vtkirche liche 0 8 1 genz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 70. Mittwoch den 7. September 1853. Thereſe Aubert. Wahrheit und Dichtung in Form einer Memoiren-Novelle. Von Charles Nodier. (Fortſetzung.) Je weiter ich mich von Sancy entfernte, um ſo mehr glaubte ich zu fühlen, wie die Bande meines Lebens erſchlafften, wie eines nach dem andern zerriß, und daß nichts vorhanden ſei, was mich an daſſelbe feſſelte; die Welt, welche ich einige Augenblicke zuvor für mein Herz zu eng gefunden hatte, war zur grenzenloſen Einöde ge— worden, in der ich, mit Ausnahme eines einzigen Punktes, überall nur Einſamkeit und Nichtigkeit erblickte, und ich vermochte es gar nicht zu faſſen, daß ich dieſen Punkt, auf welchen alle meine Wünſche, alle meine Hoffnungen, alle Kräfte meiner Seele zurückliefen, zu verlaſſen genö— thigt ſei, um einer unglücklichen Convenienz zu gehorchen, welche ohne mein Zuthun unter den Menſchen beſtand. Ich richtete meine Blicke, alle meine Gedanken auf den— ſelben, und verwünſchte die Pflichten, die mir die traurige Nothwendigkeit auferlegten, mich vielleicht fuͤr immer da— von zu entfernen, und deſſen die menſchliche Geſellſchaft, wer weiß aus welchem Grunde, der aber weder zu meinem Glücke, noch zu dem Anderer diente, mich beraubte. Die menſchliche Geſellſchaft!... Wie bitter fühlte ich, daß man ſie zu haſſen vermöge, und daß die Ausſchweifungen dieſer ungeſtümen Seelen, welche ihre Auflöſung, ohne es zu wiſſen, vorbereiteten, vielleicht nichts Anderes waren, als der verſpätete Ausbruch der Gefühle des natürlichen Menſchen, die ſchon ſeit ſo vielen Jahrhunderten unter— drückt worden waren! Wie geizte ich manchmal dauach, bei der Ausführung ihres verderblichen Geſchäftes mitzu— wirken! Konnte die menſchliche Geſellſchaft einen Werth haben, da ſie es war, die mich von Thereſen trennte, da ſie mich hinderte, mich in ihren Beſitz zu ſetzen durch das Recht der Gewalt und der Liebe, und ſie in meinen Armen, bebend vor Schrecken und Freude, wegzutragen bis in den Schooß irgend eines gaſtfreundlichen Thales, welches unter einem glücklicheren Himmelsſtriche, von klaren Quellen erfriſcht und von Fruchtbäumen jeder Jahreszeit beſchattet, lag. Mein Vater hatte mir oft von den ſchönen Ländereien der neuen Welt erzählt, und mein Blut wallte bei dem Gedanken, wenn ich dort in ihrer Nähe geboren worden wäre, dort als ihr Bruder, ihr Freund, ihr Ge— liebter, ihr Mann hätte leben können, mitten unter den Gaben, welche eine wilde und freie Natur an ihre Be— wohner verſchwendet, und daß ich dort ungetrübt die Jahre, welche mir beſtimmt ſind, befreit von dem Tribute, welchen die Launen des Wohlanſtandes, die angenommenen Gewohnheiten oder die Tyrannei der Geſetze dem civili— ſirten Menſchen auflegen, hatte hinbringen dürfen. Was kümmerte mich Verwaisten, ohne Familie, ohne Namen, das künftige Schickſal der Staaten, der glückliche oder unglückliche Ausgang eines krampfhaften Kampfes, der in augenſcheinlich ohnmächtigen Anſtrengungen die letzten Kräfte einer, wahrſcheinlich nur zum Unglück beſtimmten Generation aufzehrte? Mich ging alles dieß nichts an. Welche gebieteriſche Nothwendigkeit trieb mich an, von Neuem mich den Wechſelfällen eines unnützen und blutigen Krieges auszuſetzen, und nöthigte mich immer tiefer in eine Laufbahn mich zu ſtürzen, in der ich keinen Schritt weiter vorwärts machen konnte, ohne mich immer weiter