Igntelligenz-Blatt „ fuͤr die . Provinz Oberheſſen * im Allgemeinen, 1 . lüsz. den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke 4405 7 58 im Beſonderen. g 785 2 90-30 g 8 N 12 NA. Mittwoch den 12. Januar 1853. 22 f 23 1 ur 5 Das„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ erſcheint jeden Mittwoch und Samſtag. Der Abonnementspreis, welcher ſtets 5 bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt, bei der Expedition 1 fl. 12 kr., für/ Jahr 40 kr.— bei allen zum Fürſtl. Thurn und e. Taxisſchen Verwaltungsbezirke gehörigen Poſtämtern nach der neueſten Verfügung pr. Jahr I fl. 30 kr. und pr. Semeſter 45 kr. Die ſeitherigen Abonnenten wollen ihr Abonnement zeitig erneuern, damit die Zuſendung keine Unterbrechung erleidet. Ogg. a9. Dez 1 Durch die ſehr ſtarke Auflage des„Intelligenzblattes“ finden Anzeigen der verſchiedenſten Art die vortheilhafteſte un: Oerns. Verbreitung. Die Einrückungsgebühren betragen für die geſpaltene Petitzeile, oder deren Raum 2 kr., die beiden erſten Zeilen zuſammen aber 1 werden mit 7 kr. und ein Beleg mit 2 kr. berechnet. deim 522* 7* 242 7— 2— * Friedberg. Die Expedition des Intelligenzblattes. k. Tu. 11— 3 r—— 5 6 8 3 716 1= 0 Pioniercompagnie, Wedel, zum Brückenmeiſter bei der fliegenden 7 610 A J 18 b 5 5 255 8 Agde 95 M. 1 c) E* 2 0 2 1 5 Brücke zu Worms zu ernennen;— am 18. Oktober den Otto Heu⸗ ——— ma 1 ee ie e e 1 0 zu beſtätigen;— 0 2 nn 8 U* 9* am 20.— t. den? eviſor für die Steueraufſich bei der Steuer- xe Das Gr oßh. Heſſ. Landgericht Butzbach controle, Seriba, zum etatsmäßigen Reviſor bei der Steuercontrole, 3 11902. Ar 8 Meꝛirf— den Calculator Pabſt zum Reviſor für die Steueraufſicht bei der 9 n ſämmtliche Bürgermeiſter des Bezirks. een en an 8 5 Butzbach an ö 1 eiſt 1 2 0 teuercontrole,— den Steuercontrole-Acceſſiſten Eberhard, dermalen muar Betreffend: Das Geſetz über die Erwerbung des Grundeigenthums zu Bingen, zum Calculator bei der Steuercontrole und Calculator der und deſſen Ausführung. Oberſteuerdireetion,— und den Geometer 1. Kl., Schweickhard, — 3 1 5— r. zum Calculator bei dem Cataſterbüreau zu ernennen; am 29. „(Buß Nach der Verordnung vom 8. Dezember v. J. müſſen Okt. den Superintendenten und erſten evang. Stadtpfarrer Schmitt g. dach. künftig in die Beſitzwechſel(Mutationsverzeichniſſe, die bei zu Mainz zum Decan des Decanats Mainz auf die Dauer von 5 pf ir 3 Gericht für alle Gemarkungen, auch Diejenigen, die keine Jahren und am 9. 70 15. Arzt 9 Geromont zu —— 5 Fü 7 1 g Lrumſtadt zum Phyſikatsarzt des Phyſikatsbezirks Hirſchhorn,— 5 Grundbücher haben, zu führen ſind) die Nummern der——. 5 1 25 8 a in den 0. rer e 5 Vert aufer bei The prakt. Arzt Dr. Schlotthauer zu Frünberg zum Phyſikatsarzt für — 1 8— Steuerzettel der Käufer und Verkäufer(bet Theilzekteln den Phyſtkatsbezirk Biedenkopf, und den praktiſchen Arzt Dr. Nit 22 der Erblaſſer und Erben) eingetragen werden. Um dies laus Kubin zu Lorſch, zum Phyſitatswundarzt für den Phyfikatsbe⸗ 2 möglich zu machen, haben Sie dieſe Nummern künftig ſtets zirk Heppenheim, mit dem 5 zu ee zu e— So⸗ 8 910 f e n N dann wurden weiter: am 5. Oktober dem Geometer 2. Kl. Som- ap. in den Kaufnoteln, Concept-Looszetteln oder ſonſtigen Eigen— 2 5 g 5 5165 l 15 nee ene pt⸗Looszetteln oder ſonſtigen Eig mer zu Steinheim, das Patent als Geometer 1. Klaſſe für den Kreis 5*+ thumsurkunden betzuſetzen. 