n. ig. fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda im Beſonderen. M 102. Mittwoch den 29. Dezember 1852. Das„Jutelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ erſcheint auch im Jahr 1853, wie bisher jeden Mittwoch und Samſtag. Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt, bei der Expedition 1 fl. 12 kr., für/ Jahr 40 kr.— bei allen zum Fürſtl. Thurn und Taxisſchen Verwaltungsbezirke gehörigen Poſtämtern nach der neueſten Verfügung pr. Jahr 1 fl. 30 kr. und pr. Semeſter 45 kr. Die ſeitberigen Abonnenten wollen ihr Abonnement zeitig erneuern, damit die Zuſendung keine Unterbrechung erleidet. Durch die ſehr ſtarke Auflage des„Intelligenzblattes“ finden Anzeigen der verſchiedenſten Art die vortheilhafteſte Verbreitung. Die Einrückungsgebühren betragen für die geſpaltene Petitzeile, oder deren Raum 2 kr., die beiden erſten Zeilen zuſammen aber werden mit 7 kr. und ein Beleg mit 2 kr. berechnet. Friedberg. Die Expedition des Intelligenzblattes. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt des Kreiſes Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Einſendung der Jahresberichte. Sie haben bis längſtens den 5. k. M. anher einzu⸗ ſenden: 1 Verzeichniſſe der Eingewanderten. 2) Desgleichen der Ausgewanderten. 3) Nachweiſe über Publikationen der im Jahr 1852 er— ſchienenen Regierungsblätter und 4) Verzeichniſſe über ertheilte Gewerbconceſſionen. Zu 1 und 2 wird bemerkt, daß nur wirklich aus dem Großherzogthum Ausgewanderte und in daſſelbe aus dem Ausland Eingewanderte aufzunehmen ſind. Friedberg am 21. Dezember 1852. ee Kreisaſſeſſor. A ee l ben. Betreffend: 155 Ableiſtung des Verfaſſungseides der jungen Orts⸗ ürger. Mit Bezug auf das Amtsblatt Gr. Kreisraths Nr. 2 von dieſem Jahre bemerken wir Ihnen, daß Dienſtag den 4. Januar k. J. auf dem Rathhauſe dahier die Ab— nahme des Verfaſſungseides ſtattfindet. Sie werden die neu aufgenommenen Bürger, ſowie die das vorigemal nicht Erſchienenen, letztere jeden bei 1 Rthlr. Strafe, hierher vorladen und Nachweiſe anher ein— ſenden. Friedberg am 23. Dezember 1852. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Ernennungen. 10 Zu Bürgermeiſter und Beigeordneten wurden ernaunt ür; Aſſenheim: der ſeitherige Bürgermeiſter Johannes Schmidt zum Bürgermeiſter, der ſeitherige Beigeordnete Johannes Ewald zum Beige— ordneten.. Fauerbach I.: Conrad Philippi IV. zum Bürgermeiſter, Johann Winter zum Beigeordneten, Fauerbach II.: Der ſeitherige Bürgermeiſter Wilhelm Hol— ler zum Bürgermeiſter, der ſeitherige Beigeordnete Johannes Neiſel zum Beige⸗ ordneten, Gambach: der ſeitherige Bürgermeiſter Moritz Repp zum Bürgermeiſter, Johann Jakob Reuhl II. zum Beigeordneten. Ilbenſtadt: der ſeitherige Bürgermeiſter Quirinus Zwier zum Bürgermeiſter, Johannes Mörſchel I. zum Beigeordneten, Oberrosbach: der ſeitherige Bürgermeiſter Peter Blecher II. zum Bürgermeiſter, der ſeitherige Beigeordnete Philipp Rahn III. zum Bei— geordneten, Weckesheim: Martin Walther zum Bürgermeiſter, der ſeitherige Beigeordnete Conrad Meyer zum Beige— ordneten. Dieſes bringt zur öffentlichen Kenntniß Friedberg am 23. Dezember 1852. Das Gr. Kreisamt Friedberg de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Die Schweſtern. Eine Memoiren-⸗Novelle. (Schluß.) Es ſchauert mir durch die Seele, bei dieſem