Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, l den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. aller neueſten 2— M79. Sonnabend den S. Oktober 1853. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Ueberhandnahme der Feldfrevel. Von vielen Seiten her wird über zahlreiche und freche Felddiebſtähle an Kartoffeln, Rüben, Obſt u. ſ. w., Klage geführt. Ich nehme hieraus zu der Aufforderung an Sie Veranlaſſung, die Feldſchützen zu ſtrenger Erfüllung ihrer Dienſtpflichten zu ermahnen und, wo es als nothwendig erſcheint, zur Handhabung des Feldſchutzes Sicherheitsmann— ſchaft zuzuziehen und beſondere Nachtwache anzuordnen. Friedberg den 8. Oktober 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Die Geſchwiſterkinder. Eine Geſchichte von W. O. von Horn. (Fortſetzung.) Aber dieſe Rede wollte nirgends als Same der Hoffnung auf ein fruchtbar Erdreich fallen. Auch Franz, der überhaupt ſehr eingezogen und ſolid lebte, ſich ſchon etwas Hübſches erſpart hatte, wie die Leute ſagten, nahm den, wie es ſchien, herzlichſten Antheil an dem Leide der beiden vereinigten Familien, und trauerte mit ihnen um Fritzen's Verluſt, mit dem er in Unfrieden gelebt zu haben oft laut und aufrichtig bereute. Die Menſchenſeele hat von dem lieben Gott eine wunderbare Kraft erlangt, zu dulden und zu tragen. Wenn es auch ſcheint, das Leid und Weh zermalme ſie, beuge ſie in den Tod; ſie trägt, duldet und hält ſelbſt die mor⸗ ſcheſte Hütte des Leibes noch aufrecht. Auch den tiefſten Schmerz überwanden die Groß— eltern und Rickchen. Allmählich machte er einer ſtillen Trauer Platz, durch die dann und wann ein Hoffnungs⸗ ſtrahl hindurchblitzte, aber dann auch ſchnell wieder erloſch. Franz mußte übrigens wirklich ſich ein Schönes er— ſpart haben, denn er kaufte ſich ein recht huͤbſch gelegenes Haus am Markte, und begann dort ganz unerwartet einen Glas- und Porzellanladen, der ſo reich ausgeſtattet war, daß er, bei verhältnißmäßig billigen Preiſen, ſchnell den größten Zuſpruch in der Stadt bekam. Jetzt trat er aber auch mit den lang und muͤhſam verhehlten Abſichten hervor. Er warb bei Lorenz um die Hand Rickchen's. Lorenz war nicht abgeneigt, in die Ver⸗ bindung zu willigen, denn er hatte fünf Kinder, und, da ſeine Frau im Wochenbette mit dem jüngſten geſtorben war, ſo zählte dies erſt ſieben Jahre. Drei Knaben waren zwiſchen den Mädchen, die theils in der Lehre waren, theils, wie der älteſte, ausgelernt hatten, und nun bald ihn unterſtützen konnten. An jungen Männern, die heirathen und eine Familie gründen konnten, war Mangel, denn die Schlachten Napoleon's rafften ſie weg wie Schneeflocken. Er redete mit den Großeltern, und auch ſie waren ſeiner Meinung. Aber als ſie es Rickchen mit⸗ theilten, wies ſie mit glühender Entrüſtung und mit dem größten Widerwillen den Antrag hinweg. Nie, ſagte ſie, werde ſie Fritz untreu werden, und wenn es Gottes Rathſchluß ſo gefügt, daß er nicht mehr unter den Leben⸗ den ſei, ſo wolle ſie ihr Leben unvermählt beſchließen. Keine Bitten, keine Vorſtellungen vermochten den Entſchluß wankend zu machen. Franz nahm mit einem innern Grimme dieſe Ent— ſcheidung hin, der ihn nur mit Entſetzen anſehen ließ. Seine Liebe zu Rickchen wurde Haß, und er führte ſeit— dem ein wahrhaft einſiedleriſches Leben, während ſein Geſchäft ſich immer mehr erweiterte und einen Glanz ent— wickelte, der bei ſeiner urſprünglichen Armuth Manchem räthſelhaft erſchien. II. Mit