— ——— 5 fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Sonnabend den 1. Januar M 1. 1845. Das„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ erſcheint auch im Jahr 1853, wie bisher jeden Mittwoch und Samſtag. Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt, bei der Expedition 1 fl. 12 kr., für/ Jahr 40 kr.— bei allen zum Fürſtl. Thurn und Taxisſchen Verwaltungsbezirke gehörigen Poſtämtern nach der neueſten Verfügung pr. Jahr 1 fl. 30 kr. und pr. Semeſter 45 kr. Die ſeitberigen Abonnenten wollen ihr Abonnement zeitig erneuern, damit die Zuſendung keine Unterbrechung erleidet. ö 3 Durch die ſehr ſtarke Auflage des„Intelligenzblattes“ finden Anzeigen der verſchiedenſten Art die vortheilhafteſte Verbreitung. Die Einrückungsgebühren betragen für die geſpaltene Petitzeile, oder deren Raum 2 kr., die beiden erſten Zeilen zuſammen aber werden mit 7 kr. und ein Beleg mit 2 kr. berechnet. Friedberg. Die Expedition des Intelligenzblattes. —— Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreis amt Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter und den Polizeicommiſſär zu Wickſtadt. Betreffend: Die Handhabung der Sittenpolizei. Geſchehener Anzeige zufolge ſollen die öffentlichen Spinnſtuben wieder überhand genommen haben, was uns veranlaßt die deßhalb beſtehende Beſtimmung, Amtsblatt Gr. Kreisraths des Kreiſes Friedberg Nr. 9 von 1843 nochmals in Abdruck mitzutheilen und Sie zur Veröffent— lichung und Ueberwachung zu beauftragen. Friedberg am 28. Dezember 1852. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Abdruck des Regierungs-Ausſchreibens in Betreff der ſ. g. Spinnſtuben. Die Regierung durch die amtlichen Berichte von dem Unfuge in Kenntniß geſetzt, welcher hin und wieder in den ſogenannten Spinnſtuben getrieben wird, hat bereits unterm 20. Februar 1800 zu Abſtellung deſſelben verſchiedene Be— ſtimmungen erlaſſen. Da jedoch, wie die Erfahrung ge— lehrt hat, durch ſie der beabſichtigte Zweck nicht ganz er— reicht worden iſt, ſo ſieht ſich die unterzeichnete Behoͤrde veranlaßt, jene Vorſchriften nunmehr dahin abzuändern und näher zu beſtimmen: 1) Ohne beſondere Erlaubniß des Beamten darf von nun an gar keine öffentliche Spinnſtube, wozu entweder ein Wirth oder eine andere Perſon Stube, Feuer und Licht dergeſtalt hergibt, daß darin jeder, dem es beliebt, ſich ein— finden kann gehalten werden. 2) Der Wirth oder wer ſonſt hiergegen handelt, ſoll mit einer Strafe von 10 Rthlr., jede Perſon aber, welche ſich in einer ſolchen Stube einfindet, mit einer Strafe von einem Rthlr. oder, nach dem Ermeſſen des Beamten mit 24ſtündiger Einkerkerung in dem Orts- oder Amtsgefäng— niſſe belegt werden. 3) Die Beamten haben die Erlaubniß zu Haltung einer öffentlichen Spinnſtube nur dann zu ertheilen, wenn ſie ſich überzeugt haben, daß eine ſolche Conceſſion den et— waigen beſondern Verhältniſſen eines Ortes angemeſſen iſt. 4) Hausvätern oder Hausmüttern, welche ſonſt Fa— milie oder Geſinde haben, iſt es dagegen erlaubt, mehreren Nachbarn oder Bekannten, ohne Unterſchied des Geſchlechts, welche ſich zum Spinnen verſammeln wollen, den Zutritt in ihre Häuſer zu verſtatten. 