ini — . 2 Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. N 10. Mittwoch den 3. Februar 1832. Das„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ erſcheint jeden Mittwoch und Samſtag. Der Abonnementspreis, welcher ftets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt, bei der Expedition 1 fl. 12 kr., für/ Jahr 40 kr.— bei allen zum Fürſtl. T Taxisſchen Verwaltungsbezirke gehörigen Poſtämtern nach der neueſten Verfügung br. Jahr I fl. 30 ki. 90 g, ene Durch die ſehr ſtarke Auflage des„Intelligenzblattes“ finden Anzeigen der verſchiedenſten Art die vortheilhafteſte Verbreitung. Die Einxückungsgebühren betragen für die geſpaltene werden mit 7 kr. und ein Beleg mit 2 kr. berechnet. Friedberg. Petitzeile, oder deren Raum 2 kr., die beiden erſſen Zeilen zuſammen abet Die Expedition des Intelligenzblattes. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg ö an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Erſtattung der Jahresberichte. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Einſendung a) der Verzeichniſſe über die Ein- und Ausgewanderten, p) des Verzeichniſſes über Publikation der Regierungs— blätter zurückſtehen, werden hieran mit Friſt von 3 Tagen, bei Meidung der Einlegung eines Wartboten, erinnert. Friedberg den 2. Februar 1852. ö Brin. Bwei harte Steine mahlen ſelten reine. Eine Geſchichte von W. O. v. Horn. (Schluß) So bildete ſich das Heimweh in ſeiner Seele aus, das ihm am Ende alle Ruhe raubte. Herr Stifter kannte genau ſeine Geſchichte und ſah mit Bedauern, wie er ſo traurig wurde. Endlich ſagte er ſelbſt: Lieber Walther, ich ſehe, Sie müſſen heimgehen, ſonſt begraben wir Sie hier! Das war richtig; denn am Heimweh iſt ſchon gar Mancher in der Ferne geſtorben, der nicht heimkehren konnte, weil ihm die Mittel fehlten. So war's bei Leon⸗ hard Walther nicht. Als er mit Herrn Stifter abeech— nete, zeigte es ſich, daß er ein ſtarkes Vermögen ſich er⸗ worben hatte, ein Vermögen, das ihn zum reichen Manne machte. Als er Alles, theils in Baarſchaft, theils in gu⸗ ten Wechſelbriefen in ſeiner Taſche hatte, nahm er dank⸗ baren Abſchied von ſeinem Retter und Freunde, Herrn Stifter und beſtieg ein Schiff, das nach Hamburg unter Segel ging. Nun müſſen wir aber auch einmal in Gedanken nach Altona gehen und ſehen, wie es dort im Hauſe von Leon— hard's Eltern zuging, ſeit er weggegangen war. Der wilde Zorn war bei dem alten Walther auch verraucht. Anfänglich geſtand er es ſich nur ſelber, wie es ihn reue, gegen ſeinen Sohn zu hart geweſen zu ſein und ihn gereizt zu haben. Als er aber ſeine vortreffliche Frau ſo unausſprechlich viel und ſchwer leiden ſah, da uͤberfiel ihn doch die Macht des Gefühls und er bekannte es laut, wie die Reue und der Schmerz an ſeinem Herzen nage, wie ein Wurm, der nicht raſte, noch ruhe. Die unglückliche Mutter war untröſtlich, und ihr Schmerz wurde zu immer neuer Qual für Walther. Sie hatte gleich Anfangs treue und vertrauete Leute und Dienſtboten ausgeſendet, um ihren Sohn aufzuſuchen und ihn zu einer Unterredung