Intelligenz-Blatt ur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 78. Mittwoch den 3. Oktober 1833. Die Geſchwiſterkinder. Eine Geſchichte von W. O. von Horn. (Fortſetzung.) Alle Tage kamen boshafte Streiche zu Tage. Alle Kinder ſeines Alters beklagten ſich über ihn und über das Nachhalten ſeines Zorns und feines Haſſes bis zur ge— legenen Stunde, wo er ſich rächen konnte. Auch ſein Aeußeres hatte nichts, was ihn angenehm hätte machen können. Dennoch wußte er, wo es galt, ſich durch eine kriechende Schmeichelhaftigkeit beliebt zu machen. Erſt in den letzten Schuljahren arbeitete er aus Ehrgeiz ſich Fritz nach. Was aus ihm werden ſollte, war des alten Wilken nicht geringe Sorge. Eines Tages ging er am Hauſe des Poſthalters vorüber, der auch zugleich die Ausgabe der Briefe beſorgte. Der Poſthalter hatte ſeinen Secretär verloren, der Soldat hatte werden müſſen, und war nun in Verlegen— heit, weil er eines guten Schreibers und Rechners be— durfte. Der Rector der lateiniſchen Schule, den er um Rath gefragt, hatte ihn auf Wilken's beide Enkel, beſon— ders auf Fritz aufmerkſam gemacht. Herr Kanzeliſt, rief der Poſthalter aus dem Fenſter, haben Sie nicht einen Augenblick für mich? Der alte Wilken entblößte höflich ſein ſchneeweißes Haupt und trat herein. Da rückte denn der Poſthalter mit der Bitte hervor, ihm den Fritz zum Schreiber zu geben; ſagte ihm, daß er ſogleich eine anſtändige Vergütung erhalte, zumal, wenn er im Hauſe des Gcoßvaters ſchlafen und eſſen könne, und zeigte ihm noch größere Vortheile, in der Zukunft ſelbſt ein ſicheres Fortkommen im Poſtfache. Wilken mußte ihm ſagen, daß er in dieſen Tagen Fritz in die Lehre zu Kaufmann Lorenz gethan habe; daß aber Franz dazu noch beſſer zu gebrauchen ſein möchte, weil er eine weit ſchönere Hand, als Fritz ſchreibe und ein ſehr guter Rechner ſei. Wenn auch der Junge dem Poſthalter nicht gefiel, ſo biß er doch in den ſauern Apfel, weil er eben keinen ſüßen hatte, und nahm ihn an. Ausgemacht wurde aber, daß der Lohn in des Großvaters Hand fließe und der Junge gar nichts davon wiſſen dürfe, weil es ſonſt Ver⸗ anlaſſung zu böſen Wegen werden könne. Als der Großvater heim kam und die Nachricht dem Franz mittheilte, hüpfte ſein Herz vor Freude. Er wurde ſchon Schreiber und der verhaßte Fritz war Lehrjunge! Das kitzelte ſeinen Hochmuth. Der Großvater empfahl ihm, ſich durch Fleiß, Treue und Zuvorkommenheit des Poſthalters Zuneigung zu erwerben, und ſchon am andern Tage ging er hin, und nach einem Monat erklärte der Poſthalter, er ſei mit dem jungen Menſchen vollkommen zufrieden. Durch ſeine Augendienerei wußte er ſich bei dem ſchwachen Manne ſo einzuſchmeicheln, daß er ihn bei ſeinen Vorgeſetzten dringendſt empfahl und Franz die ſchönſten Ausſichten fur die Zukunft gewann. Im Hauſe der Großeltern dauerte aber der Hader beider Enkel fort, ſelbſt als ſie zu reiferen Jahren ge— langten. Außer der natürlichen Verſchiedenheit ihrer Gemüthsart lag noch ein anderer Grund dieſes Haders, dieſer tiefgewurzelten Abneigung im Geheimen, und darum wußten nur Drei— Fritz, Franz und Rickchen. Sie waren von früheſter Jugend Geſpielen, faſt einzige Geſpielen, denn ſie waren ja Nachbarskinder, und in des Herrn Lorenz Hofe hinter dem Hauſe, in den Schuppen und Ueberdächern waren Spielplätze, wie ſie die Welt nicht ſchöner hatte. Aber ſchon in den Tagen der Kindheit entſchied ſich die Zukunft. Rickchen und Fritz waren Ein Herz und Eine Seele, und Franz war überall der neidiſche Spiel- brecher, Störefried und Streithahn; dennoch ſpielten ſie zuſammen. Ueber nichts aber ärgerte ſich Franz mehr, als über die