* Friedberger. f dernagel chbtriefe indernagel. Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. N 89. Sonnabend den 12. November 1853. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter und Gensdarmerie des Krei— ſes, ſowie den Polizeicommiſſär zu Wickſtadt. Betreffend: In Unterſuchungsſachen wegen des in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober in dem Hauſe des Johannes Waas zu Dornaſſenheim mittelſt Einſteigens verübten Diebſtahls. In der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober wurden mittelſt Einſteigens auf den Speicher des Johannes Waas zu Dornaſſenheim und nach Erbrechung von Kiſten und Schränkchen folgende Gegenſtände entwendet: 1) 7 neue leinene Weibshemden mit baumwollenem Ein— ſchlag, ohne Zeichen; 2) eine weiß und braun gewürfelte Bettſpreue, von 9 Ellen Gehalt; 3) ein Leintuch mit Franzen, baumwollenem Einſchlag, 9 Ellen Zeug; n 4) vier neue leinene Mannshemden mit Baumwollenein— ſchlag, von welchen zwei noch gar nicht getragen waren, ohne Zeichen; 5) ein halbes flächſenes Leintuch, 3 Ellen lang und etwa 7% bkeiß,. 6) ein viereckiges ſeidenes Frauenhalstuch, grau grundirt, mit rothen und blauen Blumen, etwa 1½ Elle groß; 7) ein großes braunes wollenes Halstuch mit geknüpften Franzen und rothen Streifen(das Muſter kann nicht genau angegeben werden z) 27 8) ein baumwollenes Halstuch, braun grundirt mit gelben Streifen; f 9) eine blau kattunene Schürze mit hellblauen Blumen und Bendeln von braunener wollener Schnur; 10) eine weiß grundirte kattunene Schürze mit braunen Streifen ohne Bendel; a f 1 110 zwei weiße dreieckige Kinderhalstücher mit gehäkelten Krägelchen; 5 5 g 12) ein ſchwarz wollenes langes Tuchkleid mit weiten Aermeln, auf der Bruſt mit Krappen und Schlinken zum Schließen verſehen, mit grauem Futterbarchent gefüttert; i i 13) ein braun kattunenes Frauenkleid mit blaunen Blu— men und noch wenig getragen; f 14) ein Frauenkleid von blau grundirtem Hamanzeug, mit ſchwarzem Muſter; 15) ein dunkelblauer Tuchüberrock mit ſchwarzem Sammt⸗ kragen, überzogenen Knöpfen und grauem Futtertuch; ein paar dunkelgraue Tuchhoſen; 5 eine Weſte von grün grundirtem wollenen Stoff, grün geblümt, grau gefüttert und mit zwei Reihen über— zogener Knöpfe verſehen; ein dunkelblauer tuchener Wamms, dunkel gefuttert; ein braunes Kattunkleid mit rothen Blumen, einem 11 jährigen Mädchen gehörend; 160 170 18) 19) 20) ein etwas gebogener Schlüſſel zu einem Kiſtenſchloß; 21) ein geſtreiftes Tiſchtuch; 22) ein wollenes roth geblümtes Halstuch; 23) die Taufſcheine des Johannes Waas und deſſen Ehe— frau Eliſabethe, geb. Embach, von Pfarrer Leukel zu Dornaſſenheim ausgeſtellt; das Bürgeraufnahmedecret des Beſtohlenen, vom Jahr 1842 ausgefertigt von dem damaligen hieſigen Amte und wahrſcheinlich unterzeichnet„Vietor /. drei Impfſcheine für die Katharine, Marie und Karo— line Waas, wahrſcheinlich unterzeichnet Dr.