dtadtg: wetkirche; Seel durgkirche 1 — J ee Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 86. Mittwoch den 2. November Amtlicher Theil. 1 Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die von dem Hofbuchdrucker Bekker dahier herausgegebene Stammtafel des Großherzoglichen Regentenhauſes. Hofbuchdrucker Becker dahier hat eine Stammtafel des Großherzoglich Heſſiſchen Regentenhauſes herausgegeben, welche mit hiſtoriſchen Notizen begleitet iſt und von welchen er das Exemplar für 18 kr. abläßt. Dem Wunſch des Herausgebers entſprechend, mache ich Sie auf dieſe intereſ— ſante Stammtafel aufmerkſam, indem ich Ihnen deren An⸗ ſchaffung in Ihren Gemeinden für Schule und Haus an— heim gebe. Friedberg am 23. Oktober 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. An Dieſelben. Betreffend: Die Extheilung der Geſtattung zu Productionen für die Hanauer Meſſe. Nach einer mir von Kurf. Heſſ. Landrathsamte zu Hanau gemachten Mittheilung haben Orgelſpieler, Gymna— ſtiker, Gaukelſpieler und dergl. Perſonen die Ertheilung der Geſtattung zu Productionen für die am 7. k. M. beginnen⸗ den Hanauer Meſſe nicht zu erwarten, wornach Sie die in Ihren Gemeinden ſich aufhaltenden, betreffenden Perſonen alsbald bedeuten wollen. Friedberg den 28. Oktober 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Das ſel be an die Gr. Bürgermeiſter der waldbeſitzenden Gemein⸗ den des Kreiſes. Betreffend: Ertheilung von Crediten bei Holzverſteigerungen in Ge— meindewaldungen. Nach einer mir von der Forſtbehörde gemachten Mit⸗ theilung iſt es bei Holzverſteigerungen in den Gemeinde⸗ waldungen hier und da vorgekommen, daß Ortsfremden durchaus kein Credit verwilligt worden iſt, während Orts- angehörigen längere Zahlungstermine geſtattet worden ſind und iſt durch die angegebene Ungleichheit und Beſchränkung der freien Concurrenz bei den fraglichen Verſteigerungen der Mißſtand erwachſen, daß zum Nachtheile der betreffen— den waldbeſitzenden Gemeinden nur verhältnißmäßig äußerſt geringe Preiſe erzielt worden ſind. Ich empfehle Ihnen daher, zum Behufe der Abſtellung dieſes Mißſtandes, dafür beſorgt zu ſein, daß, mit Beach— tung der sub. III. des§. 15. der höchſten Inſtruction vom 29. März 1837 uber Behandlung der Einnahmen aus den Erträgen der Gemeindewaldungen und der darauf ſich be— ziehenden Ausgaben, enthaltenen Vorſchriften, Ortsfremde mit Ortsangehörigen rückſichtlich der Geſtattung von Cre— diten auf gleiche Weiſe behandelt werden. Friedberg am 27. Oktober 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Erinnerungen eines Londoner Polizeibeamten. Mary Kingsford. (Fortſetzung.) Ich wechſelte die Kleidung, wozu mir der Wirth behülflich war, und ein hellbrennendes Feuer, ſammt einigen Gläſern Grog ſtellten bald wieder Lebenskraft und Wärme in meinen froſtſtarren und beinahe gelähmten Gliedern her. Allein mehr als zwei Stunden vergingen, bevor Mary, welche ſehr viel Waſſer verſchluckt hatte, hinweggebracht werden konnte. Ich hatte eben nach einem Cab geſandt, als zwei mir wohlbekannte Polizeibeamte mit offizieller Haſt in's Zimmer traten. Sobald Mary ihrer anſichtig wurde, ſtieß ſie einen Schrei des Entſetzens aus, ſchwankte auf mich zu, klammerte ſich an meinen Arm und bat mich mit aberwitziger Angſt und Ernſthaftigkeit, ich ſolle ſie retten. „Was ſoll denn dieß bedeuten?