ait kr. 1d vedition. Intelligenz-Blatt uͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M3. Sonnabend den S. Januar 1833. Das„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ erſcheint jeden Mittwoch und Samſtag. Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt, bei der Expedition 1 fl. 12 kr., für /½ Jahr 40 kr.— bei allen zum Fürſtl. Thurn und Taxisſchen Verwaltungsbezirke gehörigen Poſtämtern nach der neueſten Verfügung pr. Jahr 1 fl. 30 kr. und pr. Semeſter 45 kr. Die ſeitherigen Abonnenten wollen ihr Abonnement zeitig erneuern, damit die Zuſendung keine Unterbrechung erleidet. Durch die ſehr ſtarke Auflage des„Intelligenzblattes“ finden Anzeigen der verſchiedenſten Art die vortheilhafteſte Verbreitung. Die Einrückungsgebühren betragen für die geſpaltene Petitzeile, oder deren Raum 2 kr., die beiden erſten Zeilen zuſammen aber werden mit 7 kr. und ein Beleg mit 2 kr. berechnet. Friedberg. Die Expedition des Intelligenzblattes. Regierungsblatt⸗Auszüge. Nr. 55 enthält: 1) Geſetz vom 12. Nod ember, die Einbrin⸗ gung der Ausſtände der Gemeinden in der Provinz Rheinheſſen betr. — 2 Bekanntmachung Gr. Miniſteriums des Innern vom 12. No⸗ vember, die Einbringung der Ausſtände der Gemeinden in den Pro⸗ vinzen Starkenburg und Oberheſſen betr. S. K. H. der Großher⸗ og haben, um eine gleichförmige Anwendung der in dem§. 71 der nſtruktion vom 24. Mai 1833, die Einbringung der Communal— Intraden in den Provinzen Starkenburg und Oberheſſen betreffend, enthaltenen Vorſchrift zu ſichern, zu befehlen geruht, daß wenn im Laufe des Zwangsverfahrens, welches wegen einer nicht auf Umlagen oder ſonſtige von der Verwaltungsbehörde genehmigte Ausſchläge ſich gründenden Forderung einer Gemeinde eingeleitet worden iſt, von Seiten des Schuldners die Liquidität der Forderung beſtritten und dieſer Widerſpruch bei dem Bürgermeiſter ſeines Wohnortes, welcher darüber ein Protokoll koſtenfrei aufzunehmen hat, erklärt wird, das Zwangsverfahren ſofort eingeſtellt werden und der Gemeinde als— dann überlaſſen bleiben ſoll, ihre Forderung vor dem zuſtändigen Gerichte geltend zu machen.— 3) Bekanntmachung Gr. Miniſteriums des Innern vom 18. d., daß S. K. H. der Großherzog Allerhöͤchſt zu beſtimmen geruht haben, daß künftig die Dienſtſtellen der Kreis⸗ räthe„Kreisämter“ und die Orte, in welchen und ſo lange ſich daſelbſt ein Kreisamt befindet,„Kreisſtädte“ amtlich zu benennen find.— 4) Bekanntmachung Gr. Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern vom 12. Nov.: Die Gr. Heſſ. Regierung und der Senat der freien Stadt Frankfurt haben zur Vollziehung des Geſetzes, betreffend die den Eiſenbahn⸗ oder Telegraphenbetrieb gefährdenden Verbrechen und Vergehen nachſtehende Vereinbarung getroffen: 1) Officianten, welche bei durch beide Regierungen gemeinſam betriebenen Eiſen— bahnen oder Telegraphen angeſtellt oder mit der Verſehung eines ſolchen Dienſtes beauftragt ſind, ſollen, wenn ſie eines der im obigen Geſetze gedachten Verbrechen oder Vergehen beſchuldigt ſind, von dem Gerichte desjenigen Staates, welcher dieſen Officianten