b 2 a x e g und Butzbach B. Oktober. un Hled⸗ Buß⸗ berg. bag. k. MI k. A 66135731 Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen 5 im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda im Beſonderen. Mittwoch den 20. Oktober 1852. Regierungsblatt⸗Auszüge. 8 No. 50. enthält: 1) Geſetz vom 1. Oktober, welches nach Ueber⸗ einkunft mit den Ständen, die Prorogation des Finanzgeſetzes vom 7. Oc⸗ zober 1845 auf das vierte Quartal des Jahres 1852 verfügt.— 2) Be- kanntmachung Gr. Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern vom 24. Sept., wornach der Supplementar-⸗Artikel XX. zu der Rheinſchiff⸗ fahrts⸗Convention vom 31. März 1831„die durch den 59. Artikel der — Convention vom 31. März 1831 feſtgeſetzte Ausnahme vom Lootſen⸗ zwange wird auf Segelſchiffe jeder Ladungsfähigkeit ausgedehnt, welche unter ſechshundert Centner Ladung enthalten“— welcher bisher ſchon proviſoriſch galt, vom 8. October an definitiv in Wirkſamkeit tritt.— 3) Urtheils⸗Auszug. In Unterſuchungsſachen gegen den penſ. Phyſicats⸗ arzt Dr. Borck und den Buchdrucker Karl Schild aus Gießen wegen Preßvergehens ſind die beiden Angeklagten wegen der Herausgabe und Verbreitung des ſog. Volkskalenders pro 1851 und der ſich dadurch schuldig gemachten Zuwiderhandlung gegen die Beſtimmung in Art. 2 und 6 der Verordnung vom 4. Okt. 1850 beziehungsweiſe des Art. 74 des Strafgeſetzbuches, und zwar 1) Dr. Borck in eine auf der Feſtung zu verbüßende Correctionshausſtrafe von vier Monaten, 2) Buchdrucker Karl Schild in eine Gefängnißſtrafe von zwei und einem halben Monat verurtheilt, beide Strafen auch nunmehr vollziehbar geworden resp, voll- zogen worden. Zugleich wurde verfügt, daß die vorgefundenen Exem⸗ plare des genannten Volkskalenders, ſoweit ſie nicht in den Privatbeſitz Dritter gelangten, zu vernichten ſeien.— 4) Ordensverleihungen: am 12. Mai dem Phyſicatswundarzt Schäfer zu Aſſenheim das ſilberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen; am 10, Auguſt dem Bürgermeiſter Johann Georg Klehm zu Heegheim das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:„Für Verdienſte“; aut. 24. Auguſt dem Oberhofveterinärarzt Britſch das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen; am 25. Auguſt: 1) dem Oberappellations- und Caſſationsgerichtsbofs⸗Director Geheimen Rath Ludwig das Comman⸗ deurkreuz J. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen: 2) das Ritterkreuz J. Klaſſe des Ludewigsordens: a, dem Director des Adminiſtrativ⸗Juſtiz- und Lehnhofes Goldmann, b. dem Oberſteuerdirector Gorz, c. dem Hofgerichtsdirector Klipſtein und d. dem Hofgerichtsdirector v. Helmolt zu Gießen; e. dem Oberappellations⸗ und Caſſationsgerichts⸗ rath Hahn; 3) das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Groß⸗ müthigen: a. dem Oberappellationsgerichtsrath Müller, b. dem Mini⸗ ſterialrath Franck, o. dem Miniſterialratyh Wernher, d. dem Miniſterial⸗ rath Creve, e. dem Kreisgerichtspräſidenten Lebert zu Mainz, f. dem Staatsprocurator Millet zu Alzey, g. dem Regierungsrath Dr. Came⸗ ſasca zu Bensheim; 4) dem Landiägermeiſter a. Di Frhrn. v. Gall zu Darmſtadt das Großkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmü⸗ thigen. Den Oberſten Schulz, Commandcur der Gendarmerie, und Schmidt im Kriegsminiſterium das Commandeurkreuz 2. Claſſe des Ver⸗ dienſtordens Philipps des Großmüthigen; dem Hauptmann Müller von der Artillerie das Ritterkreuz dieſes Ordens m. Schw., dem Major a la suite Zulehner das Ritterkreuz 1. Claſſe des Ludewigordens.