und Butzbach „Dezember. — Fried⸗ Buß ⸗ berg. bach. kr. pf. kr. pf. 81 Sl . II 91 9 ö 1 — —— Intelligenz Blatt Provinz Oberheſſen 8 0 im Allgemeinen, die KAreiſe Kriedberg, Vilbel und Nidda im Beſonderen. E 98. Mittwoch den 15. Dezember 1852. Amtlicher Theil. Einladung zur Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths. Es wird hiermit bekannnt gemacht, daß den 15., 16. und 17. d. M., Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr zu Friedberg in dem Ge⸗ meindehauſe die Abſtimmung zur Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths vorgenommen werden ſoll. Es ſind hierbei im Ganzen 15 Mitglieder des Gemeinderaths zu wählen, wovon die Wähler der dritten Abtheilung 5 Mitglie- der, und die Wähler der zweiten Abtheilung 5 Mit⸗ glieder, und die Wähler der erſten Abtheilung 5 Mit⸗ glieder zu wählen haben. 0 Sämmtliche Stimmberechtigte werden nach Art. 26 des Geſetzes vom 8. Januar 1852 zur Theilnahme an dieſer Wahl mit dem Anfügen eingeladen, daß die Abſtim⸗ mung ſtattfinden wird: 5 1) Für die Wähler der dritten Abtheilung, zu welcher die Stimmberechtigten gehören, deren monat⸗ licher Steuerbeitrag nicht über 56 ¼ kr. beträgt, am 15. und 16. Dezember d. J., Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr. 2) Für die Wähler der zweiten Abtheilung, zu welcher die Stimmberechtigten gehören, deren monat⸗ licher Steuerbeitrag über 56 ¼ kr. aber unter 2 fl. beträgt, am 17. Dezember d. J., Vormittags von 8 bis 12 Uhr. 3) Für die Wähler der erſten Abtheilung, zu welcher die Stimmberechtigten gehören, deren monat⸗ licher Steuerbeitrag über 2 fl. beträgt, am 17. Dezember d. J., Nachmittags von 2 bis 5 Uhr. Friedberg den 8. Dezember 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Die Schweſtern. Eine Memoiren⸗Novelle. (Fortſetzung.) Nelly begleitete mich nach der Behauſung meiner Schweſter, und es ſchien ſich nun ein Feenland vor mei⸗ nen Blicken zu öffnen, als ich Gabriele wieder um armte. Welch' eine freundliche Wohnung— ein Häuschen, nicht viel größer als das von mir verlaſſene— aber wie ganz anders! Eleganz und Behaglichkeit waren vereinigt, und als ich die ſeltenen exotiſchen Gewächſe in dem geſchmackvollen Treibhauſe erblickte, da dachte ich zurück an die Roſen in unſerer Wildniß. Ach ich bezweifle, ob wir jemals Blu⸗ men ſo geſchätzt haben, wie jene köſtlichen bethauten Knospen. Wood End Cottage ſtand auf der Spitze eines Hügels, und bot eine herrliche Ausſicht wäldlicher Ruhe; die alte Pfarre gränzte nahe daran, bewohnt von einem unverheiratheten Geiſtlichen,„arm und fromm,“ und der Kirchthurm ſah aus einem Haufen von Bäumen hervor. Der Klang der lieblichen Glocken auf jenem verwitterten Thurme ſchien mir überirdiſcher Muſik zu gleichen: es durchbebte mir das Herz, wenn ich ihr eigenthümliches, melancholiſches Geläute hörte. Es waren ſchöne Denk- mäler in der Kirche, und ſie hatte ein prachtvoll gemaltes Fenſter, worauf die Sonne im Sommer während der Stunden des Abendgottesdienſtes ſtets ihre