5) So wenig es die Abſicht iſt, ſolchen einer nütz— lichen Beſchäftigung gewidmeten Verſammlungen ſittliche geſellige Unterhaltung und erlaubte Vergnügungen zu ver— ſagen, ſo wenig kann die Sittenpolizei verſtatten, daß ſie in Veranlaſſungen zu Sittenverderbniß ausarten. Der Hausvater, die Hausmutter, oder diejenigen, welchen eine oͤffentliche Spinnſtube zu halten verſtattet wird, werden daher dafür verantwortlich gemacht, daß bei dieſen Zu— ſammenkünften keine unſittlichen Lieder geſungen, daß keine dem ehrbaren Umgange widerſprechende Geſpräche geführt oder Handlungen begangen, daß nicht mit Würfeln oder Karten geſpielt, daß keine Gaſtereien gehalten, und keine leicht berauſchende Getränke genoſſen werden. 6) Der Hausvater, die Hausmutter, oder diejenigen, welchen eine öffentliche Spinuſtube zu halten verſtattet worden iſt, ſollen, wenn ſie dieſe Beſtimmungen übertreten, von den Polizeibehörden mit einer, nach den Umſtänden zu beſtimmenden, angemeſſenen Strafe belegt werden. Es bleibt zugleich dem Ermeſſen der Polizeibeamten anheimge— ſtellt, wider ſolche Contravenienten das Verbot, keine Frem— den ohne Unterſchied in die Spinnſtube aufzunehmen, unter Strafbedrohung zu erlaſſen. 7) Die Schultheiſen, oder die ihre Funktionen ver— ſehenden Perſonen haben, bei eigener Verantwortung, da— rüber zu wachen, daß den vorſtehenden Beſtimmungen nicht Intelligenz-Blatt zuwider gehandelt werde. Sie haben daher dieſem Gegen⸗ ſtande die erforderliche Aufmerkſamkeit zu widmen, und etwaige Contraventionsfälle alsbald den Polizeibeamten zur Beſtrafung anzuzeigen. ö f 8) Damit übrigens gegenwärtige Vorſchriften immer in friſchem Andenken bleiben, ſo haben die Beamten dafür zu ſorgen, daß ſie alljährlich vor Anfang der Spinnzeit in den Ihnen untergebenen Gemeinden bekannt gemacht werden. Gieſſen den 31. Dezember 1812. b Großherzoglich Heſſiſche Regierung. Freiherr v. Stein. vt. Eckſtein. Das ſel be an die Gr. Bürgermeiſter und Gendarmerie. Betreffend: Das Vermiſſen des 14jährigen Knaben Karl Bierbrauer von Staden. Der 14jährige Karl Bierbrauer von Staden, welcher dahier bei Kaufmann W. Hanſtein in der Lehre ſtand, hat ſich am 20. d. Mts. von hier entfernt, ohne daß bis jetzt deſſen Aufenthalt bekannt geworden wäre. Sämmtliche Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes werden daher hiermit auf⸗ gefordert, nach demſelben Nachforſchungen anzuſtellen und bei allenfallſiger Ermittelung des Aufenthalts des genannten Knaben unverzüglich Nachricht hierher gelangen zu laſſen. Nach Angabe des Vaters ſoll derſelbe bei dem Ent— weichen bekleidet geweſen ſein mit: 1) einem dunkelblauen tuchenen Turnerwamms, 2) einer grauen Tuchweſte, 3) mit dunkelblauen tuchenen Hoſen, 4) mit einem neuen leinenen Hemd ohne Zeichen und 5) mit ledernen Schuhen. l Er entlief mit entblößtem Kopf und trug in einem ungeſäumtem Sacktuche gebunden ein Hemd, ein Paar wirkene Hoſen und einen Hoſenträger. Der Knabe iſt mittlerer Größe, mindeſtens 5 Fuß hoch, unterſetzter Statur und hat weißgelbe Haare. Friedberg den 28. Dezember 1852. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Antonio, der Kiſcher von Capri. Eine Erzählung von W. O. von Horn. Es war im Sommer des Jahres 1850, als mich ein hartnäckiges Leiden nach Baden Baden führte. Dort wohnte mit mir in demſelben Hauſe ein Engländer, welcher leidend war wie ich. Das zieht die Menſchen zu einander, und da ich mit ihm in ſeiner Mutterſprache ver- kehren konnte, ſchloß er ſich eng an mich an, und ich ge⸗ wann ihn lieb. Er war ein Mann, der viele und große Reiſen in allen Ländern Europas