Gegen— ſtande zu verweilen, und es ſchien grauſam, die erſtarrte 3 Intelligenz Blatt 0 — 410— 5 l Mutter wieder in's Leben und in die Wirklichkeit zurüͤck⸗ zurufen; doch es wurde vollbracht, und es wurden darauf Worte geredet, viel zu feierlich und heilig, um ſie hier zu wiederholen, und Herzen geoͤffnet, welche ſonſt wohl bis zum Tage des Weltgerichts verſchloſſen geblieben wären. Gabriele, zum erſten Male in ihrem Leben, erkaunte ſich in ihrer wahren Geſtalt; und neben ihr Kind ſich nieder⸗ werfend, rief ſie aus:»Ich habe Deine Zuchtruthe ver⸗ dient, denn Du biſt der Herr, und ich Dein Geſchöpf; handle mit mir, wie Du es für's Beſte hälſt.“ Nun war ihr Stolz gedemüthigt, ihre Hoffnung zertrümmert, ihr Herz zerknirſcht und gebrochen, und niemals, niemals war mir Gabriele ſo theuer geweſen. Viele Wochen lang wachte ich an ihrem Bette, da ſie zwiſchen Leben und Tod ſchwebte, und wußte, daß ſie jetzt ein umgewandeltes Weſen war, und daß dieſe bittere Trübſal nicht vergeblich über ſie gekommen. Sie gelangte allmählig zu Gott, und kniete demüthig betend am Gnadenthrone, beſtändig ausrufend: „Du biſt allweiſe! Du biſt allgütig! Du allein kennſt, was uns gut iſt! Dein Wille geſchehe!⸗ Der Schlag war ſchwer auf Lord Treherne's Haupt gefallen, aber noch zwei Jahre lebte meine Schweſter, um ihn zu beglücken und zu tröſten; da wurde es Allen offen⸗ bar, daß die Mutter ſich bald wieder mit ihrem Kinde vereinigen wiede in den Wohnungen der Seligen. Sie äußerte den Wunſch, Herr Dacre ſolle den Leichen⸗Gottes⸗ dienſt über ſie halten, worauf er ihrer ſcheidenden Seele die letzten ſegensreichen Tröſtungen reichte; keine Ueberreſte menſchlicher Schwachheit lauerten in ſeinem Herzen, als er neben der Sterbenden ſtand, denn er wußte, daß ſie in dieſer Welt nur Fremdlinge und Pilgrime ſeien, daß ſie aber in jener Welt, welcher Gabriele zueilte, in Herrlichkeit wieder vereint ſein würden— ohne Trennung und fürder ohne Thränen. Sie ſtarb ruhig, die Hände in die ihres Gatten und in die meinigen geſchlungen; während Herr Dacre in Gebet verſunken auf den Knieen lag, ſchied ſie von hinnen, und wir blickten in ſprachloſer Trauer auf einander und auf die entſeelte Hülle meiner jungen ſchönen Schweſter. f Von meinem eigenen tiefen Schmerz und meinem zerriſſenen Herzen will ich nicht reden.— Lord Treherne bedurfte meiner ganzen Sorgfalt und Aufmerkſamkeit, und wollte Nichts davon hören, daß ich ihn verlaſſen ſollte, — in der That, er konnte kaum ertragen, daß ich ihm aus dem Geſichte kam: die große Schwäche ſeiner vor⸗ gerückten Jahre hatte plötzlich zugenommen ſeit ſeinem doppelten Verluſte, und ich war von heißem Dankgefühl durchglüht, daß er nur meinen demüthigen Anſtrengungen fortan jeden heitern Sonnenblick verdankte. Sein Körper mußte noch mehrere Jahre ſchwer leiden, aber die Heim⸗ ſuchungen waren nicht vergeblich, denn Lord Treherne wurde nun auf den ſchauerlichen Wechſel, der ihm bevor⸗ ſtand, auf's Vollkommenſte vorbereitet, indem er auf des Erlöſers Verdienſt allein vertraute. Das waren geſegnete Stunden, wo Herr Dacre von den theuren Verklärten mit ihm redete, welche ihm nur vorangegangen,— von Got⸗ tes Wegen, wie er uns zu Ihm führe, wie er unſern Stolz und Eigendünkel züchtige, und keinerlei Abgötterei dulde. Lord Treherne machte mit ausnehmender Groß— muth ein