letzten Strahlen warf. Mein Schwager, Herr Thomas Erminſtoun, war bläſſer und ſchmächtiger, als wie ich ihn zuletzt geſehen, und ich war erſchrocken und beſtürzt über ſein Ausſehen. Seine Liebe zu Gabrielen ſtieg bis zur Abgötterei, und um ihretwillen liebte und hegte er mich. Sie war kälter und ſtolzer in ihrem Benehmen als je, und nahm alle hingebende Zärtlichkeit ihres Mannes ſozuſagen nur leidend hin. Dieß ſchmerzte mich auf's Tiefſte; denn war er auch entſchieden einfältig, ſo lag doch eine Ehrlichkeit und Güte in ſeinem ganzen Weſen, welche in hohem Grade für ihn einnahm. Er konnte ſtundenlang mit ſteigendem Entzücken von Gabrielen mit mir reden; wir bewunderten beide ihre Alles überſteigende Schönheit, welche von Woche zu Woche einen reineren und engelgleicheren Charakter annahm. Mir allein wandte meine Schweſter alle ihre Liebkoſungen zu; alle verhaltene Liebe einer leidenſchaft⸗ lichen Natur machte ſich Luft in meinen Armen, welche ich mit ſeltenem Liebesenthuſiasmus um ihren Hals ſchlang; daher kam es auch, daß ihre Fehler mir ſolche Angſt ver⸗ urſachten— denn ich konnte nicht umhin ſie zu bemerken — und ich allein in der ganzen Welt kannte ihre edle Natur— und wußte, was ſie„hätte ſein können.“ Ich ſagte ihr, daß ich erwartet hätte, ſie heiter zu finden, jetzt da ſie einen glücklichen eigenen Heerd beſäße. „Glücklich! heiter?“ rief ſie traurig.„Eine Kind⸗ heit wie die meinige geweſen, wirft düſtere Schatten über die ganze Zukunft, Ruth.“ 5— 396— „O ſprich doch nicht ſo, theuerſte Schweſter,“ er⸗ widerte ich;„haſt Du nicht einen guten Ehemann? iſt Dir nicht Deine Verirrung gnädig verziehen? biſt Du nicht von Segnungen umgeben?“ 5 „Und abhängig!“ antwortete ſie bitter. „Aber abhängig von Deinem Manne, wie die Bibel ſagt, daß jedes Weib es ſein ſolle.“ J f „Und mein Mann iſt gänzlich abhängig von ſeinem Vater, Ruth; er beſitzt weder Fähigkeit noch Geſundheit ſich ſelbſt zu helfen, und iſt ganz in ſeines Vaters Hand gegeben um unſer tägliches Brod. Ich habe nur eine Knechtſchaft mit der andern vertauſcht, und alle meine Hoffnung iſt jetzt auf Dich geſetzt, theuerſte Schweſter, Dir eine Erziehung zu geben—— Dich unabhängig zu machen von dieſer kalten, harten Welt.“ „Ei, Gabriele ſagte ich,„Du biſt noch nicht ſieben⸗ zehn Jahre alt;— es iſt doch wohl noch nicht zu ſpät für Dich, gleichfalls noch Deine Erziehung zu machen?“ „Zu ſpät, zu ſpät!“ entgegnete Gabriele traurig.— „Höre, weiſe Ruth, ich werde bald Mutter ſein, und meinem Kinde, wenn es am Leben bleibt, und Dir will ich mich widmen. Du haſt die Miſſes Erminſtoun geſehen — Du haſt ihre Gemeinheit, ihren Dunkel und ihre ab⸗ geſchmackten Anſprüche geſehen; ſie haben mich geneckt mit meiner Unwiſſenheit, und ich will ſie jetzt nicht ab⸗ legen. Das Blut der de Courcys und O'Briens hat mich zu einer Lady gemacht, und alle Schätze Indiens können ſie nicht dazu machen. Nein, Ruth, ich will in Unwiſſen⸗ heit verharren, und doch über ſie erhaben ſein, ſo hoch wie die Wolken über dieſer kläglichen Erde, in angeborner Ueberlegenheit und Geiſteskraft!