nicht nur, ſondern auch in Aſien gemacht hatte. Da wurde Einem keine Stunde lang. Er wußte ſo viel Erlebtes zu erzählen, hatte auch ſo viel erlebt, daß man ihm mit der geſpannteſten Auf⸗ merkſamkeit zuhören konnte. Eines Tages waren wir den Weg zum alten Schloſſe von Baden hinaufgeſtiegen. Die Sonne drückte uns faſt zu Boden und wir freuten uns, als endlich der prächtige dunkle, ſchattige Tannenwald uns aufnahm. Etwa zwei Drittheile des Weges zur Burg hatten wir erſtiegen, da ſahen wir rechts auf dem hohen Ufer des Weges unter den Tannen Tiſch und Bänke, die dort roh, aber höchſt angenehm zum Ausruhen angebracht ſind, und ſchnell bogen wir ab und nahmen Beſitz von dem köſtlichen Plätz⸗ chen. Hier war's prächtig! Heute konnte man vor dem 2 Es Zudrange der Badegäſte ſicher hier oben ſein, da die Hitze zu groß war und der Strom mehr in die Lichtenthaler Allee ſich gezogen hatte. Ich weiß es eigentlich ſelbſt nicht, wie unſer Ge⸗ ſpräch ſich nach Italien wandte, aber bald war Thorn— ton,— ſo hieß mein Freund,— bei Neapel. Ja, ſagte er, und es war als ob ein Heimweh ihn beſchliche, denn er ſeufzte tief, wer einmal Neapel, ſeinen Golf, den rauchenden Veſuv, den Poſilipp— die wunder⸗ volle Küſte von Amalfi und Salerno geſehen—; wer dieſe Düfte geathmet hat— er kann es nicht wieder ver— geſſen! Reiner iſt nirgends des Himmels Blau, glänzen⸗ der nirgends das Meer, wonniger nirgends die Luft, als hier. Darum ſagt auch in wonniger Begeiſterung der Italiener: Neapel ſehen— und dann ſterben! Aber der Menſch in dieſem Paradieſe? ſagte ich— Iſt nicht der Lazzaroni auf dem Molo, der ſich im weichen Schatten dehnt— durchweg ſein Urbild?— . Halten Sie ein! ſagte Thornton. Wollen Sie mir Ihr Ohr leihen, ſo will ich Ihnen ein Lebensbild ſchildern, das ich dort mit eigenen Augen geſchaut.— Sehr gerne, ſagte ich, und er erzählte. Es war etwa vor drei Jahren, als ich in Neapel war, wos damals auch in den Köpfen ſpuckte, wie faſt überall. Ich wohnte in der Straße Toledo, wo es mir nachgerade zu bunt und zu toll wurde. Mich band nichts. Was konnte mich alſo hindern, Neapel einmal von einer andern Seite anzuſehen, der tiefen Stille mich zu freuen und unter einfachen Menſchen froh zu ſein?— Ich nahm einen Lazzaroni, ließ meine Effekten nach dem Hafen bringen und rief: Capri! Hier! tönte alsbald eine wohllautende Stimme. Sie kam aus einem Fiſcherboote, das eben ſeine Ladung ver⸗ kauft hatte, und gehörte einem jungen Fiſcher an, der alsbald vor mir ſtand. Es war ein Jüngling von 19 bis 20 Jahren, kräftig und blühend. Seine Geſichtszüge hatten etwas ſo Freundliches und Gutmüthiges, daß er mich auf den erſten Blick für ſich eingenommen hatte. Nach Capri wollen Sie? fragte er und deutete zugleich nach der Felſeninſel, deren Namen er nannte. Ich fahre mit meinem Boote ſogleich ab und weile auch, ſo lange Signor Ingleſe es will, ſetzte er hinzu. Nun waren wir ſogleich einig. Meine Effekten wurden in das Boot gebracht und ich ſetzte mich. Wenige Ruderſchläge brachten das Boot in See. Leiſe nahm der Schiffer ſeine rothe Mütze vom lockigen Kopfe und betete, und ich that daſſelbe. Freundlicher noch, als vorher ſah er mich jetzt an und es währte nicht lange, ſo waren wir in lebhaftem Geſpräche. Ich wollte auf der Inſel in Einſamkeit und Abge⸗ ſchiedenheit leben und mich der Natur freuen und dabei die Eigenthümlichkeiten des