mit ihr, ſeiner liebevollen Mutter, zu bewegen; allein, da er in ſeinem Zorn grade nach Hamburg geeilt war, ſo verloren ſie durch das Suchen deſſelben in befreundeten Häuſern ſoviel Zeit, daß ſie eben nur die Nachricht zurückbringen konnten, er ſei mit einem Schiffe nach Saint Croix abgefahren. Da war die Mutter troſtlos. Nur die Liebe zu ihren übrigen Kindern erhielt ſie noch aufrecht, und in verdop— pelter treuer Sorgfalt als Hausmutter ſuchte ſie Troſt in ihrer Traurigkeit und im heißen Gebete für ihren fer— nen Sohn. Auch der harte Stein in Walther's Seele hatte mit der Reue über ſeine Härte gegen ſeinen Sohn angefangen, mürbe zu werden. Der Kummer und die Thränen ſeiner guten Frau machten ihn alle Tage muͤrber. Alle Nachforſchungen blieben erfolglos. Der Capitän des Schiffes, der es mit Leonhard wohlgemeint hatte, war ja todt, und ſowohl Officiere, als Matroſen des Schiffes, die ſich ſo abſcheulich und unbarmherzig gegen Leonhard benommen hatten, mochten keine Kunde verbreiten, die ſie e 3— — —— Gefahr ausſetzte, 0 0 N 8 1 ihr abſcheuliches Betragen weltkundig ürde. 8* 1 W So logen ſie denn noch zu ihrer Schandthat an Leonhard und ſagten, in Saint Croix ſei er nicht geblie⸗ ben, ſondern gleich wieder nach den franzöſiſchen Inſeln in der Nähe von Saint Croix abgereiſt. Damit war denn jede Spur abgeſchnitten. Von den Briefen, welche Leon⸗ hard heimſchrieb, war auch nicht Einer in die Hände ſeiner Eltern gekommen.. Dies beugte den Vater noch tiefer. Wie erging es dem armen Jungen? Dieſe Frage quälte ihn unablaſſig. Er hatte ihn vielleicht in die Arme des Elends geſtoßenz er war vielleicht Schuld an ſeinem Tode! Zu dieſer innern Beugung, die ſich in einer gänzlichen Umwandlung kund gab und in einem ebenſo ſanften, als liebreichen Betragen gegen Frau und Kinder, kam nur zu bald auch noch eine äußere. Walther hatte mit einem andern Kaufmann ein Handelsgeſchäft unternommen, war aber mit dieſem in einen biktern Zwiſt gerathen. Dadurch wurde der rechte Zeitpunkt verſäumt und das ganze Geſchäft ſchlug fehl und brachte ihm ſehr empfindliche Verluſte an ſeinem Ver⸗ mögen. Kaum war dieſes Unglück erduldet, ſo machte ein Handlungshaus in Altona Bankrutt, das Walthern ein höchſt beträchtliches Capital ſchuldete. So kam Ein Ver⸗ luſt auf den andern. Allmählich mußte Walther ſeinen Handel beſchränken, und nach Verlauf einer kurzen Reihe von Jahren war er ein armer Mann. Das iſt Gottes Strafgericht! ſagte er zu ſich ſelbſt. Das habe ich an meinem Kinde verdient, das ich ohne Erbarmen in die Welt hinaus ſtieß! Da nagte denn der Wurm, der nicht raſtet, und hörte nicht mehr auf. Jeder kummervolle Blick ſeiner Frau war ein Stich in ſein Herz. Da war wieder Gottes Schule wirkſam, darinnen die harten Köpfe, die ſtolzen Herzen, der übermüthige Sinn gebeugt werden! Und hier that ſie ihre gute Wirkung.