“ 1 „O Schweſter,“ verſetzte ich ſchuͤchtern,„es iſt nicht gut, ſo hoch von ſich ſelbſt zu denken— ſo lehrt die Bibel nicht. 5„Ruth! Ruth!“ rief ſie ungeduldig,„ich denke keineswegs hoch von mir ſelbſt, wie Du wohl weißſt. Du weißſt ja am beſten, mit welcher Angſt ich unſere Mängel beklagt habe: anſpruchsvolles Weſen iſt's, was ich ver— achte und worüber ich mich hoch erhebe; Talent und Bil⸗ dung, Tugend und Edelſinn iſt's, was ich verehre und was ich anbeten könnte!“ 5 „Aber Theuerſte,“ wandte ich ein,„man kann ja liebreich und gütig ſein, ohne daß man ſo ungeheuer ge— ſcheidt iſt./ b 5 „Die Damen Erminſtoun ſind nicht liebreich, nicht gütig; erwiderte ſie ſtolz,„die Herren Erminſtoun ſind Narren! Ruth, ich habe eine Knechtſchaft mit der andern vertauſcht, und die Sünden des Vaters fallen auf das unſchuldige Kind. Ich habe Hunger, Froſt und Ernied⸗ rigung vertauſcht mit verhaßter Abhängigkeit von gemeinen und verächtlichen Menſchen. Wehe mir! wehe mir! Wenn ich nur Dich retten und Dich unabhängig machen kaun, ſo will ich ſchon mein Loos ertragen.“ Meine Erziehung begann, und man nannte mich ein „geſcheidtes Kind,, Jedermann war gütig gegen den armen Krüppel, ſelbſt die ſtolzen Miſſes Erminſtoun, welche auf meine ſchöne Schweſter neidiſche und verächtliche Blicke warfen, die ſie mit unausſprechlichem Hohn zurückgab— ſtillſchweigend, aber ſicher. O wie inſtändig bat ich Ga⸗ briele, daß ſie es doch verſuchen möge, ihre Liebe zu ge⸗ winnen, ihre Bibel zu leſen und darin zu finden, daß „eine linde Antwort den Zorn ſtillet); aber Gabriele; war ſtolz wie Lucifer, und mochte nicht leſen von Demuth und Mäßigung. Ich fand einen eifrigen Freund und Lehrer an Herrn Daere, dem„armen, frommen Geiſt⸗ ) Sprichw. 15, 1. lichen 360 er war ein Unverſitätsfreund meines Schwagers und einige Jahre älter. Ich gewann die Ueberzeugung, daß Herr Dacre Thomas Erminſtoun's Leben für ſehr unſicher anſah, nach der Art wie er mit ihm über reli⸗ giöſe Gegenſtände ſprach, und nach der ängſtlichen Sorg⸗ falt, die er für ſein Seelenheil an den Tag legte. Herr Dacre pflegte mich ſeine„weiſe kleine Freundin/ zu nennen, und wir waren gewohnt, über Stellen in dem Buche zu ſprechen, welches mir das liebſte war. Was hielt ich von ihm? Ei nun, bisweilen wollte ich ihn in meinem Sinne mit einem Apoſtel vergleichen— etwa Paulus— aufrichtig, gelehrt und begeiſtert, dann aber ſchwebte Paulus wieder meiner Phantaſie als ein ehr⸗ würdiger Mann vor mit Bart und wallendem Gewande, während Herr Dacre ein hübſcher junger Mann war, und außerordentlich ſauber in ſeinem geiſtlichen Amtskleide und in ſeinem ganzen Anzuge überhaupt. Er hatte dunkle Augen mit ernſtem Blick— feierlich nach meinem Dafür⸗ halten, aber mit dem ſüßeſten Lächeln von der Welt; und eine der Miſſes Erminſtoun ſchien auch der Meinung: doch ſagten die Leute, der fromme junge Geiſtliche habe ſich der Eheloſigkeit