ſeige den 5 2 Juni. id Gerns. heim 22 — —— 8. 0 4 4 : 9 2 7 + 2 5 1 3 5 5 22 U — S8— * — 4 — 0 ö ee eee eee eee ee l e ee Intelligenz-Blat fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M AA. Mittwoch den S. Juni 1853. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an die Schulvorſtände des Kreiſes. Betreffend: Die Einſendung der Schulverſäumniß⸗Verzeichniſſe vom 1. Quartal 1853. g Ich erinnere Sie an Einſendung der obigen Verzeich⸗ niſſe innerhalb 8 Tagen, als ſonſt ich genöthigt ſein würde, ſchärfere Maßregeln zu ergreifen. Friedberg am 26. Mai 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Der alte Sergeant. Von Dr. Th. Meyer. (Fortſetzung.) In dem Gärtchen auf der Terraſſe vor Francois Hauſe ging nachdenklichen und unruhigen Schrittes die kleine Marie auf und nieder; oft blieb ſie ſtill ſtehen und horchte, dann ſeufzte ſie und blickte ſich um. Als ſie ſich unbeobachtet ſah, fuhr ſie mit dem Taſchentuch über die Augen, indeß ihr Herz ziemlich heftig arbeitete. Unruhe, Angſt, Hoffnung und Beſorgniß kämpften ſichtlich in ihrem Innern. Da ſchreckte ſie plotzlich aus ihren ſchweren Ge⸗ danken der leiſe Ruf ihres Namens auf, der aus der Laube zu klingen ſchien, die an der Ecke des Gärtleins ſtand, zu Ende des Maulbeerhages.„Marie, Marie!“ vernahm ſie ganz deutlich. Sie blickte hin, horchte und war ſchnell am Eingang des Gebüſches, vor dem ſie dann, ſich beſinnend, ſtehen blieb. „Biſt Du es wieder, Emil?“ rief ſie, erſchreckt und doch ohne den Vorwurf, den ſie in die Frage zu legen vergebens bemüht war. 5 „Ich ging ſchon dreimal heute an Deinem Fenſter vorüber, aber ich ſah Dich nie; weißſt Du. und hier ſtockte der Jüngling, er deutete bloß auf ſeinen Hut und die Bänder drauf, der zur Seite am Boden lag. „Jeſus! ſo iſt's denn wirklich wahr und es iſt mir nicht umſonſt ſo Angſt geweſen! brach das Mädchen, aller Rückſicht vergeſſend, jetzt heraus und die Thränen ſtürzten ihr in dicken ſchweren Tropfen aus den Augen. Emil ſuchte die Geliebte zu tröſten, er ſprach vom Wiederſehen und wie er dann ein gemachter Burſche ſein werde und Jedem unter's Geſicht treten dürfe; ja er verlor ſich in der Schilderung des afrikaniſchen Kriegslebens, wie ſich's ſeine heiße Phantaſie ausmalte, merkte nicht, daß er des Mädchens zartes Herz durch ſeine militäriſche Begeiſterung nur tiefer verletzte.„Ach!“ unterbrach ſie ihn,„Du liebſt mich gar nicht, daß Du nur an Solches denken magſt und nicht an mich und meine traurige Lage; geh! Du biſt nicht werth, daß ich ſo an Dir hange und mir's zu Herzen nehme!“ Der Jüngling wurde durch dieſe Anklage ziem— lich empfindlich aus ſeinen Träumen aufgerüttelt, er be⸗ theuerte der Geliebten ſeine aufrichtigſte Zärtlichkeit und Treue und wie ihn ja Alles nur freue, um ihrer einſt würdiger zu ſein. Wenn er zu Ehren gelange, werde er ihr dieſe zu Füßen legen, wenn ſie nicht wäre, würde er dieſes Ehrgeizes, dieſer freudigen und muthigen Zuverſicht auch nimmer mehr fähig ſein. Das Maͤdchen zeigte ſich für dieſen ritterlichen Sinn nicht unempfindlich, war ſie doch auch Franzöſin und die Tochter eines alten Soldaten; aber gleichwohl