Vertraulichkeit, Einigkeit und Liebe Rickchen's mit Fritz. Was ein Dörnchen werden will, das ſpitzt ſich frühe, ſagt das Sprüchwort, und das fand nun auch hier ſeine vollſte Anwendung, theils auf die Gemüthsart des Franz, theils auf die Verbindung der Herzen Rickchen's und Fritz's; aber das war das Sonderbare, daß, je mehr ſich Rickchen von Franz abwandte, deſto mehr ſein Herz zu ihr neigte. Das blühendſchöne Kind wurde eine überall bewun— derte Jungfrau. Nicht blos ihre Schönheit; ihre Sitt— ſamkeit, Demuth, Häuslichkeit erwarben ihr Liebe und Werthſchätzung. Was im Herzen der Kinder als ſtiller Keim ge— ſchlummert hatte, das bildete ſich in reiferen Jahren zu heißer und inniger Liebe aus. Lorenz hatte nichts dagegen. Zwar ſagte er nichts, aber er liebte Fritz wie ſeinen Sohn; lobte ihn nach Ver— dienſt und ſtand mit den Großeltern ſeines zum Gehülfen aufgeſtiegenen Lehrlings in den vertrauteſten Verhältniſſen Wenn auch Fritz kein Vermögen hat, ſagte er zu ſich, ſo e N 0* 837„, 8 N* 1 — rn hat er Kopf und Herz auf dem rechten Flecke; verſteht ſeine Kaufmannſchaft wacker; kennt die Buchhaltung und Alles, was darauf einſchlägt, und iſt kein Spekulant, wie des Franz Vater war, ſondern verſtändig und, wo es gilt, raſch und entſchieden. Dabei iſt ſein Leben ohne Flecken, ſein Herz treu und gut, und die Kinder haben ſich von Kindesbeinen an lieb. Was ſollt' ich da gegen die Verbindung haben? Wär' er nur aus dem Militär⸗ zuge! Liebſter Gott, wie ſchlimm wäre es, wenn er ſich dran ſpielte! Denn da kommt Keiner wieder, er ſei denn zum völligen Krüppel gehauen oder geſchoſſen. Aus dieſem Selbſtgeſpräche des Kaufmannes Lorenz konnte man wohl merken, daß das ſchöne Rickchen nicht weit davon war, des Fritz Wilken's Braut zu ſein. Jeder— mann wußte das auch; freute ſich des bildſchönen Paares und gönnte Fritz das Glück einer reichen Parthie, wie die Leute ſagten. Nur Einer gönnte ihm das ſchöne treffliche Mädchen nicht, weil er ſie auch mit einer glühenden Leidenſchaft liebte, und dieſer Eine war Franz, der ſich vom Militär, Gott weiß wie, durch des Poſthalters Hülfe frei gemacht, und durch deſſelben Vermittelung, weil er ihn nicht miſſen konnte, zum wirklichen Poſtſecretär ernannt worden war. Das war in der That für den jungen Mann ein großes unerwartetes Glück; allein das ſollte bald noch größer werden. Man fand es für gut, in der Verwal— tung die Briefpoſt von der Fahrpoſt zu trennen, und da Franz gut empfohlen war und ſeinen Dienſt nicht nur gut verſtand, ſondern bisher auch treu und gut geführt hatte, ſo wurde er Poſtexpeditor oder Verwalter der Brief— poſt, und erhielt damit eine Stellung, die eine kleine Familie, deren Anſprüche beſcheiden waren, ernähren konnte. Die Großeltern freuten ſich darüber, obwohl Franz, ſeit er Poſtſecretär geworden war, die Großeltern ſelten beſuchte, und daran nicht im Mindeſten dachte, von ſeinem Gehalte ihre alten Tage zu verſchönern. Er wohnte in einec gemietheten Stube und aß im Wirthshauſe. Obgleich nun das die guten Alten tief kränkte, ſo konnten ſie's ja doch nicht ändern. Franzen's Auſtellung erfolgte in dem Jahre, als Fritz, den er überall mied und, wo er mit ihm zuſammen⸗ traf, höhnte und neckte, in den Zug kam, was damals ſo viel hieß, als militärpflichtig wurde und das Loos ziehen mußte. In den Herzen derer, die dies näher berührte, war große Bangigkeit vor dieſem Zeitpunkt, und nicht um— ſonſt; denn Fritzen's unglücklicherweiſe zitternde Hand zog eine Nummer aus dem erſten Hundert, mußte alſo ohne Gnade und Barmherzigkeit marſchiren. Als er mit dieſer Kunde, bleich und zitternd, vom Rathhauſe heimkam, war der Jammer der