angeſtellt hat, wegen dieſes Dienſtverbrechens oder Vergehens abgeurtheilt werden; — 2) den amtlichen Protokollen und den Depoſitionen der Beamten des Staats, in deſſen Gebiet der Vorfall Statt hatte, iſt in Betreff dieſer That derſelbe Glaube beizumeſſen, als wenn dieſe Beamten demjenigen Staate, deſſen Gericht zur Entſcheidung des Fragefalls berufen iſt, angehörten,— vorausgeſetzt, daß das Protokoll die nach den Geſetzen jenes Staates erforderlichen weſentlichen Beſtandtheile enthält.— 5) Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Juſtiz vom 15. Nov.: S. K. H. der Großherzog haben mittelſt Allerhöchſter Entſchließung vom 28. v. M. reſp. 4. d. M. zu beſtimmen geruht, daß künftig die Gerichtsſchreiber an den rheinheſſiſchen Collegialge⸗ richten die dienſtliche Benennung:„Obergerichts-, Bezirksge⸗ richts⸗ oder Handelsgerichts⸗Secretäre“ führen, und die ſtell⸗ vertretenden Gehülfen derſelben„Seeretariats-Gehülfen« amt⸗ lich benannt werden ſollen; ferner daß die Friedensgerichtsſchreiber in der Provinz Rheinheſſen künftig: Friedensgerichts actuare, deren Gehülfen:„Actugriatsgehülfen,“ und daß die Gerichts— boten daſelbſt„Gerichtsvollzieher“ amtlich zu benennen ſind.— 6) Bekanntmachung, die Aufnahme eines Kapitales von 1,200,000 Gulden für den aus Staatsmitteln zu dem Bau der Heſſiſchen Lud— wigs⸗Eiſenbahn zu leiſtenden Zuſchuß betreffend.— 7) Concurrenz für die erſte evang. Schullehrerſtelle zu Steinbach, Kr. Erbach, Prä⸗ ſentation(des Hrn. Grafen zu Erbach-Fürſtenau) mit jährlich 345 fl. 59 kr. nebſt einer Entſchädigung von 24 fl. für Heizung des Schullocals;— die erſte evang. Schüllehrerſtelle zu Guntersheim, Kr. Worms, mit jährl. 270 fl., nebſt einer Entſchädigung von 32 fl. für Heizung des Schullocals;— die evang. Schullehrerſtelle zu Ehringshauſen, Kr. Alsfeld, mit jährl. 221 fl. einſchließlich der Hei⸗ zungsentſchädigung;— die evang. Schullehrerſtelle zu Bottenhorn, Kr. Biedenkopf, mit jährl. 302 fl. 30 kr., einſchließlich der zu 12 fl. berechneten Heizungsentſchädigung.— 8) Geſtorben ſind: Am 8. Juli der Kreisdiener Klein zu Gießen;— 3. Sept. der erſte Po⸗ lizeicommiſſär Pietſch zu Mainz;— 3. Okt. der penſ. Schullehrer Kinkel zu Frechenhauſenz 13. Okt. der evang. Schullehrer Urich zu König; der Militärpenſionär Löſch zu Mölsheim;— am 19. Okt. der penſ. evang. Schullehrer Tewaag zu Allendorf, Kr. Biedenkopf. Antonio, der Yſcher von Capri. Eine Erzählung von W. O. von Horn. 5(Fortſetzung.) Es war, als ob der Teufel, der liſtige Verſucher, an mich heran getreten wäre. Mir ſtand das, was ich erringen konnte, als das leuchtende Ziel vor Augen, wie der Leuchtthurm dem vom Sturme verſchlagenen Fiſcher. Mir wirbelte der Falerner im Kopfe. Ich war meiner nur halb mächtig und der Verſucher plauderte ſo ſüß— ich— ſchlug ein, empfing das Geld und— bin ſein Sclave!— Er hielt beide Hände vor die Augen und weinte. Ich begriff noch immer den Zuſammenhang und das Verhältniß nicht. Kannſt Du denn Dich nicht frei machen? fragte ich Nein!