“ fragte ich einen der beiden Polizeibeamten. „Eine Kleinigkeit!“ verſetzte dieſer;„das junge Frauenzimmer, welches ſich ſo feſt an Sie anklammert, hat bloß einen ſehr frechen Diebſtahl begangen....“ „Nein— nein“ gewiß nicht!“ fiel ihm das beſtürzte Mädchen in's Wort. „Hm, ich finde es ganz natürlich, daß Ihr es leug— net,“ verſetzte der Polizeibeamte.„Ich weiß nur ſo viel, daß man die Buſennadel mit Brillanten ſehr geſchickt in ihrem Koffer verſteckt gefunden hat. Doch kommt nun! wir ſuchen Euch ſchon ſeit drei Stunden und es wäre das Klügſte, Ihr ginget jetzt gutwillig mit uns!“ „Retten Sie mich!— um's Himmels willen retten Sie mich!, rief die arme Mary ſchluchzend, als ſie meinen Arm noch feſter umſpannte und mit flehentlicher Bitte und wildem Schmerze in's Geſicht blickte. „Faſſen Sie ſich,“ gab ich ihr leiſe zur Antwort; „Sie ſollen mit mir nach Hauſe gehen.— Beruhigen Sie ſich, Miß Kingsford,“ fuhr ich mit lauter Stimme fort, „ich bin überzeugt, Sie haben ebenſowenig eine Brillant⸗ nadel geſtohlen als ich ſelbſt!/ „Dank, tauſend Dank! Gott lohne es Ihnen!“ ſtam⸗ melte ſie in den Zwiſchenräumen ihres convulſiviſchen Schluchzens. g a g „Ich bin feſt überzeugt,“ wandte ich mich an die beiden Polizeibeamten,„daß dieſer Angelegenheit irgend ein bedauerliches Mißverſtändniß zu Grunde liegt. Allein auf jeden Fall leiſte ich für Mary Kingsford Bürgſchaft, — wenigſtens für heute Nacht!“ 1 „Bürgſchaft! Aber dieß iſt ja nicht in der Ordnung?“ wandten ſie ein. i f „Allerdings; allein wenn Sie dem Oberinſpektor ſagen, Mary Kingsford ſei in meinem Gewahrſam, und ich ſtehe dafür ein, daß ſie morgen zum Verhöre erſcheine, ſo wird er ſich damit begnügen! Die Männer zauderten, allein ich war im Haupt quartier allzugut angeſchrieben, als daß ſie mir eine weitere Einwendung zu machen gewagt hätten, und da man mich eben benachrichtigte, daß das beſtellte Cab an⸗ gekommen ſei, ſo führte ich Mary Kingsford ſo raſch wie möglich aus dem Zimmer, weil ich befürchtete, die kaum erlangte Beſinnung werde ſie wieder verlaſſen. Die friſche Luft belebte ſie wieder einigermaßen; ich hub ſie in den Miethwagen und ſetzte mich neben ſie; ſie ſchien in ban⸗ gem Zweifel zu lauſchen, ob ſie mit mir gehen dürfe oder nicht, und erſt als der Wagen über das Pflaſter rellte, ſchwand ihre Furcht. Im Uebermaaß ihrer Dankbarkeit warf ſie ſich mir an den Hals und brach in einen Strom von Thränen aus, bis wir meine Wohnung erreicht hatten. Hier vernahm ich nun, daß ſie ſchon um zehn Abends hier geweſen und mich geſucht, dabei erfahren habe, daß ich mit den Meinigen zu Aſtley's gegangen ſei, und dann ſich mit der ausdruͤcklichen Abſicht entfernt habe, mich dort aufzuſuchen. g Mary ſchlief noch, oder war wenigſtens noch nicht aufgeſtanden, als ich am andern Morgen meine Wohnung verließ, um dem Grund der gegen ſie vorgebrachten ſchweren Anklage nachzuforſchen. Ich ſprach zuerſt den Oberinſpektor, der mein Vorbringen aufmerkſam anhörte, dann Alles