2 0 2 FN U 1 D „„ 1 enz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Mittwoch den 12. Oktober 1853. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an die Ortsſchulvorſtände des Kreiſes. Von dem landwirthſchaftlichen Bezirks-Verein des Krei— ſes Friedberg ſind für brave fleißige, ſich für die Landwirth— ſchaft intereſſirende Schüler, von denen zu erwarten ſteht, daß ſie auch nach der Entlaſſung aus der Schule ſich mit Erfolg der Landwirthſchaft widmen, Prämien, beſtehend aus Büchern über die Landwirthſchaft, ausgeſetzt worden. Ich glaube Sie hiervon in Kenntniß ſetzen zu ſollen, damit, wenn ſich in Ihren Schulen ſolche Knaben befinden, die Sie für eine ſolche Prämie würdig erachten, Sie ſolche zur Kenntniß des Vereinsvorſtandes bringen möchten. Friedberg den 6. Oktober 1853. f de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Oeffentliche Aufforderung. Von dem landwirthſchaftlichen Bezirks-Verein des Krei— ſes Friedberg ſind mehrere Prämien für tüchtige Feldſchützen ausgeſetzt worden. Diejenigen Feldſchützen, welche ſich um dieſe Preiſe bewerben wollen, haben binnen 14 Tagen, un⸗ ter Vorlage von Zeugniſſen der Ortsvorſtände, ſich dahier anzumelden. Friedberg am 6. Oktober 1853. de Beauclair, Kͤreisaſſeſſor. Die Geſchwiſterkinder. Eine Geſchichte von W. O. von Horn. (Fortſetzung.) Des Herrn Lorenz Brief war an das Miniſterium nach Paris allerdings abgegangen. Auch kam ein Brief des Miniſteriums zurück, der voll Lobes für den Obriſten Wilken war und ganz genau nachwies, wo er mit ſeinem tapferen Regiment in Spanien ſtehe; aber der verworfene Menſch, der ſeinen Haß und ſein Beſtreben, Rickchen zur Frau zu bekommen, ſo weit trieb, daß er alle Briefe, die von Fritz kamen, und alle, die an ihn geſandt wurden, verbrannte, und die verworfenen Lügen an den Armen nach Spanien ſchrieb, um ſein Herz auf den Tod zu treffen; der es ſchon lange verſtand und trieb, das Heiligthum des Briefſiegels nicht mehr zu achten und da— raus einen ſpitzbübiſchen Vortheil zog, ohne daß es Je— mand ahnete, der löſte auch mit ſeiner erworbenen Kunſt das Siegel dieſes Schreibens, nahm das ächte heraus und ſchob, da er die Kunſt ſich angeeignet hatte, fremde Handſchriften betrügeriſch nachzumachen, ein falſches unter! Entſetzlich! ruft Ihr aus, und habt Recht. Wenn Ihr aber ſaget: Warum riß nicht Gottes Gerechtigkeit den Schleier vom Angeſichte des Betrügers und Lügners, des Fälſchers und Schurken? ſo kann ich blos antworten: Zeit und Stunde war noch nicht da! Aber glaubet da— rum nicht, daß der Arm des Herrn verkürzt ſeri!— Doch laſſet uns zu unſerer Geſchichte zurückkehren! Mit wechſelndem Glücke wurde der Krieg in Spa— nien geführt. Die Engländer, die auch hier ihren Erb— feind, den Napoleon, aufſuchten, um ihn zu verderben, hatten ſich mit den Spaniern vereinigt und ſchlugen die Franzoſen uberall, bis ſie endlich in der Schlacht von Vittoria ihre Macht völlig brachen. Napoleon's Stern war im Untergehen. Sein Ueber— muth hatte ihn dahin geführt, daß der Herr der Heer— ſchaagren in ſeinem heiligen Rathe ſprach: Bis hierher, und nicht weiter! Die Ruſſen hatten ſeine Macht gebrochen. Auf ihren weiten ſchrecklichen Schneefeldern hatte ihn Gott in ihre Hand gegeben; und was dort noch übrig blieb, das vollendeten unſere deutſchen Brüder bei Leipzig. Am 1. Januar 1814 ging der tapfere Held Blücher bei Caub über den Rhein und drang in Frankreich ein. Es war mit Napoleon Matthäus am