Großeltern dem Rickchen's und ihres Vaters völlig gleich; aber Franz hatte Mühe, ſeine Freude zu verbergen. Die Tage, die Fritz noch im Kreiſe der Seinigen verweilte, floſſen hin in der Gemeinſchaft mit ihnen. Er wollte ja noch die Stunden auskaufen. Endlich ſchlug die ſchwere Stunde des Scheidens. Es war— hundert gegen Eins— die Scheideſtunde für dieſe Welt! O, da mag jedes gefühlvolle Herz unter den Leſern der Spinnſtube es ſich denken, wie es den Großeltern, die am Rande des Grabes ſtanden; wie es Herrn Lorenz war, der ſo große Hoffnungen auf Fritz geſetzt; wie es endlich um Rickchen ſtand, die ihn ſo treu liebte. Alles, was ſie ſich geträumt hatten von ihrem nahen Glück, es war zertrümmert! Fritz eilte endlich, ſich losreißend, hinweg. Schreibe oft! riefen ſie Alle noch ihm nach und: Gott ſchütze und behüte dich! 312. Wie im Taumel eilte er hinweg. Die Trommel raſſelte und die Rekruten marſchirten ab. Thränende Augen ſahen ihnen nach. Segenswünſche begleiteten ſie. Nur Ein Auge ſah mit Freude dem Zuge nach, und kein Segenswunſch ſtieg aus dem Herzen auf, zu dem es gehörte.— Das Depot oder der Ort, wo die Rekruten des Regimentes, zu dem Fritz beſtimmt worden war, ausge— bildet und einexerzirt wurden, war Straßburg. Das Re— giment aber ſtand in Spanien. Sobald ſie alſo ausge— bildet waren, kannten ſie ihre Beſtimmung. Es war der mörderiſche Vertilgungskampf in Spanien, der ſie er— wartete. Ueber den beiden Familien lag eine tiefe Trauer. Rickchen ging gar nicht mehr aus. Ihr einziger Gang war zu den betrübten Großeltern, und wenn ſie dahin kam, mußte ſie tröſten, die doch des Troſtes ebenſo ſehr bedurfte, als ſie. Es war recht auffallend! Seit Fritz weg war, kam Franz wieder täglich zu den Groß— eltern, und was ihnen noch mehr auffiel, war das, daß er mit großer Liebe und Theilnahme von ihm redete, und meiſt die Briefe, die er ſchrieb, ſelber den guten Alten brachte; auch ſich allemal mit großer Theilnahme nach ihm erkundigte. Traf er Rickchen, ſo erwies er ihr große Aufmerk— ſamkeit und verhehlte die Liebe gar nicht, die er zu ihr fühlte. Die Großeltern ſöhnten ſich in ihrer Gutmüthig— keit und Argloſigkeit mit ihm aus. Rickchen ſah tiefer und ihr Abſcheu wuchs mit jedem Augenblick, indem ſie die Abſichten Franzen's mehr und mehr durchſchaute. So lange Fritz in Straßburg war, kamen ſeine Briefe regelmäßig an, und ihre Ankunft war ein Freuden— feſt; aber während des Marſches nach Spanien blieben ſie aus und auch ſpäter kamen ſie ſelten. Als aber die Franzoſen nach Portugal zogen, um den Engländern zu wehren, da blieben ſie ganz aus. Die Nachrichten aus dem Lande des Krieges waren überhaupt in eben dem Maaße ſelten und kümmerlich, in dem die Lage der Franzoſen ſich verſchlimmerte, und die Siege der Spanier und Engländer, welche zuſammen gegen die Franzoſen ſtritten, erfolgreicher und häufiger wurden. Herr Lorenz ſah, wie der Schmerz ſein ſchönes blühendes Kind verzehrte, wie er die alten Großeltern dem Grabe näher brachte. Er ſelbſt litt dadurch doppelt. War er todt oder gefangen? Das war die Frage; aber wer ſollte Antwort geben? Herr Lorenz ſchrieb an das Kriegsminiſterium nach Paris. Schnell kam die Antwort: Friedrich Wilken habe tapfer geſtritten, habe ſich das Kreuz der Ehrenlegion auf dem Schlachtfelde von Cindad Rodrigo erworben; ſei darauf ſeiner Tapferkeit und Fähigkeiten wegen zum Lieutenant, dann ebenſo ſchnell von Stufe zu Stufe bis zum Hauptmanne geſtiegen, ſei aber, wie ſeine Kameraden berichteten, in dem erſten Treffen gegen die Engländer gefallen. Ein eigentlicher Todtenſchein könne nicht ge— ſendet werden, weil authentiſche