billigte, was ich verfügt hatte, und endlich den ganzen Fall meiner Beſorgung überließ. Ich begab mich ſodann zu Mr. Morris, hörte ihn, ſeine Frau und Sophia Clarke über den Vorfall, und beſuchte dann auch den Kläger, einen Mr. Saville, einen jungen Herrn von vornehmen Manieren, der in Eſſex Street, Strand, wohnte. Einige Notizen, welche ich geſammelt, veranlaßten mich, andere Polizeibeamte aufzuſuchen, die zufälligerweiſe in dieſe Angelegenheit verwickelt waren. Bis dieß Alles ge— ſchehen und Veranſtaltung getroffen war, daß man Mr. Auguſtus Saville's Thun und Treiben genau beobachtete, war der Abend eingebrochen, und ich begab mich nach Hauſe, ſowohl um etwas auszuruhen, als auch um Mary Kingsford's Ausſage über dieſe ſeltſame Begebenheit zu hören. Das Ergebniß meiner Nachforſchungen und Fragen läßt ſich in Nachſtehendes zuſammenfaſſen. Etwa zehn Tage vorher ſagte Sophia Clarke ihrer Baſe, ſie habe Billets in das Coventgardentheater, und große Luſt, hin— zugehen, da ſie am Abende nicht den Dienſt im Laden 344 e habe; dabei machte ſie Mary den Vorſchlag, ſie ſolle ſie begleiten. Mary wollte nicht, und zweifelte ſehr, ob Mr. und Mrs. Morris, die ſehr fromme und ſtrenge Metho— diſten waren, die Erlaubniß hierzu ertheilen würden, weil ſie den Beſuch des Theaters beſonders für jüngere Leute als ſehr verderblich betrachteten. Gleichwohl fragte Sophia an, ſagte Mary die erbetene Erlaubniß ſeie gern gewährt worden, und beide machten ſich in fröhlichſter Laune auf den Weg in's Theater, zumal Mary, die in ihrem ganzen Leben noch keine dramatiſche Vorſtellung ge— ſehen hatte. Im Theater trafen ſie mit Hartley und Simpſon zuſammen, was Mary ſehr unangenehm war, beſonders als ſie ſah, daß ihr Bäschen die beiden Herren erwartet, und von ihnen in der That auch die Eintritts— karten erhalten hatte. Nach der Vorſtellung gingen alle Vier mit einander aus dem Theater, als plötzlich ein Auflauf entſtand, ein wirres Drängen und Stoßen und wildes Geſchrei und ein heftiges Hin- und Herwogen der Menge. Der Auflauf ward aber alsbald gedämpft, und Mary und ihre Baſe hatten eben die Hausthüre erreicht, als zwei Polizeibeamte die Herren Hartley und Simpſon packten, verhafteten und abführen wollten. Ein Handge— meng entſpann ſich; da aber noch andere Polizeibeamte zur Hand waren, ſo wurden die beiden Männer über— wältigt und abgeführt. Die beiden Couſinen waren darob nicht wenig erſchrocken, nahmen einen Miethwagen und waren heilfroh, als ſie wieder wohlbehalten daheim waren. Nun kam aber erſt an den Tag, daß Sophia gegen Mr. und Mrs. Morris vorgegeben hatte, ſie wollten den Abend in meinem Hauſe zubringen, und daß die würdigen Leute nicht im Entfernteſten ahnten, daß die beiden Laden⸗ mädchen im Theater geweſen waren. So ſehr Mary durch dieſe Täuſchung auch gekränkt wurde, ſo war ſie doch allzu gutmüthig, um die Lüge ihrer Couſine der Brodherrſchaft zu verrathen, um ſo mehr, als ſie wohl wußte, daß die Entdeckung von Sophia's Unwahrheit aller Wahrſcheinlichkeit nach ihre unverweilte Dienſtentlaſſung zur Folge haben würde.