wollte ſie's nicht eingeſtehen, Emil mußte ſie noch freuriger und beredter ſeiner Liebe verſichern. Ob daran mehr ihr Unglaube die Schuld trug, oder ob ſie dieſe ſchmeichelhaften Geſtändniſſe gern wiederholt und in immer lebhafterem Grade vom Munde des Geliebten ver— nahm, iſt freilich nachgerade bei der Unergründlichkeit des weiblichen Herzens ſchwer zu entſcheiden. Endlich aber ward Marie doch von dem kühnen Muthe, der feurigen felſenfeſten Zuverſicht Emil's mit hingeriſſen und ſie ſprachen, natürlich mit beſtändigem Hinblick auf das Wie⸗ derſehen, ruhiger und getroſter von der nahen Trennung; denn in wenig Tagen ſollten die Conſcribirten abziehen und bald nachher, wie es allgemein hieß, nach Afrika ein— geſchifft werden. Ehre und Gefahr theilten ſich in die Zukunft und bald hob dieſe, bald beugte jene das Herz des zärtlichen Mädchens. Wie freute ſie ſich im Stillen darauf, den Vater einſt die Heldenthaten der jungen Truppen anerkennen zu hören und ſein Geſtändniß: ja, ſie wären würdig geweſen, unter der alten Garde zu fechten! Denn Heldenthaten und Geliebten konnte ſie nimmer von einander trennen, ſich nicht die Einen ohne den Andern denken. Aber da erinnerte ſie ſich nur wieder der wilden treuloſen Beduinen; jener Patagan blitzte ihr in die Augen, welchen einſt ein Algierer in ihr abgelegenes Dorf als Beute gebracht und deſſen furchtbare Handha— bung vorgewieſen; ſie hörte die Verwundeten in der glühen⸗ den Wüſte ſtöhnen und lechzen oder in den Lazarethen die Fieberkranken raſen und ächzen, und ſo war auch hinter dieſen dunkeln ſchreckenden Wolken all der Glanz einer heitern Zukunft erblichen, enger ſchmiegte ſich das ge- ängſtete Kind an ihren Emil und Thränen traten aus ihren Augen, Seufzer über ihre Lippen.„Ach!“ brach ſie da aus,„und meine Angſt um Dich, und meine Hoffnun⸗ 176 Ee gen, meine Freude bei Nachrichten von Dir, die ſoll ich in mir verſchließen? Wie werde ich ſie tragen, ohne mich zu verrathen, wie wird es mich foltern, nicht offen nach eurem Schickſale, nach Deinem vor Allem fragen zu dür, fen, wenn die Männer im Dorfe unter ſich davon ſprechen! Und wenn ich unruhig bin und der Vater mich forſchend dabei anſieht, mit einem Blicke, Du kannſt Dir nicht den⸗ ken wie; wenn er gar nachfragt, o ich könnte ihn nimmer täuſchen! ſchon das letzte Mal hab' ich ſchon recht wie ein armer Sünder vor ihm geſtanden. Emil, Emil, das ertrag' ich nimmer; es wird mich zerſprengen, nicht von Dir zu wiſſen, ob Du noch lebeſt und ob Du mich noch liebeſt, denn in der Welt draußen und beſonders im Kriege ſoll ja ſchon Mancher ſeiner alten Liebe vergeſſen haben!“ Emil verwies dem leidenſchaftlichen Mädchen dieſen Kleinglauben und verſicherte ſie, daß die Entfernung ſeine Liebe nur noch mehr befeſtigen werde. Was aber die Heimlichkeit ihres Verhältniſſes betreffe, ſo müſſe die auf⸗ hören, er werde nur als ihr Verlobter von hinnen ziehen und deßhalb mit ihrem Vater ſprechen, ſo dürfe ſie dann ohne Scheu nach ihm fragen und aus Freud und Leid in ihrem Herzen kein Hehl machen, er könne Nachrichten an ſie gelangen laſſen und habe die Beruhigung in den Müh—⸗ ſalen und Stürmen des Kriegslebens, daß ihm daheim ein treues und liebendes Herz, eine ſtille geborgene Zu— flucht ſicher ſei.