Letzten. Auch die Engländer drängten die Franzoſen immer weiter zurück. Sie waren zu ſchwach, Widerſtand zu leiſten, und Napo— leon ließ ſie ohne Hülfe. Die Soldaten waren entmuthigt; die Offiziere im höchſten Grade zornig auf Napoleon, der ſie ſtecken ließ. Kein Sold wurde ausbezahlt; für die Verpflegung wurde ſchlecht geſorgt. Die Kriegscommiſſäre ſteckten das Geld in die Säcke; für die Verwundeten wurde ſchlecht geſorgt, kurz, ein offenes Auge konnte es ohne Umſtände und Schwierigkeiten erkennen, daß Napo— leons Reich in ſich uneins war, und ſeiner endlichen Auf— löſung entgegen ging.— Der tapfere Obriſt Wilken gehörte auch zu denen, die längſt müde waren, dem Ehrgeize Napoleons zu — 7.——— —— D —— dienen, der nur Völker unterdrücken, ſeine Macht ver⸗ größern und Kriege fuhren wollte. Der Frieden, den endlich nothgedrungen Napoleon in Paris mit den Deutſchen ſchloß, nachdem ſie ihn bis in ſeine Hauptſtadt und ſelbſt daraus hinaus gedrängt hatten, machte dieſem Kriege ein Ende. Napoleon ent— ſagte der Kaiſerkrone und wurde nach der Inſel Elba ge— bracht, und der rechtmäßige König, der nach England ge— flüchtet war, Ludwig der Achtzehnte, kehrte nach Paris zurück, und die leichtfertigen Franzoſen, die kaum erſt aufgehört hatten zu rufen: Es lebe Napoleon! ſchrieen ſich jetzt heiſer: Es lebe Ludwig der Achtzehnte! Unter dieſem Volke, das jeder Wind wie eine Wetterfahne drehet, mochte Fritz nicht bleiben. Nachdem ihm ſein rückſtändiger Sold ausbezahlt worden war, machte er ſein hübſches Vermögen, das er ſich erſpart und bei einem guten Pariſer Handelshauſe dargeliehen hatte, fluͤſſig und nahm ſeinen Abſchied, um nach Deutſchland zurückzukehren, und wo die Gräber ſeiner Lieben waren, da wollte er leben und ſterben. Vorher aber wollte er, da es nun Friede war, eine Reiſe nach England und Italien machen, um auch dieſe beiden merkwürdigen Länder der Welt zu ſehen, ſeine Erkenntniß zu bereichern, und ſo die ſchweren Strapatzen des Krieges zu verſchmerzen. Den Plan hatte er ſich gemacht, wenn er in ſeine Vaterſtadt zurückgekehrt ſein würde, ſich ein kleines Land— gut zu kaufen, und dann in der Stille und Zurückgezogen⸗ heit von der Welt, in der nun das Glück, das er ge— hofft, ihm nicht mehr blühen konnte, ſeine Tage zu be— ſchließen. Der Menſch denkt's, aber Gott lenkt's. Aus der Reiſe wurde nichts. Er, der in allen den Kämpfen un⸗ verſehrt geblieben war, der nicht eine Stunde wußte, von der er ſagen konnte, er ſei in ihr krank geweſen, er⸗ krankte jetzt in Paris ſo ſchwer, daß er wohl glaubte, ſein letztes Stündlein wäre da; allein er ſollte geneſen und genas; aber die Kräfte kehrten nur ſehr langſam wieder. Als er aber ſo allein da lag, nur gepflegt von ſeinem treuen Bedienten, einem ehrlichen Deutſchen, den er aus ſeinem Regimente ſich herausgeſucht, da ergriff ſeine Seele ein ſo mächtiges Heimweh nach Deutſchland, daß er die Stunde der Heimkehr kaum zu erwarten ver— mochte. Er ließ England und Italien liegen, und ſobald er nur wieder ſo weit hergeſtellt war, daß er ohne Ge— fahr für ſeine Geſundheit die Reiſe antreten konnte, eilte er heim, obgleich es ſchon gegen den Herbſt ging. (Fortſetzung folgt.) Kirchenbuchs-Auszug von Friedberg. Monat September. Getraute: 11. Johann Karl Schneid, hieſiger Bürger und Schreiner, lediger Sohn der Katharina Schneid zu Rödelheim, und Friedericke Chriſtiane Müller, des hieſigen Bürgers und Weißgerbermeiſters Chriſtian Heinrich Muller ehe⸗ lich ledige Tochter. 