„Lautz; Kaufbrief über den Ankauf des Hausbauplatzes vom Jahr 1850, unterzeichnet„Hildenbrand; Zwei Quittungen des Herrn Rentamtmanns Angerer zu Ockſtadt von demſelben Jahr, die eine enthaltend den Empfang des Kaufpreiſes ad 24 fl. 30 kr., die andere den Empfang von 4 fl. Reiſekoſten; Gütertheilzettel der Ehefrau des Johannes Waas; ein Extract aus dem Steuerkataſter, enthaltend die Beſchreibung des Hauſes und der Guͤterſtücke des Jo— hannes Waas, ausgefertigt von dem Herrn Bürger— meiſter Bommersheim zu Dornaſſenheim vom Jahr 1850. Da bis jetzt die Thäter noch nicht ausgemittelt wer— den konnten, ſo beauftrage ich Sie, geeignete Nachforſchun— gen zur Habhaftwerdung der entwendeten Gegenſtände und zur Ermittelung des Thäters anſtellen zu laſſen und das Reſultat einzuberichten. Friedberg am 1. November 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. 24) 25) 260 270 28) 290 Huſar, Chirurg, Kammerdiener und Poſtmeiſter. Erzählung meiner Großtante. Mitgetheilt von Karl Barth. Meines Schwagers Vater war Poſtmeiſter in Eis— feld und hieß Oelner. Er ſaß in der Wolle, denn damals trug eine Poſtmeiſterei noch was ein. Je ſchlechter die Wege, deſto mehr Extrapoſten; und je weniger und U 2. NV. 5 5 e 14* 7— 1 ene Ds— a 1 — — e — 1 —— 2 N — 1 0 7 2356 E- ſchlechter Ordinari-Wägen, deſto mehr verdiente der Poſt⸗ halter. Der alte Oelner wollte ſeinen wilden Jungen zum Nachfolger im Amte haben, dem aber ſtack das Sol⸗ datenleben im Kopfe, und weil jedesmal der Alte tobte wie ein Löwe, wenn er davon anfing, gab der Sohn vor, er wolle Mediein ſtudiren. Endlich erlaubte das der Alte. Das Studentenleben gefiel auch dem Herrn Sohn gut genug, ſo daß er drei Jahre in Jena herumtollte, das ſchwarze und weiße Köſt⸗ ritzer vom Lichtenhainer Bier beſſer unterſcheiden lernte als Muskeln und Bänder, und bald den Stoßdegen und Hieber beſſer handhabte, als die Lanzette oder den damals noch gebräuchlichen Aderlaßſchnepper. So lange der Alte Geld ſchickte, that es gut. Als er aber gar zu viel brauchte, ſchickte er einmal am Ende des Semeſters kein Geld, ſondern nur eine tüchtige Strafpredigt. Das ver- droß natürlich den Herrn Sohn ſo, daß er ſeinem Alten durch die Lappen ging und ſich bei den Preußen anwerben ließ, als der ſiebenjährige Krieg eben angefangen hatte. Der alte in Eisfeld, als er es hörte, wollte hauen und ſtechen, und fing ſelbſt einen ſiebenjährigen Krieg in ſeinem Hauſe darüber an, half aber nichts mehr, der Junge war einmal und blieb Soldat. Doch hatte er bei all dem wüſten Studentenleben noch ſo was von der Baderkunſt weggeſchnappt, und manchmal an verwundeten Soldaten probirt, drum wurde er bald Feldchirurg. Als Poſthalters— ſohn ritt er ſchon von Haus aus wie der Teufel, drum kam er zum alten Ziethen unter die ſchwarzen Huſaren. Er hätte nun als Chirurg eigentlich bei den Herren Stabs— offtzieren, der Feldmuſik und Bagage hinter der Front bleiben können, allein der Teufel hatte ihn immer vorn unter den Freiwilligen, wenn der Tanz los und es zum Einhauen ging. Erſt wenn ſchon genug Verwundete hinter die Fronte getragen waren, ließ er ſich zurück zum Chi⸗ rurgendienſt beordern. Aber auch das Geſchäft ging ihm raſch von der Hand, er handirte mit dem Verbindezeug ſo geſchickt und glücklich im Feld und den Spitälern, daß der alte Fritz, dem ſchon ſeine kriegeriſche Hitze, Uner— ſchrockenheit und Geiſtesgegenwart bekannt geworden, ihn bald auszeichnete, öfter mit ihm ſprach und zuletzt zum Oberfeldſcheer des Regiments machte. Mein Schwager ſchämte ſich aber auch nicht, überall wo es Gelegenheit gab, etwas zu lernen, und ſollte es von