“ Wohl erſchrack Marie beim Gedanken, ihres Herzens Geheimſtes vor Jemand, und war's auch vor dem Vater, zu offenbaren, hatte doch gerade der Vater den aller— ſchärfſten Blick und fühlte ſie, daß ſie ganz in ſeiner Ge— walt ſtehe, einer Gewalt, der ſich zuerſt und allein ihre verborgene Liebe zu Emil, ſie wußte ſelbſt nicht wie, ent— zogen hatte. Aber welches liebende Mädchen wehrte es ernſtlich dem Geliebten, vom Vater die Zuſtimmung zu verlangen? Sie verabredeten daher, der Jüngling ſolle morgen ſchon mit François Rückſprache nehmen, um die Hand ſeiner Marie werben und darauf getroſt nach ſeinem Sammelplatze abgehen. Zum Abſchied erhielt Emil noch die ſchönſten dreifarbenen Bänder und einen Kuß oben— drein, der dießmal weder ertrotzt noch erzwungen war, wie jener erſte in der Maulbeerhecke. Sonderbar! innig und feſt waren die zwei jungen Leute jetzt verbunden und vorher war doch nie ein Wort von Liebe zwiſchen ihnen gewechſelt worden. Im tiefſten Innern hatten ſie Alles abgemacht und nun war es mit einem Mal aus dem Dunkel getreten, plötzlich, mächtig, ohne Scheu und als etwas Fertiges und längſt Bekanntes: das Plötzliche der drohenden Trennung, das Erſchütternde der nächſten Zu— kunft hatte dieſen Ausbruch gezeitigt. Nicht etwas Neues (darum erſchracken ſie nicht darob), ſondern nur etwas Verborgenes war an's Tageslicht gekommen. Als der junge Freier wieder nach der Schenke ging, tönte ihm wilder Jubel, Gläſerklingen und überlauter Ge— ſang in die Ohren; er fand ſich nicht gut in den herr— ſchenden Ton hinein, wie er ſo plötzlich aus dem ſtillen einſamen Gärtlein unter die lärmenden Zecher vor der Schenke getreten war. Als er daher einige Scherzreden und Fragen und Vermuthungen über ſeine ſchönen neuen Bänder angehört und mit einigen der Geſellen das Glas zuſammengeſtoßen, machte er ſich wieder ſtille davon. Am andern Morgen war Marie ſchon ſehr fruͤhe auf und hatte bald im Keller, bald auf dem Eſtrich, bald im Zimmer, bald in der Küche oder einem Kämmerlein etwas zu ſuchen und zu beſorgen; eine auffallende un⸗ ruhige Geſchäftigkeit litt ſie nirgends längere Zeit an dem— ſelben Orte. Zwiſchenein blickte ſie dann wieder verſtohlen zum Fenſter hinaus auf die Straße, als erwarte ſie Je— mand und ließ ſich in der Nähe ein Geräuſch hoͤren, ging eine Thüre oder nahte ſich ein Tritt, eine Stimme, ſo fuhr ſie zuſammen, wie das böſe Gewiſſen ſelber und ward roth. Schon beim Frühſtück hatte dieſe Haſt des Vaters Aufmerkſamkeit erregt; zwar war ſein Kaffee nie ſo gut geweſen, die Milch nie ſo fett, das Brod nie ſo ausgewählt, aber der Zucker war vergeſſen, ſein Stuhl ſtand verkehrt am Tiſche und er mußte ſich das Brod ſelber vorſchneiden, denn Marie hielt ſich beinahe ſcheu ſtets in weiter Entfernung von ihm. Kurz vor Mittag ſah man das Mädchen in größter Eile und mit angehal— tenem Athem die Treppe hinaufeilen nach der oberſten Kammer und bald darauf ließen ſich unten im Stübchen zwei männliche Stimmen vernehmen, es waren die Emil's Emil rückte gerade und offen, ohne lange und Francois. Einleitung, mit der Sprache heraus:„er liebe Marie und Marie ihn, nun aber habe ihn das Loos zum Kriegs- dienſt beſtimmt, er müſſe fort und da möchte er gerne die Zuſicherung der Hand ſeiner Geliebten von ihrem Vater erhalten, im Fall er, nach überſtandener Dienſtzeit, glück⸗ lich wieder heimkehre. Er denke, es ſei beſſer ſo, als aus der Sache ein Geheimniß machen und ſich im Ver⸗ borgenen zu ſehnen und zu härmen.