11. Johannes Diegel, evang. Schulvicar zu Ulfa, Kreis Schotten, des verſtorbenen Ortsbürgers und Oeko— nomen zu Niedergemünden, Kreis Alsfeld, Johannes Diegel ehelicher lediger Sohn, und Erneſtine Friede⸗ ricke Eliſabethe Kahres, des verſtorbenen Regiments— ſchreibers im Großh. 4. Infanterieregimente Konrad Kahres eheliche ledige Tochter. 2320 e- 11. 23. 18. 19. 25. 30. 10. 27. 29. Philipp Friedrich Dienſtbach, hieſiger Bürger und Weißbindermeiſter, des verſtorbenen hieſigen Buͤrgers und Zimmermeiſters Heinrich Dienſtbach ehelich lediger Sohn, und Louiſe Fink, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Johann Georg Fink eheliche verwittwete Tochter(verehelicht geweſene Philippi). i Johannes Reich, hieſiger Bürger und Schuhmacher⸗ meiſter, des Bürgers und Krämers zu Nauheim in Kurheſſen Johannes Reich ehelicher verwittweter Sohn, und Katharine Eliſabethe Brunträger, des Bürgers und Zimmermanns zu Vilbel Joſeph Brunträger ehe— liche ledige Tochter. Getaufte: Dem hieſigen Bürger und Ackermann Chriſtian Han⸗ ſtein ein Sohn, Georg Philipp Hermann, geb. den 8. Auguſt. Dem hieſigen Burger und Baumwollenwebermeiſter Anton Aloys Länder ein Sohn, Jakob Wilhelm, geb. den 9. Auguſt. Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter Johann Heinrich Gerth eine Tochter, Suſanne Marie, geb. den 9. Auguſt. Dem hieſigen Burger und Kaufmann Ferdinand Chri⸗ ſtian Damm ein Sohn, Johann Heinrich, geb. den 3. September. Dem Bürger zu Udenhauſen, Kreis Alsfeld, und At— beiter an der Main⸗Weſerbahn dahier Johannes Otter⸗ i bein ein Sohn, Friedrich Jakob, geboren den 1. Sep⸗ tember. Dem Dr. med. und praktiſchen Arzte dahier Errſt. Emil Wenck ein Sohn, Karl Friedrich, geboren den 14. Auguſt. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Johann Hartmann Lang ein Sohn, Johann Heinrich Philipp, geb. den 10. Sept. Dem hieſigen Bürger und Kupferſchmied Martin Mondigler eine Tochter, Anna Margaretha, geb. den 26. Sept. Beer digte: Ein todtgebornes Töchterchen des hieſigen Burgen und Schuhmachermeiſters Georg Sellin, geb. den 30. Auguſt. Marie Hanſtein, Wittwe des weiland hieſigen Bürger und Ackermannes Heinrich Hanſtein, geb. Sommer, alt 75 Jahre, 4 den 1. Sept. Katharine Margarethe Göring, unverheurathete Tochter der verſtorbenen Regine Eliſabethe Göring, alt 27 Jahre, 6 Monate und 28 Tage, 1 den 4. Sept. Johann Heinrich Damm, des hieſigen Buͤrgers und Kaufmanns Ferdinand Chriſtias Damm eheliches Söhnchen, alt 6 Tage, 7 den 9. Sept. Nachtrag vom Auguſt. Konrad Wolf, Bürger zu Oppershofen Kreis Fries, berg und Knecht dahier, alt 56 Jahre, 7 den 25. Auguſt. Heinrich Scheibel, ehelicher lediger Sohn des hieſigen Bürgers und Schloſſers Georg Scheibel, alt 20 Jahr; 1 den 27. Auguſt. Sbüche verk. Geltendmacht gefordert wel Weiler haben.. J Georg Mos Chriſtan B. ſüc 1017/1 käuflich übe Prozeß dar Mohr inmi ausgewande! März o. geſchloſſenen worden, da brief über ihret Seils tung beigef. Vollmacht verſprochen iſt, auch n die Mohr wandert ur Ferner find J) auf Inftan vorgedachte Grundſtüͤck ten in den im Eicher Acker im ſteigert w thumsurku vor, theils kauf noch daß die Af urkunden t Endlich ſteht 5) im Aſſenhe Namen de eine am Peter Zim Oppothek tilgt ſein „den kann. Auf Antrag de welche auf die d dle sub. 5 genal ſodann Georg 0 Einwendungen Verkauf oder di Vergleiches can ſogewiß dinnen geltend zu mag nete Grundſſäe 1 als durch e zuge Wide 55 N Grundffück ö e b. ligt, ad 3 de dun C. No 1 4 Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NC INN Edietal ladung. (1453) Cs hat 1) Georg Reibert zu Aſſenheim beſcheinigter⸗ maßen das Grundſtück 722/5. 