J 1 N 12. 5 Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. Mittwoch den 11. Februar 1852. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Beſtellungen auf Samen der Oberndörfer Run⸗ kelrübe und der ſibiriſchen Rübe(vergl. No. 45 der landw. Zeitſchrift von 1851) wird das Büreau des landw. Vereins von Oberheſſen in Laubach vermitteln, und erſuche ich Angehörigen dieſer Provinz, dieſelbe bis ſpäteſtens Ende Februar dahin gelangen zu laſſen. Die Gr. Herren Bürgermeiſter wollen dieſe Bekannt⸗ machung veröffentlichen. Colnhäuſerhof den 29. Januar 1852. Der Präſident des landw. Vereins von Oberheſſen. In deſſen Abweſenheit der Vicepräſident Dr. Gros. eren Eine Erzählung von Ernſt Ritter. (Fortſetzung.) Im Vorderzimmer ſtand ein ſchönes breites Bett mit reichem Schnitzwerk geziert und von einem damaſtenen Himmeldache überſchwebt. Es mochte ſchon ſeit Jahrhun— derten in dieſem Hauſe ſtehen, denn es glich dem Bette, worin Schoreel's ſterbende Maria liegt. Eine Frau lag darin mit dem überirdiſchen Glanz im Blicke, den die Schwindſucht verleiht. Sie hatte eines jener Holbein— Geſichter, die man erſt eine Weile anſehen muß, ehe man ſie ſchön findet, weil ſie ganz verſchieden von dem Typus der antiken und der italieniſchen Ideale ſind; an die man ſich am Ende aber doch mit größter Vorliebe anſchließt, weil ſie ganz Ausdruck, ganz Seele ſind. Sie trug ſtatt der Nachthaube ein ſcharlachrothes Netz auf dem Kopfe, da das dichte Gewebe ſie beängſtigte. Die Haare hingen in zwei langen Flechten an den Wangen herunter, ſich an der Stirn leiſe kräuſelnd und von Schweiß befeuchtet. Trotz dieſem halbphantaſtiſchen Aufputze war die Kranke das Bild einer Dulderin. Mit wehmüthigen Augen ſah ſie eine Verwandte an, die neben ihr am Bette ſaß und ſtrickte; dieſe hatte ſich angeſchickt, die Nacht bei ihr zu wachen und ihr die ſchlafloſen dunkeln Stunden mit Ge—⸗ präch zu verkürzen. „Elsbeth,“ ſagte die Kranke mit kurzem Athem und gebrochener Stimme,„haſt Du heute gar nichts erlebt?, „Wohl hab' ich ein ganzes Abenteuer gehabt,“ ſagte Elsbeth, den Ton ſo weit dämpfend, daß er wohlthuend an der Kranken Ohr ſchlug, und die gemäßigte Heiterkeit in ihr Geſpräch legend, die den Leidenden aus ſeiner Trüb— ſal reißt, ohne ihm wie Spott ſeines eigenen hülfloſen Zu— ſtandes zu klingen. „Nun erzähle, erzähle,“ ſagte Frau Langenwärter mit einem faſt lebhaften Lächeln, wie ein Kind, das ſich von ſeiner Mutter Mährchen erbittet. „Ich ſtand vor einigen Tagen im Garten auf dem Feſtungswalle,“ hub Elsbeth, die Baſe, an. „Vor einigen Tagen?“ unterbrach ſie Frau Lan⸗ e leiſe ſcherzend,„und jetzt erzählſt Du mir's erſt?/ a Elsbeth erwiderte:„heute iſt's ja erſt ein Aben— teuer geworden. Höre doch nur zu und ſei nicht ſo ein ungeduldiges Weib.— Alſo: ich ſtand im Garten auf dem Feſtungswalle und ſah zu, wie eine Schanze repa— rirt wurde; aber es war kein fröhlicher Anblick, Gunderle, wie ſonſt wohl eine muntere Thätigkeit iſt, denn die Ar— beiter waren Gefangene in Ketten, und wie ich die Leute ſo in ihrer tiefſten Erniedrigung vor mir ſah, da fal— tete ich die Hände und dachte bei mir: Gott helf' Euch, ihr Unglücklichen.