— rief er ſchluchzend aus. Und wenn ich Dir das Geld gäbe? Nein! Nein! Ihr wißt nicht, Herr, wie das bei uns iſt. Wenn ich ihm auch dieſes Jahr entginge, ſo müßte ich das nächſte dran. Es iſt keine Macht, die mich retten könnte! Die Geſetze ſind unerbittlich und die Regierung wahrt ſie ſtrenge. Aber warum fürchteſt Du den Korallenfang ſo ſehr? Das ſoll Euch bald klar werden, ſagte er. In acht Tagen ſtechen wir in See, und erſt nach einem halben Jahre kehren wir wieder, wenn wir überhaupt wieder— kehren, denn die Gefahren ſind ungeheuer. Denkt Euch, in ſchwanken Barken, die meiſt noch alt und gebrechlich ſind, gehen wir unter Segel. Je weniger Auslage die Ausruͤſtung koſtet, deſto größer iſt des Unternehmers Ge— winn. Auf Menſchenleben ſieht kein Menſch. Ob zwei, drei, ob alle ſterben, was liegt daran? Wenn nur der Capitän mit der Barke und der Ladung Korallen zurück⸗ kommt. Wir werden, wie ich Euch ſagte, eingeſchifft. Unterwegs müſſen wir die Netze ſtricken und den Dienſt der Barke zugleich verſehen. Wir ſind unſerer acht mit dem Kapitän, der ſich gut ſein läßt. Ihm und ſeinen Launen, ſeiner Rohheit und Bosheit ſind wir willenlos anheim gegeben. Er darf uns mißhandeln, ſelbſt nieder— ſtoßen oder niederſchießen, wenn wir nur eine Miene bei ſeiner Barbarei verziehen. Sind wir angelangt an der Stelle, welche die Capitäne genau kennen, da ſie ſeit vie— len Jahren immer an derſelben Stelle fiſchen,(denn die Korallen wachſen in Jahresfriſt immer wieder ungeheuer an) ſo werden die Netze, die unten mit Kugeln beſchwert ſind, in die Tiefe geſenkt. Der, welcher ſie wirft, hat das Tau, an welchem das Netz befeſtigt iſt, um den Schenkel gewunden. Bleibt das Netz unerwartet hängen und faßt ein Windſtoß die Barke, ſo wird er entweder in die See hinabgeriſſen und da er ſich nicht frei bewegen kann, iſt er in hundert Fällen neun und neunzig Mal verloren— oder das Tau reißt ihm das Fleiſch bis auf die Knochen vom Schenkel und er muß elendiglich ſterben, da an ärztliche Hülfe in der Barke nicht zu denken iſt. Erwägt Ihr nun, daß der Fang Tag und Nacht un— unterbrochen fortgeht, und alſo Jeder an die Reihe kommt; daß kaum vier Stunden Schlaf den völlig ermüdeten, er— ſchöpften Körper erquicken; daß nur die ſchlechteſte Nah— rung gereicht wird und in höchſt dürftigem Maaße; daß endlich das faſt ein halbes Jahr in Einem fort dauert, und nehmt Ihr die Gefahren des Meeres und des Wetters hinzu— ſo werdet Ihr begreifen, warum mir das Herz ſo ſchwer. Was ſoll aus der guten, armen Annun-⸗ ciata werden, wenn ich mein Grab im Meere finde?— Das Gefühl, welches ſich jetzt in Ihren Zügen aus— drückt, ſprach Thornton zu mir, entſchuldigt und recht— fertigt das, welches auch mich bei dieſer Erzählung An— tonios bewegte. Ich überdachte die Lage des Armen; ich fühlte tief, was er empfand; ich war von der heili— gen Geſchwiſterliebe, die dieſes Jünglings Herz erfüllte, tief bewegt. Wir ſchwiegen beide und Antonio ließ dem bei dem Südländer ſo lebhaften Ausbruche ſeines Gefühls freien Spielraum. Endlich legte ich ihm die Hand auf die Schulter und ſagte: Antonio, ich achte Deine Bru— derliebe ſehr hoch und hoffe, der Herr bringt Dich