Nachrichten fehlten und es auch noch möglich ſei, daß der Schwerverwundete in die Hand der Feinde gefallen ſei. Die Nachrichten ſeien jedoch der Art, daß auch dann an ſeiner Lebensrettung mit Grund gezweifelt werden müſſe. Als dieſe Nachricht eintraf, war das Maaß des Leidens voll. Rickchen wandelte umher, wie ein Schatten, und die Großeltern wankten ſichtlich dem Grabe zu. Selbſt Herr Lorenz war tief gebeugt. Und doch ſagte er oft: Warum beweinen wir ihn denn als todt, und es iſt doch noch ein Schimmer von Hoffnung vorhanden? (Fortſetzung folgt.) Bekam gefordert. Weiler haben.. 3) Georg 1 8 Chriftan& fuck 1017 käuflich ub Prozeß dar! Mohr im ausgewand März v. geſchloſſenen worden, de brief über ihrer Seſts tung beigef Vollmacht versprochen iſt, auch u die Mohr wandert u Ferner ſind ) auf Inſtan vorgedachte Grundſtücke ten in den im Eicher! Acker im e ſteigert we thumsurku vor, theils kauf noch! daß die Au urkunden b. Endlich ſteht 5) im Aſſenhei Namen de eine am d ter Zimt Hypothek v tigt ſein ſe den kann. Auf Antrag der welche auf die be dle Sub. 5 genan. sodann Glorg J Eunwendungen 9 Verkauf oder dir Beggleiches erbel ſogewiß binnen geltend zu mach nete Grundstück heim als durch N zugeſchri, Vittwe als drunk bel , ad 3 der don G. Moh 5 Te kiſte Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. d NKtᷓeRNeee Edietalladung. (1458) Cs hat 1) Georg Reibert zu Aſſenheim beſcheinigter⸗ maßen das Grundſtück 72/5. 11% Ru⸗ then im Münzenberger Hohlfeld vor ſchon 20 Jahren von dem verſtorbenen Peter Lang, dem es noch zugeſchrieben iſt und deſſen Erben unbekannt ſind, erkauft. Dann ſtehen 2) der Cantor Müllers Wittwe zu Aſſenheim die Grundſtücke 271/49. 37 Ruthen im Eicherloh, 895/18. 50% Ruthen hinter dem Langert, im Grundbuche zugeſchrie— ben, obgleich die Eigenthumsurkunde auf ihren Sohn Daniel Müller lautet, der ſolche für ſie erkauft haben ſoll, was ſeine Wittwe beſtätigt hat, während dem eine Tochter ſich in Amerika befinden ſoll, alſo, da Cantor Müllers Wittwe jene Stücke verkauft, auf dieſem Wege zu Geltendmachung etwaiger Anſprüche auf— gefordert werden muß. Weiter haben 3) Georg Mohrs Eheleute zu Aſſenheim dem Chriſtian Bertalotte von da das Grund⸗ ſtück 1017/15. 22¼̃ Ruthen in der Silz käuflich überlaſſen, es iſt aber ſpäter Prozeß darüber entſtanden, der, da Georg Mohr inmittelſt heimlich nach Amerika ausgewandert iſt, durch einen am 18. März v. J. mit ſeiner Ehefrau ab⸗ geſchloſſenen Vergleich, dahin erledigt worden, daß dieſe dem Käufer einen Kauf⸗ brief über jenes Grundſtück— wie ſie ihrer Seits gethan und demſelben Quit⸗ tung beigefügt hat,— auszufertigen und Vollmacht ihres Mannes nachzuliefern verſprochen hat, was bis jetzt unterblieben iſt, auch nicht bewirkt werden konnte, da die Mohriſche Ehefrau ebenfalls ausge⸗ wandert und ihr Aufenthalt unbekannt iſt. Ferner find 4) auf Inſtanz der Gemeinde Aſſenheim den vorgedachten Georg Mohrs Eheleuten die Grundſtücke 180/42. 8½ Ruthen Grabgar⸗ ten in den Wehrgärten, 263/9. 14 Ruthen im Eicherloh, 508/11. a. 20% Ruthen Acker im Silzberg fur 74 fl. 30 kr. ver⸗ ſteigert worden. Theils liegen Eigen⸗ thumsurkunden über dieſe Grundſtücke nicht vor, theils haben Beklagte über den Ver⸗ kauf noch nicht gehört werden können, ſo daß die Ausfertigung der Adjudications⸗ urkunden bis jetzt nicht Statt finden konnte. Endlich ſteht 5) im Aſſenheimer Hypothekenbuche auf dem Namen des Heinrich Bopp von da noch eine am 8. April 1783 bei Friedrich Peter Zimmermann zu Hanau entliehene Hypothek von 25 fl. offen, die längſt ge⸗ tilgt ſein ſoll, jedoch nicht vorgelegt wer⸗ den kann. Auf Antrag der Betheiligten