0 Intelligenz-Blatt fuͤr die 58 0 Provinz Oberheſſen — im Allgemeinen, . 0 den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke l. im Beſonderen. „ 87. Sonnabend den 5. November 1853. Exinneruugen eines Londoner Polizeibeamten. Regiment ſeitdem ſich eingeſchifft hat, wie es von Ihnen 1 M angegeben wurde!“ g Wan;„So iſt's, aber ich hatte Urlaub bekommen, und 1(Schluß.) werde nun die Reiſe zu Lande machen,“ entgegnete Lieute⸗ nant Bagſhawe.„Der Grund meines damaligen Still— Twallung Am folgenden Morgen erſchien oben auf der zweiten ſchweigens auf dem Stationshauſe iſt der: ich hatte un⸗ 2 Spalte der„Times eine ernſte, dringende, mit gefliſſent⸗ terwegs darüber nachgedacht, daß zu unangenehmen Ent⸗ licher Dunkelheit im Ausdruck abgefaßte Aufforderung, deckungen führen würde, wenn ich eine foͤrmliche Klage welche nur die betreffende und damit gemeinte Perſon bei der Polizei anhängig machte. Dieſe Buſennadel iſt haft verſtehen konnte und mußte, an dasjenige Individuum, nämlich die treue Nachbildung einer ächten, welche mir „ welche vor Kurzem im Theater ein falſches Juwel mit von einem theuren Verwandten einſt zum Andenken ge- Brillanten verloren oder durch Diebſtahl eingebüßt hatte, geben wurde. Unglücksfälle, Verluſte im Spiel— da ich on ſeine Adreſſe einer gewiſſen, namhaft gemachten dritten es dieſem unglücklichen Frauenzimmer nun doch einmal Perſon möglichſt raſch anzugeben, um den guten Ruf, ja ſchuldig bin, die Wahrheit zu geſtehen,— hatten mich che vielleicht das Leben einer Unſchuldigen zu retten. Um gezwungen, das Original zu veräußern, und ich trug die chaft, neun Uhr war ich bei der Perſon, deren Adreſſe in der Nachbildung, um die leidige Thatſache des Verluſtes ſo— Aufforderung enthalten war, allein es war noch kein Brief viel möglich vor meinen Verwandten zu verbergen!“ . eingelaufen. Mehrere Stunden vergingen, ohne daß Et⸗„Ihre rein privativen Mittheilungen,“ erwiderte ich ſſſcerung was einlief, und ſchon begann ich zu verzweifeln, als mir dem Lieutenant,„dürften ſich für alle Zwecke genügend ein Herr Bagſhawe gemeldet wurde;— ich ſprang vor erweiſen, und Ihr Name und Charakter ſoll ſoviel mög— 8.00 Freuden beinahe in die Luft, denn dieß überſtieg meine lich ganz aus dem Spiele bleiben. Wollten Sie mir die Beſellſchaſt.. Hoffnungen. Alsbald trat ein Herr von etwa dreißig Liebe erweiſen, mich zu dem Oberinſpektor zu begleiten, N h 3 a or 8 9 f Jahren und wirklich vornehmem, wenn auch etwas lieder? und dort Ihre Ausſage noch einmal zu wiederholen?“ Bemerken, lichem Weſen in mein Zimmer, welcher mir ſchon vom„Recht gerne,“ erwiderte er;„aber im Grunde Anſehen bekannt war. 8 5 2 l wünſchte ich doch, der Henker hätte die Buſennadel und 1„Dieſe Buſennadel. Ihnen 2, fragte ich den Spitzbuben geholt, der ſie mir geſtohlen!“ Uſchaft ihn ohne weitere Vorrede oder Verzug. Noch am ſelben Abend um halb ſechs Uhr ward mir „Allerdings, verſetzte er,„und ich kam hierher, um 1 mich nach der Bedeutung und dem Sinn Ihrer ſeltſamen die Thüre des Hauſes, worin Mr. Saville wohnte, von dem Hauseigenthümer ſelber leiſe geöffnet, und ich trat, ; igen!