— Das pf. f 121—1 12 9— 19 7129817 8 1805 n 131 274(— f WU 116 605 — 16 118 18 75 21 400 — 297 ſilberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen mit Schwertern: 1) Gardecorporal Sachs von dor Garde⸗-Unterofficier⸗ Compagnie, 2) Wachtmeiſter Koch vom Garde⸗Regiment⸗Chevauxlegers, 3) Brigadier Benner von der Gendarmerie, 4) Oberwachtmeiſter Ganß vom Gr. Artilleriecorps, 5) Unteradjutant Sommerhof vom 1., 69 Ober⸗ feldwebel Hochſtätter vom 2., 7) Fahnenträger Pracht vom 3. 8) Hber⸗ feldwebel Kaufholz vom 4. Inf.⸗Reg.— 5) Vertheilung der Preisme— daillen in dem philologiſchen Seminar zu Gießen am Schluſſe des Sommerſemeſters 1852: dem stud. theol. ev. et philol. Otto Zöckler aus Laubach der erſte, dem stud. philol. Wilhelm Schmidt aus Darm⸗ ſtadt der zweite, dem stud. philol. Jacob Schlenger aus Mommenheim der dritte Preis.— 6) Dienſtnachrichten: am 11. Sept. wurde der von dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorſtande zu Bürſtadt, auf die erſte Mädchen⸗Schullehrerſtelle daſelbſt präſentirte Schullehrer Groß zu Lindenfels für dieſe Stelle beſtätigt; dem Pfarrvicar Salzer zu Baben⸗ hauſen die evang. Pfarrſtelle zu Harxheim; am 17. dem Schulvicar Julius zu Aſtheim die 1. kath. Schulſtelle daſelbſt übertragen.— 7) Ver⸗ ſetzung in den Ruheſtand. Am 6. Sept. der Phyſicatswundarzt Köppel zu Wörrſtadt auf ſein Nachſuchen.— 8) Concurrenz für: die kathol. Pfarrſtelle zu Abenheim, Kr. Worms, mit jährlich 894 fl.; die evang. Pfarrſtelle zu Obergleen, Kr. Alsfeld, mit 543 fl. 32 kr.; die erſte evang. Schulſtelle zu Eppelsheim, Kr. Worms, mit 302 fl. 21 kr.; die evang. Schulſtelle zu Bodenrod, Kr. Friedberg, mit 227 fl. nebſt 30 fl. für Heizung des Schullocals.— 8) Geſtorben ſind; am 12. Sept. der evang. Pfarrer Simon zu Eberſtadt, Kr. Gießen; 19. der Calculator bei dem Kataſterbüreau, Bierbaum zu Darmſtadt; 25. der penſ. Regie⸗ rungsrath Stammler zu Gießen. Die Hellſeherin. Novellette. (Fortſetzung.) Die ehrſame Frau hatte ihr Lebenlang ein ſcharfes Auge auf Thun und Treiben ihres Eheherrn gehabt, und ſchon der bloße Gedanke, daß Julienne Nichts von André's Schritten und Handlungsweiſe wiſſe, erregte ihre Entrü— ſtung und ihr Mitleid! „Ich weiß es nicht, und habe mir niemals die Mühe genommen, es erfahren zu wollen,“ geſtand Julienne frei und unumwunden. „Jenun, ich muß ſagen, das iſt recht gutmüthig von Ihnen!“ verſetzte die Beſucherin beinahe im Tone verächt⸗ lichen Mitleids.„Sie ſollten aber bedenken, meine Gute, wie nothwendig es iſt, daß Mann und Frau gleichſam nur Eine Perſon ſind. Mich kränkt es zu erfahren, daß Andre Sie nicht klar in alle ſeine Handlungen hineinſehen läßt, — zumal in diejenigen, denen er eine ſo gewiſſenhafte Aufmerkſamkeit zuzuwenden ſcheint. Sie ſollten ihn nicht mehr ausgehen laſſen, meine Liebe, denn Sie wiſſen nicht, was geſchehen mag. Wo Rauch iſt, iſt auch Feuer. Wer weiß, was zwiſchen mir und meinem Margot geſchehen wäre, hätt' ich nicht immer die Augen offen gehabt. Ein Bischen Behutſamkeit hat uns unendlich viel Widerwärtig— keiten und Ungemach erſpart!