nbigen, „8.. — Tunitatz . D * conug Ban Stad kir e: 8 Baur. ch 7 artet Sail Vurgkirche 1 ter Sell 3 198 „57 g 9 80 54 58.39 9312 1157 1 45½¼ 2 21⁊7N85 * 14 79 U — — 1 — Taxe berg und Butzla 15. Oktober. — dried⸗ Biß berg. bach . Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und im Beſonderen. Nidda MM 80. Mittwoch den 13. Oktober 1852. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche „ Rentamtmann des Rentamtes Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Den Erndteertrag von 1852. Zu der jährlich Seitens des hieſigen Rentamts ein⸗ diesjährigen Erträge von 1) Korn, 2) Waizen, 3) Gerſte, ) Hafer, 5) Kartoffeln, 6) Oelgewächſen, 7) Kraut und Rüben, 8) Flachs und Hanf, 9) Wicken und Erbſen, dann 10) Heu, Grummet und Klee, erforderlich. 5 5 Ich erſuche Sie, ſelbige nach der Ihnen bekannten, höheren Orts gegebenen Vorſchrift, mit Einhaltung obiger Reihefolge, innerhalb 14 Tagen anher einzureichen und ſich zugleich darüber zu äußern: ob ſich die Kartoffelkrankheit und in welchem Grade wieder zeigt, und ob deren Fort⸗ ſchreiten in beſorglicher Weiſe zu befürchten; ſteht. Friedberg den 8. Oktober 1852. Bu ß. e Erndte⸗Ertrags⸗Ueberſicht ſind die Angaben der Bekenntniſſe eines Advokaten. III. Jane Eccles. (Schluß) Der würdige Geiſtliche wollte eben mit einer ſtum⸗ men Geberde kummervollen Mitleids und Bedauerns die Zelle des Gefangenen verlaſſen, als dieſer ihn ſelber zu— rückzuhalten ſuchte.„Bleiben Sie doch gefälligſt hier, Sir, ſagte erz„ich babe mir's beſſer erwogen und halte es für beſſer, wenn Sie hier verweilen. Die Angaben, welche ich jetzt zu machen habe, können nicht Zeugen ge— nug haben, um des guten Rufes und der Freunde willen, welche das arme Opfer gehabt hat. Sie erinnern ſich wohl Beide noch an Jane Eccles 2, Ein Schrei der Ueber⸗ raſchung, welcher uns Beiden entfuhr, gab ihm die erfor⸗ 1 05 20— 20* 0 5 164— 16 emen ichen Bütherme“ ehen u derliche Antwort, und er fuhr fort:„Aha! Sie errathen wohl ſchon die Wahrheit, wie ich ſehe! Jenun, ich wundere mich nicht darüber, daß Sie vor mir zurückbleiben und blaß werden! Es war eine ſcheußliche, und grauſame That von mir,— ein ſo niederträchtiger Mord, als nur jemals einer begangen wurde. Ich will Ihnen, wenn Sie mich nicht unterbrechen wollen, in möglichſt wenigen Worten meinen Antheil an dieſem abſcheulichen Gewerbe und ſeinen Folgen erzählen!“ Er ſprach ſehr ſchnell, und mehremale während der kurzen Erzählung erriethen ſe in feuchtes Auge und die unſichere Stimme Regungen in ſeinem Gemüthe, welche ſein Stolz gerne verheimlicht haben würde. „Jane und ich ſind Beide aus Hertfordſhire gebürtig,“ hub er an,„und unſere Heimath liegt nur wenige Acker⸗ langen auseinander. Ich kannte ſie von Kindheit auf; ſie lebte damals in beſſeren, ich in ſchlimmeren Verhältniſſen, als dieſe ſich ſpäter geſtalteten— die ihrigen durch den Bankerutt ihres Vaters, die meinigen durch die Heirath meiner Mut—— der Mrs. Barton mit einem reichen Manne. Sie war neunzehn, ich vierundzwanzig Jahre alt, als ich vom Lande nach London kam. Daß ſie mich mit all der Gluth eines vertrauenden jungfräulich-argloſen Gemüthes liebte, wußte ich, und hatte ſchon vor geraumer Zeit die Ueberzeugung gewonnen, daß ſie nur eines ehr⸗ daren Mannes Weib werden konnte, oder lieber unverhei— rathet bleiben würde. Ich war nun allerdings nicht der rechte Gatte für ſie, und begab mich, wie ſchon vorhin erwähnt, etwa um dieſe Zeit nach London. Das Uebrige werden Sie ſich ſchon ſelber denken können. Wir — de h. ich und meine Spießgeſellen— waren in Ver⸗ legenheit um Helfershelfer, die unſere Waaren in Kurs brachten, und zugleich in dringender Geldnoth. Da traf ich Jane Eccles zufällig. Hübſch, artig, von einnehmendem Aeußern und gewinnenden Manieren, war ſie ganz geeig⸗ net für unſern Zweck. Ich heuchelte ihr wieder erwachte Liebe, trug ihr die Ehe an und eine Heimath jenſeit des Oceans, ſobald einige unbedeutende aber mühfſame Ge— ſchäftsangelegenheiten, die mich für den Augenblick beengten erledigt und geſchlichtet ſeyen. Sie glaubte mir. Ich ließ durch ſie unter verſchiedenen Vorwänden eine bedeutende Summe Banknoten der Bank von England umſetzen und wechſeln; aber ſie hatte nicht die mindeſte Ahnung davon, daß es gefälſchte waren, und konnte auch keinen Argwohn hierüber ſchöpfen. Die Kataſtrophe kennen Sie. Nach ihrer Verhaftung beſuchte ich ſie im Gefängniß als ihr Bruder, und ſchwellte ihr Herz bis zum letzten Augenblick mit Vorſpiegelungen von gewiſſer Verzeihung und Los⸗ laſſung, wie auch immer der Wahrſpruch der Geſchworenen ausfallen möge; ich gaukelte ihr vor, wie ich dieß durch meinen reichen Stiefvater erzielen könne, wie wir dann unmitelbar darauf uns verheirathen und nach unſerer ruhigen Heimath in Amerika ziehen würden... Ich brauche Ihnen wohl nicht mehr zu ſagen. Sie vertraute ——— — 324— ort! mir, und ich opferte ſie hin,— weniger haarſträubende und handgreifliche Beiſpiele ähnlicher Art kommen ja alle Tage vor. Und nun, meine Herrn! möcht' ich Sie bitten, mich allein zu laſſen!“ „Verſtockter, unbußfertiger Schurke! rief ich un⸗ willkürlich halblaut aus, als er ſich zum Gehen wandte. Er drehte ſich raſch nach mir um, ſah mir ohne Groll in's Geſicht und erwiderte:„Ein fluch und ver⸗ abſcheuungswürdiger Schurke allerdings— aber kein un⸗ bußfertiger! Ihr Tod allein liegt ſchwer auf meiner Seele, und beunruhigt mein, gegen alles Andere verhärtetes Gewiſſen. Und glauben Sie mir, ehrwürdiger Herr,“ wandte er ſich mit ſeiner früheren Bitterkeit an den Kap⸗ lan,—„glauben Sie mir, es waren neulich nicht die feierlichen Worte des Richters, ſondern ihr bleiches vor— wurfsvolles Bild, das plotzlich neben mir auf der Bank der Angeklagten auftauchte, was jenen jähen Schreck, und jenes Entſetzen in mir verurſachte, die dann jener Richter ſo wohl- und ſelbſtgefällig ſeiner eigenen Leichentons⸗Be⸗ redtſamkeit zuſchrieb. Jedenfalls aber kann ihr Tod nicht mir allein zur Laſt gelegt werden. Die ſie richteten, wollten ja ihrer Erzählung nicht glauben, und doch war ſie ſo wahr wie der Tod. Wären Jene nicht ſo voll Zuver⸗ ſicht auf ihre eigene, niemals irrende und unfehlbare Weisheit geweſen, ſo hätten ſie ſie etwa zu ſchwerer Ker— kerhaft oder einer andern Strafe verurtheilt, welche dem Schaffot nahe kam, aber doch ſpäterhin die Mittel geboten hätte, ihren Irrthum wieder gut zu machen. Allein ich bin müde, meine Herren, und möchte, ich wiederhole es, allein ſein. Leben Sie wohl!“ Damit warf er ſich auf ſeine ſchlechte Pritſche, und wir entfernten uns in aller Stille. Eine von uns Beiden aufgenommene und unterfer⸗ tigte Urkunde über Juſtin Arnold's Ausſage ward dem Staatsſekretär überreicht und deren Empfang pflichtlich beſcheinigt, begleitet von einer amtlichen Aeußerung des innigſten Bedauerns, daß dieſe Erklärung nicht zeitig ge— nug gemacht worden ſei, um Jane Eccles zu retten. Ueb— rigens ward keine weitere Notiz von der Sache genommen, und die Schilderung von dem, an dem armen jungen Mädchen begangenen Juſtizmorde füllt ohne Zweifel noch immer die Archive des Home Office(Miniſteriums des Innern), und bildet, mit ſehr vielen ähnlichen Beiſpielen der gleichen Art, den düſtern blutigen Hintergrund, auf welchem die Thaten der großen, berühmten und menſchen— freundlichen Männer ſich abheben, welche ſo erfolgreich die blutigen Geſetze aus früherer Zeit von dem Blutdurſt, der Barbarei und drakoniſchen Strenge der Vorzeit ge⸗ reinigt haben.