11% Ru⸗ then im Münzenberger Hohlfeld vor ſchon 20 Jahren von dem verſtorbenen Peter Lang, dem es noch zugeſchrieben iſt und deſſen Erben unbekannt ſind, erkauft. Dann ſtehen 2) der Cantor Müllers Wittwe zu Aſſenheim die Grundſtücke 271/49. 37 Ruthen im Eicherloh, 895/18. 50% Ruthen hinter dem Langert, im Grundouche zugeſchrie— ben, obgleich die Eigenthumsurkunde auf ihren Sohn Daniel Müller lautet, der ſolche für ſie erkauft haben ſoll, was ſeine Wittwe beſtatigt hat, während dem eine Tochter ſich in Amerika befinden ſoll, alſo, da Cantor Müllers Wutwe jene Stücke verkauft, auf dieſem Wege zu Geltendmachung etwaiger Anſprüche auf⸗ gefordert werden muß. Weiter haben 3) Georg Mohrs Eheleute zu Aſſenheim dem Chriſtian Bertalotte von da das Grund⸗ ſtück 1017/15. 22¼ Ruthen in der Silz käuflich überlaſſen, es iſt aber ſpaäter Prozeß darüber entſtanden, der, da Georg Mohr inmittelſt heimlich nach Amerika ausgewandert iſt, durch einen am 18. März v. J. mit ſeiner Ehefrau ab⸗ geſchloſſenen Vergleich, dahin erledigt worden, daß dieſe dem Käufer einen Kauf- brief über jenes Grundſtück— wie ſie ihrer Seits gethan und demſelben Quit⸗ tung beigefügt hat,— auszufertigen und Vollmacht ihres Mannes nachzuliefern verſprochen hat, was bis jetzt unterblieben iſt, auch nicht bewirkt werden konnte, da die Mohriſche Ehefrau ebenfalls ausge⸗ wandert und ihr Aufenthalt unbekannt iſt. Ferner find 4) auf Inſtanz der Gemeinde Aſſenheim den vorgedachten Georg Mohrs Eheleuten die Grundſtücke 180/42. 8½ Ruthen Grabgar⸗ ten in den Wehrgärten, 263/9. 14 Ruthen im Eicherloh, 508/11. a. 20% Ruthen Acker im Silzberg für 74 fl. 30 kr. ver⸗ ſteigert worden. Theils liegen Eigen⸗ thumsurkunden über dieſe Grundſtücke nicht vor, theils haben Beklagte über den Ver⸗ kauf noch nicht gehört werden können, ſo daß die Ausfertigung der Adjudications- urkunden bis jetzt nicht Statt finden konnte. Endlich ſteht 5) im Aſſenheimer Hypothekenbuche auf dem Namen des Heinrich Bopp von da noch eine am 8. April 1783 bei Friedrich Peter Zimmermann zu Hanau entliehene Hypothek von 25 fl. offen, die längſt ge⸗ tilgt ſein ſoll, jedoch nicht vorgelegt wer⸗ den kann. Auf Antrag der Betheiligten werden nun alle, welche auf die bezeichneten Grundſtücke und auf die sub. 5 genannte Hypothek Anſprüche bilden, ſodann Georg Mohr und Ehefrau, wenn ſie Einwendungen gegen den sub. 4 erwähnten Verkauf oder den Vollzug des sub. 3 erwähnten Vergleiches erheben wollten, aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen drei Monaten von heute an hier geltend zu machen, als ſonſt ad 1 das bezeich⸗ nete Grundſtück dem Georg Reibert zu Aſſen⸗ heim als durch Verjährung erworben im Grund⸗ buche zugeſchrieben, ad 2 Cantor Müllers Wittwe als Eigenthümerin der bezeichneten Grundſtücke behandelt und deren Verkauf beſtä⸗ tigt, ad 3 der abgeſchloſſene Vergleich als auch von G. Mohr genehmigt und die Quittung 2321„ ſeiner Ehefrau als von ihm anerkannt betrachtet nicht weniger der Kaufbrief beſtätigt, ad 4 der Verkauf unter Confirmation der Adjudications⸗ urkunden und Ausſchluß mit Einwendungen ratificirt, endlich ad 5 die gedachte Hypothek für erloſchen erachtet und im Hypothekenbuche gelöſcht werden wird. Friedberg den 1. September 