“ Adelgunde ſagte:„es giebt doch noch Unglückli— chere! Wenn ich könnte auf dem Walle im Freien ar⸗ beiten, wollte ich auch die klirrende Kette gerne hinter mir herſchleppen.“ „Das glaubſt Du, Gunderle,, ſagte Elsbeth,„aber es iſt nicht ſo; Dich hält die Krankheit und die Schwäche darnieder, aber die Sträflinge ein böͤſes Gewiſſen. Hälſt Du's doch nicht aus, wenn Du einer Magd ein Wort zu viel geſagt haſt, und ruh'ſt nicht, bis Dein Frieden mit dem Himmel gemacht iſt. Wenn Du nun gar wie dieſe einen Mord auf dem Herzen hätteſt, oder einen Diebſtahl, oder ſonſt etwas böſes— wie oft würdeſt Du Dich auf Dein Siechbett zurückwünſchen, mit dem ruhigen Bewußt— ſein in der Bruſt.“ „Ach, Elsbeth!“ ſagte Adelgunde, gegen die Sünde hülft Reue, aber gegen den Tod hülft nichts.“ Elsbeth ſagte ſanft ſchmählend:»Du lebſt ja noch, Gunderle, und ſo lange Du lebſt, kannſt Du hoffen. Ha⸗ ben ſie doch die Frau Richmodis in Köln ſchon in der Gruft gehabt, und als ihr der Todtengräber den Finger mit dem 8 6 910 Ringe abſchneiden wollte, ſtand ſie auf und ging zu Hauſe, un bat noch dreißig Jahre gelebt. Und nun iſt ſie doch todt, und Jahrhunderte ſind darüber hingegangen, und am Ende iſt ein Tag wie ein Jahr, und der Tod iſt kein Unglück, bloß eine Nothwendigkeit. Wenn Deine kleine Victorie groß wird, und Du ſchickteſt ſie in eine Erzieh— ungsanſtalt, und ſie hatte Alles gelernt, was ſie brauchte, ſo nähmſt Du ſie wieder zurück, damit ſie im Vaterhauſe das Leben genießen und anwenden lernte. Wie würde es Dich aber verdrießen, Gunderle, wenn ſie ſich ſträubte, heimzukommen.— Sieh' ſo mag's dem lieben Gott auch ſein, wenn ſeine ausgeſendeten Lehrlinge nicht in ſein Reich zurück wollen.“ Sie küßte leiſe die Hand der Kranken, die ſie ihr gedrückt hatte, und fuhr, da dieſe fromm lächelte, fort: „Die Sträflinge im Feſtungsgraben mögen nicht Alle gar ſo ſchlimm geweſen ſein. Die Armuth iſt eine arge Ver⸗ ſucherin, Gunderle! mich dauerten ſie, und wenn der Sol⸗ dat mit dem Gewehre den Rücken wendete, warf ich ihnen geſchwind ein paar Batzen zu. Einer war ſo jung und hübſch, daß ich mir eine ganze Geſchichte zurecht legte, wie er könnte in dieſes Elend gekommen ſein, ohne daß er von Natur gerade hätte verderbt ſein müſſen. Es mag ein Batzen mehr in ſeine Hand wie in die der Andern ge⸗ fallen ſein, denn er ſah oft zutraulich, wenn auch traurig, zu mir hinauf. Das dauerte einige Tage hintereinander fert. Eines Morgens aber, da die Arbeit gethan war, hatte ich den traurigen Anblick nicht mehr zu ertragen, und ich begoß meine Blumen wieder mit leichterem Her⸗ zen, denn die Arbeiter hatten dieſen Theil des Stadtgra⸗ bens verlaſſen /. 5 „Geſtern ſah ich dem Sonnen-Untergange zu, wie er das grüne Land und die Wertach vergoldete, da fiel etwas neben mir zu Erde, ich hob es auf, und fand einen Stein, an dem ein Päckchen gebunden war; in dem Päck⸗ chen lag ein in einen Zettel eingewickelter Ring; der Zet⸗ tel enthielt die Worte:„Ihre Güte hat einen armen Un⸗ glücklichen erquickt, nehmen Sie zum Dank dieſen Ring, er bringe Ihnen Glück und Segen.“ „Hier iſt der Ring,“ ſagte Elsbeth, indem ſie ihn vom Finger zog und der Kranken reichte.