2. Ott. Mainz] Oe heim — ntelligenz-Blat Provinz Oberheſſ en im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda im Beſonderen. Mittwoch den 3. November 1852. Amtlicher Theil. 5 Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes. fl. h. 1 1600 Betreffend: Den Zuſtand der Kamine. 0 9 1 44 1 109 3137 3 1 Sie werden die noch rückſtändige Feuerviſitations⸗ Protocolle vom Jahr 1852 unfehlbar binnen 8 Tagen an — mich einſenden. Taxe g und Bußba n 5, Novemben — Fried⸗ berg. kr. pf. bac kr. 2 — 8 —————— — —— — — Buß, hen dünmi Friedberg den 26. Oktober 1852. 8 J, N de Beauclair. An Dieſelben. Betreffend: Den Kirchenbau zu Ulrichſtein, insbeſondere die Erhebung einer Collecte für dieſen Kirchenbau. Den Ortseinwohnern zu Ulrichſtein iſt zur Beſtreitung des Wiederaufbaues ihrer niedergelegten Kirche eine Collecte im ganzen Großherzogthum geſtattet worden. Mit der Er⸗ hebung dieſer Collecte ſind ſaͤmmtliche Kirchenvorſtände des Großherzogthums in der Art beauftragt worden, daß ſie bis zu Ende d. J. vollzogen ſein muß. Indem ich Sie hiervon in Kenntniß ſetze, erwarte ich von Ihnen, daß Sie dieſe Collecte Ihren Gemeindemitglie⸗ dern empfehlen und unterſtützen. Friedberg am 26. Oktober 1852. Möller Es iſt Vichts ſo fein geſponnen, es kommt doch an das Licht der Sonnen. Eine Geſchichte von W. O. v. Horn. (Schluß) Als dort die Bauern hörten, wie es ſtand, ſagten ſie: Gebt Acht, es iſt ihm ein Unglück unterwegs im Walde begegnet! Die ganze Gemeinde brach auf, den geliebten Seel⸗ ſorger zu ſuchen. Der Bote war mit der Nachricht ſchnell heimgelaufen und-auch vom Wohyort aus folgte Alles der jammernden Gattin in den Wald. Wer malt den Schrecken, das Entſetzen, den Jammer, als ſie den Pfarrer dort— erhängt an einem niedern Baume finden? ——— Nach den Geſetzen mußten ſie ihn an Ort und Stelle laſſen und dem Gerichte Anzeige machen. Dies kam mit den Aerzten. Nach genaueſter Unterſuchung zeigte ſich keine Spur von Gewahltthat. Er hatte ſeine Uhr noch, eine alte ſilberne Uhr von geringem Werthe. Daß er kein Geld in der Taſche hatte, konnte nicht auf Ge⸗ waltthat leiten, weil die jammernde Familie bekannte, daß er nie Geld bei ſich zu tragen pflege, wenn er nicht eine Reiſe mache. Da war denn kein Zweifel, der Pfarrer war ein Selbſtmörder! Aber was hatte ihn dazu bewogen? Da lag ein undurchdringliches Dunkel! Er lebte in den glück⸗ lichſten ehelichen Verhältniſſen. Kein Zwieſpalt truͤbte das ſchönſte Familienleben. Wenn auch kein Reichthum da war, ſo hatte doch die Famile keine nagenden Sorgen und ihr einfaches Auskommen. Kein Unglück hatte ſie heimgeſucht. Kein Elend drohte. Er war geſund, ſtets heiter geweſen. Keine Ahnung von Tiefſinn war an ihm zu bemerken geweſen. Kurz— hier lag ein entſetzliches Dunkel, das menſchlicher Einſicht zu durchdringen völlig unmöglich war. Von dem Jammer der Familie will ich ſchweigen. Jeder begreift ihn und kann ſich ihn denken. Den alten Pfarrer beugte dieſer Schlag in dem Maße, daß er bald darauf ſtarb. Nun ſtand die arme Frau mit ihren unerzogenen Kinderchen allein in der Welt ohne Vermögen, ohne Stütze. Ihr Loos war aufs Betrübteſte gefallen. Sie mußte das Pfarrhaus bald verlaſſen, und nichts blieb