“ s 5 François hatte ihn ohne Unterbrechung zu Ende reden laſſen, doch waren im Verlauf ſeine Augen merklich größer, das Geſicht länger geworden und zuletzt ließ ſich eine Unruhe an ihm bemerken, die dem feſten Manne ſonſt durchaus fremd war. Noch ſchwieg er, aber es fing in ihm gewaltſam an zu arbeiten; in langen Schritten, die Augenbraunen auf und nieder ziehend, ging er im Zimmer umher, drehte heftig ſeinen Schnurrbart, als ſollte der Feuer geben und ſetzte mehrmals zum Sprechen an, doch blieb es beim bloßen lautloſen Bewegen der Lippen. Selbſt dem kecken und zuverſichtlichen Emil wurde allgemach etwas bedenklich zu Muthe; der erſte Zweifel, daß Jemand ſeine Bewerbung anders beurtheilen könnte, als er, ſtieg in ihm auf, forſchend und mit einiger Scheu blickte er in die unruhigen großen Augen des alten Soldaten. Endlich blieb dieſer vor dem Freier ſtehen, ſein Auge heftete ſich feſt auf den Jüngling, eine gewaltſame Ruhe ſprach ſich in ſeinem ganzen Weſen aus, als er fragte:„ob Marie mit dem Geſagten einverſtanden ſei?“ Auf die erhaltene Verſicherung fügte er feſt und kurz bei:„daraus kann nichts werden!“ und drehte Emil den Rücken. Dieſer aber ließ ſich nicht ſo bald abweiſen; ohne es recht zu wiſſen, was er ſagte, forſchte er:„warum denn nicht?“ Ein eigenthümlicher Zug von Ueberlegenheit und leiſer Verachtung flog über das braune runzlige Soldatengeſicht, als Meiſter Francois erwiderte:„er begreife nicht, wie ein bloßer Rekrut um die Tochter eines Sergeanten der alten Garde werben könne, dem der Kaiſer ſelber einſt bei der Schlacht von Borodino ein„brav, Kamerad!“ zu— gerufen. d.(Fortſetzung folgt.) Neunter Jahresbericht des Vereins zur Unterſtützung armer Kranken vom Lande zu Darmſtadt unter dem Schutze J. K. H. der Großherzogin von Heſſen. Am 30. Auguſt v. J., dem Geburtsfeſte der hohen Beſchützerin, hat der Verein ſein neues Landkranken⸗ haus eingeweiht. Die Beſchreibung dieſer ſchönen Feier ſowie des Hauſes ſelbſt hat eine befreundete Hand in Nr. 242 der Darmſtädter Zeitung v. J. bereits gegeben.— Betten, Weißzeug, Mobilien und Hausgeräthſchaften des neuen Hauſes ſind zweckgemäß umgeſchaffen und neu ge— ſchafft worden, ſo daß das Landvolk des Großherzogthums Jahrest ſchlagi Nähere der He Dada verffei Fri (882 nannte Abthei 10 pen. Selbſt gemach etwas aud ſeine det, ſtieg in Ete er in die nen. Endlich heftete ſich de ſprach ſich b Marie die erhaltene raus kann — nicht?/ kranken vom 1 J. K. H. der .— I ſe der hohen e jetzt das erſte, für daſſelbe ausſchließend beſtimmte, nach dem Muſter der beſten Anſtalten eigens für die Kranken— pflege erbaute und eingerichtete Krankenhaus beſitzt.