412 Darmſtadt ertheilt;— am 13. Oktober dem Schulvicar Schneider 5, 107 Butzbach den 7. Januar 1853. zu Alsheim, Kreiſes Bingen, die ſeither proviſoriſch von ihm ver⸗ Ebel. waltete evang. Schullehrerſtelle daſelbſt und— dem Schullehrer „ ß Zimmermann zu Hommertshauſen die 1. evang. Schullehrerſtelle 5 pf 8 5 77 zu Watzenborn; am 25. Okt. dem Kreisrabbinen Dr. Aub zu Bei⸗ — Regierungsblatt⸗Auszüge. reuth die Stelle eines erſten Rabbinen bei der isrgelitiſchen Reli⸗ 8 8 i* U 1 ionsgemeinde zu Mainz übertragen; und Nov. dem Geo— 7 Nr. 56 enthält: 1) Bekanntmachung des zwiſchen dem Groß— meer k. e n dende das dle e 2 2 15 8 3 5 5 a 3. Kl. Be Du ö as Pate als 0 1 A 3 berzogthum Heſſen und der Republik Frankreich zum Schutze des für den Kreis Dieburg ertbeilt.— 7 Cbarnktervtapei 15 —— 1 2 literariſchen Eigenthums am 12. Sept. zu Frankfurt a. M. abge⸗ S. K. H dev Großherzog haben Allergnädigſt gern 2 a 30 5 2 2* 2 Oase 4 75 22 1 cok,. D. de 5 J e 45 0 0 0 uht. Sept. 7 U 5 ſchloſſenen Verktags.. 2) Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpektion Ai e de Hofbauweſen beſtellten nau er 1 Kl erer — 13— 50 8 9 5 er Eſtaf 0 eſd 9 tels 5* 1 2 A b— NI.* 3 vom 11. Nov. die Beforderung der Eſtafettendepeſchen mittelſt der dahier den Titel„Hofbauaufſeher;!“— am 20. Okt, dem Rechner — 8 Eiſenbahnen betr.— 3) Abweſenheitserklärung des Nikolaus Hanne⸗ bei dem Landeszuchthaus, Commerzienrath Keim den C — mann, zuletzt Bäcker und Ackersmann in Waldülversheim wohnhaft 4%, ane e eee eee ee 5 31 5 i 55 eee„Rechnungsrath;“ dem ſtändigen Secretär des Gewerbvereins Com- —114 durch Urtheil des Großh. Kreisgerichts zu Mainz vom 6. November merzienralh Rößler den Ebarakrer Regierungsrath;“ am 2 * 1852.— 4) Dienſtentlaſſung Am 18. Oktober Poſtexpeditor Buch N 5 ee ee e z 6 8 19 f N Okt. de ecretär bei dem A rativ⸗ z. Lehnhof Frhr 1 zu Oberamſtadt, auf Nachſuchen.— 5) Dienſtentbindung. Am 28. 105 N feld den er e e e eee — 25— Juli 1852 wurde der Rabbine Dr. Adler von Kiſſingen von Ueber⸗ Olk. 5 Secretär bei dem Bie ont e am g Nath Otto den Cha⸗ 2* nahme der ihm unterm 19. Dezember 1851 übertragenen Stelle Falter„Conſiſtorialrath“ und am 20 Ort den Sa en 17—* 9 2 2 57 2 bunde. en 0 ichten. 1 0. 4 29. Dirt. 1 0 4 4 0. — eines erſten Rabbinen in Mainz entbunden.— 6) Dienſtnachrichten walter und Rechner bei der Hauptſtempelverwaltung, Rath Bern— 5 S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht; am 13. Okt. dem Realſchullehrer und Kaplan Metzger zu Alzei die Stelle eines Inſpectors der kath. Elementarſchulen in Mainz zu übertragen;— am 14. Okt. die Steuerpfandmeiſter-Vicare Bickel zu Bensheim und Sevin zu Zwingenberg, und den Feldwebel im 2. Infanterieregi— ment Schmidt zu Steuerpfandmeiſtern für den Obereinnehmerei— bezirk Bensheim, den Feldwebel im 1. Infanterieregiment Stork, dermalen zu Alsfeld, zum Steuerpfandmeiſter für den Obereinneh— mereibezirk Umſtadt; und am 16. Okt, den Oberfeldwebel in der hard den Charakter„Steuerrath“ zu ertheilen. Nr. 57 enthält: 1) Bekanntmachung Gr. Staatsminiſteriums vom 20. Nov.: Des Großherzogs Königliche Hoheit haben durch Allerhöchſte Entſchließung vom 18. d. M. zu verordnen geruht, daß ſämmtliche Botenmeiſter bei den Miniſterien und den ihnen unter⸗ geordneten Behörden von nun an den Titel„Kanzleiinſpektor⸗ zu führen haben.