übrig, als ſich im Dorfe einzumiethen. Jeder⸗ mann dachte: dies harte Schickſal wird das Steinherz des alten Onkels erweichen! Allein, wer dieß glaubte, verrechnete ſich völlig. Die Schmach des Selbſtmordes, die der Pfarrer ihm ange—⸗ than, erbitterte ihn in dem Grade, daß er auch nicht die geringſte Unterſtützung der unglücklichen Wittwe und ihren Waiſen zukommen ließ. Ja, ſein Zorn ging ſo weit, daß er einen Notar komwen ließ, um ein Teſtament aufzu⸗ ſetzen, in dem er ſein Vermögen Fremden vermachte, und die Kinder ſeines Schweſterſohns völlig enterbte. So häufte ſich denn ein Maß der Trübſal auf die arme Wittwe, das jede andere niedergebeugt haben würde. Sie blieb ſtark. Wie ſchwer auch der Verdacht des Selbſt⸗ mords auf meinem Gatten ruht, ſagte ſie mit der Klar⸗ heit und Feſtigkeit der heiligſten Ueberzeugung— ſo iſt er dennoch unſchuldig. Zwar bin ich außer Stande, das entſetzliche Dunkel aufzuhellen, aber ich lebe und ſterbe drauf, es iſt ihm Gewalt angethan worden. Gott allein 5 2 8 — ———— . 3 f weiß, wie es geſchehen, und er wird es auch ans Licht bringen und die Schmach von ſeinem Namen wegnehmen und tilgen! 5 Das glaubten auch Alle, die ihn näher kannten; aber es blieb ein unaufhellbares Dunkel über ſeinem Tod, und leider auch wieder Viele waren dennoch überzeugt, er ſei ein Selbſtmörder geweſen. a Die Härte des Oheims beugte die gute Frau nicht. In ihrer Seele lebte ein lebendiger Glaube an Den, der aller Wittwen Verſorger, aller Waiſen Vater iſt. Sie arbeitete mit kunſtfertiger Hand für andere Leute, erzog ihre Kinderchen in der Furcht und Vermahnung zum Herrn, und ſiehe, er erweckte ihr viele Herzen, die ihr Wohlthat und Unterſtützung in ſo reichlichem Maaß angedeihen ließen, daß ſie nicht zu darben brauchte. Das Gericht ſelbſt hegte große Zweifel, daß der Pfarrer ſich ſelbſt entleibt habe. Unermüdet forſchte der Staatsprokurator in allen Richtungen nach den Spuren des Verbrechens; allein auch nicht die leiſeſte, nicht die entfernteſte Andeutung bot ſich dar, an deren Hand man hätte hoffen dürfen, das grauenvolle Dunkel aufzulöſen in Klarheit. So vergingen Jahre und die Zeit legte den Mantel des Vergeſſens uber eine Begebenheit, die ſo viele Ge⸗ müther erſchüttert, eine harmloſe Familie in den tiefſten Abgrund des Jammers geſtürzt hatte. Da wurden in der Gegend von Weißenburg zwei kühne Einbrüche und ein Raubmord auf offener Landſtraße verübt, der die Polizei in eine ungewöhnliche Thätigkeit verſetzte. Ihren angeſtrengten Bemühungen gelang es endlich, zwei Menſchen zu ergreifen, die bereits ſeit Jahren mehrmals den Gefängniſſen entſprungen waren und ſich ſtets auf der Grenze bald als Schmuggler umhergetrieben, bald mit dem gegruͤndeten Verdachte veruͤbter Verbrechen belaſtet, über die Grenze zu entkommen wußten, ohne daß es hätte gelingen können, ihren Aufenthaltsort zu entdecken. Alle Umſtände gaben Zeugniß gegen ſie, und bald lag es klar, daß ſie die Urheber dieſer und anderer Ver⸗ brechen und Schandthaten waren. Der Staatsprokurator und der Unterſuchungsrichter entlockten ihnen faſt täglich das Geſtändniß neuer Ver⸗ brechen, die ſie mit einer Frechheit bekannten, die das Herz faſt vor ſolcher teufliſchen