dem Schickſale, das Fritz in Spanien getroffen, muß ich Euch, liebe Leſer, jetzt auch bekannt machen. Er war ſchon in Straßburg von Seiten ſeiner Fähigkeiten und insbeſondere ſeiner genauen Kenntniß der franzöſiſchen Sprache den Offizieren ſeines Regimentes bekannt geworden, und da man ein ſolches Pfund nicht vergraben wollte, dort ſchon bis zum Wachtmeiſter be— fördert worden. Kaum in Spanien angelangt, wurde er Lieutenant. Alle die Beſchwerden des weiten Marſches von Straß— burg durch ganz Frankreich, dann über das hohe Gebirge, welches Spanien von Frankreich trennt, hatte er mit Leichtigkeit ertragen, und ebenſo leicht gewohnte er ſich an das Leben im ſpaniſchen Kriege. Da war es meiſt kein Kampf von großen Heeren gegen große Heere, ſon— dern die Brigands, wie die Franzoſen die Spanier nann— ten, fielen ihre Feinde, die Franzoſen, bald von vornen, bald von hinten, bald von der Seite, bald bei Tage und bald bei der Nacht, in kleinen Trupps an, machten Ge— 1 er W 1 9. 8 en* * N g 8 3—— r— 0 2 1 n 27 fangene und tödteten ſoviel Feinde, als ſie konnten; nah⸗ men ihnen bald die Nahrungsmittel, bald Pulverwagen und andere Kriegsbedürfniſſe weg, und ließen ſie gar nicht zur Ruhe kommen. Die Gebirge des Landes be— günſtigten dieſen Rottenkrieg ſehr, da ſie den Spaniern bekannt, den Franzoſen aber unbekannt waren. Da die Einwohner immer auf der Seite ihrer Guerilla's, was im Spaniſchen ſoviel als kleine Kriegerhaufen bedeutet, waren, und ihnen Alles verriethen, was ſie wiſſen mußten, um den Franzoſen zu ſchaden, ſo war der Krieg dort mit unermeßlichen Schwierigkeiten verknüpft und mit ſtündlich wechſelnden Gefahren, die weniger Kriegskunſt im Großen, als Muth und Umſicht, raſche Entſchloſſenheit und kalt— blütige, ſchnelle Beurtheilung der augenblicklichen Lage erforderten. Dafür war Fritz der rechte Mann, darum ſtieg er bald zum erſten Lieutenant, Adjutanten und dann zum Hauptmann auf, und erwarb ſich wirklich das Kreuz der Ehrenlegion auf dem Schlachtfelde. Seine Tapferkeit war allgemein bekannt, und er, noch ſo jung, dennoch Einer der geehrteſten Offiziere. Aber, möchtet Ihr fragen, warum ſchrieb er denn nicht heim, wo er doch wußte, wie lieb ſie ihn hatten? Wer aber ſagt denn, daß er nicht geſchrieben hätte? O, wie oft ſchrieb er! Wie ſorgfältig ſandte er ſeine Briefe nach Paris mit den Curieren, die ſein Ge— neral, dem er lieb und werth war, abſandte; aber es kam keiner an.— Es kam auch keine Antwort von ſeinen Lieben!— Was ſollte er alſo anders denken, als, ſie ſind Alle geſtorben; denn das lag bei dem Alter ſeiner Großeltern und dem ſchweren Leid, das ihnen ſein Wegzug bereitet, ſo nahe. Aber Rickchen, die treue Seele, die ihm noch 2316 e- vor der Abreiſe ewige Treue vor Gott zugeſchworen, ſollte ſie ihren heiligen Schwur gebrochen haben? Nein, ſagte er, das iſt unmöglich! Was war da anders zu denken? Einmal in ſeiner Seelenangſt ſchrieb er an Franz. Und tief trauernd ſchrieb der ihm, die Großeltern ſeien dem Schmerz erlegen und Rickchen ſei, weil kein einziger Brief von ihm gekommen ſei, auch über ihr Leid nicht Herr geworden, es wohl aber über ſie. Vor etwa zwei Monaten habe man ſie begraben! An wen ſollte er nun ſchreiben? Wer nahm noch, außer Herrn Lorenz, Theil an ihm. Dem hatte gewiß Franz ſeinen Brief mitgetheilt, weil er ihn darum gebeten hatte, aber der ließ auch nichts von ſich hören. Wie tief ihn ſolche Nachrichten beugten, läßt ſich eher