anſehntiches Vermächtniß für ſeine„weiſe kleine Ruth,“ wie er mich lächelnd noch bis zuletzt nannte. Er endete in Frieden, und Treherne-Abbey kam in Beſitz einer entfernten Linie der Treherne'ſchen Familie. Wood End Cottage war frei, und ich kaufte es; von Herrn Dacre unterſtützt in dem geſegneten Werke der Liebe zu unſerm göttlichen Meiſter, iſt mein Leben nicht im Müßiggange verſtrichen, und, wie ich das demüthige Vertrauen habe, nicht ganz ohne Nutzen für meine Mit⸗ menſchen. Vor ſeinem Tode ließ Lord Treherne noch zum Andenken an Gabriele und Ella, ſeine Adoptivtochter, in der Kirche von Wood End ein glänzendes Denkmal er⸗ richten: eine Gruppe von ausgezeichneter Arbeit in flecken⸗ loſem Marmor, Mutter und Kind darſtellend, wie ſie neben einander ruhen wie im Schlaf, die Hände auf der Bruſt fromm gefalten, und die Augen geſchloſſen, als wären ſie müde— müde. Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne, welche ſo oft auf Gabrielens Geſtalt fielen, wenn ſie in ihrem Wittwenſtande unter den prunkvollen Monumenten der Familie Treherne niederkniete, erleuchten jetzt das Stein⸗ bild, welches geheimnißvoll an verborgene Dinge mahnt — Tod und Vergänglichkeit. Gern kniee ich in dem Bethauſe, wo Gabriele knie'te: dunkle Stimmen aus der Vergangenheit ſchlagen an das Ohr meines Geiſtes; mein Ruheplätzchen iſt bereitet unter den grünen Raſenhügeln, denn keine Tafel oder Denkſtein ſoll den Fleck bezeichnen, wo„Ruth der Krüppel“ ruht, wenn ich ſchlummere mit dem Raſen an meinem Buſen, „Staub bei Staube.“ Die zwei Hinden an der Straße. Eine Dorfgeſchichte aus dem Orlathale. Rings umher angebauter Acker, in der Mitte ein Hügel von Steinen und geringem Erdreich, auf dem Huͤ⸗ gel die zwei Linden, ganz nahe beiſammen, ihre Zweige ineinander verſchränkt, ihre Wipfel im Winde einander zuneigend— juſt wie zwei Freunde, oder zwei Brüder, oder Mann und Frau in liebender Eintracht. Und ſo iſt's wirklich geweſen. Es mögen nahe an hundert Jahre ſein, da beſaß den Acker ein Bauer aus dem nahen Dorfe. Der Bauer hatte zwei Söhne, die Mutter war geſtorben, eine blut⸗ junge verwaiste Baſe, Margarethe, hielt mit Haus. Der Vater war ſtreng, und die Jungen, die dazumal noch wenig Schule hatten, mußten deſto tuͤchtiger an die Ar⸗ beit, und war der Haushalt arm, ſo war der Acker ſtein⸗ reich. Da ſah man denn die Brüder ableſen, roden und hacken. Sie trugen die Steine ſammt dem wilden Erd⸗ reich zuſammen manches Jahr. So entſtand der Hügel und der Acker umher ward geklärtes Land. Die Linden aber? Hatte ſie ein Vogel hingetragen, oder hatte der Wind den Saamen hinzugeweht, wir wiſſen's nicht; aber ſie wuchſen, und ragten über die Dornen heraus, dem Alten zur Duldung, den Brüdern zur Freude. Als die Letztern aus der Schule kamen, waren die Linden ſchon leidlich groß, und gaben dem Hügel für's Auge eine Ge⸗ ſtalt. Auch verſuchte es ſchon der Goldammer und ſang vom Wimpfel ſein:„Mädel, Mädel, wie blüht's!“ ins Thal. a Aber der Frühling und die frohe Jugendzeit ver⸗ gehen bald. Es kam den Brüdern ernſter. Die Soldaten in der Stadt fahndeten auf den älteſten, und hätten wohl beide gern gehabt zur Compagnie. Nun war's aber In⸗ fanterie, und bei den„Fußpatſchern“ wollte Michel nicht dienen. Da ging er eines Abends— der Corporal war eben von der andern Seite her, das ſpaniſche Rohr in der Hand, in's Dorf geſchlichen— mit dem Bruder hin⸗ aus.