Verdorbenheit erſtarren machte. Grade, als ob ihm Gott den Gedanken eingegeben, fiel eines Tages im Verhöre dem Prokurator der Pfarrer Schmitt wieder ein. Wer weiß, dachte er, ob ich nicht hier wieder einen neuen Schlangenweg der Bosheit ent— decke! Er fragte daher den Einen der Verbrecher kurz und bündig: Sagt mir doch einmal, wie iſt es denn eigentlich mit der Erhängung des Pfarrers Schmitt von NM zugegangen und warum Ihr ihm ſeine Uhr nicht nahmt, ſondern nur die paar Kreuzer, die er in der Taſche hatte? Der Verbrecher fuhr zuſammen, als hätte ihn eine giftige Natter gebiſſen. Wie kommt Ihr mir mit der Frage? gegenfragte der Verbrecher. Was weiß ich von der Geſchichte?— Das wäre ſchon gut, fuhr, durch die Betroffenheit des Menſchen noch mehr beſtärkt in ſeiner Meinung, der Prokurator fort, wenn nicht Euer Geſelle bekannt hätte, Ihr hättet ihn aufgehängt! Da brach der Menſch in ein wildes, rohes Schimpfen aus und ſagte: So legt er mir zur Laſt, was er doch nur gethan hat!— Da durchzuckte ein Strahl der Freude das Herz des richterlichen Beamten. Er ſah, daß er ſich nicht getäuſcht hatte. Die erſte Spur eines Verbrechens lag vor ihm, das den Namen eines durchaus unbeſcholtenen Mannes mit Schmach belaſtet hatte. Er ſtellte ſich nun, als wiſſe ung N Ja, der iſt erhäl, er ſchon Alles von dem Andern, und ſagte: pfiffig! Kann er eine Schuld von ſich auf Euch laſten, ſo thut er's. Erzählt Ihr mir einmal den Hergang genau, dann muß es ſich doch herausſtellen, wer der Mörder iſt, 195 den die Strafe treffen, der ſie verwirkt hat und ver— ient. 1 war dem Menſchen das Siegel der Zunge gelöst. Wir kamen damals mit einigen Ballen geſchmuggel— ten, feinen Tabaks über die Grenze, erzählte der Ver brecher, und lagen in dem Wald im Dickicht. Es war an einem Sonntag Morgen und Alles ſo ſtille im Walde, daß man den Fußtritt eines Wanderers auf dem Wege deutlich hören konnte. Hör''mal, ſagte da mein Kame⸗ rad, unſer Geld iſt ſo nächſt alle. Laß uns, wenn der Kerl, der da kommt, ſo ausſieht, daß er Geld hat, ihn kalt machen. Es iſt kein Menſch weder nah, noch fern. Ich rieth ab, weil wir mit dem Tabak nicht mehr weit zu gehen hatten und dann ein ſchönes Stück Geld ver⸗ dienten. Auch mochte ich an einem Sonntage ſo etwas nicht gerne thun. Er lachte mich aus, nahm einen Strick und ſchlich leiſe dem Wege zu. Ich hinter ihm drein. Da ſahen wir einen ſchönen Mann in feiner, ſchwarzer Kleidung daherkommen. Es iſt ein Pfarrer! flüſterte mein Kamerad mir zu, und da er ſo gut gekleidet iſt, hat er auch Geld. Auffallend war es, daß der Pfarrer laut vor ſich hinredete und mit den Händen dazu agirte, als ob er auf der Kanzel ſtehe. Der lernt ſeine Predigt auswendig! ſagte mein Kamerad, gib Acht, den fang' ich, wie die Metzger einen ſcheu gewordenen Ochſen! Er machte nun ſchnell aus dem Strick eine Schlinge, zog ſeine Schuhe aus, und als der Pfarrer an uns vorüber war, kroch er aus dem Dickicht heraus, ſchlich, ohne daß der laut redende Pfarrer es hörte, hinter ihn, warf ihm die Schlinge über und zog ſo ſchnell und ſo heftig zu, daß der Pfarrer ohne einen Laut hinſtürzte und ſchnell erdroſſelt war. Jetzt mußte ich helfen. Wir trugen ihn ſchnell an den Platz, wo unſere Bündel lagen, und unterſuchten ſeine Taſchen; aber wie täuſchte ſich mein Kamerad! Auch nicht Ein Kreuzer war bei ihm zu finden!