V. cu, . Trinint D Dardnug Ban Stad a A ultirche; Wahl. 8 0. Nov. 1851 — 5 99 400 22x. Taxe g und Butzbaß N 9. November. 5 1 90. Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda im Beſonderen. Mittwoch den 17. November 1852. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche — 8 215. Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Auswanderung nach Amerika, insbeſondere den Transport und die Proviantirung der über engliſche Seehäfen reiſenden Auswanderer. Indem ich Ihnen die nachſtehend abgedruckte Ent⸗ ſchließung Gr. Heſſ. Miniſteriums des Innern vom 26. Ok⸗ tober d. J. Nr. D. 12,074 mittheile, beauftrage ich Sie die Auswanderer, welche über England gehen wollen, darnach zu bedeuten und Sich vorkommenden Falles ſelbſt darnach zu bemeſſen. Friedberg den 10. November 1852. Miller. Das Gr. Heſſ. Miniſterium des Innern an ſämmt⸗ liche Gr Kreisräthe. Darmſtadt am 26. Oktober 1852. Da es uns bekannt geworden iſt, daß nach engliſchen Geſetzen der Proviant, welcher den Auswanderern für die Dauer der Seereiſe zu verabreichen wäre, zur Ernährung derſelben nicht hinreicht, ſowie ferner, daß deutſchen Aus⸗ wanderern zum Uebel gereicht, wenn ſie, wie häufig, mit Irländern in übergroßer Anzahl auf die Seeſchiffe verbracht werden; ſo eröffnen wir Ihnen hiermit, daß Accorde für Auswanderer, welche auf Koſten von Gemeinden über eng⸗ liſche Häfen befördert werden ſollen, nur unter der Bedin⸗ gung abgeſchloſſen werden dürfen, daß der Agent den Aus⸗ wanderern im engliſchen Hafen der Einſchiffung außer dem geſetzlichen Seeproviant noch ein gewiſſes Quantum an Fleiſch, Kartoffeln, Hülſenfrüchten, Salz, Eſſig, Butter, etwa um den Betrag von 7 fl. für den Kopf, zu ihrer eigenen Verfügung liefert, und ſodann daß die Auswanderer nicht auf Schiffe kommen, auf welchen ſich eine größere Anzahl von Irländern befindet. Sie werden hiervon den betreffenden Agenten zur Nachachtung Kenntniß geben und darauf ſehen, daß die ab⸗ zuſchließenden rde in beiden Beziehungen ſichernd ab⸗ gefaßt werden. v. Dalwigk. v. Lehmann. Der Dlinde von Chamouny. Eine Reiſeerinnerung von Charles Nodier. (Schluß) Endlich kam der Winter, und Herr Robert ſagte mir, nachdem er mich leicht darauf vorbereitet, daß er mich auf einige Tage verlaſſen werde, auf einige Tage höchſtens— er verſicherte mich, daß er nur ſich ein Haus in Genf kaufen wolle, um ſich dort niederlaſſen, dann würde er mich dahin abholen laſſen; er ſagte mir auch, daß Eulalie ihn begleiten ſolle, und am Ende erklärte er, daß er wohl den Winter in Genf zubringen würde, den Winter, der ja ſo bald vorüber ware, der ja ſchon be—⸗ gonnen hätte. Ich erwiderte Nichts, vor tiefem Kummer. Eulalie umarmte mich zärtlich; ich fühlte, daß ihre Arme kalt waren und ſchwer auf meinem Halſe lagen: wenn mein Gedächtniß mir treu iſt, ſo gab ſie mir die zärtlich— ſten Namen, ſagte mir die rührendſten Worte; aber dieß Alles war mir wie ein Traum. Nach einigen Stunden hatte ich meine Beſinnung wieder erhalten, und da ſagte meine Mutter zu mir:„Gexpais, ſie ſind fort, aber wir ſollen auf dem Schloſſe bleiben.“ Von der Zeit an habe ich Wenig oder nichts zu erzählen. Im Monat Oktober ſandte ſie mir ein Band mit einigen Worten in Reliefdruck:„Dieſes Band iſt die grüne Binde, die ich über die Augen trug— es hat mich nie verlaſſen; ich ſende es Dir.