ung: 935 und 33 5 es bh. g ing der Kassen⸗ om 1. Mill r Stadt Vilbel nden gassen, en für den 94. stzende: Herget. un mit weißer ingo hörend. . Nauheim. igdaufseher. en. dhund N mlt gegen Erstab nd des Futter rden. 182 9 Iffland. ung: ssbechte, abliau ocker 15 1707 als „ Verubec perkaus Samstag den 21. April. 46. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., 8 wärtigen Einsendern(soweit Letzere nicht Jahresconto bei uns haben), lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus- welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 12. l. Mts. benachrichtigen wir Sie, daß durch Störungen in dem richtigen Fort— gange der Dorheim erst am Montag den 23. l. Mts. beginnen können, wonach die genannte Strecke vom 23. l. 5 Tage für beladenes Fuhrwerk jeglicher Art gesperrt ist. Friedberg den 18. April 1894. Arbeiten auf der Strecke bei Bad⸗Nauheim die Walzarbeiten auf der Staatsstraße zwischen dem Chausseehaus b. Fr. und 0 Mts. ab auf etwa Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Ur. Braden. Geschehen Gießen am 2. April 1894. Zweiundzwanzigste Sitzung des Provinzialtages der Provinz Oberhessen. Gegenwärtig: 1. der Vorsitzende, Großh. Provinzialdirektor Freiherr v. Gagern, 2. Großh. Regierungsrath Ur. Melior, 3. Großh. Kreisamtmann Dr. Wallau, 4. die Provinzialtagsmitglieder: Bürgermeister Arnold, Alsfeld, Beigeordneter Braun, Nidda, Bürgermeister Fendt, Schotten, Gemeinde-Einnehmer Freymann, Gedern, Justizrath Ur. Geyger, Assenheim, Oberbürgermeister Gnauth, Gießen, Rechtsanwalt Ur. Gutfleisch, Gießen, Commerzienrath Heiligenstaedt, Gießen, Kaufmann Karl Jäger, Schlitz, Bürgermeister Fr. Keil, Melbach, Graf Oriola, Büdesheim, Bürgermeister Schmalbach, Crainfeld, Graf Friedrich zu Solms-Laubach, Erlaucht, Fabrikant G. W. Wenzel, Lauterbach, n 8 des Provinzial-Ausschusses, Ingenieur Schiele, Gießen, 6. der Provinzial-Ingenieur Stahl, 7. der Protokollführer, Kreisamtsgehilfe Becker. Nachdem der Vorsitzende die Sitzung eröffnet und die Versammlung begrüßt hatte, gedachte derselbe zunächst der im letzten Jahre durch Tod ausgeschiedenen Mitglieder des Provinzialtages, Rechtsanwalt Curtman von Gießen und Post⸗ verwalter Wilh. Engel von Homberg a. d. Ohm, und ersuchte, das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen zu ehren, welchem Ersuchen die Versammlung entsprach. Danach wurde durch Feststellung der Präsenzliste die Beschlußfähigkeit der Versammlung konstatirt. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß die Mitglieder: Hüttenbesitzer Georg Buderus, Lollar, Commerzienrath Hugo Buderus, Hirzenhain, Mühlenbesitzer Erk, Nidda, Rechtsanwalt Jöckel, Friedberg, Bier— brauer Jac. Chr. Melchior, Butzbach, Gutspachter v. Oven, Hungen, Ober⸗ amtsrichter Rabenau, Büdingen, Freiherr Georg Riedesel zu Eisen bach, Altenburg und Fabrikant C. Trapp, Friedberg ihr Nichterscheinen in der heutigen Sitzung entschuldigt hätten. Auf Vorschlag des Vorsitzenden werden zu Urkundspersonen für die heutige Verhandlung die Herren Graf Friedrich zu Solms-Laubach, Erlaucht und Bürgermeister Schmalbach, Crainfeld bestimmt und Kreisamtsgehülfe Becker als Protokollführer bestellt und mittelst Handschlags verpflichtet. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. 