— Hätt' ich das gewußt, ſagte er, ſo hätt' ich den armen Schlucker laufen laſſen! Da ſteckt eine Uhr, ſagte ich, denn ich hörte ſie knickern. Er zog ſie heraus. Es war eine uralte, ſchlechte ſilberne Uhr, die keine zwei Fünffrankenthaler werth war. Die feinen Kleider und die Uhr hätten wir wohl gerne mitgenommen; aber das hätte uns Alles verrathen können. Nun mag er auch Alles behalten, ſagte mein Ka- merad, und weißt du was? Wir führen einmal die Leute recht an! Wie ſo? fragte ich. Wir hängen ihn mit dem Stricke da an den Aſt, putzen ſeinen Rock ſauber ab und läſſen ihm Alles. Fin⸗ den ihn dann die Bauern, ſo heißt's: Er hat ſich ſelbſt erhängt, und Niemand verfolgt uns! Dies geſchah ſchnell, und da zu vermuthen ſtand, 5 ‚! rieben un Als es det Kinder 51 1 machten 0 liier und 9 und ſie ver wachten Schme Aoer auch von der Unſchu bat gelegten e Er war nahe Nachricht aber keine Nuhe wet gegen den Ver bar. Er vern beine herz⸗ un genügte ihm n lach der verla er hoͤrte, war den wohlfeilſte der Schlechtig Pferdes fast! uhr nach M armen Wittw geſehen; aber fenden Greis Armuth und wahrte; als Arbeit thaten in ein lautes ich herzlos u der Alles gu Und e ihm nach S —— Bekannt 1 daß man den Pfarrer bald ſuchen würde, ſo machten wir uns ſo ſchnell als möglich davon, nachdem wir vorher die Spuren im Staube des Weges, wo der Erdroſſelte ſich noch gewehrt und gebäumt hatte, vertilgt hatten, wan— derten wir raſch unſerm Beſtimmungsorte zu. Daß unſere Liſt vollkommen gelungen war, hörten wir bald; denn wir kamen wieder als Schmuggler in die Gegend, wo uns denn auf die Frage, was es Neues 4 Deffen B. Januar bofs Ehefr 10 Aborne Bec 1 Aawaltet wor U nen Menn. un, ads wil abe? ein uns vertrauter Kohlenbrenner erzählte, der K A, ern nge, brave Pfarrer von MM habe ſich ſelbſt rhaͤngt, und kein Menſch könne begreifen, was den from— 5 0 nen Mann zu ſolcher That konne bewogen haben, da er er Mie au ſoch ſo gar keinen Beweggrund dazu gehabt habe. Das hat 5 iſt aber könnt Ihr mir glauben, ſetzte der Verbrecher hinzu, ver daß uns niemals ein Streich ſo gereut hat, wie der, denn el der Zu k. brachte uns nichts ein, als dieſe Reue und die Angſt, ung zie uns denn doch deßwegen oft plagte. — So war denn unverhofft, nach ſieben vollen Jahren, lte der Ven kin Verbrechen durch Gottes wunderbare Fügung, die dem A. Es rokurator den Gedanken eingab, entdeckt, das den braven ile im Walde Geiſtlichen gebrandmarkt hatte. f* Der Gerichtſchreiber hatte die ganze Erzählung auf— 9 geſchrieben und der Verbrecher unterſchrieb ohne Einwen⸗ ins, wen de, zung das Protokoll. Geld hn del. Als es der Prokurator dem Andern vorhielt, mußte „e, es vollſtändig beſtätigen. ö 5 So kamen denn endlich die Verhandlungen vor Ge— uck Geld ve richt und feierlich wurde Schmitt's Unſchuld anerkannt und auf alle mögliche Weiſe verkündigt, damit die Ehre des unſchuldig hingemordeten Mannes hergeſtellt werde ihm drein und die Schmach vom Namen ſeiner Kinder weiche. ner, ſc n Wurde auch ſeine Ehre hergeſtellt, was ſie um ihrer Ken u Kinder