einem Curſchmidt, einem Scharfrichter oder einer alten Frau ſein, wenn ſich das Mittel nur bewährte. Einmal anf dem Rückzug nach der Schlacht von Collin, wo Huſar und Feldſcheer genug zu thun gehabt, ging's etwas drunter und drüber. Die Reiterei war in der Nacht durcheinander gerathen. Mein Schwager war auf ſeinem Gaul eingeſchlafen, und ſo ritt denn der Herr Oberfeldſcheer bald mitten unter der Be— gleitung des Königs, dicht neben ihm, ohne es zu wiſſen, mit fort. Ein General wollte ihn wecken, der alte Fritz aber, der es bemerkte, hielt ihn ab und ſagte:„Laß Er's nur, der hat heute gut mitgearbeitet, wiewohl auch um— ſonſt, und doppelt ſo viel wie wir, auch verſäumt er nun nichts mehr, denn ſeine Bleſſirten werden, der Dewel hole mir! von den Oeſtreichern verbunden.“ Als der Tag kam, ſchlug der König dem Oelner mit der Hand auf die Schulter und ſagte, als der erſchrocken vom Schlafe auffuhr, die Augen mit dem Aermel aus— wiſchte, und dann doppelt ſo weit aufriß, als er den König neben ſich ſah:„hat Er endlich ausgeſchlafen, junger Fleiſchhacker und Hautflicker! nun ich wollte, ich könnte wieder einmal ſo ſanft im Bette ſchlafen, als Er auf ſeinem Gaule, nun reit Er aber wieder zum Regi— ment an Seinen Poſten, Adieu!“ Das Wort war dem Oelner lieber, als hätt' ihm der alte Fritz einen Beutel voll Dukaten geſchenkt. der alte Preußenkoͤnig. Endlich war der Krieg vorbei. Der Oelner bekam einen ehrenvollen Abſchied, mit der beſonderen Bemerkung, daß es ihm auch nach Jahren noch frei ſtehen ſolle, in jedem Regimente mit gleichem Rang und Gehalt wieder einzutreten. Da kam er denn wieder nach Eisfeld. Es war ein herrlicher Hufar, mein Schwager, groß und wohl— gebaut, von der Sonne gebräunt und rothwangig. Er kam mit voller Uniform, und der große, gedrehte ſchwarze Schnurrbart ſtand ihm gar gut. Ich meine, ich hätte mein Lebtag keinen ſchmuckern Burſchen geſehen. Jetzt bin ich eine alte ſiebenzigjährige Wittwe, und kann's wohl ſagen, wenn's auch die Schlingel, meine Söhne, hören, ich ſah ihn damals ſo gerne als meine Schweſter, die er bald darauf heirathete. Damals war der Lakaiendienſt die erſte Staffel zu jedem andern. Alles ging vom Hofe oder vom Stalle aus, nämlich vom Marſtall des Fürſten. Die beſten Schulmeiſterſtellen kamen an gewöhnliche Bediente, die ſchlechten wurden an alte abgedankte Soldaten vergeben. Der niederſte Bediente konnte vom Klingelbeutelträger an der Schloßkirche zum Küſter, und von da zum Stadt— bürgermeiſteramte, oder er konnte vom Schreiber zum Kanzelliſten und Kammerrath mit Sitz und Stimme im Verwaltungs-Collegium emporſteigen. Der Stalljunge avancirte zum Stallknecht, dann Vorreiter, Bereiter und Stallmeiſter, bis zur Mignonſtelle an der Seite des Herrn. Ein anderer guter Bekannter war ein tüchtiger Or— ganiſt und Muſikus, der bei dem weltberühmten Se— baſtian Bach, dem großen Componiſten, in Leipzig in der Lehre geſtanden hatte, mußte aber, um Dirigent der fürſtlichen Kapelle und Hoforganiſt zu werden, ſich um die Kammerdienerſtelle zugleich bewerben, die er auch bis an ſein Ende verſah. So auch mein Schwager der Poſt⸗ meiſter: ſo widerwillig er darüber ſeinen Schnurrbart auf und abdrehte, mußte er, um Leibchirurg zu werden, den Kammerdienſt zugleich mit