“— Ich machte ihn in Kürze mit; 7% N f b e 0 e ige bg 150 che 10 noch ohne angepocht zu haben, in die Vorderſtube des erſten Sanun 7 15 u Ende 50 gef er Walder Entrüstung:„die Stockwerks, wo ich den Herrn, welchen ich ſuchte, ſchmach⸗ . Sab ben! Ich will Ihnen Alles erklären! Ein tend in ein Sopha gelehnt antraf. Bei meinem Eintritt ſprang er raſch auf und ſah mich trotzig und unwillig an; allein es ſchien ihn nicht ſonderlich zu erbauen, was er in meinen Zügen las. „Ich hätte nicht erwartet, Sie heute bei mir zu ſehen,“ ſagte er endlich. „Mag wohl ſein, gab ich kaltblütig zur Antwort; er allerdings aus der Haft,,„allein ich bringe Ihnen Neuigkeiten. Mr. Bagſhawe, 1 Burſche Namens Hartley— ſo nannte er ſich wenigſtens *— hat mir, wie ich feſt überzeugt bin, dieſe Buſennadel geſtohlen. Ich zeigte ihn ſogleich der Polizei an und er „ ge wurde auch verhaftet, aber am andern Tage mußte man aunm ihn wieder laufen laſſen, weil man Nichts bei ihm ge— N funden hatte.“ „Entlaſſen wurde wandte ich ihm ein,—„jedoch nicht allein deßhalb, Mr. der Eigenthümer der Buſennadel im Werthe von einhundert— Srucafd u DO Bagſhawe. Vielmehr weigerten Sie ſich, als ſie auf dem undzwanzig Guineen, welche Sie von Ihrem verſtorbenen Stationshauſe ankamen, den Gegenſtand anzugeben, wel— Oheim geerbt haben, iſt nicht nach Oſtindien abgeſegelt, cher Ihnen geſtohlen worden war, und Sie äußerten noch und.... in Gegenwart des Schuldigen, Sie ſtünden im Begriff Ehe ich noch zu Ende geſprochen, lag der armſelige ſich am nächſten Tag mit Ihrem Regimente nach Indien Wicht vor mir auf den Knieen und flehte mit eckelerre— einzuſchiffen. Ich habe in Erfahrung gebracht, daß dieſes gender Demuth und Zerknirſchung mich um Gnade und 4 ö 74 ö N 7 n 2 ————— 7 8 2 — 5 G N 8 7*. 8 „ 1 1 n N 1 * 1 i 1** 2 N 2 1a An 5 5 12 N 8 1 0 2 2 7 5 5 * 3 0— n s— 2 2 9 Schonung an. Ich hätte dem Tropfe in's Geſicht ſpucken mögen! N„Kommt mit mir, Sir!“ rief ich barſch;„wir brauchen keine Komödie und kein Parlamentiren, und in meiner Macht ſteht es nicht, Euch zu ſchonen, wie Ihr wohl wißt. Gebt Euch Mühe, dieſe Gnade und Scho— nung zu verdienen. Wir müſſen Hartley und Simpſon haben und konnen ſie nicht ausfindig machen: da müßt Ihr uns helfen!“ „Ach ja, mit allem Vergnügen!“ erwiderte der Elende gefügig;»ich will ſogleich nach ihnen gehen und ſie aufſuchen!“ ſetzte er mit einer Art zaudernder Zuver— ſicht hinzu. „Unſinn!“ rief ich;„nach ihnen ſchicken mögt Ihr. Thut das, und ich will dann ihre Ankunft noch abwarten!“ Sein Billet wurde durch eine zuverläſſige Perſon abgeſandt, und ich ordnete mittlerweile die Detaills des er— warteten Zuſammentreffens an. Ich und ein Freund, den ich jeden Augenblick erwartete, wollten uns hinter einen großen Vorhang im Zimmer verſtecken, während Mr. Auguſtus Saville im Scherze mit ſeinen beiden Freunden über das angezettelte ſaubere Komplott reden ſollte, ſo daß wir in alle Details deſſelben eingeweiht würden. Mr. Saville willigte ein; ich zog die Klingel, ein Polizeibe— amter trat ein, und wir nahmen mit ſchußfertiger Waffe unſere Poſten ein. Kaum hatten wir dieß gethan, ſo er⸗ tönte die Thürglocke, und Saville meldete uns die Ankunft ſeiner Verbündeten. Es lag ein Blinzeln in des Burſchen grünen Augen, das ich zu verſtehen glaubte.