—— Alles nach der Ordnung. Eine Erzählung von W. O. von Horn. Wer von Euch, liebe Leſer, einmal nach Emmen— dingen ins Badener Land kommt, der wird ein ſchönes Städtchen finden, und wenn er ſich erzählen laßt, wie es in früheren Zeiten dort war, wird er wohl hier und da auch von dem Herrn Amtmann Schloſſer reden hören, der ſo um die Zeit von 1774 bis 1784 dort lebte und amtete. Ein braver Mann, der Amtmann Schloſſer(er war ein Schwager unſres Dichters Goethe!), ſo Einer vom ächten Schrot und Korn. Der machte einmal einen Streich, über den Viele lachten, nur der Izzik nicht, und der Izzik war ein Jüd zu Emmendingen, ſo ein rechter Bauernſchächter, wie's Viele gibt, wenn die Bauern einfältig genug ſind, ſich ſchächten zu laſſen. War damals Einer zu Emmendingen, der Geld a t er f haben mußte. Geht er zum Izzick und ſpricht: Kannſt du bu geh vots r 1750 ſo und ſo viel leihen auf eine ehrliche Hand⸗ de 900 0 f chrift?— ö und d Mai! ruft der Izzik und kratzt ſich hinter den Ohren. ſunen daß er Wo hab' ich Geld. O waih geſchrieen! Geld?— Biſt uf, rau hals gekomme an de Unrechte! f 0 at. Was Du haſt Geld, Izzik, ich weiß es, ſagt der Andere, gegt Jodecus) hilf mir, ſonſt werde ich geſtülpt! hene nuß Uff Ehr, ich hab' keins! ſchreit der Jüd. Wo werd' am Herr A ich Geld hawwe? daß der Der ſchwerbedrängte Emmendinger gibt dem Juden ſubden,, doch zuckerſüße Worte. Endlich ſtellt ſich der Jüd, als ging's fung, ſah ein ihm zu Herzen. Waiſte was, ſagt er, helfe will ich der; f de r S aber ich muß das Geld beim Schlome ſelber lehne und daß! oder dem muß ich zwölf Procentcher gewwe! bug ng bt. Der Emmendinger, der in der Beißzange ſitzt, weil fe 1 er fürchten muß, verklagt und gepfändet zu werden, ver⸗ 00 Zo etwas ſpricht Alles und— Abends hat er das Geld und ſtellt„ gar nicht die Handſchrift aus und der Izzik hat dabei zwanzigmal fun bläſt Trübſ geſagt: Alles nach der Ordnung! Denn das iſt ſo ſein 50 lange Seu Wort, das er überall, wo's nur eben paßt, anbringt. fe, le wi Kaum ſind Dreivierteljahr vorbei, ſo verkauft der at! Emmendinger ſeine Frucht gut und bringt dem Jzik ſein il Geld nebſt den Procentcher und ſagt: Alterchen, hier iſt e dein bones Raſſel, gib mir meine Handſchrift. Alles nach fl der Ordnung, wie du ſelber ſagſt. 6 1. Mai, ruft der Izzik voll Schrecken, die Handſchrift!. Licht hab' ich verlore, und hab' ſtill geſchwiege, weil ich wußt',) Ln habet daß ich's mit em ehrliche Mann zu thun hab? Alles ſuntags 1 ü nach der Ordnung! War ich ehrlich, ſo ſei du's auch.(gt, da 0 Glaubt' ich dir, ſo glaub' du mir und nimm mit der die Nebeula Quittung vorlieb! zuf wickeln. Meinetwegen, ſagt der Emmendinger, der an nichts Ach Got, Arges denkt, und der Jüd ſchreibt die Quittung nämlich ch da ie ſo: Daß mir der ſo und ſo von Emmendingen heut' dato Jetzt era baar und richtig bezahlt hat ſo und ſo viel, beſcheinige iich da, uud d ich andurch. ſörs den M Emmendingen an dem und dem, Anno ſo und ſoviel. urn Amman 5 Jizik.