ntelligenz-Blatt fur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda Sonnabend den 27. November 1852. . uns zu amüſiren; unſer einziges Dienſtmädchen— eine alte Irrländerin, welche mein Vater nur wegen ihrer Küchenfertigkeit behielt— ließ uns arme, vor Froſt zit⸗ ternde Kinder niemals in die Küche, wenn ſie beim Kochen war;„denn,“ pflegte Nelly zu ſagen,„wenn Ihr mich neckt oder boͤſe macht, ſo könnte ich das Eſſen verderben, und dann ſey der Himmel uns gnädig, wenn der Herr böſe wird.“ Niemand kam je in unſere Nähe— es ſchien, daß wir auf's Aeußerſte vernachläſſigt wurden und ſelbſt unſer Daſein unbekannt blieb. Das Haus roch nach Tabaks⸗ rauch, und der Garten, wo wir ſpielten, war eine Wild⸗ niß von Unkraut— zwiſchen welchem im Sommer Roſen bluͤhten, deren Keimen Gabriele und ich mit Entzücken Furgkirch K Sell. Hottwerth. v 1859 LW a 8 im Beſonderen. 2 8 8 92.880 2 „ 93. 31 a 5 15 15% Die Schweſtern. ei ſe Eine Memoiren ⸗Novelle. Ted Dunkle Stimmen vergangener Zeiten ſchlagen an e mein Herz— denn der Traum des Lebens iſt verronnen, dun m und mag jetzt enthüllt werden; die Träumerin harrt be⸗ —— kits an dem dunklen Pfade, der zu den Raſenhügeln „ek, führt, wo modernde Todten ande nach oben zeigen und ——1—: a. f 8 370% zu ſagen ſcheinen:„Wirf noch Deinen letzten Blick zum 256 blauen Himmel hinauf und dann komme und ruhe bei E uns.“ 1 Ich weiß mich keiner glücklichen Kindheit zu erinnern, Taxe denn ich begann ſchon ſo früh zu denken, daß Schmerz und Butzbach und Gedanke mit einander verknüpft waren. Ich hatte einen Vater und eine Schweſter, welche zwei Jahre älter „November. * * ο= 5 9 * * a — SSI n Häuschen, das, von einem den Thoren einer Stadt lag, ſtückte niemals mit uns war als ich; und unſere Behauſung war ein kleines Blumengarten umgeben, vor deren Kirchenglocken man bei uns ſehr deutlich hören konnte. Dieß ſind liebliche, romantiſche Ideen verbindungen; aber Gartenblumen und Silbertöne und Heimath meiner Kindheit ſind Worte, die keine entſprechende Saite meines Herzens an— ſchlagen, denn die Wirklichkeit war ernſt und ſtrenge, und die Phantaſie wob kein Feenmärchen hinein, um die nackte Wahrheit zu verhüllen. 8 Meine Mutter ſtarb bei meiner Geburt; mein Vater war ein hagerer, blaſſer Mann, welcher beſtändig Haupt und Hals in Flanell gehüllt trug, und ſich mit Hülfe eines Stockes nur langſam fortbewegen konnte. Er früh⸗ — wir mußten in der Küche bleiben, um Feuerung zu erſparen— ſondern kam erſt ſpät am Vormittag herunter, und wenn es warm und Vater; nach Tiſche ſonnig war, ſo machte er wohl einen gemächlichen Spa⸗ ziergang nach den Feldern, doch niemals nach der Stadt. Wir aßen ſpät, und da gab's immer Leckerbiſſen für den blieb er immer bei der Weinflaſche ſitzen, rauchte Cigarren und las die Zeitungen, bis es Zeit war, zu Bette zu gehen. Um Gabriele oder mich dekümmerte er ſich wenig, außer um uns Ruhe zu gebieten oder etwas Verlangtes durch uns holen zu laſſen. Es befanden ſich zwei Wohnzimmer im Hauſe zu beiden Seiten der Thür; das Hausgeräth war nur duͤrftig und gering, und das Zimmer links wurde nie geheizt, denn mein Vater bewohnte ſtets das andere. Gabriele und ich mußten zur Winterzeit oft bitterlich frieren in dem Zimmer hineingeſchickt, um zur Linken, denn wir wurden häufig beobachteten: jene Sommerroſen an den großen verfloch⸗ tenen Büſchen erſchienen uns ſicher viel ſchöner als an⸗ deren glücklicheren