denken, als beſchreiben. Nun ſtand er allein in der weiten Welt; hatte keine Seele mehr, die ihn liebte, als ſeine Soldaten. Das Leben hatte für ihn keinen Werth mehr, und er wünſchte oft, daß eine ſpaniſche Kugel den Weg zu ſeinem Herzen finden möge. Blind ſtürzte er ſich in die Gefahren. Wo es recht wilden Kampf galt, da war er der Erſte und Letzte im Kugelregen; aber droben uber den Sternen wachte ein heiliges Auge uber das unſchuldige Opfer einer teufliſchen Lüge und Bosheit. Solche Tapferkeit, ſolche Todesverachtung mußte An⸗ erkennung finden. Und als man ihn zu Hauſe als todt beweinte, war er der jüngſte Obriſt in der franzöſiſchen Armee in Spanien, aber der hochgeachteſte geworden. Nach Potugal war er nie gekommen.— Aber, wie war das möglich? fragt Ihr mit Recht; das franzöſiſche Miniſterium hatte es ja doch an Herrn Lorenz geſchrieben? Ja, wenn das Alles ſo wahr wäre! (Fortſetzung folgt.) Betkanmmachungen von Be⸗ hoͤrden. N N N N Immobiliar-Verſteigerung. (13524) Montag den 10. Oktober d. J., Nachmittags 3 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die dem Bürger Heinrich Bender dahier zuſtehenden Immobilien, als: Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 89 No. 1. Hofraithe in der Vorſtadt neben Friedrich Rumpf mit einer Holzberechtigung, „ 827„ 48. 9,8 Ruthen Wieſe im Ried, „ 827„ 50. 13,1„ daſelbſt, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 28. September 1853. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender. Mobiliar⸗Verſteigerung. (4326) Dienſtag den 11. Oktober d. J., Vormittags 9 Uhr, werden in der Behauſung des Kupferſchmiedmeiſters Chriſtian Böhmer da⸗ hier verſchiedene Mobiliar-Gegenſtände, als: 1 Commode, 1 Bettſtelle, 1 Schrank, Weißzeug und Herrenkleider ꝛc., öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 28. September 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Be n dee e. Holzverſteigerung. (1560) Montag den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll in den v. Died'ſchen Waldungen dahier das von der im Mai d. J. ſtattgehabten Verſteigerung ſtehen gebliebene Holz, ſowie 500 Buchen-Aſtholzwellen, die noch nicht ver⸗ kauft waren, öffentlich an Ort und Stelle ver⸗ ſteigert werden. Dasjenige Holz, worauf Abſchlagszahlungen geleiſtet werden, wird nicht verkauft, ſondern bleibt auf des Käufers Riſico bis zum 1. No⸗ vember d. J. ſtehen. Ziegenberg den 1. Oktober 1853. Kirchner. Gin daa, (15560 1¼ bis 1½ Jahre alt, am liebſten Schacke von Farbe, beabſichtigt die Stadt Fried⸗ berg zu kaufen. Offerten nimmt bis zum Sonn⸗ tag den 9. d. M. entgegen Friedberg den 1. Oktober 1853. Der Großh. Beigeordnete Falck. Bekanntmachung. (15640 Montag den 10. Oktober d. J., Nachmittags 4 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Pfarrhofraithe in der Burg auf drei Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtel. Gleichzeitig werden in demſelben Termin nach⸗ ſtehende, in vorbemerkter Hofraithe erforderlichen Reparatur⸗Arbeiten, als: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 4 fl. 20 kr., Weißbinderarbeit,„„ 4% 15„ öffentlich an den Wenigſtfordernden verſteigert. Friedberg den 5. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bi Obligationen ⸗ Rückzahlung. (1565) Die diesjährige Auslooſung hat fol⸗ gende Nummern der von der hieſigen Stadt⸗ kirche bei Samuel und Simon Lindheimer ge⸗ machten beiden Anlehen zur Rückzahlung beſtimmt: 1) Von dem Anlehen von 15,000 fl. Nr. 92 à 200 fl. und Nr. 25 und 71 jede à 100 fl. 2) Von dem Anlehen von 6000 fl. Nr. 41 à 200 fl. und Nr. 2 à 100 fl. Die Inhaber genannter Nummern werden hiermit aufgefordert, den Betrag ihres Dar⸗ lehns bis zum 1. Januar 1854 bei Herrn Kirchenrechner Faatz dahier in Empfang zu nehmen, mit dem Bemerken, daß von dieſem Tage an die Verzinſung der erwähnten Obli⸗ gationen aufhört. Zugleich wird der Beſitzer der bereits im vorigen Jahre ausgelooſten, aber noch nicht zur Rückzahlung präſentirten Nr. 53 à 100 fl. wiederholt zur Erhebung ſeines Darlehens auf⸗ gefordert. Friedberg den 30. September 1853. Für den Kirchenvorſtand: Der Stadtpfarrer Der Bürgermeiſter Seel. Bender. Güterverpachtung. (1566) Montag den 17. Oktober d. J. Vormittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe auf freiwilligen Antrag der Curatoren des Philipp Konrad Joſt dahier die dem Letz⸗ teren zuſtebenden Güterſtücke auf weitere ſechs Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 6. Oktober 1853. In Auftrag: Der Vorfteher des Gr. Ortsgerichts Bender. Arbeits-Verſteigerung. (4567) Montag den 10. Oktober, Nach⸗ mittags um 1 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhaus das Ausweißen der beiden Schulſäle, ſowie der Anſtrich einer neuen Treppe in dem alten Schullokal an den Wenigſtfordernden unter den bei dem Verſteigerungstermin zu eröffnenden Bedingungen vergeben werden. Ockſtadt den 5. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Gröninger. 350 (1368) liegen ae zum Aus legung des . 15 Gen (4569) Der, auf den 26. Okte Gemeinde iſt m Staatsbehörde ſo neren Jahre auf Sonntage im Ok hieſigen Kirchwel Indem man Kenntniß bringt in dieſem Jahr a Rodheim an D Faſeleb (4570) Mont 10 Uhr, wird d hörige Faſelſchwe lich an den Meiß Oberwöllſt« Os Fru ch (1370 Diers 10 Uhr, ſollen dahier 90 Malter unter den im T Badingungen ft Fuchtmagazin deeſcrung überge Nauheim an Jerlooſung 8 teur 4572) Ba Verloofung die 8 8 Andhelt er in F 377 Prurem m. wurde die Obli zur Rüctzaßlan deſimmt. Di. dem Anfügen Betrag b 317 Braunkohlenverkauf. 4534) Für die Braunkoblen, welche vom 1. Oktober bis 31. Dezember d. J. von dem Gr. Dorheimer Braunkohlenbergwerk bezogen werden, wird bei genügender Bürgſchaft und unter den früher veröffentlichten Bedingungen eine Zahlungsfriſt bis Ende März 1854 geſtattet. Die Preiſe der Kohlen ſind wie bisher für die von Haufen 11 per Centner, wobei 14 Klötze für einen Centner 1 Kreuzer und für die aus Schoppen 12 Kreuzer gerechnet werden. Bemerkt wird noch, daß die Geſchirre, welche auf dem Gr. Dorheimer Bergwerk Kohlen holen, bei der Kurf. Heſſ. Naubeimer Chauſſeegelderhebungsſtätte und beladen auch auf allen Gr. Heſſ. Chauſſcen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit ſind. Dorheimer Bergwerk den 26. September 1853. Das Gr. Heſſ. Bergamt Dorheim Jäger, Gr. Bergmeiſter. Braunkohlen⸗Verkauf. N (1557) Auf dem bieſigen Bergwerke wird gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und unter den bekannten Bedingungen für die vom 1. Oktober bis Ende Dezember d. J. bezogenen Braunkohlenklötzen Credit zur Zahlung bis Ende März 1854 geſſattet. Der Preis der Klötze iſt 11 kr. à Centner, der der Holzkohlen 14 kr. à Centner. Von gut ausgetrockneten Holzkohlen und ſog. Reihenklötzen liegt noch eine bedeutende Quantität zur Abgabe bereit. Bauernheimer Bergwerk den 28. September 1853. Gräfl. S. R. Bergverwaltung dis ri 35 Gulden (1568) liegen in der Kirchenkaſſe zu Ober⸗ wöllſtadt zum Ausleihen bereit. Veith, Kirchenrechner. Verlegung des ſog. Herbſtmarktes in der Gemeinde Rodheim. 