“ Im Monat November, der ſehr ſchön war, brachten mir die Diener vom Hauſe einige Geſchenke von ihrem Vater, aber ich befragte ſie nicht über ſie. Im Dezember beginnt der Schneefall, und, o Himmel, wie lang war dieſer Winter! Januar, Februar, März, April, mit ihren Leiden und Stürmen, wie langſam ſchlich die Zeit! Im Mai fielen allenthalben Lawinen, nur mich trafen ſie nicht! Als die Sonne ein wenig hervorkam, ward ich, meinem Wunſche gemäß, auf die Straße, die nach Baſſons fuhrt, geleitet, denn über dieſe ziehen die Maulthiertreiber; end— lich kam einer, aber ohne Nachricht für mich, es kam ein zweiter, ebenſo; nachdem der dritte, ohne mir Etwas zu bringen, gekommen war, gab ich alle Hoffnung auf, von meinen abweſenden Freunden zu hören: ich wußte, daß mein Schickſal entſchieden war. Acht Tage nachher ward mir jedoch ein Brief von Eulalie vorgeleſen; ſie hatte den Winter in Genf zugebracht, und wollte den Sommer in Mailand verleben. Meine arme Mutter zitterte für mich, aber ich lächelte; es war gerade ſo, wie ich es er⸗ . .. ̃ ˙—. —̃— —— — 364— wartet hatte.— Und nun, mein Herr, kennen Sie meine Geſchichte; ſie iſt einfach die, daß ich mich von einem Mädchen geliebt glaubte, und ich ward von einem Hunde geliebt. Armer Puck!“ Puck ſprang an dem Blinden inauf. N 8 ſagte er,„Du biſt nicht mein Puck, aber ich liebe Dich, weil Du mich liebſt.“ „Armer junger Mann,“ rief ich,„Sie werden von einer Andern geliebt werden, wenn denn auch nicht von ihr, und Sie werden eine Andere lieben. Aber hören Sie, Gervais, ich muß Chamouny verlaſſen, ich reiſe nach Mailand; ich werde Eulalie ſehen, ich werde ſie ſprechen, ich ſchwöre es Ihnen, und dann werde ich zu Ihnen zu⸗ rückkehren. Ich habe auch eine Herzenswunde, die nicht geheilt iſt.“ Gervais ergriff meine Hand und drückte ſie heftig; Sympathie im Unglück wird ſo ſchnell erkannt. „Sie ſind wenigſtens, Dank ſei es Ihrem Beſchützer, gut verſorgt; Ihr kleines Grundſtück iſt ſehr fruchtbar ge⸗ worden. Sie werden bald eine Hausfrau, bald wieder einen Freund finden.“. „Und einen treuen Hund?“ erwiderte fragend Gervais. „Ach, ich würde Ihnen den meinigen nicht für Ihr ganzes Thal und für Ihre Berge geben, wenn er Sie nicht ſo liebte; aber jetzt— gebe ich ihn Ihnen.“ i „Ihren Hund?“ rief er;„Ihren Hund? ach, Sie können ihn nicht weggeben.“ „Leben Sie wohl, Gervais!“ Ich ſagte Nichts zu Puck, er würde mir ſonſt ge⸗ folgt ſein; wie ich weggehen wollte, ſah Puck unbehaglich und beſchämt aus; er ging etwas zurück, ſtreckte ſeine Pfoten aus und beugte den Kopf zur Erde. Ich ſtrich ſein langes ſeidenes Haar und ſagte, es ward mir nicht leicht:„Geh!“ Wie ein Pfeil flog er zu Gervais zu⸗ rück. So wird doch der arme Gervais nicht allein ſein, dachte ich. Wenige Tage nachher befand ich mich in Mailand. Ich war nicht geſtimmt, Geſellſchaft zu ſuchen, doch ver⸗ mied ich ſie nicht ganz. Ein Zimmer voll Menſchen iſt eine Einöde, wenn man nicht ſo unglücklich iſt, auf einen jener nie ermüdenden Touriſten zu ſtoßen, die man auf den Boulevards und bei Tortoni zu finden gewohnt iſt, oder mit denen man einmal bei Favert eine Stunde ſich gelangweilt hat, eine von daz aufgeſtutzten Modepuppen mit modiſcher Kravatte, parfſimirtem Haar, die durch eine Lorgnette ſehen und mit der vollkommenſten Sicherheit und Selbſtgefälligkeit in ſo hohem Ton, wie ihnen mög— lich iſt, ſprechen. „Was, Sie ſind hier?