* Alles nach der Ordnung, ſagt Izzik und gibt dem Was 1 Emmendinger die Quittung, der ruhig heimgeht und ſie it ihm die in die große Baſeler Bibel legt, wo die ſchönen Bilder n ſe bei dg drin ſind. Sonntags ſchläft der Emmendinger über dem 0 thut, Was Bibelleſen ein und ſeine Buben blättern in der Bibel nah Nun ſoll den Bildern und die Quittung fällt heraus. iu und laßt Seine Frau, die nicht leſen kann, hebt aber das Amt laden Papier auf und legt's in ihre Nebenlade in der Kiſte. ſuld und ſchſ Ueber lang oder kurz ſucht der Bauer ſeine Quittung( ſchlank und findet ſie nicht. Er ſucht Blatt vor Blatt, aber ſie Der But iſt fort, und die Frau hat kurze Gedanken und denkt nicht en Acker G dran, daß ſie ein Papier aufgehoben und in die Neben- ber zögen lade gelegt hat. Wenn ſich der Emmendinger auch hinter kt! Profich dem Ohre kratzt, ſo iſt er doch ſo einfältig und erzählt's ichen aus! weiter. gon das Me Hört's auch der Jüd und denkt: Holla, nun iſt's Ai halten, Zeit, mit deiner Handſchrift herauszurücken! Kommt er as von de zu dem Emmendinger und ſagt: Es wär' doch emol Zeit, i wah, der daß de mer mai Geld gäbſt! Alles nach der Ordnung!“ Mu im Sta Was für Geld? fragt erſtaunt der Emmendinger. den cht! Mai, was frogſt ſo kurios? Das Geld, wovon das öh med die Handſchrift lautet! ſagt der Jüd und ſieht dabei ſo Bek ehrlich aus, als könne er kein Waſſer trüben. Au Was? ruft der Emmendinger, hab' ich dir's nicht ſammt den Prozenten ausbezahlt bei Heller und Pfennig? Weiß nix dervun, ſagt der Jüd. Willſt du nit bde⸗ zahle, ſo gibt's noch en Amt und beim Amt haßt's: atz Quittung oder bezahlt, Alles noch der Ordnung!— Da- 2 Oblig J) Be r Gum 1 . N K 1 brich Na der d Geng Ohren. igt der 9 dert, ud. Wo werde übt dem ud, als e will i lber lehne Juden ging etz und gange ſitzt, woe dame ver Geld und ſtellt cn dwanzignal das iſt ſo ſen „ anbringt. e verkauſt der dem Ik ſein erchen, hier ſt t. Alles nach die Vandſchrift 0 ö weil ich wußt, n hab? Alles e dus auch. nimm mit der „ der an nichts tung nämlich igen heut' dato dual, deſcheinige ' ſo und ſoviel. IJhik. k und gibt den umgeht und ſe ſchoͤnen Bilder inger über den der Bibel nach . hebt aber das in der Kiſte. ſeine Quittung Blatt, aber ſe und denkt nicht d in die Neben⸗ ager auch hinter 9 g und etzahlt's Holla, nun iſtz en! Kommt et doch emol Zeil, ber Ordnung! Emmendinger. 6 Geld, wovon ſieht dabei ſo ben. 5 ic dis nich r und Pfennig Bild du nt, be 1 Amt haßt cdrurg! 1 b 1 1 darin ſie bei je Ladung vors Amt. Daß der Bauer noch einmal jedes Blatt der Bibel mwendet und das ganze Haus durchſucht, iſt ebenſo ge— 10 als daß er nichts findet, und ſeine dumme Anlies 9 geht er fort und Morgen kommt der Buͤttel und bringt U on Frau hat's rein vergeſſen, was ſie in die Nebenlade Was half's, mein guter Handokes(ſoll heißen: zohann Jodocus), wie der Emmendinger mit dem Tauf— amen hieß, muß vor's Amt. Der Herr Amtmann Schloſſer hört Beide ab und iſt, rotzdem, daß der Jüd hundertmal: Alles nach der Ord⸗ ung, ſagt, doch vor Gott und ſeinem Gewiſſen überzeugt, aß der Jüd einen Spitzbubenſtreich macht; allein, was alf's? Der Spruch lautet, wie der Izzik geſagt hat: Quittung oder Geld! Und Handokes muß bezahlen oder ſie Quittung bringen, und die iſt nirgends zu finden. Er ezahlt.