ntelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda im Beſonderen. 66. Mittwoch den 26. Auguſt 1852. Gerz, hein Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, weiche von Montags Morgens an bis den Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen. Friedberg. Die Expedition des Intelligenzblattes. Die Leibeigene von Poberez. (Fortſetzung.) 2 Tate Es war heute das erſte Mal in ihrem Leben, daß berg und Butaß Anielka ſo weit von ihrer Heimath weggekommen war. am N. Aut. Sie betrachtete Alles, was ihrem Auge begeguete, mit ———— FGneugierigen Blicken, beſonders aber eine junge Dame, un⸗ Luß gefähr in dem gleichen Alter mit ihr und prächtig geklei— daß det und dann einen Jüngling von 18 Jahren, der allem 1 Anſchein nach eben von einem Ritte zurückgekehrt war, 3 30 denn er hielt eine Reitgerte in der Hand, während er an 313 1. den jungen Burſchen, die in einer Reihe vor ihm aufge— 2 ſtellt wurden, muſternd auf und nieder ging. Er wählte e., e zwei von ihnen aus, die alsbald nach den Ställen abge⸗ 15 15 führt wurden. 1„Und ich wähle dieſes junge Mädchen,“ ſagte Konſtanze en 1% 15 Roszynsky, indem ſie auf Anielka deutete.„Sie iſt die hübſcheſte von allen. Ich mag keine häßlichen Geſichter um mich ſehen.“ . Ftied⸗ ſe. berg. kt. pf. f. 10 12 Als Konſtanze in den Saal zurückkehrte, gab ſie .* 9. Befehl, Anielka nach ihren Gemächern zu ſchaffen und ſie ** der Obhut der Mademoiſelle Dufour zu übergeben, einer 1 Franzöſin, welche erſt kürzlich aus dem Laden der erſten 50] Putzmacherin in Odeſſa angelangt war. Das arme Mäd⸗ 9775 chen! als man ſie von ihrer Adoptiv⸗Mutter trennte und dem Schloſſe zurückführte, riß ſie ſich mit einem Schrei der Verzweiflung los und ſchloß ihre alte Beſchützerin feſt, feſt in die Arme! Man ſtieß ſie mit Gewalt auseinander „ 2 2/und der Graf Roszynsky fragte ruhig:„Iſt es die Toch⸗ 16— 11 ter oder die Enkelin der Alten?“ —— ptinen 5 14 16 70„Weder das eine noch das andere, gnädigſter Herr— 50-nur ein angenommenes Kind.“ 8 0 7 20— 10 AUAber wer will das alte Weib heimführen, da ſie 16.— 1 blind iſt?⸗ 1 164— 46%„Ich, gnädiger Herr,“ erwiderte einer von ſeinen deſſichen dime Dienern, indem er ſich bis zum Boden verneigte,»ich 2 will ſie neben meinem Pferde herlaufen laſſen, und wenn ſie in ihrer Hütte iſt, wird ihr alter Mann ſich ihrer an— nehmen— ſie müſſen jetzt eben gegenſeitig für einander ſorgen.“ Mit dieſen Worten entfernte er ſich mit den übrigen Bauern und Dienern. Das arme alte Weib aber mußte von zwei Männern weiter geſchleppt werden, denn mitten in ihrem Schreien und Schluchzen war ſie faſt leblos zu Boden geſunken. Und Anielka? Sie ließen ihr nicht Zeit zum Weinen. Sie mußte nun alle Tage im Winkel eines Zimmers ſitzen und nähen. Man erwartete von ihr, daß ſie Alles gleich zum erſten Male recht mache, und geſchah dieß nicht, ſo mußte ſie hungern oder wurde grauſam abgeſtraft. Morgens und Abends mußte ſie der Mademoiſelle Dufour beim An- und Ausziehen der Gräfin behülflich ſein. Kon— ſtanze ſah zwar hochmüthig auf Alle herab, die unter ihr ſtanden, und verlangte ſklaviſchen Gehorſam, doch war ſie ziemlich freundlich gegen die arme Waiſe. Die eigentliche Qual dieſer begann erſt, wenn ſie das Zimmer ihrer jun⸗ gen Gebieterin verlaſſen hatte und nun Mademoiſelle Du— four helfen ſollte. Ungeachtet ſie ſich hier beſtrebte, Alles ſo gut als möglich zu machen, ſo