1. Prüfung der Rechunng der Provinzialkasse und Erstattung des Rechenschafts— Berichts für 1892 93. Der Vorsitzende theilt mit, daß die Prüfung der Rechnung zu einigen Be⸗ merkungen Anlaß gegeben habe, deren Erledigung inzwischen erfolgt bezw. einge— leitet sei; die Hauptresultate der Rechnung seien in der dem Voranschlage beige— 8 Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Provinzial— asse für 1892 93 enthalten. Im Anschluß hieran verliest der Vorsitzende den Verwaltungsbericht des Provinzialausschusses pro 189293 und stellt nunmehr die Rechnung und den Ver— waltungsbericht zur Discussion. Hierzu bemerken: Kaufmann Jäger: Im Verwaltungsbericht sei die Differenz besprochen, welche zwischen dem Provinzialausschuß und dem Kreisausschusse Lauterbach be⸗ züglich der Unterhaltung der neuen Kreisstraße Helpershain—Engelrod im Rech⸗ nungsjahre 189293 bestehe. Es sei richtig, daß die fragliche Kreisstraße in Ge⸗ markung Helpershain vom Kreis Schotten am 1. April 1892 noch nicht übernommen worden sei, weil noch einige wenige Anstände bestanden hätten. Gleichwohl habe eine chaussirte Verbindung im Sinne des Gesetzes zwischen beiden Orten am ge⸗ dachten Zeitpunkt bereits bestanden und würde es hart sein, wenn der Kreis Lauterbach darunter leiden müsse, daß Helpershain den Ausbau etwas lässig be— trieben habe. Er beantrage daher, daß die Provinz die Hälfte der Unterhaltungs— kosten fraglicher Straße übernehme. 5 Oberbürgermeister Gnauth: Die vom Vorredner aufgeworfene Frage sei längst principiell in entgegengesetztem Sinne entschieden, wenn man auch nie ver⸗ kannt habe, daß manche Härten dabei unterlaufen müßten. Thatsächlich hätte der Kreis Lauterbach die fragliche Straße in Gemarkung Engelrod nicht übernehmen dürfen und der Provinzialausschuß sei deswegen nicht in der Lage gewesen, für die noch nicht vollständig ausgebaute Straße Unterhaltungskosten zu übernehmen. Er bitte, diesen Standpunkt gutzuheißen, da der Provinzialausschuß andernfalls in eine schwierige Lage komme, wenn man von den festgestellten Prinzipien abgehe. Der Antrag des Abg. Jäger wird hierauf gegen drei Stimmen abgelehnt. Im Uebrigen wird die Rechnung für 1892/3 gutgeheißen und die statt⸗ gehabten Creditüberschreitungen unter den Rubriken 14, 19, 20 und 23 genehmigt. 2. Feststellung des Voranschlags der Provinzialkasse für 1894/95. Der Entwurf des Voranschlags war den Mitgliedern des Provinzialtages bereits mit der Einladung zur heutigen Sitzung mitgetheilt worden. Derselbe wird rubrikenweise, mit der Ausgabe beginnend, durchgegangen; etwaige Anträge ersucht der Vorsitzende bei den einzelnen Rubriken zu stellen. Zu den Rubriken 18„Unterhaltung der Kreisstraßen“ und 19„Neubau von Kreisstraßen“ gibt der Provinzial-Ingenieur nähere Erläuterung. Bei Erörterung der Unterhaltungskosten im Kreise Alsfeld wird der Grundsatz aufgestellt und angenommen, daß die Provinz bei der Erwerbung des zur Erbreiterung und dergleichen von Kreisstraßen nöthigen Geländes ihre Mit— wirkung versage, d. h. an den Kosten sich nicht betheilige. Bürgermeister Arnold hätte ein größeres Entgegenkommen der Provinz gewünscht und hält es für nothwendig, daß das Kreisstraßengelände durchweg in das Eigenthum der Kreise übergehe. Sein dahingehender Antrag wird vom Provinzialtage wegen mangelnder Competenz abgelehnt. Bei den Unterhaltungskosten im Kreise Gießen bemerkt der Provinzial⸗ Ingenieur, daß die Anforderung für die Verlegung des Vicinalwegs Rutters⸗ hausen⸗Wismar wegfalle, da die Gemeinde Ruttershausen den hierfür gestellten Bedingungen nicht entsprechen wolle. Der Antheil der Provinz an den Unter⸗ haltungskosten des Kreises Gießen reducire sich deswegen um 1000 Mark. Zu Rubrik 19„Kreisstraßen-Neubau“ bemerkt Graf Oriola, daß der Kreistag des Kreises Friedberg beschlossen habe, die Kosten für die im Kreise Fried— berg liegende kurze Strecke der neuen Kreisstraße Echzell Wölfersheim zu be— willigen. 