“ Madame Margot bemerkte, daß Julienne beleidigt war und etwas erwidern wollte, deßhalb bot ſie jetzt mit der freundlichſten Verbeugung ihre Taſſe zum Auffüllen hin und gab dem Geſpräch eine andere Wendung, obwohl feſt entſchloſſen, die Wirkung — der angewandten Hetzereien und Winke, die ſie hatte fallen laſſen, nicht zu verderben. N Als Aubdre an dieſem Abend nach Hauſe kam, fragte ihn zu ſeiner Ueberraſchung Julienne nach dem Orte, wo er geweſen ſei und bat ihn, es ihr zu ſagen. Er erwi⸗ derte ihr ernſten Blickes, daß er es ihr nicht ſagen könne, und erſuchte ſie, nicht ferner einem Gegenſtande nachzu⸗ fragen, der ſie nicht im Entfernteſten beruͤhre und ſie nicht einmal überraſchen würde, wenn ſie Alles erführe. Wie gewöhnlich neckten ſich Beide wegen dieſes Geheimniſſes, und ließen dieſen Gegenſtand des Geſpräches fallen. Ma⸗ dame Margot war es zwar für dießmal nicht gelungen, die jungen Eheleute an einander zu hetzen; aber ſie hatte wenigſtens bei Fran Folitton das glühende Begehren an⸗ geregt, das Geheimniß zu ergründen. So gutmüthig Ju⸗ lienne auch war, konnte ſie doch ihre Natur nicht beſiegen und ihrer Neugier nicht Zwang anthun. i i Eines Tages überlas ſie flüchtig die Seiten einer Zeitung, welche André ſich hielt, als eine öffentliche An⸗ kündigung eigenthümlicher Art ihr in's Auge fiel. Die Ueberſchrift lautete:„Die Somnambüle,“ und die Anzeige ſelbſt meldete, daß Mademoiſelle Trompère, deren wunder⸗ bare Fähigkeiten und ausnehmender Scharfblick das größte Erſtaunen und Aufſehen erregt haben, noch immer fort⸗ fahre, an gewiſſen Tagen mesmeriſche Sitzungen zu geben. Julienne ſchlug nun das Papier um und las an⸗ dere Sachen, aber von Zeit zu Zeit kehrte ſie wieder zu jener Anzeige zurück, überlas ſie wieder, und legte endlich mit fröhlichem Lachen das Blatt nieder. Am Ende der Anzeige ward unverbrüchliche Verſchwiegenheit zugeſagt: das gefiel ihr ganz beſonders. Sie hatte ſchon gar merk⸗ würdige Geſchichten von Hellſeherinnen erzählen hören, war arglos, wenig mit der Welt bekannt und hielt es für einen trefflichen Witz, die Kraft von Mademoiſelle Trompere's Scharfblick zu erproben. Da ſie ſchon am nächſten Tage in Geſchaften nach Paris ging, beſchloß ſie, ihr Vorhaben ſogleich auszuführen; ſie freute ſich ſchon im Voraus, wenn ſie ſich die Ueberraſchung ihres Gatten vergegenwärtigte, falls ſie ihm in den nächſten Tagen zu erkennen gab, daß ſie um ſein Geheimniß wiſſe.— Mit funkelnden Augen und einem ſchlauen Lächeln auf den friſchen Lippen wanderte die junge Frau am fol⸗ genden Tage die lange enge Rue St. Nicolas in Paris entlang. Am Hauſe der Hellſeherin angelangt, fragte ſie beim Concierge nach Mademoiſelle Trompere. „Im vierten Stockwerke links!“ war die Antwort, und Julienne eilte die enge Treppe hinan. Auf der An— lände der vierten Treppe ſchellte ſie an der Klingel zur Linken, und erwartete mit ziemlicher Bangigkeit den Erfolg des Anläutens. Endlich ward die Thüre geöffnet, und heraus trat ein alter Mann von wahrhaft ehrwürdigem und imponirendem Aeußern. Dicke Locken eines langen Silberhaares fielen zu beiden Seiten einer hohen klaren Stirne nieder; das bleiche aber freundlich-ernſte und milde Geſicht hatte einen eigenthümlichen, faſt myſteribſen Zug. Hager und von mittlerer Größe, trug er einen dunkel— grünen Schlafrock, der ihn weit größer erſcheinen ließ, und die kleine Julienne wähnte, ihr Lebtage lang keinen ſo achtbaren Greis geſehen zu haben. Sein zerſtreutes Weſen und eine Brille mit großen Gläſern gaben ihm das Anſehen, als habe er ſich eben erſt von ſehr ernſten Stu— dien erhoben. Julienne bedauerte beinahe, ihn in dieſen Arbeiten geſtört zu haben, um ſo mehr als ja ihr eigenes Anliegen ein verhältnißmäßig ſo unbedeutendes und nichts— ſagendes war; mit bebender Stimme und einem abbitten— den Lächeln fragte ſie daher nach Mademoiſelle Trompere. „Ach ſo! Sie wollen zu ihr?