1 1 1 n Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 60. Mittwoch den 3. Auguſt Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes und den Polizeicommiſſär zu Wickſtadt. Betreffend: Die Reviſion der Maaße und Gewichte im Baubezirke Friedberg. Den nachſtehenden, mir abſchriftlich zugekommenen Erlaß Gr. Oberbaudirection vom 18. Juli d. J., ad Nr. O. B. D. 8346, theile ich Ihnen, inſoweit er Sie na⸗ mentlich angeht, zur Kenntnißnahme und unter der Em⸗ pfehlung mit, die bei der hiernach vorzunehmenden Reviſion der Maaße und Gewichte von Ihrer Seite erforderliche Mitwirkung eintreten zu laſſen. Friedberg den 27. Juli 1853. de Beauclair, Kͤreisaſſeſſor. Die Gr. Heſſ. Oberbaudirection an Großh. Kreis⸗ bauamt Friedberg. Wir haben eine Reviſion der Fruchtmaaße, Waagen und Gewichte in Ihrem Baubezirk mit Ausnahme der Orte Friedberg, Butzbach, Büdingen und Vilbel jedoch nur be⸗ zuglich der Waagen und Gewichte, da dieſe erſt vor weni⸗ gen Jahren revidirt worden ſind, beſchloſſen und beauf— tragen Sie daher, dieſelbe nach Maßgabe der in Grimms Werk über das Maaß- und Gewichtsweſen, Abſchnitt V §. 13 enthaltenen Beſtimmungen durch den Kreisbauauf— ſeher-Candidaten Metro, welchen wir hierzu bereits aufge⸗ fordert haben, vollziehen zu laſſen. Als Reviſionszeichen iſt der kleine deutſche Buchſtaben e beſtimmt worden. Da bei dieſem Geſchäfte die Mitwirkung der Orts⸗ polizeibehörden erforderlich iſt, ſo haben wir die Gr. Kreis⸗ ämter Friedberg, Büdingen und Vilbel hiervon in Kenntniß geſetzt und ſie erſucht das Erforderliche hiernach zu verfügen. Darmſtadt am 18. Juli 1853. In Erledigung der Directorſtelle: Schleuning. Heinzerling. Das öde Landhaus. Ein Reiſeabenteuer. (Schluß.) „Zwei Tage lang hörten wir übrigens, zu meiner großen Verwunderung, gar Nichts; am dritten aber kam Philipp(der junge Mann, mit dem ich verlobt war), weil er gehört hatte, daß ich nicht mehr in der Cham— pagne Beaugency ſei, in die Hütte meiner Mutter und erkundigte ſich nach mir. Wir hatten uns ſeit längerer Zeit nicht mehr geſprochen, weil mir die Gräfin aus Furcht vor dem anſteckenden Fieber allen Verkehr mit ihm unterſagt hatte, ſo daß wir nur durch meine Mutter uns Grüße beſtellen konnten.„Roſine iſt hier und hat wahr⸗ ſcheinlich das Fieber bekommen,“ ſagte meine Mutter, denn obwohl wir zu Philipp das größte Vertrauen hatten, hielten wir es doch fuͤr gerathener und ſicherer für ihn, wenn er nicht um die letzten Vorfälle wiſſe. Darauf ver— langte er dringend, mich zu ſehen und die Mutter führte ihn in meine Schlafkammer. Nachdem ich ihn nach ſeinem Befinden befragt und ihm geſagt, daß mir ſehr ſchlecht zu Muthe ſei und dergleichen, ſagte er:„Das iſt für die arme Gräfin ſehr unangenehm!—„Was denn?“ fragte ich.—„Jenun, daß Du gerade in dieſem Augenblicke krank biſt, wo ſie Deiner ſo ſehr benöthigt ſein muß!/ —„Was willſt Du denn damit ſagen?“ rief ich;»die Gräfin iſt ja verreist!“—„Weißt Du denn nicht, daß ſie wieder zurückgekommen und ſehr krank iſt?