geſund wieder; aber, ſollte er Dich abrufen, ſo ſeis hier unter Gottes freiem Himmel geſchworen, ich ſorge für Annun— ciata, und es ſoll ihr nichts fehlen bis an ihr Ende! Da fuhr er auf und ſah mich ſtarr an, und als ich die Hand auf das Herz legte, ergriff er meine Hand und drückte ſie an ſeine Lippen. San Gennaro, rief er, hat mir in Euch einen rettenden Engel geſendet! Er lohne 10 E- 8 100 Ihr nehmet da eine Zentnerlaſt von meiner eele. Er ergoß ſich nun in die Aeußerungen des heißeſten Dankes mit der ganzen Fülle des Gefühls und der leb— hafteſten Rede. Er kehrte voll ſeliger Freude mit mir zur Hütte zurück und theilte Annunciaten das mit, was ich ihm geſagt, und auch ihr Dank ſtrömte reichlich. Es war ſeitdem ein andrer Geiſt in die Geſchwiſter gekommen. Ihr Kummer war milder geworden, ohne daß er darum ganz wäre gehoben worden. Das konnte aber auch nicht geſchehen, denn Antonio mußte ja fort auf lange Zeit, und ging großen Gefahren entgegen. Das laſtete auf den treuen Geſchwiſterherzen mit aller Schwere, und oft ſah ich ſie vor der Thüre unter dem Schatten der Baͤume ſtehen in tiefer Trauer. Dann hielten ſie ſich bei den Händen, ſahen einander in die Augen, bis die Thränen rieſelten, und ſprachen kein Sterbenswörtchen dazu. Das hat oft meine Seele tief bewegt und ich habe betend zum Himmel emporgeblickt und leiſe geſprochen: Ach, Herr, erbarme Dich, und trenne ſie nicht auf immer! Endlich kam der Tag des Scheidens. Annunciata und ich begleiteten den braven Antonio bis zum Lan⸗ dungsplatze der Inſel. Er wars nicht allein, der den ſchweren Weg ging. Noch ſechs Andere hatten gleiches Schickſal. Da kamen denn Frauen und Kinder und begleiteten die Gatten und Väter bis zur Barke, die ſie überſetzte nach Neapel. O das war ein herzzerreißender Anblick! Hatten ſie ſich Lebewohl geſagt und waren die Korallen— ſchiffer bis an die Barke gegangen, ſo kehrten ſie noch einmal um, herzten Weib und Kinder noch einmal, und erſt als der Führer der Barke wild wurde, riſſen ſie ſich los, und die Weinenden winkten ihnen ſo lange zu, als ſie ſie ſehen konnten, und als endlich das Vorgebirge ſie den Blicken entzog, da ſanken ſie auf ihre Kniee nieder und beteten für ſie und die Thränen netzten den Felſen⸗ boden der Inſel. Annunciata war ganz außer ſich. Nie war ſie ſo lange von dem geliebten Bruder getrennt geweſen, als es nun in ſichrer Ausſicht ſtand. Faſt mit Gewalt mußte ich ſie vom Landungsplatze wegziehen. Alle, die ſo tief— gebeugt waren, eilten nun in die Kirche, wo eben das Gloͤcklein zur Frühmeſſe rief. Auch ich folgte ihnen da—⸗ hin, und, Sie dürfen es mir glauben, nie habe ich eine tiefere, rührendere Gebetsandacht geſehen, als in dieſer Kirche, zu dieſer Stunde; aber ich ſah auch, beſonders in Annunciata, den reichen Segen des Gebets. Ruhiger ſtand ſie auf, ruhiger folgte ſie mir zur ſtillen Hütte unter dem Schirmdache der Bäume. Wir redeten nur von An- tonio. Sie können es kaum glauben, wie das Schweſter— herz überſtrömte von ſeinem Lobe; wie es mir jede ſchöne Liebesthat von ihm mit Begeiſterung pries; wie er