„Iſt das nicht ein Abenteuer, und ein rührendes?“ Der Ring war von Pferdehaar geflochten und darin ſtand mit weißen Buchſtaben das Wort:„Hoffnung.“ Adelgunden ſtrömten die Thränen über die Wangen, als ſie die Inſchrift las. 0 „Hoffnung, Hoffnung!“ ſagte ſie, und drückte den Ring an die Lippen; darauf ſteckte ſie ihn an ihren Mit⸗ telfinger, der ſo abgezehrt war, daß der Ring, der auf den kleinen Finger der Baſe paßte, ihn feſt umſchloß. „Darf ich ihn behalten?“ ſagte ſie wieder gefaßter. „Wenn es Dir die kleinſte Freude machen kann, gerne,“ erwiderte Elsbeth.—„Ich höre das Kind im Nebenzimmer, ſoll ich Dir's bringen?“ Adelgunde nickte bejahend, und als ſie das kleine Mädchen neben ſich liegen ſah, ward ſie ruhiger, und ver— fiel in einen leichten Schlummer, den ein heftiges Schel— len an der Hausthüre unſanft unterbrach. Sie fuhr zit⸗ ternd auf; Elsbeth ſagte ihr: es ſei nur der Vetter, der heim käme, und ſie brauche ſich nicht zu erſchrecken. Schwere Tritte wurden auf der Treppe gehört. Die Thüre ging raſch auf, und ein ſtarker Mann ſchloß ſie hinter ſich. Man hätte an ſeiner Art und Weiſe nicht errathen, daß er in das Zimmer einer ſchwer Kranken trat; er warf den Mantel ab und war am Bette ſei⸗ ner Frau. „Nun, Gunderle, Du ſiehſt ja heute recht munter aus, haſt's Mäderle neben Dir, was macht's denn?“ Hiermit nahm er das Kind und ſchaukelte es auf dem Arme. Aber alle dieſe Bewegungen waren viel zu heftig für die kranke Frau; ſie ſchloß die Augen, und winkte Elsbeth mit der Hand, die Kleine wegzubringen. Der Eheherr gab ſie ihr, und ſetzte ſich neben das Bett nieder. „Willſt Du ſchlafen?“ fragte er überlaut. Adel⸗ gunde öffnete die Augen und ſagte:„Wenn ich könnte.“ „Es iſt gar nicht möglich, daß eine Frau ſchläft, die gar keine Luft einathmet und keine Bewegung macht,“ ſagte er,„Du ſollteſt verſuchen, täglich ein bischen auf⸗ zuſtehen. Soll ich Dir jetzt Geſellſchaft leiſten? Ich bin nicht ſchläfrig.“ 5 „Gerne,“ ſagte Adelgunde matt. „Frau Baſe,“ fuhr er fort, indem er Elsbeth die Hand ſtreichelte,„ich bin müde und Sie ſind immer ſo ge⸗ fällig; gehen Sie und ſagen Sie der Crescenz, daß ſie mir mein Bier hierher bringt.“ 5 „Unmöglich,“ ſagte Elsbeth, Adelgunde kann den Geruch nicht vertragen; Sie brauchen auch mitten in der Nacht kein Bier; gehen Sie liber zu Bette.“ Adelgunde fiel ſchnell ein:„O mir ſchadet es nicht, und mich freut's, wenn der Herr hier ſitzen bleibt.“ Elsbeth ging ohne weitere Einwendung und beſtellte das Bier. ter ruhig ſeine Pfeife an und rauchte. 5 g Adelgunde hüſtelte leiſe, aber ihre Anſtrengung, die üble Wirkung auf ihre kranke Bruſt zu verbergen, war vergebens. Elsbeth kam wieder, und blickte den Vetter zor⸗ nig an. „Kommen Sie einmal mit mir zum Kinde,“ ſagte ſie, und zog ihn mit ſich in's Nebenzimmer. Sie ſchickte die Nonne zur Kranken, und zog ihn ſo weit wie möglich von der Thüre weg. „Was fällt Ihnen ein, Herr Vetter,, fuhr ſie leb— haft heraus,„ſich zu einer Todtkranken zu ſetzen und Ta⸗ back zu rauchen; Sie ſind doch wirklich ein Barbar.