„Bruder,“ ſagte Michel,„ich weiß, was ich thu'. Bei den Kerlen da dien' ich nicht. Ich geh' zu den Dra— gonern. Und Du als einziger Sohn biſt dann von den Soldaten frei!« Der Bruder wollte reden, aber Michel blieb feſt. Nun war der Bündel bald geſchnürt und heim— lich beigebracht. Der Pathenthaler mit ein paar anderen 5 1 F. — 411— in den Schnpftuchzipfel gebunden und reiſefertig bei den Linden war der junge Reiter. Reiſefertig, aber noch nicht ganz. Das ſtille Mondlicht leuchtete auf den Hügel und ob die Beiden im Schatten ſaßen, war's doch hell genug, die Behſtaben zu erkennen, die ſie in die Rinde mit einander ſeſchnitten. Das große. von Michels Namen beträcteten Beide nachdenkend, lange ſtumm. Endlich ſagte er Scheidende:„Bruder, das M. heißt auch Margarche!“ Sie hatten ſie Beide lieb gehabt, und ſich doch Nichts davon geſagt. Jetzt aber wußten ſie, wie es ſtad. Da redete der Aelteſte weiter:„Grüß' den Vater, er harf nicht wiſſen, wo der Sohn iſt, ſonſt quälten ihn di Soldaten in der Stadt und trieben ihn wohl auf den Schwur. Grüß' auch Margarethen; und wenn der Krieg losgeht, wie es heißt, und ich etwa nicht wieder komme ſo helf' Dir Gott zum Hauſe als dem Jüngſten und— zu ihr als Deiner Frau.“ Es war das letzte Mal, daf die Brüder unter den Linden und beiſam— men waren. Der Krieg am Rhein ging los. Michel war mit in ler Champagne, wo im naſſen Jahre die Stricke von dn Zeltpflöcken und den Pferden die Hufe von den Füßn faulten; er kam glücklich durch. Das Jahr darauf pax er mit vor Mainz, half's belagern und zog mit ein. Auf dem Rückzug aber traf ihn noch die Kugel, die fü ihn gegoſſen war. Der muthige Reiter in der Nachhit fiel mit der Stirn nach dem falſchen Frankreich, dis treue Herz brach im Lazarethe mit dem Gedanken au ſie deutſche Heimath. Den alten Vater traf der Todtenſchein nicht mehr, aber der jüngere Bruder und Margarethe hielten ihn lange und trauernd in den Händen. Das M. an ſeiner Linde war ihnen wie Schrift auf Michels Leichenſtein. Nach Jahren aber verwandelte ſich's in Margarethe, wie der Scheidende damals es geahndet und geordnet hatte. Sie heiratheten ſich und führten eine lange und glückliche Ehe. Kam was Trübes, ſo wandelte wohl das Eine oder das Andere ſtill zu den Linden. Da ward es immer wieder im Herzen klar und hell. Und wie ſie alt wurden und die Linden auch, ſaßen ſie dort an manchem ſchönen Sonn⸗ tags⸗Nachmittag und gedachten der vorigen Zeiten und des braven Bruders. „Nun iſt Alles dahin, was hier einſt fleißig war und kuͤhn und brüderlich und treu. Geſchrieben ſteht Nichts, als die Buchſtaben noch in der zerſprungenen Rinde und die Beſtimmung der kinderloſen Gatten in ihrem Teſta— mente, ohne weitern Grund:„Die beiden Linden auf dem Hügel ſoll Keiner ummachen; ſie ſollen das Leben haben, bis ſie ſelber ſterben.“ Geſchrieben alſo ſteht weiter Nichts. Aber wenn im Sommer die Schnitter zum Morgenbrode gerufen werden, ſetzen ſie ſich unter die Linden, und erzählen die Sage, und wiſſen viel zu reden von den beiden Brüdern und der Margareth. Und wenn der Wanderer die Straße zieht, dort von der Brücke her, dem Berge zu, da liegt's ihm links, und die Linden ſagen auch ihm davon, und werden noch reden, wenn die Redner und Erzähler hier lang ſchon ſtill geworden ſind. orden. N Edictaldadung. 