willen, wie um ſeinetwillen ſo ſehr freute, ſo 50 ft* machten doch die Umſtände ſeines Todes einen um ſo met 115 ei tiefern und ſchmerzlichern Eindruck auf die arme Wittwe, ginn* und ſie verſank wieder in die Tiefe ihres wieder neuer⸗ „ und als det dem Dickich! e Pfarter es 1 bar. Er vernichtete das Teſtament und machte dadurch en ſeine herz- und liebloſen Beſtimmungen zunichte. Das ihn schnell al genügte ihm nicht. Er zog die genaueſten Erkundigungen terſuchten ſeil nach der verlaſſenen Frau und ihren Kindern ein. Was nerad! Aut er hörte, war nur Gutes, nur Lob. Endlich miethete er ad! Rut den wohlfeilſten und verrufenſten Miethkutſcher, der wegen 9 ic de der Schlechtigkeit ſeines Fuhrwerks und ſeines elenden hatt ich den Pferdes faſt von Niemanden mehr genommen wurde, und ich hörte ſ fuhr nach M a f 8 f us de ich hörte ſeh armen Wittwe. Sie kannte ihn nicht. Sie hatte ihn nie ralte, ſchlechte geſehen; aber freundlich und artig empfing ſie den wan⸗ 1 wert) war] fenden Greis. vir wohl gene] Armuth und doch die Ordnung und die Reinlichkeit ge⸗ drathen kennen] wahrte; als er die blühenden Kinder ſah, die ſo ſtille ihre agte nein Kr, Arbeit thaten, ſo dürftig gekleidet waren,— da brach er mal dit des in ein lautes Weinen aus und rief: Vergebt mir, der ich herzlos und ohne Erbarmen war, ich bin Euer Oheim, der Alles gut machen will! 5 a an den Und er hat Wort gehalten. Die Wittwe zog zu n Ac. Ju ihm nach Straßburg und pflegte ihn bis an ſein Ende, — 349— wie eine Tochter den Vater, und er ſegnete die wo ſie in ſein Hans getreten war. J Kube a erzog ſie in der Gottesfurcht, nach wie vor, und ſie ge— riethen gut und wurden tüchtige Leute, wie ihr unglück⸗ licher Vater einſt ein tüchtiger Mann geweſen war. Dieſe Geſchichte aber lehrt's klar, daß die ſtrafende Hand Gottes den Verbrecher immer erreicht, und kein Verbrechen ſo heimlich begangen wird, daß es der Vergelter nicht ans Tageslicht zoge. Darum, was du thuſt, bedenke das Ende ſo wirſt du nimmermehr Uebels thun. Du aber, der du unſchuldig leideſt, ſei getroſt; es wird dir Alles wohl be— lohnet werden! Miszelle. (Das Pferd des Regiments.) Die„Navai und Military Gazette“ erzählt von dem achten, früher in Oſtindien geſtandenen Dragonerregimentz Folgendes: das Pferd des Regimentscommandeurs Sir Robert Gillespie, welches derſelbe bei dem Sturm auf Kolugna ritt, als er erſchoſſen wurde, ein Rappe, auf dem Cap der guten Hoffnung gezüchtet, ſollte nach dem Tode des Obriſten mit ſeinen übrigen Effekten verauktionirt werden. Mehrere Offiziere boten darauf anſehnliche Summen, wurden aber ſtets von einem gemeinen Dragoner überboten, der es denn endlich auch fuͤr den enormen Preis von 500 Pfund Sterl.(3500 Thaler) erſtand. Es fand ſich, daß alle Soldaten des Regiments zuſammengetreten waren und das auf ihren Theil fallende Beutegeld dazu beſtimmt hatten, nicht allein um den Erben ihres Oberſten auf die beſte Art eine Unterſtützung zukommen zu laſſen, ſondern auch das Andenken ihres gefallenen Kommandeurs in ſei— nem Pferde zu ehren. Auf ihre Bitte wurde das Pferd als Regimentseigenthum bei allen Märſchen vor dem Re—⸗ giment hergeführt und ſtand im Lager bei der Standarten—⸗ wache, wo