— Der Großherzogin Königliche Hoheit haben am 4. November das Haus, ſeine Räume und Bewohner beſucht und hat die großmüthige Beſchützerin einen neuen Beweis Ihrer Huld und Gnade zurückgelaſſen, indem Höchſtdieſelben dem Verein zum viertenmal ein Geſchenk von 1000 fl. zu machen Gelegenheit nahmen. Der Verein iſt unabläſſig bemüht, den Armen vom Lande die Theilnahme an dieſer Kranken— pflege zu erleichtern. Die Pflegevergütung im Landkranken⸗ haus ſelbſt iſt jetzt geregelt durch beſtimmte Grundſätze; Gewerbsgehülfen und Dienſtboten der Landgemeinden können ſich in die Pflege einkaufen; die Mitglieder des Vereins erwerben durch ihre Beiträge gewiſſe Berechtigungen an der Pflege; ſolcher beſtimmten Berechtigungen zu Gunſten ihrer Pflegbefohlenen werden namentlich diejenigen theilhaftig, welche höhere Beiträge, oder Schenkungen im Betrage von 100 und mehr Gulden dem Verein zufließen laſſen. Unſer Verkehr mit den Landgemeinden wird durch Alles dieſes von Jahr zu Jahr lebhafter, um ſo mehr als die ander⸗ weitige Unterſtützung derſelben Seitens des Vereins durch Heil⸗ und Pflegmittel aller Art immer bedeutender wird.— So haben dann im Jahr 1852— 405 Perſonen Arznei und Pflegmittel, zum Theil vollſtaͤndige Hospitalpflege durch den Verein empfangen. Der an die Mitglieder vertheilte Jahresbericht gibt ausführliche Rechenſchaft über die ein— ſchlägigen Leiſtungen durch die Krankenpflege und erzählt Näheres uber die vielen Heilungen faſt aus allen Zweigen der Heilkunde, welche durch die Mittel des Vereins gelungen ſind. Derſelbe berichtet fünf Todesfälle im, und vier Todesfälle außer dem Landkrankenhaus. 106 Gemeinden waren der Wohlthat der Pflege theilhaftig geworden.— Die Jahreseinnahme betrug 8139 fl., die Ausgaben 8144 fl., worunter 5250 fl. außerordentliche Koſten für Erbauun des Hauſes enthalten ſind; unſere Schuldenlaſt iſt 1800 fl. Die Zahl der Mitglieder iſt auf 416 geſtiegen. Die Auf— gabe des Vereins iſt natürlich nicht vollendet, ſolang der Umfang des Landkrankenhauſes dem Bedürfniß nicht ent⸗ ſpricht, und fordert noch manche ſchwere Opfer.— Wir bitten darum recht ſehr um fernere Theilnahme guter Men— ſchen an dem gemeinſamen unter Gottes Schutz ſoweit ge— diehenen Werke. Darmſtadt im Mai 1853. Der Vorſtand des Vereins: Dr. Küchler. v. Jungenfeld. Otto. Gerhard. Für die Abgebrannten in Gambach ſind ferner bei uns eingegangen: Von El. Brethauer 30 kr; Joh. Schat 18 kr.; Pfr. Dr. M. 1 fl.; K. G. 30 kr.; N. N. 30 kr.; Erlös aus der Verlooſung des Mädchen⸗Inſtituts des Hrn. Kärſt 42 fl. 40 kr.; Ungenannt 1 fl.; A. T. 1 fl.; A. J. 1 fl. 24 kr.; M. Hirſch 1 fl. 45 kr.; Brig. Pr. 48 kr.; S. 1 fl.; N. N. 30 kr.; zuſammen 52 fl. 55 kr.; mit den früher be⸗ reits angezeigten 43 fl. 26 kr. in Allem bis heute 96 fl. 21 kr. Weiter ſind an Kleidungsſtücken von 2 taubſtummen Knaben durch Hrn. Lehrer Speckhard eingegangen: 2 Paar Hoſen, 1 Kittel, 1 Weſtchen, 1 Jäck⸗ chen, 1 Unterjäckchen. Indem wir für alle dieſe Gaben im Namen der Nothleidenden mit gerührtem Herzen danken, fügen wir die Nachricht bei, daß wir heute an das Comité zu Gambach die Summe von 96 fl. 21 kr. nebſt den Kleidungsſtücken eingeſandt haben. Friedberg den 4. Juni 1853. Der Ausſchuß des Huͤlfs-Vereins. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. ca Fruchtverſteigerung. (828) Mittwoch den 8. Juni, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds hierſelbſt 60 bis 80 Malter Korn und 20 Mal- ter Gerſte, zweimalterweis an die Meiſtbietenden verſteigert. Friedberg den 1. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Braunkohlen⸗Verkauf. (817) Vom 1. Juni d. J. ab werden auf hieſigem Bergwerke neugeformte Braunkohlenklößze von Reihen abgegeben. f Wie bereits in der Bekanntmachung vom 31. März d. J. veröffentlicht, iſt der Preis der Klötze zu 11 kr. à Centner, und der der Holzkohlen zu 14 kr. à Centner feſtgeſetzt. Die Creditzeit dauert bis Ende September, und es müſſen die vom 1. April bis Ende September auf Credit bezogenen Braunkohlen bis zum 31. Dezember d. J. bezahlt ſein. Bauernheimer Bergwerk den 28. Mai 1853. Gräfl. Solms⸗R. Bergverwaltung L. Storch. Bender. Heugras⸗Verſteigerungen. (882) Das diesjährige Heugras von nachge⸗ nannten fiscaliſchen Wie ſen wird in angemeſſenen Abtheilungen folgendermaßen verſteigert: 1) zu Lindheim bei Gaſtwirth Herrn Bech⸗ told Mittwoch den 15. Juni d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, von ungefähr 40 Morgen in Lindheimer und Hainchener Gemar— kungen; 2) zu Okarben an dem Mineralbrunnen Freitag den 17. Juni, Vormittags 11 Uhr, von der ungefähr 50 Morgen haltenden ſog. Burgwaldswieſe; 3) zu Bauernheim bei Gaſtwirth Herrn Solz Dienſtag den 21. Juni, Vormittags 11 Uhr, von der ſog. Markwieſe in Bauernheimer und Oſſenheimer Gemar⸗ kungen. Jedem zuläſſigen Steigerer wird auf Verlan. gen, gegen Stellung eines annehmbaren Bürgen, ein Credit von 25 fl. bis Michaelitag d. J. bewilligt. Wer für mehr als dieſen Betrag ſteigert, oder für erſteigertes Gras vom vorigen Jahre der Rentamtskaſſe noch Zahlung zu leiſten hat, muß den Mehrbetrag vor dem Abmähen des Graſes an das Rentamt baar bezahlen. Friedberg den 27. Mai 1853. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (829) Zur Erbauung eines Dampfmaſchinen⸗ haufes im Roſenthal dahier werden Dienſtag den 14. Juni l. J., Vormittags 10 Uhr, fol⸗ gende Arbeiten und Materiallieferungen auf dem Büreau des Unterzeichneten öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 584 fl. 59 kr. Steinhauerarbeit, 1„274„ 10„* Zimmerarbeit,„„ 265% 05„ Schreinerarbeit,„ 146 21„ Schloſſerarbeit, 7„ 121 40„ Glaſerarbeit, 5„ 70„ 05 Spenglerarbeit,*„ 24„ 48„ Weißbinderarbeit,„„ 144„ 51% Lieferung von 35000 Stück 10/ Zoll lange 5 Zoll breite 2 Zoll ſtarke Backſteine, veran⸗ ſchlagt zu 350 fl. Voranſchlag und Accordsbedingungen können täglich eingeſehen werden. Friedberg den 30. Mai 1853. ö Der Großh. Sektions-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Edicetalla dung,; (815) Die Erben der Chriſtian Eich's Wittwe dahier haben: Gemarkung Stadt Friedberg: 2160/8 82 Rth. Garten in der 17. Gewann 216/ 139 Rth.] am Wildkautengraben verkauft, können aber das Eigenthum urkundlich nicht nachweiſen. Anſprüche an dieſes Grund⸗ ſtück ſind deßhalb binnen ſechs Wochen dahier geltend zu