“ fragte Philipp;„man hat nach dem Arzte geſchickt, und ſie ſoll ſehr übelauf ſein!“—„Barmherziger Himmel!“ rief ichz „iſt's möglich? meine arme Herrin krank und ich nicht bei ihr?“—„Robert, der Lakai erzählte mir,“ fuhr Philipp fort—„aber er drang in mich, es ja Niemand zu ſagen — als der Neiſewagen der Gräfin vor dem Wirthshauſe in Montlouis angekommen, ſei Rateau der Gaſtwirth her— ausgetreten an den Wagenſchlag, und habe die Gräfin gefragt: ob ſie auch ſchon Herrn Eugen von Beaugency wiedergeſehen? Darauf ſei die Gräfin ganz blaß gewor— den und habe gefragt:„wiſſen Sie denn nicht, Herr Rateau, daß mein Vetter im Felde geblieben iſt?/ Der Wirth aber habe ſie verſichert, dem ſei nicht ſo und Herr Eugen ſeie erſt zwei oder drei Tage vorher bei ihm ein⸗ gekehrt auf dem Wege nach ſeines Oheims Gute.— Rateau muß natürlich irgend einen andern landfremden Menſchen wegen einer zufälligen Aehnlichkeit für Herrn Engen von Beaugency gehalten haben, aber die Gräfin hat es vermuthlich geglaubt, denn ſie kehrte ſogleich wie— der nach Hauſe.“—„Rateau hat ihr alſo Herrn Eugen's Heimkehr gemeldet?“ fragte ich.—„So ſagte mir der Lakai Robert, erwiderte Philipp;„aber Didier der Maurer verſicherte mich, die Gräfin ſeie ſchon vorher krank ge— weſen; die Ratten in dem kleinen Kloſett haben ſie ſo er— ſchreckt!“—„Die Ratten?“ rief ich, fuhr raſch vom Bette auf und ſtierte ihn wild an;„was fur Ratten? in wel⸗ chem Kloſett?“—„Jenun in dem Kloſett neben ihrem Schlafzimmer! der Graf ſandte nach Didier und ließ es ſogleich zumauern,“ erzählte Philipp weiter.—„Zu⸗ mauern? das Kloſett vermauern?“ ſchrie ich verzweif— lungsvoll.—„Ja, zumauern und begypſen. Aber was iſt Dir denn, Roſine? O ich hatte Dir nicht erzählen ſollen, daß die Gräfin krank ſei!“ rief er, höchlich erſchrocken über meine Aufregung.—„Verlaß mich um Gotteswillen und ſchicke mir meine Mutter!“ rief ich. 0 „Von Allem, was hernach ſich ereignete, eine lange lange Zeit hindurch, habe ich gar keine Erinnerung mehr. Als meine Mutter in die Kammer trat, fand ſie mich im Nachtgewand, wie ich eben die Betttücher zuſammenband, um mich aus dem Fenſter zu laſſen, obſchon die Thüre weit offen ſtand; aber ich war im wildeſten Delirium. Wochen vergingen, bevor ich wieder zur Beſinnung kam, und ehe dieß geſchah, waren meine gute Gebieterin und ihr kleiner Säugling ſchon begraben, der Graf fortge— gangen, Niemand wußte wohin, die Dienerſchaft entlaſſen und das unſelige Haus verſchloſſen. Nicht lange darauf kam die Nachricht, der Graf ſei in Paris geſtorben....“ „Aber, liebe Roſine,“ fragte ich jetzt die Blinde; „wiſſen Sie auch gewiß, daß Eugen v. Beaugency in dem Kloſett war? Woher wiſſen Sie denn, daß ihn der Graf nicht zuvor losließ?