— f Als er ſein Letztes zuſammenraffte, blieb kaum ſo viel, daß er mit ſeiner Familie, bei großer Einſchränkung und fleißiger Arbeit, dürftig leben konnte. Er miethete ſich ein kleines Landhäuschen mit einem Gärtchen dran, außerhalb der Stadt, und zog dahin. Er ſuchte Arbeit in einem Handlungsgeſchäfte; ſeine Frau und Tochter ver⸗ dienten zu Hauſe mit Nähen, Sticken und Stricken Geld und doch reichte es' nicht hin, die große Familie zu erhalten. So groß auch ihre Noth war, Walther's ireffliche Frau dankte doch Gott dafür; denn ihr Mann war ja ein Anderer geworden. Er war kein Tyrann mehr im eigenen Hauſe, deſſen Heftigkeit und Jähzorn ſie Alle er⸗ ſchreckte. Er war ein ſanfter, liebevoller Gatte und Va⸗ ter geworden. Sie trug ihr Leid im Stillen und dankte Gott für dieſe Veränderung. Hier hatte es ſich denn wieder bewährt, daß Gottes Wege durch Nacht zum Lichte führen. Hätte nur die gute Mutter etwas von ihrem Sohne gewußt, ſie würde Gott noch herzlicher für dieſe Wendung ihres Schickſals gedankt haben. Er war der Gegenſtand ihres täglichen und ſtündlichen Gebets. Manchmal ging in ihrem Herzen ein Stern der Hoffnung auf, aber dann verdeckte ihn wieder dunkles Gewölke.— Je größer die Noth, je näher Gott! Dies herrliche Sprüchwort ſollte ſich an Walther's Familie aufs Neue beſtätigen. 5 Es war an einem ſchönen Abende, als Walther mit ſchwerem Herzen bei ſeiner Frau ſaß. Es war eine theure Zeit damals. Ihre ſechs Kinder wollten ernährt, gekleidet, unterrichtet ſein. Das koſtete mehr, als ſie bei allem Fleiße, bei aller Sparſamkeit erübrigen konnten. Nun daß, indem man Leonhard fände, N 0 0 f 3 und es fehlte an Geld dazu. 8 5 e. 1 2 3 1 waren zwei Vierteljahre Hauszins zu zahlen gecſtändig 1 7 Der harte Eigenthümer des Häuschens und Gartens drohte, ſie herauszuwerfen, wenn ſie nicht zahlten. Und das war unmöglich!— N Der Vater ſaß da mit gefalteten Händen; blickte mit feuchtem Auge betend hinauf zum blauen Himmel, von Die wannen allein Hülfe und Rettung kommen konnte. tiefergriffene Mutter lehnte ihr Haupt an ſeine Schulter und ihre Thränen rannen leiſe ins Gras. Die älteſte Tochter ſtand am Stamme des Baumes, unter dem ſie ſaßen, und drückte ein Tuch an ihre Augen, das ihre Thränen auffing. Die jüngeren Kinder, die das Weh ihrer Eltern noch nicht begriffen, ſpielten harmlos umher. f Da kam Einer der Knaben gelaufen und ſagte, es ſei eben ein Wagen daher gekommen, aus dem ein Herr geſtiegen ſei, der nach dem Vater frage. Großer Gott, rief voll freudigen Schreckens die Mutter aus, vielleicht ſendet uns Gottes Gnade rettende Hülfe!— Der Fremde nahte ſchon. Es war Leonhard! Als er ſeine Eltern ſo kummervoll erblickte, verſagten ihm die Kräfte. Er taumelte, laut weinend, gegen einen Baum. Niemand erkannte ihn. ſah ſchärfer, als Alle. ohnmächtig zur Erde.— 5 0 Sin * Die Tochter eilte zu der Mutter, denn ſie hatte in ihrem Schmerz auf den Ausruf der Mutter gar nicht geachtet. Der Vater aber ſtürzte auf ſeinen Sohn zu, umfaßte ihn, ſah ihm in das Geſicht und rief dann: Leonhard! Mein Leonhord, hab' ich dich denn wieder?— Vater, ſeufzte der erſchütterte Sohn, vergibſt du mir denn? 0 O mein Kind, rief da der Vater aus, frage ſo nicht Haſt du nicht mir meine unnatürliche Härte zu vergeben?