— Intelligenz-Blatt 15 wee rung. fuͤr die 185 inz Ob 19 5 rovinz Oberheſſen . im Allgemeinen, Wepupauft 2 2 2 2 * den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke Tpaften im Beſonderen. ecgermmeiffr— i 5 b A5. Sonnabend den 11. Juni 1853. 5 1 Der alte Sergeant. lautete ſtets der gleiche abſchlägige Beſcheid. Und als u weder der Jüngling, von Leidenſchaft hingeriſſen, ſein Geſchick * Von Pr. Th. Meyer. verwünſchte und den Wunſch äußerte, eine Kugel oder ein dultbeſßeri Cortſetzung.) Beduinenſäbel möchte ihn doch bald von ſeinem läſtigen 4 Daſein befreien, da machte ihm der Alte Vorwürfe: In Emil meinte, er könne gleichwohl auch einen braven Soldaten abgeben und vielleicht bring' er's ebenfalls bis zum Sergeanten; jetzt verlange er ja Mariens Hand noch nicht. Der geringſchätzende Zug in Frangois Antlitz wurde hiebei noch viel härter und die Stirne runzelte ſich wie im Unmuth. Es folgte eine peinliche Stille; das Blut des Unwillens und des gekränkten Selbſtgefühles ſtieg auch in Emil's Wangen auf. Da öffnete ſich die Zimmer— thüre, die wie zum Kampf ſich entgegenſtehenden Männer blickten Beide dorthin und in Beider Zügen zuckte es ſicht⸗ lich, als ſie Marie in hoher Aufregung hereintreten ſahen, Marie, die, ſo weit weg ſie ſich auch verkrochen, doch von dem Geſpräche zwiſchen Vater und Geliebten das Weſentlichſte ſchien gehört zu haben und die es immer mehr und mehr in die Nähe gezogen, bis der drohende Verluſt ihrer Hoffnungen ihr den Muth gab, an dem Kampfe ſelber Theil zu nehmen. Ein leidenſchaftlicher Ausbruch erfolgte, indem Marie und Emil das Herz des alten Soldaten zu beſtürmen und zu erweichen verſuchten. Der jedoch blieb feſt. Obſchon er aber in militäriſcher Poſitur ſeiner Tochter„Subordination!“ zurief, that er's gleichwohl in keinem harten Tone, die Stimme zeigte eher eine Spur von Rührung, denn der Schmerz des Mäd⸗ chens, das er von ganzem Herzen liebte, ging ihm ſelber nahe und die gegenſeitige Anhänglichkeit der beiden jungen Leute ſchien alte Erinnerungen in ihm neu zu beleben. Er erklärte, daß er Emil die Hand ſeines Kindes viel eher gegeben hätte, wenn derſelbe Landmann geblieben wäre, aber wie er nur als Conſcribirter daran[denken könne 2 als Conſcribirter bei dem jetzigen franzöſiſchen Heere, das nur ein matter Abglanz jener alten ruhmge— krönten Kaiſerarmee ſei! Und dabei äußerte ſich dann wieder ſein Mißtrauen in das junge Frankreich und ſeine Klage um den großen Todten und ſeine ehemalige Garde. Francois blieb unerbittlich und war nicht zu erweichen. Wohl wünſchte er dem jungen Werber Glück zu ſeiner neuen Laufbahn und rieth ihm wohlmeinend, die Helden der Kaiſerzeit als unerreichbare Muſter ſtets vor Augen zu halten; von irgend einem Verſprechen, einer Ver⸗ tröſtung aber wollte er nimmermehr etwas hören, ſo reich⸗ lich auch Mariens Thränen floßen, ſo heiß und unermüd⸗ lich Emil bat und flehte und beſchwor.„Es geht nicht!