1569) Der im diesjährigen Landkalender auf den 26. Oktober angezeigte Markt hieſiger Gemeinde iſt mit Genehmigung der höchſten Staatsbehörde ſowohl für dieſes als die fer⸗ neren Jahre auf Montag nach dem zweiten Sonntage im Oktober, als dem Tage nach der hieſigen Kirchweihe verlegt worden. Indem man dies biermit zur öffentlichen Kenntniß bringt wird bemerkt, daß dieſer Markt in dieſem Jahr am 10. Oktober abgehalten wird. Rodheim am 1. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Jae e Faſeleber-Verſteigerung. (1570) Montag den 10. d. M., Morgens 10 Uhr, wird das der hieſigen Gemeinde ge— hörige Faſelſchwein, circa 1½ Jahr alt, öffent— lich an den Meiſtbietenden verſteigert. O berwöllſtadt den 3. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter eie. Frucht lieferung. (1371) Dienſtag den 11. Oktober, Morgens 10 Uhr, ſollen vor Kurfürſtlichem Salzamte dahier 90 Malter Korn und 44 Malter Gerſte unter den im Termine bekannt zu machenden Bedingungen für das Salinenknappſchafts⸗ Fruchtmagazin an den Wenigſtfordernden in Lieferung übergeben werden. Nauheim am 3. Oktober 1853. Der Salinen-Inſpector F. Schreiber. Verlooſung Stadt Niddaer au por- teur Obligationen. (1572) Bei der heute ſtattgefundenen 15. Verlooſung des durch das Handlungshaus Simon Lindheimer in Friedberg, jetzt J. Lind⸗ heimer in Frankfurt a. M. ad 65,000 fl. à 3½ Procent negociirten Anlehens hiefiger Stadt wurde die Obligation Lit. A. Nr. 48 zu 500 fl. zur Rückzahlung auf den 31. Dezember d. J. beſtimmt. Dieſes wird dem Intereſſenten unter dem Anfügen mitgetheilt, daß es ihm freiſteht, den Betrag bei obigem Handlungshaus oder an der Stadtkaſſe dahier in Empfang zu neh⸗ men, ſowie daß vom 1. Januar 1854 an keine Zinſen mehr vergütet werden. Nidda den 30. September 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Uhl. Obligations ⸗Verlooſung. (1573) Bei der heute ſtattgehabten Verloo⸗ ſung der Partial Obligationen der bieſigen Gemeinde kam die Nummer 9 zu 100 fl. her⸗ aus. Der Inhaber derſelben wird aufgefordert, dieſen Betrag gegen Rückgabe der Urkunde und der nicht fälligen Zinscoupons bis Ende d. J. bei der Gemeindekaſſe dahier in Empfang zu nehmen, indem vom 1. Januar 1854 keine weiteren Zinſen vergütet werden. Wiſſelsheim am 2. Oktober 1853. Der Großherzogl. Beigeordnete Huber. Obligations-Verlooſung. (1570 Von den Partial-Obligationen der hieſigen Gemeinde wurden heute mittelſt Ver⸗ looſung die Nummer 36 und 63, jede zu 100 fl., rückzahlbar. Der Betrag iſt bei dem Hand⸗ lungshaus Simon Lindheimer in Friedberg, oder bei hieſiger Gemeindekaſſe gegen Rückgabe der Obligationen und der nicht fälligen Zinscoupons bis den 31. Dezember l. J. in Empfang zu nehmen, da von dieſem Tage an weitere Ver- zinſung nicht ſtaltfindet. Holzhauſen den 26. September 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Ried. Obligations-Verlooſung. (1575) Von den Partial⸗ Obligationen der Gemeinde Eichloch, auf Inhaber zu 100 fl, iſt die Nummer 51 zur Auszahlung gezogen worden und wird am 1. Januar 1854, von welchem Tage deren Verzinſung aufhört, von dem Gemeindeeinnehmer zu Eichloch oder dem Handluugshauſe Simon Lindheimer in Fried- berg ausbezahlt werden. Eichloch am 30. September 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Krei