— Hartley und Simpſon traten ſchon am Nachmittag darauf wieder in den Laden, und fluſterten Sophia zu, ihre Verhaftung ſei durch ein Miß⸗ verſtändniß veranlaßt worden, für welches die genügendſte Entſchuldigung und Abbitte geleiſtet und angenommen worden ſei. Von da an ging Alles wieder ſeinen ge— wohnten Gang, nur bemerkte Mary, daß Hartley in ſeinem Benehmen gegen ſie immer unverſchämter und zu— dringlicher wurde. Auch ſeine Sprache war immer un⸗ verſtändlicher, und einmal hatte er ſie gar rundheraus ge— fragt: ob er nicht halbpart an dem haben ſolle, was ſie neulich gefunden habe? Als ihm Mary darauf erwiderte: ſie verſtehe ihn nicht, ward ſein Blick ganz wild und rief: „Oho, Ihr wollt mir etwas weiß machen, aber das ſoll Euch nicht gelingen, liebes Kind! Verſucht es nicht, mich hinter's Licht führen zu wollen, das rath' ich Euch!“ Er wurde dabei ſo heftig, daß Mr. Morris von dem Lärm herbeigelockt wurde und den Burſchen ohne Weiteres aus dem Laden warf. Seither hatte ſie ihn und ſeinen Ge— fährten nicht mehr geſehen. Am geſtrigen Abend war ein wohlgekleideter Herr, welchen ſie niemals zuvor geſehen zu haben ſich erinnerte, in den Laden getreten, hatte einen Stuhl genommen und ſich eine Torte geben laſſen. Sie bemerkte nach einer Weile, daß er ſie feſt und forſchend beobachtete, und am Ende trat er ganz nahe an ſie heran und ſagte:„Waren Sie nicht am Dienſtag vor acht Tagen im Coventgarden— theater?- Mary war, wie ſie mir erzaͤhlte, gleichſam vom Donner gerührt, denn Herr Morris und ſeine Frau waren Verſicherung/ 0 ind erzwang es Kleider. durch zu des Mädchen liche Buſennadel funden. Alles Mary Nichts. einige, und erb ſattung zu begr ſhaffener, tren Nichts wiſſen ur u holen. Ehe Mary auf den aus dem Hauſe Nathloſigkeit zu hlen;— mi bereits aus den „Es iſt e grau, ſobald f Bette begeben den mindeſten vie man dieſe das iſt eine ar Bekanntma * Edie (1555) Die a maligen Regierun ders, Ferdinand ener Gattin, Julllar, aufgetret Moritz Kr rath, a Ernſt Ludr Carl Frier meiſter Wilbelm 2 metath, ben Kaufbertrag nach ſie das in Bepirksortes Wot buch, ohne naher von Schenk, Fte haft zu Schwei dem Namen„d. mende Gut, 0 den Preis von und iſt von beit Mfucht worden, Allg ge. J de⸗ vartley und 8 A1 war, 8 Herren Eintritts, en alle lich ein ßen und wogen der pft, und * Erreicht, N Oimpſon 6 1 Handge⸗ eldeamte er Übder⸗ ken darob im Laden und hörten dieſe Frage.—„Nicht doch— keineswegs!— Sie irren ſich!“ ſtammelte ſie raſch, und fühlte bei dieſen Worten ihr Geſicht mit einer Gluth überlaufen. „Mit Nichten! ich weiß gewiß, daß Sie dort waren!“ verſetzte der Herr, und fuhr dann mit gedämpfter Stimme und nur zu ihr gewendet fort:„Ich rathe Ihnen, wenn Sie die Schande und die entſprechende Strafe im Falle meiner Anzeige bei Gericht vermeiden wollen, mir die Brillantnadel zurückzugeben, die Sie mir an jenem Abend geſtohlen haben!