— Und nun ſielen ſie einander in die Arme und der Bund der heiligen kindlichen und väterlichen Liebe wurde aufs Neue für ewig geſchloſſen. Die harten Steine wa⸗ ren mürbe geworden, und Gott im Himmel hatte ſeine Freude dran, und wußte es, daß ſie nun fortab rein mah⸗ len würden. Erſt jetzt ſahen ſie, daß die Mutter, wie eine Todte, auf der Erde lag, hörten das Jammern der Kinder: Die Mutter iſt geſtorben! Seid ruhig, ſprach der glückliche Vater. Die Mut⸗ terfreude bricht kein Mutterherz. Gott ſchenkt ſie uns wieder! Sie trugen ſie nun in das Haus; aber nur mit vieler Mühe brachten ſie die fromme Dulderin wieder in das Leben. Nun lag lange in ſeliger Freude der Sohn wieder am Mutterherzen, und erſt daun konnte er die Geſchwiſter bewillkommen, die ſo ſchön herangewachſen waren, daß er ſie kaum kannte. Im Hauſe des Kummers war die Freude eingekehrt Je größer die Noth, je näher Gott! Nach und nach ſammelten ſie ſich, und Leonhard, der den Brief, den der Vater noch immer in ſeiner Hand ge— halten, aber am Bette der Mutter doch fallen gelaſſen, aufhob und flüchtig hineinblickte, erkannte die Quelle des tiefen Leides, in den er ſie verſenkt geſehen, als er kam. Gott ſei Preis! rief er aus, daß ich zur rechten Stunde kam, ehe größeres Weh Euch Lieben heimſuchte! Nun iſt alle Sorge vorüber! Gott hat mich, ohne daß ich es verdiente, reich geſegnet; aber Alles, was ich habe, iſt nicht mein, es iſt Euer, und die Tage der Noth ſollen nun in Tage des Glückes ſich umwandeln! 0 Der erſte Sturm der Freund ging vorüber. Als ſie ruhiger bei einander ſaßen, konnte Leonhard ihnen ſeine Schickſale erzählen, die ſie aufs Neue zum Lobe Gottes Nur das Auge der Mutterliebe Sie rief: Mein Sohn! und ſank 1 bed e bevtenant und es ge that er ihn Eikantniß Wit Bei d tete der Exe viel Juſeln ben ſee ge feln und ich didaten, Ein 0 hai Bchausſtell 7 Mir, 0 Ein! jedesual n wolltel Zwei ßerte Be Bekann Nutterliehe und ſauk ſe hatte in gar nicht Sohn zu, def dann: Meder? dergibſt du ge ſo nicht geben?— e und der ebe wurd dteine wa- hatte ſeine rein mah⸗ ke! a 5 1 a 0 viel Inſeln liegen im mittelländiſchen Meere und wie hei— eine Todte, nder: Die Die Mut⸗ Ft ſie uns nur mit wieder in der Sohn ite er die ugewachſen eingekehrt onhard, der Hand ge⸗ in gelaſſen, Quelle des s er kam. zur rechten heimſuchte! öne daß ich ich habe, iſt Noth ſollen über. 2 ihnen ſeine Lobe Gouei führten, der die Seinen, zwar oft wunderlich, aber immer zu ihrem Heile führt. Leonhard zahlte nun ſchnell die rückſtändige Mithe; aber damit nicht zufrieden, ruhte er nicht, bis er ihr altes, theures, väterliches Wohnhaus in der Stadt wieder er— kauft hatte. Und nun begannen Vater und Sohn wieder mit neuer Thätigkeit Handelsgeſchäfte, die Gott ſichtbar— lich ſegnete, denn nun mahlten keine harten Steine mehr dabei, ſondern Liebe, Sanftmuth, Friede und Milde. Treuer Fleiß und unbeſtechliche Redlichkeit herrſchten im Hauſe und im Geſchäfte. Die Mutter lebte neu auf. Es war, als habe der ſo tiefgebeugte