“ ſolcher Geſinnung zeige ſich's eben, daß er kein ächter Soldat ſei; ihm ſelber ſei es einſt nicht beſſer ergangen, aber ein Soldat der Garde würde nimmer ſo bald capi— tulirt und das Gewehr geſtreckt haben, ſondern wäre auf ſeinem Poſten geblieben und hätte im Feuer ausgehalten; heut zu Tage aber ſei's nichts mehr, um einer Liebſchaft willen verliere man jetzt den Kopf und das Herz und würde zum Deſerteur und Feigling, die verzweifelten und das Gewehr wegwürfen. „Haltet ein, Frangois!“ rief hier Emil voll Gluth und Begeiſterung, der bei dem Vorwurf plötzlich wieder Herr über ſeine Leidenſchaft geworden,„haltet ein! nim— mermehr ſoll man dergleichen von mir ſagen können und ihr ſelber müßt mir dereinſt geſtehen, daß ich ein braver Soldat ſei, oder„ Er endete nicht, heftig ſtuͤrzte er auf Marie zu, umarmte ſie, ohne daß der Vater es hindern konnte oder wollte und eilte mit haſtigem Gruße zur Thüre hinaus, auf lange, lange, vielleicht auf immer. Dieſes Aufbrauſen des Selbſtgefühls und des Sol— datenmuthes hatte mehrere Falten von der Stirne des Veteranen weggeſtrichen, er ließ ſogar einige Töne hören, die als Beifalls- und Zufriedenheitsäußerungen mit dem Benehmen des jungen Conſcribirten konnten gedeutet wer⸗ den. Marie aber ſtand da wie eine geknickte Blume, blaß, ſchwankend, mit thränenloſem Auge; ihr ſchien im erſten friſchen Schmerze, Emil ſei für ſie auf ewig ver— loren, verloren nicht durch des Vaters hartes Wort, ſon⸗ dern ſeine Liebe ſei von der wilden Ruhmbegier und Kriegsluſt, die am Ende in ihm aufgeflammt, überwältigt und rettungslos verzehrt worden! Dem alten Soldaten ging der Zuſtand ſeines einzigen Kindes tief in die Seele, er ſah ſie mehrere Male an, ohne ein Wort zu ſprechen, wandte ſich ab und ſah ſie wieder an, mit einer Art von Verlegenheit, ja beinahe Reue, welche ihm auf kurze Momente eine Unſicherheit gaben, die freilich bald wieder durch Vorſtellungen ſeines Verſtandes, wie durch Erfah⸗ rungen, die in ihm ſchmerzlich aufzutauchen ſchienen, bis zu dem entſchiedenſten Ausdruck der unabweisbaren Noth— wendigkeit geſchärft wurde. Es tobte der heftigſte Kampf des Gefühls mit dem von lebendiger Erfahrung unter— ſtützten Verſtande in ſeinem Innern. ö 180 e Als Marie in ihrem vernichteten Zuſtande ſtumm und langſam nach der Thüre zuſchritt, rief ihr der Vater mit ungewöhnlicher Milde, ja Weichheit nach, noch zu verweilen, er habe mit ihr zu ſprechen.„Setze Dich, mein Kind,“ begann er:„Du dauerſt mich, arme Marie, aber um Deinetwillen mußte ich ſo handeln, wie ich ge— handelt; Donner und Wetter! weiß ich doch ſelber am beſten, wie Einem da zu Muthe iſt. Höre: Als wir durch Sachſen zogen, eh's nach dem unglückſeligen ruſſi⸗ ſchen Barbarenlande ging, hatte der Soldat ein luſtig Leben, es gab gute Quartiere und muntere Geſellſchaft. Da war es an einem Abend, daß ich aus einer Schenke nach meiner Kaſerne heimkehrte; der Weg führte mich über die ſchöne große Brücke. Mitten auf derſelben fand ein Zuſammenlauf von Menſchen ſtatt, Soldaten, Bürgern, Weibern, Bauern und die lachten und ſchrieen, nur zwi⸗ ſchendurch ließ ſich eine