von dem einzigen lebenden Weſen zu entfernen, welchem allein mein Leben eine Nothwendigkeit war, und welches mir das ſeine aufgeopfert hätte! Wußte ich überhaupt nur, ob dieſe unglaubliche Aufopferung aller Intereſſen, aller Empfindungen, der ganzen Exiſtenz, ob dieſe tauſend— mal peinlichere Aufopferung eines Engels, deſſen Wohl— ergehen nur von mir abhang, eines Tages mich vor der vornehmen Geringſchätzung des Hofadels, vor der Un— dankbarkeit und den Zurückſetzungen ihrer Gebieter ſchützen werde; ob ſie nicht eine Veranlaſſung zu Vorwürfen gegen die Unglücklichen, welche mein Loos theilten, abgeben werden, und ob die Geſchichte, an die triumphirende Parthei verkauft, nicht bis an das Grab uns mit dem Namen Straßenräuber, dem barbariſchen Spotte des Siegers, verfolgen werde? Ich erbebte über dieſe Aus— ſicht, dann lächelte ich darüber, denn die Gründe, welche ich in meinem Entſchluſſe unterſtellte, mußten gerade ihn begründen und befeſtigen. Nie wird ein edles Gemüth tiefer in ein Unternehmen ſich einlaſſen, in welchem es nichts gewinnen kann, als wenn es Alles zu verlieren hat; man würde ſich ſeiner Gewohnheiten, ſeiner Nei— gungen, ſeiner Anſprüche auf Glück oder Nachruhm nicht entſchlagen, wenn es ſich niche um Leben und Tod handelte. Im Allgemeinen, und ich ſpreche hier die tiefſten Geheimniſſe meiner Seele aus, wenn ich auch hie und da die Schwachheit hatte zu wanken, wie ich ſo eben erzählt habe, ſo dauerte dieſe nur einen Augenblick, und ich ſchmeichle mir, daß es nur eines Augenblicks bedurfte, um ſie zu ſühnen. Als ich in die Nähe von Mans kam, war es noch nicht völlig dunkel geworden. Da ich zu meinem Be— ſchützer ging und Alles vermeiden mußte, was ihn bloß— . —— N 8 2 0 3 — ſtellen konnte, ſo hing meine Handlungsweiſe nicht von mir ab. Ueber mein Leben konnte ich verfügen, aber ich durfte kein anderes in Gefahr bringen; und darum be— ſchloß ich, die Nacht abzuwarten, ehe ich in die Stadt ginge. Wenige Schritte vor derſelben hatte ich einen kleinen Raſenplatz bemerkt, auf welchem einige zerſtreut herumgepflanzte Bäume, ſtanden, und auf dem die Mäd⸗ chen aus der Umgegend an ſchönen Sommerabenden zu tanzen pflegten. Ich ſetzte mich auf eine Bank, welche rund um den Stamm einer alten Ulme angebracht war, nach der Himmelsgegend gewendet, in welcher die Meierei von Sancy liegen mußte. Die Abenddünſte, welche ſich beim Untergange der Sonne ſammelten, fingen an gegen die Seite hin, wo ich ſaß, ſich auszubreiten, und es un⸗ terhielt mich, zu ſehen, wie dieſe von den letzten Strahlen vergoldeten Wolken, in Flocken, in weiten Flächen, in Netzen ſich entfalteten und ebneten; zuerſt in roſenfarbenem Faltenwurfe am goldenen Gewölbe des Weſten ausge— breitet hingen, dann langſam in kupferne, violette oder ſchwärzliche Schattirung uͤbergingen und endlich im Dunkel der Nacht verſchwanden. Ihr raſches Vorüberſchweben und ihre verſchiedenartigen Formen ſchienen mir in ihrem fortwährenden Wechſel ebenſo viele letzte Lebewohle von Thereſen. Jede dieſer Wolken war über ihrem Haupte hingezogen, ſie hatte ſie geſehen, betrachtete ſie vielleicht noch; derſelbe Gedanke beſchäftigte auch ſie vielleicht, und meine Augen konnten auf denſelben Fleck gerichtet ſein, wie die ihrigen, auf jene unbeſtimmten Umriſſe, welche ſich zwiſchen uns Beiden zertheilten, und unſere letzten Blicke mit ſich fortnahmen. Durfte ich hoffen, wohl je wieder eine