gegen Vater und Mutter ein ſo gehorſamer, treuer Sohn ge— weſen und ihr ein ſo treuer, lieber Bruder. Man ſah, ihr Herz ſuchte Frieden in dieſen Erzählungen. Was meint Ihr, Signor, fragte ſie, San Gen— naro wird ihn nicht verlaſſen? Er hat ihm auch eine geweihte Kerze gelobt! Nein, ſagte ich, Gottes Liebe iſt reich nnd er hat dem Gebote„Ehre Vater und Mutter“ eine beſondere Verheißung gegeben. Er wird gewiß wiederkehren. O ja, rief ſie gläubig aus, ich will auch alle Morgen und Abend— o was ſage ich?— alle Stunden für ihn beten! Mein tröſtender Zuſpruch erhob ſie ſehr. Nun lebten wir ſtille zuſammen. Ich fuhr alle Tage mit Antonios Boot in die See; ich angelte in der Bucht, und mein Fang war reicher, als wir ſeiner be— durften. Annunciata trug den Ueberfluß den ver— — ͥ Erben mir, d bliebel er die ſie ſar jch nu — Beka 26) mittage Heinric Acker, Markun kannt willig Fau G a 3 Mittag auf fn 9 Vie llochm Ir 2 11„ laſſenen Frauen zu, und alle ſegneten mich. Ich kaufte alle Lebensmittel für uns, ſo daß Annunciata ihr Geld völlig ſparen konnte. Ihr Glück wäre vollkommen ge— weſen, wenn es nur ihr Antonio hätte theilen, oder wenn ſie, da dieß unmöglich war, nur hätte wenigſtens erfahren konnen, wie es ihm gehe. So gingen denn Wochen, ſo gingen Monate herum. Ich will es geſtehen, daß mich manchmal die Langeweile quälte, aber ich hatte gelobt, das arme hilfloſe Mädchen nicht zu verlaſſen, und in dieſem Gedanken fand ich die Kraft, Alles zu dulden. Endlich nahte die Zeit, wo er heimkehren mußte, denn die herbſtlichen Stürme tobten ſchon auf dem Meere und die Tag- und Nachtgleiche kam. Da wars nichts mehr mit dem Korallenfange. Und dieſe Stürme waren in dieſem Jahre früher eingetreten, als ſonſt. Drum durfte man mit Zuverſicht auf die Heimkehr der Korallen— fiſcher rechnen. In dieſer Zeit ging ich eines Tages zu dem Beſitzer der Huͤtte. Ich kannte den Menſchen und kannte auch die Weiſe der Italiener, ungeheure Summen zu fordern, wenn ſie merken, daß man Luſt trägt, etwas von ihnen zu kaufen. Ich ſprach lange mit ihm her und hin. Er klagte mir, daß Antonio ſo lange den Miethzins ſchuldig ge— blieben ſei. Ich bemerkte, er käme ja beſſer weg, wenn er die Hütte verkaufte. Ich wollte das gerne, rief er da aus, ja ich wollte ſie ſammt dem Felde für Hundert Ducati geben, wenn ich nur einen Käufer dafür fände! Dafür iſt ſie mein, ſagte ich. Jetzt wollte er höher hinaus, aber ich zählte ihm das Geld auf den Tiſch. Ich kannte auch die Macht des Geldes auf den Geizigen. Als er es ſah, konnte er nicht widerſtehen. Wir gingen zu dem öffentlichen Schreiber, ließen den Kaufact feſtſtellen, und die Sache war abge— macht. Beiden legte ich unverbrüchliches Schweigen auf, bis Antonio da ſei, und ſie hielten redlich das gegebene Wort. Doch, ſagte jetzt Thornton, ich muß Ihnen nun das erzählen, was Antonio erlebte, und greife damit allerdings vor; allein es erheiſcht dieß die Nothwendigkeit, weil dadurch gerade Antonios Denk- und Handlungs— weiſe im helleſten Lichte erſcheint. Das Abſegeln der Korallen-Flotille aus einem der Häfen Neapels hat