„Nehmt Euch wohl in Acht, Mr. Auguſtus Saville, einen arg— liſtigen Streich ſpielen zu wollen,“ ſagte ich in aller Ruhe zu ihm;„wir ſind hier nur unſerer zwei, aber drunten im Erdgeſchoß warten noch ihrer ſechs, und bei der erſten zweideutigen Bewegung jag' ich Euch eine Kugel auf's Schulterblatt! Wonach ſich zu achten!“ Ohne ein Wort zu erwidern, entfärbte ſich der Er— bärmliche und eine halbe Minute ſpäter traten die Spieß⸗ geſellen in's Zimmer. Es war ein lärmendes, fröhliches Zuſammentreffen, nach dem Händedrücken, dem gegenſeiti— gen Beglückwünſchen über das beiderſeitige gute Ausſehen und Befinden zu urtheilen. Saville war meines Erach— tens der Geräuſchvollſte und Luſtigſte von Allen drei. „Hört, Saville, wenn ich Euch ſo recht genau be⸗ trachte,“ hub Hartley an,—„ſo kommt Ihr mir doch einigermaßen verändert vor. Was iſt Euch? habt Ihr einen Geiſt geſehen?“ „Das nicht,“ war die Antwort;„aber die verdammte Geſchichte mit der Buſennadel macht mich unruhig!“ „Unſinn! Thorheit!— Es geht ja Alles gut! Und wir ſtecken alle drei unter Einer Decke,— es iſt eine wahre Whiſtparthie zu Dreien. Ich nahm ſie ihrem Eigenthuͤmer aus dem Vorhemdchen; Simmy hier ſchob ſie in die Retikule der hübſchen Mary, die ihre Taſche vielleicht nicht eher unterſucht hat, als bis die Reihe des Durchſuchens daran kam. Ihr, Saville, ſpieltet die Rolle des Eigenthümers, und ſo haben wir zuſammen ein wahres Pfänderſpiel aufgeführt— nicht wahr? Hahaha!... Hal „Allerdings! ein wahres Pfänderſpiel, Mr. Hartley!- ſagte ich, plötzlich vortretend, und ſtampfte mit dem Fuße auf den Boden;—„fürwahr, ein luſtiges Pfänderſpiel, und nun kommt es an das Einlöſen der Pfänder, woran noch mehr Herren theilnehmen wollen, wie Ihr ſeht,“ ſetzte ich hinzu, und deutete auf die Conſtabler, die nun in's Zimmer ſtürzten. Ich möchte das Papier nicht entweihen und be⸗ ſchmutzen mit Schilderung der Flüche, Verwünſchungen, Gottesläſterungen, welche eine kurze Weile durch das 2348 Ee⸗ Zimmer tönten. Ehe aber eine Viertelſtunde verging, waren alle drei gefeſſelt und hinter Schloß und Riegel, und ehe ein Monat in's Land gegangen, waren alle drei deportirt. Ich brauche wohl kaum erſt beizufügen, daß ſie 5 Buſennadel für ächt und äußerſt werthvoll gehalten atten. Mary Kingsford kehrte nicht mehr zu ihrem Brod— herrn zurück. Richard Weſtlake's Vater gab ſeinen Wider— ſtand gegen die Verbindung ſeines Sohnes mit Mary Kingsford auf, und im darauffolgenden Mai ward die Hochzeit mit großer Fröhlichkeit und allgemeiner Freude gefeiert. Meine Tochter Emily war Brautjungfer, ich ſelbſt vergab die Braut. Das junge Paar hat nun eine ziemlich zahlreiche Familie, und ein Heimweſen, ein trau⸗ liches Familienleben, dem Liebe, Frieden und Genügſam⸗ keit die Weihe geben. Es brauchte allerdings