Kindern— wir ſammelten und bewachten jedes Blatt wie es abfiel, und nie war uns ein Duft ſo köſtlich! Natürlich wird man nun auf die Vermuthung kom⸗ men, daß bei unſerer Unwiſſenheit die empfangenen Ein⸗ drücke nicht ſchmerzlich waren; aber von der Zeit an, wo ich zu beobachten und zu begreifen anfing, entſtand in mir auch das bittere Gefühl unſerer Lage, welches bei Gabriele noch viel lebhafter war als bei mir. Wir wußten, daß wir halb verhungerte, nur halb bekleidete, vernachläſſigte, ungeliebte Geſchöpfe waren, und daß unſer Vater die perſonificirte Selbſtſucht war. Wir ſahen andere Kinder hübſch gekleidet mit ihren Müttern oder Kinder- mädchen vorbeigehen— oder geſund und fröhlich zur Schule traben; und unſer Herz ſehnte ſich, ihnen gleich zu ſein— ſehnte ſich nach einem Mutterkuſſe! Gabriele war von Natur ſchweigſam und ſtolz, wiewohl oft leiden⸗ ſchaftlich, wenn wir zuſammen ſpielten; aber der Aus- bruch war bald vorüber, und ſogleich umarmte ſie mich wieder. Ihr Anblick brachte mir ſchon früh eine Abnei⸗ gung gen alles Häßliche bei— ihre Schönheit war von der Art, daß ſie ein Kind wohl blenden konnte— ſie war von einer ſo glänzenden, aber farbloſen Schönheit, mit goldgelbem Haar, welches in reicher Wallung auf ihre Taille herabſtel, und ſanften großen blauen Augen, welche mir oftmals den Gedanken an Himmel und Engel er⸗ weckten; denn, Gottes Gnade ſei's gedankt, ich wußte ſchon von ihnen, als ich noch ein Kind war. Natürlich waren wir noch unbekannt mit unſers Vaters Geſchichte, als wir ſie nachmals vernahmen. Ex war von einer heruntergekommenen aber adelichen Familie und hatte— leider eine alltägliche e durch Spiel ſein Vermögen zu Grunde geri„ f di Gattin Herz gebrochen. Noch ſchlimmer als dieß, er war unrettbar der Schande verfallen und für die Geſellſchaft verloren, da er als Betrüger ertappt worden war. Her⸗ untergebracht, in jeglichem Sinne des Worts, mit einer ganz geringen Jahresrente, die nur eben zum Auskommen hinreichte, lebte er, wie es mir erinnerlich iſt, ſchwelge⸗ riſch, üppig und in vollſter Vergeſſenheit von Allem, außer ſeinem eigenen Ich. Und, o! gebe doch Gott, daß ſonſt Keiner ſei— arm oder reich, hoch oder niedrig— der den geheiligten Namen„Vater“ ſo ausſprechen kann wie ich, ohne Gefühl von Zärtlichkeit, ohne die leiſeſte An⸗ wandlung von Liebe und Ehrfurcht, die ſich wie ein Fa⸗ den um ſein Gedächtniß ſchlänge, um den väterlichen Segen daran zu knüpfen. g Nelly war unſerer ſeligen Mutter, welche gleichfalls eine Irländerin war, aus ihrer Heimath gefolgt, und zeigte vielleicht nur um unſertwillen Anhänglichkeit an unſern Vater und duldende Ergebung in ſeine Gewohn⸗ heiten und Launen, um uns nahe zu bleiben. Sie war ein derbes Weib und zeigte, ihrer Race im Allgemeinen unähnlich, nur wenig äußerliche Beweiſe von Anhänglich⸗ keit. Wenn Sie des Abends ihre Arbeit gethan, ſo unter; richtete ſie uns bisweilen im ABC und lehrte uns Wörter von drei Buchſtaben buchſtabirenz die übrige Zeit ſchalteten und walteten wir für uns ſelbſt und unterwieſen uns gegenſeitig, ſo daß wir im Verlaufe der Zeit endlich leſen konnten. Ebenſo ging es mit dem Schreiben. Nelly brachte uns die Anfangsgründe bei, und Gabriele, mit wunderbarem Vermögen ſchneller Auffaſſung begabt, wußte gar bald mit dem Unterrichte für ſich und mich zu rathen. Die einzigen Bücher im Hauſe waren ein Kochbuch, eine Fibel, welche Nelly