es die einzelnen Mannſchaften im Vorbeireiten ſtets militäriſch grüßten. Als das Regiment den Befehl zum Rückmarſch nach England erhielt, erlaubte das Regi— ment die Einſchiffung eines Extrapferdes nicht, und ein in Indien anſäßiger ehemaliger Offizier nahm es mit dem Verſprechen zu ſich, daß es bei ihm das Gnadenbrod bis zu ſeinem Tode genießen ſollte. Als das Regiment ab⸗ dae war, fraß das Pferd nicht mehr und gab nur och das Zeichen der Theilnahme, wenn es eine Trompete blaſen hörte.— Da es immer hinfälliger wurde, ſo führte es ein Diener ſpazieren; kaum war es aber in freier Luft als es ſich von ſeinem Führer losriß, auf den Platz lief, wo ſonſt das Regiment Parade gehabt hatte, dort ſich auf den Fleck ſtellte, wo es ſonſt vor dem Regiment ge— ſtanden, laut aufwieherte, dann zuſammenſtürzte und auf der Stelle ſtarb. Für Jacob Sommer in Hochweiſel ſind ferner eingegangen: Von Frau Kirchenrath Fertſch 30 kr.; von S. H. 1 fl. Die im Ganzen eingegangenen 4 fl. 9 kr. ſind heute an Hrn. Pfarrer Decher in Hochweiſel abgegangen und wird die Samm⸗ lung hiermit unter herzlichem Danke für die edlen Geber geſchloſſen. Friedberg den 28. Oktober 1852. Die Expedition des Intelligenzblattes. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NUN N οννν A Oeffentliche Aufforderung. 689) Ein Theil des Nachlaſſes der am 0 Januar 1824 verſtorbenen Johannes Hofs Ehefrau von Butzbach, Sybille, geborne Becker, i verwaltet worden. rmuthen tan o machten wie wir vorher d Erdroſſlte ſü hatten, wal zu. 8 en war, hotl ſuuggler in d. 2 46 Nelleb pas es Nell Zu dieſen Erben gehören zwei Schweſter⸗Söhne, 8 8 geboren im Jahre 1800, und Georg Heinrich Haas, geboren zu Oberrosbach im Jahre 1806, ſind aber ſeit längeren 1 abweſend. Auf Anſtehen ihrer Miterben werden daher Johann Heinrich Haas und Georg Hein⸗ rich Haas, oder wer ſonſt noch Anſprüche an oben bezeichneten Nachlaß zu haben fgefordert, dieſe Anſprüche binnen einer Friſt von 60 Tagen bei dem un⸗ ſt ſeither noch curatoriſch terzeichneten Gericht ſogewiß geltend zu machen, als ſie ſonſt keine Berüͤckſichtigung finden können glaubt, hierdurch au und der Nachlaß den aufgetretenen Erben ohne weitere Caution ausgehändigt werden wird. Butzbach am 16. Oktober 1852. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ebel. Main⸗Weſer⸗ Bahn. Johann Heinrich Haas, Jahren, unbekannt wo, berg nach Gießen. (17109) Aus Veranlaſſung des zu Gießen ſtattfindenden Marktes geht Mittwoch den 3. No⸗ vember l. J. nachſtehender Extrazug von Fried⸗ Abfahrt in Friedberg 0 Uhr 40 Min. Morgens „„ Nauheim 6% 50„„ „„ Butzbach 7„ 10„ 1 „„ Langgöns 7/ 30„„ Ankunft„Gießen 7% 50„ 1 Friedberg den 25. Oktober 1852. Der Gr. Bahnhofs⸗Inſpector Hochgeſand. Faſelochs⸗Verſteigerung. (1726) Montag den 8. November d. 85 Vormittags 10 Uhr, ſoll ein der hieſigen Ge⸗ meinde gehöriger Faſelochs, in der Wohnung des Wirths Krauch dahier, öffentlich verſteigert werden. Rödgen den 27. Oktober 1852 Der Bürgermeiſter Krauch. Concursſach e. (1688) Das Vermögen des Andreas Keller von Roßdorf iſt überſchuldet. Es werden deßhalb Alle, welche an denſelben Forderungsanſprüche haben, aufgefordert, ſolche den 12. November k. M., Morgens 9 Uhr, Contumacirzeit, dahier anzumelden. 