— So etwas wurmt einem ehrlichen Mann und er ann's gar nicht verwinden. Der Handokes ſitzt daheim nd blaͤſt Trübſal nach Noten, was aber allemal wie jefe, lange Seufzer klingt. Er kaut an den Nägeln und agt: Ich will gewiß alle Quittungen gleich einfädeln nd in dem Wandſchränkchen an einen Nagel aufhängen. o ſoll mir's nicht mehr gehen! So viel ich mich er⸗ unern kann, hab' ich ſie in der Eile in die große Baſeler Bibel gelegt! Da geht dem dummen Mareile(wie ſeine Frau hieß) ein Licht auf. Halt' mal ſtill, Handokes, ſagt ſie; Sonntags haben'mal die Buben die Bilder in der Bibel belugt, da iſt ſo ein Papier herausgefallen. Ich legt's in die Nebenlade und denk' halt, du kannſt'mal Garn drauf wickeln. Ich denk', es iſt noch zu finden! Ach Gott, geh' eilig, Mareile, ſagt er, und lug, ob's loch da iſt! Jieetzt ſpringt's Mareil und richtig, das Papier iſt och da, und Handokes erkennt gleich ſeine Quittung. Er teißt's dem Mareile aus der Hand und lauft ſtracks zum Herrn Amtmann Schloſſer. Er reißt die Thür auf und ruft: Herr Amtmann, da iſt ſie! Was? ruft der Herr Amtmann, beſieht's und nun ſteigt ihm die Galle bis an den Rand der kleinen Blaſe, der Leber ſonſt ganz ruhig zu ſitzen pflegt, und thut, was ihres Amtes iſt. Nun ſoll dich, Jüd, aber Dieſer und Der! ruft er us und läßt den Juden auf Morgen durch den Büttel vor Amt laden, ſagt aber vorher zu ihm: Geh' in den Wald und ſchneide dir eine junge Eiche, ſo etwa finger— dick, ſchlank und biegſam, die ſich gut umlegt. Der Büttel war nicht von Volksheim, wo ſie einmal einen Acker Gemeindeland mit Salz ſäeten, daß ſie ſich's ſelber zogen und nicht mehr zu kaufen brauchten; der denkt: Proficiat Izzik! Da ſoll ich dir den Staub ein Bißchen aus Rock, Buchs und Kamiſol ausklopfen! Will ſchon das Meine thun!— Uebrigens konnte der Büttel Alles halten, nur das Maul nicht, läßt alſo den Jüd ſo etwas von der jungen Eiche wittern, und der Jüd denkt: Au waih, der Herr Amtmann muß Wind hawwe, wie die Gäul' im Stall ſtehn! Nu— vorn ausgemacht, brennt hinten nicht! Er lauft zum Handokes und bringt ihm das Geld wieder ſammt der erſten Handſchrift und macht elegt hat. 325 ſich aus dem Staub gen Karlsruhe hin, denn er weiß, daß fünf und zwanzig extra nicht ausbleiben, ſo wenig, wie der morgende Tag, denn der Herr Amtmann Schloſſer verſtand keinen„Stuß,, wie der Jüd für Spaß ſagt. Er kommt, wahrend in Emmendingen wirklich dieß Urtheil gefällt wird und noch ein Halbjahr frei Koſt und Woh⸗ nung im Bruchſaler Zuchthaus dazu, nach Karlsruhe und lauft, von Thür zu Thür bei den hohen Beamten und beſchönigt prächtig ſeinen Spitzbubenſtreich. Endlich weiß er's dahin zu bringen, daß ein hoher Beamter an den Herrn Amtmann Schloſſer ſchreibt, worin er ihn erſucht, die Prügelſtrafe zu erlaſſen. Nun meint Izzik, er ſei geborgen, kommt zurück und lauft gleich aufs Amt. Mit triumphirender Miene legt er den Brief vor den Herrn Amtmann hin, daß das große Amtsſiegel des Briefes im rothen Siegellack ihm recht in die Augen ſticht, und ſagt: Geſtrenger Herr Amt⸗ mann, ſein Se ſo gütig, un leſe Se deß Briefche do! Alles nach der Ordnung, pflegſt du zu ſagen, ent⸗ gegnet der Herr Amtmann, und legt den Brief bei Seite, ohne ihr zu erbrechen. Erſt geurtheilt; dann bezahlt; dann die Strafe gefaßt; dann leſ' ich den Brief. Büttel! Au waih, au waih, ſchreit der Jüd, wie laaf ich uff! Die Herren ze Karlsruhe ſtehn doch üwwer dem Herr Amtmann? Alles nach der Ordnung! ſpricht der Amtmann. Büttel, faß' mir den Jüd! Und der Büttel, der ſich ſchon lange drauf freut, den Bauernſchächter einmal unter ſeine Fäuſte zu kriegen, faßt ihn am Kripps, legt ihn mit Hülfe eines Schreibers auf die Bank, ſchnallt ihn feſt und mißt ihm dann fünf und zwanzigmal die Jahrlatte der Eiche da an, was man nicht gerne vor ehrlichen Leuten nennt, daß es eine Art hatte, und ſchlägt nicht einmal fehl.