ziemlich lange, bis Mary ſich von den erſchütternden Folgen ihres Londoner Abenteuers erholte, und ich bin feſt überzeugt, die unangenehmen Erinnerungen daran haften noch ſo friſch in ihrem Gedächtniſſe, und verknüpften ſich ſo eng mit dem Gedanken an die große Metropole, daß ſie wenigſtens gewiß nicht begierig war, die große Weltinduſtrieaus— ſtellung mit einem Beſuche zu beehren. Wieder einmal ein Stücklein vom alten Critz. (Eine Erzählung aus der Spinnffube.) Der große Preußenkönig, Friedrich II., den Ihr, liebe Leſer, beſſer noch unter dem Namen des„alten Fritz“ kennet, und der auch Euch Allen in gar gutem Andenken ſteht, war nicht nur ein ſeltſamer Kautz, dem man viele Stücklein, theils wahre, theils erdichtete, nacherzählt, er war auch ein Fürſt vom edelſten Herzen. Ich weiß es, daß Ihr Geſchichten, die ich hin und wieder in der Spinn⸗ ſtube von ihm erzählte, mit der größten Luſt geleſen habt. Drum will ich Euch jetzt wieder eine von ihm erzählen, die aber nicht zu den erdichteten gehört. Paßt'mal auf! In einem der tapferen Regimenter des großen Hel⸗ den diente ein Feldwebel, der ſich in mehreren Schlachten durch Muth, Tapferkeit und Geiſtesgegenwart ſo rühm— lich ausgezeichnet hatte, daß er die Aufmerkſamkeit des Königs auf ſich zog, und Friedrich beſchloß, ihn zum Of— fizier zu befoͤrdern. Sein Oberſt, der auf den Feldwebel ein tüchtig Stück hielt, erfuhr das, und konnte in der Freude ſeines Herzens es nicht unterlaſſen, dem braven Manne davon zu ſagen. Der ehrliche Feldwebel erſchrack und that einen raſchen Schritt. Er gab eine Vorſtellung ein, worin er mit einfachen Worten erklärte, ihm fehle die hinlängliche Bildung, um mit Ehren dem Offtzierſtande der Armee angehören zu konnen, und nun ſei es zu ſpät, den Mangel der Jugendbildung zu erſetzen. Ueberdieß aber fehle es ihm an dem Vermögen, um auch äußerlich dem neuen Stande Ehre machen zu können; er glaube in ſeiner Stellung ſeinem geliebten Könige mit mehr Erfolg dienen zu können, und bitte daher, mit geziemendem Danke für die hohe, ihm zugedachte Gnade, unterthänigſt, es möge dem Könige gefallen, ihn in ſeiner Stellung zu belaſſen. Braver Mann! rief der König aus, als er die Schrift geleſen. So was kommt nicht oft vor! Er mag Feldwebel bleiben, aber ſo weit wird ſeine Beſcheidenheit ſich doch wohl nicht verirren, daß er eine ordentliche Zu— lage zu ſeinem Solde ausſchlägt? Der Oberſt, der die Bittſchrift überreicht hatte und dem braven Manne ſehr das Wort redete, meinte lächelnd: Das haben Eure Majeſtät nicht zu befürchten! * ſörte! Einmal vll ich aber aud yen des S ben! Sag er Nun zog ed und ſeinem Am penige Jahre spe ſwiel hatte hin bungen zu ſchütz Die aeme fiel ein, als vermochte ſie es Joth rieth ihr Gatten, ſich an Ine Bittſchrift, vahr und treu leſer Bittſchrift us königliche E Lange und ſch die Reihe c hör beim König Sie überr ind ſagte: Da gekannt. War N Bekanntmae U A* Mobilia (1652) Monta Vormittags 9 Uhr Aon Suhrada'ſck gachlaſſe der ver hörenden Mobil geder, Weißzeug Conmode, Glas! duusgeräthſchaften Aurzahlung