werden nun alle, welche auf die bezeichneten Grundſtücke und auf die sub. 5 genannte Hypothek Anſprüche bilden, ſodann Georg Mohr und Ehefrau, wenn ſie Einwendungen gegen den sub. 4 erwähnten Verkauf oder den Vollzug des sub. 3 erwähnten Vergleiches erheben wollten, aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen drei Monaten von heute an hier geltend zu machen, als ſonſt ad 1 das bezeich⸗ nete Grundſtück dem Georg Reibert zu Aſſen⸗ heim als durch Verjährung erworben im Grund⸗ buche zugeſchrieben, ad 2 Cantor Müllers Wittwe als Eigenthümerin der bezeichneten Grundſtücke behandelt und deren Verkauf beſtä⸗ tigt, a d 3 der abgeſchloſſene Vergleich als auch von G. Mohr genehmigt und die Qufttung 9 E 2 2313 ſeiner Ehefrau als von ihm anerkannt betrachtet nicht weniger der Kaufbrief beſtätigt, ad 4 der Verkauf unter Confirmation der Adjudications⸗ urkunden und Ausſchluß mit Einwendungen ratificirt, endlich a d 5 die gedachte Hypothek für erloſchen erachtet und im Hypothekenbuche gelöſcht werden wird. Friedberg den 1. September 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. Edietalla dung. (145) Ueber das Vermögen des Konrad Roß II. von Oberrosbach iſt der förmliche Concursproceß erkannt worden. Es werden deßhalb alle Diejenigen, welche Forderungen und Anſprüche an dieſes Vermögen zu bilden haben, aufgefordert, ſolche Mittwoch den 16. November, Vormittags 9 Uhr, bei Meidung des ſtillſchweigend erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe anzumelden und zu begründen. In dieſem Termin ſoll ein Arran⸗ gement verſucht, wegen Veräußerung der Maſſe und Beſtellung eines Curators Beſchlüſſe gefaßt werden und werden alle Gläubiger, die nicht per⸗ ſönlich erſchienen, oder durch Specialbevollmäch⸗ tigte vertreten ſind, in jenen Beziehungen als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden Gläubiger beitretend angeſehen. Friedberg den 29. Auguſt 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. Edictalla dung. (1435) Ueber das Vermögen des Heinrich Bender von Friedberg iſt der förmliche Con⸗ cursproceß erkannt worden. Es werden deßhalb die bekannten und unbekannten Gläubiger des⸗ ſelben aufgefordert, ihre Forderungen, Anſprüche und Vorzugsrechte Mittwoch den 16. November, Vormittags 9 Uhr, dahier, bei Meidung des ſtillſchweigend erfol⸗ genden Ausſchluſſes don der Maſſe anzumelden und zu begründen. In dieſem Termin ſoll ein Arrangement ver⸗ ſucht und über die Maſſe ſelbſt Beſchluß gefaßt werden, weßhalb die nicht perſönlich erſcheinen— den Gläubiger ihre Vertreter zum Abſchluß eines Arrangements, ſowie zur Wahl eines Gläubigerausſchuſſes und Curators, beſonders zu bevollmächtigen haben, widrigenfalls ſie als der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger bei⸗ tretend angeſehen werden Friedberg den 13. September 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. Edictalla dung. (1823) Nachſtehende Grundrenten, als: a) die dem Herrn Fürſten Ferdinand von Solms-Braunfels zu Braunfels in der Gemarkung Gambach zuſtehen- den, von vier Mühlen, im Geſammt⸗ betrag von 327 fl. 59 kr., b) die dem Freiherrn Ludwig v. Wie⸗ ſenhütten zu Niederweiſel in der dortigen Gemarkung angehörenden, durch Allodification von Landfiedellehen entſtandenen Grundrenten, im Geſammt⸗ betrag von 263 fl. 20 kr., ſollen nach den deßhalb beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen abgelößt werden. Es werden daher alle bei dieſen Ablöſungen bekannten und unbekannten Betheiligten hier⸗ durch aufgefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche ſogewiß binnen 2 Monaten bei dem unterzeich⸗ neten Gerichte anzumelden, gegenfalls