— Der Jüd ſchreit wie ein gefanger Buchmarder. Als die Strafe vorüber war, ſagt der Herr Amt— mann Schloſſer: Alles nach der Ordnung; Izzik, nun wollen wir den Brief leſen. Er las.— Alle Blitz', ruft er aus, die Herren wollen, daß ich dir die Prügel erlaſſe; thut mir herzlich leid, daß du ſie ſchon haſt. Das iſt auch eine Handſchrift, die du behalten kannſt, dem Büttel aber darfſt du eine Quittung ausſtellen. Verliert der die, und du bringſt die Handſchrift, ſo ſoll er dir auf mein Wort, und zwar nach deinem Grundſatz, Alles nach der Ord— nung, das Capital nebſt zwölf Prozent Zinſen noch ein⸗ mal zahlen von Rechtswegen.— Der Jüd aber ſchwieg ſtock⸗ mäuschenſtill. Er iſt darauf nach Bruchſal abgeführt worden. Die gute Frucht war, daß der Jüd das Schächten ließ oder— es heimlicher und ſchlauer trieb. Sagte aber Einer: Alles nach der Ordnung, ſo fuhr er ſchnell mit der Hand dahin, wohin ihm der Büttel die Handſchrift geſchrieben. Hat auch das Capital zum zweiten Mal nicht eingefordert. In Emmendingen aber, das hat mir noch jüngſt Einer von da erzählt, hat man das Sprüchlein noch: „Alles nach der Ordnung, ſagte der Amtmann Schloſſer zum Jzik, da lebt' er noch!“ Für Jacob Sommer in Hochweiſel ſind ferner bei der Expedition dieſes Blattes eingegangen: Von v. B. 24 kr. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. zu Frankfurt a. M. heimer zu Fried N erheben. Obligations-Verlooſung. (1623) Bei heutiger Verlooſung der Uden⸗ heimer Gemeinde⸗Partial⸗Obligationen wurde No. 00, 4 100 fl., gezogen und iſt der Betrag bei dem Handlungshauſe Herrn J. Lindheimer(1620) Auf den Antrag des in dem Par⸗ (vormals Simon Lind⸗ g) am 1. Januar 1853 zu Üdenheim den 27. September 1853. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Zaun. Bekanntmachung. ticular⸗Concurs über das dahier befindliche Ver⸗ mögen des Sattlermeiſters Auguſt Chriſtian Fiſcher⸗Dick zu Frankfurt a. M. beſtellten Maſſe⸗ Curators Thierarztes Peter Stoll dahier, ſollen die zur Concursmaſſe gehörigen Immobilien, nämlich: 1) Pag. No. Brandverſicher. No. 187. 6384 1241 2 Prtl. 30½ Rth. Wohnhaus „ F e„[ nebſt Thor⸗ 0 12443 1„ 21 0 halle und Saal, Hintergebäude ſammt Wagenremiſe, Pferde-, Kuh⸗ und Schweinſtällen, nebſt Heu⸗ boden, ſowie Hofraithe und Garten in der neuen Kurſtraße zwiſchen Thereſia Stamm und Reinhard Henkel, 5½ Rth. Baum⸗ und Gras- garten hinter'm Fallthor, neben Georg Mörler und Heinrich Gürtler, 3) 6384 1243 10% Kth. hinterm Fallthor neben Bernhard Veniß, mit Ausnahme eines bei dem Ausgebote näher angegeben werdenden Theils des unter dem Flächengebalte der Immobilien No. 1. mit ein⸗ begriffenen unbebauten Gebäudes, im Termine den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Sitzungs⸗ zimmer des unterzeichneten Gerichts, öffentlich an den Meiſtbietenden anderweit ausgeboten werden. 5 5 5 Indem Kaufliebhaber hierzu eingeladen wer⸗ den, wird zugleich zur Nachricht für dieſelben, auf den Grund deshalbiger Angabe des Maſſe⸗ curators, bemerkt, daß die obigen, dem hieſigen Kurgarten gegenüber gelegenen, übrigens noch unvollendeten Gebäulichkeiten aus einem aus gebrannten Thon⸗ und Lehmſteinen erbauten vierſtöckigen Hauptgebäude und einem aus Faͤch⸗ werk erbauten, ebenſo viele Etagen enthaltenden Hintergebäude beſtehen, ſowie daß dieſelben zu einem Gaſthofe beſtimmt waren und deßhalb mit einem geräumigen Speiſeſaal, einem Salon und 50 Logir⸗Zimmern verſehen ſind, auch einen geräumigen Keller, einen Eiskeller und alle ſonſt zur Wirthſchaft nöthigen Räume ent⸗ halten. 