geweiht. Es war noch ein anderer häufiger Beſucher in Er⸗ minſtoun⸗Hall, der nicht ſelten ſeinen Weg nach Wood End Cottage fand, und dieß war keine geringere Perſon als Lord Treherne, welcher mit fürſtlicher Pracht in Treherne⸗Abbey lebte, und ſeit Kurzem Wittwer geworden war. Dieſer Edelmann war etwa ſechszig Jahre alt, ſtattlich, kalt-und zurückhaltend in ſeinem Benehmen, und nur ſelten zu einem Lächeln zu erwärmen, außer wenn es der Schönheit der Frauen galt, von der er in der That ein enthuſiaſtiſcher Bewunderer war. Die verſtorbene Lady Treherne hatte ihrem Gemahl keine Kinder geſchenk; und dieſe getäuſchte Hoffnung wurde von Letzterem bitter empfunden, welcher ſich ſehnlichſt einen Erben für ſeinen uralten Titel und ſeine ungeheuren Beſitzungen wünſchte. Man munkelte ſchon, daß die älteſte Miß Erminſtoun Ausſicht habe, die begünſtigte Dame zu werden, auf die wohl die zweite Wahl Seiner Herrlichkeit fallen könnte: ſie war noch ein ſchönes Frauenzimmer und eben ſo kalt und ſtolz wie Lord Treherne ſelbſt; doch trotz aller ihrer lächelnden und aufmunternden Mienen machte ihr der alte, auf Freiersfüßen gehende Cavalier keinen Antrag. Nein, im Gegentheil zeigte er große Theilnahme für Herrn Dhomas Erminſtoun's abnehmende Geſundheit; er war des armen jungen Mannes Taufzeuge geweſen, und es ſchien nicht unwahrſcheinlich, daß, im Fall Se. Herrlich⸗ keit kinderlos ſtürbe, ſein Pathe ein beneidenswerthes Vermögen erben würde. Seltene Früchte und Blumen langten verſchwenderiſcher Menge aus Treherne-Abbey an; und Mylord zeigte großes Intereſſe an meinen Fortſchritten, während Gabriele ihn mit weit mehr Freiheit behandelte als ſonſt irgend Jemanden, und an ſeinen väterlichen Auf⸗ merkſamkeiten viel Befriedigung und Wohlgefallen zu finden ſchien. Endlich kam die Zeit, wo Gabriele nun Mutter eines ſo lieblichen Kindleins wurde, wie je eins dieſe Welt des Jammers betreten; und es war ein reizender und rühren⸗ der Anblick, die jugendliche Mutter ihr Töchterlein lieb— koſen zu ſehen. Es hat mich oft gewundert, daß ich keine Qnalen der Eiferſucht fühlte, denn der ſchöne Ankömmling theilte im höchſten Grade meiner Schweſter Liebe zu mir— ja nahm ſie faſt ganz in Beſchlag: und es lag etwas Furchtbares und Erhabenes in der uͤbertriebenen Abgötterei Gabrielens mit ihrem ſüßen Kinde. Ihr eigenes Selbſt wurde ganz und gar aufgeopfert, und wenn ſie jeden Abend über ihres Säuglings Lager hing, und ſeinen glück⸗ 0 9 1 5 ——PP 2 2 2 gal er rei, chen Sul lege. arg — 2. * 2 S — — — 2 —— le verſtorbene Ader geſchenkt; letzterem bitter ben für ſeinen gen wünschte. d Erminſtoun erden, auf die allen konnte: d eben ſo kalt oß aller ihrer achte ihr der einen Autrag. ne für Herrn eit; er war en, und es Se. Herrlich idenswerthes und Blumen ne⸗Abbey an; Fortſchritten, eit behandelte erlichen Auf⸗ gefallen zu Mutter eines ieſt Lelt des und ruͤhren⸗ berlein lieb⸗ daß ich keine Ankommling be zu mir— s lag etwas en Abgöttere igenes Selbſt enn ſie jchen feinen