“ Herr Langenwärter ſah ſeine Baſe überraſcht au. „Aber Gundel iſt ja daran gewöhnt,“ ſagte er unbefangen. „Werden Sie denn nie unterſcheiden lernen, was eine Geſunde und was eine Sterbende aushalten kann?“ l„Ach was eine Sterbende!“ erwiderte Laugenwärter böſe.„Gundel iſt gar nicht ſo krank, doch Ihr habt ſie nach und nach daran gewöhnt, daß ſich Alles nach Ihr richten muß. Sie war früher das einfachſte ſanfteſte Weib von der Welt, aber ſie haben ihr den Kopf verrückt. Und ſeit einiger Zeit nehmen ihre Anſprüche kein Ende.“ Herr Langenwärter hatte dieſe Rede ſehr eutſchieden begonnen; doch unter Elsbeth's Blick ſchwand der volle Klang ſeiner Stimme; er war froh, als er am Punkte war, und ſchloß ſie ſchnell; aber es ward ihm nicht ge⸗ ſchenkt. Elsbeth rief eifrig aus:„Adelgund's Anſprüche! ſo ſoll Sie doch Gott ſtrafen, wenn Sie ſolch' ein Wort je wieder in den Mund nehmen. Ihr Lebenlang haben Sie nicht gethan, als ob Ihre Frau auch eine Stimme im Rath hätte. Was Sie wollten, geſchah unbedingt; Sie haben nicht einmal erfahren, was Widerſpruch heißt; und jetzt ſcheint mir, wollen Sie es übel nehmen, daß die Gunderle ohne Ihre Exlaubniß zum Himmel fährt. Ich hätte ſollen Ihre Frau ſein, nur ſechs Monate lang! Sie ſollten ein anderes Lied von der Ehe ſingen.“ Herr Langenwärter hatte nicht nur eine gewiſſe Zu⸗ neigung zu Elsheth, denn ſie war eine unterhaltende leb— haft Frau, ſondern auch mehr Reſpekt vor ihr als vor Während deſſen zündete ſich Herr. Langenwär⸗ awo 10 aur aufmerkſa habe jedem Sie zu ſchell ah die Gun mit ihr anzu . Ein Be klecht die Ab — Bekanntm Auf 0) Die Vir dn Nabffchtigs, Wi erfaufte Flunduhs und d 4. M. G, als 450 fl. guſzun des Haul ſelbe kann iht urkundlich nch mit Ausſchluß und der Wi Feigen, welche an die Hofraf machen zu kö! nen 60 Tagen fle anumeld ſhweigend aus 80 ff. aber g Kodelhein Edi (173) Wan rau Kaſharln langeren Ihn kannten Kinde u deren Na wichen ein nd beſtellte gung, die ergen, war N eller zor⸗ de, ſagte dle ſchickte le moglich ihr ſie leb⸗ u und Ta⸗ rbar.“ rraſcht au. nbefangen. nen, was n kann?, genwärter r habt ſie nach Ihr zeſte Weib f verrückt. in Ende. eutſchieden d der volle am Punkte m nicht ge⸗ Auſprüche! ein Wort lang haben e Stimme unbedingt; ruch heißt; in, daß die fahrt. I lang! Sit gewiſſe Zu⸗ altende leb⸗ als vor irgend einem andern lebenden Weſen. Anſtatt ſich alſo zu ärgern, ſagte er entſchuldigend:„Sie können mir doch nicht vorwerfen, daß ich nicht allezeit der beſte gefälligſte Mann für Gundele geweſen bin. Was ſie ſich wünſcht, hat ſie; denken Sie doch an die amerikaniſchen Vögel.“ „Mit denen hat das Elend erſt recht angefangen,“ ſagte Elsbeth halb lachend,„das war der große Galan— terie-Actus, auf dem der Herr Vetter nun ſeit fünf Jahren herumreitet. Es iſt wahr: Gundel hatte einmal zwei ſolcher Vögel in einer Menagerie geſehen, und ſie ſich ge— wünſcht, und als ſie Abends in ihr Zimmer trat, hingen ſie an ihrem Fenſter; aber mit dieſer Gefälligkeit haben Sie ihr mehr Schaden gethan, als ſich berechnen läßt. Seitdem, wenn Sie nicht zur rechten Zeit zum Eſſen ka— men, und das Fleiſch verkocht war, und die Frau ſich eben vorgenommen hatte, Ihnen eine Vorſtellung darüber