2010) Nachder der Bürger und Handels⸗ mann Peter Altnannsperger zu Windecken ſeine Inſolvenz angzeigt hat, ſo werden die Gläubiger deſſelben ur ſummariſchen Schulden⸗ liquidation, zum Güiteverſuch und zur Wahl eines Maſſecurators unter dem Rechtsnach⸗ theile, daß nicht erſchänende, oder nicht gehörig vertretene, dem Beſchuſſe der Mehrheit der er⸗ ſchienenen für beitretend erllärt werden, und daß, falls eine Vereinigung über die Perſon des etwa nöthig werdenden Naſſecurators nicht ſtattfinden ſollte, derſelbe von Gericht beſtimmt werde, auf den 14. Januar k. J., Vornittags 9 Uhr, anher vorgeladen. Windecken den 9. Dezenber 1852. Kurfürſtlich Heſſiſchee Juſtizamt Schenck zu Schyneinsberg. i vt. Kahler. Oeffentliche Aufforderung. (2025) Anſprüche an den Acker:„%, im Holz, in Fauerbacher Gemarkung, über welchen die Johannes Schäfers Erben dahier disponiren wollen, ohne das Eigen n rkundlich nach⸗ weiſen zu können, find bing Wochen, bei Meidung der Nichtberückſichtigung, geltend zu machen. Friedberg den 10. Dezember 1852. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. v. Preuſchen. Edietalla dung. (2027) Nachdem der Einwohner Martin Lack zu Dorheim die Ueberſchuldung ſeines Ver⸗ mögens angezeigt und erklärt hat, daß er ſol⸗ ches ſeinen Gläubigerndabtreten wolle, iſt zur e e von Be⸗ ſummariſchen Liquidation der Forderungen, ſo⸗ wie zum Verſuche der Güte, Termin auf den 17. k. M., Vormittags 9 Uhr, anberaumt worden, wozu alle Diejenigen, welche Anſprüche an gedachten Martin Lack zu machen haben, mit dem Anfügen hierdurch vorgeladen werden, daß die in dieſem Termine nicht er⸗ ſcheinenden chirographariſchen Gläubiger als dem Beſchluſſe der Mehrheit der erſcheinenden beitretend werden erachtet werden. Nauheim am 15. Dezember 1852. Kurfürſtliches Juſtizamt Fo dt. Schlarbaum. g Bekanntmachung. (2065) Die Lieferung des Bedarfs an ge— bleichter und ungebleichter Leinwand, gebleichten und ungebleichten Handtücherzeugs, ſowie Stroh⸗ ſackleinen für das Gr. Landeszuchthaus im Jahr 1853 ſoll im Soumiſſionswege vergeben werden Luſttragende haben ihre Soumiſſionen bis zum 30. d. Mts., Mittags 12 Uhr, in dem vor dem Direktorialbüreau aufgehängten Soumiſſionskaſten einzulegen und können Muſter und Bedingungen bei dem Gr. Arbeitsinſpektor einſehen. Marienſchloß den 22. Dezember 1852. Die Verwaltungscommiſſion. Für die Ausfertigung: Nispel, Secretär. Braunſteinbergwerk bei Gießen. (2066) Die Lieferung nachſtehender, für das Jahr 1853 auf dem Gießener Braunſteinberg⸗ werke nöthig werdenden Materialien u. ſ. w.: 1 Boden 10r Stämme, 16 Stück Richtpotten, 400 Quadratfuß buchene Bohlen à 2“, 400*„ Bretter„ 1¼“ 400 1 eichene 1 300 Stück ölattige Dachdielen, 100„ ſchmale 1 200„ Latten, 10 Centner Sprengpulver, 80 Pfund Schweinefett, 10 Maas Leinölfirniß, 5 Centner Drahtſtiften, 12 Fuder Stroh, 350 Centner Heu, 260 Malter Hafer, 1600 Stück Packfäſſer, 9 ſoll auf dem Wege der Submiſſion vergeben werden. Zur Einreichung der Neferungs⸗Anttage wird Termin bis Donnerſtag den 20. Januar 1853 geſetzt, unter dem Anfügen, daß die Bedingun⸗ gen, resp. Muſter, auf dem Büreau des Un⸗ terzeichneten, eingeſehen werden können. Braunſteinbergwerk bei Gießen den 22. Dezember 1853. C. Steinberger, Bergverwalter. 