“ „Ach, Madame,“ verſetzte ſie und ſchüttelte den zit— ternden Kopf;„Sie würden dieſe Frage nicht an mich ſtellen, wenn Sie Ruy Gonzalez ſo gut gekannt hätten als ich. In dem Augenblick, wo die Worte über Philipp's Mund gingen, begriff ich Alles. Es ſah dem Grafen auf's Haar ähnlich— es war ganz die Rache, die dieſer düſtre unbeugſame Geiſt nehmen mußte. Ueberdem hat mich Didier der Maurer ſpäter als Alles vorüber war und er ſprechen durfte, mehrmals verſichert, er laſſe ſich nicht ausreden, daß nicht irgend ein lebendes Weſen in dem Kloſett geſteckt habe, als er es zugemauert, obwohl er natürlich nicht ſagen oder errathen könne, wer es ge— weſen.“ „Und glauben Sie denn, Roſine, daß die Gräfin das Geheimniß jenes fürchterlichen Kloſetts je geahnt habe?“ „Gewiß hat ſie es, Madame, und dieß eben war ihr Tod,“ gab mir die Blinde zur Antwort;„denn als die Gräfin ſo unvermuthet wieder zurückkam, war ihr Gemahl droben in ſeinem Zimmer mit ſeinem Agenten eingeſchloſſen und traf alle Vorkehrungen, um den Ort für immer zu verlaſſen, und hatte Befehl gegeben, daß man ihn nicht ſtören ſolle. Er hatte die Zimmer der Gräfin verſchloſſen und trug den Schlüſſel bei ſich; aber er ſchien vergeſſen zu haben, daß fuͤr jedes Zimmer im Hauſe noch ein zweiter Schlüſſel vorhanden war, welchen die Wirthſchafterin in Verwahrung hatte. Darum ſandte die Gräfin, ohne ihren Gemahl ſtören zu laſſen, nach dieſer und ließ ſich ihr Zimmer öffnen. Nun reimte ſie ſich Manches zuſammen— mein ängſtliches Weſen, des Grafen Aufregung, dann mein plötzliches unerklärliches Verſchwinden, ihre eigene Abreiſe, auf welche der Graf ſo ſehr gedrungen hatte, und die Erzählung des Gaſtwirths Rateau— all das zuſammen mußte ſie argwöhniſch ma— chen und etwas ahnen laſſen, wenn ſie auch noch nicht 240 e- wußte, was eigentlich geſchehen war. Als aber ihr Blick auf die friſch zugemauerte Thüre des Kloſetts fiel, da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen und nun begriff ſie Alles! Das Uebrige können Sie ſich denken, Madame, denn Worte könnten es nicht beſchreiben! Als ihre Leute in das Schlafzimmer der Gräfin kamen, ſchlug ſie wie wahnſinnig mit dem Schüreiſen gegen die Wand, aber einige Stunden ſpäter endete ihr Leiden, denn ihre Lebens— kraft zehrte ſich ſelber auf und ſie war bereits geſtorben, als Philipp mich mit ihrer Rückkehr und Erkrankung be— kannt gemacht hatte!“ „Da haben Sie ja ein entſetzliches Trauerſpiel mit erlebt!“ ſagte ich.„Und was iſt aus Philipp geworden?“ „Er ſtarb wie die Anderen ungefähr ein halbes Jahr nach jenem erſchütternden Ereigniß. Als ich wieder von meiner Krankheit hergeſtellt war, ging ich in fremde Dienſte, und bin in den letzten vierzig Jahren Wirthſchaf— terin bei dem Herrn Pfarrer hier geweſen, bei welchem ich noch das Gnadenbrod genieße!“ „Und iſt der Herr Pfarrer die einzige Perſon, die das verlaſſene Haus betritt?“ fragte ich. „Allerdings,“ war die Antwort;„es ſteht im Verruf und Niemand wagt ſich hinein. Ich war auch einmal dort— nur ein einziges Mal— um jene verhängniß— volle Stube zu ſehen und das Bett, worauf meine arme Gebieterin ſtarb. Als das Haus vermiethet wurde, hatte man zwar dieſe Zimmer abgeſperrt, aber die Miethsleute,“ ſetzte ſie mit wehmüthigem Kopfſchütteln hinzu,„waren immer froh, wenn ſie nur wieder aus dem Hauſe hinaus waren.