8 Der Vor sitzende bemerkt hinsichtlich des Neubauprojektes„Groß-Karben über den Selzerbrunnen“ im Kreise Friedberg, daß ein weiterer Credit in den vorliegenden Voranschlag nicht eingestellt worden sei, da über die Voraussetzungen, unter welchen die Bewilligung einer ersten kleinen Rate im vorigen Jahre statt— gefunden, ein Einverständniß bisher noch nicht erzielt worden sei. Werde dies erreicht, so könne ja mit dem vorigjährigen Credit der Bau einstweilen begonnen werden. Graf Oriola bedauert, daß über dieses Projekt, das seit fünf Jahren im Kreise Friedberg bereits beschlossen, eine Verständigung mit den Provinzialorganen so schwierig sei. Er wolle nicht die in Betracht kommenden Verhältnisse weitläufig darlegen, sondern nur den Wunsch nach möglichstem Entgegenkommen aussprechen. Er könne konstatiren, daß bei den Organen des Kreises Friedberg die Absicht be— stehe, entsprechende Vermittelungsvorschläge zu machen; er unterlasse es deshalb, weitere Anträge zu stellen. Bezüglich des Straßenprojektes Ulfa-Gonterskirchen im Kreise Schotten be⸗ merkt Se. Erlaucht Graf zu Solms-Laubach: Er müsse die projektirte Richtung dieser Straße beanstanden und um Entschuldigung deswegen bitten, weil die privaten Interessen seines Hauses dabei betheiligt seien.„Gleichwohl glaube er hierzu berechtigt zu sein, weil jene Interessen, seiner Ueberzeugung nach, mit dem öffentlichen Interesse in dieser Beziehung zusammenfielen. Die chaussirte Verbin⸗ dung zwischen Ulfa und Gonterskirchen sei ein alter Wunsch der ganzen Gegend, es sei nur streitig, ob die Straße, wenn sie von Ulfa aus die Höhe erreicht habe, die naturgemäße sanft abfallende Richtung durch das Silbachthal erhalten und da an einem Punkte zwischen Ruppertsburg und Gonterskirchen in das Horloffthal einmünden solle, oder ob sie eine zweite Höhe überwinden müsse, um dann in größerer Länge die Feldgemaxkung Gonterskirchen zu durchziehen und direkt in diesen Ort einzumünden. Es möge ja richtig sein, daß die Gemeinde Gonterskirchen bei der letzeren Richtung einiges erspare, die Interessen seines Hauses wiesen aber gerade so dringend auf die Silbachlinie hin, welche viel bessere Steigungsverhältnisse ermög⸗ liche und auch die Gemeinde Gonterskirchen namentlich dann weniger belaste, wenn die Straße auf dem linken Silbachufer angelegt werde. Die von Gonterskirchen gewünschte Richtung nütze den Interessen seines Hauses nicht nur nichts, sondern schädige dieselben geradezu, weil ein kleiner Walddistrikt, der ohnehin schon von zwei Wegen durchzogen sei, nun auch noch von der neuen Chaussee durchschnitten werden solle, wodurch vom Walde kaum etwas übrig bleibe. 3 Er bitte, hinsichtlich des vorliegenden Projektes einen Beschluß fassen zu wollen, der das Studium des Silbachthalprojektes nochmals ermögliche; in Gemar⸗ kung Ulfa bis zur Hungen⸗Schottener Straße könne das Projekt ja definitiv ge⸗ nehmigt werden. 5 Oberbürgermeister Gnauth: Er schlage vor, das Projekt nur in Gemar⸗ kung Ulfa, bezw. bis zur Hungen⸗Schottener Straße definitiv zu genehmigen; er würde nicht in der Lage sein, nach dem Vorschlag des Kreistags des Kreises Schotten die Richtung in Gemarkung Gonterskirchen gutzuheißen. Bei den Ausführungen Seiner Erlaucht seien für ihn die Rücksichten des] beschlossen. daß die Uebernahme dieser Fortsetzung der 1 Straße seitens des bend und es scheine ihm auch darauf anzu- Kreises erfolgen solle, sobald dieselbe in übernahmsfähigem Zustande hergestellt sei. kommen, wie denn andere zte Kreise, namentlich Ulfa und das hinter Zur Einnahmerubrik 6 bemerkt der Vorsitzende, daß nach den ihm zu⸗ Gonterskirchen liegende Laubach über