glick lichen, friedlichen Schlummer bewachte, ſo war es ſchwer zu ſagen, welche von beiden die Schönſte ſei. Ruhe be⸗ zeichnete das Antlitz einer jeden— Gabrielens Angeſicht war beſeelt von der himmliſchen Ruhe mütterlicher Liebe. (Fortſetzung folgt.) — 397— hier finden. An die mildthaͤtigen Bewohner Friedbergs und der Umgegend. Die Unterzeichneten erlauben ſich, denjenigen mildthä— tigen Bewohnern Friedbergs und der Umgegend, welchen es wehe thun würde, wenn am bevorſtehenden Weihnachts⸗ ſchlagen. feſte, wo ſo viele Kinderherzen ſich der Geſchenke erfreuen, dieſes oder jenes Händchen leer ausgehen müßte N Kleinkinderbewahr-Anſtalt Mae eet 1 Wer gerne an dieſem Feſte glückliche Menſchen machen möchte und ſonſt keine Gelegenheit dazu hat, der kann ſie Es werden ihm dankbare Herzen entgegen⸗ Friedberg den 5. Dezember 1852. Die Commiſſion fuͤr die Kleinkinderbewahr⸗Anſtalt: C. Werner. W. Bender. Th. Dieffenbach. Eliſe Wahl. J. Müller. Ph. Dieffenbach. J. Steinhäußer. Trapp III. Roller. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. d ο⏑ιι Edietalladung. 9.7880 Gegen den Ortsbürger Georg eh II. in Niedermörlen iſt Concurs er⸗ kannt worden. Forderungen an denſelben ſind deßhalb in dem auf Freitag den 14. Januar 1853, 8c Vormittags 9 Uhr, anberaumten Liquidationstermine bei Vermei⸗ dung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe dahier anzuzeigen und gehörig zu begründen. In dieſem Termine ſoll zugleich die Güte verſucht werden, und es ſind daher die etwa eingereicht werdenden Vollmachten auch auf den Abſchluß eines Arrangements auszudehnen. Butzbach den 7. November 1852. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ebel. Harbordt. Oeffentliche Ladung. (187) Nach Seite 204 des Sypotheken⸗ buchs der Stadt Friedberg entliehen Georg Martin Philippi und ſeine Ehefrau Phi⸗ lippine, geb. Reul, bei Dr. Freſenius in Erfurt unterm 30. Dezember 1762 ein Kapital von 1000 fl. zu 5 PCt. und verpfändeten ihr auf der großen Straße ſtehendes Wohnhaus neben Joh. Martin Falk und Frau Rauch Wittwe; die Obligation wurde den 26. April 1763 an den Materialiſten Joh. Jacob Caſimir Leon⸗ hardi zu Frankfurt cedirt. Ferner entliehen nach Seite 54 deſſelben Hy⸗ pothekenbuchs unterm 19. Februar 1779 Mo- ſes Alexander dahier und Röschen, deſſen Ehefrau, bei dem Papiermüller N. N. Malt⸗ feld bei Nidda die Summe von 60 fl. und ſetzten zum Unterpfand ihr in hieſiger Juden⸗ gaſſe neben Moſes Bock und Meier Mombur ſtehendes Wohnhaus. Und endlich errichtete nach Seite 67 des Hy⸗ pothekenbuchs unterm 7. Oct. 1814 der zum Bauinſpector der Stadt Friedberg ernannte Joh. Adam Steinhäuſer und ſeine Ehe⸗ frau Margaretha, geb. Wecker, für die treue Verwaltung dieſes Amtes eine Cautions⸗Urkunde in dem Betrage von 500 fl. und gaben zum Unterpfand ihr Wohnhaus, zum Ritter genannt, No. 139, mit Nebenbau, Scheuer und Stallung, auch Hofraithegrund und Gärtchen auf der großen Straße, neben Rathsſchöff Laubinger und Heinrich Weckerling gelegen. Da die gedachten Kapſtalien längſt abgetra⸗ gen, resp. die Verbindlichkeiten aus dem Dienſt⸗ verhältniß ſchon lange erfüllt, die Urkunden aber abhanden gekommen ſein ſollen, ſo werden auf Antrag der Intereſſenten alle diejenigen, welche aus irgend einem Grunde Anſprüche an jene Schuld⸗ Pfandverſchreibungen, beziehungs⸗ weiſe an die benannte Caution bilden zu können glauben, hiermit aufgefordert, ſolche um ſo ge⸗ wiſſer binnen zwei Monaten bei dem unter⸗ zeichneten Gerichte anzuzeigen und zu begründen, als die Urkunden ſonſt für erloſchen erklärt und die betreffenden Einträge im Hppothekenbuch gelöſcht werden. Friedberg den 24. November 1852. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Dr. Irle. 1400 Gulden (1921) können im Ganzen oder auch ge. trennt, mit Anfang des nächſten Jahres aus der Kirchenkaſſe zu Florſtadt ausgeliehen werden. Bekanntmachung. (1995) Mittwoch den 22. d. M., Mittags 12 Uhr, ſollen auf dem Büreau des Unter⸗ zeichneten nachfolgende Bauarbeiten in Accord gegeben werden: A. Brückenbau: 1) Maurer- und Steinhauerarbeit, fl. kr. veranſchlagt zu 930 7 2) Zimmerarbeit, ohne Lieferung des Holzes, veranſchlagt zu 241 5 3) Schloſſerarbeit, veranſchlagt zu 75 18 4) das Anfahren und Aufſetzen von circa 14 Cubikklafter Steinen, 5) die Lieferung von circa 78 Bütten Waſſerkalk,. 6) die Lieferung von eirca 18 Bütten Luftkalk, B. Wegbau: 1) Erdarbeit, veranſchlagt zu 2) Chauſſirarbeit, veranſchlagt zu 3) das Anfahren, Brechen und Auf- ſetzen von 23 Cubikklafter Steinen, C. Erbauung eines Durchlaſſes: 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 145 51 2) das Anfahren und Aufſetzen von circa 3 Cubikklafter Steinen, 3) die Lieferung von circa 20 Bütten Waſſerkalk, D. Flußregulirung: 1) Erdarbeit, veranſchlagt zu 162 30 wobei bemerkt wird, daß Voranſchlag, Zeich⸗ nungen und Verſteigerungsbedingungen auf dem Büreau des Gr. Kreisbaumeiſters in Grünberg, die Erdarbeiten dagegen durch die Abſteckungen auf dem Felde eingeſehen werden können. Oberbeſſingen den 6. Dezember 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Serth. 274 47 248 6 Fruchtverſteigerung. (1996) Donnerſtag den 16. Dezember l. J., Vormittags 11 Uhr, werden die Früchte hiefiger Pfarrei und Kirche, beſtehend in circa 48 Mal⸗ fer Korn, 43 Malter Gerſte und 42 Malter Hafer in der Nathsſtube dahier öffentlich ver⸗ ſteigert. Dornaſſenheim den 10. Dezember 1852. Der Kirchenvorſtand. Bekanntmachung. (1997) Mittwoch den 22. Dezember l. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll die Lieferung des Be⸗ darfs an Buchenſcheitholz für das Landes⸗ zuchthaus, ſowie die Anfuhr des Bedarfs an Braunkohlen von dem Heſſenbrücker- Hammer bei Laubach auf dem Diersterial⸗ Sten dahier im Wege öffentlicher Verſteigerung vergeben werden. Marienſchloß den 8. Dezember 1852. Die Verwaltungs⸗Commiſſion. Für die Ausfertigung; Nispel, Secretär. Holz⸗Verſteigerung. (1998) Freitag den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird in bieſigem Gemeindewalde, Di⸗ ſtrikt Häſſel, nachſtehendes Holz öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert, als: 11. Stecken Nadel⸗Scheitholz, 8 7 17 Prügelholz, 24 1„ Stockholz, 1825 Wellen Nadel⸗Reißholz, 194 Stück Nadelſtangen, von 15 bis 35“ Länge und 837 Cubikfuß enthaltend, 122 Stück Nadelbauholz, von 10 bis 46“ Länge, 5 ½ bis 11“ Durchmeſſer und 993 Cubikfuß enthaltend. Die Zuſammenkunft iſt in oben benanntem Holzſchlage. Obermörlen den 9. Dezember 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter önig. N τ ο⏑τοι Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zu vermiethen. (1907) In meinem Hinterhauſe iſt eine Wohnung für eine ſtille Familie zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. 61 45 ü ck. Verkaufsanzeige. (1792) Meine beiden, ungefähr 2 Morgen haltenden, nur mit edlen Reben im beſten Er⸗ trage beſetzten, Wingerte am Johannisberge, desgleichen ein daſelbſt gelegenes Stück unbe⸗ bauten Landes, will ich aus der Hand verkaufen. Friedberg den 15. November 1852. Dr. Renner. An none e. (1999) Altes Blei, altes Meſſing und altes Kupfer kauft in jeder Quantität und zu den beſtmöglichen Preiſen das Etabliſſement für mechaniſche Conſtruction von Paul Stumpf, in Frankfurt a. M., Römerberg J. 77 u. 78. Mein Lager (2000) ſelbſt gefertigter Piſtolen und Ter⸗ zerolen empfehle ich zu den billigſten Preiſen. Friedberg. H. Engel. Ein Armring (2001) iſt im Muſeum gefunden worden und kann gegen Erſtattung der Inſeratgebühren in Empfang genommen werden bei. Schulmeier. ———¼¼ — 398— Dr. Borchardt's arom.⸗medieiniſche Kräuter ⸗Seife, (2002) als ein bewährtes Mittel gegen die ſo läſtigen Sommerſproſſen, Finnen, Puſteln, Schuppen, Leberflecken und andere Hautunreinheiten rühmlichſt anerkannt, iſt in hieſiger Stadt nur allein bei mir echt zu haben. K Friedberg. P. F. Schmittuner. Aüsſtel fung der prachtvollen Porcellaine& Glaswaaren (2003) bei L. Goldmann jun., in Friedberg. Allgemeine Rentenanſtalt zu Darmſtadt. 178 Diejenigen, welche der in der Bildung begriffenen, mit dem 31. De⸗ zember d. J. geſchloſſen werdenden 6. Jahresgeſellſchaft, zu welcher bereits 409 Einlagen gemacht worden ſind, beizutreten oder Nachzahlungen auf frühere Einlagen zu leiſten beabſichtigen, laden wir hierdurch ein, ſolches vor Ablauf dieſes Jahres entweder dahier bei dem Hauptbüreau der Anſtalt oder auswärts bei den Herren Bevollmächtigten derſelben“) zu bewerkſtelligen.. Bis jetzt zählt die Anſtalt im Ganzen 5404 Mitglieder mit 9001 Einlagen und einem effectiven Einlageeapital von 509918 fl. Bei der mit der Anſtalt verbundenen Depoſitenecaſſe wurden außer⸗ dem ſeit Anfang d. J. bereits 242797 fl. hinterlegt. Darmſtadt den 25. Oktober 1852. Die Direction der Allgemeinen Rentenanſtalt. ) In Friedberg: bei Herrn Heinrich Hahn; in Butzbach: bei Herrn Bürgermeiſter Seippel; in Vilbel: bei Herrn Geometer 1. Claſſe Grosholz. Zu Weihnachtsgeſchenken empfiehlt die Buchhandlung von CE. 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