“ „Und zu welchem Zweck geht der Herr Pfarrer ſo oft dorthin?“ fragte ich weiter. „Um für das Seelenheil der Unglücklichen zu beten!“ entgegnete die Blinde und bekreuzte ſich andächtig. Tief erſchüttert von ihrer Erzählung, verabſchiedete ich mich von dem einzigen überlebenden Zeugen dieſer längſtvergeſſenen Gräuel, und beſuchte noch einmal in Begleitung des Geiſtlichen das entſetzliche Gemach.—„Ach, Madame, verſetzte er,„welch ein armſelig Ding iſt es doch um die menſchliche Natur mit ihren Leidenſchaften, Thorheiten und ihrem aberwitzigen Drang nach Rache! Iſt es nicht ein ſchmerzlicher Gedanke, daß ſo innige Lieb der Grund zu ſo vielem bittern Weh werden ſollte?“— Altes Gold. Man hört heutzutage ſo viele Klagen über herunter— gekommenen Wohlſtand und große Lumperei, daß man verſucht wird, einmal nach den Quellen zu fragen. Seit der ſogenannten Freiheit hat das Uebel ſo überhand ge— nommen, daß es Einem einen Schauder austreibt und man das Herz bluten fühlt, wenn man die armen Kinder ſieht. Aber es iſt nicht immer und überall die wenige Arbeit! Bei der Bürgerwehrnarrheit iſt Mancher zum Lumpen geworden. Ging's aus zum Exerciren, das ohne— hin ein Soldatchesſpielen alter Narren war, ſo wurde Eins getrunken; war man ein Bißchen mit dem Kühfuße ſpaziert, ſo wurde Eins getrunken; ging man endlich heim — ditto. Das gab dann pfeilſchnell eine edle Gewohn— heit. Das erinnert auch an ein Sprüchlein, das man hätte in die Bürgerwehrfahnen recht groß hinein ſchreiben ſollen. Es heißt: Viel Zechen und Gaſten Leert Beutel und Kaſten Und führet zum Faften! Hinter der ſogenannten Bürgerwehr iſt ein allge— meiner Faſttag in viele Familien gekommen. Geb's Gott, So weiſer für Bekann E (1109) Wal dor Provinz O erkannt wa biger deſſe derungen Mittwock unter dem eolgendet votgelader vollmächti den hinſie der Wah curators, erſchienen Fried O. 1169 dahier ar ſtände, die erkauft ha boſen mit ſimirſhawl ein weißer Iranſen, zwei farbi Baumwol Kinder, Halstüche ein carrir im gef muthen, d den und j 241„ daß es auch ein Buß⸗ und Betttag war! Aber das Sprüchlein gilt auch jetzt, wo die Leute von der allge— meinen Bewaffnungskrankheit hergeſtellt ſind; gilt in Städten und in Dörfern, vorab den Hausvätern, die ſo einen mächtigen Zug in der Seele zum Wirthshauſe haben, daß ſie den Feierabend ſchon am hellen Mittag anfangen; es gilt auch den Hausmüttern, die ſo gerne die Frau Baſe und die Frau Nachbarin beim Kaffee zu ſich laden. Möchten ſie's um ihrer ſelber und ihrer armen Kinder willen bedenken und laſſen; denn ein anderes ebenſo gutes Sprüchlein ſagt: Wer will mehr verzehren, Als Arbeit will gewähren, Mag vor Mangel nicht ſich wehren! Die Werkſtatt und die Küche ſtehen häufig ſo zu einander, daß die letzte ſchon fertig iſt, wenn die erſte noch hobelt, ſchneidert, ſchuſtert. O weh! o weh! Da trifft das zweite Sprüchlein ein mit all ſeinem Elende. Wer iſt ſchuldig dran? Mann oder Frau, oder alle