die Aus- zahlung der Ablöſungskapitalien an die genannten Herren Berechtigten geſtattet werden wird. Butzbach den 26. September 1853. Gr. Heſſ. Landgericht E bel. (Butzbach). Ankauf von Lebensmittel. (1532) Donnerſtag den 6. Oktober d. J., des Vormittags um 10 Uhr, ſoll in der hie⸗ ſigen Reitercaſerne die Lieferung bedeutender Quantitäten Kartoffeln, Bohnen, Erbſen, Linſen und Sauerkraut für die Menagen der hieſigen Garniſon mittelſt Verſteigerung an den Wenigſt⸗ verlangenden in Accord gegeben werden. Dieß den Intereſſenten zur Nachricht. Butzbach den 28. September 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Edictalla dung. (155) An Heinrich Weckers Wittwe dahier iſt ein Capital von 500 fl. abgetragen worden, welches Heinrich Philippi zu Fauerbach II. laut Hypothek vom 2. Auguſt 1810 von dem verlebten Apotheker Marold zu Burg Friedberg, deſſen Erben gerichtlich nicht bekannt find, ent⸗ liehen hat. Wittwe Wecker hat nicht nur die Hypothek über jene 500 fl. in Händen, ſondern auch einen Looszettel vorgelegt, wonach dieſes Capital bei Theilung des Nachlaſſes ihres Va⸗ ters ihr zugefallen ſein ſoll, allein daß und wie daſſelbe auf letzteren übergegangen iſt, hat nicht nachgewieſen werden können. Ebenſo hat Johannes Walz J. von hier eine Hypothek bei Heinrich Philippis Wittwe zu Fauerbach II. über 230 fl. quiktirt, welche nach der Urkunde ſelbſt von Adam Grunes Wittwe dahier am 15. November 1823 ent⸗ liehen worden ſein ſollen, während, ſo viel be— kannt, dieſer Name hier nicht exiſtirt hat und Johannes Kromms Wittwe, welche von Jo— hannes Walz J. beerbt worden, die Darleiherin geweſen ſein ſoll. Endlich ſteht dem verlebten Eberhard Ernſt zu Fauerbach II., deſſen Inteſtaterben ſeinen Nachlaß ausgeſchlagen haben, im Flurbuche ein Grundſtück 627/58 1 Vril. 18½ Ruthen im Holz zugeſchrieben, das Johannes Walz I. im Zwangswege von jenem erkauft haben will und beſcheinigtermaßen ſchon über 10 Jahre beſitzt, während Akten über jenen, angeblich am 10. März 1832 geſchehenen Verkauf nicht haben aufgefunden werden können, auch das Eigen⸗ thum des Johannes Walz J. urkundlich nicht dargethan werden kann. Auf geſtellten Antrag werden hiernach alle, welche auf die vorgedachten Schuldurkunden und das Grundſtück 627/58 Anſprüche irgend einer Art bilden wollen, aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen acht Wochen von heute an, bier geltend zu machen, als ſonſt dieſes Grundſtück dem Johannes Walz 1. als durch Verjährung erworben im Flurbuche zugeſchrieben und, da er es weiter veräußert hat, der deßfallſige Kauf⸗ brief beſtätigt werden wird, auch Heinrich Weckers Wittwe und Johannes Walz J. als wahre Eigenthümer der obgedachten Kapitglien angeſehen und auf die von ihnen quittirten Schuldurkunden die betreffenden Einträge in den Hypothekenbüchern gelöſcht werden ſollen. Friedberg am 19. September 1853. Großberzogl. Landgericht Hofmann. E deteta fta ut z, (4555) Die als Söhne und Erben des vor⸗ maligen Regierungs-⸗Präſidenten, nachher Mini⸗ ſters, Ferdinand Schenk zu Schweinsberg, und ſeiner Gattin, Chriſtiane, geb. Freuſch von Buttlar, aufgetretenen Moritz Kraft Magnus, rath, a. D., Ernſt Ludwig Franz Gontram, Carl Friedrich Franz Rudolph, Forſt⸗ meiſter in Schmalkalden, und Wilhelm Ludwig Carl Walther, Gehei— merath, a. D., zu Schweinsberg, haben Kaufvertragsurkunde vorlegen laſſen, wo— nach ſie das in der Gemarkung des hieſigen Obergerichts⸗ 2 ——— Bezirksortes Wohnbach gelegene, in dem Grund⸗ buch, ohne nähere Bezeichnung, auf den Namen von Schenk, Freiherr zu Schweinsberg, wohn⸗ haft zu Schweins berg, cataſtrirte, ſonſt unter dem Namen„der Bellersheimer Hof“ vorkom⸗ mende Gut, an die Gemeinde Wohnbach um den Preis von Dreißigtauſend Gulden verkauft und iſt von beiden Seiten um Beſtätigung nach⸗ geſucht worden. 