchte ich zu entſchödige oder zwei de gckerbauenden ſchaften mit! 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