die Richtung dächten. Im Falle der Wahl gekommenen Nachrichten in der zweiten Kammer noch ein erheblich— Staats- der Silbachlinie nehme er als selbstverstandlich an, daß das grafliche Haus inner⸗ beitrag zu Straßenneubauten beantragt werden solle, als er hier eingestellt sei. l halb seiner Waldgemarkung nicht nur das Gelände stelle, sondern auch ein Vier⸗ Graf zu Solms⸗Laubach⸗ Erlaucht, bestätigt dies auf Grund der Ver- theil der Baukosten. handlungen der vereinigten Finanzausschüsse beider Kammern und bemerkt, daß Graf zu S Laubach, Erlaucht: Er habe er für die fragliche Mehrbewilligung nur in dem Falle stimmen werde, wenn die erwähnen müssen, da man ihm sonst den Vorwurf hatte konnen, er habe einzelnen Provinzen nicht genöthigt seien, die bewilligten Summen binnen be⸗ dies absichtlich verschwiegen. e lia üb 5 Projekt denke,[stimmter Frist zu verwenden, sondern der nicht verwendete Betrag für sie reservirt wisse er nicht, die Stadl Laubach habe wenig Interesse, höchstens die Gemeinde bliebe; andernfalls gäbe es einen Wettlauf zwischen den einzelnen Provinzen, d er Einartshausen. zur finanziellen Schädigung der ohnehin schon schwer belasteten Selbstverwaltungs⸗ Der Vorsitzende erläutert an der Hand der Pläne die bestehenden Diffe⸗[ körper führen werde. 5 5 5 f renzen und verliest die Gründe, welch e Commission des Schottener Kreisaus Nachdem der Voranschlag bis zum Schlusse durchgegangen und bei Rubrik schusses für die Wahl der Bonterskirchen gen ten Richt formulirt hat.] 12,„Zurückzuempfangende Capitalien“, der Betrag von 1000 Mk., um welchen Dies bez bemerkt Graf z ms„ ucht, es sei nicht sich die Ausgabe für Kreisstraßenunterhaltung ermäßigt hat, in Abgang gebracht recht verständlich, warum be r Silbachlinie für nterskirchen mehr Kosten der[worden ist, wird nunmehr der Vorauschlag in Einnahme und Ausgabe auf den Geländeern ig entstehen sollten. Gesammtbetrag von 281,732 Mk. 14 Pfg. festgesetzt. Oberk meister Gnauth hält auch die de de hottener Com-[ 3. Ersatzwahl eines Mitgliedes des Provinzialausschusses an Stelle des verstorbenen mission nicht in allen Punkten für stichhaltig und eri aran, daß in einem Rechtsanwalts Curtman, Gießen, sowie eines Ersatzmitgliedes an Stelle des nach früheren Falle bei dem Bau der Kreisstraße Gonterskirchen 16 die[ Darmstadt versetzten Großh. Oberlandesgerichtsraths Holzapfel, für den Rest der Gemen 5 n auch ungerechtfertigte Verlangen gestelt habe. Dienstzeit der Genannten(Ende 1895). N Eine andere Fra i, ob Gonterskirchen bei de zahl der Silbachlinie, Justizrath Ur. Geyger schlagt vor, Herrn Landgerichtsrath Dr. Schäfer, die nicht direkt dorthin auslaufe, m nem Beitrag herangezogen werden könne. seitheriges Ersatzmitglied, zum ordentlichen Mitglied des Provinzialausschusses an Es wird hierauf vom Provinzialtag beschlossen, das Projekt Ulfa—Gonters Stelle des verstorbenen Mitgliedes Curtman zu wählen. Nachdem dem Vorschlage, kirchen im Abgemeinen gutzuheißen und ein ellten Bet zu bewilligen, die Wahl per Acclamation vorzunehmen, von keiner Seite widersprochen wurde, bezuglich der Richtung traße, von d dungen— S ener Straße an,[ wird Landgerichtsrath Dr. Schäfer zum Mitglied des Provinzialausschusses ein⸗ aber noch eine Verstandigung zwischen Kreis und Provinz a Grund weiterer stimmig gewahlt. Erhebungen vorzubehalten.. Oberbürgermeister Gnauth macht hierauf den Vorschlag, als Ersatzmit⸗ Justizrath br. Geyg hält es un 1 eine größere Zahl glied für von Uebersichtskarten zu beschaffen, damit den Mitgliedern des Provinzialtages 1. den Großh. Ober-Landes⸗Gerichtsrath Holzapfel den Commerzien-Rath das Verständniß derartiger streitiger Fragen, wie die vorliegende, erleichtert Heyligenstaedt, Gießen, und werde. 