ſchwache geängſtigte Weiberſtimme vernehmen. Ich trat hinzu und merkte bald, daß ein trunkner Soldat ein hübſches junges Mädchen mit ſeinen Zudringlichkeiten beläſtigte. Sie wußte ſich vor Verlegen⸗ heit und Furcht nicht zu helfen und ſuchte vergeblich zu entfliehen. Zu den plumpen Zärtlichkeiten und Späſſen des Betrunkenen wieherte die Zuſchauermaſſe jedesmal, aus eigner Rohheit oder weil die Kerle zu feig waren, dem Soldaten entgegen zu treten. Bis ich wußte, wie's ſtand, ſah ich eine Weile zu, dann aber ging ich auf den Unverſchämten los und hieß ihn die Perſon ungeſchoren laſſen. Anfangs wollte er ſpaſſen und fragte, ob ich etwa Luſt hätte, ihm ſeinen guten Fang wegzuſchnappen? und als ich darauf noch beſtimmter und ernſter in ihn drang, ward er grob, meinte, es gehe mich nichts an, ich ſollte zum Teufel gehen mit meiner Schulmeiſterei, er ſei ein ſo guter Franzoſe als ich. Ein niederträchtiger Schuft biſt Du, rief ich zornig, kein Franzoſe! Du biſt nicht werth, als Troßbube in des Kaiſers Heer zu dienen, denn ein ächter Franzoſe und braver Soldat wäre nimmer ſo feig, ein hülfloſes Mädchen zu ängſtigen; ſpare Deine Courage und Deine Hitze bis nach Rußland hinein. Da— mit war ich hart an ihn herangetreten, und ich merkte, er kriegte Reſpekt, wie nur ſein Rauſch an ſeinem Zorne zu verfliegen begann. Er war noch ein junger Burſche und ſah ſo übel juſt nicht aus.— Er leide dieſe Be— ſchimpfung nimmer und ob ich gleich älterer Soldat ſei und Unteroffizier bei der Garde, ſo dürfe ich ihn doch nicht ungeſtraft beleidigen.— Ich erwiderte, daß er ſich am meiſten ſelber beſchimpft habe, übrigens heiße ich Francois Lembert, ſeie Sergeant der und der Compagnie bei dem und dem Negiment der kaiſerlichen Garde. Da— mit bot ich ohne Weiteres dem Mädchen den Arm, ſie ſicher nach ihrer Wohnung zu geleiten durch die Menge Leute hindurch. Einige von den Elenden, die vorhin ge— lacht oder doch geſchwiegen, riefen mir nun bravo, bravo! zu, und das arme Kind dankte mir vielmal, als ob ich was Beſonderes gethan hätte. Wir blieben noch einige Tage in Dresden, ich weiß ſelber nicht wie es kam, aber ich ſah meinen Schützling, die arme Louiſe, öfter, und als ich ihr unſre Ordre zum Abmarſche mittheilte, da weinte ſie und zeigte ſich entſchloſſen, mich auf dem Feldzuge zu begleiten, denn ſie könne nicht mehr ohne mich leben und hier habe ſie keine Seele, die ſich um ſie kümmere. Auch ich meinte ohne ſie nicht mehr glücklich ſein zu konnen: ich wußte damals nicht, was ich that und was Alles ich mir aufbürdete, als ich in ihren Entſchluß einwilligte. Es war ein unglückſeliger Gedanke von mir, denn nichts wäre für uns Beide eine kurze ſchmerzliche Trennung geweſen gegen dieſe fortwährende Pein und Unruhe, die Todes⸗ angſt, die Beſorgniſſe aller Art, die ich um Louiſen und ſie um mich ausſtund, und gegen den Kampf, welchen da⸗ bei meine Soldatenpflicht und meine Liebe faſt täglich kämpften. Alle Strapazen und Leiden, die ich zu ertragen hatte, achtete ich nicht, aber die ihrigen, wenn