“ rief Roberville. „Sind Sie's?“ erwiderte ich. Er fuhr fort zu plappern, aber ich achtete nicht auf ſeine Worte, denn meine Augen richteten ſich plötzlich auf ein ganz junges Mädchen von außerordentlicher Schönheit; ſie ſaß allein und lehnte, in Nachdenken verſunken, an einem Pfeiler. „Aha!, ſagte Roberville;„ich verſtehe, nach dieſer Richtung wendet ſich Ihr Sinn. Nun, wirklich, Sie zeigen Geſchmack. Ich dachte einmal ſelbſt an ſie, aber jetzt habe ich höhere Pläne.“ „Wirklich?“ erwiderte ich und ſah ihn von Kopf bis zu Fuß an,„was Sie ſagen!“ „Kommen Sie,“ ſagte Roberville,„ich merke, Ihr Herz iſt ſchon gefangen, Sie beſchäftigen ſich allein mit ihr; geſtehen Sie, daß es ein rechtes Leid geweſen ware, wenn dieſe herrlichen ſchwarzen Augen nie dem Lickte wären geöffnet worden.“ „Was meinen Sie damit?“ „Was ich meine? nun, daß ſie blind geboren war. Sie iſt die Tochter eines reichen Kaufmanns aus Ant werpen und ſein einziges Kind; er verlor ſeine Frau ſehr jung und verfiel dadurch in den tiefſten Kummer. verließ Antwerpen, gab ſein Geſchäft, das gerade damals ſehr einträglich war, auf, und nachdem er Denen, die bei ihm angeſtellt waren, reiche Geſchenke gemacht und ſeinen Dienern Penſionen ausgeſetzt hatte, verließ er Haus und Geſchäft.“ N„Und was ward nachher aus ihm?“ fragte ich un⸗ geduldig, denn meine Neugierde wuchs immer mehr. „O, es iſt ein Roman, ein vollkommener Roman. Er zog ſich nach Chamouny zurück, wo wir Alle einmal in unſerm Leben geweſen ſind, um wenigſtens ſagen zu können, daß wir da waren, obwohl ich fuͤr meinen Theil mir wenig aus den Reizen dieſer melancholiſchen Erhaben— heit mache, und dort blieb er mehrere Jahre. Haben Sie nie von ihm gehört? Wie heißt er doch?.. es iſt ein ganz gewöhnlicher Name... richtig, Herr Robert heißt er.“ „Nun?“ ſagte ich. „Nun,“ fuhr er fort,„ein Augenarzt war ſo glück⸗ lich, der Tochter das Geſicht wiederzugeben. Der Vater ging mit ihr nach Genf; dort verliebte ſie ſich in einen Abenteurer, der ſie entführte, weil ihr Vater ihn nicht zum Schwiegerſohn haben wollte.“ „Der Vater ſah ein, daß er ihrer unwürdig war,“ ſagte ich. s „Ja, und er hatte ſich nicht geirrt; denn ſobald ſie Mailand erreicht hatten, verſchwand der Abenteurer, mit Gold und den Diamanten, in deren Beſitz er ſich zu ſetzen gewußt hatte; es ward erwieſen, daß er ſchon verhei⸗ rathet geweſen und in Padua ſchon einmal peinlich be— ſtraft worden war.“ „Und Herr Robert?“ „Ach, Herr Robert ſtarb vor Gram; aber dies machte wenig Senſation, denn er war ein ſehr eigenthümlicher Mann, der ganz ſonderbare Ideen hatte; eine der abſon⸗ derlichſten war, daß er ſeine Tochter an einen blinden jungen Mann verheirathen wollte.“ „Ach, das arme Mädchen!“ 5 „Sie iſt nicht ſo ſehr zu beklagen; aber blicken Sie ſie doch an, ſtatt von ihr zu ſprechen, und geſtehen ſie, daß Sie Vorzüge beſitzt, mit zweihunderttauſend Frances jährlicher Rente und einem ſolchen Augenpaar.“ „Augen, Augen! Fluch ruht auf ihnen, denn ſie ſind ihr Unglück geweſen.