2. für den zum ordentlichen Mitglied designirten Großh. Landgerichtsrath Bei pos. 2 der Einnahmen,„Ausstände aus vorderen Jahren“, gibt Rechts⸗ Ur. Schäfer den Herrn Professor Ur. Frank, Gießen, anwalt Ur. Gu 0 h auf Ersuchen des Vorsitzenden Auskunft über die, nun zu wählen. mehr schon im vierten Jahre rückstandigen Beitrage des Fiskus zu den Unter f Diesem Vorschlage wird von keiner Seite widersprochen und danach per haltungskosten der„hohen Straße“. iner Meinung nach könnten diese Jahres Acclamation die Wahl der vorgeschlagenen beiden Ersatzmitglieder einstimmig vor⸗ beiträge von 500 Mk. mit Recht verlangt werden. Da aber diese Forderung der genommen. fünfjährigen Verjährung unterliege, werde man hinsichtlich der Einklagung der Da hiermit die Tagesordnung erschöpft ist, schließt der Vorsitzende die ersten rückständigen Rate aus 1889/90 sich bald schlüssig machen müssen. Sitzung. Der Vorsitzende bemerkt, daß in dieser Beziehung bisher um deswillen Der Vorsitzende: Die Urkundspersonen: vom Provinzialausschuß kein Beschluß gefaßt worden sei, weil zwischen dem Kreis v. Gagern. Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Friedberg und dem Fiskus noch Verhandlungen wegen des Ausbaues der Fort- 8 Schmalbach, Bürgermeister. setzung der hohen Straße und der Beiträge d Fiskus hierzu, schwebten. Der Protokollführer. Bürgermeister Keil bemerkt, der Kreisausschuß des Kreises Friedberg habe Becker. G. J. Aletter, Friedberg, Neu eingetroffen! 7 — 2 —. S —— = F don ide 1 Mur deen v N 2 S Kaiserstraße 76, neben der früheren Post, anerkannt billigste Einkaufsquelle sämmtlicher Damen⸗Kleiderstoffe Kurz-, Weiß“, Wolle⸗ u. 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E. 24 1840 ä fen lle solche id Mb, fe 317. fade he, Tos Manschelle äger 4, t 2 e fi en bill veuhof Paarl, uberuule oda Beilage. M 46. —— Obethessischer Anzeiger. Deutsches Reich. Darmstadt, 18. April. Gestern fand in Coburg nach Ankunft der russischen Herr— schaften um 7¼ Uhr Abends ein Familien— essen im Palais Edinburg statt. Der größte Theil der Fürstlichkeiten ist bereits angekommen. Gestern Mittag fand in der Villa des Herzog— lichen Palais die Ueberreichung des Geschenkes der Frauen Coburgs nebst Glückwunsch-Adresse statt. Kaum hatten die Damen das Palais verlassen, als Oberbürgermeister Muther er— schien, um die Gabe und Adresse der Stadt Coburg zu überreichen.— S. K. H. der Groß herzog läßt aus Anlaß seiner Vermählung zwanzig unbemittelten und unbescholtenen jungen Paaren des Landes Geschenke von je 1000 Mk. als Ausstattungsbeihilfe geben. Von den zu beschenkenden Paaren sollen zehn dem land— wirthschaftlichen und zehn dem gewerblichen Arbeiterstand angehören. Bedingung ist, daß der Bräutigam, beziehungsweise Ehemann das 25. Lebensjahr vollendet hat. Unter gleich würdigen und bedürftigen Paaren erhalten diejenigen den Vorzug, deren Hochzeitstag auf den 19. April fällt oder in der vorhergehenden Zeit diesem Tag am nächsten kommt.