ich. ſie ſo mit Anſtrengungen und Entbehrungen ringen und ihnen faſt erliegen ſah, und ſie dabei doch nie klagte oder jam⸗ merte, rieben mich beinahe auf. Hundert Mal bereute ich unſern, oder wenigſtens meinen Leichtſinn, der ihrer Unerfahrenheit ſo leicht nachgeben gekonnt, denn ich ver— mochte dem armen Kinde wenig Erleichterung zu ver— ſchaffen, des Kaiſers Dienſt ging Allem vor, und der war hier ſtrenger als jemals. In der grimmigen Schlacht bei Borodino, als wir die Ruſſen zum zweiten Mal aus ihren Verſchanzungen getrieben, flog mir das Stück einer Gra— nate in die Schulter und riß mich zu Boden. Ich wurde nachher mit den Bleſſirten nach Moskau geführt, Louiſe war meine treue Pflegerin, aber mit Schrecken und Schmerz bemerkte ich während ihrer ſorgfältigen Bemühun⸗ gen, wie die Mühſalen an ihrem jungen Körper zehrten und ihre Geſundheit untergruben. Von dem barbariſchen Höllenbrande, der nachher Moskau verzehrte, hab' ich Dir ſchon oft erzählt, ich lag als Bleſſirter in dem vormaligen Findelhauſe, mit noch etwa 8000 andern Verwundeten und Kranken; Teufel! es war ein arges Neſt voll Elend! Mit Muͤhe war das Gebäude vor der Brunſt gerettet worden und nun unſer Hauptlazareth. Wir ſpürten da— mals darin die Gluthhitze auf unſern Lagern hinter den dicken Wänden, als müßten wir geröſtet werden. Das Heer zog wieder ab, die Garden voran; ich aber war noch nicht ganz hergeſtellt, ich mußte noch mit dem Troß der Invaliden hintennach ziehen. So ging's in traurigem Marſche bis nach Smolensk zurück. Die Armee marſchirte weiter, Marſchall Ney mit der Nachhut blieb noch zurück und ich als Verwundeter mit ihm. Da hieß es aber auf ein Mal, die Koſacken kommen! Die Vorſtadt war von den Unſeren ſchon geräumt, die Ruſſen überfüllten ſie, und ſuchten von ihr aus wiederholt in die Stadt hinüber zu dringen, die der Marſchall noch beſetzt hielt. Lieber Gott, wie's da zuging! Als ich das Schießen hörte, fluchte und tobte ich, daß ich noch nicht hergeſtellt ſei; als es aber hieß, man müſſe die Verwundeten und Entkräfteten zu⸗ rücklaſſen und der Gnade des Feindes anheim geben, da raffte ich mich auf, ergriff, halb geheilt wie ich war, die erſte beſte Muskete und machte mich zu den Truppen, geh' es mir wie es wolle. Von meiner Wunde geſchwächt, wäre ich ſchnell eine Beute des Todes geweſen, hätte Louiſe nicht Alles, was ſie thun konnte, für mich gethan: warme Bekleidung, Nahrungsmittel und Stärkungen trieb ſie für mich auf, ich weiß ſelber nicht woher, und ſicher indem ſie für ihre Perſon Mangel daran litt. Wir waren kaum eine Viertelſtunde von Smolensk entfernt, ſo flog hinter unſerm Rücken unter Donner und Blitz die Stadt in die Luft und all die Zurückgebliebenen mit. Es war gräßlich. (Fortſetzung folgt.) Miscellen. (Periodiſche Anzeige.) Gehorſamſter Bericht des Vorſtehers von Spargeld, Selbſtmord betreffend. „Es wird einem kgl. Landgericht angezeigt, daß im erſten Quartal 1851/52 ein periodiſcher Selbſtmord nicht vorftel ꝛc.“ (Criminal- Anzeige.) Gehorſamſter Bericht des Vorſtehers von Erlsfeld eine rauhe Anrede betreffend, wo— bei ein Tiſcheck wegfuhr ꝛc. G10 30 N 1152 0 6 Morgen bacher Ger Hofgericht Heugtas! hierzu ein Friedl G 3 m Heu⸗ U Wiesen meiſtoi Fri. O (864 neten 8 Sr. Ke wird de geſetzt. Buß 0 (865 dem An hei dem zu Frie nachricht nunmehn Handlur nommen Höch (866 9 Uhr, der M dahier werden werder De Kleidi waar und fe Die „ Welg feen da zu„Idlich ertrag ic, dagen 8e ſo de, nen Ober ja a lam⸗ Aber. 5 Lekeute u der ihrer dun ich ver⸗ U A ver⸗ 0 * t gerettet t ſpurten da⸗ ter den erden. Das Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N N N 5 0 Gulden (184 liegen in der hieſigen Kirchenkaſſe zum Ausleihen bereit. Wickſtadt den 21. Mai 1853. Veith, Kirchenrechner. Gras verkauf. (853) Das diesjährige Gras zu Heu und Grummet von den Gräflich Solms⸗Rödelheim'⸗ ſchen Wieſen wird in einzelnen Abtheilungen verſteigert: Dienſtag den 14. l. M., Vormittags 9 Uhr, von ungefähr 15 Morgen in Ober⸗ und Nie⸗ derroßbacher Gemarkung, auf dem Rathhauſe u Oberroßbach; Donnerſtag den 16. l. M., Vormittags 10 Uhr, von ungefähr 210 Morgen in Niederwöllſtädter Gemarkung, auf der Neuherberge bei Nieder⸗ wöllſtadt. Aſſenheim den 3. Juni 1853. Gräfl. Solmſiſche Rentei daf. Grasverſteigerung. (855) Mittwoch den 22. Juni, Vormittags 10 Ühr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe von circa 5 Morgen in Friedberger, Ockſtädter und Fauer⸗ bacher Gemarkung belegenen Wieſen des Gr. Hofgerichtsadvocaten Trapp III. das diesjährige Heugras verſteigert werden. Kaufliebhaber ladet hierzu ein Friedberg den 6. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Grasverſteigerung. (Sd) Donnerſtag den 16. Juni, Nachmittags um 2 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Heu- und Grummet⸗Ernte von den ſtädtiſchen Wieſen in der Stadt⸗ und Burg⸗Gemarkung, meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 8. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Oeffentliche Bekanntmachung. (8610 Wegen der für dieſes Jahr angeord⸗ neten Feier des 14. Juni, als des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Ludwig J., wird der auf dieſen Tag fallende Amtstag aus⸗ geſetzt. Butzbach den 8. Juni 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Ebel. Benachrichtigung. (8635) Die Inhaber von Obligationen von dem Anlehn der Gemeinde Höchſt a. d. Nidder bei dem Handlungshauſe Gebrüder Lindheimer zu Friedberg, ad 2000 fl., werden hiermit be⸗ nachrichtigt, daß die vergriffenen Zinscouvons nunmehr ausgefertigt ſind und bei rubricirtem Handlungshauſe nedſt Zinſen in Empfang ge⸗ nommen werden können. 5 Höchſt a. d. Nidder den 3. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Meininger. Mobiliar⸗Verſteigerung. (866) Mittwoch den 15. d. M., Morgens 9 Uhr, ſoll in der Wohnung des Georg Zinnel der Mobiliarnachlaß des Johannes Haas, ledig, dahier unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen meiſtbietend verſteigert werden. Der Nachlaß beſteht in einem Wägelchen, Kleidungsſtücken, Bettzeug, Specerei⸗ und Ellen⸗ waaren, altem Eiſen, einigen kleinen Fäſſern und ſonſtigen Hausgeräthſchaften. Die Herren Bürgermeiſter der Umgegend ö 181 werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden be⸗ kannt machen zu laſſen. Wiſſelsheim den 8. Juni 1853. Der Großherzogl. Beigeordnete Hübe r. Arbeits⸗Verſteigerung. (867) Donnerſtag den 16. Juni l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen im Gemeindever⸗ ſammlungslocal zu Münſter die in der Pfarrhof. raithe daſelbſt noch nöthige Bauarbeiten öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden: Nach den Voranſchlägen betragen dieſe Ar⸗ beiten: 1 4450 1) Maurerarbeit 199 1 2) Steinhauerarbeit 76 48 3) Zimmerarbeit 140 21 4) Dachdeckerarbeit 40— 5) Schreinerarbeit 44 03 6) Schloſſerarbeit 43 48 7) Weißbinderarbeit 29 07 8) Spenglerarbeit 36 54 9) Pumpenmacherarbeit 44— 10) Pflaſterung und Planirung des Hofes 143 09 11) Anlieferung der erforderlichen Materialien, beſtehend in Mau⸗ erſteinen, Sand Kalk und Back⸗ ſteinen ꝛc. 327 28 Voranſchläge und Riſſe liegen auf dem Bü⸗ 9105 der unterzeichneten Behörde zur Einſicht offen. Friedberg den 6. Juni 1853. Das Großh. Heſſ. Kreisbauamt Friedberg Stockhauſen. Ne Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein Lehrling (839) wird geſucht von Conrad Uhl, Meſſerſchmied in Nidda. Gußeiſerne Waſſer⸗ und Pfuhlpumpen, (824) ſowie gußeiſerne Röhren zu Waſſer⸗ leitungen im Einzelnen ſind bei dem Unter⸗ zeichneten nach jeder beliebigen Länge zu jeder Zeit unter einem annehmbaren Preis mit Ga⸗ rantie zu haben. Friedberg. Chr. Bender, Schloſſermeiſter. Zu vermiethen. (840) Ein vollſtändiges Logis nebſt Laden iſt zu vermiethen bei n 5 J. N. Windeckers Wittwe, breite Straße. Anzeige. (S441) Sonntag den 12. Juni findet von Seiten des Liederkranzes im Saale des Hrn. Daniel Fritz zu Nauheim eine Geſangsunter⸗ haltung ſtatt, wozu ſämmtliche Mitglieder des Vereins hierdurch eingeladen werden. Ein Logis, ſogleich beziehbar, (861) bestehend aus drei Zimmern, Kam⸗ mer, Küche, Keller u. ſ. w., in dem ehemaligen Jung'ſchen Hauſe, hat zu vermiethen Philipp Ritzel II., Gerber. Anzeige. (868) um vielfachen Anfragen zu genügen, zeige ich hiermit an, daß auf dem im Eingang des Missisipi geſcheiterten Schiffe„William und Mary“ keine von der Union engagirten Auswanderer expedirt worden ſind. Mainz den 4. Juni 1853. Heinrich Zitz. Weißen Rübſamen (869) verkauft an! einrich Preuſſers Wittwe. Zu vermiethen. (870) Im zweiten Stock meines Hauſes iſt ein Logis, welches von Hrn. Schneidermeiſter Rau bis jetzt noch bewohnt wird, zu vermiethen und kann bis den 1. Auguſt d. J. bezogen werden. Jak. Lochmann in der Vorſtadt. Zu dera u fe n. (871) Ein Glaserker, ein noch brauchbarer Ofen, ſowie eine Lamperie ſteht zu verkaufen bei Friedberg den 9. Juni 1853. Conrad Diehl, am Markt. Entflohen. (872) In der von Löw'ſchen Wohnung in der Burg entfloh heute ein Canarienvogel. Wer denſelben zurückbringt, erhält daſelbſt eine gute Belohnung. Italienischer Tafft, (878) zu 2 fl. der Staab, bei Ed. Oehler, Stiftsſtraße 2, Eck der Zeil in Frankfurt a, M. 40 Pfund Sohlleder, (877) das Pfund zu 18 kr., und eine Schnell⸗ waage, über 200 Pfd. auswiegend, zu 4 fl., bei Friedberg. M. Garde. Eine trächtige Kuh, (875) fehlerfrei und 4 Jahre alt, hat zu verkaufen Niedermörlen. Peter Wagner. Maurergeſellen (876) werden zum Aſchaffenburger Bahnhof⸗ bau, gegen gute Bezahlung, geſucht. Verſteigerung. (8717) Den 13. Juni l. J. ſollen in Nau⸗ beim, in der Nähe des Bahnhofs, Achtzig Tau⸗ ſend Stück Ruſſenſteine an den Mindeſtfordernden in Lieferung gegeben werden, was hiermit den Beſitzern von Backſtein⸗ ꝛc. Fabriken, welche die Lieferung zu übernehmen wünſchen, zur Kennt⸗ niß gebracht wird. Nauheim den 5. Juni 1858. Zu vermiethen. (878) Zwei ſehr ſchöne und freundliche Woh⸗ nungen für einzelne Herren ſind zu vermiethen und können ſogleich bezogen werden bei Friedberg im Juni 1853. Hahn.“ Einladung zu dem Preis-Kegelſchieben, welches bei Unterzeichnetem vom 12. Juni bis zum 3. Juli abgehalten wird. (879) Es werden 1200 Looſe ausgegeben und das Loos, welches aus 3 nacheinander zu werfenden Kugeln beſteht, koſtet 4 kr.(18 Preiſe, 1. Preis 10 fl., die folgenden werden verhält⸗ nißmäßig reducirt.) Näheres beſagt der Anſchlagszettel auf der betreffenden Kegelbahn. Freunde des Kegelſpiels find dazu höflichſt eingeladen. Reichelsheim im Juni 1853. J. Conrad, Gaſtwirth zum Naſſauer Hof. Burg⸗Pfingſtbrunnen. (S800! Sonntag den 12. Juni wird bei gün⸗ ſliger Witterung das Nachpfingſtfeſt an dem Burgpfingſtbrunnen gefeiert und iſt für vorzüg⸗ lich guten Aepfelwein, ſowie kalte Speiſen beſtens geſorgt. Friedberg. Philipp Muth. Nauheimer Teichhaus. (881) Sonntag den 12. Juni iſt auf dem Nauheimer Teichhauſe Harmonie⸗ und Tanz⸗ muſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Henkel. NN + N 1 O N. 15 18 Reiſegelegenheit nach Amerika i ü ber Liverpool. g wöchentliche Abfahrten ab Mainz jeden Done ab Friedberg jeden Mittwoch. (627) Die Paſſagiere werden jedesmal durch eigene tüchtige Conducteure bis in den Seehafen begleitet. Pünktlichkeit in den Expeditionen, billige Preiſe und genaue Erfüllung der eingegangenen Verbindlichkeiten werden dieſe Reiſegelegenheit auch ferner empfehlen. Friedberg im April 1853. Heinrich Hahn, Agent. Die Geſellſchaft (822) zu gegenſeitiger Hagelſchaden-Vergüͤtung in Leipzig beſteht ſeit 1824 und bezahlt alle Schäden punktlichſt. Zum Abſchluß von Verſicherungen bin ich mit Vergnügen bereit“) 5 5 J. G. Appel in Gießen. *) in Reichelsheim Herr F. B. Schwarz. Großes Hauptſchießen auf dem Schuͤtzenrain, (868) zur Feier des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs nimmt Sonntag den 12. d. M. ſeinen Anfang und endigt Montag den 13. d. M.