verſte örledberg an Gr der Vorſie Pfände (683) Mon und die darauf f ugs 9 Uhr, wir 0. und J. Sef Aimerkt wird gerung verfz fand. und Leit gerung komm eng, Herr wenigſtens * krieaus⸗ en Kitz. II., den Ihr, tem Andenken A man viele geleſen habt. u erzählen, i mal auf! roßen Hel. t Aue Mangel E es *euen „Alten Fritz 0 So iſt's gut; ſagte der König und der Feldwebel hatte, was auch ein Lieutenant bezog, ohne daß er den Aufwand eines ſolchen zu machen brauchte. Er heirathete nun ein ſehr braves Madchen und lebte glücklich und ſegnete ſeinen Konig. Wann iſt aber das Menſchenloos völlig ohne Leiden? — Der brave Feldwebel verſiel bald darauf in eine ſchwere Krankheit, die ihn ſo herunterbrachte, daß er ſeinem Dienſte nicht mehr obliegen konnte. Der redliche Oberſt mußte ihn ſelbſt zur Penſioni⸗ rung in Vorſchlag bringen. Als der König die ſchriftliche Meldung des Oberſten las, rief ihm ſein außerordentliches Gedächtniß alle die Umſtände zurück, die ſich auf den Feldwebel bezogen. Er ließ den Oberſten rufen, fragte angelegentlich nach dem Feldwebel und ſagte dann, als er nur Gutes von ihm horte: Einmal hab' ich ihm ſeinen Willen gethan, jetzt will ich aber auch den meinigen haben. Entlaſſen ſoll er werden, aber als Lieutenant, und dann ſoll er den freien Poſten des Steuereinnebmers in ſeinem Geburtsorte haben! Sag' er ihm das, Oberſt! Nun zog der Glückliche auf ſeine neue Stelle und ſtand ſeinem Amte mit Gewiſſenhaftigkeit vor; aber ſchon wenige Jahre ſpäter ſtarb er, ohne daß er ſeiner Familie ſoviel hatte hinterlaſſen können, um ſie vor ſchweren Sorgen zu ſchützen. Die arme Wittwe ſchränkte ſich mit ihren Kindern ſoviel ein, als es immer möglich war; allein dennoch vermochte ſie es nicht, auszukommen. In ihrer großen Noth rieth ihr ein treuer Freund ihres verſtorbenen Gatten, ſich an den König zu wenden. Er verfaßte ihr eine Bittſchrift, worin er die Verhältniſſe ihres Gatten wahr und treu und ebenſo ihre Noth ſchilderte. eit dieſer Bittſchrift reiſte die Frau ab und kam glücklich in das königliche Schloß. Lange und geduldig ſtand ſie im Vorſaale, bis end— lich die Reihe an ſie, als an die Letzte kam, welche Ge— hör beim Könige wünſchte. Sie überreichte ihre Bittſchrift. Der König las ſie und ſagte: Das iſt Alles wahr! Ich habe den Mann gekannt. War ein braver Soldat! 2349 Nun ſchrieb er einige Zeilen an den Rand und reichte die Schrift der Wittwe mit der Weiſung, damit auf die Hauptſtaatskaſſe zu gehen. Mit innigen Dankesworten entfernte ſich die Frau. Im Vorſaale aber blickte ſie auf die Worte, welche der Koͤnig geſchrieben hatte, und ſah, daß es eine An⸗ weiſung auf fünfzig Ducaten war. Da erſchrack die arme, beſcheidene Frau, und meinte in ihrer Ehrlichkeit, der König habe ſich da verſchrieben zu ihrem Vortheile. Während ſie noch beſtürzt da ſtand, trat der König aus dem Kabinette heraus und fragte freundlich: Wie iſt's? Da faßte ſie ſich ein Herz und ſagte: Ach, Eure Majeſtaͤt haben ſich gewiß verſchrieben! Sie haben mir fünfzig Ducaten dahin geſchrieben. So viel wollte ich ja nicht erbitten. Ueber