zu machen, zwitſcherten die Vögel und ſie zog ſchnell wieder ihren Mund in's Lächeln und ſagte nichts;— wollte ſie des Sonntags ſpazieren gehen, und Sie hatten keine Luſt, ſie zu begleiten, wie es faſt immer der Fall war, wenn ſie Sie darum bat, ſo ſah ſie die Vögel an, und fand, daß man ſich auch im Zimmer recht gut Motion machen konne; brummten Sie um Nichts und wieder Nichts, ſo ſah ſie auf die Vogel, und ſtrich Ihnen die Falten von der verdrießlichen Stirne. Kurz, auf das Conto dieſer Vögel haben Sie Gundel mehr gemartert als ſich's ver— antworten läßt, und haben ihr glauben gemacht, daß Sie der aufmerkſamſte Ehemann von Augsburg ſind. Ich aber habe jedesmal, wenn ich bei der Gundel Luſt hatte, über Sie zu ſchelten, die Vögel verhängen müſſen. Aber dann ſah die Gundel auf den Vorhang, und es war doch nichts mit ihr anzufangen.“ (Fortſetzung folgt.) Miszellen. Ein Bader beauftragte ſeinen Geſellen, einem Haus— knecht die Ader zu ſchlagen. Nach einer Stunde kam der 49— Geſelle zurück und berichtete:„Herr, ich habe eine Viertel— ſtunde auf die Ader geſchlagen, aber es kam kein Blut; da gab mir der Hausknecht eine Maulſchelle, und da kam es mit einemmale, aber kurios, nicht aus ſeiner Ader, ſondern aus meiner Naſe!“— Ein Bauer verlangte von einem Maler, er ſolle ſeine Frau ſo malen, daß ſie ihn mit dem einen Auge recht freundlich anlache, mit dem andern aber ſeinem Nachbar ein Geſicht ſchneide. Monats-Bericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg. Im Laufe des verfloſſenen Monats gingen für obi 345 fl. 22 ¼ kr. ein. Von dieſer Summe a ar Dann zu rechnen 287 fl. Auch ein Paar goldene Ohrringe und ſonſtige Na⸗ turalien wurden geſpendet k). Wenn wir jemals Urſache hatten den freundlichen Gebern zu danken, ſo war es diesmal der Fall; denn noch nicht einmal war unſere Kaſſe ſo leer, als am Anfange des Monats Januar; aber trotz deſſen verlieren wir den Muth nicht, arme Kinder aufzunehmen, denn es ſollen in Bälde wieder eintreten: ein Knabe aus Dornheim, einer aus Nierſtein, einer aus Langen, einer aus Heimertshauſen, ein junger Mann aus Udenheim, ein Jüngling aus Grünberg und ein Mädchen aus Darmſtadt, wir ſehen nur noch beſtimmten Nachrichten entgegen.— Möchten auch die Freunde und Wohlthäter den Muth und die Freude nicht verlieren, unſerer ferner zu gedenken!— Es hat zwar etwas drückendes immer und immer wieder zu bitten, wenn man aber weiß, daß die Liebe nimmer aufhört (1. Kor. 13.), dann wird man wieder aufs neue beherzt und das Ver⸗ trauen zu Gott wird durch den Erfolg geſtärkt und gekräftigt.— Auch in Aktien war der Abgang in dieſem Monat, beſonders von Offen- bach, ſehr gut. Zwei Aktien wurden der Anſtalt von Darmſtadt aus wieder geſchenkt. Nur noch 110 Stück, à 25 fl., find unterzubringen und unſer Haus iſt dann bezahlt.— Den Freunden unſerer Anſtalt können wir in den erſten Tagen auch endlich die Freude bereiten und ihnen die Geſchichte des Hauſes, ſowie die Weiheworte des Hrn. Prof. Dr. Sell und die Rede des Hrn. Cand. Göring nebſt einer netten Lithogra⸗ phie vom Blindenhaus in dem 3. Hefte unſerer„Lieder und Worte“ für den geringen Preis von 9 kr. übergeben. ) Namentlich von Ober⸗ und Niedermoxſtadt dur r. i Bauernheim, Weckesheim und Bruchenbrucken. R Friedberg den 2. Februar 1852. J. P. Schäfer, Vorſteher der Blinden⸗Anſtalt. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N AM weiſen. Aufforderung. (86) Die Wirthin Konrad Lutz's Wittwe da⸗ hier beabſichtigt, auf ihre von Wilhelm Röder's Wittwe erkaufte Hofraithe Pag. 6. No. 10. des Flurbuchs und den dazu gehörigen Garten Pag. Georg Neubauer von Lich im Grundbuche ein- getragen ſteht, verkauft, können aber das Ei— genthum davon nicht überall urkundlich nach⸗ Sodann haben ſich zwei Kinder der Adam Krämer's Eheleute, Anna Maria Krä⸗ mer und Magdalena Krämer, von Haus ent— fernt und es iſt deren Aufenthaltsort nicht zu ermitteln und endlich ſollen ein Sohn derſelben Hartmann Krämer und zwei uneheliche Kinder ihrer verſtorbenen Tochter Anna Margaretha, Katharina Eliſabetha und Johann Georg Wil- Bekanntmachung, betr.: Brenn- und Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz⸗ verſteigerung, im Gr. Domanialwald Kel⸗ lersberg, Reviers Oberrosbach. (180) Freitag den 13. d. M., werden in dem oben genannten, bei Oberrosbach gelegenen Walddiſtricte, unter den vorher bekannt zu ma⸗ chenden Bedingungen, an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: 5 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 4. No. 19., als zweiten Einſatz ein Kapital von helm in ihrer Kindheit geſtorben ſein, ohne ½, Birken⸗„ 450 fl. aufzunehmen um damit einen Theil daß dies genügend nachgewieſen werden kann. 19%„ Eichen⸗ 1 des Hauskaufſchillingsreſtes abzutragen. Die- Es werden daher alle Diejenigen, welche dingliche 4%„ Buchen⸗Prügelbolz, ſelbe kann ihr Eigenthum an dem Unterpfand J Anſprüche an die bemerkten Immobilien, wor⸗ 18¼„ Eichen- und Birken⸗Prügelholz, urkundlich nicht nachweiſen. Es ergeht daher,[über Grundbuchsauszüge in der hieſigen Land⸗ 13„ Nadel⸗Prügelholz, mit Ausſchluß des erſten Hypothekengläubigers[ gerichtsregiſtratur zur Einſicht offen liegen, auf— 1½„ Ascpen⸗ 1 und der Wilhelm Röder's Erben, an alle Die- gefordert, ſolche ſogewiß binnen 4 Wochen von 3%„ Buchen-⸗Stockholz, jenigen, welche dingliche oder perſönliche Anſprüche] heute an, hier geltend zu machen, widrigenfalls 41%„ Eichen- und Nadel⸗Stockholz, an die Hofraithe nebſt Garten glauben geltend die Kaufbriefe beſtätigt werden. Binnen glei⸗ 8 As pen⸗Stockholz, machen zu können, die Aufforderung, ſolche bin⸗ nen 60 Tagen bei der unterzeichneten Gerichts⸗ ſtelle anzumelden, widrigenfalls ſie damit ſtill⸗ ſchweigend ausgeſchloſſen, die Nachhypothek von 450 fl. aber gerichtlich beſtätigt werden ſoll. Rödelheim den 5. Januar 1852. Gr. Heſſ. Landgericht Dr. Gil mer. Edictalladung. (173) Adam Krämer von Birklar und deſſen Frau Katharina, geborne Schmidt, ſind vor längeren Jahren geſtorben. Die hierorts be kannten Kinder und Enkel derſelben haben die zu deren Nachlaß gehörigen Immobilien, von welchen ein Grundſtück auf dem Ramen des Ilbenſtadt. cher Friſt haben ſich Anna Eliſabetha, Magda⸗ lena und Hartmann Krämer, ſowie Katharina Eliſabetha und Johann Georg Wilhelm Krä— mer oder deren Leibes⸗ und Teſtamentserben zur Empfangnahme den ihnen an den Kauf⸗ ſchillingen ertragenden Antheil ſogewiß dahier zu melden, widrigenfalls dieſelben den aufgetre⸗ tenen Erben überwieſen werden. Hungen den 31. Januar 1852. Hofmann. 