geliehen hatte, eine rieſige Geſchichte von England, welche ihr gewöhnlich als Fußſchemel diente, und eine alte Bibel von der nämlichen Größe voll kunſt⸗ voller Bilder. Hätte ich doch jetzt dieſes geſegnete Buch in Gold gebunden vor mir liegen und mit Diamanten be⸗ ſetzt! Es eröffnete damals eine neue Epoche meines Le— bens. Gedacht hatte ich bereits, nun begann ich zu ver— ſtehen; und das göttliche Licht ging meiner Seele auf, 376 a als Nelly, das niedrige Werkzeug der Gnade, in einfachen hüteten, ſämmtlich auf der Erde ſitzend; und ich pflegte Engel gerade ſo ausſehen müͤſſe wie Gabriele, wenn auch hegte, die ich damals beſaß. Sie las gern von der Kö⸗ 3 U — 0 Worten Alles erklärte, was nöthig warz denn bei aller unausſprechlichen Herrlichkeit Jeſu und ſeiner Etlöſung iſt unſer Glaube ſehr einfach. Nachts träumte ich von Jeſu und von Engeln, und von Hirten, die ihre Heerden Nelly zu fragen, ob ſie nicht der Meinung ſei, daß ein mit glänzenden Flügeln? Aber Nelly pflegte zu ſagen, Gabriele ſei zu ſtolz für einen Engel, und werde wohl nie einer werden, es ſei denn, daß ſie mehr Gefallen an der Bibel gewönne; und es war nur zu wahr, daß meine geliebte Schweſter nicht dieſelbe Vorliebe für heilige Dinge nigin Beß und vom trotzigen König Hal; wenn wir aber zur Kirche gingen und den Geſang hörten, ſo war ſie viel lebhafter bewegt als ich, und ſtieß laute Seufzer aus. Endlich vertraute mir Gabriele, welche ſeit mehreren 8 Tagen in tiefes Nachdenken verſunken war, ohne ein Wort zu ſprechen, ihren Entſchluß, unſern Vater zu bitten, de er möge uns zur Schule ſchicken. „Warum ſollte ich ihn nicht bitten, Ruth?“ ſagte ſie,„ich wundere mich, daß wir noch niemals zuvor da⸗ ran gedacht haben— nur iſt er leider immer elend, oder raucht oder trinkt.“ Ich bemerkte, daß ihr ſchöner Mund ſich verzog, da ſie in einem verächtlichen Tone ſprach, und ich war der Meinung, daß Jeſus nicht ſo gelehrt hätte; doch ich ſcheute mich zu ſprechen— und ſo weinte ich, und fiel allein auf die Kniee und betete fuͤr meine Schweſter. 8 f Als Gabriele ihre Bitte angebracht, legte der Vater das Zeitungsblatt nieder, nahm die Cigarre aus dem Munde, und blickte ganz verdutzt die Sprecherin an; doch wurde ſein Blick zuſehends ernſter und beobachtender, als er anhub:„Ei, Mädchen, wie alt biſt Du? „Dreizehn ſeit vorigem Monat, erwiderte Gabriele. „Da biſt Du mächtig groß für Dein Alter, muß ich geſtehen; Du haſt aber von Nelly doch wohl leſen gelernt?“ N „Das wohl,“ antwortete ſie ganz rnhig,„aber wir möchten doch gern noch etwas lernen.“ (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. d Guts verſteigerung. (1806) Montag den 6. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe das Petritag 1853 leihfällige Auguſtiner⸗ Schulgut in den Gemarkungen Rockenberg, Op⸗ pershofen, Niederweiſel und Münzenberg, im Ganzen 56% 0 Ortsmorgen enthaltend, wovon 41%ñ0 Morgen in Rockenberger⸗, 6 Morgen in Oppershofer⸗, 1½%0 Morgen in Niederwei⸗ ſeler⸗ und 6% Morgen in Münzenberger Ge⸗ markung liegen, öffentlich meiſtbietend unter fehr vortheilhaften Bedingungen verſteigerl. Friedberg den 17. November 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Hofraithe-Verſteigerung. (1807) Donnerſtag den 13. Dezember l. J., Vormittags 11 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe auf freiwilligen Antrag des Bürgers und Glaſermeiſters Chriſtian Wagner deſſen in der Ludwigsſtraße dahier gelegene neuerbaute zwei⸗ ſtöckige Hofraithe, enthaltend 13 Zimmer, 2 Küchen, 3 Kammern, Waſchküche, gut gewölbten Keller, geräumige Stallung mit geſchloſſenem Hofraum, wegen Veränderung des Wohnſitzes, öffentlich meiſtbietend unter ſehr vortheilhaften Bedingungen verſteigert und bemerkt, daß auch bis zum Verſteigerungstermin ein Handverkauf mit dem Eigenthümer abgeſchloſſen werden kann. Friedberg den 17. November 1852. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. (Butzbach.) Verkauf getragener Montirung, ausrangirten Reitzeugs ꝛc. (1808) Montag den 29. d. M., des Vor⸗ mittags von 8 bis 12 und des Nachmittags von 1 bis 5 Uhr, ſollen in der hieſtgen Reiter⸗ caſerne eine Anzahl getragener Montirungs⸗ ſtücke, als: Mützen, lederne Handſchuhe, Sporn, Hemden, Unterhoſen, Socken, Halsbinden, Halb⸗ ſtiefeln, Schuhe ꝛc., ſodann ausrangirtes Reit- zeug und Caſernenrequiſiten, wobei viele Bett⸗ und Pferdeteppiche, meiſtbietend gegen gleich⸗ baare Zahlung verſteigert werden. Indem man dieß zur öffentlichen Kenntniß bringt, erſucht man zugleich die Herren Bür⸗ germeiſter der Umgegend, dieſen Verkauf in den unterhabenden Gemeinden geeignet bekannt ma⸗ chen laſſen zu wollen. Butzbach den 17. November 1852. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Brod⸗, Oel- und Schuhlieferung. (1831) Montag den 29. d. M., Vormittags um 10 Uhr, wird: a) die Brodlieferung, und b)„ Oellieferung aufs I. Semeſter k. J., ſodaun c)„Lieferung der Bundſchuhe, Sohlen und Flecke, auf das Jahr 1853 für die Garniſon dahier, in dem Büreau des Bataillonsverwaltungsraths, auf dem Soumiſſionsweg in Accord gegeben. Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferung des Oels in ge⸗ laͤutertem Lampenöl beſteht, die Aecordsbedin⸗ gungen von heute an in obengenanntem Büreau eingeſehen werden können und die Soumiſſtons⸗ eröffnung gleich nach Ablauf des obenerwähnten Termins vorgenommen wird: Friedberg den 18. November 1852. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Mobiliar⸗Verſteigerung. (1839) ODonmerſtag den 2. Dezember d. J. und die darauf folgenden Tage, von Vormſt⸗ tags 9 bis 12 Uhr und Nachmittags 2 bis 5 Uhr, werden auf Antrag des hieſigen Bürgers Michael Jung und deſſen Kinder in deren Be⸗ hauſung in der großen Köhlergaſſe dahier, erb⸗ abtheilungshalber deren Mobiliarvermögen, be⸗ end 1 00 e„ ö Ahe, öſe eder gentlich meift * daß ſraſ pon ſic derſ Sfeigllebhaber gusgeboten w. Friedberg Immo 812) 5 9 555 g hauſe auf An Jung und d die denſelben Gemar Ein Woh und Haus neben Hei 53 Ruth 156 Gema 40 Ruth 73„ 48„ 91 0 60* 12 1 Gem 138 Ruth 8 G 4½ Ru ffintlich mei ötiedbert Pfä (18413) und die dg 98 9 big Ar, werd 1 allet wn Auer zu ſagen, u Gch e 4 ahr, 5 0 0 Ruth, mals 9 8 ſprach, acht o gelehrt und so weine clete füt meine legte der Datirt zarre aus den cen an; doc dachtender, ab 5 derte Gabriel. ein Ater, muß d 9 doch wohl leſen hig,„aber wir —— hubliefetung. 1. Semeſter k. J, mdſchuße, Sohle e Gerniſon dab ik, allungsraths 1 Attord gegeben. it dem Anfügen zu 3 des Oels in ge die Actortsbedir, num Bürem die Sumiſſions eu obrnerwähnis Anbet 1852. ng Deerquartiermtifti N tigetung. 2. Dezember d. ae, bon Vorm as 2 bis“ 4 birſigen Barg linter in deren NN urgaſſt dabikt, ſll⸗ 4 ö* ſölaroermogll, ö in 1 denn dach ſtehend in Eiſen, Zinn, Blech, Porzellan, Glas, „der dahier verlebten Anton Suhradas Eheleute Bettwerk, Weißzeug, Commode, Schränke, 10 e, Stühle, Haus⸗, Küchen⸗ und Gartenge⸗ rälhſchaften, öffentlich meiſtbletend verſteigert. November 1852. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter er. Friedberg den 24. Verſteigerung eines Faſelochſen. (1840) Dienſtag den 30. November d. J., Vormittags 10 Uhr, wird in der Wohnung des Bürgers Konrad Reuß II. dahier ein dem hie⸗ ſigen Armenfonds zuſtehender ſehr gut gehal⸗ tener Faſelochſe öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 24. November 1852. In Auftrag der Armencommiſſion: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben dee r. Garten ⸗Verſteigerung. (1840 Montag den 13. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe auf freiwilligen Antrag ein den Erben zuſtehendes Grundſtück: Gemarkung Stadt Friedberg: 3 Vril. 26 Ruthen Garten in der 3. Gewann in den Liebfrauengärten neben Gottfried Hauſtädt und Heinrich Müller II. 5 Wittwe, öffentlich meiſtbietend verſteigert, wobei bemerkt wird, daß fraglicher Garten in 3 Abtheilungen, wozu ſich derſelbe beſonders eignet, und wenn Steigliebhaber es wünſchen auch im Ganzen ausgeboten werden ſoll. Friedberg den 24. November 1852. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Immobiliar-Verſteigerung. (1842) Freitag den 10. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe auf Antrag des bieſigen Bürgers Michael Jung und deſſen Kinder, erbabtheilungshalber die denſelben zuſtehenden Immobilien, als: Gemarkung Stadt Friedberg: Ein Wohnhaus nebſt Stallung, Waſchküche und Hausgärtchen in der großen Köhlergaſſe, neben Heinrich Hanſtein IV., 53 Ruthen Garten in der Langgaſſe neben Georg Hartmann, Acker in der Töpferkaut an Hein⸗ rich Salzmann, Gemarkung Burg Friedberg: 40 Ruthen Acker auf der Ellern an Johs. 156 7 Werner, 7 17„ daſelbſt an ſich ſelbſt, 48„„desgleichen, 91 1„ desgleichen, 66 5„ daſelbſt an Ferdinand Frick, 12 1„Nin der Köhlgewann an In⸗ ſpector Fertſch, Gemarkung Fauerbach II.: 138 Ruthen Acker auf dem Haingraben am rothen Thurm, auf dem Krämer an Ad⸗ vocat Trapp III., Gemarkung Ockſtadt: 4½ Ruthen Gewann im Ried an Ferdi⸗ nand Frick, öffentlich meiftbietend verſteigert. Friedberg den 24. November 1852. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Pfänder Perſteigerung. (1843) Montag den 6. Dezember d. J. und die darauf folgenden Tage, von Vormit⸗ tags 9 bis 12 Uhr und Nachmittags 2 bis 5 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe diejenigen 19** den zur Verſteigerung kommenden Gegenſtänden 377 Pfänder der hieſigen Pfand⸗ und Leihanſtalt, welche mit Rücksicht auf die Bekanntmachung im Friedberger Intelligenzblatt Nr. 83, Inſe⸗ rat 1640 von 1852, die Verfallzeit erreicht haben, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Unter befinden ſich Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Weißzeug, Manns⸗ und Frauenkleider, fläch⸗ ſenes Tuch, eine Doppelflinte und eine Bürſch⸗ büchſe ꝛc. Schließlich wird noch bemerkt, daß denjeni⸗ gen Steigerern, welche von der vorigen Pfän⸗ derverſteigerung noch mit ihren Zahlungen im Rückſtande ſind, neu erſteigerte Pfandobjekte erſt dann verabfolgt werden wenn jene Schuld⸗ beträge entrichtet ſind; auch bleibt während der Verſteigerungstage das Pfandlokal geſchloſſen. Friedberg den 24. November 1852. Für die Pfandhausverwaltung: Der Gr. Heſſ. Bügermeiſter B e n d e r· Bekanntmachung. (1844) Mittwoch den 22. Dezember, Rach⸗ mittags 2 Uhr, ſollen dem Adam Bommers⸗ heim II. zu Dornaſſenheim ein einſtöckiges Wohnhaus und zwei Grundſtücke in der Ge⸗ meindeſtube daſelbſt einer zweiten Verſteigerung ausgeſetzt werden. Reichelsheim den 20. November 1852. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. Veraccordir ungen. (1845) Dienſtag den 30. d. Mts., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen die Lieferungen des Maſtochſenfleiſches, des gemiſchten Brodes, des geläuterten Lampenöls und 5 der Talglichter, für das hieſige Lazareth auf das 1. Halbjahr 1853 in dem Lazarethbüreau, woſelbſt die Be⸗ dingungen vorher eingeſehen werden können, auf dem Soumiſſionswege an die Wenigſtfor⸗ dernden in Accord gegeben werden. In Beziehung auf die Forderungen für Brod und Ochſenfleiſch wird bemerkt, daß die Sou⸗ miſſionen keinen feſſen Preis ausdrücken, ſon⸗ dern angeben ſollen, welchen Prozentabzug der Brodlieferant und welchen Abzug an dem Preiſe für das Pfund der Fleiſchlieferant fich gefallen laſſen will, wenn der Ladenpreis zu Grunde gelegt wird. i Friedberg den 23. November 1852. In Auftrag: Hoffmann, Lieutenant. Bekanntmachung. (1840) Mittwoch den 22. Dezember l. J., Nachmittags 2 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohn⸗ haus des Franz König zu Dornaſſenheim in der Gemeindeſtube daſelbſt öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 20. November 1852. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. Privat- Bekanntmachungen. Waarenempfehlung. (1847) Damenhüte und Putzhäubchen, Chemiſets, geſtickte Kragen und Taſchen⸗ tücher, Bänder, Handſchuhe, Foulardtücher, Peluchetaſchen, Stick- und Strickwolle, ſodann ganz beſonders billige Kinderſpielwaaren und ſonſtigen zu Weihnachtsgeſchenken ſich eignenden Artikeln bei i M. Steitz, Putz⸗ und Modehandlung. Am J.& 2. Dezember 1852 (1769) findet die Ziehung der von der freien Stadt Frankfurt garantirten Geldver⸗ looſung ſtatt, in welcher Hauptgewinne von fl. 200,000, 100,000, 40,000, 25,000 z., und außerdem 12,500 kleine Gewinne zur Vertheilung kommen. Unterzeichnetes Handlungshaus, welches von der Regierung mit dem Verkauf der Original⸗ looſe beauftragt iſt, erläßt /½ à fl. 6.— ½ à fl. 3.— ½ ä fl. 1. 30.—% à 45 kr., unter Zuſicherung der reellſten Bedienung. Heinrich Steffens, Comptoir: Mainſtraße 10 in Frankfurt a. M. Anzeige. (1780) Mein Regenſchirmgeſchäft bringe ich in Erinnerung. S. Garde, Schirmmacher. neben Conditor Walz, Uſagaſſe. Empfehlung. (181) Ein verehrliches Publikum mache ich ergebenſt darauf aufmerkſam, daß ich eine große Auswahl von Spiegeln mit Goldrahmen, Ba⸗ rokorahmen, Nußbaum⸗Säule mit Aufſatz und glatten Rahmen; ferner Spiegelgläſer und Gold⸗ leiſten, alle dieſe Gegenſtände in verſchiedener Größe zu äußerſt billigen Preiſen vorräthig habe. Auch bringe ich wieder in empfehlende Erin⸗ nerung, daß ich das Einrahmen von Bildern, 10 ꝛc. aufs Prompteſte und Billigſte be⸗ orge. Friedberg im November 1852. Empfehlung. (1835) Eine große Sendung Stick⸗ und Strickwolle, ſowie Perlen⸗, Strick: und Stick⸗ ſeide habe ich erhalten. Auch bringe ich meine ſeitherige Wollen- und Kurzwaaren, beſtehend in Mannsjacken, Palatinen, geſtrickten Kinderkleid⸗ chen und ſonſt in dieſes Fach einſchlagenden Ar⸗ tikeln in empfehlende Erinnerung. Friedberg den 18. November 1852. Conrad Diehl, auf dem Markt. Gutta⸗Percha⸗Firniß (1818) in Töpfen mit Gebrauchs⸗Anweiſung, à 18 kr. Mittelſt dieſem neuen, praktiſchen Mittel, welches das Leder vorzüglich conſervirt und geſchmeidig erhält, kann man alles Schuh⸗ werk gegen Näſſe und ſelbſt gegen den alles durchdringenden Schnee und Thau vollkommen waſſerdicht machen, empfiehlt. Friedberg. P. F. Schmittner. Zu Weihnachtsgeſchenken (1849) ſich paſſende Gegenſtände in ſchöner Auswahl empfehle einem geehrten hieſigen und auswärtigen Publikum. 