Vater neue Jugendkraft ge— wonnen. Die Kinder wuchſen auf in Gottesfurcht und blühender Geſundheit— kurz, Glück und Segen begleitete die Familie auf allen Wegen, ihr Wohlſtand wuchs zur früheren Blüthe und ihr Familienglück trübte kein inneres Leid mehr. Wohl begegnete Leonhard ſpäter einmal dem Schiffs— lieutenant, der ihn ſo mißhandelt hatte; er war kränklich und es ging ihm übel. Statt Rache an ihm zu nehmen, that er ihm Gutes und ſammelte die feurigen Kohlen der Erkenntniß und Reue auf ſein Haupt. Was ich noch zuſetzen möchte, iſt das: Wenn das Sprüchwort ſo wahr ſagt, daß zwei harte Steine nicht rein mahlen, und dieſe Begebenheit zeigt, daß erſt das Unglück ſie mürbe machen muß, ſo will mir's doch ſchei— nen, es ſei beſſer, ſich im rechten Aufſchauen zu Gott ſel— ber mürbe zu machen, wenn man ein harter Stein iſt; die Hitzköpfigkeit zu beherrſchen, den Starrkopf zu bändi— gen und milde und ſanft zu werden. Das gelingt Dem, der thut, was Chriſtus ſagt: Wachet und betet, daß Ihr nicht in Aufechtung fallet! Miszellen. Bei der Prüfung eines Schulamts-Candidaten rich— tete der Examinator folgende Frage an denſelben:„Wie— — ßen ſie?“„Im mittelländiſchen Meere liegen viele In— ſeln und ich heiße Müller,“ lautete die Antwort des Can— didaten. Ein Landwirth begegnete einem Bekannten und redete ihn haſtig an:„Wiſſen Sie ſchon, wem bei der letzten Viehausſtellung der erſte Preis zugefallen iſt??“ Y,—„Nein!“ —„Mir, Freundchen, mir!“ Ein Amerikaner ſoll ſo groß geweſen ſein, daß er jedesmal niederknieen mußte, wenn er den Hut abnehmen wollte! Zwei Offiziere zechten zuſammen, und der eine äu⸗ ßerte Bedenken, ob ſie wohl eine aufgepflanzte Bowle 41 Punſch würden zwingen können.„Hoho!, ſagte der An— dere,„ich wette, mein Burſche trinkt das Ding da allien auf einen Zug aus!,— Der Andere geht die Wette ein und Johann wird gerufen. Ex beſieht ſich, als er mit der Wette bekannt gemacht iſt, die Bowle von allen Seiten, und ſagt:„Sogleich will ich wieder kommen und Beſcheid ſagen. Nach zehn Minuten erſcheint er wieder mit einem beſtimmten:„Es geht!, ſetzt die Bowle an und trinkt ſie wirklich auf einen Zug leer. Sein Herr fragte ihn nun: „Warum biſt du denn zuvor hinaus gegangen?,- Ja ſehen Sie, ſagte er,„ſo ganz gewiß wußte ich nicht, ob's ginge, da habe ich's dann erſt=mit einem eben ſo großen Napf voll Bairiſch-Bier probirt., Ein General trug ſich mit einem Plane herum, den deſſen Adjudant ſo gerne gewußt hätte. Einmal nahm er ſich das Herz und fragte ihn geradezu darum. Der Ge— neral legte ihm die Hand auf die Schulter, und ſagte in traulichem Tone:„Nun hören Sie— aber, können Sie wohl ein Geheimniß bewahren?“„Wie das Grab,“ ſagte der Adjudant begierig.—„Das iſt recht ſchön, ſehen Sie, ich kann es auch,“ und damit ließ er den Adjudanten ver⸗ blüfft ſtehen. A. Hören Sie, man ſpricht ſehr Böſes von Ihnen. B. Nun, was denn? A. Man ſagt, Sie ſind ein Hexen— meiſter. B. Dann ſpricht man von Ihnen nur Gutes. A. So, zum Beiſpiel? B. Man ſagt, Sie ſeien gar kein Hexenmeiſter. N Ein Candidat von ſehr unanſehnlicher Geſtalt begann ſeine Predigt mit den Worten:„Fürchtet Euch nicht!