“ rief der alte Herr, 332 „Und verheirathet?“ fuhr er mit einem Blick au den Ring an ihrem Finger fort;„vermuthlich aus der Familie Folitton in der Rue St. Lazare?“ „Nicht doch!“ verſetzte Julienne;„ich wohne zu St. Cloud, wo mein Mann Blumen- und Handelsgärtner iſt.“ „Ei freilich!“ ich kenne ihn: gar ein braver ge— ſchickter junger Mann!“ ſagt der alte Herr, und ehe ſie ſich's verſah, fand ſich Julienne mit ihm in ein recht freundliches und vertrauliches Geſpräch verwickelt. „Jiuulienne hätte zwar am liebſten ihr Abenteuer gar nicht unternommen oder es ſchon gerne zu Ende geführt geſehen, aber ſie fand ſich doch am nächſten Montage pünktlich wieder in Mademoiſelle Trompère's Wohnung ein, denn derartige Ausflüge nach Paris waren im Som⸗ mer etwas Gewöhnliches bei ihr, da man faſt immer et⸗ was aus den großen Magazinen der Hauptſtadt bedurfte; ihre Fahrt nach Paris erregte deßhalb daheim nicht das mindeſte Aufſehen.— Als ſie zum zweiten Male in Ma— demoiſelle Trompère's Wohnung die Klingel zog, ward ſie von einem kleinen Mädchen empfangen und in den Salon geführt. Bei'm Eintritt in denſelben ſah ſie den alten Herrn, den ſie ſchon einmal geſehen, an einem von Pa— pieren und Büchern bedeckten Tiſche ſchreiben. Ein ſchwarz— gekleidetes junges Frauenzimmer von vornehmem Aeuſſern, in deren Phyſiognomie ſich jedoch etwas Abſtoßendes, Schroffes ausſprach, ſaß am Fenſter, mit Filettſtricken be⸗ ſchäftigt; ſie erhob ſich und ging Julie entgegen. „Ah, Sie ſind Madame Folitton?“ hub ſie an „Mein Vater hat mir ihren Beſuch gemeldet. Ich war neulich ſehr beſchäftigt, als Sie da waren, aber nun ſtehe ich ganz zu Dienſten!“ Sie rüttelte den alten Herrn, welchen ſie Vater genannt hatte, an der Schulter, aber es dauerte lange, bis er die Augen von dem Manuſcripte aufſchlug, das ſeine Aufmerkſamkeit in ſo hohem Grade zu feſſeln ſchien. Langſam drehte er ſich um, ſchob die Brille uͤber die Stirne hinauf und rieb ſich die Augen, wie Einer, der aus einem langen Traume erwacht. „Er ſtudirt ſehr viel,“ ſagte, Mademoiſelle Trompeére gleichſam entſchuldigend zu Julienne;„er iſt immer in tiefes Sinnen verſenkt.— Sehen Sie, Papa, hier iſt Madame Folitton!“ „Ach ſo! ei das freut mich;“ entgegnete der Greis, trat halb lächelnd, halb ſeufzend der Beſucherin entgegen, und drückte ihr warm die Hand.„Madame Folitton will . u beſänne;„warten ſie nur gefälligſi hic ehahe 0 lichte das 9 — ö— —. — the leherel ien el, 75 die 6 : Gehel U des Abenteuer, 15 Entfernt lte, welche 1 genen. Sie ſagen ſollte, 1 iu den Preis ſlte entfernen muken zu erras ſage an die i wollen. iht von dem . Cloud gebe „I St. iumerischer Jeile Geduld junger Mann Schuurtbart, gloßen Garte ſohner, die i beiten fragen. Geſchafte nac Stube des E bier zieht er nerkſam. J Marie Col Julienn ind fragte, nuthe, die H. ſſcht leſen ke .„Es i haſt hingew Furcht iſt daß das uſcheint! K wahaben wi oheule Aber g lh „ nhaſtlu 5 und ſteckt d er ſeinen Medaillon. drauenzimn ind ſehr f t nur Ur U .* Wartet 2 N m;„m; wir 0 Monta abe güach 5 bein zu konnen in, die ſi hatte e in's W ontag al itten?