“ n Mary ſchrie vor Entſetzen laut auf und eine förm— liche Scene folgte. Sie mußte bekennen eine Unwahrheit geſagt zu haben mit dem Vorgeben, ſie ſeie an dem frag— lichen Theaterabend in meiner Familie geweſen, und Mr. Morris ſchien nach dieſem geneigt, alles Andere von ihr zu glauben. Der fremde Herr beharrte auf ſeiner An— ſchuldigung, und wiederholte zugleich leidenſchaftlich ſeine Verſicherung, daß er nur ſein Eigenthum zurückverlange, und erzwang es am Ende, daß Mary's Koffer und ihre Kleider ꝛc. durchſucht werden ſollten. Dieß geſchah, und zu des Mädchens namenloſer Beſtürzung wurde die frag— liche Buſennadel in einer ſchwarzſeidenen Reticule aufge— funden. Alles Läugnen und Betheuern half die arme Mary Nichts. Mr. Saville erkannte die Broche für die ſeinige, und erbot ſich abermals, ſich mit deren Zurücker— ſtattung zu begnügen; allein Mr. Morris, ein ſehr recht— ſchaffener, ſtrenger und gerechter Mann, wollte davon Nichts wiſſen und entfernte ſich, um einen Polizeibeamten zu holen. Ehe er aber noch denſelben mitbrachte, war Mary auf den Rath ihrer Couſine und der Mrs. Morris aus dem Hauſe geflohen und in ihrer Zerknirſchung und Rathloſigkeit zu mir geeilt, um mir ihr Geſchick zu er— zählen;— mit welchem Erfolge, das wiſſen die Leſer bereits aus dem Vorſtehenden. „Es iſt ein böſer Handel,“ äußerte ich gegen meine Frau, ſobald ſich Mary— etwa um neun Uhr— zu Bette begeben hatte;—„wie Du, ſo hege auch ich nicht den mindeſten Zweifel an des Mädchens Unſchuld; allein wie man dieſe durch genügende Beweiſe herſtellen ſolle, das iſt eine andere Frage. Ich muß ſie übermorgen in 2345 der That nach Bow Street(zum Verhör vor dem Polizei⸗ gericht) bringen!“ 5 N „Du lieber Himmel, wie entſetzlich!“ rief meine Frau.„Läßt ſich denn gar Nichts zur Rettung des armen Kindes thun? Wie hoch ſchätzt denn der Kläger dieſe Brillantnadel? „Er behauptet, ſein Oheim habe ſie mit einhundert— undzwanzig Guineen bezahlt,“ verſetzte ich.„Allein das hat lediglich Nichts zu ſagen, denn wäre dieſe Broche auch nur 120 Heller werth, ſo wäre doch jeder Vermitte⸗ lungsverſuch ganz vergeblich, wie Du wohl weißſt!“ „Dieß meinte ich auch nicht! Kannſt Du mir die Nadel nicht zeigen? Du weißſt, ich verſtehe mich ziem— lich auf Schätzung von Juwelen!“ „O ja, Du darfſt ſie wohl ſehen,“ ſagte ich, nahm die Buſennadel aus dem Pulte, worin ich ſie verſchloſſen hatte, und legte ſie ihr vor. Es war ein großer Smaragd, umgeben von großen Brillanten. Meine Frau drehte und wendete das Juwel nach allen Seiten, hielt es in jede mögliche Beleuchtung, und ſagte endlich:„Ich glaube ſteif und feſt, daß weder der Sma— ragd noch die Brillanten ächt ſind; überhaupt zweifle ich, ob die ganze Nadel nur eine Guinee an innerem Werthe hat? „Glaubſt Du das wirklich?“ rief ich und ſprang von froher Ueberraſchung vom Stuhle auf, denn die Worte meiner Frau gaben einem unbeſtimmten Argwohn, der mir ſchon zuvor durch den Sinn gezogen war, plötz— lich Gehalt und Beſtätigung.„Alsdann iſt dieſer Saville ein offenkundiger Lugner und vielleicht ein Spießgeſelle von..... Komm, gib mir meinen Hut; ich muß über dieſen Punkt unverweilt in's Klare kommen!