ß. Obligations-Verlooſung. (1576) Von den Partial⸗Obligationen der Gemeinde Spiesheim, welche dieſelbe laut Ver— trag mit Simon Lindheimer in Friedberg am 21. Juli 1845 abgeſchloſſen hat, wurde Nr. 72 zu 100 fl. gezogen und wird am 1. Januar 1854 dem Inhaber von dem Gemeindeeinnehmer zu Spiesheim oder Herrn Simon Undheimer in Friedberg ausbezahlt. Schließlich wird be⸗ merkt, daß von dieſem Tage an der Zinslauf der gezogenen Nummer aufhört. Spiesheim am 29. September 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Keller. Arbeits-Verſteigerung. (1577) Montag den 10. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Nie- derwollſtadt die bei Reparatur des Hirtenhauſes daſelbſt vorkommenden Arbeiten öffentlich an die Wenigftnehmenden in Accord gegeben werden. Die Arbeiten ſind folgendermaßen veranſchlagt: 1) die Maurerarbeit zu 32 fl.— kr. 2„ Zimmerarbeit„ 15„— 1 3)„ Schreinerarbeit 16% 18 4)» Weißbinderarbeit„ 28,— Niederwöllſtadt den 3. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Stoll. N Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein Logis (1547) im oberen Stocke meines Hauſes iſt zu vermiethen und kann bis zum 1. Januar 1854 bezogen werden. M. Philippi. Glas⸗ und Porzellanwaaren!! (1539) in ſchöner Auswahl bei Wilhelm Fertſch. Deb fegen (15440 von 1 bis 4 Ohm, billig bei M. L. Goldmann, in Friedberg in der Judengaſſe. Verſteigerung. 1578) Dienſtag den 11. d. M., Vormit- tags 10 Uhr, ſoll bei Poſthalter Reuning zu Echzell gegen gleich baare Zahlung Folgendes verſteigert werden: 1) ein braunes Wallachpferd, 2½ Jahr alt, 2) ein grünes Korbwägelchen mit Druckfedern, 3) ein kleines Futterwagelchen, 4) Pflüge, Eggen und ſonſtige Oekonomie⸗ geräthſchaften, ſowie eine Parthie alte und neue Faſſer. Bemerkt wird, daß das Pferd auch auf Bürgſcheine abgegeben wird. Reuning. Anlehen der Gr. Heſſ. Gemeinde Stammheim d. d. Stammheim, 31. Dezember 1849. (1579) Bei der heute vor Zeugen ſtattge⸗ habten zweiten Verlooſung obigen durch mich negoctirten Anlehens find nachſtehende Nummern zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1854 be⸗ ſtimmt worden und können deren Betrage ſei— ner Zeit bei dem Unterzeichneten in Empfang genommen werden. Lit. A. Nr. 3, 4, 5, 9, 17, 21 u. 24 à fl. 1000.= fl. 7000. .„. 7 u. 20 à fl. 100%= ft. 200. fl. 7200. Büdingen den 27. September 1853. H. Lismann. Werlor en. (1580) Am verfloſſenen Montag wurde auf dem Nauheimer Teichhaus eine goldene Broche verloren. Der redliche Finder wird gebeten dieſelbe an die Expedition dieſes Blattes oder Herrn Henkel auf dem Teichhaus gegen eine Belohnung abzugeben. 777 0 a 37 35 Reiſegelegenheit nach Amerika ü ber Li ver pool. Regelmäßige wöchentliche Abfahrten ab Mainz jeden Donnerſtag, ab Friedberg jeden Mittwoch. (627) Die Paſſagiere werden jedesmal durch eigene tüchtige Conducteure bis in den Seehafen begleitet. Pünktlichkeit in den Expeditionen, billige Preiſe und genaue Erfüllung der eingegangenen Verbindlichkeiten werden dieſe Reiſegelegenheit auch ferner empfehlen. Friedberg im April 1853. Heinrich Hahn, Agent. 2 Für die Winterſaiſon (1536) in meinen Artikeln auf's Vollſtändigſte aſſortirt, kann ich mich billigſt und beſtens empfehlen. Friedberg. S. G. Simon jun., Putz- und Modehandlung, neben dem Gaſthaus zu den drei Schwerdtern. Kirchweihfeſt zu Reichelsheim. 