200 Gulden (2067) liegen in hieſiger Kirchenkaſſe zum Ausleihen bereit. Wickſtadt den 24. Dezember 1852. Veith, Kirchenrechner. 139 Gulden (2015) liegen in der Kirchenkaſſe zu Bru⸗ chenbrücken zum Ausleihen bereit. Friedberg. Der Kirchenrechner Heidt. N N Privat- Bekanntmachungen. Annonce. (1999) Altes Blei, altes Meſſing und altes Kupfer kauft in jeder Quantität und zu den beſtmöglichen Preiſen Das Etabliſſement für mechan. Conſtruction von Paul Stumpf, in Frankfurt a. M., Römerberg J. 77 u. 78. Rum de Jamaica, Arae de Batavia, Punſch⸗ und rogeſſenzen, bei 2 zen,' ilbelm Fertſch. Formulare (20610 zu den Jahresberichten fuͤr die Herren Bürgermeiſter ſind vor— räthig bei. Friedberg. E. Bindernagel. 5 f N 1 * 5 * Einladung zum Abonneme Frankfur 1 3 k 15 kr. Abonnementspreis für Fran 1015 bedienen Poſtaufſchlag. ingt a en ö 5 f 1 Nat Mödebildz das Aller neueſte in Häkel., Stick, Strick. Flet⸗ und Ban d⸗ i wöchentli 1-2 lithogra⸗ * phirten Beilagen. dem neuen Regulativ, 5 Der rankfurter Anzeig 15 dc. bf ader; Pariſer Mode — 412— Novellen, nt auf das erſte Quartal 1853 des ter Anzeigers. artal; für auswärts bei allen Poſtämtern Deutſtands, gemäß per Quartal; Alle Poſtämter nehmen Beſtellungen nn. Gedichte, Wird, auß Montags, taglich gegeben. 5 Miscellen, Schah⸗, Rechnen⸗, gebeten mit Abblkdungenz populär⸗wiſſenſchafttieche Ahandungen The Künſte und Handwerke zeuweiſe eo grape Abbildungen der neueſten Möbelgarnituren; Polizei⸗ Chronik; Feuilleton für Theater und Concert; täglich(unter d ubrik:„Was I deſer das ſehr oft unerquickliche 6 0. n Ve, Getteide⸗ Pele und Banntwein⸗Berichte; das Frankfurter Amtsblatt im Auszug Inſeraten kann bei der großen Verbreitung des„Frankfurter Anzeigers der beſte Erfolg garantirt werin. Die hierorts vorkommenden amtliche n Verſteigerungen müſſen laut ſtadtgerichtlichem Deeret in dieſem Blatte bekannt gemacht werden. Probeblätter ſtehen auf Verlangen gratis zu 84, peſtelupgen empfiehlt ſt ch E. Bindernagel i Friedberg. n e, M e e iich e 4 Reutenanſtalt zu Darmſtadt. (478 Diejenigen, welche der in der Bildung begriffenen, mit dem 31. De⸗ zember d. J. geſchloſſen werdenden 6. Jahresgeſellſchaft, zu welcher bereits 409 Einlagen gemacht worden ſind, beizutreten oder Nachzahlungen auf ffühere i zu leiſte! i ir hi in, ſt vor Ablauf dieſes lagen zu leiſten beabſichtigen, laden wir hierdurch ein, ſolches vor N fd Jahres eie der daher bei dem Hauptbüreau e oder auswärts bei den erren Bevollmächtigten derſelben!) zu bewerkſtelligen.. 4 5 Bis jetzt zählt die Auſtalt im Ganzen 5404 Mitglieder mit 9001 Einlagen und einem effectiven Einlageca Bei der mit der Anſtalt verbundenen dem ſeit Anfang d. J. bereits 242797 fl. hinterlegt. Darmſtadt den 25. Oktober 1852. N die Sireetion der Allgemeinen Nentenanſtalt. „) In Friedberg bei Herrn Heinrich Hahn: in Butzbach bei Herrn Hürgermeiſter Seippel; in Vilbel: bei Herrn Geometer 1. Claſſe Grosholz. ö ital von 509918 fl. epoſitencaſſe wurden außer⸗ 41 1 5 Wilhelm Hanſtein in Friedberg 12032) empftehlt ſeine Fabrikate aller Sorten feinsler Liqueure& Essensien. Gleichzeitig macht er auf ſein wohlaſſortirtes Lager pon dchiten Cigarren& Specerei- Mauren unter niedrigſt geſtellten Preiſen beſöͤnders auͤfmerkſam. Zur gefaͤlligen Beachtung. (2052) Der Unterzeichnete, welcher nach Amerika auszuwandern beabſichtigt, iſt