Volkslebens beobachten, denn ich war des Treibens müde geworden in Neapel. Der junge Schiffer hatte mir bereits geſagt: er heiße An- tonio, habe Niemanden mehr, als eine theure Schweſter, und wohne gar freundlich und ſchön. Haſt Du denn noch Raum in Deinem Hauſe, daß ich bei Dir bis zum Herbſte und weiter hinaus in die Miethe ziehen könnte, fragte ich ihn. Er beſann ſich einen Augenblick; dann flog ein Strahl der Freude über ſein Antlitz und er ſagte: Ja Herr, wenn Euch ein Bett von Schilf und ein ſauberes Stübchen mit ſchöner Ausſicht genügt. Mehr kann ich nicht bieten und Ihr konnt es Euch ſelber anſehen. (Fortſetzung folgt.) Termin 2 geſihl, gen, x. lirzeicht Bra 600 mitags die Po Volp/ Jag 8 öffentlig Frig 4 9 2 2 tags 4 dem hi ſtehende 0 Jag. 4 „19 Offentlig Ftie Ver he gebracht an den vom 5. eilheri hauſe d Fri Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NUN MN N Braunſteinbergwerk bei Gießen. (2066 Die Lieferung nachſtebender, für das Jahr 1853 auf dem Gleßener Braunſteinberg⸗ werke nötbig werdenden Materialien u. ſ. w.: 1 Boden lor Stämme, 16 Stück Richtpotten, 18 Quadratfuß buchene Bohlen à 2“, 00 „„ Bretter„ 1¼“, 400„ eichene Rei 300 Stück slattige Dachdielen, 100„ Hſchmale„ 200„Latten, 10 Centner Sprengpulver, 80 Pfund Schweinefett, 10 Maas Leinölfirniß, 5 Centner Drahtſtiften, 12 Fuder Stroh, 350 Centner Heu, 260 Malter Hafer, 1600 Stück Packſäſſer, ſoll auf dem Wege der Submiſſion vergeben werden. 5 5 Zur Einreichung der Lieferungs⸗Anträge wird Termin bis Donnerſtag den 20. Januar 1853, geſetzt, unter dem Anfügen, daß die Bedingun⸗ gen, resp. Muſter, auf dem Büreau des Un⸗ terzeichneten eingeſehen werden können. Braunſteinbergwerk bei Gießen den 22. Dezember 1853. Steinberger, Bergverwalter. Hofraithe-⸗Verſteigerung. (J) Montag den 17. Januar 1853, Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in biefigem Rathhauſe die Hoftaithe des hiefigen Bürgers Ferdinand Volp, g Gemarkung Burg Friedberg: Pag 88 No. 7 Hofraithe, als: Wohnhaus und Stall an Margaretha Schneider, ſammt einer damit verbundenen Loosholzberechtigung, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 29. Dezember 1852. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großberzogl. Bürgermeiſter ende r. Immobiliar⸗Verſteigerung. (2) Montag den 14. Februar 1853, Vormit⸗ tags 11 Uhr, werden in hieſigem Rathbauſe die dem hieſigen Bürger Franz Albrecht Goll zu⸗ ſtehenden Immobilien, als: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 42 No. 247 Hoftaithe, als Wohnhaus an Philipp Holler, „ 191„ 13 155,3 Klafter= 79 Ruthen Garten am Gäßchen, an Friedrich Netz, öffentlich meiſtbietend verſteigert. 8 Friedberg den 29. Dezember 1852. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichis Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Verlegung des Buttermarktes zu Friedberg. (3) Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß der hier gewöhnliche Buttermarkt an den Wochentagen Mittwoch und Samſtag vom 5. Januar 1853 an nicht mehr auf dem ſeitherigen Marktplatze, ſondern vor dem Rath⸗ hauſe dabier abgehalten wird. Friedberg den 30 Dezember 1852. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. 