48810 Sonntag den 9., Montag den 10. und Dienſtag den 11. Oktober, iſt bei mir gutbeſetzte Harmonie- und Tanzmuſik durch das berühmte Muſikcorps des Hrn. Müller mit Söhnen und Töchter von Neuſtall, beſonders Dienſtag Mittag ausgezeichnete Harmonie anzutreffen, wozu ich freundlichſt einlade. Für reine Weine, ſchmackhafte Speiſen(beſonders gute Bratwürſte) iſt beſtens geſorgt. Reichelsheim. J. Conrad, zur Poſt. Königs⸗Waſch⸗ und Badepulver (1582) in Schachteln à 12 kr. Dieſes aus- gezeichnete immer mehr in Aufnahme kommende billige und höchſt angenehme Waſchmittel, frei von allen ſcharfen Beſtandtheilen, conſervirt die Haut bis in das ſpäteſte Alter, und macht die⸗ ſelbe friſch, zart und weiße, Fein parfümirte Cocos ⸗Seife in Stücken à 6 kr. 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(1590) Zur Feier des hiefigen Kirchweihfeſtes findet Sonntag den 9. und Montag den 10. bei dem Unterzeichneten Tanzmuſik ſtatt, wozu unter Zuſicherung guter Speiſen und Getränke freundlichſt einladet Echzell den 5. Oktober 1853. Ph. Mogk J. Nachkirchweihfeſt zu Fauerbach II. (1591) Sonntag den 9. d. M., bei Ge⸗ legenheit des Nachkirchweihfeſtes, iſt bei mir gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen. Unter Zu⸗ ſicherung guter Bedienung ladet hierzu höf⸗ lichſt ein J. Nei ſel. L Fahrpläne (1392) der Main⸗Weſer⸗Bahn fuͤr den Winterdienſt, den 1. October anfangend, ſind vorräthig bei Friedberg. E. Bindernagel. Kirchliche Anzeigen. 20. Sonntag n. Trinit. den 9. Okt. Pfarramtswoche: Hr. Stabdtpf. Schwabe. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. (Abendmabl.) Nachmittags: Hr. Stadtpfarrer Schwabe. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Sell. Nachmittags: fällt aus. Frankfurter Cours vom 5. Okt. 1853. MFT fl. 9 44½-45½ Friedrichsd' or„ 9 56¼½-—-œ—᷑7½ Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 50-51 Rand⸗Ducaten„ 537½--⁰38½ 20, Frantſtüg e„ 9 27½--œ—6½ Engliſche Souverains. 11 47 Preußiſche Thaler.„ 145 ¼% ½ 5 Frankenthaler 15 22127 Preußiſche Caſſenſcheine.„ 145 ¼ů Fruchtpreiſe. Gattung. Fried⸗ Gerns⸗ berg heim fl. I fr. H. er fe. Waizen pr. Malter 15 45 16 26—— Kern„ 77 10 4511 3710 Gerſte„ 75 8 45 4 11168 Safer, 44—1 4441 J 4 Mainz 15 30 Polizei Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 8. bis zum 14. Oktober. = 5 Fried⸗ Butz⸗ 5 Brod⸗Preiſe. berg. bach. * kr. pf. kr. pf. 11Leib⸗Roggenbrod 3 1 27. 7 e 4575 15 142142 Eth. Lth. — Milchbrod i e — Waſſerweck 113% — Gemiſchte(Tafel-) Brod 14 ¼ 14% leiſch-Preiſe. walg pere.„, 1 Ochſenfleiſch 121 212— „Kühfleiſch, gemäſtetes 10— 9— „ Rindfleiſch, gemäſtetes 8— 9— „ Kalbfleiſch 8— 18— 10„ gemäſtetes 5* „ Schweinenfleiſch 14 14— „Hammelfleiſch 5 „ Schaaflleiſch 7———ͤ— „ Wurſt v. blos Schweinen 16— 16— „ Bratwurſt 19— 18— „ Schwartenmagen 18— 18— „Geräucherter Speck 24— 26— „Schinken 19— 20— „Dörrfleiſch 20— 20— „ Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen 21— 22— unausgelaſſen 20— 20— „Nierenfett 20— 20— „ Hammelsfett 161— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Bender. Seippel. Gedruckt und verlegt unter Verantwort lichkeit von C. Bindernag el in Friedberg. 5. Okt. 30. Sep. 2. Sept. 1 1 80. 5 Am Da Kreil an die Von dem ſes 8tiedberg sii cht intereſſirer daß ſie auch na Erfolg der Land Büchern uber d Ich glaub damit, wenn si die Sie fur ein zur Kenatniß d Friedbe er Oeffe Vlon dem l s Friedberg ſin ausgeſetzt worde dieſe Preiſe bew ter Vorlage von anzumelden. Friedbe⸗ Des Her nach Paris al des Miniſteriu Wilken war 1 apferen Regit Menſch, der ö Frau zu bekor von Fritz kam