Wolke zu erblicken, die ſie geſehen hatte? Weil das Wetter ſehr ſchön war, ſo verfehlten auch die Mädchen nicht bei ihrem abendlichen Stelldichein ſich einzufinden, und um die alte Ulme, unter der ich zufälliger Weiſe ſaß, ihre gewohnten Tänze aufzuführen, wobei ſie im Chor die Rundgeſänge erſchallen ließen, deren Einfach⸗ heit und Anmuth mich überraſchten; denn Verbannung und Krieg hatten mich frühzeitig um die unſchuldigen Freuden der Kindheit gebracht. Nichtsdeſtoweniger ver— ſtand ich aber deren Reize, und ich bedauerte, mit Thränen in den Augen, nicht in einer Zeit und in einem Stande gelebt zu haben, in denen es erlaubt war, ſo leicht glück⸗ lich zu ſein. Auch die Liebe miſchte ſich in dieſe Luſt, denn in jeder Gruppe befanden ſich einige junge Leute von meinem Alter, die bei jedem Refrain ſich um die un⸗ ſchätzbare Gunſt des Vorrechtes zu einem Kuſſe ihrer Begleiterinnen ſtritten. Ich erinnere mich weder der Me⸗ lodieen noch der Worte jener Geſänge mehr genau, aber noch immer klingen ſie in meinen Ohren und machen mein Herz erbeben,— ſo viel Lieblichkeit lag darin. An und für ſich wollten ſie nicht viel bedeuten, oder vielmehr, es wäre unmöglich, ihren Sinn denen begreiflich zu machen, welche denſelben nicht gefühlt haben. Wenn ich nicht irre, handelte es ſich um eine Schöne, welche am Rande eines Brunnens eingeſchlafen war, und welche ihr Vater und ihr Bräutigam vergeblich ſuchten; um Königstöchter, welche aus ihren Schlöſſern vertrieben, an einem Tage der Schlacht mehr für ihren Geliebten, als für ihre Krone Wünſche zum Himmel ſandten; um Klagen von Schäferinnen, die trauern, nicht mehr in's Gehölz gehen zu können, weil die Blätter gefallen ſind, und die nach der Jahreszeit ſchmachten, welche ihre Tänze und die Seligkeiten ihrer Liebe zurückbringen wird. Ich fand mich unwillkürlich in dieſen heitern Kreis eingeſchloſſen, und war Anfangs durch die Neugierde, welche eine ganz neue Empfindung in mir rege machte, ſpäter durch die Befriedigung zurückgehalten worden, 280 e- welche eine ermudete Seele darin findet, ſich in ſo viel⸗ fachen ſüßen Empfindungen zu erholen, endlich aber durch ein Intereſſe eigenthuͤmlicher Art, welches alle meine Ge— fühle in Anſpruch genommen, wenn ich Sancy nicht kennen gelernt hätte. Mehrmals hatte der Name Jean— nette, welcher einem jungen Mädchen von ſanften Ge— ſichtszügen, ungezwungene Heiterkeit, bluhendem und zu— friedenem Ausſehen, beigelegt wurde, mein Ohr erreicht und in der Tiefe meines Herzens Wiederklang gefunden. Ich ſuchte in ihre Nähe zu kommen, betrachtete ſie, ver— glich unſern Wuchs und unſere Kleidung, fragte mich, ob dieß wohl jene Jeannette ſei; aber in dem Augenblicke, in welchem ich meiner Sache gewiß zu ſein glaubte, ver— lor ſie ſich, wie abſichtlich, in der Menge. Endlich brachten die Verwickelungen eines neuen Spiels mich wieder in ihre Nähe, und ich war genöthigt, ihr, wie es daſſelbe vorſchrieb, ein Geheimniß zu ſagen. Ich ergriff ihre Hand, legte ſie auf mein Herz, ſah ihr feſt in die Augen, ſo daß ſie genöthigt war, einen Augenblick meinen Blick auszuhalten, ließ eine Locke meiner Haare herabfallen, gerade wie ſie bei meiner Flucht in Unordnung waren, neigte mich auf ihre Schulter herab, um nicht gehört zu werden und ſagte:„Jeannette, Gott wird Dich belohnen, weil Du Dich eines armen Straßenräubers erbarmt haſt!