3 E- Bekanntmachung. (4) Dienſtag den 1. Februar 1853, Vormit⸗ tags 10 Ubr, wird in bieſigem Rathhauſe nach⸗ ſtehendes ſtädtiſches Gelände, als: circa 435[◻Klafter, der Theil des Roſenthals zwiſchen dem Uſaberg und dem Eiſenbahndamm, ſo⸗ dann längs der Scheuer des Fer⸗ dinand Frick, zunächſt der neuen Chauſſee am Burg⸗ „ 95/10 2 berg, öffentlich meiſtbietend verſteigerk. Friedberg den 29. Dezember 1852. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Wirthſchafts⸗Verpachtung. (8) Die Berechtigung zum Betriebe der für die Ortſchaften Nauheim, Dorheim und Schwalheim beſtimmten Anzahl Wirthſchaften ſoll, vom 1. April 1853 an, auf 3 oder 6 Jahre, öffentlich meiſtbietend verpachtet werden und iſt dazu erſter Termin auf Sonnabend den 15. Januar k. J., zweiter Termin auf Montag den 31. Januar k. J. und dritter und letzter Termin auf Montag den 14. Februar k. J., jedesmal Vormittags 10 Uhr, auf den Schwal⸗ heimer Mineralbrunnen anberaumt worden, wozu Pachtliebhaber, welche die vorgeſchriebenen und in den Verpachtungsterminen bekannt gemacht werdenden Bedingungen zu erfüllen im Stande find, hierdurch eingeladen werden. Windecken am 28. Dezember 1852. Kurfürfſtlich Heſſiſche Renterei daf. Deichmann. Bekanni machung. (6) Das dem Gr. Fiscus im Rockenberger Markwald, Repiers Münzenberg, für 1853 zu⸗ fallende Brennholz, in 219¼ Stecken Buchen⸗ Scheid⸗, 37 Stecken Buchen⸗Prügelholz und 1868/ Buchen⸗Wellen beſtehend, kommt in dem Monat Februar k. J. zur öffentlichen Verſtei⸗ gerung. Der Tag, an welchem die Verſteige⸗ rung ſtattfindet, wird in der bisherigen Weiſe noch beſonders durch den Gr. Revierförſter be⸗ kannt gemacht. Hungen am 20. Dezember 1852. Das Großherzogliche Forſtamt Hungen v. Raben a u.. Fruchtverſteigerung. (7) Die am 27. d. M. ſtaltgehabte Verſtei⸗ gerung der bieſigen Pfarrfrüchte wurde wegen nicht erzielter Taxation nicht genehmigt und ſol⸗ len dieſe Früchte, welche in circa 60 Malter Korn und 60 Malter Gerſte beſtehen, zweimal⸗ terweis Dienſtag den 4. Januar k. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, auf dem hiefigen Rathhauſe aber⸗ mals öffentlich verſteigert werden. Oppershofen am 27. Dezember 1852. Für den Kirchenvorſtand: der Großherzogl. Bürgermeiſſer Wolf. Faſelochs⸗Verſteigerung. (8) Donnerſtag den 6. Januar k. J., Mit⸗ tags 12 Uhr, ſoll in hieſiger Bürgermeiſterei ein der Gemeinde Florſtadt gehöriger fetter Faſelochſe, vier Jahre alt, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Florſtadt den 28. Dezember 1852. Der Großherzogl. Bürgermeifler Appel. . Braunkohlen Verkauf.* (9) Von dem 1. Januar 1853 an werden bis auf Weiteres auf dem Gr. Dorheimer Braun⸗ koblenbergwerk die Kohlen von Haufen zu 11 Kreuzer und die aus den Schoppen zu 12 Kreuzer per Centner, à 14 Klötze, abgegeben. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und bei Abnahme von Quantitäten über 25 Ceniner wird für die bis Ende März bezogenen Kohlen Credit zur Zahlung bis Ende September 1853 bewilligt, jedoch nur für diejenigen, welche der Gr. Bergkaffe für früher bezogene Braunkohlen nichts mehr ſchulden. Dorheimer Bergwerk den 27. Dezember 1852. Der Gr. Bergverwalter Jäger. Braunkohlen⸗Verkauf. (10) Auf dem hieſigen Bergwerke werden vom 1. Januar 1853 an bis auf Weiteres die Braun kohlenklötze zu 11 Kreuzer à Centner abgegeben. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine wird Credit vom 1. Januar bis Ende März, verbunden mit einer Zablungsfriſt bis Ende September 1853 geſtattet. Bauernheimer Bergwerk den 27. Dezember 1852. Gräflich Solms⸗Rödelheim'ſche Bergverwaltung 2. Storch. 