“ nem Blick au 0 wohne zu St. delsgättner iſt⸗ ein braver ge⸗ ert, und ehe ſe m in ein recht erwickelt. r Abenteuer gu zu Ende gefühft chen Montag tes Wohnunz waten im Son⸗ n faſt immer er ptſtadt bedurfte; heim nicht das Male in Ma⸗ gel zog, ward ſe d in den Salon ſie den alten einem von Pa⸗ n. Ein ſchwarz⸗ thmem Aeuſſern, 8 Abſtoßendes, Filettſtricken bi⸗ gegen. 2% hub ſie al. eldet. Ich war „aber nun ſtehe en alten Herrn, Schulter, abe em Manuſcript. dobem Grade Ju ſchob die Brill gen, wie Einer, ch am aber de 0 f noͤchte beinahe wetten, Madame iſt nicht ſowohl darauf go ſicht in die Geheimniſſe der Natur zweifelt, die die Wiſſen⸗ aber, plotzlich zu, eine Todesbläſſe bedeckte ihr Geſicht und ſie 150 8 ſank wi rſnoch einige Minuten fort, trat dann leiſe hinter den Lehn⸗ ahl aus 0 dieſes Abenteuer gewiß niemals unternommen, wenn ſie nur im Entfernteſten die myſteriöſen Operationen geahnt hätte, welche zur Befriedigung ihrer Laune erforderlich ſchienen. Sie wußte vor Betroffenheit kaum, was ſie fragen ſollte, und wäre ſehr froh geweſen, wenn ſie ſich um den Preis dieſer Conſultation unverrichteter Dinge hätte entfernen können. Der Greis, welcher ihre Ge— danken zu errathen ſchien, richtete übrigens jetzt ſelber die Frage an die Hellſeherin, welche Madame Folitton hatte richt von dem Thun und Treiben des Herrn Folitton in St. Cloud geben?“ fragte er. „In St. Cloud?“ erwiderte die Hellſeherin mit leiſer träumeriſcher Stimme.„Vergönnen Sie mir nur eine Weile Geduld!— Aha, nun ſehe ich ihn. Er iſt ein junger Mann mit braunem Lockenhaar und einem kleinen Schnurrbart, in einem grauen Paletot; er ſteht in einem großen Garten und um ihn her ſind Arbeiter und Tag⸗ lohner, die ihn wegen der zunächſt vorzunehmenden Ar⸗ beiten fragen. Jetzt verlaſſen ſie ihn, und jeder geht ſeinem Geſchäfte nach. Herr Folitton tritt in's Haus, in eine Stube des Erdgeſchoſſes, wo ein hellfarbiges Pult ſteht; hier zieht er ein Billet aus der Taſche und liest es auf⸗ merkſam. Ich kann die Unterſchrift ſehen: ſie lautet Marie Colonne.“ Julienne erbebte; der Greis winkte ihr bedeutſam zu und fragte, gleich als ob er ihre geheimſten Gedanken er⸗ rathe, die Hellſeherin— ob ſie den Inhalt dieſes Billets nicht leſen könne?“ „Es iſt nicht ſehr deutlich, 5 Haſt hingeworfen;“ erwiderte ſie.„Es lautet:„„Deine „in Furcht iſt überflüſſig, mein André. Was liegt daran, „„daß das Schickſal unſere ewige Trennung zu begehren „iſcheint! Können wir uns nicht über das Schickſal ſtellen? „„Haben wir dieß nicht ſchon bewieſen! Verfehle ja nicht, „„heute Abend zu kommen; doch dieß brauche ich Dir nicht — offenbar in großer eiſelle Trompel. iſt immer Papa, hier nete der Greis, cherin entgegen ne Folittol pfl „ gen, denn du haſt noch niemals geſchwankt, „„ſeltdem Du den großen Irrthum Deines Lebens erkannt „ uhaſt!!!“— Herr Folitton überliest es zwei, drei Male, und ſteckt das Papier wieder in ſeine Bruſt; dann offnet er ſeinen Pult und betrachtet lange Ae e nden Medaillon. Dieſes enthält das Portrait eines jungen Frauenzimmers en miniature, mit langen ſchwarzen Locken und ſehr ſchönen dunklen Augen.“(Fortſetzung folgt.) thun wollen.„Kannſt Du dieſer Dame irgend eine Nach⸗ . 333 ib. l dich zu Rathe ziehen, mein Kind,“ fuhr er fort;„ich Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat Septbr. 2. 19. 17. 25. 26. 