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. Edietalla dung. (1454) ueber das Vermögen des Konrad Roß II. von Oberrosbach iſt der förmliche Concursproceß erkannt worden. Es werden deßhalb alle Diejenigen, welche Forderungen und Anſprüche an dieſes Vermögen zu bilden haben, aufgefordert, ſolche Mittwoch den 16. November, Vormittags 9 Uhr, bei Meidung des ſtillſchweigend erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe anzumelden und zu begründen. In dieſem Termin ſoll ein Arran⸗ gement verſucht, wegen Veräußerung der Maſſe und Beſtellung eines Curators Beſchlüſſe gefaßt werden und werden alle Gläubiger, die nicht per⸗ ſönlich erſchienen, oder durch Specialbevollmäch⸗ tigte vertreten ſind, in jenen Beziehungen als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden Gläubiger beitretend angeſehen. Friedberg den 29. Auguſt 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. Edictalladung. (14455) Ueber das Vermögen des Heinrich Bender von Friedberg iſt der förmliche Con⸗ cursproceß erkannt worden. Es werden deßhalb die bekannten und unbekannten Gläubiger des- ſelben aufgefordert, ihre Forderungen, Anſprüche und Vorzugsrechte Mittwoch den 16. November, Vormittags 9 Uhr, dahier, bei Meidung des ſtillſchweigend erfol⸗ genden Ausſchluſſes von der Maſſe anzumelden und zu begründen. In dieſem Termin ſoll ein Arrangement ver⸗ ſucht und über die Maſſe ſelbſt Beſchluß gefaßt werden, weßhalb die nicht perſönlich erſcheinen⸗ den Gläubiger ihre Vertreter zum Abſchluß eines Arrangements, ſowie zur Wahl eines Gläubigerausſchuſſes und Curators, beſonders zu bevollmächtigen haben, widrigenfalls ſie als der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger bei⸗ tretend angeſehen werden Friedberg den 13. September 1853. Großbherzogl. Landgericht Hofmann. Edictalladung. (15323) Nachſtehende Grundrenten, als: a) die dem Herrn Fürſten Ferdinand von Solms-Braunfels zu Braunfels in der Gemarkung Gambach zuſtehen⸗ den, von vier Muͤhlen, im Geſammt⸗ betrag von 327 fl. 59 kr., b) die dem Freiherrn Ludwig v. Wie⸗ ſenhütten zu Niederweiſel in der dortigen Gemarkung angebörenden, durch Allodification von Landſiedellehen entſtandenen Grundrenten, im Geſammt⸗ betrag von 263 fl. 20 kr., ſollen nach den deßhalb beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen abgelößt werden. Es werden daher alle bei dieſen Ablöſungen bekannten und unbekannten Betheiligten hier- durch aufgefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche ſogewiß binnen 2 Monaten bei dem unterzeich⸗ neten Gerichte anzumelden, gegenfalls die Aus- zahlung der Ablöſungskapitalien an die genannten Herren Berechtigten geſtattet werden wird. Butzbach den 26. September 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Ebel. —— Edietalla dung. (168) An Heinrich Weckers Wittwe dahier iſt ein Capital von 500 fl. abgetragen worden, welches Heinrich Philippi zu Fauerbach II. laut Hypothek vom 2. Auguſt 1810 von dem verlebten Apotheker Marold zu Burg Friedberg, deſſen Erben gerichtlich nicht bekannt ſind, ent⸗ liehen hat. Wittwe Wecker hat nicht nur die Hypothek über jene 500 fl. in Händen, ſondern auch einen Looszettel vorgelegt, wonach dieſes Capital bei Theilung des Nachlaſſes ihres Va⸗ ters ihr zugefallen ſein ſoll, allein daß und wie daſſelbe auf letzteren übergegangen iſt, hat nicht nachgewieſen werden können. Ebenſo hat Johannes Walz J. von hier eine Hypothek bei Heinrich Philippis Wittwe