26 5 Gul de n (185) liegen bei der Kirchenkaſſe zu Ilben⸗ ſtadt zum Ausleihen bereit. Der Kirchen vorſtand. 7 3375 Wellen Buchen-Reiſerholz, 2047„ Eichen⸗ und Birken-⸗Reiſerholz, 1650„ Nadel⸗ und Aspen⸗Reiſerholz, 2 Wagen 6 Läſte Schlagabraumholz, 40 eichene Stämme und Klötze Bau-und Werkholz bis zu 22 Zoll Durchmeſſer und 35 Fuß Länge, 1 Birken-⸗Werkholzſtamm, 100 Stück Nadelholz-Stangen zu Baum⸗ Großh. Heſſ. Landgericht pfählen, e Orac. 125 Stück Nadel⸗Nutzgerten zu Bohnen⸗ ſtangen. Erſt wird das Brennholz, ſodann das Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz verſteigert. Zuſammenkunft und Anfang der [Verſtei gerung: Morgens präcis 8 ¼ Uhr auf dem durch den Holzſchlag führenden Haupt⸗ weg im Kellersberg. 5 Oberrosbach den 2. Februar 1852. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bing mann. Oeffentliche Ladung. 99) Forderungen oder ſonſtige Anſprüche 95 das für concursfällig erklärte Vermögen der Conrad Wiſſemers 1. Eheleute von Okarben find im Liquidationstermine: Mittwoch den 31. März l. J., Vormittags 9 Uhr, bei Meidung ſtillſchweigend erfolgenden Aus- ſchluſſes dahier anzuzeigen und näher zu be⸗ gründen. Großkarben den 28. Januar 1852. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Bötticher. Holz⸗Verſteigerung. (200) Montag d. 16. d. M., Vormittags 8 Uhr anfangend, werden in hieſigem Gemeinde⸗ wald, ganz nahe bei dem Hof Haſſeleck, folgende Holzſortimente meiſtbietend verſteigert: A. im Schlag XVI und XVII: 8 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 47½%„ Birken⸗ und Eichen⸗Prügelholz, 35%„ Nadel⸗Prügelholz, 1½ Aspen⸗ 7 4%„ Eichen⸗Stockholz, 5696 Wellen Birken⸗ und Eichen⸗Reisholz, 8375„ Aspen⸗ und Nadel⸗ 1 11 Wagen und 8 ½ Laſt Allerleibolz, 15 eichene Bau⸗ und Werkholzſtämme, 149 Cubikfuß enthaltend. Niedermörlen den 6. Februar 1852. Der Großh. Sell. Bürgermeiſter e y. Holz ⸗Verſteigerung. (201) Dienſtag den 17. d. M., Vormittags 9 Uhr anfangend, ſoll im hieſigen Gemeinde⸗ wald nachſtehendes Holz, als: 10 Stecken Birken⸗Scheitholz, 22„„ Prügelholz, 1 17 Weich⸗= 1 7 Nadel⸗ 7 2 Birken⸗Stockholz, 2%„ Weich⸗ 5 2 Nadel ⸗„ 2902 Stück Eichen⸗Reisholzwellen, 307„ Birken⸗ 1 6631„ Nadel-„ 3139„ Weich⸗ 5 14„ Birken⸗Stämme= 119 Cu⸗ 5 bikfuß, 5„ Birken⸗Stangen 14 Cubikfuß, öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert wer⸗ den. Die Zuſammenkunft iſt um 9 Ühr, vor dem Bornberg am breiten Weg. Holzhauſen den 7. Februar 1852. Der abel Bürgermeiſter i e d. Bekanntmachung. (202) Die Gemeinde Aſſenheim wünſcht 200 Stück junge unveredelte Kirſchbäume anzukaufen. Luſttragende, welche dieſe Lieferung übernehmen wollen, haben ſich innerhalb acht Tagen an den Unterzeichneten zu wenden. Aſſenheim den 8. Februar 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. Bekanntmachung. (2083) Donnerſtag den 12. d. M., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll in dem Büreau des Ba⸗ 50— taillousverwaltungsraths dahier die Abänderung der Befeſtigungsart an den Bajonettſcheiden an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben wer⸗ den. Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Accordsbedingungen von heute an in oben genanntem Büreau eingeſehen werden können. Friedberg den 7. Februar 1852. In Auftrag Ramſpeck, Oberquartiermeiſter⸗ Privat- Bekanntmachungen. Nachricht r Auswanderer. Der unterzeichnete bevollmächtigte Agent befördert vom 1. März l. J. an regelmäßig am 1. und 15. jeden Monats Auswanderer nach allen Häfen von f Ameriba und Australien und halt ſich, unter Zuſicherung billiger Preiſe und prompter Beförderung, zu N — (201 Contractdbſchlüſſen beſtens empfohlen. Nauheim im Februar 1852. e 1 1 7 9 0 n — Hermann Auffarth, bevollmächtigter Agent. Gyps⸗ und Bauholz⸗Lager. 205) Bei bevorſtehender Gebrauchszeit bringe ich mein Gyps- und Bauholz⸗ Lager in empfehlende Erinnerung. Niederwöllſtadt im Februar 1852. Friedr. Ludw. Vöing. Theater des Buͤrger⸗Caſinos zu in dem Gerlach'ſchen Saale. Sonntag den 13. Februar öffentliche Vorſtellung: Carnevals⸗Triumph Dit Helden des Jahrhunderts. Eintrittspreis: I. Platz 20 kr. (206) Nach beendigter Vorſtellung wird die Unterhaltung durch Tanz fortge— n Kaſſenöffnung 6 ½ Uhr. Eintrittskarten ſind vor der Vorſtellung bei den unterzeichneten Vor— ſtehern— und Abends an der Kaſſe zu haben. G. F. Nau. J. Steinhäußer. H. Damm. ſetzt. Anfang präcis 7½ Uhr. Friedberg 11. Platz 13 kr. Gg. Schmidt. C. Huppuch. Gutta-Percha-Firniss. (11) Mit dieſem neuen praktiſchen Mittel, das Beſte für Conſervirung des Leders, kann man billig alles Schuhwerk vollkommen waſſer⸗ dicht machen, und ſomit allem Unwohlſein und vielfachen Krankheiten, welche in Folge naſſer und erkälteter Füße entſtehen, ficher vorbeugen. Denſelben empfiehlt in Töpfen mit Gebrauchs⸗ Anweiſung à 18 kr. Friedberg. P. F. Schmittner. verkaufen. Z u (207) 15 Jahrgänge von dem„Friedberger Intelligenzblatt, wovon 12 Bände ſauber ein⸗ gebunden ſind, werden verkauft. Wo? ſagt die Expedition dieſes Blattes. Zu verkaufen. (208) Ein vollſtändiges Schloſſerwerkzeug hat zu verkaufen Friedberg. Georg Scheibel, f Schloſſermeiſter. Zu ver miethen. 1 (209) Ein vollſtändiges Logis iſt zu vermie⸗ then bei J. Jöckel in der Burg. Zu ver mfethe n. (210) Eine Wohnung nebſt einer eingerichteten Schloſſerwerkſtätte hat zu vermiethen 5 Friedberg. Cordes, Schreinermeiſter. Halbe Erbſen, (21) a 5 fr. per Pfund, bei L. Goldmann Jun. Todesanzeige. (212) Am 2. d. M. ſtarb unſer guter Schwie⸗ gervater resp. Vater, Georg Neuhardt aus Kleinkarben, ſeither dahier wohnhaft, was wir hiermit allen ſeinen Wetterauer Verwandten und Freunden anzeigen. Grünberg den 4. Februar 1852. Landgerichts⸗Aſſeſſor Emmerich. Margaretha Emmerich. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bi ndernagel in Friedberg. ———— , 6 Nahlerune in ſümmilie und P Betreffend; Eſhalt. ein Mech! für einen be Gaben für d den fälschlich gelndſte Wei gefahr 7 Fu Und einen se durchlaufende köpfen, au prägt ſind; Sie w chung und 2 er büreten Frieh an die G Betreff en In d lage haben nülhſchaften Wir valhanden ache fehlen fort die Anl Frie