“— Sie ſtieß einen Schrei aus, und zitternd uͤber meine und ihre Unklugheit, verbarg ſie ihren Schrecken unter einem Vorwande, den ich nicht mehr weiß, und mengte ſich wieder unter ihre Gefährtinnen. (Fortſetzung folgt.) Die deutſche Bibliothek. Mit Freuden heißen wir hier ein Unternehmen will⸗ kommen, das wie lange kein ähnliches auf dem Gebiete der ſchönen Literatur, einen ebenſo heilſamen als erfolg reichen Wendepunkt herbeizuführen verſpricht, indem es eine Idee verwirklicht, die nicht anders als belebend und för— dernd auf unſere ſchöngeiſtigen Zuſtände einwirken muß. Obwohl dieſe Idee nicht neu iſt und ſchon manchen den⸗ kenden Kopf lebhaft beſchäftigt hat, tritt ſie uns doch hier zum Erſtenmal in ihrer praktiſchen Verwirklichung ent⸗ gegen, wir meinen nämlich einen Verein von Schriftſtellern, die unter den Auſpicien einer wohlgegründeten und geach— teten Verlagsfirma(der von Meidinger Sohn und Comp. zu Frankfurt am Main) auf dem Wege der Aſſo⸗ ciation dahin ſtreben wollen, in Deutſchland eine populäre belletriſtiſche Literatur zu gründen, damit endlich auch bei uns einmal in ſchöngeiſtiger Hinſicht ein Zuſtand eintreten möge, um den wir Engländer und Franzoſen ſchon ſo lange beneiden; damit endlich auch bei uns die Werke talentvoller vaterländiſcher Dichter Das ſein und gelten mögen, was ſie ihrem inneren Werth und Gehalt nach verdienen. Es iſt der deutſche Roman, der ſich endlich den Feſſeln einer bisher unerträglichen materiellen Hemmung zu entringen ſtrebt, indem er die hohen Bücherpreiſe von ſich abſchüttelt und ohne ſich darum ſeiner eleganten Ausſtattung zu entäußern, verſuchen will, ſich durch mög⸗ lichſt niedere Preiſe ſein Heimathsrecht auf deutſchem Grund und Boden wieder zu erobern, das ihm die„bei— ſpiellos wohlfeilen“ Bücherpreiſe der Ueberſetzungsfabriken ſo lange ſtreitig gemacht haben. Dieſes Projekt in's Leben zu rufen, iſt die„Deutſche Bibliothek“ gegründet worden und zwar ſind es die geach— teſten Schriftſtellernamen unſerer Romanenliteratur, die ſich zu dieſem ſchönen Unternehmen vereinigt haben, darunter L. Bechſtein, H. König, H. Kurz, Th. Mügge, O. Müller, R. Prutz, L. Schefer, G. Schir⸗ 10 cht breitung iht deutschen 4 milienkreiſe eine Wir very ung/ womit. lieferung bei noch, daß der Juhalt dem Roman⸗Forn groschen bert Cxemp netem zur E Fried 2 Kirche A. Emmer heim, und L 5 Bekanm Ed (1290) D Hantich Eller Atauſch, von ſelben unter d angetreten. biger nicht an jenigen, welch laßmaſſe glau dieſelben im? den ſogewiß hier mit denſelben Hungen de ö Ho 8 1 k 0 4291) fur kerflorſtadt dolle beide gemeiſch neue Hppothet Commifſar bie meifer Freſen iſt derſelbe na rückſichtlich all ie Unterpfänd nung der Gen licht mit Bei glurbuchs einge ziehung de 0 Umerforſiadt J 6 281 ges, L. Schücking u. ſ. w. Müller. Laut der Ankündigung der Redaction wird die „Deutſche Bibliothek“ in möglichſt ununterbrochener Reihen⸗ folge die neueſten Romandichtungen der genannten Autoren veröffentlichen; der Zutritt von anderen gleichbeliebten Schriftſtellern ſteht mit Sicherheit zu erwarten und ebenſo hofft der Herausgeber, durch dieſes Unternehmen jüngere, zur Zeit noch unbekannte Dichter anzuregen, ſich mit ge⸗ diegenen poetiſchen Productionen ſchnell, glücklich und ſicher bei dem Publikum einzuführen. Denn die„Deutſche Bib— liothek“ will nicht nur(und hierin liegt die andere ſchöne Seite dieſes Unternehmens) dem Minderbemittelten Gelegen— heit zur Anſchaffung der neueſten literariſchen Erſcheinungen bieten, ſondern ſie will auch zugleich die materielle Lage der Schriftſteller verbeſſern eben durch die größere Ver— breitung ihrer Geiſtesproducte, indem ſie dahin ſtrebt,„dem deutſchen Dichtergenius in jedem literaturfreundlichen Fa— milienkreiſe eine Heimathſtätte zu bereiten.