8 Carl Bingmann, Metzgergaſſe. Zu der mie th enn. (1850) Im zweiten Stocke meines Hauſes iſt ein Logis zu vermiethen und kann bis im Januar bezogen werden. Philipp Zimmermann, F. Hanſtein, Glaſermeiſter. auf der Ludwigsſtraße. — 378— Filz ſchu he, (1880 mit Filz⸗ und Lederſohlen, in jeder Größe und zu auffallend billigen Preißen, bei M. Steitz, Putz⸗ und Modehandlung. Ein vollſtändiges Logis, (1852) gleicher Erde, auf der breiten Straße hat zu vermiethen Heinrich Formhals. Ein kleines Logis (1883) im zweiten Stock, welches ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Heinrich Formhals, Schuhmachermeiſter. Annonce. (18340 Die Ziehung der von der Herzogl. Braunſchweigiſchen Regierung garantirten Ca⸗ pitalien⸗Verlooſung findet am 16. und 17. Dezember ſtatt; ſie enthält Gewinne von fl. 87,500, 70,000, 65,000, 60,000, 55,000, 45,000, 40,000, 31,000, 17,500 ꝛc. ꝛc. bis ab⸗ wärts fl. 17½, in Allem 17,000 Treffer unter 28,500 Looſe. Es koſten ½ Looſe fl. 7.— ½ fl. 3. 30. ½ fl. 1. 45.— ½ 53 kr. und empfehle ich ſolche allen Freunden ſolider und vortheilhafter A— Pläne und jede Auskunft gratis. Heinrich Steffens, Kaufmann, Mainſtraße 10 in Frankfurt a. M. Verſtei gerung. 1855) Dienſtag den 30. d. Mts. und Mittwoch den 1. Dezember, jedesmal des Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, ſollen in der Behau⸗ ſung des verlebten Wirths J. C. Schneider zu Oſtheim, erbvertheilungshalber nachſtehende Ge⸗ genſtände einer freiwilligen Verſteigerung aus⸗ geſetzt werden, und zwar: den 30. November: ein braunes Wallachpferd, 10 Jahre alt, 7 Stück Kühe, 10„, Schaafe, 1 jähriger Eber und ein tragbares Mutter⸗ ſchwein, ein zweiſpänniger Wagen und ſonſtige Oeco⸗ miegeräthſchaften, ein vollſtändiges Brennereigeſchirr, 112 Maas haltend, Fäſſer von verſchiedener Größe. Den 1. Dezember: Korn, Waizen, Gerſte, Hafer, Erbſen, Wicken und Leinſamen, Heu, Stroh, 100 bis 150 Malter Kartoffeln, Kohlraben, Dickwurz und Weißrüben. Oſtheim den 24. November 1852. J. E. Schneiders Witw. (1850) Ein gebrauchtes l Gutta⸗Perchaſeil 23 ½ Pfund ſchwer, iſt billig auf dem Bauern⸗ heimer Bergwerke zu verkaufen. Anzeige. (1857) Um ſchnell aufzuräumen, gebe ich nachverzeichnete Waaren zu herabgeſetzten Preißen: Leichten Canaſter das Pfund zu 30 kr., Tor⸗ beck 20 kr., Gail 20 kr., leichter Portorico 24 kr., Fuchs 24 kr, Wilhelm Stein 28 kr. Friedberg. Jac. Faatz. Zu Herk au fein. (1858) Eine Partie reine Buchenholzaſche und einige gut erhaltene Weinfäſſer ſind zu verkaufen. Näheres bei der Expedition d. Bl. L Für Dreher. (1839) Braſilianer- und Büffel⸗Hornſpitzen, ſowie oſtindiſche Steinnüſſe find in großer Auswahl zu haben bei a 5 C. Schleuning, Ludwigsſtraße. Zu vermiethen. (1860) Ein Logis für eine ſtille Haushal⸗ tung, ſowie desgleichen eins für einen ledigen Herrn iſt zu vermiethen und kann ſogleich be⸗ zogen werden bei Friedrich Kautz, auf der breiten Straße. Wohnungs⸗Veraͤnderung. (1861) Hiermit zeige ich ergebenſt an, daß ich von Fauerbach nach Friedberg gezogen bin und bei Heinrich Klees wohne, nahe bei der Eiſenbahn. 8 Rudolph, Bezirksbote. Gewonnen. (1862) Nro. 24 hat die Flöte gewonnen. Anzeige. (1868) Junge Aepfel⸗, Birn⸗, Mirabellen⸗ Reincloden⸗ und Acacienbäume ſind gegen Zwetſchenbäume zum Verpflanzen bei Ziegler Wendel dahier zu haben. Eine Droſchke (186) mit Verdeck und eine Siegelpreſſe find in Gießen billig zu verkaufen. Anzeige. (1865) Ein vollſtändiges Logis in meinem Hinterbau kann alsbald bezogen werden; auf Verlangen wird eins gleicher Erde abgegeben. Ferner hat Unterzeichneter eine nußbaum polirte und eine mit Tannenholzfarbe angeſtrichene zwei⸗ ſchläfrige Bettlade, 2 einthürige Kleiderſchränke, 3 Stühle und 1 Tiſch, ganz neu, zu verkaufen. Friedberg. Wilhelm Stritzinger, Schreinermeiſter. Fahrpläne (1866) der Eiſenbahnen, Dampf⸗ ſchiffe ꝛc. nebſt einer Eiſenbahn⸗Routen⸗ karte, Weſtentaſchenformat, ſind vorräthig bei C. Bindernagel. Literariſche Anzeige. (1887) Bei Th. Niemeyer in Hamburg iſt erſchienen und bei C. Bindernagel in Friedberg zu haben: Der Zahnarzt fuͤr Jedermann. Die Geſunderhaltung der Zähne in den vielen Wechſelfällen des Lebens, praktiſch dargeſtellt von H. Berghoff, Ur. med. Namentlich ſorgſamen Müttern gewidmet, welche ihren Kindern die ſchönſte Zierde und unabweisbarſte Nothwendigkeit,„geſunde Zähne, e ins Leben mitgeben wollen. Preis 27 kr. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 28. Nobr. 1. Advent. 1 Pfarramtswoche: Hr. Stadtpfarrer Sell. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Zimmermann. Nachmittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: Hr. Candidat K. Köhler. Frankfurter Cours vom 24. Nov. 1852. Piſolen f. 9 42-43 ¼ Dei r„ 9 54-55 Holländiſche 10 fl. Stücke„9 51-52 Rand⸗Ducaten„5 37-38 20 Frankſtüczke„9 26-27 Engliſche Souverains. 1151 Preußiſche Thaler.„ 145 ½ 5 Frankenthaler Preußiſche Caſſenſcheine. Fruchtpreiſe. „22177 Gattung. Fried⸗ 10, Gerns⸗ berg Mainz] heim fl. kr.] fl. kr Waizen pr. Malter 940 930 Korn 77 8.— Gerſte„ 5 5 40 Hafer„ 31— Polizei- Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 27. Nov. bis zum 3. Dez. 0⁰ 8 0 88 — 5 Fried⸗ Butz⸗ 5 Brod⸗Preiſe⸗ berg. bach. * kr. pf. kr. pf. 11 Leib⸗Roggenbrod 3 23 26„ 7 51 34 5 4„ 11121110— ö Lth. Lth — Milchbrod 66145 15 ½ — Waſſerweck 145 ¼½ —Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 145 ¼[ 1/7¼ Fleiſch-Preiſe. pf 10 1J Ochſenfleiſch 121— 12— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 9— 9— „ Rindfleiſch, gemäſtetes 7 e 2 5 Kalbfleiſch 7— 18— 70„„ gemäſtetes„ „] Schweinenfleiſch 13— 13— „ Hammellleiſch 8— 81— „ Schaaflleiſch 61——— „ Wurſt v. blos Schweinen 15— 14— „ Bratwurſt 18— 17— „ Schwartenmagen 16— 16— „ Geräucherter Speck 23— 23— „Schinken 17— 117— „Dörrfleiſch 18— 17— „ Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen 21— 20— unausgelaſſen 20— 19— „Nierenfett 19— 18— „ Hammelsfett 164— 116 Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Bender. Krauß. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. „ ( 1 1 „ 1 44%%-4ͤ Z. Nov. Tg. No. TZ. Nod. betreffend die Waldunge Inu Ge Oktober 184“ in No. 57 de beſtimmt: d. 1 Mai, 20 10. Oktober, ſedemal auf außer nach Ho Holz vollſtä ſind folgend Leſeholznutz Fra! 12, 13, 14 ſtellen. Bur 7,Ä 8 und Mai Weſ Kell! Sch! Beſtin bezogenen unmittelbar elztage w ſchtänkunge die Angehe Lage und enden Don Die Jotſtehende ungsblattes berhaupt bekannt zu Ob.