7 Indem nun der Eigenthumsnachweis noch zur Zeit unvollſtändig iſt, auch möglicher Weiſe un⸗ bekannte ſonſtige Verhältniſſe, die implorirte Con⸗ firmation verhindern könnten, iſt Edictalladung decretirt worden und wird in deſſen Folge ver⸗ öffentlicht, daß, wer den Vollzug des erwähnten Verkaufs und deſſen Beſtätigung zu beanſtanden, aus irgend einem Grund beabſichtige, ſogewiß binnen drei Monaten ſolches dahier erklären und begründen müſſe, als ſonſten keine Rückſicht darauf genommen, vielmehr, nach Ablauf der Friſt, die Beſtätigung ohne Weiteres werde er⸗ theilt werden. Hungen den 21. September 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Einen Bullen, (15560 1¼ bis 1½ Jahre alt, am liebſten Schacke von Farbe, beabſichtigt die Stadt Fried⸗ berg zukaufen. Offerten nimmt bis zum Sonn⸗ tag den 9. d. M. entgegen Friedberg den 1. Oktober 1853. Der Großh. Beigeordnete F a L ke 2314 Braunkohlen⸗Verkauf.& (15577) Auf dem hieſigen Bergwerke wird gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und unter den bekannten Bedingungen für die vom 1. Oktober bis Ende Dezember d. J. bezogenen Braunkohlenklötzen Credit zur Zahlung bis Ende März 185 4 geſtattet. Der Preis der Klötze iſt 11 kr. à Centner, der der Holzkohlen 14 kr. à Centner. Von gut ausgetrockneten Holzkohlen und ſog. Reihenklötzen liegt noch eine bedeutende Quantität zur Abgabe bereit. Bauernheimer Bergwerk den 28. September 1853. Gräfl. S. R. Bergverwaltung L. Storch. Wieſenverpachtung zu Oberwöllſtadt. (1558) Samſtag den 8. Oktober, Vormit⸗ tags um halb 12 Uhr, ſoll die Verpachtung der in Ober- und Niederroßbacher Gemarkung ge— legenen, ſogenannten Schwengelbrunnenwieſe, im Gehalt von 15 Morgen, 1 Viertel, 5 Ruthen, Oberroßbacher Ortsmaas, auf 9 Jahre in loco Oberwöllſtadt ſtattfinden. Hungen den 30. September 1853. Der Rentamtmann Kießling. Bekanntmachung. (1359) Samſtag den 5. November l. J., Nachmittags 2 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohn⸗ haus des Auguſtin Hütter zu Dornaſſenheim in der Gemeindeſtube daſelbſt einer dritten Ver⸗ ſteigerung ausgeſetzt werden, bei welcher, ſo weit die Vorſchriften in§. 59. pos. 3. des Geſetzes vom 25. Auguſt 1851 nicht entgegen- ſtehen, die Genehmigung demnächſt ohne Rück⸗ ſicht auf den Schätzungswerth um jedes Gebot ertheilt wird. Reichelsheim den 30. September 1853. Herzogl. Naſſ, Landoberſchultheißerei Hildenbrand. Holzverſteigerung. (1560) Montag den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll in den v. Died'ſchen Waldungen dahier das von der im Mai d. J. ſtattgehabten Verſteigerung ſtehen gebliebene Holz, ſowie 500 Buchen⸗Aſtholzwellen, die noch nicht ver⸗ kauft waren, öffentlich an Ort und Stelle ver⸗ ſteigert werden. Dasjenige Holz, worauf Abſchlagszahlungen geleiſtet werden, wird nicht verkauft, ſondern bleibt auf des Käufers Rifico bis zum 1. No⸗ vember d. J. ſtehen. Ziegenberg den 1. Oktober 1853. Kit ch ae rivat⸗ Bekanntmachungen. Einladung zum Ueu-Abonnement für das am 1. Oct Abonnementspreis 1 fl. per Quartal für Frankfurt. (1515) Der„Frankfurter Anzeiger“ Verkehr und bietet gleichzeitig eine angenehme Der Inhalt vertheilt ſich: 1. October beginnende Quartal auf den Krankfurter Anzeiger. — Auswärts mit dem betreffenden Poſtaufſchlag. erſcheint täglich außer Montags, bildet ein Organ für den bürgerlichen und geſchäftlichen unterhaltende und nützliche Lektüre. 