geſonnen ſein in Groskarben gelegenes einflöckigtes Wohn⸗ haus nebſt einem dazu gehörigen, circa 30 Ru⸗ then haltenden Gärtchen, ſowie ſeine unweit Groskarben gelegene Ziegel⸗ und Backſteinbren⸗ nerei, mit überbautem Ofen, unter ſehr annehm⸗ baren Bedingungen aus freier Hand zu ver⸗ kaufen. Auch können circa 15000 ungebrannte, ſowie 12000 gebrannte Backſteine käuflich bei mir abgeſetzt werden.. Groskarben den 18. Dezember 1852. Joh. Schackai. Ge ſ u ch. (205) In eine kleine Haushaltung dahier wird auf Petritag ein ſolides Mädchen geſucht, 1 das Kochen und alle Hausarbeit ver⸗ eht. Engliſche Fleckſeife à Stück 9 kr. (2068) Das vorzüglichſte Präparat, um auf die leichteſte Weiſe Flecken aller Art, aus Tuch, Leinen, Baumwolle, Holz z., zu entfernen, ohne den zu reinigenden Gegenſtand irgend wie zu beſchädigen. Lager hiervon bei: 5 Friedberg. P. F. Schmittner, nächſt der Burg. Geſu cht (2069) wird ein Meiſter, der einen armen vaterloſen Jungen ohne Lehrgeld in die Lehre zu nehmen geneigt iſt. Zu erfragen bei der Expe⸗ dition dieſes Blattes. Oeffentliche Dankſagung. (2070) Am 17. d. M., des Abends gegen 6 Uhr, brach in unſerer Stadt ein Brand aus, der bei ſeinem Entſtehen die ſchlimmſten Folgen befürchten ließ, durch dun gehe dds tigkeit jedoch nicht mehr als zwei Gebäude— Scheunen— ergriff, die dan völlig ein Raub der Flammen wurden. N 2 Es war dies ein Ereignz, das in langen Jahren in unſerer Stadt icht vorgekommen und nur die allſeitigſte Hülfe aus hieſiger Stadt von dem Beginne an, die tlitige Mithülfe der hiefſigen Garniſon und das jußerſt ſchnell er⸗ folgte Eintreffen der Spritza und Löſchmann⸗ ſchaften aus der Umgegend md deren äußerſter Fleiß machten es möglich, em Brande ſo ent⸗ gegen zu treten, daß die beſirchteten ſchlimmen Folgen deſſelben nicht eintraen und nur die er⸗ wähnten zwei Gebäude demelben unterlagen. Wir erachten es deßhalb für unſere Pflicht, im Namen der Stadt def hieſigen Garniſon und allen denjenigen Orte, welche ſo ſchnell zur Hülfe eilten und eine viftloſe Thätigkeit ent⸗ wickelten, unſern tiefgefühten innigſten Danl hierdurch öffentlich auszuſpechen und bitten die⸗ ſen Ausdruck unſeres Dalkes zu genehmigen. Butzbach den 21. Depmber 1852. Namens des Stadtvorſtandes: der Großh Heſſ. Bürgermeiſter Krauß. Ball zu Altenſtadt. (2071) Vom 1. auf den 2. Januar 1853 findet in dem Snale des Unterzeichneten ein Ball ſtatt. 5 Abends 6 Uhr. Entré 45 kr., wofür ene Flaſche Wein verabfolgt wird. Alle Freunde des geſelligen Vergnügens werden hierzu höfichſt eingeladen. Heinrich Holzapfel, Gaftwirth Ein Logis 12072) hat zu vermiethen i a 0 Schreiber, ö Bäckermeiſter. Chocolade. (2073 Aus der Fabrik des Herrn J. E. Wiechard in Caſſel empfing ich verſchie⸗ anille⸗Chocolade, Geſundhei erſten⸗Chocolade, feinſte Cacab⸗Maſſe& entölten Cacao. Sämmtliche Fabrikate find aufs feinſte be⸗ arbeitet und unverfälſcht, d. h. ohne Beimiſchung von Subſtanzen, welche zur billigeren Her⸗ ſtellung der Chocolade dienen, daher ſolche einer geneigten Abnahme beſtens empfohlen halte Friedberg im Dezember 1852. P. F. Schmittner. Anzeigen für die Freitags erſcheinende Nummer wolle man ſpäteſtens bis zum Mittwoch Abend und ſolche für die Dienſtags-Nummer längſtens bis den Sonntag bei der Expedition abgeben. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. *