“— Er kann nicht weiter, es war um ihn geſchehen— er wie— derholte:„Fürchtet Euch nicht! Fürchtet Euch nicht!“— Da rief ein Baur aus der Gemeinde:„He wär' mer och der Kerl darnach!“ Ein ſehr thätiger und arbeitſamer Fuͤrſt bemerkte mit Mißvergnügen, daß ſeine koſtbare Taſchenuhr oft unrichtig ging, und daß ihm hingegen der Page auf ſeiner ſchlech⸗ ten, ſilbernen Uhr jederzeit die richtige Stunde angeben konnte. Endlich bot er ihm einen Tauſch an, den der Page herzensfroh einging. Aber ſchon am erſten Tage bemerkte der Fürſt mit Verwunderung, daß die eingetauſchte Uhr noch ſchlechter ging, und fragte erſtaunt den Pagen um dieſe unbegreifliche Veränderung.—„Ja, ja,“ antwortete dieſer,„Euer Durchlaucht müſſen es auch wie ich machen, ich habe ſie alle Stunden genau nach der Thurmuhr gerichtet. Zwei Frauenzimmer begegneten auf der Straße einem Mohren.„Du“ ſagte die Eine,„das iſt ein Mohr!“— „Ja richtig!“ entgegnete die Andere,„man ſieht's ihm gleich an.“ Mittwoch den 18. Februar 1852, Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Edictalladung. (84) Von dem Grundſtück, Band und Seite des Flurbuchs 1/163, No. 12, Grabgarten, 9. Gewann, am alten Haingraben, Gemarkung Friedberg, iſt ein Theil, 45,6[◻Klafter hal⸗ tend, jetzt mit 12/0 bezeichnet, in die Eiſenbahn gefallen. Der letzte Beſitzer deſſelben, Ober⸗ feldwebel Kahl zu Büdingen, behauptet: das Grundſtück ſchon vor 20 Jahren von der Wittwe des Schullehrers Stumpf dahier, auf deſſen Namen es auch im Flurbuch ſteht, ge⸗ kauft, einen Kaufbrief jedoch nicht erhalten zu haben. Auf Antrag des Großh. Fiskus werden deßhalb alle, welche Eigenthums- oder ſonſtige Anſprüche auf das vorgenannte Grundſtück zu haben glauben, aufgefordet, dieſelben binnen 60 Tagen dahier geltend zu machen, gegenfalls der Kaufbrief für den Großh. Fiskus gerichtlich be⸗ ſtätigt werden wird. Friedberg den 12. Januar 1852. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. Oeffentliche Ladung. (16) Alle, welche Forderungen oder ſonflige Anſprüche an das für concursfällig erklärte Vermögen der Moſes Sichels Eheleute von Heldenbergen zu bilden gedenken, werden hier⸗ mit aufgefordert, ſolche im Liquldatlonstermine, Vormittags 9 Uhr, dahier bei Meidung ſtillſchweigend erfolgenden Ausſchluſſes anzuzeigen und richtig zu ſtellen. Großkarben den 21. Dezember 1851. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Jäger. Bötticher. Holz ⸗Verſteigerung. (159) Das unterzeichnete Rentamt verſtei⸗ ert: N 1. Montag, den 9. Februar l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, in den Diſtrikten„Kreuztanne, am Haſſel- ecker Weg“ und Tannenwieſe⸗: 8771 Kubikfuß verſchiedenes Nadel- Bau- und Werkholz, worunter Stämme von 6—19“ Durchmeſſer und 20-70“ Länge, ſodann 47 Stück Nadelſtangen, zuſammen 202 Kubik⸗ fuß. 11. Dienſtag, den 10, Februar l. J, Vormittags 9 Uhr anfangend. aus den obigen und andern Diſtrikten: 45½ Stecken Nadel⸗ und 5„ Eichen⸗Scheitholz; 27 5 1 Nadel⸗ und 1 3„ Eichen⸗Prügelholz; 16„ Nadel- und 1 Eichen⸗Stockholz; 6987½ Stück Nadel⸗ und 1000„Eichen⸗Wellen. Bemerkt wird: 5 1) Das Stammholz wird, jedoch nur bei günſtiger Witterung, an Ort und Stelle verſteigert, und iſt die Zuſammenkunft an der Sandkaute. Die Verſteigerung des Brennholzes wird im Wirths⸗ hauſe zum Hirſch dahier abgehalten. 