1) Novellen, Erzählungen, die neueſten und anziehendſten, Gedichte, Miscellen, Schachaufgaben, Räthſel ꝛe. ꝛc. 2) Berichte, unparteüiſche, über Bühnen⸗ und Concertleiſtungen, Wiſſenſchaft, Kunſt und Induſtrie. 3) Modeberichte, die neueſten Muſter von Häkel⸗, Stick⸗, Pariſer, mit Modebild; lithographiſche Abbildung nebſt Erklärung der aller neueſten Strick-, Filet⸗ und Bandarbeiten ꝛc. 4)„Was gibt es Neues?“— Täglich eine Rubrik, worunter dem Leſer eine kurze, bündige, aber vollſtändige Rundſchau auf dem Gebiete der Politik und des öffentlichen Lebens gegeben, und 5) Coursblatt(vollſtandig) der bhieſigen Börſe, die neueſten Handels-, Frucht«, 0 von Frankfurt, Mainz, Friedberg, Mannheim, Cöln, Neuß, Holland und anderen Plätzen. 6) Das Frankfurter Amtsblatt im Auszuge; vollſtändig das Verzeichniß der Aufgebotenen, Getrauten und Verſtorbenen. 7) Inſerate, die bei der bedeutenden Verbreitung des Blattes hier und auswärts guten Erfolg haben müſſen. 5 5 Zu Beſtellungen empfiehlt ſich C. Bindernagel in Friedberg. ihm dadurch das Durchſehen großer politiſcher Bätter erſpart wird. Getreide-, Oel- und Branntwein-Berichte Apolheker A. Se rafihodilomba dae 1286) wirkt belebend und erhaltend auf die Geſchmeidigkeit und Weich⸗ Mbieit der Haut, und iſt daher Damen und Kindern, ſowie überhaupt Per⸗ ſonen von zartem Teint, zum Waſchen und Baden ganz beſonders zu em⸗ J pfehlen. Für Friedberg befindet ſich das alleinige Depot bet P. F. Schmittner, ſowie auch in Butzbach bei Val. Wießler. Annonce. (1320) Eine Parthie ausgeſetzte Gla ge⸗ Handſchuhe mit unbedeutenden Flecken, ſowie eine Parthie wollene und halbwollene Herren⸗ binden, erlaſſe ich, um damit aufzuräumen, zu äußerſt ermäßigten Preißen. Nauheim im September 1853. Herm. Auffarth. nr (1521) Ich beehre mich hierdurch anzuzeigen, daß ich Herrn Herm. Auffarth in Nauheim den Alleinverkauf meiner Fabrikate in Tabacken und Cigarren übertragen habe und mache be⸗ ſonders auf die beiden ſo beliebten Sorten ge⸗ ſchnittene Varinas⸗Blätter a Pfund 10. Sgr. und 12 Sgr., aufmerkſam. Neuwied im September 1853. Florian Bianchi. 8 u der kaufen. (152) Eine in gutem Zuſtande ſich befin⸗ dende Brennerei, wovon der Keſſel 1 Ohm hält, ſowie mehrere gute Stück⸗ und Zulaſtfäſſer ſind billig zu verkaufen. Wo ſagt die Expe⸗ dition d. Bl. Ein Logis (157) im oberen Stocke meines Hauſes iſt zu vermiethen und kann bis zum 1. Januar 1854 bezogen werden. 2 M. Philippi. Wohnungsveraͤnderung. (1549) Ich mache hiermit meinen Freunden und Kunden die ergebenſte Anzeige, daß ich meine ſeitherige Wohnung bei Herrn Conditor Walz in der Uſagaſſe verlaſſen habe und nun⸗ mehr mein eigenes Wohnhaus, neben Herrn Steindecker Betz nächſt dem Bahnhofe, bezogen habe. Ich empfehle mich fernerhin mit ſolider und moderner Arbeit, ſowie im Decadiren, und werde für reelle und pünktliche Bedienung beſtens beſorgt ſein. Emmrich Gerhard, 8 Herrukleidermacher. Verloren. (1861) Am Dienſtag den 27. September iſt auf dem Wege von Oſſenheim nach Friedberg ein grün ſeidener Regenſchirm mit ſchwarzem Griff und leinen Ueberzug am Wege ſtehen ge⸗ blieben; der redliche Finder beliebe denſelben gegen eine Belohnung in der Expedition ab⸗ zugeben. Ein wohlerzogener Junge (4562) wünſcht bei einem Schmied in die Lehre zu treten. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. An 1 Kreil an ſümmtlic Betreffend: Von viele Felddiebſtahle 0 geführt. Ich Veranlaſſung, Dienſtpflichten erſcheint, zur! ſchaft zuzuziehe Friedd Aber d Hoffnung auf Auch F ſolid lebte, ft die Leute ſag Antheil an d und trauerte in Unfrieden bereute. Die M. wunderbare K es auch ſchein ſe in den To ſcheſte Hütte! 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