zu Fauerbach II. über 230 fl. quittirt, welche nach der Urkunde ſelbſt von Adam Grunes Wittwe dahier am 15. November 1823 ent⸗ liehen worden ſein ſollen, während, ſo viel be— kannt, dieſer Name hier nicht exiſtirt hat und Johannes Kromms Wittwe, welche von Jo— hannes Walz J. beerbt worden, die Darleiherin geweſen ſein ſoll. Endlich ſteht dem verlebten Eberhard Ernſt zu Fauerbach II., deſſen Inteſtaterben ſeinen Nachlaß ausgeſchlagen haben, im Flurbuche ein Grundſtück 627/58 1 Vril. 18½ Ruthen im Holz zugeſchrieben, das Johannes Walz I. im Zwangswege von jenem erkauft haben will und beſcheinigtermaßen ſchon über 10 Jahre beſitzt, während Akten über jenen, angeblich am 10. März 1832 geſchehenen Verkauf nicht haben aufgefunden werden können, auch das Eigen⸗ thum des Johannes Walz J. urkundlich nicht dargethan werden kann. Auf geſtellten Antrag werden hiernach alle, welche auf die vorgedachten Schuldurkunden und das Grundſtück 627/58 Anſprüche irgend einer Art bilden wollen, aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen acht Wochen von heute an, bier geltend zu machen, als ſonſt dieſes Grundſtück dem Johannes Walz 1. als durch Verjäbrung erworben im Flurbuche zugeſchrieben und, da er es weiter veräußert hat, der deßfallſige Kauf⸗ brief beſtätigt werden wird, auch Heinrich Weckers Wittwe und Johannes Walz J. als wahre Eigenthümer der obgedachten Kapitalien angeſehen und auf die von ihnen quittirten Schuldurkunden die betreffenden Einträge in den Hypothekenbüchern gelöſcht werden ſollen. Friedberg am 19. September 1853. Großberzogl. Landgericht Hofmann. Trauben⸗Verſteigerung, (1593) Freitag den 14. d. M., Nachmit⸗ tags 2 Ubr, werden die Trauben im vordern Hirſchgraben der bieſigen Burg, in Abtheilungen öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert. Friedberg den 8. Oktober 1853. Großherzogl. Rentamt Grünewald, Großherzogl. Rentamtsvicar. Obligations Verlooſung. (1594) Bei der heute ſtattgehabten Verloo— ſung der Partial-Obligationen wurde Nr. 77 à 100 fl., gezogen und zur Rückzahlung auf den 31. Dezember d. J. beſtimmt. Es wird der Inhaber derſelben hierdurch aufgefordert den Betrag gegen Einhändigung der Obligation an oben benanntem Tage bei dem hiefigen Ge— meinderechner Haaß in Empfang zu nehmen, indem weitere Zinſen von dieſem Tage an nicht mehr bezahlt werden. Bemerkt wird, daß am 1. d. M. Nr. 58 zur Rückzahlung beſtimmt war und bis heute noch nicht präſentirt wor⸗ den iſt. Fauerbach I. den 7. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter ore %, Nr 0* rr — Schaafpferche-Verpachtuug. (1595) Donnerſtag den 13. Oktober, Mor- gens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe eine Zahl Schaafpferche, welche den 20. Oktober ihren Anfang nehmen, meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 10. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Obligations-Verlooſung. 596) Bei der heute ſtattgehabten Verloo⸗ 5 Partial⸗Obligationen, wurde Nr. l, à 100 fl., gezogen und zur Rückzahlung auf den 31. Dezember d. J. beſtimmt. Es wird der Juhaber derſelben hierdurch aufgefordert, den Betrag gegen Einhändigung der Obligation an oben benanntem Tage bei dem hieſigen Gemein⸗ derechner Holler in Empfang zu nehmen, indem von dieſem Tage an weitere Zinſen nicht mehr vergütet werden. alernh eim den 7. Oktober 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Walther. Obligations Verlooſung. 89 Von den Partial- Obligationen der 1 12 Armsheim iſt die Nummer 121, zu 100 fl., zur Auszahlung gezogen worden und kann der Betrag am 1. Januar 1854, von welchem Tag der Zinslauf davon aufhört, von dem Gemeindeeinnehmer zu Armsheim oder dem Handlungshauſe Simon Lindheimer in Friedberg in Empfang genommen werden. Armsheim am 5. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Krug. Guts verpachtung. (1898) Das Gräflich Jſenburgiſche Hofgut zu Leiſenwald im Kreiſe Gelnhauſen, Juſtizamt Wächtersbach, beſtehend in: 394½ Morgen Ackerland, 121„ Wieſen, 3 7 Gärten, nebſt den dazu gehörigen Wohn⸗ und Oecono⸗ miegebäuden, mit Schäferei und ausgedehnten Weiderechten, ſowie Branntweinbrennereiberech⸗ tigung, ſoll auf 15 Jahre, von Petritag 1854 an, aus der Hand verpachtet werden. Pachtliebhaber, welche ihre Befähigung und das zur Pachtübernahme erforderliche Vermögen bei ihrem Antrage nachzuweiſen haben, werden eingeladen, ſich bei der unterzeichneten Stelle zu melden. Wächtersbach den 5. Oktober 1853. Gräflich Jſenburgiſche Rentkammer Colonius. Obligations-Verlooſung. (1599) Bei der am 5. d. M. ſtattgehabten Obligations⸗Verlooſung wurde Nr. 69 des An⸗ lehens der hieſigen israelitiſchen Religions⸗ gemeinde bei dem Handlungshauſe Simon Lind⸗ heimer in Friedberg mit 100 fl. zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1854 gezogen. Der In⸗ haber wird aufgefordert den Betrag nach ge⸗ nanntem Termin bei dem Rechner in Empfang zu nehmen, indem von dieſem Tage an keine Zinſen mehr vergütet werden. Münzenberg den 6. Oktober 1853. Der Vorſtand der isr. Religions-Gemeinde Abraham Lö b. Zwetſchen⸗Verſteigerung. (36000 Donnerſtag den 13. d. M., Nach⸗ mittags 1 Uhr, ſollen auf Ort und Stelle die der hiefigen Gemeinde zuſtehenden Zwetſchen, circg 80 Körbe voll, in kleinen Abtheilungen gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Södel am 7. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Rei tz. 322 Obligations-Verlooſung. (16010 Von den Oberhilbersheimer Partial⸗ Obligationen, à 100 fl., wurde heute die Num⸗ mer 14 zur Rückzahlung gezogen. Der Betrag kann am 1. Januar 1854 bei dem Gemeinde- einnehmer zu Oberhilbersheim oder bei Herrn S. Lindheimer in Frankfurt a. M. erhoben werden, indem von dieſem Tage der Zinslauf der gezogenen Nummer aufhört.. Oberhilbersheim am 1. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Ber and. 0 Bekanntmachung. (1602) Freitag den 14. Oktober, Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſoll die Lieferung des Bedarfs an Kartoffeln, ſowie der Gemüſe, als: Weißkraut, Würſing, Kohlraben, gelbe Rüben, Sauerkraut ꝛc., für das Landeszuchthaus pro 1853—54 einer nochmaligen Verſteigerung in loco ausgeſetzt werden. Marienſchloß den 5. Oktober 1853. Die Verwaltungs-Commiſſion. Für die Ausfertigung: Nispel, Secretär. Privat- Bekanntmachungen. V Dr. Borchardt's aromatiſch⸗medieiniſcher Kräuter⸗Seife on(à 21 kr. pr. Packetchen) Dr. Suin de Boutemard's aromatiſcher Zahn⸗Paſta (à 21 und 42 kr. pr. ½ und/ Päckchen) Dr. Koch's Kräuter⸗Bonbons (in Sachteln à 18 und 36 kr.) Dr. Hartung's Kräuter⸗Pomade und Chinarinden⸗Oel (à Original-Glas 36 kr.) (1608) habe ich für hieſigen Ort und Umgegend das alleinige Depot und halte dieſe, durch öffentliche Anzeigen in den geleſenſten Zeitungen hinlänglich bekannten und durch ihren Werth im Publikum ſo gut renommirten Artikel fortwährend in friſcher Waare und hinreichender Auswahl vorräthig und bitte nach wie vor um geneigten