“ Es liegt ein wenig Grauſam— keit in mir, ich laſſe gern Die wieder leiden, die Anderen Leiden verurſacht haben. Ich heftete einen jener durch⸗ bohrenden Blicke auf Eulalie, der, wenn er einem Mäd⸗ chen nicht ſchmeichelt, ſie in ſich gehen läßt; ſie erhub ſich von dem Pfeiler, an den ſſe lehnte, und ſtand regungslos, zitternd da. Langſam ging ich zu ihr hinan und ſagte leiſe:„Gervais!“ „Wer?“, „Gervais.“ „Ach, Gervais!“ erwiderte ſie und legte die Hände vor die Augen. Die Scene war einzig in ihrer Art und hätte auch die Nerven der Ruhigſten erſchüttern können; denn mein Erſcheinen war ein ſo plötzliches, meine Bekanntſchaft mit ihrer Geſchichte ſo ungewoͤhnlich. „Ja, Gervais!“ rief ich und erfaßte heftig ihren Arm.„Was haben Sie ihm gethan?“ Sie ſank ohn— mächtig zu Boden. Ich habe ſeit jenem merkwürdigen Abend nie wieder von ihr gehört. Ich ging über den St. Bernhard nach Savoyen, und war bald wieder im Chamouny-Thal. Wiederum be— ſuchte ich den Fels, wo Gervais zu ſitzen pflegte, aber er war nicht zu ſehen, obwohl es ſeine gewohnte Stunde * Ich hob pirllch blind 5„l ervais ihn b ceſe zu Hauſe ge „Das um Herrn 2 Gervais. Ich weiß ni war geſtern je, nach den ſeinen blaue falt und fer ſey ſo gut — Bekannt getragener J (1773) J um 8 Uhr an mahler eine be ungsſtücke, Spencer, Mü lilethoſen, 8 Schuhe, ſowie echaare 3) fach versteigert Dieß den uugleich mit germeifter d im Intereſſe hachen laſſ Friedbe es iſt ein heißt er.“ * ſo glic Der V Der Vater in einen r ihn nicht dig war/ ſobald ſie teurer, mit c zu ſetzen hon verhei⸗ peinlich be⸗ dies machte uthümlicher der abſon⸗ en blinden blicken Sie jeſtehen ſie, end Francs „denn ſie Grauſam⸗ e Anderen ner durch⸗ nem Mäd⸗ erhub ſich egungslos, wund ſagte die Hände hätte auch kenn mein uchaft mit eftig ihren ſank ohn⸗ rkwürdigen Sapvohen, iederun be⸗ tte, aber r ite Sunde hob die Ohren, je, nach dem Felſen zu kommen; (1773) Montag den 22. d. M., Vormittags war. Ich ging hinauf zu der bekannten Stelle und fand ſeinen Stab, der mit einem grünen Bande, auf dem einige Worte gedruckt ſtanden, geſchmückt war. Der Umſtand, daß er den Stab zurückgelaſſen, verurſachte mir ein ſehr unbehagliches Gefühl. Ich rief laut: Gervais; eine Stimme wiederholte Gervais, ſie kam mir wie ein Echo vor; ich wandte mich um, und ſah Margarethe, die einen Hund an einer Kette führte. Sie ſtand ſtill, ich erkannte Puck, aber er mich nicht, er ſchien nach Etwas zu ſpüren, ſtreckte die Pfoten aus, als wollte er fortlaufen. a „Ach, Herr,“ ſagte Margarethe,„haben Sie Ger— vais nicht geſehen?“ „Gervais,“ erwiderte ich,„wo iſt er?“ Puck ſah mich an, als ob er mich verſtanden hätte, er kam zu mir heran, ſo weit die Kette es erlaubte; ich ſtreichelte ihn mit der Hand, das arme Thier leckte mir die Finger und ward dann ruhig. „Jetzt erinnere ich mich, mein Herr,“ ſagte Marga⸗ the,„daß Sie es waren, der ihm dieſen Hund gab, um ihn zu tröſten über den Verluſt des ſeinigen; dieß arme Thier war noch nicht acht Tage in dieſem Thale, ſo wurde es auch blind, wie ſein Herr.“ Ich hob Puck's Kopf in die Höhe, und ſah, daß er wirklich blind war. Puck leckte mir die Hand und heulte. „Weil er blind iſt,“ ſagte Margarethe,„wollte Gervais ihn geſtern nicht mitnehmen.