“ Wir verweiſen auf die einfache, treffende Ankündig— ung, womit ſich die„Deutſche Bibliothek“ in ihrer erſten Lieferung bei dem Publikum einfuͤhrt, und bemerken hier noch, daß der Preis einer Lieferung von 3 Bogen, deren Inhalt dem von ſechs Bogen gewöhnlichen ſplendiden Roman⸗Formats gleichkömmt, 9 Kreuzer oder 3 Silber— groſchen beträgt, alſo kaum ein Viertel ſo viel wie ſeither! Exemplare der erſten Lieferung liegen bei Unterzeich— netem zur Einſicht bereit. Friedberg. Herausgeber iſt Ott o C. Bindernagel. Kirchenbuchs-Auszug von Friedberg. Monat Auguſt. Getraute: 14. Emmerich Bechſtein, Bürger und Buchdrucker zu Wert⸗ heim, im Großherzogthum Baden, des hieſigen Bürgers und Lederhändlers Engelhard Bechſtein ehelich lediger 14. 20. 29. Ge Sohn und Johannette Catharine Clara Reuß, des hieſigen Bürgers und Bäckermeiſters Friedrich Wilhelm Reuß eheliche ledige Tochter. Gent a u ft e Dem hieſigen Bürger und Mehlhändler Adam Rauſch eine Tochter, Johannette Catharina Clara Emilie, geb. den 17. Juli. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Chriſtian Glocken— gießer ein Sohn, Andreas, geb. den 22. Juli. Dem hieſigen Bürger und Uhrmacher Alexander Jäckle eine Tochter, Eliſabetha Chriſtina, geb. den 25. Juli. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Wilhelm Friedrich Schneider ein Sohn, Karl Friedrich Ludwig, geb. den 17. Juli. Dem hieſigen Bürger und Lederhändler Johannes Bech— ſtein ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geb. den 25. Juli. Dem Bürger zu Werſau und Lehrer an hieſiger Taub⸗ ſtummen-Anſtalt Georg Philipp Speckhard eine Toch— ter, Maria Eliſabethe Juliane, geb. den 25. Juli. i Ein unehelicher Sohn, geb. den 7. Auguſt. Eine uneheliche Tochter, Marie Eliſabethe, geb. den 22. Auguſt. Beer digte: Der hieſige Bürger und Fuhrmann Johann Heinrich Mühling, alt 71 Jahre, 8 Monate und 5 Tage; 5 den 3. Auguſt. Chriſtine Julie Konradine Auguſte Irle, des Großh. Landgerichtsaſſeſſors Dr. Auguſt Irle dahier eheliches Töchterchen, alt 2 Jahre, 7 Monate und 22 Tage; 1 den 12. Auguſt. Ludwig Wendel, des Bürgers zu Horchheim, in Rhein⸗ heſſen, und Zieglers dahier Peter Wendel eheliches Söhnchen, alt 1 Jahr, 4 Monate und 4 Tage; 7 den 19. Auguſt. Johannette Friederike Rupp, Töchterlein der Eliſabethe Schwalm, alt 7 Monate und 17 Tag; 1 den 28. Aug. Bekanmmachungen von Be⸗ hoͤrden. N NN Edictalla dung. (1290 Die Erben der verſtorbenen Johann Heinrich Eller IV. Wittwe Katharine, geborne Krauſch, von Birklar, haben den Nachlaß der⸗ ſelben unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten. Dieſelben können aber die Gläu⸗ biger nicht angeben und werden daher alle die⸗ jenigen, welche irgend Anſprüche an dieſe Nach⸗ laßmaſſe glauben bilden zu können aufgefordert, dieſelben im Termin den 21. September l. J., Morgens 10 Uhr, ſogewiß hier geltend zu machen, als ſie ſonſt mit denſelben ausgeſchloſſen werden. Hungen den 26 Juli 1853. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Hoffmann. Limpert. Bekanntmachung. 