Zuſpruch. Friedberg. P. F. Schmittner. In Butzbach vorräthig bei Balentin Wießler. Annonce. (1520) Eine Parthie ausgeſetzte Gla ge⸗ Handſchuhe mit unbedeutenden Flecken, ſowie eine Parthie wollene und halbwollene Herren binden, erlaſſe ich, um damit aufzuräumen, zu äußerſt ermäßigten Preißen. Nauheim im September 1853. Herm. Auffarth. Rene e (1521) Ich beehre mich hierdurch anzuzeigen, daß ich Herrn Herm. Auffarth in Nauheim den Alleinverkauf meiner Fabrikate in Tabacken und Cigarren übertragen habe und mache be⸗ ſonders auf die beiden ſo beliebten Sorten ge— ſchnittene Varinas-Blätter à Pfund 10 Sgr. und 12 Sgr., aufmerkſam. Neuwied im September 1853. Florian Bianchi. Anlehen der Gr. Heſſ. Gemeinde Stammheim d. d. Stammheim, 31. Dezember 1849. (1579) Bei der heute vor Zeugen ſtattge⸗ habten zweiten Verlooſung obigen durch mich negocürten Anlehens find nachſtehende Nummern zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1854 be⸗ ſtimmt worden und können deren Beträge ſei⸗ ner Zeit bei dem Unterzeichneten in Empfang genommen werden. Lit. A. Nr. 3, 4, 5, 9, 17, 21 u. 24 à fl. 1000.— fl. 7000. „% O„ n e l 100 e fl. 7200. Büdingen den 27. September 1853. H. Lismann. Zu verm ie then (1588) In meinem Hauſe iſt der dritte Stock zu vermiethen. Friedberg den 5. Oktober 1853. Franz Heck. Gefunden. (160) Verfloſſenen Montag wurde auf dem Wege zwiſchen Friedberg und Köpern ein gol⸗ dener Ring gefunden; der Eigenthümer kann denſelben bei Conrad Hoffmann II. in Schwalheim in Empfang nehmen. Ein Leher nig 1589) wird geſucht. Friedberg. Schuhmacher Staubi— Obligations-Verlooſung.„ (1605) Die Actien Nr. 7 und 24 von dem Anlehen der hieſigen Caſinogeſellſchaft find bei der heute ſtattgehabten Verlooſung zur Rück⸗ zahlung auf den 1. Februar k. J. beſtimmt worden, und an dieſem Tage mit Zurückgabe der noch nicht verfallenen Zinscoupons bei dem Rechner der Geſellſchaft die Beträge in Em⸗ pfang zu nehmen. Von demſelben Tage an hört deren Verzinſung auf. Friedberg den 5. Oktober 1853. Die Vorſteher der Geſellſchaft. Ein gutes Zugpferd (1606) bat zu verkaufen Friedberg. Chriſtian Hanſtein. Geſchaͤfts-Erdͤffnung. (1607) Einem hieſigen und auswärtigen Publikum mache ich hiermit die ergebene An- zeige, daß ich unterm heutigen auf hieſigem Platze eine Spezerei-, Tabak-, Eigarren⸗, Li⸗ queur und Branntwein-Handlung errichtet habe. Durch prompte, reelle und billige Bedienung werde ich mir ſtets das Zutrauen der mich Beehrenden zu erhalten wiſſen. Friedberg am 7. Oktober 1853. Louis W̃'i nh ei im; Uſagaſſe, Herrn Samuel Lindheimer vis-a-vis. Fahrpläne (1608) der Eiſenbahnen, Dampfſchiffeꝛc., nebſt einer Eiſenbahn-Routen-Karte, Weſtentaſchenformat, ſind vorräthig bei Friedberg. CE. Bindernagel. Anzeigen für die Freitags er⸗ ſcheinende Nummer wolle man ſpäte⸗ ſtens bis zum Mittwoch Abend und ſolche für die Dienſtags-Nummer läng⸗ ſtens bis den Sonntag bei der Expe⸗ dition abgeben. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Am: Da Krei * N m ſümmtliche Sie werden dülttungen über“ ich und zwar pur er und ebenſo di kde der beiden en einen oder de in den Waiſen⸗ gon Waiſen habe Friedberg Alen hüreffend: Die d Brod Mit Rückſi antoffeln und B dung an Sie v is mit Vorräth Ecwarzbrod verſe Zackenes Brod, ſüerall im Stank Ame im Voraus ſilhigt iſt, friſchg Zugleich we ufer Ihrer deß ud es daher erfos Aang anzuwend öriedber; die Großh. Po betreffend. Der bren N Durch Ver Nis. zur Nr. um Branntwein