gelaug es ihr doch nie, die Franzöſin zu befriedigen oder etwas Anderes, als harte Verweiſe von ihr zu erlangen. Auf dieſe Weiſe verſtrichen zwei Monate. Eines Tages ging Mademoiſelle Dufour ſehr früh zur Beichte; da ergriff Anielka eine heftige Sehnſucht, wieder einmal in Frieden und Freiheit den ſchönen blauen Himmel und die grünen Bäume zu betrachten, wie ſie ehedem gethan, wenn die erſten Strahlen der aufgehenden Sonne zu den Fenſtern der kleinen Waldhütte hereinſtröm— ten. Sie eilte in den Garten. Enzückt über den Anblick ſo vieler ſchöͤner Blumen wandelte ſie weiter und weiter auf den weichen, ſich ſchlängelnden Pfaden, bis ſie endlich in den Wald gelangte. So gar lang war ſie fern von ihren lieben Bäumen geweſen; jetzt pilgerte ſie dahin, wo ſie am dickſten ſtanden. Hier ſchaut ſie ſich kühn um. Sie gewahrt Niemand! Sie iſt allein! Etwas weiter weg ſtößt ſie auf ein Bächlein, das durch den Wald rieſelt. Hier erinnert ſie ſich, daß ſie heute noch nicht gebetet. Sie kniet nieder, faltet die Hände und richtet die Blicke zum Himmel empor, und beginnt nun mit ſanfter Stimme die Hymne an die Jungfrau zu ſingen. Nach und nach ſang ſie lauter und mit größerer In⸗ brunſt. Ihre Bruſt hob ſich vor innerer Bewegung, ihre Augen leuchteten in ungewöhnlichem Glanze; als aber die Hymne zu Ende war, ließ ſie den Kopf ſinken, Thränen rollten uͤber ihre Wangen und endlich ſchluchzte ſie über laut. Sie würde wohl noch lange ſo fortgemacht haben, wenn nicht Jemand, der unvermerkt hinter ſie getreten war, ihr zugerufen hätte“:„Weine nicht mein armes Mädchen, es iſt beſſer du ſingſt, als du weineſt.“ Der Fremdling hob ihr den Kopf in die Höhe, trocknete ihre Augen mit ſeinem Taſchentuch und küßte ſie auf die Stirne. Es war des Grafen Sohn, Leon! „Du mußt nicht ſo weinen,“ fuhr er fortz„ſei ru⸗ hig, und wenn die Krämer kommen, ſo kaufe ich Dir ein hübſches Tuch.“ Bei dieſen Worten gab er ihr einen Ru— bel und ging weiter. Anielka barg das Geldſtück in ihrem Mieder und eilte raſch nach dem Schloſſe zurück. Zum Glück war Mademoiſelle Dufour noch nicht heimgekehrt. Anielka ſetzte ſich in die gewohnte Ecke. Sie nahm gar oft den Rubel heraus und ſah ihn zärtlich an; dann ſchickte ſie ſich an, eine kleine Börſe zu fertigen, welche ſie an ein Band befeſtigt, und um den Nacken hing. Es fiel ihr nicht ein den Rubel auszugeben; es würde ſie im Gegentheile tief geſchmerzt haben, wenn ſie ſich, von jenem Geſchenke hätte trennen müſſen, welches ihr die einzige Perſon im ganzen Hauſe, die ſie freundlich anſah, gegeben hatte. Von dieſer Zeit an blieb Anielka ſtets im Zimmer ihrer jungen Gebieterin; ſie ward beſſer gekleidet und Ma⸗ demoiſelle Dufour hörte auf, ſie zu quälen. Wem hatte ſie dieſen plötzlichen Wechſel zu verdanken? Vielleicht einer Vorſtellung Leons? Konſtanze ließ Anielka neben ſich ſitzen, wenn ſie ſelbſt Unterricht bei ihren Muſikmeiſtern erhielt, ging ſie aber nach dem Geſellſchaftsſaale, ſo ward jene in ihren Gemächern allein gelaſſen. In Folge dieſer freund⸗ licheren Behandlung verlor Anielka allmählig ihre Schüch—⸗ ternheit; und wenn ihre junge Gebieterin am Stickrah— men ſaß und ihr zu ſingen befahl, ſo that ſie dieß kühn und mit feſter Stimme. Noch eine größere Gunſt wartete ihrer. In ihren Freiſtunden lehrte Konſtanze ſie polniſch leſen; und da Mademoiſelle Dufour es für politiſch hielt, dem Beiſpiel ihrer