“ „Geſtern, Margarethe! wie, iſt er ſeit geſtern nicht zu Hauſe geweſen?“ „Das iſt es ja eben, lieber Herr, was uns Alle ſo in Erſtaunen ſetzt. Denken Sie nur, am Sonntag, bei einem furchtbaren Gewitter, kam ein fremder Herr in das Thal; ich hätte ihn für einen engliſchen Lord halten mögen, er trug einen Strohhut mit Bändern bedeckt.“ „Nun, was hat denn das Alles mit Gervais zu thun?“ „Während ich hinlief und Holz zum Feuer holte, um Herrn Roberville's Kleider zu trocknen, blieb er bei Gervais. Herr von Roberville, ja, das war ſein Name. Ich weiß nicht, was er erzählt haben mag; aber Gervais war geſtern ſo traurig. Doch ſchien er begieriger denn kaum hatte ich Zeit, ihm ſeinen blauen Mantel umzuthun, und der Abend war ſehr kalt und feucht.„Mutter, ſagte er, als wir hingingen, ſey ſo gut und halte Puck ab, mir zu folgen, und achte 365 auf ihn; ſeine Unruhe iſt mir manchmal unbequem, und wenn er mir ſeine Kette aus der Hand ziehen ſollte, ſo würden wir einander vielleicht nicht wiederfinden können.“ „Ach, Gervais!“ rief ich,„mein armer Gervais!“ „O, Gervais, Gervais, mein Sohn!“ ſchluchzte die arme Puck 8 8 uck nagte an ſeiner Kette und . wubghe ſprang ungeduldig „Wenn Sie Puck frei ließen,“ ſagte i iellei koͤnnte er Gervais finden.“ ee eee Die Kette ward losgemacht, und ehe ich no eit hatte zu ſehen, daß Puck frei war, dart 5 72 nächſten Augenblick hörte ich, daß Etwas in die Tiefen des Arveiron fiel.„Puck! Puck!“ rief ich; aber als ich die Stelle erreichte, war der Hund verſchwunden, und Alles, was man ſehen konnte, war ein blauer Mantel, der auf der Oberfläche des Waſſers ſchwamm. Monatsbericht der Blinden⸗Anſtalt zu Friedberg. Indem wir allen edlen Gebern, welche unſerer im Laufe des Ok⸗ tobers mit einer Gabe, auch der allerkleinſten gedachten, aufs herzlich ſte danken, theilen wir ihnen auch mit, wie ſich unſere Kaſſenverhältniſſe vom 1. bis 31. Oktober geſtalteten. Wie wir im letzten Berichte be⸗ merkten, ſo bedurften wir am Anfange des verfloſſenen Monats, wenn wir alle Ausgaben beſtreiten wollten, noch 216 fl. 32 ¼ kr., haben aber, Gott ſei Dank! 156 fl. 51 kr.) mehr eingenommen. Dieſe Mehr⸗ einnahme verwandten wir zur Koſtendeckung unſeres Hausbaues, deß halb iſt unſere Kaſſe bis heute auf 45 kr. zuſammengeſchmolzen. Um allen Anforderungen zu genügen, mußten wir noch 37 fl. leihen, die wir ſomit Schulden haben. Um dieſe Schuld nun zu decken und die nothwen⸗ digen Ausgaben im November zu beſtreiten, bedürfen wir 280 fl. und außerdem noch 700 fl. für den Hausbau. Deßhalb müſſen wir aber⸗ mals bitten das Geben nicht müde zu werden, beſonders da der Andrang von Aſpiranten ſich täglich mehrt. Denn abermals ſind 4 neue Blinden aus Mainz, Wolfskehlen und Udenhauſen angemeldet.— An Naturalien in Lebensmitteln und Kleidungsſtücken gingen aus Beien⸗ heim, Oſſenheim, Bauernheim, Bruchenbrücken, Fried⸗ berg und Salzhauſen ſchöne Gaben ein, die wir im Jahresberichte einzeln aufführen werden. Für 5 Aktien fanden fich Abnehmer in Fried⸗ berg und Salzhauſen. Wir haben deren noch 92 Stück. Sollten ſich denn nicht noch 92 Menſchenfreunde im Lande finden, von denen uns Jeder noch eine Actie abnähme? Gewiß ſind deren noch mehr, wenn ſie's nur wüßten. Schließlich müſſen wir noch bemerken, daß uns vor einiger Zeit das erſte Legat aus Keſtrich, Kreis Alsfeld, zugegangen iſt. Gott ſegne alle, die uns mit einer Gabe bedachten und noch bedenken werden. Friedberg den 1. November 1852. J. P. Schäfer, Vorſteher. — e) 100 fl. haben Ihre Kgiſerliche Hoheit Großfürſtin Cäſarewna, Thronfolgerin von Rußland, allergnädigſt geſchenkt. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Dey II. in kannt worden. . deßhalb in dem auf Verſteigerung 8 getragener e 105 aus rangirter anberaumten Liquidatio um 8 Uhr anfangend, ſoll in der Kloſtercaſerne dahier eine bedeutende Parthie getragener Mon⸗ tirungsſtücke, als: Mäntel, Röcke, Handſchuhe, Spencer, Mützen, wollene Hoſen, Gamaſchen, Unterhoſen, Halsbinden, Hemden, Socken und Schuhe, ſowie ausrangirte Bett⸗Teppiche, gegen gleichbaare Zahlung an die Meiſtbietenden öffent⸗ lich verſteigert werden. Dieß den Steigliebhabern zur Nachricht und zugleich mit dem Erſuchen an, die Herren Bür⸗ germeiſter der Umge„dieſe Verſteigerung, im Intereſſe ihrer Gemeinden, gefälligſt bekannt machen laſſen zu wollen. Friedberg den 11. November 1852. In Auftrag:. Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. In dieſem eingereicht werdenden Abſchluß eines Butzbach den (1789) Vormittags Edictalladung. (Ass) Gegen den Ortsbürger Georg Niedermörlen iſt Concurs er⸗ Forderungen an denſelben ſind Freitag den 14. Januar 1853, Vormittags 9 Uhr, nstermine. dung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe dahier anzuzeigen und gehörig zu begründen. Termine ſoll zugleich es ſind daher die etwa Vollmachten auch auf den Arrangements auszudehnen. 7. November 1852. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ebel. Hofraithe-Verſteigerung. Donnerſtag den 18. November d. 5 11 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe auf freiwilligen Antrag des Bürgers Heinrich Raab dahier, ſtraße gelegene Hofraithe enannt, neben Philipp Ritzel I.„ öffentlich meiſtbietend unter dem Anfügen ver⸗ verſucht werden, und deſſen in der Ludwigs⸗ ſteigert, daß bei einem annehmbaren Gebote die Genehmigung alsbald ertheilt werden ſoll. Friedberg den 15. November 1852. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Ein Kochofe n, (1790) nur wenig gebraucht, wird den 18. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, im Pfarrhauſe dahier meiſtbietend verſteigert. Fauerbach II. den 12. None 8 bei Vermei⸗ die Güte d. Dr. Matthias. Main⸗Weſer⸗ Bahn. (1791) Die nachbezeichneten bei dem Bahn⸗ bau entbehrlich gewordenen Geräthſchaften und Materialien ſollen in folgenden Terminen und auf den bemerkten Lagerplätzen durch öffentliche Verſteigerung dem Verkaufe ausgeſetzt werden: Den 22. November d. J., Vormittags 9 Ubr, auf dem hieſigen Bahnhofe: Harbordt. zur„Blauen Traube 1) 300 Centner Gußeißen, nochmals 2) 340„ Schmiedeeiſen, 3) 10, „ Meſſing⸗ und Rothguß, 4) 46 Stück gußeiſerne Schubkarrenräder, 5) 34„ zweirädrige Handkarren, 6) 2 Schmiedblasbälge, und 7) Brenn⸗ und Werkholz. Den 24. November, Vormittags 9 Uhr, zunächſt der Barake in der Lindener Mark: 1) 1886 Centner Gußeiſen, 2) 900„ Schmiedeeiſen 3) 7,3» Mefſfingguß, 4) 14,3„ Rothguß, 5) 30 Stück gußeiſerne Schubkarrenräder, und 6) Brenn⸗ und Werkholz. Den 26. November, Vormittags 9 Uhr, zunächſt der Schmiedewerkſtätte im Gambacher Wald: 1) 360 Centner Gußeiſen, 2) 20„ Schmiedeeiſen, 5 39 22 Stück gußelſerne Schubkarrenräder, 4) 44„ zweirädrige Handkarren, 5) 36„ Schubkarren, und 6) Wagner⸗, Schreiner- und Schmiedewerk⸗ zeuge. Gießen den 10. November 1852. Der Großh. Sections⸗Ingenieur der Sectionen Gießen und Butzbach Eickemeyer. 