— Auf letzteren Tag Harmoniemuſik. In wirthſchaftlicher Beziehung iſt beſtens geſorgt und ladet zur zahlreichen Theilnahme ein Friedberg im Juni 1853. Der Vorſtand der Schützengeſellſchaft: Ferd. Frick. Carl W᷑̃ Ch. Stadelmann, Secretär. eis. Aug. Faatz. Ehr. Hecht, Platzmeiſter. Land wirköſchafkliches Vereinsfeſt zu Wetzlar. (882) Mittwoch den 15. d. Mts. findet das Feſt des landwirthſchaftlichen Vereins für den hieſigen Kreis in der Nähe der Stadt an der Wetzlar-Butz⸗ bacher Straße im Walde„Finſterloh- ſtatt. Der Feſtzug beginnt von hier aus Morgens 7 Uhr und wird das Feſt um 8 Uhr mit Aufſtecken der Feſtfahnen eröffnet, worauf die Thierſchau und die Verlooſung folgt. Während dieſer iſt Harmoniemuſik und Volksbeluſtigungen, alsdann Prämüirung und nachdem öffentlicher Tanz. Für gehörige Bewirthung iſt hinlänglich Sorge getragen, und glauben wir jedem Beſuchenden einen genußreichen Tag verſprechen zu können. Wetzlar den 8. Juni 1853. Das Feſt⸗Comité. Oſſenheimer Waͤldchen. (883) Sonntag den 12. und Montag den 13. Juni, auf das Pfingſtfeſt der Kinder Iſraels große Tanzmuſik und Blumenſpiel; alle Damen, welche den 13. d. M. das Wäldchen mit einem Beſuch beehren, erhalten Freilooſe zur Ausſpie⸗ lung dieſer Wunderblumenſtöcke. Hierzu ladet freundſchaftlichſt ein Aehle. Kirchliche Anzeigen. 3. Sonntag n. Trinit. den 12. Juni. Pfarramtswoche: Hr. Diaconus Baur. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Schönfeld. Nachmittags: Hr. Reallehrer Göhring. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: Hr. Candidat Pullmann. Dienſtag den 14. Juni. Säcular⸗Feier des Geburtstages Sr. kgl. Hoheit des Großherzogs Ludwig J. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Sell. Frankfurter Cours vom 8. Juni 1853. Piel! fl. 9 44¼-45¼½ Friedrichsd' or„ 9 56-57 Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 5477.55% Rand⸗Ducaten„ 536 ½—ꝰz7%½% 20 Frankf!% e Engliſche Souverains.. 11 53 Preußiſche Thaler.„ 145 5 Frankenthale 222. Preußiſche Caſſenſcheine.„ 145% 75 Fruchtpreiſe. 8. Juni. 27. Mai. 27. Mai. Gattung. Fried⸗ berg fl. kr. fl. kr. fl. kr. Mainz Waizen pr. Malter 1104511 6(—— Korn 10— 9— 810 Gere„, 6 50 4 3 610 ae 4414/24 4 Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 11. bis zum 17. Juni. — l Fried⸗ Butz⸗ 5 Brod⸗Preiſe. berg. bach. 8 kr. pf. kr. pf. 11 Leib⸗Roggenbrod 3 2 31 2 7, 7 70 755 2 — 75 14— 13— Lth. Lth. — Milchbrod 613 /ö 14 — Waſſerweck 1 —Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 14 ½ 14 ¼ leiſch-Preiſe. Fleiſ ch Preiſ 1 1 Ochſenfleiſch 12— 124— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 9 29— „ Rindfleiſch, gemäſtetes 7 218— „ Kalbfleiſch, 6— 6— „ gemäſtetes—.. „ Schweinenfleiſch 13— 13— „Hammellleiſch 9— 9— „ Schaaflleiſch 64——— „ Wurſt v. blos Schweinen 14— 14— „Bratwurſt F „ Schwartenmagen 16— 16— „Geräucherter Speck 23— 24— „Schinken 17— 17— „Dörrfleiſch 18— 18— „ Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen 21— 22— unausgelaſſen 20— 20— „ Nierenfett 20— 18— „ Hammelsfett 161— 16— Die Großherzoglichen e Bende r. Seippel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. liches Stückl in unſ ſchluge Uebern tert an unterg Flanke nung, in der wegwe ballten Mann ſchlund eine E bei die immer bluten lagert. ohne in ein Wohl Ney der mitte Landl pfad kraur