Gebieterin zu folgen, ſo begann ſie ihrerſeits ſie auch franzoͤſiſch zu lehren. Indeſſen begann eine neue Art Folter für Anielka. Sie hatte jene zwei Sprachen mit leichter Mühe gelernt und nun ergriff ſie eine unwiderſtehliche Leſewuth. Bucher hatten für ſie den Reiz des verbotenen Apfels, denn ſie konnte nur verſtohlen bei Nacht leſen oder wenn ihre Her— rin auf Beſuch in die Nachbarſchaft ging. Aber die Freundlichkeit, die man ihr ſeither bewieſen, begann wieder Etwas nachzulaſſen. Leon hatte in Beglei⸗ tung ſeines alten Hofmeiſters und eines Buſenfreundes, der ebenſo jung, ſo fröhlich und ſo gedankenlos wie er ſelbſt war, eine große Reiſe angetreten. So vergingen zwei Jahre, während welcher Leon abweſend war. Als er zurückkehrte, zählte Anielka ſieb— zehn Jahre und war groß und ſchön geworden. Niemand, der ſie ſo lange Zeit nicht geſehen, würde ſie wieder er— kannt haben. So erging es auch Leon. Es war nicht 268 denkbar, daß er in dem Strudel unaufhörlicher Vergnü⸗ gungen ſich des armen Bauernmädchens hätte exinnem ſollen; er aber war in Anielka's Gedächtniß geblieben, ſie ſah zu ihm empor als einem höheren Weſen, als ihrem Wohlthäter, als dem Einzigen, der freundlich mit ihr ge. ſprochen, als ſie arm, verachtet und verlaſſen war! Wenn ihr in einem franzöſiſchen Romane ein junger zwanzigjäh⸗ riger Mann von edlem Charakter und ſchönem Außerenf Die Erinnerung an den, aufſtieß, ſo hieß ſie ihn Leon. Kuß, den er ihr gegeben, jagte ſtets eine flammende Röthe auf ihre Wangen, entlockte ihr einen tiefen Seufzer. Eines Tages trat Leon in das Zimmer ſeiner Schwe— ſter. beit. den. Anielka war da und ſaß in einer Ecke an der Ar- Mit Leon ſelbſt war eine große Veränderung vor e 1847 ſich gegangen, aus einem Knaben war ein Mann gewor⸗ ci b „Du wirſt wohl ſchon gehört haben, Konſtanze f 77 ſprach er,„was für ein guter Junge ich bin, und mit welcher Gefuͤgigkeit ich mich dem Ehejoche, das der Graf und die Gräfin für mich ausgeſucht haben, zu unterwerfen gewilligt bin?— Dabei begann er zu pfeifen und einige Schritte Mazurka zu tanzen. „Vielleicht erhältſt Du einen Korb,“ gab Konſtanze kalt zur Antwort. „Einen Korb? O nein! der alte Fürſt hat bereits ſeine Einwilligung gegeben, und was ſeine Tochter be— trifft, ſo iſt ſie zum Raſendwerden in mich verliebt. Sieh nur einmal dieſen Schnurrbart an, gibt es etwas Unwi—“ derſtehlicheres auf dieſer Welt?“— er ſah in den Spie— gel und drehte den Bart zwiſchen den Fingern; dann fuhr er in einem ernſteren Tone fort:„Aufrichtig geſtanden, ich erwidere ihre Liebe nicht ſehr. Meine Zukünftige iſt durchaus nicht nach meinem Geſchmack. Sie zählt faſt dreißig Jahre, und iſt ſo mager, daß ich, ſo oft ich ſie anſehe, unwillkürlich an die anatomiſchen Figuren meines alten Hofmeiſters denken muß. Aber Dank ihrem Pariſer Schneider, macht ſie eine ziemlich erträgliche Figur und ſieht in einem Kaſchemir nicht übel aus. Du weißt, ich lege das Hauptgewicht darauf, daß das Weib eine impo⸗ nirende Haltung habe, und kümmere mich nichts um Liebe. Ich finde, daß es von keinem guten Ton zeugt, wenn man ſich liebt, daß die Liebe überhaupt nur in der aufgeregten Einbildungskraft der Dichter lebt.“ „Du irrſt, es gibt in der That hie und da Leute, die ſich lieben,“ erwiderte die Schweſter. „Hie und da?