des Königs Angeſicht flog da ein Lächeln und er ſagte: Geb' Sie mir's nur wieder! Es iſt wahr, ich hab' mich auch verſchrieben! Er nahm die Schrift und ging wieder ins Kabinet und kam nach einigen Minuten wieder und reichte ihr die Schrift, die aber nun verſiegelt war. Nun iſt's aber richtig, ſagte er mit heiterm Ange— ſicht und entließ die Frau. Die eilte nun mit erleichtertem Gewiſſen auf die Hofſtaatskaſſe; aber wie erſtaunte ſie, als man ihr dort die Beſtimmung des hochherzigen Königs las! Sie lautete auf hundert Ducaten und ein lebenslängliches Jahrgehalt von hundert Thalern und darunter ſtand, von des Königs Hand geſchrieben: Nun iſt's richtig, und dabei bleibt's. Friedrich. Frucht Markt zu Friedberg am 2. November 1853. Kartoffel waren 70 Malter aufgefahren, 61 Malter à 240 Pfd. wurden verkauft. Mittelpreis 4 fl. 6 kr. Der Großh. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. A NNerenen Mobiliar-Verſteigerung. 11632) Montag den 7. November d. J, Vormittags 9 Uhr anfangend, werden in der Anton Suhrada'ſchen Hofraithe dahier die zum Nachlaſſe der verſtorbenen Katharina Göring gehörenden Mobilien, beſtehend in Bettung, Kleider, Weißzeug, Tiſche, Stühle, Schränke, Commode, Glas und Porzellan, ſowie ſonſtige Hausgeräthſchaften öffentlich meiſtbietend gegen Baarzahlung verſteigert. Friedberg am 19. Oktober 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender. Pfänderverſteigerung. (1653) Montag den 14. November d. J. und die darauf folgenden Tage von Vormit⸗ tags 9 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die am 26. und 27. September d. J. begonnene Ver⸗ ſteigerung verfallener Pfänder der hieſigen Pfand⸗ und Leihanſtalt fortgeſetzt. Zur Ver⸗ fleigerung kommen: Gold, Silber, Kupfer, Weißzeug, Herren- und Frauenkleider ꝛc. Bemerkt wird ausdrücklich, daß das Pfand⸗ local vom 10. November bis zum Schluſſe der Verſteigerung geſchloſſen bleibt, weßhalb die Auslöſung und Renovation verfallener Pfänder nur bis längſtens den 9. November d. J. ſtattfinden kann. Friedberg den 19. Oktober 1853. In Auftrag der Pfand⸗ und Leihhausverwaltung: Der Großh. Bürgermeiſter Bender. Faſelochsverſteigerung. (1712) Mittwoch den 9. November d.. des Vormittags um 11 Uhr, ſoll im Rathhauſe zu Reichelsheim ein der Gemeinde daſelbſt ge⸗ höriger ſchwerer Faſelochſe meiſtbietend verſtei⸗ gert werden. Reichelsheim den 31. Oktober 1853. Schmid, Bürgermeiſter. Arbeits-Verſteigerung. (1713) Montag den 7. d. M., Vormittags 11 Ühr, ſoll auf hieſiger Rathsſtube die Anfer⸗ tigung von 8 Stück neuer Subſellien in die hieſige Schule, veranſchlagt zu 80 fl., unter den dabei näher angegeben werdenden Bedin- gungen, öffentlich wenigſtnehmend in Accord gegeben werden. Bönſtadt den 1. November 1853. Der Loe, Bürgermeiſter be. Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein Logis, (1709) beſtehend in 5 heizbaren Zimmern, 3 Kammern, Küche, Waſchküche, Keller ꝛc. ift zu vermiethen und kann bis den 1. Februar k. J. bezogen werden bei Friedberg. W. Hanſtein, Wagnermeiſter. (1698) In der Leihbibliothek von Louis Weis Clarkſon, Onkel Tom in England. Fortſetzung von Onkel Tom's Hütte. Das Evangelium der Natur. Gutzkow, Ritter vom Geiſte. Hildreth, Der weiße Sklave, Seitenſtüͤck zu Onkel Tom's Hütte. Linden, Vier Lebenstage. Wohnungsveraͤnderung. (1689) Von heute an wohne ich bei meinem Bruder in dem ehemaligen Jung'ſchen Hauſe nächſt der Stadtkirche und dem neuen Schulhauſe. Dr. Ritzel, Veterinärarzt. Ein möblirtes Zimmer (171) hat zu vermiethen Karl Kiefer, Kammmacher. N een 15 a 54 0 7 * — „ 8 4 3 125 Liverpool. Regelmäßige wöchentliche Abfahrten ab Mainz jeden ne e b Friedberg jeden Mittwoch. (627) Die Paſſagiere werden jedesmal durch eigene tuͤchtige Conducteure bis in den Seehafen begleitet. Pünktlichkeit in den Expeditionen, billige Preiſe und genaue Erfüllung der eingegangenen Verbindlichkeiten werden dieſe Reiſegelegenheit auch ferner empfehlen. Friedberg im April 1853. Heinrich Hahn, Agent. Neucſte Pariſer Modell⸗Damenhüte (4715) habe ich durch directe Einkäufe in Paris erhalten. Friedberg. S. G. Simon jun., Putz- und Modehandlung, neben dem Gaſthaus zu den drei Schwerdtern. Kirchliche Anzeigen. 24. Sonntag n. Trinit. den 6. Nov. Mpeg ne Hr. Stadtpf. Schwabe für Hrn. Diaconus Baur. (Reformationsfeſt.) Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Decker. Nachmittags: Hr. Reallehrer Müller. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Schwabe. (Abendmahl.) Nachmittags: Hr. Candidat Bernbeck. Es wird zugleich angezeigt, daß von dieſem Sonntage an die Vormittagsgottesdienſte wie⸗ der um 9½ Uhr ihren Anfang nehmen. Frantfürker Cours vom 2. Nov. 1853. Piſtolen ein: fl. 9 40¼P4+ Friedrichsd'oer.„ 9 56-57 Holländiſche 10 fl. Stine„ 9 45½¼-4 7 Rand⸗Ducaten. 8„ 5 35½-—36 20 Frankſtückeee„9 22½—)3½ Engliſche Souverains. 11 46 Preußiſche Thaler.„ 145 /- 5 Frankenthaler„2 20/878 Preußiſche Caſſenſcheine.„ 145 ¼/.t½ W Anzeige. D (17160 Der Unterzeichnete beabſichtigt für hieſige Stadt und Umgegend einen Zeitſchriften⸗ Leſezirkel zu arrangiren und ſind zu dieſem Behuf Subſcripttons-⸗Liſten, welche die näheren Bedin⸗ gungen enthalten, in Circulation geſetzt worden. Sollte die Liſte irgend einem Intereſſenten zu⸗ fällig nicht zukommen, ſo bitte ich, mich davon zu benachrichtigen, damit die Zuſendung derſelben erfolgt. Auch liegt in meinem Geſchäftslocale eine Subſcriptionsliſte auf. Friedberg, Anfang November 1853. C. Seriba's Buchhandlung. Annonce. (1659) Geräumige Magazine, auch als Nie⸗ derlage für getrocknete Häute und Felle ſehr geeignet, bei Spediteur Otto Kolligs, große Gallengaſſe neu No. 4 in Frankfurt a. M. Wohnungsveraͤnderung. 1717) Unterzeichneter beehrt ſich hiermit einem geehrten Publikum die ergebenſte Anzeige zu machen, daß er ſeine Wohnung bei Herrn Dreher Starck verlaſſen hat und jetzt bei Wittwe Göring in der Wolfenſtraße, vis-a-vis dem Höôtel Trapp, wohnt. Friedberg. Adam Holler, Heilgehülfe und Barbier. Zu vermiethen. (1718) Die Unterzeichnete hat ihren an der Kapelle gelegenen Garten, ſowie in ihrem Haus in der Uſagaſſe ein für eine Familie geeignetes Logis zu vermiethen. Katharina Müller. Braunſchweiger Flachs!! (1719) Prima Qualität, bei Wilhelm Fertſch. Ein gutes Clavier (1720) iſt zu vermiethen. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Zu verkaufen. (1721) Alle Gattungen Blumentöpfe find zu verkaufen bei Gärtner Steyer in Ockſtadt. Muſik verein. 41722) Eingetretener Hinderniſſe wegen ſoll die Abendunterhaltung nicht den 6., ſondern den 20. November ſtattfinden. Der Vorſtand. Bekanntmachung. (1723) Ich erlaube mir die vorläufige er⸗ gebene Anzeige, daß auf die isral. Oſterfeier⸗ tage nächſten Jahres Matzen beſter Qualität und zu angemeſſenem Preiſe bei mir zu haben find. Beſtellungen auf ſolche nehme ich gerne entgegen. Düdelsheim den 1. November 1853. Löb Ehrmann. i der e eg (1724) Einen zweijährigen Farren hat zu verkaufen G. Ewald IV. in Ockſtadt. Friſche Schlagkuchen (1725) bei W. Hanſtein. Zu vermiethen. (1726) Ein möblirtes Zimmer für einen oder zwei ledige Herren iſt zu vermiethen und gleich zu beziehen bei F. Cordes. Caſino. (1727) Sonntag den 6. November wird das erſte Damencafino ſtattfinden. Der Vorſtand. Einladung. (1728) Das am 30. v. M. im Intelligenz⸗ blatt angezeigte Gäns⸗, Enten⸗, Capaun⸗ und Taubenſchießen! mit Bolzenbüchſen konnte wegen eingetretener Hinderniſſe nicht abgehalten werden und findet daſſelbe nunmehr Sonntag den 6. November in meinem Saale ſtatt. Der Schuß koſtet 3 kr. Indem ich alle Freunde des geſelligen Vergnügens hiermit höflichſt ein⸗ lade, bemerke ich, daß für gute Speiſen und Getränke beſtens geſorgt iſt. Rödgen den 3. November 1853. Krauch, Gaſtwirth. Fruchtpreiſe. 2. Nov. 28. Okt. 26. Okt. Gattung. Fried⸗ Gerns⸗ berg J Mainz] beim fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter] 17 5217 32(—— Wee 55 1361011211— Gerſte„ 1 10231 959 10 20 Hafer„ 75 4111 41521 5— Polizei Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 5. bis zum 11. Novbemer. 2 5 Fried⸗ Buß⸗ 5 Brod⸗Preiſe. berg.] bach. 5 kr. pf. kr. pf. 11 Leib⸗Roggenbrod 4 i 2 2 7 83184— 49 5 1 Lth. Lth — Milchbrod 1 1%2%% 15 — Waſſerweck 113 — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 133½ 13¼ leiſch-Preiſe. Fleiſch⸗Preiſe.„,. 1 Ochſenfleiſch 121212 2 „Kühfleiſch, gemäſtetes 10— 9— „ Rindfleiſch, gemäſtetes 8— 19— „Kalbfleisch 8 1 8— „„„ gemäſtetes e „ Schweinenfleiſch 14— 14— 5 Hammelfleiſch 9— 9— „ Schaaflleiſch 5 „ Wurſt v. blos Schweinen 16— 16— „ Bratwurſt 19— 18— „ Schwartenmagen 18 18 „Geräucherter Speck 24-26— „Schinken 19— 20— „ Dörrfleiſch 20— 20— „Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen 21 22 unausgelaſſen 20— 20—. „ Nierenfett 22— 20— „ Hammelsfett 161— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Bender. Seippel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. A m Da Kreil! an ſümmiliche Zetreffend: Der Nach einer in Büdesheim die Inen hiervon K en zu achten icht in den Ort Friedber 1) als Au ind: a) De kei b) Fr 2) daß fü um 15. Nover ng zu ſein u antritt. Butzba In der chaftlichen Be ei Vorlegut Vertrag übe meiner Zusage ſeit einigen! Kleinen erz zie ſud, und ſi ſichtige.