90 Braunkohlenverkauf. A (11) Die Braunkohlenconſumenten der Umgegend werden hierdurch benachrichtigt, daß der Preis der Klötze auf der Braunkohlengrube Wilhelmshoffnung bis auf Weiteres von der Formerei des Jahres 1852 auf 10 Kreuzer per Centner, dagegen derjenige von älterer Förderung auf 8 Kreuzer per Centner feftgeſetzt worden ift. Denjenigen Kohlenabnehmern, welche ihre Klötze auf Credit zu beziehen wünſchen, wird gegen einzureichende Bürgſcheine Zahlungsfriſt bis Ende September 1853 geſtattet. Reichelsheim den 29. Dezember 1852. Schmid, prov. Bergcontrolleur. 2 4 E Privat- Bekanntmachungen. Des Königl. Preuß. Kreis-Phyſtkus (12) wirken löſend und mildernd gegen Huſten, Heiſerkeit, Grippe, Katarrh ꝛc. Sie un⸗ terfcheiden ſich nicht nur durch dieſe ihre wahrhaft wohlthuenden Eigenſchaften ſehr vor⸗ theilhaft von den ſo oft angeprieſenen ſogenannten Caramellen, Ottonen, Pate pectorale ꝛc., ſondern ſie zeichnen ſich vor dieſen Erzeugniſſen noch beſonders dadurch aus, daß ſie von den Verdauungsorganen leicht ertragen werden, und ſelbſt bei längerem Gebrauche keinerlei Magenbeſchwerden, weder Säure noch Verſchleimung erzeugen oder hinterlaſſen. 1 Dr. Koch's Kräuter⸗Bonbons werden in länglichen Schachteln à 36 kr. und 18 kr. in allen Städten Deutſchlands verkauft; für Friedberg befindet ſich das alleinige Depot bei Herrn P. F. Schmittner. Zu vermiethen. (2056) Der zweite Stock in meinem Hauſe iſt im Ganzen oder auch getrennt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. Andreas Graubert in der Vorſtadt. Annonce. (1999) Altes Blei, altes Meſſing und altes Kupfer kauft in jeder Quantität und zu den beſtmöglichen Preiſen Das Etabliſſement für mechan. Conſtruction von Paul Stumpf, in Frankfurt a. M., Römerberg J. 77 u. 78. Num de Jamaica, Arae de Batavia, Punſch⸗ und Grogeſſenzen, bei a (20510 Wilhelm Fertſch. Zur gefaͤlligen Beachtung. (2052) Der Unterzeichnete, welcher nach Amerika auszuwandern beabſichtigt, iſt geſonnen ſein in Groskarben gelegenes einſtöckigtes Wohn⸗ haus nebſt einem dazu gehörigen, circa 30 Ru⸗ then haltenden Gärtchen, ſowie ſeine unweit Groskarben gelegene Ziegel⸗ und Backſteinbren⸗ nerei, mit überbautem Ofen, unter ſehr annehm— baren Bedingungen aus freier Hand zu ver⸗ kaufen. Auch können circa 15000 ungebrannte, ſowie 12000 gebrannte Backſteine käuflich bei mir abgeſetzt werden. Groskarben den 18. Dezember 1852. Joh. Schackai. Ge ſ ub ch. (20511) In eine kleine Haushaltung dahier wird auf Petritag ein ſolides Mädchen geſucht, welches das Kochen und alle Hausarbeit ver⸗ ſteht. Ball zu Altenſtadt. (2071) Vom 1. auf den 2. Januar 1853 findet in dem Saale des Unterzeichneten ein Ball ſtatt. Anfang Abends 6 Uhr. Entré 45 kr., wofür eine Flaſche Wein verabfolgt wird. Alle Freunde des geſelligen Vergnügens werden hierzu höflichſt eingeladen. Heinrich Holzapfel, Gaſtwirth. Zu verkaufen. (13) Eine ſebr gute regelmäßig durchlochte Malzdarre, 10 Fuß lang und 6 Fuß breit, ein Kühlſchiff, eine Maiſchbütte, mit eiſernem Senk⸗ boden verſehen, beides 8 bis 9 Ohm haltend, ſteht zu verkaufen. Bei wem? ſagt die Expe⸗ dition dieſes Blattes. Verloren (I) wurde am 27. d. M. Abends von der Vorftadt bis zur Kapitelſtraße eine Orleans. ſchürze; man bittet den Finder dieſelbe bei der Expedition dieſes Blattes abzugeben. Neue Saatkuchen, beſter Qualität, billigſt