2291) Für die Gemeinden Ober- und Un⸗ terflorſtadt ſollen, zunächſt aus den früheren, für beide gemeinſchaftlichen Hypothekenbuche, eigene neue Hypothekenbücher errichtet werden. Als Commiſſär hierfür iſt der vorhinnige Bürger- meiſter Freſenius zu Langgöns beſtellt und es iſt derſelbe namentlich auch angewieſen worden, rückſichtlich aller derjenigen Hypotheken, in denen die Unterpfänder entweder nicht unter Bezeich⸗ nung der Gemarkung in der ſie liegen, oder nicht mit Beifügung der Pag. und No. des Flurbuchs eingetragen find, dieſen Mangel unter Beiziehung der Ortsgerichte von Ober⸗ und Unterflorſtadt zu ergänzen, ſofort den Uebertrag fehlt, in die neuen Hypothenbücher zu bewirken. Dem gemäß werden alle Diejenigen, welche a) Schuldurkunden mit Unterpfänder aus den Gemarkungen Ober- und Unterflorſtadt beſitzen, die noch gar nicht im Hypotheken⸗ buche eingetragen find, oder welche b) Schuldurkunde mit Unterpfänder beſitzen, bei denen entweder nicht angegeben iſt, ob ſie in Ober⸗ oder Unterflorſtädter Gemar⸗ kung liegen, oder bei denen die Bezeich⸗ nung nach Pag. und No. des Flurbuchs aufgefordert, jene Urkunden ſogewiß binnen 6 Wochen, von heute an, bei dem genannten Com⸗ miſſäre in Florſtadt vorzulegen, damit das Er⸗ forderliche wegen demnächſtigen Eintrages im Hypothekenbuche gewahrt werden könne, auch ihre gutfindende Mitwirkung zu vollſtändiger und richtiger Bezeichnung der Unterpfänder in dem neuen Hppothekenbuche eintreten zu laſſen, als ſie ſonſt die Nachtheile, welche daraus, daß beſtehende Pfandrechte in das neue Hypotheken⸗ buch entweder gar nicht, oder nicht mit richtiger Bezeichnung der Unterpfänder eingetragen wer⸗ den, ſich ſelbſt beizumeſſen haben, Niemanden deßhalb in Anſpruch nehmen und namentlich einen Vorzug, einem etwaigen ſpäteren, in dem neuen Hypothekenbuche eingetragenen Pfand⸗ gläubiger gegenüber, nicht anſprechen können. Friedberg den 8. Auguſt 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Edictalla dung. 11315) Ueber das Vermögen des Chriſtian Böhmer in Friedberg iſt der förmliche Concurs⸗ ö proceß erkannt worden. Es werden deßhalb ſämmtliche Gläubiger deſſelben aufgefordert, ihre Forderungen oder ſonſtige Anſprüche Mittwoch den 9. November, Vormittags 9 Uhr, bei Vermeidung des ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe geltend zu machen. In dieſem Termin ſoll ein Arrangement ver⸗ ſucht und Beſchlüſſe über die Verwaltung der Maſſe gefaßt werden, weßhalb die nicht perſön⸗ lich erſcheinenden Gläubiger ihre Vertreter in beiden Beziehungen mit Vollmacht zu verſehen haben, widrigenfalls ſie als den Beſchlüſſen der Mehrheit der Gläubiger beitretend angeſehen werden. Friedberg den 18. Auguſt 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. Arbeits- Verſteigerung. (1365) Donnerſtag den 8. September d. J., Vormittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die bei Einrichtung eines Eichlocals er— forderlichen Bauarbeiten und Material-Lieferun⸗ gen, als: Maurcrarbeit, veranſchlagt zu 22 fl 26 kr Zimmerarbeit,„ N Schreinerarbeit, 1„ 38„ 44„ Schloſſerarbeit,„„5 8%— 5 Glaſerarbeit,„„ 14% 24 Weißbinderarbeit, 5„21„ 11 Lieferung von 3000 Stück Lehm⸗ ſteinen und eines Ofens, öffentlich an den Wenigſtfordernden verſteigert. Friedberg den 5. September 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Ben d Arbeits-Verſteigerung. (1366) Montag den 12. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll auf dem Büreau des Unterzeich⸗ neten die bei Anlegung zweier Mulden und Reparatur eines Pflaſters im Ort erforderliche Pflaſtererarbeit, veranſchlagt zu 40 fl., an den Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Rodheim am 2 Seplember 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Jad eee Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen. (4367) Montag den 12. d. M., des Vormit⸗ tags um 9 Uhr, ſollen auf dem Sectionsbüreau die bei Erbauung des hieſigen Stationshauſes erforderlichen Maurerarbeiten über Sockelhöhe, veranſchlagt zu 7093 Gulden, ſowie die Stein⸗ hauerarbeiten, veranſchlagt zu 17486 Gulden, durch öffentliche Verſteigerung in Accord gegeben werden. Riſſe und Steigbedingungen liegen zur Einſicht offen. Gießen den 2. September 1853. Der Großh. Sektions-Ingenieur Eickemeyer. Faſelochsverſteigerung. 11368) Donnerſtag den 8. l. M., Mittags 12 Ühr, ſoll ein 3 Jahr alter Gemeinde-Faſelochs dahier an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Wölfersheim den 2. September 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter All wohn. A Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ge ſäu ch. (130) Es wird eine kräftige, geſunde Säugamme vom Lande geſucht, die noch nicht geſtillt hat. Zu erfragen ſchöne Ausſicht, Nr. 16 im erſten Stock in Frankfurt a. M. Hof raithever kauf. (1353) Der Unterzeichnete beabſichtigt ſeine am Vicinalwege nach Berſtadt und Wölfers⸗ heim gelegene, von ihm neu erbaute Hofraithe, beſtehend in geräumigem Wohnhaus und Vieh⸗ ſtall, zum Wirthſchaftsbetrieb geeignet und ſeit⸗ her benutzt, aus freier Hand zu verkaufen. Sowohl bei der Hofraithe, als derſelben gegenüber befindet ſich 1½ Viertel Morgen haltender Pflanzengarten und 2¼ Viertel Mor⸗ gen haltendes Baumſtück mit Felſenkeller, Kegel— bahn und Brunnen, auch werden noch einige Grundſtücke dabei mitverkauft. Wohnbach den 31. Auguſt 1853. Heinrich Schmidt. Wohnungsveraͤnderung und Geſchaͤftsempfehlung. (1351 Einem geehrten Publikum mache ich die ergebene Anzeige, daß ich jetzt meinen Laden im Hauſe des Herrn Schreinermeiſters Feiling nächſt der Poſt habe. Ich empfehle beſonders eine ſchöne Answahl baumwollener und leinener Kittel und Hemden, Band und Blumen, alle Sorten Näh-, Stick-, Strick- und Webgarn, geſtrickte Strümpfe, Jacken, Wämſe, Hauben, Röcke und Unterhoſen, Winterſchuhe, Stramin, Nähſeide, Taſchentücher und die meiſten in dieſes Fach einſchlagenden Artikel. Unter Verſicherung reeller und billigſter Be— dienung bittet um geneigten Zuſpruch. Friedberg im September 1853. Magdalene Maul. Ein Pinſcher (1369) mit gelb und ſchwarz melirten Haa⸗ ren, ohne Ruthe, iſt auf dem Dorheimer Wege zugelaufen. Bei wem er gegen Rückerſtattung der Inſertionsgebühren in Empfang genommen werden kann, ſagt die Expedition dieſes Blattes. 282 Ee Wohnungs⸗Veränderung. (1370) Meinen hieſigen, ſowie auswärtigen Freunden und Gönnern mache ich hiermit die ergebenſte Anzeige, daß ich meine frühere Wohnung in der Metz gergaſſe verlaſſen und nun auf der breiten Straße neben Hrn. Menges an der Allee wohne. Zugleich bringe ich meine Kurzwaaren in empfehlende Erin— nerung, ſowie ſchönſte Auswahl in verſchiedener Wolle, Stramin, Seide, Perlen, Band, Blumen, geſtrickten und gehäkelten Waaren. Bei allem verſpreche ich meinen geehrten Kunden ſchnelle und billige Bedienung. Friedberg. Joſeph Hoffmann, Poſamentier. Das groͤßte Lager von Seiden⸗Sammt 1371) in jeder Farbe und Qualität bis zur allerfeinſten Sorte zu ermäßigten Preißen bei Eduard Oehler, Zeil, Eck der Schlimmauer in Frankfurt a. M. Alemunder Fridberg in Hrankfurt a. M., Kiebfrauenberg No. 35, (1372) empfiehlt ſein großes reichhaltiges Fabriklager in Regen⸗ und Sonnenſchirmen jeder Art und zu verſchiedenſten Preißen: 1) Seidene Regenſchirme von ſchwerer Lyoner Seide, mit den fein— ſten Elfenbein-Verzierungen, von fl. 3. 