15 Nauheim am 1. Oktober 1852. Kurfürſtliches Juſtizamt G9 U Je 0 0 88 vdt. Schlarbaum. Wieſen-Verſteigerung. (1617) Donnerſtag den 14. Oktober d. 97 Vormittags 11 Ubr, wird auf freiwilligen An⸗ trag der Frau Heinrich Müllers II. Wittwe dahier nachbeſchriebene Wieſe: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 771 No. 11 325, Klafter= 165 ½ Rth. 2) 6384 1243 die 1. Gewann am Straß⸗ heimer Grund, theilt mit Joh. Phil. Gerth's Wittwe, auf dem hiefigen Rathhauſe öffentlich meiſtb ie⸗ tend verſteigert. Friedberg den 7. Oktober 1852. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben dee r. Bekanntmachung. (1622) Aus Veranlaſſung des Mittwoch den 13. Oktober d. J. zu Gießen ſtattfindenden Marktes ſoll an dieſem Tage nachſtehender Extrazug von Friedberg nach Gießen befördert werden: Abfahrt von Friedberg 6 Uhr— Min. Morgens „„Nauheim 6 11„„ 5„Butzbach 632„„ „„Langgöns 6 50„„ Ankunft in Gießen 7„ 10„„ Der Transport von Vieh kann mit dieſem Zuge nur geſchehen, wenn ſolches am vorher⸗ gehenden Tage angemeldet worden iſt. Friedberg den 5. Oktober 1852. Der Gr. Bahnhofs⸗Inſpector Hochgeſand. Güterverſteigerung. (1639) Montag den 18. Oktober d. J., 326 Vormittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe auf freiwilligen Antrag die zum Nachlaſſe der hier verſtorbenen Johannes Schäfers Ehe⸗ leute gehörenden Güterſtücke in Friedberger, Fauerbacher und Ockſtädter Gemarkung erbab⸗ theilungshalber öffentlich meiſtbietend unter dem Anfügen verſteigert, daß bei annehmbaren Ge⸗ boten die Genehmigung alsbald ertheilt wird. Friedberg den 11. Oktober 1852. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter B en dex. Arbeitsverſteigerung auf der fiscaliſchen Markwieſe bei Bauernheim. (1619) Mittwoch den 13. d. M., Mittags 12 Uhr, wird das Umpflügen eines Stück Lan⸗ des, ſowie das Wegfahren und das Ausbreiten des Aushubs mehrerer Gräben auf der fiscali⸗ ſchen Markwieſe bei Bauernheim an Ort und Stelle an die Wenigſtfordernden vergeben. Friedberg den 6. Oktober 1852. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß. Aufforderung an die Schuldner der Pfand⸗ und Leihanſtalt zu Friedberg. (1640) Die Schuldner der Friedberger Pfand⸗ anſtalt, deren Pfänder bis fetzt verfallen ſind, werden aufgefordert, dieſelbe bis Ende dieſes Monats einzulöſen oder zu renoviren, als ſonſt deren Verſteigerung im Monat November ſtatt⸗ finden ſoll. 5 Bemerkt wird noch beſonders, daß die Aus⸗ löſung und Renovation nur an den dazu be⸗ ſtimmten Tagen: Montag, Mittwoch und Samſtag, geſchehen kann. Friedberg den 9. Oktober 1852. Für die Pfandhaus⸗Verwaltung: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Arbeits-Verſteigerung. (1641) Donnerſtag den 14. Oktober, Vor⸗ mittags 11 Uhr, ſollen auf dem hieſigen Rath⸗ hauſe die bei Einfriedigung der Schulhofraithe dahier vorkommenden Bauarbeiten, als: 1) Steinhauerarbeit, veranſchl. zu 100 fl. 48 kr. 2) Schreinerarbeit,„„ 23„ 50„ 3) Schloſſerarbeit,„„ 24„ 30„ 4) Weißbinderarbeit,„„ ł 8,—„ im Beiſein des Gr. Kreisbaumeiſters des Bau⸗ bezirks Friedberg an die Wenigſtfordernden öffentlich in Accord gegeben werden. Aſſenheim den 8. Oktober 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmitt. Bekanntmachung. (16112) Auf den Antrag des Maſſecurators Thierarztes Peter Stoll dahier ſollen verſchie⸗ dene, zur Particular-Concursmaſſe des Satt⸗ lermeiſters Auguſt Chriſtian Fiſcher⸗Dick zu Frankfurt a. M. gehörigen Mobilien, einſchließ⸗ lich der