übernehmen, bei dem wilden Prinzen und damaligen Vormund-Regenten Joſaphat. Dieſer Herr war früher kaiſerlicher Feldmarſchall, und der großen Maria Thereſia Liebling, hatte die Kriegsſchule im Türken⸗ und Franzoſenkriege unter dem Kriegsfürſten Eugenius mit durchgemacht, und kommandirte im ſieben⸗ jährigen Kriege nach der Schlacht bei Roßbach die Reichs— armee, die bei den gemeinen Leuten die Reißaus-Armee hieß. Es war eigentlich ein guter, freigebiger Herr, aber manchmal aufbrauſend und jähzornig wie's Gewitter. Der Oelner war ihm bald unentbehrlich, mußte ihn auf all die prächtigen Jagden begleiten, von denen die luſtigſte die war, wo die Sauen, jede einen ausgeſtopften Juden, mit langem Flachsbart, das Schwänzlein ſtatt Zaumes haltend, verkehrt auf ſich ſitzen hatten, und ſo durch einen großen Teich geſetzt, während des Darüberſchwimmens niedergeſchoſſen wurden, und ungemeines Gelächter er— ſcholl, wenn ein Schütze den Juden ſtatt des Wildſchweines getroffen. Nun meine Rede nicht zu vergeſſen; der Her— zog Joſaphat war einmal lange unwohl, und litt be— ſonders an Schlafloſigkeit. Mein Schwager mußte da mehrere Wochen lang bei Tag und Nacht Dienſte thun, und ſuchte nach ſeiner Art eine Ehre darin, immer wach und munter zu ſein. Durch Kaffee und andere Mittel Es war doch ein einziger Herr, wurde er auch des Schlafes Herr, wurde aber nach und nach, von dem vielen Wachen, ſehr gereizt und ärgerlich. In einer Nacht war's gar arg. Schon ſechs- bis ſieben— mal war er bei dem Herrn geweſen, und hatte noch keine halbe Stunde geſeſſen, da ſchellte es wieder heftiger als Der Prinz vielleicht hatte geträumt, er habe vorher. man ring mern konnen.“ ſeine Au de ſeine 45 . sum d auf den Tach machte eile Ve gebung d. Stelle rufen, Am anden kommen, da f ſchied einzureick ſind hitzig, ich abſetzen, denn verlernt beim erſt ein Jahr telle, mit beig öffentlich zu pr So geht Herren, oder licht rathen, zu nehmen wi — U Bekanntm. * Anlehen (1132) Bei Nummern 33, 100, 115, 126, 1517 152, 172. worden und kon Stadtkaſſe hier, hauſe J. Lindht . Januar 1854 Alzey den 2 9 aun ledernen Fei für die (174% dreit 10 Uhr, ſoll au Anfertigung; a) von 50 S eimern, d. d) von 100 Spritzenſe offentlich an de Kegeden werdet Stammhei Be! 743) u die noch 1 2357 früher vergeblich gekingelt, ſaß, als der Oelner in's Schlafzimmer trat, aufgerichtet im Bette, roth wie ein welſcher Hahn vor Zorn, die Kolleradern angeſchwollen wie Peitſchenrieme, und donnerte ihn mit ſeiner Löwen— ſtimme an 5„Ihn ſoll ja das Donnerwetter, ſchon drei— mal hab' ich geſchellt und Er fauler Racker ſchläft ſtatt zu wachen, und kömmt nicht; Er iſt nicht mehr werth als ich ſchieß' Ihn nieder.“ Zugleich ergriff er eine der ge⸗ ladenen Piſtolen, die immer vor ihm auf dem Tiſch lagen, ſpannte den Hahn, und legte auf Oelner an. Der aber hatte im ſelben Momente die andere ergriffen, hielt ſie ebenſo ſchußfertig dem Herrn entgegen, und ſagte ganz kaltblütig:„Jetzt treffen aber Ihre Durchlaucht, denn ich werde nachher nicht fehlen. Geſchlafen hab' ich nicht, ob⸗ gleich ich ſeit drei Wochen kein Bett geſehen, und kaum zwei Stunden täglich Morgens auf dem Stuhle ſchlum⸗ mern können.