3 Zur Abwendung des förmlichen Concurſes ſoll im gedachten Termine die Güte verſucht werden und haben deßhalb die Intereſſenten in Perſon, oder vertreten durch Specialbevollmäch⸗ tigte, zu erſcheinen. 350 Die nicht erſcheinenden bekannten Gläubiger werden als den Beſchlüſſen der Mehrzahl bei⸗ tretend erachtet, die unbekannten aber ausge⸗ ſchloſſen. 8 Hanau am 8. Oktober 1852. Kurfürſtliches Juſtizamt II. C ſtee r. f vdt. Avenarius. Bekanntmachung. (1727) Auf der in der ehemaligen Papiermühle bei Büdingen neu angelegten herrſchaftlichen Schneidmühle kann Jedermann Bauholz, ſowie auch anderes Holz in beliebiger Weiſe ſchneiden laſſen, welches mit dem Anfügen bekannt gemacht wird, daß thunlichſt bald auch auf herrſchaftliche Rechnung ein gehöriger Vorrath an Bohlen, Die⸗ len, Latten u. ſ. w. geſchnitten werden ſoll, und daß dieſe alsdann jederzeit auf Nachfragen in be⸗ liebiger Auswahl und Menge verkäuflich werden abgegeben werden. 5 5 Ueber die ſehr billig angeſetzten Preiſe, ſowie in jeder anderen Beziehung kann man ſowohl bei dem herrſchaftlichen Schneidmüller Link auf der Schneidmühle ſelbſt, als auch hier bei der unterzeichneten Rentkammer und bei dem Fürſt⸗ lichen Bauſecretär Klingelhöfer nähere Auskunft erhalten. Büdingen den 22. Oktober 1852, Fürſtlich Jſenburg⸗ und Büdingiſche Rentkammer Klingelhöffer. Main Weſer⸗Bahn. (1728) Vom 1. November l. J. an bis auf weitere Beſtimmung, id Zug II um 28 Minu⸗ ten und Zug VII um 1 Stunde ſpäter wie bisher abgefertigt, wonach Ankunfts⸗Zeiten ergeben: folgende Abfahrts⸗ und Zug II Abfahrt von Gießen 5 Uhr 48 Minuten Morgens, ** „„ Ankunft in Gießen Gießen den 29. Oktober 1852. Ankunft in Frankfurt 8„— Zug VII Abfahrt von Frankfurt 4„— „ Nachmittags, 6„ 40„ 57 Die Gr. Eiſenbahn⸗Bau⸗Direction zu Gießen Privat⸗Bekanntmächungen. Anzeige. (1729) Durch direkte Einkäufe in Paris habe ich die neueſten Modelle in Damenhüten und ſonſt vielen Modeartikelg in ſchönſter Auswahl erhalten. Ich empfehle zugleich mein ſchön aſſortirtes Lager Muffs, Pellerins und Pelzſtauchen zu billigen Preiſen. Friedberg. S. G. Simon jun., Putz- und Modehandlung, neben dem Gaſthaus der drei Schwerdtern. Empfehlung. (1718) Meinen Kräuter⸗Weineſſig, die Maas zu 8 kr., empfehle ich beſtens. 5 Friedberg. Fr. Hilbrecht. Verwalter ⸗Stelle. (1700) In ein ausgedehntes Oekonomie⸗ Geſchäft wird, unter ſehr annehmbaren Bedin⸗ gungen, ein Verwalter— ein Mann von ge⸗ ſetztem Alter und mit praktiſchen Kenntniſſen im landwirthſchaftlichen Fache ausgerüſtet— geſucht. Näheres bei G. Emmerich zu Niederwöllſtadt. Annonce. (1716) Seit dem 1. Oktober d. J. habe ich die Apotheke des Herrn Handwerk zu Rok⸗ kenberg für meine Rechnung übernommen, was ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe. Rockenberg den 25. Oktober 1852. R. Weber, Apotheker. Braunſchweiger Flachs (17210 ſowie Werg in vorzüglicher Qua⸗ lität iſt wieder friſch angekommen bei Vilbel im Oktober 1852. Wilhelm Kullmann. Braunſchweiger Flachs, (1699) in vorzüglicher Qualität und äußerſt billig bei L. Goldmann junior. Zu verkaufe n. (1730) Aus meiner Baumſchule ſind ſehr ſchöne junge Aepfelbäumchen nebſt Angabe der Sorten zu verkaufen. Friedberg. Konrad Reuß II. Glate⸗ und Waſchleder-Handſchuhe (1781) werden in unterzeichnetem Laden zum Waſchen angenommen. Wenn dieſelben nicht durch Fettflecken und Schweiß ganz verdorben find, ſo werden ſie wie neu und bekommen auch ihren Glanz wieder. Das Paar kostet 6 kr. und können nach 4 bis 5 Tagen wieder abge⸗ holt werden. 