Beide? Wie ſoll's in Krankheit werden? Wie, wenn die Kinder heranwachſen? Wie, wenn das Alter kommt, wo die Hand matt, das Auge trübe wird, und die jungen Meiſter die Arbeit wegfiſchen? Und wenn auch die Erfahrung das lehrt, es iſt entſetzlich, wie wenig es beachtet wird. Der Grund des Unheils liegt in der Zunge. In der Zunge? fragt Ihr. Ja wahrlich! Das vierte Sprüchlein ſagt: Gutſchmäcke macht Bettelſäcke! O, wie Mancher kann dieß Liedlein ſingen, und ſingt's mit blutendem Herzen im Alter, wo der lange Tag, der bei den Juden nur einmal im Jahre das Faſten bringt, immerwährend da iſt, Jahr aus, Jahr ein! Die guten Lehren kommen freilich allemal wie eine Uhr, die zu ſpät geht, hintennach; aber wenn Ihr Euch Alle ein fünftes Sprüchlein merken wolltet, ſo gings wahrlich beſſer. Das lautet: Willſt du ſparen? Fang' an in jungen Jahren, So wirſt du wohl im Alter fahren! Das iſt ſo eigentlich das Punktum für die vier erſten Sprüchlein, und ſollte in jeder Haushaltung, die ſich anfängt, über der Thüre geſchrieben ſtehen, wo man es immer ſähe. In jungen Jahren ſich etwas verſagen, iſt leicht. Man kann's leicht miſſen; aber im Alter thut's weh, und wer im Alter zu ſparen anfangen will, erinnert euch an das Kinderſprüchlein im A-B-C-Buch, das ſo heißt: Der Weg zum Verderben Iſt: Viel verthun und Wenig erwerben! So ſagt ein drittes Sprüchlein, und iſt ein Weg— weiſer für ſolche Leute in das Spittel oder zum Bettel. Was Hännschen nicht lernt, lernt Hanns nimmer. Drum fang' als Hännschen an, ſo brauchſt du's als Hanns nicht mehr, und kannſt am Feierabend ausruhen, wie es einem ehrlichen, fleißigen Arbeiter zukommt. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Edictalla dung. (1109) ueber das Vermögen des Philipp Väth von Melbach iſt von Gr. Hofgericht der Provinz Oberheſſen der förmliche Concursproceß erkannt worden. Es werden deßhalb alle Gläu⸗ biger deſſelben zur Geltendmachung ihrer For⸗ derungen und Vorzugsrechte auf Mittwoch den 31. Auguſt 1853, Vormittags 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile des ſtillſchweigend erfolgenden Ausſchluſſes von der Concursmaſſe vorgeladen. Perſönlich oder durch Spezialbe⸗ vollmächtigte nicht erſcheinende Liquidanten wer— den hinſichtlich eines etwaigen Vergleichs, ſowie der Wahl und Cautionsleiſtung eines Maſſe⸗ curators, als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſchienen beitretend angeſehen. Friedberg den 7. Juli 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. Oeffentliche Aufforderung. (1169) Zobannes Nau aus Hauswurz iſt dahier arretirt worden, weil folgende Gegen⸗ ſtände, die er von einem ihm unbekannten Manne erkauft haben will: ein Paar graue Buckskin⸗ boſen mit ſchwarz und weißer Borde, eine Ca⸗ ſimirſhawl mit gewirkten Streifen und Franſen, ein weißer gehäkelter Kanapeeſchoner mit weißen Franſen, eine braune gedruckte Kinderſchürze, zwei farbige Schmutzkittelchen für Kinder von Baumwollenzeug, ein Bieberunterröckchen für Kinder, ein wollenes blau und rothes kleines Halstüchelchen, ein farbiges altes Taſchentuch, ein carrirtes baumwollenes Halstuch mit Fran⸗ ſen, fieben verſchiedene Mannshemden, theils von Leinwand, theils von Shirting, Alle noch gut, gezeichnet: J: R; P. N; J. D: 6j C. ür;. 