“ Ich eilte in einen Juwelierladen, deſſen Beſitzer ich kannte, und fand, daß die Vermuthung meiner Frau zu— traf. Außer der wirklich ſchönen Arbeit war die Buſen— nadel ganz werthlos. Vermuthungen, Verdachts gründe, Hoffnungen und Befürchtungen jagten einander in meinem Gehirn, und um meine Gedanken zu ſammeln und einiger— maßen zu ordnen, flüchtete ich mich aus dem betaubenden Lärm der Straßen in Dolly's Speiſehaus, und überlegte mir bei einem Glaſe Negus meinen künftigen Operations— plan. (Schiuß folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. U νι Y Edictalla dung. 2835! Die als Söhne und Erben des vor⸗ maligen Regierungs⸗Präſidenten, nachher Mini⸗ ſters, Ferdinand Schenk zu Schweinsberg, und ſeiner Gattin, Chriſtiane, geb. Freuſch von Buttlar, aufgetretenen ö Moritz Kraft Magnus, Obergerichts⸗ rath, a. D., Ernſt Ludwig Franz Gontram, Carl Friedrich Franz Rudolph, Forſt⸗ meiſter in Schmalkalden, und N Wilhelm Ludwig Carl Walther, Gehei⸗ merath, a. D., zu Schweinsberg, haben Kaufvertragsurkunde vorlegen laſſen, wo nach ſie das in der Gemarkung des hieſigen Bezirksortes Wohnbach gelegene, in dem Grund⸗ buch, ohne nähere Bezeichnung, auf den Namen von Schenk, Freiherr zu Schweinsberg, wohn⸗ haft zu Schweins berg, cataſtrirte, ſonſt unter dem Namen„der Bellersheimer Hof vorkom⸗ mende Gut, an die Gemeinde Wohnbach um den Preis von Dreißigtauſend Gulden verkauft und iſt von beiden Seiten um Beſtätigung nach— geſucht worden. Indem nun der Eigenthumsnachweis noch zur Zeit unvollſtändig iſt, auch möglicher Weiſe un⸗ bekannte ſonſtige Verhältniſſe, die implorirte Con— firmation verhindern könnten, iſt Edictalladung decretirt worden und wird in deſſen Folge ver— öffentlicht, daß, wer den Vollzug des erwähnten Verkaufs und deſſen Beſtätigung zu beanſtanden, aus irgend einem Grund beabſichtige, ſogewiß binnen drei Monaten ſolches dahier erklären und begründen müſſe, als ſonſten keine Rückſicht darauf genommen, vielmehr, nach Ablauf der Friſt, die Beſtätigung ohne Weiteres werde er⸗ theilt werden. Hungen den 21. September 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Verpachtung. (1682) Freitag den 4. November, Vormit⸗ tags 9 Uhr, werden auf hiefigem Rathhauſe von den den Georg Groß'ſchen Erben zuſtehen— den Güterſtücken, und zwar 25 Morgen 36 ¼ Ruthen, in Friedberger, Fauerbacher und Ock— ſtädter Gemarkung gelegen, öffentlich verpachtet. Die Verzeichniſſe darüber haben die hie ſigen Schützen und können auch bei Kaufmann Groß eingeſehen werden. Friedberg den 27. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bee nder. Aufforderung. 1700 Forderungen aller Art an den ver⸗ lebten Konrad Röß von Ilbenſtadt find ſpäte⸗ ſtens bis Dienſtag den 22. November d. J., Vormittags, bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, widri⸗ genfalls ſie bei Vertheilung des Nachlaſſes des Konrad Röß unberückſichtigt bleiben. Friedberg den 12. Oktober 1853. Großberzogl. Landgericht Hofmann. Verpachtung. (1701) Freitag den 4. November, Nachmit⸗ tags um 4 Uhr, wird an Ort und Stelle das dem vereinigten Armenfond dahier gehörende zunächſt dem Viadukt liegende Gebäude, in ſechs Abtheilungen, an die Meiſtbietenden auf zwei Jahre verpachtet. Friedberg den 31. Oktober 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Bender. Arbeits Verſteigerung. (1702) Freitag den 4. November, Nachmit⸗ tags um 2 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Anfertigung eines tannenen Schranks für das ſtädtiſche Pfand⸗ und Leihhaus und zwar