— Zum Empfang des Kaisers nahmen die Krieger— vereine und Schulen am Nachmittag Aufstel— lung durch die ganze Via triumphalis. Auf dem Bahnhof stand eine Ehrenkompagnie, das Officiercorps und die fremdländischen Offieiere. Unter Kanonendonner und Glockengeläute traf um 5,55 Uhr der Kaiser ein. Der Herzog, der Prinz von Wales, der Großherzog von Hessen, der Großfürst Thronfolger und sämmt— liche fürstlichen Gäste begrüßten ihn herzlichst. Abends 8 Uhr fand im Schlosse ein Familien— essen statt. Der um 9 Uhr stattgefundene Fackelzug, sowie die Serenade der vereinigten Turner-, Sänger- und Radfahrvereine sind großartig verlaufen. Oberbürgermeister Muther hielt im Schloßhofe eine Ansprache an die Prinzessin-Braut. Die Fürstlichkeiten sahen von den Fenstern des Schlosses aus zu. Später war Prunktheatervorstellung im Residenz— schloß, der sämmtliche anwesende Fürstlichkeiten beiwohnten und welche Barnay und den andern Berliner Schauspielern die höchste Anerkennung eintrug. Der Großfürst-Thronfolger von Ruß— land führte die Prinzessin Alix von Hessen. Hierauf folgte im Riesensaale des Schlosses eine Soiréke.— 19. April. Heute Mittag 12 Uhr fand in den Gemächern der Königin Victoria die standesamtliche Trauung des Groß— herzogs von Hessen mit der Prinzessin Victoria Melita durch den Staatsminister Strenge statt. Um 12½ Uhr erfolgte die kirchliche Trauung. Die Braut führte der Herzog von Coburg, den Bräutigam Prinz Wilhelm von Hessen. Der Kaiser, die Königin Victoria und die übrigen Herrschaften stellten sich zu beiden Seiten des Mittelganges auf. Bei dem Ring— wechsel erdröhnten 21 Kanonenschüsse. Nach der Trauung fand ein Familien-Essen im Thronsaal statt, nach welchem das neuver— mählte Paar mit einem Extrazug nach Kranich— stein abreiste. Wahrhaft feenhaft war die Aus— schmückung des Schlosses Kranichstein, woselbst die hohen Neuvermählten zunächst wohnen werden. Eine ganze Waggonladung der herr— lichsten Blumen war aus Nizza eingetroffen, während die Großherzoglichen Gewächshäuser ebenfalls ihr-Bestes an Palmen und Zier— gewächsen geliefert haben. Aber auch von Außen war das Schloß prächtig geschmückt. Bei der Ankunft der Allerhöchsten Herrschaften, wobei jeder Empfang verbeten war, wurde das Jagdschloß bengalisch beleuchtet.— Der Großherzog amnestirte heute 200 Sträflinge. — 18. April. Zweite Kammer. Die Kammer be⸗ schäftigte sich den ganzen Morgen mit den Zuständen bei der Hessischen Ludwigsbahn. Viele Redner unter— zogen insbesondere das Verhalten derselben gegen die unteren Beamten einer vernichtenden Kritik. Schließlich wurde die geforderte Subvention bewilligt und ein An— trag Ulrich angenommen, wonach die Regierung um Vorlage von Aufstellungen ersucht wird, welche die Bahn selben jährlich zu überreichen hat.— 19. April. Die zweite der ordentlichen Einnahmen.— Eingegangen ist eine Vorlage auf Reform der Weinsteuer. Berlin, 18. April. Reichstag. Zunächst werden mehrere Wahlprüfungen nach den Kommissionsbeschlüssen erledigt. Hierauf wird der§ 1 des Heimstättengesetzes nach längerer Debatte angenommen. Auf Weiterberath— ung verzichten die Antragsteller. Eine Resolution worin die Regierung zur Einbringung eines Gesetzes gleicher Tendenz aufgefordert wird, findet die Mehrheit.— Bei der fortgesetzten Berathung der Tabaksteuer-Kommission wird der entscheidende Paragraph 4, wonach fabrizirter Tabak der Steuer unterworfen werden soll, mit 17 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Dagegen stimmten das Centrum, Freisinnige, Sozialdemokraten und Antisemiten. Hierauf wird die Kommission vertagt. Die Vorlage gilt als gefallen.