2) Sämmtliches Holz iſt nummerirt und kann täglich eingeſehen werden. Das herr⸗ ſchaftliche Forſtperſonal iſt angewieſen, gewünſcht werdenden Aufſchluß zu er⸗ theilen. 3) Für das Stammholz wird Zahlungsfriſt bis Ende September, für das Brennholz bis Ende Mai bewilligt. Ockſtadt den 30. Januar 1852. 5 Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Main Weſer⸗Eiſen bahn (160) Montag den 9. d. M., des Vormit⸗ tags um 10. Uhr, ſoll auf dem Sectionsbüreau dahier die Fundation und das Legen des Gleiſes vom Bahnhofe bei Langgöns bis zum Lindener⸗ Markwalde, beziehungsweiſe veranſchlagt zu 3116 fl. und 1428 fl., durch öffentliche Ver⸗ ſteigerung in Akkord gegeben werden. Gießen, am 1. Februar 1852. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Sectionen Gießen und Butzbach Eickemeyer. Bekanntmachung. (161) Die im hieſigen Auenwald am 26. d. M. abgehaltene Holzverſteigerung iſt geneh⸗ migt und wird noch bemerkt, daß diejenigen Steigerer, welche vor der Abfuhr nicht baar bezahlt haben, die vorſchriftsmäßigen Bürg⸗ ſcheine zu erbringen haben, indem ſonſt kein Holz verabfolgt wird. Aſſenheim den 31. Januar 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. Obligations-Verloo ſung. (162) Bei der heute ſtattgehabten Verlooſung find die Obligationen No. 51 mit 100 fl., No. 186 mit 300 fl. und No. 224 mit 500 fl. für den 1. Mai l. J. rückzahlbar geworden. Die Inhaber derſelben werden hiermit aufgefor⸗ dert, dieſe Summen längſtens bis zum 1. Mai J. J. bei dem hieſigen Gemeinderechner in Em. pfang zu nehmen, indem von da an die Ver⸗ zinſung aufhört. Obermörlen den 28. Januar 1852. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter König. rr Privat ⸗ Bekanntmachungen. Verkauf. (153) Unterzeichneter iſt wegen Wohnorts. veränderung geſonnen ſein in der Wolfengaſſe gelegenes Wohnhaus nebſt Garten am Holz⸗ pförtchen, 1 Viertel und 27 Ruthen haltend und neben Mack und Ochſenmetzger Engel gelegen, aus freier Hand zu verkaufen. Georg Scheibel, Schloſſermeiſter. 15 77 2 1 N 9 7 5 050 42— Poſtſchiffe neuer Nnie zwiſchen Harre& Nei- Vorl und Dreimaster I. Classe, zwiſchen Havre ꝙ Neio-Orleuns, von J. Barbe Morisse in Havre. (163) Durch dieſe anerkannt ſolide Linien, deren ausgezeichneten Schiffe dreimal monatlich von Havre nach Neio- Vor und von Havre nach Nerb-Orleans abgehen, beföͤrdere ich Auswanderer zu den billigſten Preiſen und vortheilhafteſten Bedingungen. g Frankfurt am Main 1852. 9 De r General ⸗ C. H. Text Rebſtock No. 5. Agent Bekanntmachung, (164) Bei der heute vorgenommenen Aus⸗ looſung fiel auf 5 No. 29 das erſte große Oelgemälde, „ 38 das zweite kleine 1 „ 264 das dritte„„ 1 56 das vierte„„ „ 228 das fünfte ⸗„ welches in beſonderem Auftrage beglaubigt der Polizeidiener Behr. Bekanntmachung. 