— 2) Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Juſtiz vom 1. Dez., die in den Provinzen Starkenburg und Ober eſſen legaliſtrten Grundbücher betr. Es werden darin alle Gemar⸗ 1 5 0 genannten Provinzen namentlich aufgefübrt, welche mit legaliſirten Grundbüchern verſehen ſind, mit dem Anfügen, daß vom 1. März k. J. an die Grundbuchsauszüge von den Vorſtehern der Gr. Ortsgerichte ausgefertigt werden.— 3) Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpektion vom 23. Nov. d. J., daß das Perſonengeld für Localreiſende zwiſchen Offenbach und Seligenſtadt auf 39 kr. zwiſchen Frankfurt und Seligenſtadt auf 56 kr. ermäßigt worden iſt, ſoferne die betreffenden Reiſenden leere Plätze in den Haupt- oder Beiwagen einnehmen. Für Localreiſende, welche auf obiger Strecke beſondere Beförderungskoſten verurſachen, bleibt die bisherige Taxe in Kraft. — 4) Bekanntmachung Gr. Kreisraths zu Lindenfels, daß das 5. und 6. Ziel der Umlage 3. Klaſſe der Gemeinde Litzelbach für 1852 nicht erhoben werden ſoll.— 5) Namens veränderung. Am 19, Okt. wurde dem Georg Jakob Weyrauch aus Untermoſſau geſtattet, künftig den Namen„Frey“ zu führen. Antonio, der Niſcher von Capri. Eine Erzählung von W. O. von Horn. (Schluß.) Antonio war mit ſieben Fiſchern und dem Capitän in der Barke. Ausnahmsweiſe war Letzterer menſchlicher, als die übrigen Genoſſen, und behandelte ſeine Leute milde. Er ſaß zugleich am Steuer und regierte es. Die Fahrt war glücklich. Sie flochten die Netze während der Fahrt und erreichten endlich ohne beſondere Fährlichkeiten ihre Station, welche ein Korallenriff war, welches in einer Tiefe von etwa dreißig Fuß unter der Oberfläche des Meeres und ungefähr zwei Miglien von der Küſte der Berberei entfernt war. Das Riff hatte eine bedeutende Ausdehnung, und ſeit zwölf Jahren ankerte hier der Barken— kapitän und zog ſeit dieſer Zeit reiche Schätze aus der Tiefe. Die nöthigen Vorbereitungen wurden getroffen und der Fang begann. Er war über alle Vorſtellungen reich und glücklich, und die Gunſt des Glückes ſchien nicht weichen zu wollen. Es war gegen das Ende der Fang— zeit, da ſchon die Barke ungewöhnlich beladen war, und zwar am reichſten mit den werthvollſten und geſuchteſten Korallenſorten, als eines Tages der Capitän ſelbſt das Netz warf. Er hatte, wie es ſein mußte, das Tau um den Schenkel gewunden, als plötzlich das Netz an einem außerordentlich großen Korallenklumpen feſthing, ein Wind— ſtoß die Barke vorwärts trieb und der Capitän mit einer ſolchen Wucht und Schnelligkeit in die Tiefe geriſſen wurde, daß an eine Rettung nicht mehr zu denken war. Das einzige noch gute Netz war mit ihm dahin. Der augenblickliche Schrecken über dieſes unerwartete Ereigniß war groß, denn kein Unglück hatte ſie bis jetzt getroffen; aber der Schrecken wich der Begierde. Viere der Mannſchaft riefen: Laßt uns die Hälfte der Ladung in Algier verkaufen und mit der andern Hälfte heimſegeln! Manu muß uns ja glauben, da der Capitän fehlt und Niemand gegen uns zeugen kann! Es waren vier ver— worfene Salernitaner, die dieſen Vorſchlag machten und heftig auf ſeiner Ausführung beſtanden. Einer der übri— gen Dreien ſchwankte; aber Antonio und ein Anderer aus Capri beſtanden auf der ehrlichen Auslieferung der Ladung an den Patron. Es gab einen hitzigen