6.31 H bei ihm gefunden worden ſind. Es iſt zu ver⸗ muthen, daß dieſe Gegenſtände entwendet wor⸗ den und insbeſondere ſcheinen die verſchiedenen Namenszeichen auf den Hemden darauf hinzu⸗ deuten, daß die Entwendung bei einer Wäſcherin geſchehen ſein möge. Alle, welche Auskunft hierüber zu geben ver⸗ mögen und insbeſondere die Eigenthümer der verzeichneten Gegenſtände, werden aufgefordert, ſchleunige deßfallſige Anzeige bei dem unter⸗ zeichneten Gerichte zu machen. Friedberg den 25. Juli 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. 1200 Gulden (41738) liegen, ſtückweiſe oder im Ganzen, in der Kirchenkaſſe zu Büdesheim, Kreis Vilbel, zum Ausleihen bereit. Rappolt, Pfarrer. Berit ige ang. (1175) Freitag den 5. Auguſt, Vormittags um 9 Uhr, ſollen in der Behauſung der An— dreas Hinkel 11. Wittwe in Vilbel nachſtehende Gegenſtände, als: 3 vollſtändige Keltern, 23 Stückfäſſer, 5 Zulaſt, 4 Zweiohmfäſſer, mehrere verſchiedene kleinere Fäſſer, einige Bütten, 2 Schrotleitern, 2 Butten, 2 Eicher, 1 Brenke, 1 Trichter und 1 Meſ⸗ fingkrahnen, öffentlich freiwillig meiſtbietend verſteigert werden. Vilbel den 26. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Hinte Edictalla dung. Betreffend: Die Vermögensunterſuchung gegen den Pachter Anton Södler zu Ober— ohmen, früher in Steinfurth. (1191) Behufs Feſtſtellung der Activ- und Paſſivmaſſe werden alle diejenigen, welche For⸗ derungen an den Rubrikaten bilden, aufgefor— dert, dieſelben bei Vermeidung der Nichtberück⸗ ſichtigung im Termin Freitag den 26. Auguſt d. J., Vormittags 9 Uhr, dahier anzuzeigen und ſollen, im Falle ſich eine Ueberſchuldung herausſtellt, Beſchlüſſe über Be ſtellung eines Curators, über Veräußerung des Vermögens u. ſ. w. gefaßt werden. Grünberg den 23. Juli 1853. Großherzogl. Landgericht Welcker. Midtler. Oeffentliche Aufforderung. (1192) Schneidermeiſter Karl Schleuning von hier, welcher heimlich entwichen und deſſen gegenwärtiger Aufenthaltsort unbekannt iſt, wird hierdurch aufgefordert, binnen drei Monaten, von heute an, die geeigneten Anträge wegen Verwaltung ſeines zurückgelaſſenen Vermögens und Befriedigung ſeiner Gläubiger zu ſtellen, widrigenfalls dem eingeleiteten Debitverfahren der Lauf gelaſſen, der von den Gläubigern zur Maſſeverwaltung erwählte Ausſchuß als ſolcher beſtätigt und nach deſſen Anträgen, insbeſondere auch bezüglich des Verkaufs der Immobilien, der Regulirung und Vertheilung der Maſſe, ohne weitere Mitwirkung des Karl Schleuning verfahren werden wird. Gleichzeitig werden etwaige, bisher nicht auf⸗ getretene Gläubiger, oder ſolche, welche an die verkauften Immobilien: 735/9 91 Ruthen im Ried und 42/247 Wohnhaus dabier, Eigen⸗ thumsanſprüche machen wollen, aufgefordert, ihre Forderungen