“ wiederholte Anielka unhörbar. Die— ſes Geſpräch hatte ſie ſchmerzlich berührt, ſie wußte nicht ſnlsgehende gl at Wor ſllchkeitserwer 18500223790 166450395497 9743100507 aden, dagte er (bewegen vern bkanntmad b Rn Edict 319) In Jeg Aung über das ah deen Ehefrau it gls unbekann warum. Ihr Herz ſchlug heftig, ihr Antlitz glühte, ſe an ſah lieblicher als je aus. (Fortſetzung folgt.) Friedberg den 28. Auguft. Einer der Koryphäen der Kunſt— und zwar einer derjenigen Künſte, in welchen große Meiſter am ſeltenſten gefunden werden, nämlich der Gedächtnißkunſt— befindet ſich auf ſeiner Durchreiſe nach Berlin gegenwärtig in Fried berg. Es iſt dieß der in ganz Deutſchland rühmlichſt be— kannte Hr. Hermann Kothe, welcher, nach Tauſenden von Zeitungsberichten, ſeit vielen Jahren in faſt allen vot⸗ nehmeren Städten Deutſchlands durch ſeine koloſſale Ge— dächtnißſtärke großes Aufſehen erregte. Er hat in derſelben bis jetzt ſeines Gleichen nicht gefunden, obgleich er, buch— ſtäblich, darnach ſucht; denn obgleich die Vorzüge des von ihm aufgeſtellten mnemoniſchen Syſtems vor allen früheren von der Kritik längſt anerkannt und Kothe's Gedächtniß- leiſtungen vielfach als„das Beſte“ bezeichnet worden ſind, In Ausschlusses vor gladen. gungen den W 6 rummetgr 1363) Das d Tußzenannten fis Tanks, wird I Bauernhe. Hann Gaſtha d. N., Milt sin 90 Me we in Of Genug; J zu dungen, Gaſhallets d. M., M. Morgen N chener Gin 0 0 Olarhe Mitwoch eſſen die neuere Mnemonik uberhaupt fähig iſt“, ſo for⸗ urt derſelbe dennoch, im Intereſſe dieſer ſeltenen Kunſt, in „ n geleſenſten offentlichen Blättern fortwährend Jeden, der ah an Gedächnißſtärke mit ihm meſſen zu können glaubt, einem Wettpreiſe von fünfhundert Thalern zu einem uiſentlichen Gedächtnißkampfe auf. Bis auf den heutigen ag hat aber noch kein Mnemoniker mit ihm in die Schran— u zu treten gewagt. Wenige Andeutungen werden genü⸗ dagn, um von der Leiſtungsfähigkeit dieſes ſogenannten„Ge— chtnißrieſen“ deſſen Portrait nebſt pſychologiſcher Cha⸗ cterſchilderung man in der Leipziger Illuſtrirten Zeitung, wie in den„Phrenologiſchen Büdern“ von Scheve fin⸗ dt— einen ungefähren Begriff zu geben.„Hermann othe“— heißt es in der Kölniſchen Zeitung vom 30. De⸗ nber 1847—„zeigte geſtern hier in Köln den Nutzen „Ir Gedächtnißkunſt für das praktiſche Leben in wahrhaft atanter Weiſe. Vierundfünfzig Infanteriſten ließ ſich auf dem Caſernenhofe, in Gegenwart vieler Offiziere, zeln mit Namen nennen, und nachdem ſie ſich darauf, ſue daß er es geſehen, wild und bunt durcheinander ge— ut, rief der Gedächtnißkünſtler jedem Einzelnen jchtig ſeinen Namen vom Geſicht! Das Münche⸗ r„Tageblatt“ berichtet unter'm 2. April 1849 aus Mün⸗ en:„Hermann Kothe's Vortrag im großen Odeon— ale vor nahe an zweitauſend Herren und Damen er— gte allgemeines Erſtaunen, ſowohl durch die Leichtigkeit ud Sicherheit, womit er wahre Armeen der ſchwierig— in Gedächtnißaufgaben beſiegte, als auch durch die Ge— alt und die Eleganz der Rede. Der dem Künſtler hrausgehende glänzende Ruf bewährte ſich auf's voll⸗ Immenſte. Worte z. B., wie Affengeſichtsverdrehungsge— hicklichkeitserwerbungsſtudienplanloſigkeitsrath, Zahlen, wie 7835902237902645933423952693002978843592111435 fü — Furſt hat bereit eme Tochter b. nich derliebt. Sil tees etwas Unw, T ſah in den Spf⸗ — 269— Applaus zur Folge, der nicht aufhören zu wollen ſchien u. ſ. w. Auch in Friedberg haben wir dieſe an's Fabel⸗ hafte grenzende Gedaͤchtnißkraft des Herrn Kotche in einem