5 5 Friedberg. E. Sick Wittwe, bei Hru. Kaufmann Diehl. Am 1. December l. J. (1732) beginnt die 1. Ziehung der 123. Frankfurter Geldlotterie, bei 24000 Looſen 12541 Preiſe von fl. 200,000, 100,000, 40,000, 25,000, 2mal 20,000 2c. wozu ich ganze Looſe zu fl. 6., halbe zu fl. 3. viertel zu fl. 1. 30, achtel zu 45 kr., aus mei⸗ ner vom Glücke ſtets begünſtigten Collecte unter Zuſicherung pünktlicher Bedienung empfehle. Jacob Strauß, in Frankfurt a. M. Zu verkaufen. (1733) Schönes Weißkraut hat zu verkaufen Friedberg. Heinrich Hanſtein IV. Gewinne von Thaler 36000, 8000, 4000, 2000, 2mal 1500, Zmal 1000, bis zu Thlr. 35, bietet die gewinnreiche Verlooſung des Kur⸗ fürſtlich Heſſiſchen Staats⸗Lotterie⸗ Anlehens am 1. December resp. am 1. Januar, und kann man ſich bei der⸗ ſelben für fl. 3. 30 mit 1 Actie, N „„½ 28.—„ 10„ betheiligen, bei dem Handlungshauſe a (178 Jacob Strauß, in Frankfurt a. M. Rheinbaieriſche Kaſtanien!!! 11735) Neuer Nord⸗Lapperdan, Neue holländiſche Vollhäringe, „ 1 Sardellen, f 1 1 Stockfiſche, J 1 1 Tittlinge, „ Copot⸗Capern, „ marinirte Häringe, „ Citronen von Meſſina, „ Roſinen von Malaga, „„„ Valenzia, „ Krachmandeln, Diüſſeldorfer Senf, Punſcheſſenzen aller Art, Grogeſſenzen, Rum de Jamaica, Arae de Batavia, beſten 5 Schweizer⸗ und Limburger⸗Käſe, feinſte Stearin⸗ Tafel⸗ und Chaiſenlichter, Braunſchweiger Flachs ꝛc., bei 5 Friedberg. Wilhelm Fertſch. Ein Eſel (17360 iſt am Sonntag den 24. Oktober zwiſchen Ober⸗ und Niedermörlen abhanden ge⸗ kommen. Derjenige, welcher nähere Auskunft über deſſen jetzigen Aufenthaltsort machen kann wird gebeten, denſelben gegen gute Belohnung bei der Expedition dieſes Blattes anzuzeigen. Literariſche Anzeige. (1737) Bei C. Bindernagel in Fried⸗ berg iſt wieder angekommen: Die ſiegreiche Kraft des evangeliſchen Glaubens. Predigt, in dem dritten Got⸗ tesdienſte der 10ten allgemeinen Verſammlung des evangeliſchen Guſtav-Adolf⸗Vereins am 9. September 1852 gehalten von Dr. Da⸗ niel Schenkel, Profeſſor der Theologie, Director des evang. proteſtant. Predigerſemi— nars, und erſtem Univerſitätsprediger in Hei⸗ delberg. Preis 6 kr. Berichtigung zur Polizei-Taxe Butzbach. Vom 30. Oktober bis 5. November koſtet das Schweinefleiſch nicht 13¼ kr., ſondern 13 kr. 0 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Krauß Gedruckt und verkegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. — An De Kreibrat an die Betreffend: De An Einſe Abverdienſt übe den Sie unter! ſchen wrde, zu müͤſſen. Friedbe 3 Eine Als ich Chamouny⸗Th. renden und in liche Veränder dig geworden hervorzurufen werden; mer um es von! und die gro und ſeiner e ſtimmung ein Aberm der das Do Vergnügen; welche die der ſich die die ſſch ſo l Aveiron. grotten, die neuen Anbl Eiume 4 beſuchte, W merkte, daß Seite war. ſonſt auch Herrn zun und ich beg Ther iat doch ſchmie