165) Unterzeichneter läßt Dienſtag den 10. Februar d. J., Morgens 10 Uhr, abzugshalber folgende Gegenſtände unter den bei der Ver⸗ ſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen verſteigern: l 1) 4 Pferde, unter 8 die Wahl, 2) 1 Faſelochs, Schwpzer Race, 3) 4 Zugochſen, 4) 3 trächtige Kühe, 5) 3 trächtige Mutterſchweine, 6) 1 Chalſe, ü 7) 3 Wagen, ſehr geeignet für eine große Oeconomie, 8) 4 Pflüge und einige Eggen, 9) 100 Malter Waizen, 10) 40„Korn, 11) 50„ Gerſte, 12) 100 bis 150 Malter Hafer, 13) 30 Malter gelbe Erbſen, welche gut zum kochen und rein von Fliegen find, 14) 200 Malter Kartoffeln, 15) 25 bis 30 Ohm Brandwein, 16) 200 bis 300 Centner Heu, 17) 100 Fuder verſchiedenes Geſtröh, 75 18) eine bedeutende Partie Spreu und Keil, 19) einen Kochherd mit Bratofen, geeignet für eine große Oeconomie, 5 20) einen großen Waſchkeſſel, ebenfalls geeig⸗ net für eine große Oeconomie, 21) eine Tafel nebſt zwei Bänken, 22) mehrere Oekonomiegeräthſchaften, 23) mehreres Wagen⸗ und Ackergeſchirr für Pferde und Ochſen. Bemerkt wird noch, daß der Anfang mit dem Vieh gemacht wird. Staden den 26. Januar 1852. Carl Schaubach⸗ Ein Erſtlings⸗Mutterſchwein (166 ift entlaufen; wer daſſelbe an Unter⸗ zeichneten zurückbringt, erhält eine angemeſſene Belohnung. Södel. Martin Volz. Geſuch. (167) Eine reinliche Magd, die bürgerlich kochen kann und mit guten Zeugniſſen verſehen iſt, wird auf Petritag geſucht. Wo? ſagt die Ex⸗ pedition dieſes Blattes. a Bekanntmachung. (168) Durch geſchebene Ablöſung der Schaaf⸗ weideberechtigung ſieht ſich der Unterzeichnete veranlaßt f 78 Stück Ajährige gemäſtete Hämmel, 30 Horden und u 1 Schäferhütte zum Verkauf auszubieten. Bönſtadt den 1. Februar 1852. C. F. Heimburg. Bekanntmachung. (169) Wir erklären hiermit, daß wir keines der Rechtsgeſchäfte, welches unſer Schwager Peter Klink III. von hier etwa abgeſchloſſen hat, oder in der Zukunft noch abſchließen wird, als für verbindlich erachten werden. Düdelsheim am 1. Februar 1852. Jacob Lott's Eheleute. Fahrplan (170) der Eiſenbahnen, Dampfſchiffe Omnibus ꝛc. nebſt einem Verzeichniß der Sehens würdigkeiten in Frankfurt a. M. à 4 kr. zu haben bei* Friedberg. Literariſche Anzeige. (17) Das wohlgetroffene Portrait des hochw. Herrn Biſchof von Mainz, Wilhelm Emmauunel, à 36 kr., iſt vorräthig bei Friedberg. C. Bindernagel. Frankfurter Cours vom 2. Febr. 1852. Mae fl. 9 39-40 Friedrichsd or„ 9 57½-58¼ Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 5152 Rand⸗Ducaten„ 5 37-38 20 Frankſtücke„ 9 30-30 Engliſche Souverains. 11 5455 Preußiſche Thaler„ 1 45%¼/½ 5 Frankenthaler 1 222/ Preußiſche Caſſenſcheine„ 145% Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bind ernagel in Friedberg. 2. * Be Bei ei 1 ein 5 — E. Bindernagel. a N ein ſol 3) ein fol ohne J) 3 grau züge, 6) ein Be 0) ein Be welche Sache ſcheinlichſten den ſind. Diejeni um dieſe G ſugt, mir ba Gieß! 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