neulichen Vortrage deſſelben im Gerlach'ſchen Saale zu be⸗ wundern Gelegenheit gehabt, und derſelbe ſoll, da er ſeine Vorträge in größeren Städten und namentlich in Berlin Danzig, Königsberg u. ſ. w. erſt im nächſten Monate be⸗ ginnen wird, nicht abgeneigt ſein, für den Fall genügender Theilnahme hierſelbſt zu einem wohlthätigen Zwecke noch einige fernere Vorträge zu eröffneu. Beſonders aber glau⸗ ben wir darauf aufmerkſam machen zu müſſen, daß Herr K. ſeine für das Poſitive aller Wiſſenſchaften und für alle Lebeneverhältniſſe ſo überaus wichtige Kunſt auch als Schriftſteller der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen ſucht. Seine Schriften,„Lehrbuch der Mnemonik,,„Leit⸗ faden der Mnemonik,“„Anwendung der Mnemonik auf die Geographie“ u. ſ. w. befinden ſich in den Händen Tau⸗ ſender, und es gereicht uns zu großem Vergnügen, anzeigen zu können, daß die Bindernagel'ſche Buchhandlung hierſelbſt den Verlag einiger neueren Schriften Kothe's übernom⸗ men hat, wodurch der Wiſſenſchaft jedenfalls eine nicht un⸗ weſentliche Bereicherung und dem Sprachunterricht ein be⸗ deutendes Förderungsmittel geboten werden wird. Es ſind dieß nämlich eine„Mnemontk der griechiſchen und lateini— ſchen Sprache und eine„Mnemonik der Bibel; jene eine Anleitung für angehende Schuler im Griechiſchen und La⸗ teiniſchen, ſich die nothwendigſten Vocabeln und Wurzelwörter dieſer Sprachen in wenigen Tagen feſt einzuprägen— letztere eine Auweiſung für Religionslehrer und Bibelfreunde, wie ſie ſich den ganzen Inhalt der Bibel mit genauer An⸗ gabe von Buch, Capitel und Vers durch ein- oder zwei⸗ maliges Durchleſen der genannten mnemoniſchen Schrift für lebenslang zu eigen machen können. dank ihrem Parise Tägliche Figur un us. Du weißt, it 8 Weib eine impte ich nichts um Lieb! on zeugt, wenn maß in der aufgeregta bewegen vermochte. 2766450395497843647613660814810271733158772024 228 9713100567347, die ihm nur einmal vorgeſagt urden, ſagte er ſo ſchnell wieder her, wie er ſeine Zunge Jede ſeiner Leiſtungen hatte einen mern geben. Ein Ausführlicheres über die Mnemonik überhaupt und das Kothe'ſche Syſtem und deſſen pädagogiſche Bedeu⸗ tung insbeſondere werden wir in einer der nächſten Num⸗ ekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NUN NN NYNνDNNNRNN Edietalladung⸗ 1 1 1 bie und da Leut(4319) In Folge hofgerichtlicher Concurs⸗ * 1 la unhörbar. Di ert, ſie wußte nich erg den 23. Auguft. — und zoar eint kennung über das Vermögen des Georg Graf ud deſſen Ehefrau in Villingen werden bekannte ſwohl als unbekannte Gläubiger derſelben zur Lumeldung und Begründung ihrer Forderungen untlitz glühte, f in Termin den 8. September J. J., Morgens uhr, unter dem Rechtsnachtheile ſtillſchweigen⸗ un Ausſchluſſes von der Concursmaſſe hierher prgeladen. Hungen den 25. Juli 1852. f b Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Grummetgras⸗Verſteigerung. Veiter am ſeltenſtg(1363) Das diesjährige Grummetgras von mißkunſt— befine cgenwärtig in Fri and rühmlichſt be an, nach Tausende in faſt allen vor eine koloſſale* Er hat in derb „ebgleich er, lut⸗ e Vorzüge des an vor allen früh he's Gedächmm acnet wolden ſub lAchgenannten fiscaliſchen Wieſen des hieſigen kenkamtes, wird folgendermaßen verſteigert: 1) zu Bauernheim, in der Behauſung des Herrn Gaſthalters Solz, Dienſtag den 24. d. M., Mittags 12 Uhr, von der unge⸗ fähr 300 Morgen haltenden ſog. Mark⸗ wieſe in Oſſenheimer und Bauernheimer Gemarkung; 2) zu Lindheim, in der Behauſung des Herrn Gaſthalters Bechtold, Dienſtag den 31. d. M., Mittags 12 Uhr, von ungefähr 50 Morgen Wieſen in Lindheimer und Hain ⸗ chener Gemarkung; 3) zu Okarben, an dem Mineralbrunnen, Mittwoch den 1. September, Vormittags 11 Uhr, von der ungefähr 50 Morgen haltenden ſog. Burgwaldwieſe in der Okar⸗ ber Gemarkung. Friedberg den 18. Auguſt 1852. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Kornſtrohlieferung. (1332) Samſtag den 28. d. Ms, Vormit⸗ tags um 10 Uhr, wird die Lieferung von 6⁵0 Gebund Kornſtroh in die Betten der ledig ca⸗ ſernirten Mannſchaft dahier in dem Büreau des Bataillonsverwaltungsraths auf dem Sou⸗ miſſionsweg an den Wenigſtnehmenden in Ac⸗ cord gegeben und die Lieferungsbedingungen können von heute an in obengenanntem Büreau eingeſehen werden. Die Eröffnung der Soumiſ⸗ ſionen wird nach Ablauf oben erwähnten Ter⸗ mins ſogleich vorgenommen. Friedberg den 14. Auguſt 1852. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Pflaſterarbeit und Material⸗Lieferung. (1380) Donnerſtag den 26. Auguſt d. J. Nachmittags 2 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die bei Umlegung des Rinnenpflaſters vom Georg Krieger'ſchen bis an's Karl Waßmuth ſche Wohn⸗ haus erforderliche Pflaſterarbeit, vervoranſchlagt zu 52 fl., ſodann die Lieferung von 0,3 Cubik⸗ klafter Pflaſterſteinen und 40 Cubikklafter Pfla⸗ ſterkies, öffentlich an den Wenigſtfordernden in Accord gegeben. 5 Friedberg dend 23. Auguſt 1852.„ Der N Heſſ. Bürgermeiſter en der. Schaafpferche⸗ Verpachtung. (1381) Freitag den 27. Auguſt l. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 5 bis 10 Schaafpferche, welche den 31. d. M. ihren Anfang nehmen, öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 23. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter nee Güterverpachtung. (4382) Montag den 6. September d. J., Vormittags 9 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe verſchiedene, am 11. November d. A leihfällige ſtädtiſche Grundſtücke, wie ſolche in No. 57. und 59. des Intelligenz⸗Blattes ver⸗ zeichnet ſind und bei der am 3. d. M. abge⸗ haltenen Verpachtung nicht genehmigt wurden, nochmals auf weitere ſechs Jahre öffentlich meiſt⸗ bietend verpachtet. Friedberg den 23. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung, betreffend: die Stadt Alzeyer⸗Obligationen dritter Serie. (1383) Die bei Ausgebung der rubricirten Obligationen dieſelben beigeſchloſſen geweſenen Jins⸗Coupons ſind mit dem Schluſſe des Jahres 1851 vergriffen worden. Es iſt nunmehr die Fertigung weiterer zehn⸗ jähriger Zins⸗Coupons— von 1852 bis inel. 1861— bethätigt und dieſelben an das Hand⸗ lungshaus J. Lindheimer in Frankfurt a. M. (früher S. Lindheimer in Friedberg) zur Ver⸗ theilung an die Obligations⸗Inhaber abgegeben worden. a Ich bringe dieſes hiermit zur Kenntniß der Inhaber fraglicher Obligationen mit dem An⸗ fügen, daß die entſprechenden Zins⸗Coupons bei dem gedachten Handlungshauſe, gegen Vorzei⸗ gung der Obligationen, in Empfang genommen werden können. Alzey den 16. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter H. G. Seubert. Bekanntmachung. (1384) Aus Veranlaſſung des Mittwoch den 1. September d. J. zu Gleſſen ſtattfinden⸗ den Marktes ſoll an dieſem Tage Beförderung von Perſonen und Gepäck mittelſt nachſtehenden Extrazuges von Friedberg nach Gieſſen erfolgen: Abfahrt in Friedberg, Morgens 6 Uhr, 5 „„Nauheim,„ 6 11 Minuten „„ Butzbach,„ 6„, 32„ „„ Langgöns,„% e 5 Ankunft„ Gießen, 1 eee e Der Transport von Vieh kann mit dieſem Zuge nur geſchehen, wenn ſolches am vorher⸗ gehenden Tage angemeldet worden iſt. Friedberg den 20. Auguſt 1852. Der Gr. Bahnhofs⸗Inſpector Hochgeſand. Oeffentliche Aufforderung. (1385) Etwaige noch unbekannte Forderun⸗ gen jeder Art an den Nachlaß der verlebten Katharine Fadem zu Obermörlen, welche län⸗ gere Zeit in Nauheim als Magd diente, ſind binnen 14 Tagen bei dem Unterzeichneten an⸗ zumelden, als ſonſten der Nachlaß an die Erben vertheilt wird. Obermörlen den 20. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter König. Holzverſteigerung. (1386) Künftigen Montag, als den 30. d. „von Morgens 9 Uhr an, werden in dem Engelthaler Wald, Diſtrikt Eichelzipfen, nach⸗ ſtehende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend gegen baare Zahlung verſteigerts: 27 Stecken Eichen-Schälholz II. Claſſe, 63„ desgl. III. Claſſe. 2„ Birken⸗Prügelholz, 2682 Stück Eichen ⸗ Wellen und 1300„ Buchen⸗Wellen. Engelthal den 21. Auguſt 1852. Der Gräflich Solms⸗Laubach'ſche Rentmeiſter Gru p p é. J 7%% Gulden (1387) liegen in der katholiſchen Kirchenkaſſe Hebei hypothekariſche Sicherheit zum Ausleihen ereit. Holzhauſen den 17. Auguſt 1852. Weisbrod, Kirchenrechner. Grummetgras-Verſteigerung. (1388) Freitag den 3. September l. J., von Morgens 10 Uhr an, ſoll das der hieſigen Gemeinde gehörende Grummetgras in der Be⸗ hauſung des Gemeinderechners Wagner dahier öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Florſtadt den 23. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Appel. Gras-Verſteigerung. (1389) Freitag den 27. d. M., von Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, ſoll das Grummet⸗ gras von circa 180 Normalmorgen Gemeinde⸗ wieſen öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Bönſtadt den 18. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſterei⸗Viear Geibel. — 270— Grummetgras-Verſteigerung. 1390) Montag den 30. Auguſt d. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll das diesjährige Grum⸗ metgras, circa 60 Morgen, meiſtbiekend ver⸗ ſteigert werden. Steinfurth am 21. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Thönges. Grasverſteigerung. (1391) Samſtag den 28. Auguſt d. J., Nachmittags 2 Ahr, ſoll das Gemeinde-Grum⸗ metgras in Abtheilungen in der Behauſung des Gaſtwirths Krick dahier, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Oſſenheim den 21. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ko pp. Gras-Verſteigerung. (1392) Samſtag den 28. Auguſt d. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll das der hieſigen Ge⸗ meinde gehörende Grummetgras, in der Be⸗ hauſung des Gaſtwirths Höres hierſelbſt, öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden. Bauernheim den 21. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Buürgermeiſter Wale. Grummetgras⸗-Verſteigerung. (1393) Freitag den 27. Auguſt l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll das Grummetgras von circa 3 Morgen Gemeinde- und circa 4 bis 5 Morgen Pfarreiwieſen von der zweiten Pfarrei Oberrosbach, auf dem Rathhauſe daſelbſt öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Oberrosbach den 20. Auguſt 1852. Der Großh. Heſſ. Bügermeiſter Bfiich Grasverſteigerung. (1394) Donnerſtag den 26. d. M., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe das Gras von der Pfingſtwalde, Bleiche, Kreuz⸗ placken, circa 50 Morgen haltend, einſchürig, an die Meiſtbietenden in einzelnen Abtheilungen verſteigert werden, was hiermit öffentlich be⸗ kannt gemacht wird. Niederwöllſtadt den 19. Auguſt 1852. Der 2 o ſt. Grummetgras-⸗Verſteigerung. (1395) Von nachbenannten Freiherrlich von Löw'ſchen Wieſen ſoll das diesjährige Grum⸗ metgras in Abtheilungen meiſtbietend verſteigert werden, und zwar: I. zu Niedermockſtadt von 20 Morgen, Mittwoch den 1. September d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Schöhl daſelbſt; II. zu Bauernheim von 9 Morgen, Donnerſtag den 2. September d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Höres daſelbſt; III. zu Florſtadt von 90 Morgen, Freitag den 3. September d. J., Nachmittags 1 Uhr, in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Wagner daſelbſt. Florſtadt, den 23. Auguſt 1852. Der Freiherrl. von Löw'ſche Rentmeiſter Müller. N ⏑ N Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zum Vermiethen. (1372) Der zweite und dritte Stock meines Hauſes iſt zu vermiethen und kann bis zum 1. November d. J. bezogen werden. Friedberg den 25. Auguſt 1852. G. Kettinger. Zu Veri tet hie u, (1356) Der obere Stock meines Hauſet zu vermiethen und kann bis Anfang Nove d. J. bezogen werden. 5 Ernſt Philippi, Gerler 1378) Aſeſchete Havanna⸗ und Hambur⸗ ger Eigarren bei g H. M. Hirſchſprung a Kirchgaſſe. a Ein Clavier mit 6 Oetaven, f d (1374) welches ſich in einem guten Zuſtan befindet, hat zu verkaufen 5 Philipp Schäfer in Vilbel Praktiſcher Zahnkitt (13960) in Etuis à 30 kr., mittelſt welt 67. man jeden ſchadhaften hohlen Zahn leicht 10 9 dauerhaft auskitten und gleich andern geſun Zähnen vollkommen tauglich wieder W kann, bei a Friedberg. P. F. Schmittner⸗ Die 4 Zum Vermiethen. (1397) Ein Logis, welches bis zum 1. Ak tober bezogen werden kann, hat zu vermieten „Vielleicht. (1398) Unterzeichneter beehrt ſich hier einem geehrten hieſigen und auswärtigen Pu geln zu ihr kum anzuzeigen, daß er ſein neues Wohn han bezogen hat und empfiehlt ſowohl ſeine Meßzgchel als Wirthſchaft mit dem Bemerken, daß ger ſeine geehrten Abnehmer auf das prompteſte mniglings trafe reellſte bedienen wird. hahlig in ih Friedberg. Wilhelm Krauch, 1, m wohnhaft in der Uſagaßß 1 208 900 0 1 Eine tüchtige Magd, een wieder (1399) die kochen kann und das Hausmiſe gach der lle verſteht, wird geſucht. Zu erfragen bei ei Sie nah Expedition dieſes Blattes. cg. Sc 11 „Schau!“ e e Jug, wie ſtol (1400) Unterzeichnete, welche zum erſtenmg flächen, Du ſtillt, ſucht als Schenkamme einen ihr angeme eee, ſenen pg i 1 Jun eines gal Charlotte Dauch aus Staden„Ich hoffe alte Gräfin, f i Dieſe Aus Literariſche Anzeige. 1 Jenn, daß fcte daß Gels (1361) Bei C. Bindernagel in Frie berg iſt ſoeben erſchienen: Ante, welche ſ Al p h abet ben hatten, zum A ſe jedoch s Buchſtabir- und Leſeunterrielſſille ſe endlich in Schulen. ch nicht ehr Enthält ein Sortiment von 101, fünf 3 ahnen im Ga hohen, Abbildungen aller Buchſtaben, Jie. Das ſſt und Zeichen. Au, ich ſoll m ecnerz erkann Zweite vermehrte Auflage. Preis 48 kt. n ich einmal 0 ſonſt n ie eine heilig Achtzehn(aber 10 f Wandleſe⸗Tafeln at e von„ c bi J. 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