2 ονον Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zu verpachten. (1768) Meine in Södel bei Friedberg gele⸗ gene Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus mit guten Kellern, geräumiger Stallung, Scheuer, Schop⸗ pen, Brennhaus, ſteht zu verkaufen oder zu verpachten. Die erwähnten Localitäten eignen ſich vorzugsweiſe zum Wirths⸗ und Meßger⸗ geſchäfte. Die Gebäulichkeiten ſtehen an der Hauptſtraße, und zum Betriebe eines Oekono⸗ miegeſchäftes können auch noch Grundſtücke bei⸗ gegeben werden. Der Kaufſchilling kann größ⸗ tentheils verzinslich ſtehen bleiben, und wollen ſich Luſttragende direct an mich wenden. Großenlinden bei Gießen. Jean Goſſi. Am 1. December l. J. (1732) beginnt die 1. Ziehung der 123. Frankfurter Geldlotterie, bei 24000 Looſen 12541 Preiſe von fl. 200,000, 100,000, 40,000, 25,000, 2mal 20,000 c., wozu ich ganze Looſe zu fl. 6., halbe zu fl. 3., viertel zu fl. 1. 30, achtel zu 45 kr., aus mei⸗ ner vom Glücke ſtets begünſtigten Collecte unter Zuficherung pünktlicher Bedienung empfehle. 5 Jacob Strauß, in Frankfurt a. M. Gewinne von Thaler 36000, 8000, 4000, 2000, 2mal 1300, mal 1000, bis zu Thlr. 535, bietet die gewinnreiche Verlooſung des Kur⸗ fürſtlich Heſſiſchen Staats⸗Lotterie⸗ Aulehens am 1. December resp. am 1. Januar, und kann man ſich bei der⸗ ſelben für fl. 3. 30 mit 1 Aetie, „% 28.—„ 10 1 betheiligen, bei dem Handlungshauſe 1734 Jacob Strauß, in Frankfurt a. M. Verkaufsanzeige. (1792) Meine beiden, ungefähr 2 Morgen haltenden, nur mit edlen Reben im beſten Er⸗ trage beſetzten, Wingerte am Johannisberge, desgleichen ein daſelbſt gelegenes Stück unbe⸗ bauten Landes, will ich aus der Hand verkaufen. 366 Am J.& 2. Dezember 1832 (1769) findet die Ziehung der von der freien Stadt Frankfurt garantirten Geldver⸗ looſung ſtatt, in welcher Hauptgewinne von fl. 200,000, 100,000, 40,000, 25,000 c., und außerdem 12,500 kleine Gewinne zur Vertheilung kommen. Unterzeichnetes Handlungshaus, welches von der Regierung mit dem Verkauf der Original⸗ looſe beauftragt iſt, erläßt ½ à fl. 6.— ½ a f„ 1. 30 5 kr, unter Zuſicherung der reellſten Bedienung. Heinrich Steffens, Comptoir: Mainſtraße 10 in Frankfurt a. M. Empfehlung. (1778) Eine Parthie Pfälzer Rüſſe zu bil⸗ ligem Preiſe, hat zu verkaufen Friedberg den 11. November 1852. Jacob May. Wohnungs⸗Veraͤnderung. (1781) Meine ſeitherige Wohnung bei Schuh⸗ macher Wagner habe ich verlaſſen und wohne fetzt bei Wittwe Göring neben der Stadtkirche, gegenüber dem Hötel Trapp, was ich meinen verehrten Gönnern hiermit ergebenſt anzeige. Zugleich empfehle ich mich im Decadiren und bitte um geneigten Zuſpruch. Friedberg. Karl Schmidt, Schneidermeiſter. Ge ſ u ch. (17938) Unterzeichneter ſucht einen Lehrjungen in ein Horn⸗ und Holzdrechsler⸗ und Stuhl⸗ machergeſchäft. Kaichen. Joh. Schmidberger. Eine Parthie Oelfaͤſſer, (179A von 1— 5 Ohm haltend, hat zu verkaufen