“ Da legte der Prinz, der während dieſer Rede ſeine Augen immer weiter geöffnet hatte, ſo daß man ringsum das Weiße ſah, die Piſtole wieder langſam auf den Tiſch nieder. Der Kammerdiener that daſſelbe, machte eine halbe Schwenkung zur Thüre hinaus, in's Vorzimmer zurück, ließ einen andern Diener an ſeine Stelle rufen, und ging nach Hauſe. Am andern Tage ließ ihm der Prinz ſagen, er ſolle kommen, da kam er auch, aber nur um ſeinen Ab— ſchied einzureichen, mit den Worten:„Ihre Durchlaucht ſind hitzig, ich bin hitzig, da möcht's einmal ein Unheil abſetzen, denn ich hab' Ehre im Leibe, und die Furcht verlernt beim großen Preußenkönig.“— Er erhielt aber erſt ein Jahr ſpäter ſeinen Abſchied und die Poſtmeiſter⸗ ſtelle, mit beigefügter Erlaubniß als ehemaliger Hofchirurg öffentlich zu prakticiren. So geht's in der Welt, und ſo ſind die großen Herren, oder ſo waren ſie, denn jetzt moͤcht ich dem Oelner nicht rathen, noch einmal auf ſolche Art ſich Genugthuung zu nehmen wie damals. Monatsbericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg. Für alle Gaben, die uns im Monat Oktober zugegangen find, ſagen wir hiermit den herzlichſten Dank. Außer den Naturalien gingen 486 fl. ½ kr. ein. Die Ausgabe betrug 530 fl. 28/ kr. Die Mehr- ausgabe haben wir entliehen, um allen Anforderungen zu genügen. Das Meiſte dieſer Summe floß in die Baukaſſe. Die Bauſchulden ſind der Grund, warum es uns immer, auch bei den beſten Einnahmen an Geld gebricht. Noch haben wir 477 fl. 33 kr. Baukoſten zu bezahlen und dann wird vollſtändige Rechnung über den Hausbau abgelegt wer— den. Das Haus ſelbſt gehört den Aktionären ſo lange, bis dieſelben durch Rückzablung der Aktien befriedigt ſind, und alsdann gehört es nicht dem Vorſteher, wie Einige böswillig ausſprengen, ſondern der Blinden⸗Anſtalt, als milde Stiftung, die bis dorthin Cor⸗ porationsrechte haben wird. Vor der Hand mußte jedoch der Unter- zeichnete alle Verpflichtungen übernehmen, um den Aktionären Garantie zu bieten. Alle weitere Auskunft ſind wir jedem Berechtigten mit Vergnügen zu geben bereit. Unſere ſämmtlichen Bücher liegen zu Jedermanns Einſicht offen. Friedberg den 1. November 1853. J. P. Schäfer, Vorſteher. Guſtav-Adolf-Stiftung. Wegen unvorhergeſehen eingetretener Hinderniſſe konnte die Jahresverſammlung unſeres Wetterauer Zweigvereins in dieſem Herbſte nicht mehr, wie es anfänglich beſtimmt war, in Kaichen abgehalten und mußte für das kommende Frühjahr verſchoben werden. Indem wir dieß den, Gliedern des Vereins hierdurch kundgeben, bitten wir zugleich die Vorſtände der einzelnen Ortsvereine, nunmehr für die Er— hebung der Beiträge für 1853, ſoweit dieſelben nicht ſchon Statt gehabt, gütige Sorge tragen zu wollen. Herr Apotheker Wahl verſieht fortwährend in gewohnter Un— eigennützigkeit die Geſchäfte des Caſſirers. Der Vorſtand des Wetterauer Zweigvereins der 4 Guſtav⸗Adolf⸗Stiftung Sell. Dr. Matthias. — Dr. n— 1 Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN ν e N Anlehen der Stadt Alzey. (1732) Bei heutiger Verlooſung find die Nummern 33, 40, 57, 59, 61, 88, 92, 93, 100, 115, 126, 133, 137, 138, 141, 143, 147, 151, 152, 172, 186, 196, 200, 204, gezogen worden und können die Beträge ſowobl bei der Stadtkaſſe hier, als auch bei dem Banquier⸗ hauſe J. Lindheimer in Frankfurt a. M. am 1. Januar 1854 in Empfang genommen werden. Alzey den 15. September 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Se ü beer k. Hie fer un g von ledernen Feuereimern und Spritzenſchläuchen für die Gemeinde Stammheim. (1740 Freitag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll auf dem Gemeindehaus dahier die Anfertigung: a) von 50 Stück ledernen Feuer⸗ eimern, veranſchlagt zu b) von 100 laufende Fuß lederne Spritzenſchläuche, veranſchlagtzu 60 fl. öffentlich an den Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Stammheim den 4. November 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Pauly. Bekanntmachung. 117435) Alle diejenigen, welche aus der 18531 Erndte noch Holz im Wickſtädter Walde ſitzen 125 fl. haben, werden hiermit aufgefordert, ſolches um ſo gewiſſer binnen 8 Tagen entweder abzufah⸗ ren, oder deſſen Betrag an den Rechner Veith zu Wickſtadt zu entrichten, als nach Ablauf dieſer Friſt eine nochmalige Verſteigerung vorgenom⸗ men werden wird. Forſthaus Beinhards am 10. November 1853. Der Gräfl. Revierförſter Hartmann. Verſteigerung alter Baumaterialien. (1746 Mittwoch den 16. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen in dem Zuchthauſe zu Marienſchloß nachſtehende alte Baumaterialien gegen gleichbaare Zahlung meiſtbietend verſtei⸗ gert werden: 1) Ein hölzernes Hofthor von 168 Zoll Breite und 128 Zoll Höhe. 2) Eine Pumpe mit hölzernem Steigrohr, gußeiſernem ausgebohrtem 26 Pfund ſchwe⸗ rem Stiefel, bleiernem 142 Pfund ſchwe⸗ rem Saugrohr und ſchmiedeiſernem Schwen⸗ gel, Arme, Ringen und Kolbenſtange, zu⸗ ſammen 86 Pfund wiegend. 3) Eine Pumpe mit hölzernem Steigrohr, gußeiſernem 26 Pfund ſchwerem Stiefel, bleiernem 98 Pfund ſchwerem Saugrohr, ſchmiedeiſernem Schwengel, Arme, Ringen und Kolbenſtange, zuſammen 75 Pfund ſchwer und einem kupfernen Ausgußrohr. 4) Ungefähr 36 Centner Gußeißen(alte Oefen). Gießen den 8. November 1853. Gr. Kreisbauamt Gießen Holzapfel. 8 D 8 W 2 8 ne 0 Arbeits-Verſteigerung. (1747) Montag den 14. November l. J., Vormittags um 10 Uhr, ſollen verſchiedene Bau⸗ arbeiten am Schulhauſe zu Oberrosbach, be⸗ ſtehend in Maurer-, Schreiner- und Pflaſter⸗ arbeit, ſodann die Lieferung von 860 Stück Backſteinen, auf dem Rathhauſe daſelbſt an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Oberrosbach den 9. November 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Blecher. N Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein Logis, (1709) beſtebend in 5 heizbaren Zimmern, 3 Kammern, Küche, Waſchküche, Keller zc. iſt zu vermiethen und kann bis den 1. Februar k. J. bezogen werden bei W. Hanſtein, Friedberg. Wagnermeiſter. Anlehen der Landgräfl. Reſidenzſtadt Homburg v. d. Höhe. (1786) Von dem unterm 1. Juli 1847 bei Simon Lindheimer zu Friedberg negoctirten An⸗ lehen find folgende Obligationen, No. 21 a fl. 300. No. 51 u. 55 à fl. 100. fl. 200. fl. 500. zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1854 gezogen worden und können die Beträge zur Verfallzeit an meiner Caſſe in Empfang genom⸗ men werden. Frankfurt a. M. den 1. November 1853. J. Lindheimer. 23358 e- Sehr ſchöne moderne Mäntel⸗& Kleiderſtoffe in verſchiedenen Sorten, und in reichſter Auswahl, neue Long-Shawls, ſowie ſehr gutes Tuch, Buckskin, Weſten und Damentuch empfehle ich, unter Zuſicherung der billigſten Preiſe, zu geneigter Abnahme. 178) Mayer J. Hirscli. Annonce. (1639) Geräumige Magazine, auch als Nie⸗ derlage für getrocknete Häute und Felle ſehr geeignet, bei Spediteur Otto Kolligs, große Gallengaſſe neu No. 4 in Frankfurt a. M. Braunſchweiger Flachs!! ) Prima Qualität, e bei Wilhelm Fertſch. gutes Clavier Ein Näheres bei der (1720) iſt zu vermiethen. Expedition dieſes Blattes. Empfehlung. (1738) Ein verehrliches Publikum mache ich ergebenſt darauf aufmerkſam, daß ich eine große Auswahl von Spiegeln mit Goldrahmen, Ba⸗ rokorahmen, Nußbaum⸗Säule mit Aufſatz und glatten Rahmen, ferner Spiegelgläſer und Gold⸗ leiſten, alle dieſe Gegenſtände in verſchiedener Größe zu äußerſt billigen Preiſen vorräthig habe. Auch bringe ich wieder in empfehlende Erinne⸗ rung, daß ich das Einrahmen von Bildern, Portraits ꝛc., auf das Prompteſte und Billigſte beſorge. Friedberg im November 1853. Fr. Hanſtein, Glaſermeiſter. V Dr. Borchardt's arom. med. on Kräuter⸗Seife(à 6 Sgr. pr. Packetchen) zur Verſchönerung und Verbeſſe⸗ kung des Teints und erprobt gegen alle Haut⸗ unreinheiten; Dr. Suin de Bontemard's arom. Zahn⸗ Paſta(in Päckchen zu 6 und 12 Sgr.) das Beſte zur Cultur und Conſervation der Zähne und des Zahnfleiſches; a 5 des Königl. Preuß. Kreis⸗Phyſikus Dr. Koch's Kräuter ⸗ Bonbons(in Original⸗ Schachteln zu 10 u. 5 Sgr.) be⸗ währt gegen Huſten, Heiſerkeit, Grippe, Ka⸗ tarrh ꝛc.; Dr. Hartung's Chingrinden⸗Oel(a 10 Sgr. pr. Flaſche) zur Conſervirung und Ver⸗ ſchönerung des Haarwuchſes, und Dr. Hartung's Kräuter⸗Pomade(a 10 Sgr. pr. Krauſe) zur Wiedererweckung und Stärkung des Haarwuchſes(1749) befindet ſich für Friedberg das alleinige Depot bei P. F. Schmittner, ſowie auch in Butzbach bei Val. Wießler. Ein Logis (1150) iſt zu vermietzen und kann ſogleich bezogen werden bei Wittwe Marbach in der Vorſtadt. Ge ſ uch. (1751) Ein Burſche, welcher gut mit Pfer⸗ den umgehen kann, wird in Dienſt geſucht. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Zu dern e (1752) Ein vollſtändiges Logis gleicher Erde iſt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden bei Wilhelm Netz. Zu vermiethen. (1783) Ein Zimmer mit Kabinet, mit oder ohne Möbel, iſt zu vermiethen und kann ſogleich vezogen werden bei Conrad Diehl, neben Herrn Apotheker Wahl. Af fhoir der un g 175 Alle diejenigen, welche Ackerpacht an die Ludwig Keim's Wittwe zu zahlen haben werden aufgefordert, denſelben binnen 8 Tagen an mich zu entrichten. Friedberg. Friedrich Schäfer, Meſſerſchmied. Nicht zu uͤberſehen! (1755) Unannehmlichkeiten möglichſt auszu⸗ weichen, ſchlage ich auch noch dieſen Weg ein, meine Schuldner wiederholt um Zahlung zu erſuchen und werde ich, um meinen Verbind⸗ lichkeiten nachkommen zu können, gegen die Säumigen, OHNE Ausnahme und bis auf die jüngſte Zeit, mit Gerichtsverfahren bis zum Erfolge vorſchreiten. Aſſenheim den 8. November 1853. Süffert, Apotheker. Zu ver miethen (1756) ein Logis, welches bis Ende Januar 1854 bezogen werden kann bei Hartm. Lang, Schuhmachermeiſter. Zu dere a nf en. (1787) Mehrere Malter gebrochene Aepfel, beſter Sorte, hat billig zu verkaufen Friedberg. Salomon Schwab. Zu verkaufen. (4758 Zwei geſpielte 6octavige Klavsere, jedes zu 95 fl., 1 Mahagony⸗Flügel von 6¾ Octaven, zu 130 fl., und 1 vorzügliches neues Klavier mit engliſcher Mechanik, zu 230 fl, ſind zu verkaufen. Naheres bei der Exped. d. Blis. Neuer Nord⸗Lapperdan!!! (1789: Neue holländiſche Vollhäringe, Stock⸗ fiſche, Sardellen, rheinbairiſche Kaſtanien, Rum de Jamaica, Arac de Batavia, Orange-⸗ und Ananas-Arac⸗Punſcheſſenzen bei Wilhelm Fertſch. 22 2 Buͤrger-Caſino. (1760) ODen geehrten Geſellſchaftsmitgliedern theilen wir mit, daß 1) die wöchentlichen Abendunterhaltungen am 2. d. M. in dem Locale bei Hrn. Windecker ihren Anfang genommen und in bisher üblicher Weiſe fortgeſetzt werden; 2) die ſonntägigen Abendunterhaltungen Sonn⸗ tag den 13. d. M. in dem Lokale bei Hrn. Gerlach ihren Anfang nehmen; 3) in dieſer erſten Abendunterhaltung auf dem Theater„Hampelmann ſucht ein Logis“, gegeben wird; 4) Mitlwoch den 16. d. M. die Wahl eines Ausſchuſſes für die Zeitdauer von 1853 bis 54 ſtattfinden ſoll, und daß 5) in Bezug letzterer, Nichterſcheinende ge⸗ ſetzlicher Nachtheil trifft. Der Vorſtand. Todes ⸗ Anzeige. (17610 Oem Allmächtigen hat es gefallen unſeren Sohn Karl am 24. d. M. nach ſeinem vollendeten 21. Lebensjahre und langem Leiden in ein beſſeres Jenſeits abzurufen. Allen Denen, welche ihm die letzte Ehre er— wieſen, ſagen die Unterzeichneten ihren herzlichen Dank und bitten um ſtille Theilnahme. Oberwöllſtadt den 29. Oktober 1853. Eba Triebert, Großmutter, Margarethe Raab, Mutter. Kirchliche Anzeigen. 25. Sonntag n. Trinit. den 13. Nov. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Doſch. Nachmittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: Hr. Candidat Kraus. Frankfurter Cours vom 9. Nov. 1853. Miſto enn e fl. 9 41-42 Friedrichsd or„ 9 56½⁴—œ—7 Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 46-47 Rand⸗Ducaten„ 534-35 20 Fraakſtütke,.„ 9 23-24 Engliſche Souverains.„11 46 1 Preußiſche Thaler.„ 145 // 5 Frankenthaler. 1092 20% 0 Preußiſche Caſſenſcheine. r Fruchtpreiſe. 9. Nov. 4. Nov. 26. Okt. Gattung. Fried⸗ Gerns⸗ berg Mainz] heim 5 fl. kr. fl. kr. fl.] kr. Waizen pr. Malter 18— 18--— Korn 7 70 131 2512 444—— Gerſte„ 55 10 2510 11020 Hafer„„[4420 4/56 5— Polizei ⸗ Taxe fuͤr die Städte Friedberg und Butzbach vom 12. bis zum 18. Novbemer. 2 5 Fried⸗ Butz⸗ 3 Brod⸗Preiſe. berg. bach. * kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 4 2 3 1 2 7 8 44„ 7 17— 17— Eth. Lth. — Milchbrod e — Waſſerweck 113 —Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 13½ 13½ Fleiſch-Preiſe. 90 pf 11 Ochſenfleiſch 1212112— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 10— 9— „ Rinzfleiſch, gemäſtetes 8— 19— „ Kalbfleiſch 8— 18— 1„„ gemäſtetes r „Schweinenſleiſch 64 4— „Hammellleiſch 1 „ Schaaflleiſch. „ Wurſt v. blos Schweinen 16— 16— „ Bratwurſt 1 „ Schwartenmagen 1 „Geräucherter Speck 24 „Schinken 19— 120 „ Dörrfleiſch 20— 20— „ Schweinenſchmalz, 5 ausgelaſſen 2113ĩ unausgelaſſen 20— 20— „ Nierenfett 22— 20— „ Hammelsfett 161— 16— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Bender. Seippel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. daß was — 90 Der machen, da dem Auftra ſochſderſel nich dieses für den El antgegenkan mir noch Fri A Kr. an ſämmt Betreffend: In me ein Verſehen Schule und Hiervon gebe Fried an ſa Jetreffend Unte 13.* Mt