bei e M. L. Goldmann in Friedberg. Ein Logis (16) für eine ſtille Haushaltung iſt zu ver⸗ miethen und kann ſogleich bezogen werden. Wittwe Baumann. Verſteigerung. (17) Freitag den 7. Januar k. J., von Mor⸗ gens 9 Uhr an, will Unterzeichnete in ihrem Hauſe nachfolgende Gegenſtande, nämlich: 1 Kuh, 1 Fruchtfegemühle, 1 Egge, 1 Pflug, eine Parthie Korn-, Waizen-, Gerſten⸗ und Hafer⸗ ſtroh, 40 bis 50 Körbe Spreu, Kartoffeln, Erd— kohlraben, Kupfer-, Eiſen⸗ und Blechwerk, eine Parthie Bücher, ſowie verſchiedenes Holzwerk, öffentlich meiſtbietend verſteigern. Friedberg den 28. Dezember 1852. K. Erbes Wittwe. e„ Buͤrger-Caſino. (18) Den geehrten Geſellſchaftsmitgliedern diene zur Nachricht, daß in der Abendunterhal⸗ tun 8 Sonntag den 2. Januar k. J. auf dem Theater die neue jüdiſche Poſſe von Adolph Müller 8 3 Die Gebrüder Haas im Jahr 1848 oder Das Loos No. 7777 in 3 Aufzügen zur Aufführung gebracht wird. Wir finden uns veranlaßt auf dieſe Vorſtel⸗ lung die geehrten Geſellſchaftsmitglieder beſon— ders aufmerkſam zu machen, indem dieſelbe unter gütiger Mitwirkung des geehrten Verfaſſers ſelbſt ausgeführt wird. Es läßt fich ein ſehr genußreicher Abend ver⸗ ſprechen, indem außer dieſem ſchönen Stücke in den Zwiſchenräumen noch einige ſehr intereſ⸗ ſante muſikaliſchen Vorträge ſtattfinden. Anfang präcis 7 Uhr. Der Vorſtand. Neu e hollaͤndiſche Häringe, Sardellen, friſche Eitronen, „ Orangen, marinirte Häringe, eee ſowie Grünen Thee, (19) empfiehlt Friedberg. P. F. Schmittner. Kirchliche Anzeigen. Neujahrstag. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Köhler II. Nachmittags: Hr. Diaconus Baur. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. Nachmittags: Hr. Candidat Gottwerth. Sonntag nach Neujahr den 2. Januar. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Schwabe. (Antrittspredigt.) Nachmittags: Hr. Candidat Müller. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Fallt aus. Nachmittags: Hr. Candidat Wahl. Frankfurter Cours vom 29. Dez. 1852. Pit fl. 9 42½-43½ Friedrichsd or:„ 9 54½55½ Holländische 10 fl. Stücke„ 9 48/49 ½ Rand⸗Ducaten„ 5 36-37 20 Frankffücfʒtf e 9 25-26 Engliſche Souverains..„11 47 Preußiſche Thaler.„ 1 45 5 Frankentbale„ 220%/-21 7 Preußiſche Caſſenſcheine.„ 1 45% Fruchtpreiſe. 29. Dez. 24. Dez. 23. Dez Fried⸗ f Gerns⸗ berg Mainz heim fi e fe ke. Waizen pr. Malter 9 40 10 28— Gattung. Ko 75 81—1 715518— Gerſte, 5 4 3 61 61 15 Hafer 2 3—1 3130 320 Polizei Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 1. bis zum 7. Januar. 2 n Fried⸗ Butz⸗ 2 Brod ⸗Preiſe. berg. bach. 8 kx. ufer pf. 11Leib⸗Roggenbrod 3% 3 1 5431.52 23 5 11 2111 Lth. Lth — Milchbrod 19105 15 —Waſſerweck 115% — Gemiſchte(Tafel-) Brod 145%] 17 leiſch-Preiſe. 8 ſch pf. pf 1 Ochſenfleiſch 12— 12— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 9— 8— „ Rindfleiſch, gemäſtetes 7 27 2 10 Kalbfleiſch 7— 7— „„„ gemäſtetes d „ Schweinenſleiſch 13— 413— Hammelfleiſch 8,— 8— „ Schaaflleiſch 6——— 9 Wurſt v. blos Schweinen 14— 14— „ Bratwurſt 11 „ Schwartenmagen 16— 16— „ Geräucherter Speck 3 „Schinken 1 5 Dörrfleiſch 18— 17— „ Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen r unausgelaſſen 20— 20— „Nierenfett 2 5 Hammelsfett 161— 16— Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Bender. Krau 5. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von CL. Bindernagel in Friedberg.