30 kr. an. 2) Große baumwollene Regenſchirme von 54 kr. an. 3) Sonnenſchirme in größter Auswahl und den verſchiedenſten Stoffen. Für ſolide Waare wird garantirt. Königs⸗Waſch⸗ und Badepulver (1373) in Schachteln à 12 kr. Dieſes aus- gezeichnete immer mehr in Aufnahme kommende billige und höchſt angenehme Waſchmittel, frei von allen ſcharfen Beſtandtheilen, conſervirt die Haut bis in das ſpateſte Alter, und macht die⸗ ſelbe friſch, zart und weiß. Fein parfümirte Cocos ⸗Seife in Stücken à 6 kr. Extrait de Circassie in Fl. à 54 kr., bewährtes, durchaus unſchädliches Schönheits⸗ mittel, um nach kurzer Zeit der Haut einen feinen, zarten Teint zu verleihen. Aecht engl. Macaſſar⸗Oel, a dl. 18 kr., empfiehlt 2 Friedberg. P. F. Schmittner. Haus verkauf. (1371) Unterzeichnete will ihr Haus in der Uſergaſſe aus der Hand verkaufen. Friedberg. Wittwe Lorenz. Zu vermiethen. (1375) Ein Logis im ehemaligen Rottner'“ ſchen Hauſe, welches im Oktober bezogen wer⸗ den kann, hat zu vermiethen Emmerich Gerhardt, Herrenkleidermacher. CEine Magd, (1376) die in allen häuslichen Ar⸗ beiten, auch im Kochen, wohl erfahren und mit guten Zeugniſſen verſehen iſt, kann ſogleich in einen freigewordenen Dienſt eintreten. Näheres bei der Ex⸗ pedition dieſes Blattes. Anzeige. (1377) Es wird eine am 13. Auguſt in Nauheim geſtohlene filbervergoldete Ankeruhr auf 10 Steinen und Sprungfedern geſucht; die Uhr muß links aufgezogen werden und trägt die Seite-Nummer E. a. 5478. Die daran befindliche Kette war eine goldene durchbrochene Schlangenkette. Die Anzeige ſoll bei Hrn. Bürgermeiſter Hartmann zu Nauheim gemacht werden. Dem Anzeiger wird eine gute Beloh— nung zugeſichert. Ein ſeidener Geldbeutel (1378) wurde Sonntag den 4. September von der Poſt bis zu Philippi's Garten verloren. Der redliche Finder wird gebeten denſelben gegen eine Belohnung bei der Exped. d. Blts abzugeben. Kirchweihfeſt zu Wiſſelsheim. (1379) Sonntag den 11. und Montag den 12. September, an den Tagen des hieſigen Kirchweihfeſtes, iſt bei dem Unterzeichneten gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen; wozu derſelbe mit dem Bemerken, daß für gute Speiſen und Getränke beſtens geſorgt ſein wird, zu recht zahlreichem Beſuche ergebenſt einladet G. Nicolaus, Gaſtwirth zum grünen Baum. Theater⸗Anzeige. (13800 Auf vielſeitiges Verlangen Dienſtag den 6. September die vierte Vorſtellung der vier Kinder des Hrn. v. Kaler. I. Abtheilung: Geſangs⸗Vorträge und Fünf ſind Zwei, Luſt⸗ ſpiel von Eaſtelli. II. Abtheilung: Die leben⸗ dig todten Eheleute, Poſſe in 2 Akten. von Scholz. Anfang 8 Uhr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. — Ti — A m De — Krei an die Großh Am Son iwurde zu Hom in der Kiſelef Meſſingdraht an Boden deſſelber fertigers(And deßfalls geeigr folg einzuberit Friedb Wahrheit m Es war und die Dunk langte ſehr le mir ſehr geng welcher mir z nich auf der Hetrn dahin und Nedergeſt merkte deutlich, ſicht beleuchtete befeuchtet hart er kein Wort, laſſen, als er zitternden Ha zurückſank Un daß Herr Aul antwortete er