allemal eine kirchlich-religiöſe Feier zur Folge, oder dieſe geht ihr vielmehr vorher. Auch dieſes Mal zogen die Fiſcher im Zuge in die Kirche, hörten die Meſſe, opferten Kerzen, empfingen den Segen und ſegelten dann mit einer friſchen Briſe ab. (Schluß folgt.) Miscellen. Nachdem der Cabinetsbefehl erſchienen war, wonach alle Soldaten von ihren Vorgeſetzten mit Sie angeredet werden müſſen, erlaubte ſich ein Unteroffizier beim Exerci— ren einen Soldaten zu ſtoßen mit den Worten:„Kann Er Eſel nicht gerade ſtehen?“„Der König hat be— fohlen, Sie Eſel zu ſagen,“ erwiderte ruhig der Gre— nadier. f„Willſt du nicht heute in's Theater geh'n?“ fragte eine Frau ihren Mann;„ſie ſpielen ein neues Stück: Die zänkiſche Frau.“„Ach nein,“ ſagte der Mann,„das iſt nur eine Ueberſetzung, und ich beſitze das Original ſelbſt.“ Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Nr üctverſlei gerung. (20) Dienſtag den 11. Januar d. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, werden in dem hieſigen Rath⸗ hauſe von den Fruchtvorräthen des vereinigten Armenfonds dahier 60 Malter Korn und 20 Malter Gerſte zweimalterweiſe öffentlich meiſt— bietend verſteigert. Friedberg den 3. Januar 1853. Der Großherzogl, Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (26) Dienſtag den 11. Januar 1853, Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſollen in dem Wirthshauſe des Heinrich Sang II. deſſen circa 60 Morgen Aecker, Gärten und Wieſen, in hiefiger Ge— markung belegen, unter den im Termin be⸗ kannt gemacht werdenden Bedingungen frei— willig verpachtet werden. Fauerbach II. am 2. Januar 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Holler. Garten ⸗Verſteigerung. (31) Dienſtag den 11. Januar d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in hiefigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag der Anton Suhradas Erben dahier ein denſelben zuſtehender Garten 3 Viertel 26 Ruthen in der 3. Gewann in den Liebfrauengärten neben Gottfried Hauſtädt und Heinrich Müller II. Wittwe, nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 6. Januar 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Immobiliar-Verſteigerung. (32) Montag den 17. Januar d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe auf Antrag des Bürgers Michael Jung dahier und deſſen Kinder, die denſelben zuſtehenden Immobilien, wie ſolche im Intelligenzblatt Nr. 93 vom 27. November 1852, Inſerat 1842, verzeichnet find, nochmals erbabthetlungs⸗ halber einer freiwilligen Verſteigerung ausgeſetzt. Friedberg den 6. Januar 1853 In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Verſteigerung von Holz, dann Heu und Grummet auf dem Burgwalle und in dem Gr. Schloßhofe zu Friedberg. (33) Mittwoch den 12. d. M., Nachmittags von 2 Uhr an, kommen auf dahieſigem Burg⸗ walle und in dem Gr. Schloßyofe dahier zur öffentlichen Verſteigerung: 5 Stämme Eſchen- und Hainbuchen⸗Werk⸗ holz 5 Haufen Stockholz, 19 Haufen Reisholz, verſchiedene abgängige Obſt- und andere Bäume, ungefähr 5 Centner Heu und eben ſo viel Grummet; dann verſchiedene andere Gegenſtände. Friedberg den 4. Januar 1853. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Bekanntmachung. (34) Dienſtag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll der diesjährige Bedarf der hie⸗ ſigen Saline an Nägeln im Geſchäftslokale des Salzamtes unter den im Termine bekannt ge⸗ macht werdenden Bedingungen an den Mindeſt⸗ fordernden verakkordirt werden. Nauheim den 6. Januar 1853. Der Salineninſpektor F. Schreiber. Holz⸗Verſteigerung. (35) Das bereits im vorigen Monate ver⸗ ſteigerte, aber nicht zugeſchlagene Holz in den Diſtrikten Dickerbuſch, am Rabenneſt und am Straßheimer Wald, beſtehend in 28 ½ Stecken Eichen⸗, 4„ Aspen- u. Scheitholz; 6„Nadel⸗ 127„ Aaopen⸗, 11 1 Eichen-, 12 5„ Buchen- u. ö Prügelholz; 6 7 Nadel- 1775„ Eichen⸗ u. S 8 17 g„ Nadel⸗ Stockholz; 6275 Stück Buchen- 1975 Eichen.,—* 1900„ Nadel- u. Wellen, 525» Aspen wird Montag, den 10. d., Vormittags 10 Uhr, nochmals, und zwar im Wirthshauſe zum Hirſch dahier öffentlich verſteigert. Ockſtadt den 3. Januar 1853. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Aer. Braunkohlen⸗ Verkauf. (9) Von dem 1. Januar 1853 an werden bis auf Weiteres auf dem Gr. Dorheimer Braun- kohlenbergwerk die Kohlen von Haufen zu 11 Kreuzer und die aus den Schoppen zu 12 Kreuzer per Centner, à 14 Klötze, abgegeben. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und bei Abnahme von 2 12 e. Quantitäten über 25 Centner wird für die bis Ende März bezogenen Kohlen Credit zur Zahlung bis Ende September 1853 bewilligt, jedoch nur für diejenigen, welche der Gr. Bergkaſſe für früher bezogene Braunkohlen nichts mehr ſchulden. Dorheimer Bergwerk den 27. Dezember 1852. Der Gr. Bergverwalter Jäger. Braunkohlen⸗Verkauf. (100 Auf dem hieſigen Bergwerke werden vom 1. Januar 1853 an bis auf Weiteres die Braun⸗ kohlenklötze zu 11 Kreuzer à Centner abgegeben. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine wird Credit vom 1. Januar bis Ende März, verbunden mit einer Zablungsfriſt bis Ende September 1853 eſtattet. gef Bauernheimer Bergwerk den 27, Dezember 1852. Gräflich Solms⸗Rödelheim'ſche Bergverwaltung St or ch. Braunkohlen⸗Verkauf. (11) Die Braunkohlenconſumenten der Umgegend werden hierdurch benachrichtigt, daß der Preis der Klötze auf der Braunkohlengrube Wilhelmshoffnung bis auf Weiteres von der Formerei des Jahres 1852 auf 10 Kreuzer per Centner, dagegen derjenige von älterer Förderung auf 8 Kreuzer per Centner feſtgeſetzt worden iſt. Denjenigen Kohlenabnehmern, welche ihre Klötze auf Credit zu beziehen wünſchen, wird gegen einzureichende Bürgſcheine Zahlungsfriſt bis Ende September 1853 geſtattet. Kirchliche Anzeigen. 1. Sonntag n. Epiph. den 9. Jan. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpf. Schwabe. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. Nachmittags: Hr. Candidat Zimmermann. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Reallehrer Müller. Nachmittags: Hr. Candidat Weber. Frankfurter Cours vom 5. Jan. 1853. Piſtoſe n fl. 9g 41%-42½ Friedrichs d'or Holländiſche 10 fl. Stücke„9 47½7--F48 7 Rand⸗Ducaten 6 20 Frankfü ce„9 24-25 Engliſche Souverains..