Friedberg. W. Hanſtein. Verſteigerung. (1795) Nächſten Dienſtag, den 23. d. M., läßt Unterzeichneter 2 Pferde, 2 Wagen mit Zugehör, 2 Rinder (ein einjähriges und 1 trachtiges), 6 Hehl⸗ ſchweine und 1 Mutterſchwein, 2 Pflüge, 2 eiſerne und 1 hölzerne Egge, 7 bis 8 Fu⸗ der Roggen⸗ und ebenſovſel Waizenſfroh,) Fuder Gerſten⸗ und 7 Fuder Haferſtroh, 30 bis 40 Körbe Spreu, 50 Malter Kartoffeln, 2 Reffkämme, einige leere Fäſſer und einige bundert Fuß geſchnittenes Eichenholz, öffentlich meiffbietend verſteigern. karben. Franz Leonhard, Engliſche Fleckſeife à Stück 9 kr. (1796) Das vorzüglichſte Präparat, um auf die leichteſte Weiſe Flake aller Art, aus Tuch, Leinen, Baumwolle, Holz ꝛc., zu entfernen, ohne den zu reinigenden Gegenſtand irgend wie zu beſchädigen. Lager hiervon bei: Friedberg. P. F. Schmittner, nächſt der Burg. Ein Garten (1797) in der Nähe des Fauerbacher Thors, % bis ½ Morgen haltend, wird zu miethen geſucht. Von wem, iſt bei der Exped. dieſes 1 Blattes zu erfragen.—— — ie m; e (1798) Zwei im beſten Zuſtande befindliche A Logis, wovon das eine ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Jakob Heß in der Metzgergaſſe. 9 Be Kryſtall-Oel, 0 (1799) per Maas 45 kr., bei 4 25 0 Goldmann junior. Büdingen 5 5 N Mittelgründ Gin Sehr t eng les wergene 41800) sc G 105. 2 a 9 ches er dor ernen wünſcht, wird 2 2 i Erpihzſon dees Biatkee, 1 ö Neue holländische Bollhäeinge,, un ſowie Prima Belgiſche Limburger Käſe, cnauuten 6 (1801) empfiehlt als beſonders ächt 9 Frie Friedberg. W. Hanſtein. Berichtigung. In No 85, Inſerat 1725, Zeile 5 und 6 v. u., leſe man ſtatt: freundlich und will⸗ kommen eingeladen geheißen werden— freund- lich eingeladen und willkommen geheißen wer⸗ den. D. R. ö f insbeſor Literariſche Anzeigen. (1802) Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt erſchienen und zu haben: Eri Soolbad Nauheim rinnerung an Soolbad Nauheim Ein in feinſtem Stahlſtich ausgeführtes Tableau mit elf Anſichten: Total⸗ e anſicht von Nauheim, Kurhaus, Teichhaus, Badhaus und Sprudel, Gasbadhaus, alt zu Schwalheimer Brunnen, Münzenberg, Ziegenberg, Vordere Burg Friedberg, 1 Totalanſicht von Friedberg mit dem Viaduct, Hintere Burg Friedberg. den Leſer Preis auf weißem Papier fl. 1.— engeren 2 „„ chin. 18 kr. mund ſtel machen, ſe (1803) Bei C. Bindernagel in Fried⸗ Guſtav⸗Adolfs⸗Feſte. Predigt zur Vor⸗ alſchließl 5 iſt vorräthig: 995 0 0 10 112 lte Saen Aaunt) in ie ſtegreiche Kraft des evangeliſchen es Guſtav⸗Adolf⸗Vereines zu Wiesbaden am Tochter Glaubens. Predigt, in dem wide 2, September 1852 gehalten von Dr. Karl 55 5 ee Verſammlung Zimmermann. Preis 6 kr. zu 0. es evangeliſchen Guſtav⸗Adolf⸗Vereins am Die Hoffnung der proteſt i 8 55 9. September 1852 gehalten von Dr. Da⸗ Kirche Predigt, in 9 acer c Olle fd niel Schenkel, Profeſſor der Theologie, dienſte der 10ten allgemeinen Verſammlung deutſamke Director des evang. proteftant. Predigerſemi⸗ des evangeliſchen Guſtav⸗Adolf⸗Vereines am Da uten nars, und erſtem Univerſitätsprediger in Hei⸗ 8. September 1852 155 Friedberg den 15. November 1852. delberg. Preis 6 kr. Wilbelm Schultz, Airhenrathe zu Wies maiſer Dr. Renner. Eruſte Abendgedanken vor unſerm baden. Preis 6 kr. Luken, ihrem N Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg.