mnuar. 1 1 a 2 * Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Begierungsbezirk Friedberg 10 im Beſonderen. Mittwoch den 14. Januar 1852. Die dumme Anne. Eine Erzählung aus dem Gebirge von Marie Nathuſius. (Nieritz Volkskalender.) (Fortſetzung.) Der Rector ſtand mit ſeiner ganzen Familie vor der Thür, als der kleine Stuhlwagen, auf dem Klaus, die Großmutter und Anne ſaßen, vor die Thür rollte. Von der„dummen Anne“ wie Klaus ſein Töchterchen auch hier zum Spaß genannt, hatten ſich Rectors eine wunder— liche Idee gemacht. Ein Mädchen, daß in den Bergen nur immer die Kühe gehütet, nie in einer Schule gewe— ſen, nie einen gelehrten Rector geſehen, noch viel weniger ſeinen Unterricht genoſſen hatte, und noch viel weniger den einer Frau Rectorin. Dieſe Frau Rectorin hatte ſchon unverheirathete Mädchen in Penſion gehabt, konnte franzöſiſche Worte in ihre Unterhaltung mit einfließen laſſen, konnte die höchſten Triller ſingen und noch jetzt ihre Tochter im Tanzen unterrichten. Ihre ſechszehnjäh— rige Tochter Thekla war ganz das Ebendild der Mutter, lange Locken hingen an dem magern Halſe, das Kompli— ment fing ſie mit der zweiten Poſition an, und geſchnie— gelt und gebügelt war ſie mit Friſuren und Tändelſchür— zen und Manſchetten. Klaus hatte gerade dieſe Familie aufgeſucht, weil er es nicht recht überwinden konnte, daß Anne ſo ganz ohne Bildung aufwachſen ſollte. Er hatte auch geſucht der Großmutter und Annen großen Neſpekt vor den Leuten einzuflößen, die Großmutter aber ließ ſich nicht viel vermahnen, ja ſie warnte ſogar Annen vor der Klugheit der Welt, vor ihrem Lug und Trug und wun— derlichen Faxen. Du gehſt hin, weil der Vater es will und weil Du confirmirt werden mußt, aber ich wünſche, Du kämeſt eben ſo dumm wieder als Du hingehſt. Und ſo laß Dich nicht verderben, habe Gott vor Augen und im Herzen, und ſei getroſt. Uebrigens giebſt Du gut Koſtgeld und brauchſt nicht bange zu ſein. Als die Frau Rectorin die ſtattliche ernſte Groß— mutter und die ſchlanke prächtige Anne vor ſich ſah, wäre ſie beinahe iu ihrem Leben zum erſtenmal verlegen gewor— den. Sie hatte ſich beide ſo ganz anders vorgeſtellt. Seufzend ſah ſie auf ihre verkümmerten Sprößlinge, und doch war es ihr ein Troſt, als Anne treuherzig der Fa— milie der Reihe nach derb die Hand reichend und ihr „Grüß Gott“ ſagend ihre Kinder alle ſo zierlich knixten und dienerten. Die Gäſte wurden nun in die Putzſtube geführt. Die Großmutter und Anne mußten die Stühle auf dem Fenſtertritt einnehmen, um die Straße zu genie— ßen, und der Rector ſaß mit Klaus auf dem rothen Sopha. Während die Frau Rectorin ſüß mit den Augen blinzelte und der ſtolzen reichen Bauerfrau um den Bart ging, und Thekla derlei Verſuche bei Annen machte, liefen die andern geduckt der Reihe nach unter den Fenſtern hin und her, ſchielten nach den ſonderbaren Gäſten und lachten aus vollem Halſe. Das ſind aber ungezogene Kinder! ſagte die Groß— mutter ſtrenge. Die Rectorin zog es vor, ihre Nachkom— men bei dieſer Gelegenheit zu verleugnen. Ganz abſcheuliche Schlingels! ſagte ſie entſchieden. In kleinen Städten iſt's immer ein Auflauf, wenn etwas paſſirt. Dabei ſchleuderte ſie einige Blitze durch die Feu— ſterſcheiben, und es entſtand Ruhe draußen. Sieh mal, ſagte Thekla zu Annen und reichte ihr eine Vaſe mit gemachten bunten Papierblumen hin,— das ſind Fan und wachſen in meinem Garten. So? entgegnete Anne treuherzig, die kenne ich nicht, aber ſchön ſind ſie nicht. O du ſollſt mal dort oben meine Blumen ſehen! Thekla ärgerte ſich, daß ſie der dummen Anne mit nichts imponiren konnte, ſchon bei einigen Verſuchen war ſie ſo abgeblitzt. Die Frau Rectorin lief jetzt ab und zu, um das Mittagseſſen zu beſorgen, und Thekla mußte mit hin und her laufen. Anne ging während dem neugierig in der Stube hin und her, ſah auch durch ein klein Fenſterchen auf den Hausflur, wo Thekla vor dem Küchen- und Ge— ſchirrſchrank beſchäftigt war. Mit Verwunderung ſah ſie wie Thekla's langes Kleid Treppen und Eſtrich kehrte, und als dieſe herein kam, um das Laken auf den Tiſch zu legen, ſagte ſie nachdenklich: Warum fegſt Du nur mit dem Kleid an der Erde? Sieh mal, ſo viel iſt's länger als mein Rock.— Bei dieſen Worten hob ſie unbefangen Theklas Kleid eine Viertelselle in die Höhe. Erſchrocken fuhr die Frau Rectorin auf die Tochter zu, denn ein wunderbarer Unterrock zeigte ſich aller Augen. Ei, fuhr Aune ſehr verſtändig fort, was würde ich an Deiner Stelle thun? Ich wurde von dem Kleid ein Ende abſchnei— den und auf den Unterrock ſetzen. Das war der Rectorin zu viel. Liebes Kind, ſagte ſie belehrend, bei uns kann man nicht mit zu kurzen Klei— dern gehen, aber es iſt albern von Thekla, daß ſie den Rock wieder angezogen hat, der ſchon längſt für ein ar⸗ „ ——ů— gehoben, als ob ſie bei Ihnen wäre. — 14 mes Kind beſtimmt war.— Dann ging ſie ſchnell über den Gegenſtand fort, weil ſie fühlte, daß er ſchwer zu erörtern ſei. Jetzt wurden Teller aufgetragen und Brod und Salz. Anne ſtand wieder am kleinen Fenſter und ſah auf den Flur. Thekla kam mit einer Aſſiette geſchmorter Pflaumen aus der Küche, haſtig griff ſie mit dem Zeigefinger und Daumen hinein und ſteckte in jede Backe eine Pflaume. Unverſehens aber war die Mutter gefolgt, und— Pautzl! brannte eine Ohrfeige auf den geſchäftigen Backen. Da Thekla ſchon die Thürklinke in der Hand hatte, fuhr ſie auch vollends in die Stube, die Mutter folgte, aber bei— den war, außer Theklas rother Wange, von dem Vorfall nichts anzuſehen. Anne war erſchrocken von dem Fenſter— chen fort zur Großmutter getreten. Die Frau Rectorin, die gern den Ernſt der Großmutter bekämpft hätte, ward immer freundlicher und liebenswürdiger. Meine liebe Frau, ſagte ſie jetzt wieder herzlich, ſorgen Sie ſich nicht: die liebe Anne iſt hier ſo gut auf— Ich werde mütter⸗ lich für ſie ſorgen und meine Thekla, mein Herzens Tö— terchen(hierbei nahm ſie Thekla in den Arm) wird mir helfen. O ſie iſt mein liebes Kind, ſagte ſie zärtlich, und macht mir nur Freude. a Anne, die ſich von ihrem Schrecken noch nicht er— holt hatte, ſah verwundert dieſe Zärtlichkeit. Aber, ſagte ſie, ſtockend,— warum gaben Sie ihr eben die Ohrfeige? Die Frau Rectorin biß ſich auf die Lippen. Kann das fatale Mädchen durch die Wände ſehen? Doch An— nens Blick nach dem Fenſterchen, als ſie ſprach, belehrte ſie, wer der Verräther geweſen. Wo die rechte Liebe iſt, iſt auch die rechte Strenge, ſagte ſie ſalbungsvoll. Thekla iſt auch nicht ganz ohne Fehler, dieß mußte beſtraft werden. Warum nahmſt Du auch die Finger? Du hatteſt den Löffel in der Hand, fragte Anne. Der Rector, der ſich jetzt mit Klaus nach den Frauen gewandt, ward aufmerkſam. Die beiden langen Falten, die ſich von ſeiner Naſe bis zum Munde zogen, wurden noch länger:— Was hat ſie gethan? fragte er ſtrenge. Es iſt nicht von heute die Rede, entgegnete ſeine Frau unbefangen, und ſprach eifrig über etwas anderes weiter. Bald brachte das Mädchen die Suppe und man ſetzte ſich. Die gebildete, aufgeklärte Rectorsfamilie war nicht gewohnt, bei Tiſch zu beten; doch als die Gäſte die Hände falteten, faßte ſich der Rector und ſprach: Aller Augen warten auf Dich u. ſ. w. Seine Kinder aber ſahen neugierig und unverſchämt wie die jungen Spatzen die ungewohnten Sachen mit an. Der eine ſtützte den Kopf, der andere ſperrte den Mund auf, der dritte klap⸗ perte mit dem Löffel auf dem Teller. Die Großmutter bemerkte Alles und faßte ihren Entſchluß danach. Anne konnte recht gut einige Stündchen näher in einem Ge— birgsflecken confirmirt werden. Aber der gutmüthige Klaus hatte ſich von der Frau Rectorin Firlefanzereien beſchwatzen laſſen. Der Sache war freilich nicht mehr abzuhelfen, aber gleich nach der Confirmation ſollte Anne wieder hin⸗ auf! Und ſo ſtieg die Großmutter mit ruhigem Herzen auf den Stuhlwagen, weil ſie wußte, daß es kein langer Abſchied ſei. Nachdem die Großmutter fort war, faßte die Frau Rectorin neue Courage, ſie nahm Annen vor, um ſie zu inſtruiren. Mein liebes Kind, ſagte ſie, wenn es Dir hier im Haus gut gehen ſoll, mußt Du es mit mir halten. Meinen Mann kennſt Du nicht;— alſo mit mir! ver⸗ ſtehſt Du? Anne verſtand dieſe Kniffe nicht, denn ſie entgegnete gutmüthig: O ich will es mit Ihnen beiden halten und werde Alles thun, was der Herr Rector wünſcht und was Sie wünſchen. Die Rectoriu ſeufzte über dieſen Unverſtand und begann von Neuem: Kind ich meine, mir mußt Du Alles ſagen, vor mir darfſt Du nie Heimlichkeiten haben. Anne ward ganz roth. Nein Frau Rectorin, ſagte ſie feierlich, ich verſpreche Ihnen, nie ſoll eine Unwahrheit über meine Lippen kommen. Die Frau Rectorin ward jetzt wirklich etwas verle— gen,— es war das drohende Angeſicht Gottes, das ſie ſchaute. Und ſie wagte augenblicklich nicht dieſe Unſchuld weiter zu betaſten. So recht, liebe Anne, ſagte ſie ver—⸗ blüfft, es wird ſchon Alles gut gehen. 5 Aber es ging nicht gut. Die helläugige Anne ſah überall etwas, wo ſie nichts ſehen ſollte, ihr kecker, Mund machte ſtets harmloſe Beminerkungen dazu, ja wäre das bedeutende Koſtgeld nicht geweſen, es wäre ihr ſchlecht gegangen. So aber nahm ſich die Familie zuſammen, die Frau Rectorin rüffelte im Stillen ihre Kinder, der Rector puffte hier und da, und es war ein ſchlimmes Treiben im Familienleben. Anne verſtand nichts, und Alles ging wie ein wüſter Traum an ihr vorüber. Dabei wuchs aber gar mächtig die Sehnſucht nach ihren Bergen, und noch eine andere Sehnſucht regte ſich hin nnd wieder. Wenn das Poſthorn in die Abenddämmerung tönte, ſtand ſie mit klopfendem Herzen vor der Thür. Thekla hatte ihr geſagt: mit dem Wagen kommen Fremde an,— und ſie hoffte immer, des alten und jungen Jägers Geſicht darin zu ſehen. (Schluß folgt.) Miszellen. Ein ſchleſiſcher Jude kam nach Berlin, und beſuchte unter Andern auch eine noble Conditorei. Eben als er eintritt, fordert Jemand ein Glas Waſſer und der Garçon ruft:„verre d'eau!“ Der Jude, welcher ſich in ſeinem Dialekt mit: Wer do? angerufen glaubte, antwortet ſchnell und laut:„der Heiman Levy aus Polkwitz!,,— „Können Sie mir nicht ſagen, ob das der Mond oder die Sonne iſt?“ fragte ein Betrunkener der ſich im Weinhaus gütlich gethan und den Tag von heller Mond— ſchein- Nacht nicht mehr unterſcheiden konnte, einen Vor⸗ übergehenden.—„Ich bedaure, Ihnen dies nicht ſagen zu können, erwiederte der Gefragte,„ich bin hier fremd. Monats-Bericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg. Den Freunden, Wohlthätern und Gönnern unſerer Anſtalt zeigen wir hierdurch herzlich dankend an, daß im Laufe des Monats Dezember, beſonders in der letzten Hälfte des Monats, 307 fl. 33 kr. eingegangen ſind und daß der 13. Zögling, ein zwanzigjähriges Mädchen von Lan⸗ denhauſen, bei uns eingetreten iſt. Wir haben nun wieder ein neues Jahr angetreten und mit dem⸗ ſelben neue Sorgen und neue Verpflichtungen, aber auch eine bis auf den Grund geleerte Kaſſe. Und da müſſen wir denn nun wieder auf's Neue bitten, die alte debe gegen unſere 13 arme Blinden zu er⸗ neuen. Die Liebe wird nicht alt und darum gehen wir auch getroſten Muthes mit unſerm alten Glauben und Hoffen freudig in's neue Jahr hinein. Will's Gott, dann berichten wir 1853 wieder Erfreuliches, wie wir es auch jetzt thun müſſen, wenn wir auf 1851 zurückblicken und was aus dem nächſtens erſcheinenden zweiten Berichte zu erſehen ſein wird. N. B. Noch immer ſind Aktien à 25 fl. auf das Haus der Blinden⸗Anſtalt gegen 4 pCt. zu haben, und wir bitten um Abnahme. Friedberg den 1. Januar 1852. J. P. Schäfer, Vorſteher der Blinden⸗Anſtalt. * 5 ia geworden mn Mal. Gefahr von ind lediglich rung J. ver Buß bach Bel (28) Das horige, am A guenten Straf Wohnhaus m Olconomiegeb ten, soll Dlenſtag de einem offentli Man brin bffentlichen Kg VWaflitaten z Mlage einer dun ſehr g dub bach 5 (29) dag mittags 9 ungefähr a Alen öffen wozu Kauf Groß ka Be 85) Es w 5 bracht, Schm. b) als E einneh 1 1 der, gegnett en und nd Was ad und ißt Du baden. , ſagte ahrheit ö verle⸗ das ſie Anſchuld ne ver⸗ Inne ſah r Mund are das ſchlecht ſammen, det, der chlines ind Alles ei wuchs gen, und wieder. e, ſtand la hatte — und Geſicht beſuchte als er Garcon n ſeinem et ſchnell r Mond ſich im Mond⸗ kingegan gen von Lan⸗ u ſein wird bden⸗Auffalt ter , — Neu⸗Anffalt 14 — — Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. NN Edietalla dung. 2028) Nachdem über das Vermögen des a Heinrich Walther von Utphe und über das Vermögen des David Albert und ſei— ner zweiten Ehefrau Juliana, gebornen Winn, von Röthges Concurs erkannt worden, werden die Gläubiger des Erſteren auf Montag den 2. und die der Letzteren auf Donnerſtag den 5. Februar künftigen Jahrs, Morgens 9 Uhr, unter der Aufforderung vorgeladen, ihre An⸗ ſprüche und Vorzugsrechte in dieſen Liquidations⸗ terminen bei Meidung ſtillſchweigenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe geltend zu machen. Zugleich ſoll die Güte verſucht, in deren Ent⸗ ſtehung aber nach den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſchienenen oder durch Bevollmächtigte ver⸗ tretenen Gläubiger Verfügung wegen Verfilbe⸗ rung der Maſſe getroffen, ein Curator beſtellt und ein Gläubigerausſchuß erwählt werden. Hungen den 20 November 1852. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Langsdorf. Oeffentliche Aufforderung. ohannes Keßler von Hochweiſel, ee Jahren abweſend, unbekannt wo, wird hierdurch aufgefordert zurückzukehren oder zur Ordnung ſeiner Angelegenheiten einen Be— vollmächtigten zu beſtellen, da Schuldenhalber die Veräußerung ſeiner Liegenſchaften nothwen⸗ dig geworden iſt. Geſchieht dies nicht binnen zwei Monaten, ſo wird auf ſeine Koſten und Gefahr von Gerichtswegen ein Curator beſtellt und lediglich mit dieſem wegen der Veräuße⸗ rung ꝛc. verhandelt werden. 5 Butzbach den 31. Dezember 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Ebel. Bekanntmachung. (28) Das dem verlebten Karl Becker zuge⸗ hörige, am Ausgang von Butzbach an der fre⸗ quenten Straße nach Gießen zu gelegene ſchöne Wohnhaus mit Saalbau, ſehr geräumigem Hof, Oeconomiegebäuden und großem Hausgar⸗ ten, ſoll a Dienſtag den 17. Februar l. J., Vormittags, einem öffentlichen Verkauf ausgeſetzt werden. Man bringt dieſes mit dem Anfügen zur offentlichen Kenntniß, daß ſich die bezeichneten Localitäten zum Betriebe einer Wirthſchaft, Anlage einer Brennerei oder Brauerei, oder Fabrik ſehr gut eignen. Butzbach den 3. Januar 1852. a Großh. Heſſ. Landgericht Ebel. Erdmann. Verſteigerung. (29) Dienſtag den 20. Januar l. J., Vor- mittags 9 Uhr, ſollen im hieſigen Amtslokal ungefähr acht Centner zur Vernichtung beſtimmte Acten öffentlich meiſtbietend verſteigert werden, wozu Kaufliebhaber hiermit eingeladen werden. Großkarben am 3. Januar 1852. Gr. Heſſ. Landgericht Jäger. Bekanntmachung. (35) Es wird hiermit zur öffentlichen Kennt⸗ niß gebracht, daß mit höherer Genehmigung am hieſigen Orte eine Communal⸗Faß⸗Eiche errichtet und vom 1. d. M. an in Wirkſamkeit geſetzt worden iſt. Das bei dieſer Anſtalt angeſtellte Perſonal beſteht! f 8 a) als Eichmeiſter: Küfermeiſter Heinrich Schmidt dahier, b) als Erheber der Gebühren: Gemeinde⸗ einnehmer Kunckel dahier. 15 Vorläufig und bis auf weitere Bekanntmachung wird in jeder Woche der Mittwoch, als Eich— tag beſtimmt. Altenſtadt den 6. Januar 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Kreuder. Bekanntmachung, (49) Auf Verfügung Großh. Landgerichts dahier ſollen Montag den 19. und Dienſtag den 20. l. M., jedesmal von l 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, ſämmtliche Mobilien des Gottfried Zell und Carl Beckers Wittwe, beſtehend in: 1) Kupfer, Meſſing, Zinn, Blech und Eiſen⸗ geſchirr, 2) Porcellan, Stein, Glas und anderes Ge⸗ ſchirr, 3) Bettzeug, 4) Handwerksgeſchirr, 5) Tiſche, Stühle und ſonſtige Hausgeräth⸗ ſchaften, meiſtbielend gegen gleichbaare Zahlung verſtei⸗ gert werden. Butzbach den 7. Januar 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Kraus. —— Holz ⸗Verſteigerung. (50) Mittwoch den 21. d. M., des Vor⸗ mittags um 8 Uhr, ſoll in dem hieſigen Ge⸗ meindewald, Diſtrikt Au, nachſtehendes Holz verſteigert werden: 35 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 74„„ Prügelholz, 68„„ Stockholz, 221„„ Reisholz, 7095 Cubikfuß Eichen⸗Stammholz, beſtehend in 120 Stämmen, 496 Cubikfuß Erlen⸗Stammholz, beſtehend in 28 Stämmen. Die Zuſammenkunft iſt in der Au und wird gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft Zahlungs— friſt bis Martinitag d. J. geſtattet. Die Herren Bürgermeiſter werden höflichſt er⸗ ſucht, dieſe Holzverſtelgerung in ihren Gemein- 10 auf ortsübliche Weiſe bekannt machen zu aſſen. Dauernheim am 8. Januar 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Meith. Holz⸗Verſteigerung. (51) Freitag den 16. d. M., Vormittags 9 Uhr, ſoll in hieſigem Gemeindewalde, Diſtrikt Auwald, nachbenanntes Gehölz, als: 1) 31 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 25 16*„ Prügelholz, D.„ Stockholz, 4) 700 Stück„Wellen und 50 103„„Bau- und Werkholz⸗ ſtämme, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Großh. Heſſ. Bürgermeiſter werden hier durch erſucht, dieſes in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weiſe bekannt machen zu laſſen. Aſſenheim den 10. Januar 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. Holzverſteigerung. (62) Freitag den 16. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden im Rodheimer Gemeindewald, Di⸗— ftrikt Grauenberg: 11500 Stück Buchen⸗Aſtholzwellen, öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert. Bemerkt wird, daß gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine eine Zahlungsfriſt bis zum 1. Auguſt d. J. geſtattet wird. Die Zuſammenkunft findet präcis/ 10 Uhr an den ſog. drei Eichen ſtatt. Rodheim den 8. Januar 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacobi. 450 Gulden (33) liegen in hiefiger Kirchenlaſſe zum Aus⸗ leihen bereit. Wickſtadt am 3. Januar 1852. Veith, Kirchenrechner. Braunkohlenverkauf. (10 Die Braunkohlenkonſumenten der Umgegend werden hiermit in Kenntniß geſetzt, daß die zweite Creditperiode des Jahrs 1851 mit dem 31. Dezember geſchloſſen iſt und die erſte Creditperiode des Jahrs 1852 mit dem 1. Januar begonnen hat, laufend bis zum 30. Juni, mit einer Zahlungsfriſt bis Ende September dieſes Jahrs. Am 2. Januar 1852. Die Verwaltungen der Braunkohlenwerke zu Bauernheim, Weckesheim und Wölfersheim und Dornaſſenheim. L. Storch. F. Storch. Fr. Schmidt. Privat- Bekanntmachungen. Maskenball bei Gerlach. (38) Die Großh. Heſſ. Regierungs-Commiſſion hat auf gehorſames Anſuchen dem Unterzeichneten die Genehmigung ertheilt, auch in dieſem Winter einen Maskenball in ſeinem Lokale zu veranſtalten. Derſelbe findet ſtatt am Sonntag den 1. Februar d. J. und iſt aus dem, der Subſcriptionsliſte beigelegten Programme das Nähere zu erſehen. Zu zahlreicher Theilnahme ladet höflichſt ein Friedberg im Januar 1852. Guſtav Gerlach. Deulscher Phoniæ, Verſicherungs-Anſtalt zu Frankfurt am Alain, Grundkapital 5% Millionen Gulden. (2035) Herrn Heinrich Rühl iſt die Agentur des Deutschen Phönix 8 — 16— für die Stadt Hungen und Umgegend übertragen. Derſelbe iſt in dieſer Eigen— ſchaft von Großh. Regierung beſtätigt worden. Darmſtadt im Dezember 1851. Carl Hemmerde, General⸗Agent des Deutschen Phönix. Auf vorſtehende Anzeige Bezug nehmend, erlaube ich mir anzuzeigen, daß ich Anträge von Verſicherungen auf Mobilien, Waaren aller Art, ſowie landwirthſchaftliche Erzeugniſſe, Vieh ꝛc. ꝛc., gegen feſte und billige Prämien übernehme. ö. Der Geſellſchaft Deutscher Phönix ſind die Rechte einer inländiſchen Geſellſchaft verliehen worden, und wer bei derſelben verſichern will, hat weder andere Formalitäten zu erfüllen, noch ſonſtige höhere Gebühren zu entrichten, als es bei den Verſicherungen der Aachener und Münchener Geſellſchaft und der Colonia der Fall iſt. Zu jeder näheren Auskunft bin ich ſtets bereit. Hungen den 8. Dezember 1851.. Heinrich Rühl, Agent des Deutschen Phönix. Einladung zum Abonnement. 1810 Das früher bei Unterzeichnetem erſchienene„Vereinsblatt“ ꝛc., erſcheint ſeit dem erſten März d. J. unter dem Titel: V Anzeige⸗Blatt“ mit gemeinnuͤtzigen Notizen wöchentlich zweimal zu dem früheren Preiße von 54 kr. halbjährig. Es bringt außer den Kurfürſtlichen Ernennungen ꝛc., amtlichen Bekanntmachungen Kurfürſtlicher Behörden, beſonders des hieſigen Landraths⸗Amtes, auch unterhaltende und belebrende Aufſätze, namentlich über Land⸗ wirthſchaft, Auswanderung, intereſſante Rechtsfälle ꝛc., wodurch es ſich dem Leſer angenehm und nützlich macht. 5 Anzeigen aller Art erhalten eine ſchnelle und weite Verbreitung, indem dieſes Blatt ſowohl von den Behörden als Privaten ſowie auch in allen Gemeinden des hieſigen Kur⸗ fürſtlichen Landraths⸗Amtes gehalten wird.— Die Inſertions⸗Gebühren betragen für die geſpal⸗ tene Zeile, aus gewöhnlicher Schrift, 2 Kreuzer, bei mehrmaliger Inſertion wird Rabatt bewilligt. — Auswärtige belieben bei den zunächſt gelegenen Poſtämtern zu abonniren.— Der Poſtauf⸗ ſchlag beträgt im Umfange des Kurfürſtenthum Heſſen fürs ganze Jahr 3 Sgr. Gelnhauſen im Dezember 1851. e J. C. Janda. Deulscher Phòni, Verſicherungs-Geſellſchaft in Hrankfurt am Main, Grundkapital 3½ Millionen Gulden. (85) Herrn Heinr. Hahn iſt die Agentur des Deutschen Phönix für den Bezirk von Friedberg übertragen. Derſelbe iſt in dieſer Eigenſchaft von Großh. Regierung beſtätigt worden. Darmſtadt den 12. Januar 1852. Carl Hemmerde, General⸗Agent des Deutschen Phönix. Auf vorſtehende Anzeige Bezug nehmend, erlaube ich mir anzuzeigen, daß ich Anträge von Verſicherungen auf Mobilien, Waaren aller Art, ſowie landwirthſchaftliche Erzeugniſſe, Vieh ꝛc. ꝛc., gegen feſte und billige Prämien übernehme. Der Geſellſchaft Deutscher Phönix ſind die Rechte einer inländi⸗ ſchen Geſellſchaft verliehen worden, und wer bei derſelben verſichern will, hat weder andere Formalitäten zu erfüllen, noch ſonſtige höhere Gebühren zu entrichten, als es bei den Verſicherungen der Aachener und Münchener Ge⸗ ſellſchaft und der Colonia der Fall iſt. Zu jeder näheren Auskunft bin ich ſtets bereit. Friedberg den 12. Januar 1852. H. Hahn, Agent des Deutshen Phönix. erhält, ſchnell trocknet, und nach dem Trocknen jede Wichſe annimmt, kann man alles Schuh⸗ werk vollkommen waſſerdicht machen, ſo daß man, ſelbſt bei größter Näſſe, ſtets trockne Füße behält. Denſelben empfiehlt Friedberg. P. F. Schmittner. Gutta⸗Percha⸗Firniß in Töpfen mit Gebr.⸗Anw. 18 kr. (28) Mittelſt dieſer neuen Compoſition, welche das Leder vorzüglich conſervirt und geſchmeidig Verſtei gerung. (41) Circa 1200 Bände verſchiedene Werke aus meiner Bibliothek, werden im Einzelnen aus der Hand verkauft. Friedberg den 8. Januar 1852. Nagel. Ein vollſtändiges Logis. (42) Mein Hinterhaus in der Engelgaſſe, welches ſehr bequem eingerichtet iſt, bin ich ge⸗ ſonnen zu vermiethen und kann daſſelbe bis den 1. April l. J. bezogen werden. Friedberg im Januar 1852. Philipp Werner, Apotheker. N Zu verkaufen. (43) Einſchlag⸗ und Zettelgarn wird zu den möglichſt billigſten Preißen verkauft bei Nathan Hirſchhorn in Friedberg, Uſergaſſe 244. Zu dee ga fen. (15) Wegen Aufgabe meiner Oeconomie habe ich 2 ſtarke, zugfeſte Pferde nebſt Geſchirr und 1 Frachtwagen mit allem Zugehör billigſt abzu⸗ geben. Ortenberg im Januar 1852. Georg Kees. Verſteigerung. (47) Mittwoch den 14. Januar, Morgens 9 Uhr, läßt Unterzeichneter in ſeiner Wohnung eine Ladeneinrichtung, Meſſer und Gabeln, ſo- wie noch verſchiedene andere Gegenſtände öffent⸗ lich verſteigern. 5 Friedberg den 8. Januar 1852. Nagel J. Zu verkaufen. (360 Eine vollſtändige Ladeneinrichtung und ein Glaserker ſind einzeln, oder zuſammen zu verkaufen bei Friedberg im Januar 1852. f Heinr. Wilh. Müller's Wittwe in der Uſergaſſe. Geſuch. (57) Ein Mann, nahe den 60ger Jahren, ſich aber einer feſten Geſundheit erfreuend und der keine nahen Angehörigen mehr hat, ſucht bei einer Herrſchaft gegen geringen Lohn ein Un⸗ terkommen. Derſelbe eignet ſich ſeiner Zuver⸗ läſſigkeit wegen ganz beſonders als Botengän⸗ ger. Näheres zu erfragen bei Großh. Bürger⸗ meiſterei Gambach. Verſteigerung. (88) Dienſtag den 20. d. M., Vormittags 10 Uhr, iſt der Unterzeichnete geſonnen: 3 fahrbare Kühe, 2 Rinder, welche träch⸗ tig und 1 Rind, nicht trächtig, freiwillig erbvertheilungshalber zu verſteigern, wozu er Steigliebhaber höflichſt einladet. O berrosbach den 10. Januar 1852. Dietrich Kühl, Schmiedmeiſter. Anzeige. (59) Ein geſpielter, noch ſehr gut gehaltener Flügel, gebaut von Dieudonné und Schied⸗ mager in Stuttgart, iſt billig zu verkaufen. Wo? ſagt die Expedition dieſes Blattes. Tanzunterricht. (60) Meinen verehrlichen hohen Gönnern mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich im Laufe d. Mts. meinen Tanzunterricht wie⸗ der beginne. Ich erſuche deßhalb freundlichſt alle Eltern, Vormünder und Vorſteher von In⸗ ſtituten, ihre deßfallſige Anzeige bei Herrn Bierbrauer Simmrock dahier gefälligſt ma⸗ chen zu wollen. Friedberg im Januar 1852. Herm. Moſeler, Tanzlehrer. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Oft ſie den R den Kum über feine Paſtor ni Mädchen zurück hal durch die trag auf zahlt wer unzen le uus we md ehr dab funf ſchwet w freude. Anne ſech ſchäftigt getröſteg ausgefü Bürger hatten oft tagel Koſterſp De koniglich