Kampf, aber die räuberiſche Partei verlor ihr Haupt, weil dieſes, ein heftiger Menſch, rücklings über Bord ſtürzte. Der Unentſchiedene ſchlug ſich nun auf Antonios Seite, wo zufällig die Jugendkraft war, während die drei Andern alte Leute waren. Sie wurden überwältigt und gefeſſelt, und Antonio übernahm den Befehl. Alsbald verließen ſie die Station und ſegelten mit der vollen Ladung nach Neapel, welches ſie glücklich erreichten. Der Patron belohnte Antonio reichlich für ſeine Treue, und ſo kam er fröhlich zur Inſel zurück, fröhlich, 9 14 6 weil er ſeiner Pflicht treu geblieben, fröhlich, weil noch ein beſonderer Lohn ihm geworden war. Ich entſinne mich noch lebhaft des Augenblicks, als er ankam. Wir erwarteten ihn noch nicht. Ich ſaß in meiner Stube und las. Da höre ich plötzlich einen Schrei, den die arme Annunciata ausſtieß. Ich fuhr empor von dem Stuhle, auf dem ich geſeſſen, und doch war es kein Schrei der Angſt oder des Schreckens geweſen. Als ich zum Fenſter trat, ſah ich ſie feſt einen Mann mit ihren Armen umhalſen, der ſich zu ihr herabgebeugt hatte. Ich ahnte, daß es Antonio ſei und eilte hinaus und fand ihn. Signor, rief er, Ihr habt Euer Wort gehalten, ich danke Euch aus Herzensgrund! Er faßte meine Hand und drückte ſie herzlich. Annunciata war ganz außer ſich vor Freude, daß Antonio geſund wieder da war, und ich kann wohl ſagen, die innige Anhänglichkeit der Geſchwiſter hat oft mein Herz tief ergriffen. Am drauffolgenden Sonntage ſaßen wir nach der Sieſta traulich bei einander, Antonio und ich. Er er⸗ zählte von ſeinen Erfahrungen und auch von dem Er— halten des Eigenthums des Patrons, aber ſich ſelbſt maß er nicht das Geringſte bei, nur mit großer Entrüſtung gedachte er der Unehrlichkeit ſeiner andern Gefährten. Es waren Salernitaner! rief er voll Verachtung. Annunciata brachte uns ein Körbchen duftiger Feigen und ſetzte ſich dann auch zu uns. Ich brachte das Geſpräch auf meine baldige Abreiſe. Da hätten Sie die Trauer ſehen ſollen! Es war nicht die Habſucht, die um die Miethe trauerte, welche ſie nun einzubüßen in Gefahr ſtand; es war eine aufrichtige Trauer des Wohlwollens und dankbarer Anhänglichkeit, welche mich um ſo mehr rührte, mir in einem um ſo höhern Maße wohlthat, als ich ſie überhaupt ſelten in der Welt gefunden, am wenig— ſten in Italien. Alle Luſt und Freude ſchien verſcheucht; aber die Erweiſungen der Liebe wurden verdoppelt. Die beiden Geſchwiſter wetteiferten darin gegen mich. Ich hatte den öffentlichen Schreiber wieder aufge— ſucht und von ihm eine Schenkungsurkunde über das Häuschen und ſeine Umgebung an Antonio und ſeine Schweſter anfertigen laſſen. Ich zahlte nun meine Miethe, beſchenkte Annunciata mit einem neuen Anzuge und vertraute ihr, da ſie nicht leſen konnte, die beiden Urkun— den an, daß ſie ſie Antonio gäbe, wenn er von Neapel, wohin er mich in ſeinem Boote überſetzte, würde zurück gekehrt ſein. Weinend drückte mir das arme Geſchöpf die Hand und den Segen aller Heiligen wünſchte ſie mir. Mir ſelber that das Scheiden wehe. Ich hatte auf der Inſel ein Stillleben geführt, wie ich es nie habe führen können in früherer und ſpäterer Zeit; ich hatte mit Menſchen verkehrt, die unbekannt mit Heuchelei und Täuſchung, thaten, was ihnen ihr Herz gelehrt, und nun ſollte ich wieder hineintauchen in das vielbewegte Leben der Stadt; ſollte wieder wandern, nachdem ich leiblich und geiſtig ausgeruht hatte. Antonio ſaß während der Fahrt ſtille am Steuer. Sein Geſicht drückte Trauer aus, und es kam mir manch— mal vor, als wolle er reden und könne nicht recht. End— lich ſagte er: Signor, werdet Ihr nie wiederkehren zu uns?