Schreinerarbeit zu 12 fl. 30 kr., Weib binder⸗ arbeit zu 1 fl. 43 kr. veranſchlagt, öffentlich an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben. Friedberg den 29. Oktober 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Menden Hofraitheverſteigerung. (1703) Freitag den 4. November l. IJ, Nachmittags um 3 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe die Auguſt Seibert'ſche Hofraithe, neben Johannes Schäfers Erben und Nicolaus Schleu⸗ ning dahier, nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 29. Oktober 1853. In Auftrag Großh. Heſſ, Landgerichts: Der Vorſteber des Großh. Ortsgerichts Bender. Hofraithe⸗Verſteigerung. (17010 Dienſtag den 8 November, Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe auf wiederholten freiwilligen Antrag des israeliti⸗ ſchen Gemeindevorſtandes dahier die Benedict Caſſella'ſche Hofraithe Pag. 76 No. 50, neben Simon Immerod, öffentlich meiſtbietend ver⸗ fleigert. l Friedberg den 29. Oktober 1853. In Auftrag: der Vorſteher des Gr. Ortsgerichts Bender. 2346 e Arbeits-Verſteigerung.. (1705) Künftigen Donnerſtag den 3. No⸗ vember l. J., Vormittags um 10 Uhr, ſollen in dem Gaſthaus zum Heſſiſchen Hof zu Butz bach folgende Reparaturarbeiten an der Schloß— ruine zu Münzenberg öffentlich an die Wenigſt— nehmenden verſteigert werden: Bekanntmachung. (1706) Nachdem der Verkauf der dem Oeconomen Dr. Jaup zu Dorheim wegen einer ausgeklagten Forderung verpfändeter Frucht, beſtehend in 1) eirca 100 Fuder ungedroſchenen Walzen, 2) circa 500 Malter Kartoffeln 3 e wnaßſhkaß 15 27 verfügt und der Unterzeichnete mit deſſen Voll 30 Schloſſerarbelt 0 ieee ziehung beauftragt worden iſt, wird Termin zu 4) Spenglerarbeit,*„ 17 10„ Viren ffentiſch ure nen me 5) Weiß inderarbeit,„ den 5. k. M., Vormittags 9 Uhr, nach Dorheim an Ort und Stelle anberaumt, wovon Kaufliebhaber hiermit in Kenntniß ge. ſetzt werden. Nauheim am 29. Oktober 1853. Der Amts ⸗Actuar Schlarb aum. Braunkohlen⸗Verkauf. (4707) Da in neuerer Zeit häufig Abfuhrbücher producirt werden, um darauf Kohlen aus der verfloſſenen Creditperiode abzufahren, ſo ſieht man ſich im Intereſſe der Braunkohlenconſumenten des hieſigen Bergwerkes veranlaßt, auf die Bekanntmachung vom 29. September d. J. zu ver⸗ weiſen, worin eine neue Creditperiode vom 1. Oktober bis Ende Dezember d. J. beſtimmt iſt. Sobald eine Creditperiode abgelaufen und eine neue begonnen hat, können keine Kohlen mehr auf einen Bürgſchein der abgelaufenen Periode verabfolgt werden und es iſt dann, nach Bezahlung der alten Schuld, die Einlage eines neuen Bürgſcheines erforderlich. Zugleich erſucht man die Herren Bürgermeiſter bei Ausſtellung von Bürgſcheinen die in Sodann ſollen circa 900 Fuß Zink öffent⸗ lich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Friedberg den 30. Oktober 1853. Das Großh. Heſſ. Kreisbauamt Friedberg Stockhauſen. den Bekanntmachungen beſtimmte Creditzeit genau zu berückſichtigen. Bauernheimer Bergwerk den 27. Oktober 1853. L. Gräfl. S. R. Bergverwaltung. Sto uch. Privat⸗ Bekanntmachungen. Berliniſche Jebens-Verſicherungs-Geſellſchaft. (1708) Es erfreuet ſich die Geſellſchaft einer fortſchreitenden