resp. ſonſtigen Rechte binnen obiger Friſt, bei Meidung der Nichtberückſichti— gung, geltend zu machen. Friedberg den 15. Juli 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. v. Preuſchen. Arbeits-Verſteigerung. (1193) Samſtag den 6. Auguſt, des Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll zu Bönſtadt das Reini- gen des Niddafluſſes in der Gemarkung Bön— ſtadt, in mehreren Abtheilungen, welches zuſammen zu 340 fl. veranſchlagt iſt, öffentlich in Accord gegeben werden. Die Zuſammenkunft iſt an der Grenze von Wickſtadt. Bönſtadt den 31. Juli 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Geibel ——— 242 e Privat- Bekanntmachungen. Zur gef. Beachkung fur Auswanderer. (1168) Nachdem ich von Gr. Staatsbehörde als Agent zur Beför— derung von Auswanderern fuͤr die G nach Nord-Amerika uber Havre n i eneral⸗Agenten J. Lemaitre& W. Finlay in Mainz Havre conceſſionirt worden bin, erlaube ich mir, dieſe Reiſegelegenheit noch beſonders zu empfehlen, indem ſie außerordentliche Vorzüge anderer Reiſegelegen— heiten gegenüber hat. Auch wird es immerhin mein eifrigſtes Beſtreben ſein, fuͤr das Wohl der Auswanderer auf das pünktlichſte beſorgt zu ſein. Die Ueberfahrtspreiße ſind ſtets die billigſten, und ich darf deßhalb wohl zahlreicher Betheiligung bei dieſer Reiſegelegenheit entgegenſehen. „ New⸗Orleans am 1. Auguſt, 1. und 10. September. Beförderung nach New⸗Nork am 11., 21. und 1. eines jeden Monates, 7 G. F. Nau, conceſſionirter Agent in Friedberg. Ein vollſtändiges Logis (1187) iſt zu vermiethen bei e i e e Annonce. (1131) Das große Badiſche Anlehen von 14 Million Gulden vom Staat errichtet und von den Landesſtänden garantirt, iſt rückzahlbar durch Gewinne von LAmal fl. 50,000, 54 mal fl. 40,000, 12mal fl. 35,000, 23mal fl. 15,000. und 55mal fl. 10,000. Die nächſte Verlooſung findet am 31. Au⸗ guſt 1853 ſtatt und erläßt hierzu unterzeichnetes Handlungshaus Actien à fl. 1. 30 kr. unter Zuſicherung prompter Einſendung der Ziehungs⸗ liſte. Jedermann, der Fortuna auf ſolide Art verſuchen will, können wir dieſes Anlehen em⸗ pfehlen. Julius Stiebel jun.& Comp., Banquiers in Frankfurt a. M., Annonce. (14140) Agenten und Geſchäftsleute, die ſich wegen ihrer Solidität ausweiſen können, kann der Verkauf eines überall gangbaren Artikels gegen ſchöne Proviſion übertragen werden und belieben ſich unter J. D. B. No. 4. franco und Poste restante Frankfurt a. M. zu melden. Ein Logis (118) im zweiten Stock iſt zu vermiethen bei J. Steinhäußer. Ge ſ u ch. (11860 Ein ordentliches ſolides Mädchen, welches mit bürgerlichem Kochen umzugehen verſteht, wird in Dienſt geſucht. Das Nähere zu erfragen bei der Expedition dieſes Blattes. Scheiben⸗Schießen zu Rodheim vor der Höhe. (119 Sonntag den 7. und Montag den 8. Auguſt d. J. findet bei mir auf der bekann⸗ ten Wieſe nach Oberroßbach hin Scheibenſchießen mit gut beſetzter Harmonie und Tanzmuſik ſtatt. Indem ich hierzu alle Freunde des geſel⸗ ligen Vergnügens mit dem Anfügen ergebenſt einlade, daß