28. Friedberg. . Getraute: Joſeph Anton Ortenbach, Bürger und Kaufmann zu Wetzlar, ein Wittwer, des weiland daſigen Bürgers und Kaufmannes Ferdinand Damian Ortenbach ehe⸗ licher Sohn, und Maria Margaretha Auguſte Philippi, des weiland hieſigen Bürgers und Gaſtwirthes Philipp Philippi eheliche ledige Tochter. Joh. Adam Holler, Bürger, Barbier und Heildiener dahier, des hieſigen Bürgers und Maurermeiſters Phi⸗ lipp Konrad Holler ehelicher lediger Sohn, und Mar⸗ garetha Schnell, des hieſigen Bürgers und Gefäng⸗ nißwärters Peter Schnell eheliche ledige Tochter. Getauft e: Dem hieſigen Bürger und Kuhhirten Johann Ferdi⸗ nand Volp ein Sohn, Jakob, geb. den 27. Aug. Ein unehelicher Sohn, Franz, geb. den 27. Aug. Dem hieſigen Bürger und Rothgerbermeiſter Philipp Hanſtein eine Tochter, Antonie Margaretha Johanna Anna, geb. den 27. Aug. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Joh. Heinrich Rauſch ein Sohn, Chriſtian, geb. den 27. Aug. Dem Gr. Poſtmeiſter Georg Karl Ludwig Helmolt ein Sohn, Georg Friedrich Ludwig, geb. den 15. Aug. Dem hieſigen Burger und Kreisbureau⸗Gehuͤlfen Hein⸗ 255 Su ein Sohn, Philipp Karl Friedrich, geb. den . Aug. Dem hieſigen Burger, Gaſtwirth und Oekonomen Georg Ulrich eine Tochter, Margaretha Eliſabethe Katharine, geb. den 12. Sept. Beer digte: Georg Karl Ludwig Ackermann, des Gr. Oberfeld⸗ webels Wilhelm Friedrich Ackermann dahier eheliches Söhnchen, alt 1 Jahr, 1 Monat und 23 Tage, den 1. Sept. Eine uneheliche Tochter, Friederike Wilhelmine, alt 4 Monate und 6 Tage; 5 den 2. Sept. Eberhard Chriſtoph Finzel, des hieſigen Burgers und Baumwollenwebers Stephan Finzel eheliches Söhnchen, alt 5 Monate und 18 Tage, 1 den 4. Sept. Margaretha Eliſabetha Ruppel, des hieſigen Bürgers und Wagnermeiſters Joh. Conrad Ruppel eheliches Töchterchen, alt 11 Monate und 5 Tage; f den 6. Sept. Martin Grimm, Bürger und Leinweber dahier, alt 45 Jahre; T den 6. Sept. Eine uneheliche Tochter, Maria Magdalene, alt 5 Monate und 2 Tage; t den 13. Sept. Georg Mack, des hieſigen Bürgers und Kaufmannes Heinrich Mack ehelicher lediger Sohn, alt 17 Jahre, 3 Monate und 5 Tage; 1 den 15. Sept. Jakob Volp, des hieſigen Bürgers und Kuhhirten Joh. Ferdinand Volp eheliches Söhnchen, alt 20 Tage; 1 den 15. Sept.. Joh. Georg Füller, des hieſigen Bürgers und Zim⸗ mermeiſters Leonhard Füller eheliches Söhnchen, alt 1 Jahr, 6 Monate und 16 Tage; t den 23. Sept. Chriſtian Weith, Bürger und Schuhmachermeiſter da⸗ hier, alt 67 Jahre, 5 Monate und 20 Tage; 1 den 25. Sept. Peter Krauch, ſters Wilhelm nate und 15 Tage; des hieſigen Bürgers und Metzgermei⸗ Krauch eheliches Söhnchen, alt 5 Mo⸗ 1 den 27. Sept. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. UA οινν Edietalladung. (1687) In Folge hofgerichtlicher Concurser⸗ 2 9 955 das Vermögen des Georg Braun J. in Weckesheim werden ſowohl bekannte wie un⸗ bekannte Gläubiger deſſelben zur Anmeldung und Begründung ihrer Forderungen im Termin Mittwoch den 17. November J. J., Morgens 10 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile ſtillſchwei⸗ genden Ausſchluſſes von der Concursmaſſe hier⸗ her vorgeladen. l Hungen am 5. Oktober 1852. g Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Concursſache. (1688) Das Vermögen des Andreas Keller von Roßdorf iſt überſchuldet. Es werden deßhalb Alle, welche an denſelben Forderungganſprüche haben, aufgefordert, ſolche den 12. November k. M., Morgens 9 Uhr, Contumacirzeit, dahier