Theilnahme und zeigt Ende Auguſt d. J. 7567 Perſonen mit Acht Millionen 600,700 Thalern. einen Beſtand von Angemeldet wurden als verſtorben, 131 Perſonen mit 143,000 Athlr. Außer der erforderlichen angeſammelten Reſerve von Einer Million 280,000 Thalern hat die Geſellſchaft ein Actien-Capital von Einer Million Thalern. Die Verſicherten ſind gegen jeden Nachſchuß geſchützt und genießen Zwei Drittel des reinen Gewinnes. Gegenden, wo epidemiſche Krankheiten, wie zur Zeit die Cholera, herrſchen, ſind nicht von der Verſicherung ausgeſchloſſen. Berlin, den 10. September 1853. Direction der Verliniſchen Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaft. Vorſtehenden Rechenſchafts-Bericht bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, mit dem ergebenen Bemerken, daß Geſchäfts⸗Programme bei uns unentgeltlich ausgegeben werden. Friedberg und Laubach den 30. September 1853. Die Agenten der Berliniſchen Lebens-Verſi G. F. Nau. Zõ Photographiſche Portraite. (1667) Für bevorſtehende Weihnachten erlaube ich mir auf mein Atelier auf— merkſam zu machen und empfehle ich daſſelbe fuͤr Photographien, Daguerreotipen Etwaige Aufträge erbitte mir baldigſt, damit mir die gehö— Auf Verlangen können Aufnahmen am hieſigen und Lithographien. rige Zeit zur Ausführung bleibet. Platze ſtattfinden. Friedberg im Oktober 1853. Hermann Emden, Mobiliar⸗Verſteigerung. (1692) Donnerſtag den 3. November, Vor⸗ mittags 10 Uhr, laſſe ich in meiner Wohnung Stühle, Bettladen, Schränke, mehrere Portraits und dergl., ſämmtlich gut gehalten, öffentlich meiſt. bietend gegen gleichbaare Zahlung verſteigern. Friedberg. Wittwe Heyl, geb. Carl. (1698) In der Leihbibliothek von Louis Weis Clarkſon, Onkel Tom in England. Fortſetzung cherungs⸗Geſellſchaft: öckler. g in der Burg verſchiedene Möbeln, als: Tiſche, Photographiſches Atelier, Bockenheimergaſſe No. 9 zur Harmonie in Frankfurt a. M. Ein Logis, (1709) beſtehend in 5 heizbaren Zimmern, 3 Kammern, Küche, Waſchküche, Keller ꝛc. iſt zu vermiethen und kann bis den 1. Februar k. J. bezogen werden bei W. Hanſtein, Friedberg. Wagnermeiſter. Entlaufen. (17100 Vergangenen Donnerſtag den 27. Oktober iſt mir mein brauner Hühnerhund, auf den Namen Feldmann hörend, entlaufen. Der jetzige Befitzer wolle denſelben gegen eine Be⸗ lohnung an mich abliefern. Dorheim. Verwalter Jordan. von Onkel Tom's Hütte. Das Evangelium der Natur. Gutzkow, Ritter vom Geiſte. Hildreth, Der weiße Sklave, Seitenſtück zu Onkel Tom's Hütte. 5 Linden, Vier Lebenstage. 20 bis 30 Wagen Kuhmiſt (1711) ſind zu verkaufen 8 Bruchenbrücken. ufen im Pfarrhaus zu Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. — Erinnern Am folgen Spalte der L welche nur die verstehen konnt welche vor cu Brillanten verl ſeine Adteſſe e Perſon möglich vielleicht das neun Uhr war Aufforderung eingelaufen. was einlief, ein Herr Bag Freuden beine Hoffnungen. Jahren und lichem Weſen Anſehen beka „Dieſe ihn ohne we „Aller! mich nach de Anzeige zu der ganzen recht zu En Schurken! Burſche Nan — hat mir, geſtohlen. wurde auch ihn wieder funden halt „Ent! wandte ich Bagſhawe. Stationshe cher Ihnen in Gegen ſich am ne einzuschiffe