„11 45 Preußiſche Thaler.„ 1 5 Frankenthaler„ 221-21 5 Preußiſche Caſſenſcheine„ 1 Fruchtpreiſe. 5. Jan. 3 1. Dez. 29. Dez. Reichelsheim den 29. Dezember 1853. 5 5 Schmid, Gattung. Fried⸗ Mainz Gerns⸗ prov. Bergcontrolleur. berg heim N 5 fl. kr. fl. kr. fl. kr. Privat- Bekanntmachungen. Waizen pr. Malter 94019 29— T= D Here„„76 („ Masken⸗Ball b„358065 zu Friedberg. 136) Nachdem mir von Gr. Heſſ. Kreis-Amte des Kreiſes Friedberg die höhere Genehmigung zur Veranſtaltung eines Masken-Balles ertheilt worden iſt, ſo bringe ich dieſes unter dem Anfügen zur allgemeinen Kenntniß, daß dieſer Ball Sonntag den 30. Januar d. J. in meinem Locale ſtatt findet, worüber das mitgetheilt werdende Programm mit Subſcriptions⸗Liſte das Nähere enthält und lade ich zu recht zahlreicher Theil— nahme ein. Friedberg im Januar 1853. Guſtav Gerlach. Neue Saatkuchen, (151 beſter Qualität, billigſt bei M. L. Goldmann in Friedberg. Vorzüglichen 18521 Aepfelwein (37) nimmt Sonntag den 9. d. Mts. in Zapf Bönſtadt. W. Maiß. Stearin⸗Lichter (88) erſte Sorte; 28 kr. per Paquet bei L. Goldmann Junior. Verſteigerung. 439) Montag den 17. d. M., Morgens 10 Uhr, laſſen die Unterzeichneten wegen Wohnorts⸗ veränderung auf dem Hof zu Cransberg fol⸗ gende Gegenſtände an den Meiſtbietenden gegen daare Zahlung verſteigern: 1) 30 Fuder Roggenſtroh, 2) 20 Fuder Sommerſtroh, 3) 300 Centner Heu, 4) 100 Centner Grummet, 5) 12 Klafter ausgetrocknetes Holz, 6) alle Gattungen Wagnerholz, 7) 100 Malter Hafer, 8) Korn, Waizen und Gerſte, 9) eine große Quantität Kartoffeln, 10) allerlei Oeconomiegeräthſchaften, wobei ein zweiſpänniger Wagen, 11) eine noch wenig gebrauchte vollſtändige Brennerei, der Keſſel 2½ Ohm haltend, 12) eine Parthie Spreu. Cransberg den 2. Januar 1853. Gebrüder Löhr. G e i (40) Eine perfecte Köchin wird geſucht. Wo? ſagt die Expedition. Ein Logis (410) für eine kleine Haushaltung iſt zu ver⸗ miethen und kann ſogleich bezogen werden bei S. Butzbach. AR z e ge. (42) Die erſte Abendunterhaltung des Ge⸗ ſangvereins„Liederkranz“ findet Sonntag den 16. Januar im Trapp'ſchen Saale ſtatt. An⸗ fang 7 Uhr. Polizei ⸗ Taxe fur die Städte Friedberg und Butzbach vom 8. bis zum 14. Januar. — ö Fried⸗ Bußz⸗ 5 Brod⸗Preiſe. berg.] bach. * kr. pf. kr. pf. 11 Leib⸗Roggenbrod 3— 9 2 7 5 8—5 2 1 7 11— 9446 Lth. Lth. — Milchbrod 145 105 —Waſſerweck 115% — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 145¼ 7 Fleiſch⸗Preiſe. 1 8 5 pf. 11 Ochſenfleiſch 121— 124— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 9— 18— „ Rindfleiſch, gemäſtetes 52 „ Kalbfleiſch 5 1„„ gemäſtetes—.— „ Schweinenfleiſch 13— 13— „Hammellleiſch 8— 8— „ Schaaffleiſch 61——— „ Wurſt veblos Schweinen 14— 14— „ Bratwurſt 17— 17— „ Schwartenmagen 16— 16— „Geräucherter Speck 23— 23— „Schinken 17— 17— „ Dörrfleiſch 18— 17— „ Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen 21— 21— unausgelaſſen 20— 20— „Nierenfett 20— 18— „ Hammelsfett 161— 116— Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Bender. Krauß. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. 2 231