anzumelden. Zur Abwendung des förmlichen Concurſes ſoll im gedachten Termine die Güte verſucht werden und haben deßhalb die Intereſſenten in Perſon, oder vertreten durch Specialbevollmäch⸗ tigte, zu erſcheinen. Die nicht erſcheinenden bekannten Gläubiger werden als den Beſchlüſſen der Mehrzahl bei⸗ tretend erachtet, die unbekannten aber ausge⸗ ſchloſſen. Hanau am 8. Oktober 1852. Kurfürſtliches Juſtizamt II. C ſt e r. 5 vdt. Avenarius. Verpachtung des Mineralbrunnens zu Vilbel. (1659) Dienſtag den 2. November d. J., Vormittags 10 Uhr, wird in dem Rathhauſe zu Vilbel, der dem Großh. Heſſ. Fiscus gehö⸗ rige Mineralbrunnen daſelbſt mit dem dabei befindlichen Wohnhauſe für den Pächter, auf 6 Jahre, von dem Tage der ertheilt werdenden Genehmigung an, meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 15. Oktober 1852. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Hofraithe-Verſteigerung. (16600) Dienſtag den 26. Oktober d. J., Vormittags 11 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe die zum Nachlaſſe des verſtorbenen pen— ſionirten Feldwebels Tobias Rottner gehörende Hofraithe Pag. Nro. 47 278, beſtehend in einem Wohnhaus und Ställchen neben Heinrich Dienſtbach, nochmals öffentlich meiſtbietend ver— ſteigert. Friedberg den 16. Oktober 1852. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben de Golz Bee e ger un g. (16610 Donnerſtag den 21. Oktober d. J., Nachmittags 2 Uhr, werden in den ſtädtiſchen Baumanlagen an Ort und Stelle mehrere Haufen Ausputzholz, ſowie eine Parthie ab⸗ gängige Bäume auf dem Stand öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert. neuen Thor. Friedberg den 16. Oktober 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Der Anfang geſchieht am — 334— Mobiliar⸗Verſteigerung. (1662) Montag den 25. Oktober d. J., Vormitkags 9 Uhr anfangend, werden in hie⸗ ſigem Rathhauſe nachverzeichnete Mobiliar⸗ Gegenſtände, als: eine große Parthie gebun⸗ dener, theils ungebundener Bücher, worunter ſich unter andern Walter Scotts Werke, Schrif⸗ ten von Clauren, Pichler ꝛc. befinden, ſodann drei gepolſterte Stühle, ein runder Tiſch, ver⸗ ſchiedene Glas⸗ und Blechgegenſtände, ein Bücherſchrank, 1 Faß, mehrere Kleidungsſtücke ꝛc. öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 16. Oktober 1852. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben der. Holzverſteigerung. (1663) Das im Freiherrl. v. Löw'ſchen Re⸗ vier Ziegenberg von der erſten Verſteigerung ſtehengebliebene Stecken- und Wellenholz, ſowi⸗ noch einige hundert Wellen Eichen- und Buchen; Backholz, wird Mittwoch den 20. d. M., Vor mittags 10 Uhr, im Holzſchlag verſteigert. Schloß Ziegenberg am 14. Oktober 1852 5 In Auftrag: a Förſter Launhard. Verſteigerung einer Hofraithe auf del Abbruch. N (1664) Montag den 25. d. M., Nachmit— tags 2 Ühr, ſoll das dem Hrn. Ludwig Hagen von Friedberg hier ſtehende zweiſtöckige Wohn, haus, welches 49“ lang und 21½“ breit, auf den Abbruch meiſtbietend verſteigert werden. Niedermörlen am 16. Oktober 1852. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſtet e 5 8 Privat- Bekanntmachungen. Leih⸗ und Leſe⸗Bibliothek! (1665) Einem verehrlichen Publikum widme ich hiermit die ergebenſte Anzeige, daß ich eine Leih⸗ und Leſe⸗Bibliothek errichtet habe, welche bis jetzt aus 2325 Bänden der beſten Werke be währter Schriftſteller der Vergangenheit und Gegenwart beſteht. Verlegern neu bezogen, haben durchſchnittlich einen ſehr reinen Druck, ſind neu gebunden und bieten daher dem Leſer alle Annehmlichkeiten dar. Die Bücher ſelbſt ſind von den Neue Erſcheinungen meiner Bibliothek ſobald wie möglich einzuverleiben, wird jeder Zeil mein eifriges Beſtreben ſein. Gedruckte Verzeichniſſe ſigd gegen eine Einlage von 12 kr. ſtets zu haben, welcher Betrag jedoch bei Abgabe der Verzeichniſſe wieder zurückgegeben wird. Friedberg im Oktober 1852. Louis Weis. Zu der miethe gn. (16300 Ein vollſtändiges Logis gleicher Erde auf der breiten Straße, welches ſich zu jedem Geſchäft eignet und bis den 1. Januar 1853 bezogen werden kann, hat zu permiethen Heinrich Formhals, Schuh machermeiſter. Mobiliar-⸗Verſteigerung. (1649) Donnerſtag den 21. Oktober, Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, ſollen in der Wohnung der verlebten Meſſerſchmied Johannes Schäfers Wittwe folgende Mobiliar-Gegenſtände, als: Kupfer, Zinn, Blechwerk, 2 Sopha, mehrere nußbaumene Tiſche, Stühle, Comode mit Glas⸗ ſchrank, Bettladen, Kleiderſchränke, Bettwerk, 1 großer eiſerner Mörſer, Mehlkaſten, Backtrog und noch verſchiedene Haushaltungs-Geräthſchaf⸗ ten, öffentlich meiſtbietend gegen gleichbaare Zahlung verſteigert werden. Friedberg den 11. Oktober 1852. Die Erben: F. S f K. G ü ck. Empfehlung. (1660) Für bevorſtehende Winterſaiſon er⸗ laube ich mir meine große Auswahl von allen Sorten Schuhen, Litzen- und Filzſchuhen, mit Leder⸗ und Filzſohlen, zu außergewöhnlich bil⸗ ligen und feſten Preiſen, zu empfehlen. Butzbach. Chriſtoph Diehl J. Ge ſu ch. (1667) In ein nahe- gelegenes herrſchaft⸗ liches Haus wird ein Hausmädchen geſucht. Es wird verlangt, daß daſſelbe im Waſchen, Bügeln, Nähen und Putzen gründlich geübt iſt und ſchon einige Jahre gedient hat. Doch mögen ſich nur ſolche melden, welche zuverläſ⸗ ſige Zeugniſſe über ihre Aufführung und ihre Leiſtungen beibringen können. Das Nähere bei der Expedition dieſes Blattes. Der Mahagoni-Schreibſecretär (1668) des Fr. Cordes, welcher im Jahr 1845 zur Ausſpielung kommen ſollte, warum iſt der, ſelbe bis jetzt noch nicht ausgeſpielt? Einladung. (1669) Dienſtag den 26. und Mittwoch den 27. Oktober, als am hieſigen Herbſtmarkte, fin det bei dem Unterzeichneten Tanzmuſik ſtatt. Drum Freunde kommt von nah und fern, Die ihr die Muſik höret gern, Sie kommt vom Kaicher Muſikchor Das trefflich ſpielt für Euer Ohr. Zum Labſal findet Ihr bei mir Gut Speiſe und Getränke, Was ich ganz prompt beſorgen werd' Wenn Ihr beſtellt und winket. Rodheim den 18. Oktober 1852. Johannes Rull mann. dem Marktplatz gegenüber. Literariſche Anzeigen. (1670) Im Verlage von O. Wig and in Leipzig iſt erſchienen und bei C. Bindernagel in Friedberg vorräthig: Die wichtigſten„Momente, der Diätetik für das mittlere und höhere Lebensalter, Mi 5 N beſonderer Ruͤckſicht auf die betreffenden Tagesfragen kritiſch erörtert von A. H. Röbbelen, der Arzneiwiſſenſchaft Doctor. Preis 2 fl. 21 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. N — 85 An D Kreidra an di getreffend: f Mit Be eon 1851 ent! für die Stell. 1. October l. trag der für vom 11. Oc ittserklärun nigen, weld geichzeitig u n Ich del Anen erklär für die Loos ein Exemplo ſmezuhändig Die! das Jahr, orig auszi ſchreiben. Die beglaubigt Ihnen unte drückt. D Diitretenden detrag der kltretungs, nage Lit.“ Schlie alf die bet dn Stelboer det veel Frie