eingeerndeten Früchte nebſt dem Stroh, an den Meiſtbietenden öffentlich verkauft werden. Termin zu dieſer Verſteigerung, mit deren Abhaltung der unterzeichnete Actuar von Ge⸗ richtswegen beauftragt worden, iſt auf den 18. d. M., und nöthigenfalls 5 den 19. d. M., jedesmal Vormittags 8 Uhr, hierher an Ort und Stelle anberaumt worden. Indem dies mit dem Bemerken zur öffent⸗ lichen Kunde gebracht wird, daß ſich die Kauf⸗ liebhaber jedesmal in der früberen Miethwoh⸗ nung des Cridars, nämlich im Hauſe des Bäckers Conrad Biermann vor dem Oberthor dahier einzufinden haben, wird zugleich zur Nachricht für die Kaufluſtigen weiter bemerkt, daß ſich N N unter den zu verſteigernden Mobilien unit, Andern folgende Gegenſtände befinden: 1 1) ein Circulirofen mit Zugehör, a 2) eine Bettſtelle mit vollfländigem N werke, 0 3) ein großer Divan, 9 4) vier Offenbacher Strohſtühle, 0 5) eine Comode mit Spiegelaufſatz und eine andere ohne ſolchen,. 6) ein runder Zulegetiſch, 5 7) ein vollſtändiges Reißzeug, 5 10 8) eine Parthie verſchiedener Schreibmal⸗ rialien, ö 9) 14 Floßholzſtämme, 10) eine große Parthie Kellerplatten von wi Sandſtein, f 110 eine Parthie gelöſchtem Kalk, 0 12) 5 Malter Waizen, 7 13) 3 Malter Korn, 0 14) circa 25 Malter Kartoffeln, worunter lu Malter Früh- und Zuckerkartoffeln, Spreu, 15) verſchiedenes Korn⸗ und Waizenſtroh, 10 77 Fi. 81. 5 1 5 ö 0 16) eine größere Anzahl zum Theil wefhran E — nützliche und beliebte Bücher, verſchiede darunter mit Kupfer⸗ und Stahlſtichen. Nauheim am 7. Oktober 1852. Der Actuar Schlarba um. 5 Am Bekanntmachung. De (1643) Samſtag den 13. November l. J. lar Nachmittags 3 Uhr, ſollen dem Adam Bonl⸗ Kreisrat mersheim II. zu Dornaſſenheim ein einſtöckiges 0 die Gr. N Wohnhaus und zwei Aecker in der Gemeindt⸗ ſtube daſelbſt öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 8. Oktober 1852, ftefſend: Di Herzogl. Naſſ. untere Ne Hildenbrand. un Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zu verkaufen. 1 (1644) Eine Hofraithe mit Oeconomi⸗ Gebäude, Brauhaus ꝛc. und rundum zu, ſow 40 Morgen Acker, Wieſen nebſt einem Bauſtüc, an einer Staatsſtraße nabe bei Hanau gelegen 0 iſt zu verkaufen. Wo? ſagt die Expedül dieſes Blattes. 5 Zu verpachten. 5 (1629) Eine Ziegelei nebſt Ruſſenfabrik, 4 Stunden von Homburg v. d. H., iſt unter ſe vortheilhaften Bedingungen vom 1. Dezem bis d. J. pachtweiſe, eingetretener Verhältniſſe wegen, abzugeben. Auf portofreie Anfrage ertheilt dis Expedition dieſes Blattes nähere Auskunft Ausverkauf wegen Auflöſung der Handels⸗Firmr K. D. Schwarzſchild& Sohn zu Bad Homburg, (1582 wird das ſehr bedeutende Waaren⸗ lager derſelben, in deren Local, Louiſenſtraß No. 43, vis-ä-vis dem Kurſaale, unter dei, Fabrikpreiſen ausverkauft. Daſſelbe umfaßt große Vorräthe: 1) aller Arten Manufactur-, Kurz⸗ und Mo⸗ dewaaren, 2) 55 Arten weiße Waaren und Möbel offe, 3) aller Arten Confectionnies(fertige Sa. chen) für Herren und Damen. N. B. Auch wird das in demſelben Hauſe ſit befindliche Lager ausländiſcher Weine i. Flaſchen und Fäſſern, in Parthien unte dem Preiſe abgegeben. Vorzüglicher Vitriol 46183) bei 2 L. Goldmann junior. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. gorden, und h die in ol utsblatt Gt. kachtet werde ſhörig ſtatt. ſachtzeit auf ledergelegt,. ich weiſe Sit Gr. Kreisrat Alsbald zu ve hünktlich nac bolizeidiener inzeige brin, Fried an Retreffend: Indem dsh. Min lactem Bett nuck mittheil kunmenden 0 n ſoch beſc Fried Dab Gioſß Justiz an und zu E underer ö ö