machen, gegenfalls der Kaufbrief gerichtlich beſtätigt werden wird. Friedberg den 12. Mai 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle. Holzverſteigerung. (851) Mittwoch den 15. Juni l. J., Mor⸗ gens 9 Uhr anfangend, werden in hieſigem Ge⸗ meindewald: 1) Diſtrikt Pfuhl: 600 Stück Kiefern⸗Baumſtützen, 4900„„ Wellen, 2) Diſtrikt Mark 1. Theil: 32 Eichen⸗Baumſtämme, 32 Klafter Buchen⸗Scheitholz, 4„ Eichen⸗„ 1250 Stück Buchen⸗Wellen und 23 Klafter Buchen ⸗Erdſtöcke, öffentlich verſteigert. Bemerkt wird noch, daß das Holz nach der Wetterau zur Abfahrt ſehr gelegen iſt und der Anfang im Pfuhl an dem Rodheimer Weg ge— macht wird. Wehrheim den 1. Juni 1853. Dr Bürgermeiſter eee Edietalla dung. (852) Die dem Gr. Heſſ. Kammerherrn und Hauptmann Friedrich Freiherrn von Bellers⸗ heim zu Darmſtadt und dem Kaiſerlich Oeſtrei⸗ chiſchen Conſul und Fürſtlich Thurn⸗ und Taxis'. ſchen Poſtmeiſter Dr. Maxmilian Freiherrn von Bellersheim zu Lübeck, beide genannt Stürzels⸗ heim, in der Gemarkung Münzenberg zuſtehen⸗ den, bei den vorderen Ablöſungen unberückſichtigt gebliebenen Gefälle in jährlichem Geſammtgeld⸗ anſchlage von 95 fl. 40 ½ kr. ſollen nach den deßhalb beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen abgelöſt werden. Es werden daher alle bei dieſen Ablöſungen bekannte und unbekannte Betheiligten hierdurch aufgefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche ſo⸗ gewiß binnen zwei Monaten bei dem unter⸗ zeichneten Gerichte anzumelden, gegenfalls die Auszahlung der Ablöſungskapitalien an die ge⸗ nannten Herren Berechtigten geſtattet werden wird. Butzbach den 28. Mai 1853. Großh. 90. 8 daſ. Gras verkauf. (853) Das diesjährige Gras zu Heu und Grummet von den Gräflich Solms⸗Rödelheim'⸗ ſchen Wieſen wird in einzelnen Abtheilungen verſteigert: Dienſtag den 14. l. M., Vormittags 9 Uhr, 178 e- von ungefähr 15 Morgen in Ober⸗ und Nie⸗ derroßbacher Gemarkung, auf dem Rathhauſe zu Oberroßbach; Donnerſtag den 16. l. M., Vormittags 10 Uhr, von ungefähr 210 Morgen in Niederwöllſtädter Gemarkung, auf der Neuherberge bei Nieder- wöllſtadt. Aſſenheim den 3. Juni 1853. Gräfl. Solmſiſche Rentei daſ. Arbeits⸗Verſteigerung. (851) Freitag den 10. Juni, Vormittags 10 Uhr, ſollen zu Beienheim bei Gaſtwirth Schil⸗ ling nachgenannte Arbeiten, als: a. Bei Unterhaltung der Ortsſtraßen: 1) die Anfuhr von 1,0 Cubikklafter Steinen, 2) das Aufſetzen und Zerſchlagen dieſer Steine, b. Grabenarbeiten, veranſchlagt zu 22 fl. 30 kr. c. Bei Anlegung von Kanälen: 1) die Anlieferung von 0,5 Cubikklafter Mauer⸗ ſteinen, vom Steinbruch von Leidhecken, 2) Maurerarbeiten, veranſchlagt zu 8 fl. 3) Handarbeiten, veranſchlagt zu 10 fl., öffentlich in Accord gegeben werden. Beienheim den 4. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Muth. Grasverſteigerung. (855) Mittwoch den 22. Juni, Vormittags 10 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe von eirea 6 119 in Friedberger, Ockſtädter und Fauer⸗ bacher Gemarkung belegenen Wieſen des Gr, Hofgerichtsadvocaten Trapp III. das diesjährige Heugras verſteigert werden. Kaufliebhaber ladet hierzu ein Friedberg den 6. Juni 1853. Der Großherzogl. Birgemebet Bender. Hofraithe⸗Verſteigerung. (856) Freitag den 10. Juni d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag der Joſeph Fürths Erben dahier deren nachbeſchriebene Hofraithe; Gemarkung Stadt Friedberg: ag. 75 u. 76 Nr. 54, 55, 56 u. 57 Hof⸗ raithe, beſtehend in einem ganzen Wohnhauſe in der Judengaſſe dahier, öffentlich meiſtbietend, unter ſehr vortheilhaften Bedingungen, verſteigert. Friedberg den 6. Juni 1853. In Auftrag Der Großherzogl. Bürgermeiſter Ben de Bekanntmachung. (857) Samſtag den 9. Juli l. J., Nachmit⸗ tags 4 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohnhaus des Auguſtin Hütter zu Dornaſſenheim in der Ge⸗ meindeſtube daſelbſt öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 31. Mai 1853. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. a Bekanntmachungen. Die Hagelſch äden-Verſicherungs-Geſellſchaft 1792) verſichert alle Ernten der Felder, der Gemüſe⸗, „ERES“ in Magdeburg Obſt⸗ und Weingärten gegen Schaden, der durch Hagelſchlag entſteht, nach den Beſtimmungen ihres Statuts; ſie gewährt durch das Prinzip der Gegenſeitigkeit und Oeffentlichkeit in ihrer Verwaltung nicht allein die größte Sicherheit, ſondern ſtellt auch billige Prämien. Die Einrichtungen dieſer Geſellſchaft fanden in dem letztverfloſſenen Jahre einen ſo allgemeinen Anklang, daß ſich die Mitgliederzahl, wie das verſicherte Capital gegen das Jahr 1851 um mehr als das Doppelte geſteigert hat. Die Statuten der Geſellſchaft, ſowie Auskünfte über die Erforderniſſe zur Aufnahme und die nöthigen Formulare ſind zu haben bei Friedberg den 22. Mai 1853. H. Hahn, Agent der Hagelſchäden-Verſicherungs-Geſellſchaft„Ceres.“ Großes Hauptſchießen auf dem Schuͤtzenrain. (858) Zur Feier des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, Donnerſtag den 9. Juni Schnappſchießen. Sonntag den 12. d. M. beginnt das Hauptſchießen und endigt Montag den 13. d. M.— Auf letzteren Tag Harmoniemuſik. In wirthſchaftlicher Beziehung iſt beſtens geſorgt und ladet zur Ahleeſcger Theilnahme ein Friedberg im Juni 1853. Der Vorſtand der Schützengeſellſchaft: Ferd. Frick. Carl Weis. Aug. Faatz. . Chr. Hecht, Platzmeiſter. Ch. Stadelmann, Secretär. Zur Nachricht! Y (889) Auf der 5 0 80 zu Reichelsheim werden noch ausländiſche Stuten angenommen. iin ehen (860) wird geſucht von Schneidermeiſter Ebert. Ein Logis, ſogleich beziehbar, (861) beſtehend aus drei Zimmern, Kam⸗ mer, Küche, Keller u. ſ. w., in dem ehemaligen Jung'ſchen Hauſe, hat zu vermiethen Philipp Ritzel. Kleeverſteigerung. (862) Den 10. Juni l. J., Vormittags 10 Uhr, verſteigert bei gutem Wetter am Dorheimer Bergwerk meiſtbietend die Kleeerndte von eirca 3 Morgen Ha m m. Kirchliche Anzeigen. Donnerſtag den 9. Juni. Feier des Geburtstages Sr. kgl. Hoheit des Großherzogs. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Ei Soldate zum Se nicht. hiebei! im Unn des Un guch in thüre, Lücke lich, e Marie von d Weſen mehr Verluſt Kampf Ausbru alten e Der je Poſitu gleichn eine E chens, nahe u Leute Er erk. eher g wäre, bonne? Heere, kroͤnter wieder Klage Frane Wohl neuen der K zu h tröſtu lich a 10 6