für gute Speiſen und Getränke beßtens geſorgt iſt, bitte ich um recht zahlreichen Zuſpruch. Rodheim den 26. Juli 1853. Philipp Holl, Gaſtwirth. Vorzüglichen Obſtwein (1195) verkauft im Faß und bittet um ge⸗ neigten Zuſpruch Oberſchmitten. Chr. H. Landmann. Zum Ausleihen. (11900 Ein Kapital von 240 fl. liegt in hieſiger Kirchenkaſſe zum Ausleihen bereit. Melbach am 28. Juli 1853. J. Laun, Kirchenrechner. Einige Zimmergeſellen (1197) können in Arbeit treten bei Friedberg den 3. Auguſt 1853. Joh. Füller. Fahrpläne (11s) der Eiſenbahnen, Dampfſchiffeꝛc., nebſt einer Eiſenbahn-Routen-Karte, Weſtentaſchenformat, ſind vorräthig bei C. Bindernagel. Eiſenbahnfrachtbriefe (4199) ſind ſtets vorräthig bei Friedberg. E. Bindernagel. Anzeigen (1200) für die wöchentlich einmal in meinem Verlage erſcheinende Nauheimer Kurliſte werden jeden Freitag bis Abends 7 Uhr zur Aufnahme in dieſelbe ent⸗ gegengenommen. Friedberg. E. Bindernagel. Erfindung von 1852 mit Patent der franzöſiſchen Regierung. Unvergängliche Schildpall⸗Federn für alle Hände nach Belieben brauchbar. Preis 1 fl. 12 kr. das Hundert. (1201) Bei allen Fortſchritten der Induſtrie hatte man es noch nicht dahin gebracht, eine tadelloſe Feder anzufertigen. Die Löſung dieſer ſchwierigen Aufgabe iſt dem Hauſe Lo uh in Paris gelungen. Das Verſpritzen der Tinte und das Zerreißen des Papiers durch die Feder iſt bei dieſer Schildpatt⸗Feder, die dem Gänſekiel an Geſchmeidigkeit nicht nachſteht und jede, auch die ſchnellſte Handſchrift zuläßt, nicht möglich. Was diefe Feder, außer den bereits anerkannten Vorzügen, noch beſonders empfiehlt iſt das, daß ſie auf beiden Seiten geſchrieben werden kann. Ein Lager dieſer Feder befindet ſich bei C. Bindernagel in Friedberg. Literariſche Anzeigen. (1202) Bei Th. Niemeyer in Hamburg iſt erſchienen und bei C. Bindernagel in Friedberg zu haben: Der Zahnarzt fuͤr Jedermann. Die Geſunderhaltung der Zähne in den vielen Wechſelfällen des Lebens, praktiſch dargeſtellt von H. Berghoff, Dr. med. Namentlich ſorgſamen Müttern gewidmet, welche ihren Kindern die ſchönſte Zierde und unabweisbarſte Nothwendigkeit,„geſunde Zähne,“ ins Leben mitgeben wollen. Preis 27 kr. (1203) Bei C. Bindernagel in Fried⸗ berg iſt vorräthig: Di Häkelſchule fü Damen, oder die Kunſt alle vorkommenden Häkelarbeiten auszuführen. Als vollſtändige Anweiſung ohne Bei— hülfe die verſchiedenen Häkelarbeiten zu erlernen. Zum Schul⸗ und Hausgebrauch von Charlotte Jeander. 11. Aufl. 12 Hefte mit 251 Abbild. 12. br. 7 fl. 12 kr. Einzelne Hefte ſind ohne Erhöhung des Preiſes zu 36 kr. zu haben. Anzeigen für die Freitags er⸗ ſcheinende Nummer wolle man ſpäte⸗ ſtens bis zum Mittwoch Abend und ſolche fur die Dienſtags-Nummer läng— ſtens bis den Sonntag bei der Expe⸗ dition abgeben. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. K an Betreffen Die treffe iſt! und die d Ich w erinde Fr an die Ii Uhr iſt nachſteh gefunder S den Elt bald ein 5 2 ten, m blaue zeichen die an einen ſcheint, 1) eit we