— Ich erwiderte, daß ich das nicht ſagen könne, aber gab ihm die Verſicherung, daß, wenn es mir ſollte vergönnt ſein, je Neapel wiederzuſehen, ich jedenfalls ihn in Capri aufſuchen würde. Das ſchien ihn zu erheitern. Bald darauf landeten wir, und er trug mir meine Effekten in den Gaſthof. Als er ſie abgeſtellt, ſtand er da, drehte ſeine Muͤtze deren zu bere ſtuͤrmen dem jut tonio fuhr, — meine Augen. halten in der 0 Danke ſeligere ich den nich, ſen der mit Ri ten, un Gegeng ſagte: that ge 0 Soldat weil ih endlich der mi Geſichſ endlich Ende met d woll, und zt Darmſ henden — — ——— 2 135 e in der Hand und es war unverkennbar, daß er ſich zu faſſen ſuchte. Endlich ſchlug er das ſchöne Auge auf, das von Thränen feucht war. Signor, ſagte er, und ſeine Stimme wankte, Ihr waret uns kein Fremder, nein, Ihr habt, als ich fern war, wie ein Vater für meine gute Schweſter geſorgt; Ihr habt uns große Wohlthaten erwieſen— das kann ich nicht vergelten; aber Gott wird es und wir werden alle Tage fur Euch beten. Vergeßt uns nicht! Unſer Dank iſt ewig. Alle Heiligen ſeien mit Euch! Er reichte mir ſeine braune Hand, drückte die meine und— rannte dann weg. Ich trat zum Fenſter und ſah, wie er ſeine Thränen trocknete und, Sie werden es mir wohl glauben, auch ich zerdrückte eine. Am Nachmittage ordnete ich Alles zur Abreiſe; allein mein Paß forderte noch die Viſa des Ge— ſandten, und die konnte ich erſt am andern Morgen ein— holen. Zum Glück ging der Dampfer erſt am Abende dieſes Tages nach Livorno ab, wohin ich zunächſt wollte, um den Winter dort zuzubringen. In Gedanken an das Geſchwiſterpaar und ſeine reiche Liebe ſchlief ich ein. Ich malte mir die Scene, wenn nun Annunciata ihm die Documente einhändi⸗ gen würde, lebhaft aus, und ſelbſt im Traume ſpann ſich der Faden fort. Ich erwachte frühe, kleidete mich an, um zeitig in das Hotel des Geſandten zu gehen, und war eben be— ſchäftigt, mir auf meiner Spiritusmaſchiene den Kaffee zu bereiten, als ich mehrere Perſonen die Stiege herauf— ſtürmen hörte. Meine Thüre wurde aufgeriſſen, und mit dem jubelnden Ausruf:»Da iſt er noch!“ ſtürzte An⸗ tonio herein, und ihm ſolgte Annunciata auf dem Fuße. Sie ſtürzten zu meinen Füßen und umklammerten meine Kniee. Strome von Thränen entrannen ihren Augen. Selbſt der Kellner, der ſie vergeblich hatte ab⸗ halten wollen, in mein Gemach zu dringen, ſtand gerührt in der Thüre. Es koſtete mich Mühe, ſie aufzuheben.— Von dem Danke Beider will ich nicht reden; aber glücklichere, ſeligere Menſchen ſah ich nie. Sie blieben bei mir, bis ich den Dampfer beſtieg, und es war gerade Zeit für mich, denn Antonio erzählte Alles den Umſtehenden, deren Evivas ich noch lange hörte, ſelbſt durch das Brau— ſen der Räder. Als aber das verhallt war, ſah ich noch mit Rührung, wie zwei rothe Tücher in der Luft ſchwenk— ten, und ich antwortetete vom Radkaſten mit meinem Gegengruß. Thornton ſchwieg. Ich drückte ſeine Hand und ſagte: Sie haben den reichſten Segen einer echten Wohl⸗ that geärntet!— Und auch das waren Italiener! ſagte er. Miscellen. Ein Bauer ging neben einem einrückenden Bataillon Soldaten her, und hielt ſich beſonders nahe zur Muſik, weil ihm das kriegeriſche Geſchmetter der Trompeten un⸗ endlich wohlgefiel. Eine Weile ſah er einem Trompeter zu, der mit aufgeblaſenen Backen und immer röther werdendem Geſichte ſein Inſtrument auf und nieder zog, und glaubte endlich, der arme Mann bemühe ſich vergeblich, das untere Ende heraus zu ziehen. Da ſchreit er:„Dat möß doch met den Düwel to gohn, wenn dat öͤſige Ding nich herut wöll!l,, reißt mit einem kräftigen Ruck das Ende heraus und überreicht es freundlich dem erſtaunten Trompeter. Ein reiſender Kaufmann ging bei ſeiner Ankunft zu Darmſtadt in die Kirche, und fragte einen neben ihm ſte⸗ henden Handwerksmann, was man eben für ein Lied ſinge Da er ihm jedoch nahe dabei auf den Leib gerückt war, und etwas auf die Zehen getreten hatte, ſo ſagte dieſer unwillig:„Tret der Herr auf ſeine Fuße.“ Und der Kaufmann ſuchte ſogleich dieſen Text in ſeinem Geſang— buche auf. Ein höflicher Maun ſchrieb am Schluſſe ſeines Brie— fes:„Entſchuldigen Sie, wenn ich Ihnen bei der drücken⸗ den Hitze in Hemdärmeln ſchreibe.“ Kirchenbuchs-Auszug vom Monat Dezbr. Friedberg. n 19. Joh. Michael Jung, Bürger und Saamenhändler da⸗ hier, ein Wittwer, und Anna Eliſabetha Habermehl, der Maria Eliſe Habermehl aus Schellnhauſen, ſpäter verehlichten Theis zu Elpenrod außerehlich geborne unverheurathete Tochter. GU 7. Dem Ortsbürger zu Rockenberg und Handarbeiter dahier Heinrich Wahl ein Sohn, Karl Friedrich Chri— ſtian Hermann, geb. den 16. Nov. 16. Dem Bürger zu Großbieberau und Portier an hieſiger Eiſenbahn Joh. Friedrich Storck eine Tochter, Maria Barbara, geb. den 3. Dezbr. 26. Dem hieſigen Bürger und Taglöhner Thomas Becker II. ein Sohn, Chriſtian Thomas, geb. den 24. Nov. Nachtrag zum Monat Juli 1852. 25. Dem hieſigen Bürger und Schloſſer an der Eiſenbahn zu Gießen Martin Gerſtenmayer ein Sohn, Friedrich Karl Chriſtian Franz, geb. den 6. Juli. 25. Dem hieſigen Bürger und Zeugſchmiede Johannes Fill⸗ mar eine Tochter, Anna Maria, geb. den 15. Juli. Birr digte 1. Der hieſige Bürger und Bäckermeiſter Karl Chriſtian Graff, alt 33 Jahre und 11 Tage, 1 den 29. Nov. 15. Des hieſigen Bürgers und Schreinermeiſters Georg Friedrich Philipp Karl Ludwig Lothar Faatz am 13. Dezember todt gebornes Söhnlein. 16. Konrad Schmidt, des hieſigen Burgers und Kürſchner⸗ meiſters Philipp Schmidt eheliches Zwillingsſöhnchen, alt 2 Jahre, 6 Monate und 7 Tage, k den 14. Dez. 22. Juſtina Katharina Zobel, geborne Bertram, des hie— ſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Johannes Zobel Ehefrau, alt 57 Jahre, 9 Monate weniger 6 Tage, 1 den 20. Dez. 23. Suſanna Vogt, des weiland kaiſerlichen Lieutenantes Johannes Vogt dahier eheliche ledige Tochter, alt 86 Jahre. 20. Katharine Schwalm, geb. Rettinger, des hieſigen Bürgers und Schneiders Heinrich Schwalm Ehefrau, alt 34 Jahre, t den 18 Dez. 22. Anna Burk, des hieſigen Bürgers und Bierbrauers Anton Burk eheliche 15jährige Tochter, 1 den 20. Dez. 29. Friedrich Jakob Michael Berges, des Gr. Feldwebels Hartmann Berges dahier eheliches Söhnchen, alt 3 Monate, weniger 2 Tage, t den 27. Dez. 29. Eine uneheliche Tochter, Johanna, alt 3 Monate, 1 den 28. Dez. 30. Maria Karoline Trapp, des weiland hieſigen Bürgers und Apothekers Ambroſius Conrad Trapp eheliche ledige Tochter, alt 46 Jahre, 5 Monate und 19 Tage, 1 den 29. Dez. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N οννοο Verſteigerung von Holz, dann Heu und Grummet auf dem Burgwalle und in dem Gr. Schloßhofe zu Friedberg. (383) Mittwoch den 12. d. M., Nachmittags von 2 Uhr an, kommen auf dahieſigem Burg⸗ walle und in dem Gr. Schloßhofe dahier zur öffentlichen Verſteigerung: 5 Stämme Eſchen⸗ und Hainbuchen-Werk⸗ holz, 5 Haufen Stockholz, 19 Haufen Reisholz, verſchiedene abgängige Obſt- und andere Bäume, ungefähr 5 Centner Heu und eben ſo viel Grummet; dann verſchiedene andere Gegenſtände. Friedberg den 4. Januar 1853. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bau ß. Immobiliar⸗Verſteigerung. 82) Montag den 17. Januar d. J., Vor⸗ 0 9 Uhr, werden in hiefigem Rathhauſe auf Antrag des Bürgers Michael Jung dahier und deſſen Kinder, die denſelben zuſtehenden 16 e Immobilien, wie ſolche im Intelligenzblatt Nr. 93 vom 27. November 1852, Inſerat 1842, verzeichnet ſind, nochmals erbabtheilungs⸗ halber einer freiwilligen Verſteigerung ausgeſetzt. Friedberg den 6. Januar 1853. In Auftrag: i Der Großherzogl. Bürgermeiſter Ben d ex. Hofraitheverſteigerung. (415) Montag den 17. Januar d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird auf freiwilligen Antrag und wegen eingelegten Nachgebots die Hofraithe des Buͤrgers Chriſtian Wagner dahier, wie ſolche im Intelligenzblatt No. 91 vom 20. No- vember 1852 näher bezeichnet iſt, nochmals öffentlich meiſtbietend in hieſigem Rathhauſe ver⸗ ſteigert. Friedberg den 10. Januar 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Obligations-Verlooſung. (A) Bei der heute geſchehenen Verlooſung der Partiel⸗Obligationen der Gemeinde Ober— erlenbach wurde die Nummer 65 zur Abtragung gezogen. Der Inhaber dieſer Nummer wird hierdurch benachrichtigt, den Betrag derſelben, à 200 fl., gegen Rückgabe der Schuldurkunde und der noch nicht fälligen Zins-Coupons bei dem hieſigen Gemeinde-Einnehmer bis zum 1. Mai l. J. in Empfang zu nehmen, mit dem Anfügen, daß von dieſem Tage an keine weiteren Zinſen mehr vergütet werden. Obererlenbach den 7. Januar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Clo sos. Die Stelle einer Induſtrielehrerin (15 in der Volksſchule dahier iſt erledigt. Befähigten Bewerberinnen ertheilt im Auftrag des Ortsſchulvorſtandes nähere Auskunft. Fauerbach II. Pfarrer Matthias. Faſelochs⸗Verſteigerung. (46) Nächſten Donnerſtag den 13. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird auf hieſigem Rath⸗ hauſe ein gemeinheitlicher Faſelochſe, welcher auch zum Sprung noch tauglich iſt, öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert. Niederwöllſtadt den 8. Januar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Ko ſt. Ein 3jähriger Faſelochſe, (47) der Gemeinde Reichetsheim zugehörig, ſoll Dienſtag den 18. Januar d. J., des Vor⸗ mittags um 11 Uhr, im Rathhauſe daſelbſt meiſtbietend verſteigert werden. Reichelsheim den 7. Januar 1853. Schmid, Bürgermeiſter Privat⸗ Bekanntmachungen. Einladung zum Abonnement auf das erſte Quartal 1853 des Mit wöchentlich 1—2 lithogra⸗ phirten Beilagen. Frankfurter Anzeigers. Wird, außer Montags, täglich ausgegeben. Abonnementspreis für Frankfurt 45 kr. per Quartal; für auswärts bei allen Poſtaͤmtern Deutſchlands, gemaͤß dem neuen Regulativ, mit unbedeutendem Poſtaufſchlag. Anzeiger“ (2033) Der„Frankfurter bringt Erzählungen, Novellen, Alle Poſtämter nehmen Beſtellungen an. Gedichte, Miscellen, Schach-, Rechnen⸗, Räthſel⸗, ꝛc. Aufgaben; Pariſer Modebericht mit Modebild; das Allerneueſte in Häkel., Stick⸗, Strick-, Filet⸗ und Band⸗ arbeiten mit Abbildungen; populär⸗wiſſenſchaftliche Ahandlungen; für Künſte und Handwerke zeitweiſe lithographirte Abbildungen der neueſten Möbelgarnituren; Polizei⸗Ehronikz; Feuilleton für Theater und Coneertz; täglich(unter der Rubrik:„Was gibt es Neues?“) eine kurze, bündige, aber vollſtändige Rundſchau auf dem Gebiete der Politik und des öffentlichen Lebens, wodurch dem Leſer das ſehr oft unerquickliche Durchſehen großer politiſcher Zeitungen erſpart wird; ein vollſtändiges Börſe, Getreide⸗, Oel⸗ und Bauntwein⸗Berichte; das Frankfurter Amtsblatt im Auszug. Inſeraten kann bei der großen Verbreitung des„Frankfurter Anzeigers, der beſte Erfolg garantirt werden. vorkommenden amtlichen Verſteigerungen müſſen laut ſtadtgerichtlichem Decret in dieſem Blatte bekannt gemacht werden. Probeblätter ſtehen auf Verlangen gratis zu Dienſten. 5 Zu Beſtellungen empfiehlt ſich C. Bindernagel in Friedberg. Coursblatt der hieſigen Die hierorts Ein Logis (41) für eine kleine Haushaltung iſt zu ver⸗ miethen und kann ſogleich bezogen werden bei S. Butzbach. Zehntſcheuer-Verkauf. (A8) Dienſtag den 18. Januar d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll die noch in ganz gutem Zuſtand befindliche Zehntſcheuer zu Dorheim von 50“ Länge, 40“ Breite und 20“ Höhe (Frankfurter Maas) auf den Abbruch bei Gaſt⸗ wirth Wilhelm Bingel dahier, öffentlich an den Meiſtbietenden unter den bei dem Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen ver— ſteigert werden. Wozu man Kaufliebhaber ein⸗ ladet. Dorheim den 6. Januar 1853. Bommersheim, Zehntverwalter. Zugelaufen. (49) Am 6. d. M. iſt dem Unterzeichneten ein großer engliſcher Doggenhund zugelaufen. Der Eigenthümer kann denſelben gegen Bezah⸗ lung der Koſten in Empfang nehmen bei G. Haas in Ilbenſtadt. Maushenball im Hoiel Trupp. (30) Der dießjährige Maskenball findet Sonntag den 30. Jaunuar ſtatt. Die Subſcriptionsliſte beſagt das Nähere. L. C. Trapp Uachfolger. An; (81) Für eine größere Oekonomie in der Nähe von Darmſtadt wird eine tüchtige Haushälterin geſucht, die jedoch bereits eine ſolche Stelle verſehen haben und ſich darüber durch gute Zeugniſſe ausweiſen muß. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Eine Schnellwaag e (52) wurde in der Feiertagswoche in eine Behauſung dahier abgelegt, dieſelbe wurde bis jetzt noch nicht abgeholt und kann der Eigen⸗ thümer gegen die Inſerat⸗Gebühren, unter ge⸗ nauer Angabe, dieſelbe bei Polizeidiener Geißler in Empfang nehmen. Ein braunes Wallachpferd (5) ſteht zu verkaufen. Näheres bei der Ex⸗ pedition dieſes Blattes. Ein einſpänniger Wagen 18 mit eiſernen Achſen und noch in ſehr gutem Zuſtande, ſteht zu verkaufen. Näheres bei Friedberg. Philipp Ritzel, Schmiedmeiſter. Zn m Aüs le e (55) Mehrere Tauſend Gulden liegen im Gan⸗ zen oder auch getrennt, am liebſten in den Land⸗ gerichtsbezirk Friedberg, zum Ausleihen bereit bei Friedberg. Jakob Finkernagel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. veche ein jetzt ſo ert genth glaub nach