— 19. April. Drikte Berathung des Gesetzes zum Schutze der Waarenbezeichnung. Minister Bötticher bittet nochmals um Ablehnung der in zweiter Lesung auf Antrag des Abg. Rören neueinge— fügten§ 15b, da seine Aufrechterhaltung das ganze Gesetz für Preußen und Bayern unannehmbar mache. Die verbündeten Regierungen würden aber ernstlich be— strebt sein, möglichst bald einen besonderen Gesetzent— wurf zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs vorzulegen. Daraufhin wird§ 15b gegen das Centrum und die Antisemiten wieder gestrichen, im Uebrigen die Vorlage unverändert genehmigt. Die zur dritten Be— rathung stehende Uebersicht der Ausgaben und Ein— nahmen für 1892,93 will Gröber von der Tages— ordnung absetzen. Es handle sich um 40 Millionen Etatsüberschreitungen, über die man nicht leichten Herzens hinweggehen könne. Nach längerer Debatte wird dem— entsprechend beschlossen. Der Nachtragsetat für 1894 und 1895 wird darauf debattelos in dritter Lesung ge— nehmigt, desgleichen das Brieftaubengesetz. Es folgt die dritte Lesung des Stempel-Steuer-Gesetzes. In der Spezialdiskussion werden die Tarifrummern 1—4u ohne wesentliche Debatte unverändert genehmigt. Ueber Nr. 4, deren zweiter Absatz alle Kaufgeschäfte über Waaren besteuert, wenn dieselben gemäß seitens einer Börsen— behörde für solche Geschäfte unter festgesetzten Geschäfts— bedingungen abgeschlossen werden, eutspinnt sich eine längere Debatte. Nach Erledigung derselben wird das Stempelsteuergesetz in der Gesammtabstimmung ange— nommen. Es folgt die Interpellation Förster betr. den Ausgleich der durch die Zollgesetzgebung entstandene Schädigung der Reichsfinanzen. Graf Knyphausen begründete die Interpellation mit der Nothlage der Landwirthschaft. Reichskanzler Caprivi: Hätte ich diese Begründung gekannt, würde ich die Interpellation nicht beanworten. Die Reichsregierung suchte durch Tabak-, Wein⸗ und Börsensteuer den gewünschten Aus— gleich zu schaffen. Nachdem diese abgelehnt, werden sie die Frage von Neuem erwägen müssen. Andere Mittel als solche und die Zollgesetzgebung stehen dem Reiche nicht zur Verfügung. In der folgenden Besprechung setzt Manteuffel die Debatte über die Nothlage der Landwirthschaft fort und polemisirt gegen den Reichs- kanzler. Caprivi erwiedert: Beim Lesen der Inter— pellation hatte ich gleich den Eindruck, daß sie den An— tragstellern Gelegenheit geben solle, gewisse üble Ein— drücke, die aus den Verhandlungen über den Antrag Kanitz zurückgeblieben sind, zu verwischen. Ich gehe darauf nicht ein und bemerke nur, daß die Interpella— tion von der Nothlage der Reichs finanzen, nicht von der der Landwirthschaft handelt. Caprivi ver⸗ liest hierauf die kaiserliche Verordnung, welche die laufende Session schließt, und knüpft eine Erklärung an, worin die Regierungen das Nichtzustandekommen der Finanzreform bedauern, sowie deren Wiederkehr mit neuen Steuervorschlägen ankündigen. — Durch Kabinetsordre ist, wie die„Kreuz— zig.“ meldet, sämmtlichen Officieren der Armee und Marine das Spielen am Totalisator ver— boten worden. Karlsruhe, 18. April. Der Kaiser ist um 9 Uhr früh mit dem Erbgroßherzog aus dem Jagdrevier zurückgekehrt und reiste sofort nach Coburg ab. Ausland. HOesterreich-Ungarn. Budapest, 17. April. Das Abgeordnetenhaus nahm den in der Schwebe gelassenen Abschnitt der Ehegesetzvorlage, betr. die Ehescheidung, ebenso den Rest der Vorlage unter begeisterten Eljenrufen an.— 18. April. über rollendes Material, Beamtengehälter, Dienststunden und dienstfreie Tage sowie die Zahl der Beamten der- Kammer erledigte heute bis auf wenige Kapitel die ordentlichen Ausgaben und begann mit der Berathung Die Abgeordneten nahmen in dritter Lesung den Ehegesetzentwurf mit überwiegender Majorität an. Belgien. Brüssel, 17. April. Der Strike der Ziegelstreicher in der Umgegend von Boom scheint sich wiederum zum Schlimmeren zu wenden trotz der relativen Ruhe, die Sonntag und Montag unter den Ausständischen herrschte. Heute Nachmittag hat der Ausstand weiter um sich gegriffen; es striken nunmehr auch sämmtliche Werkstätten von Ruppelmonde bis Hemixen. Großbritannien. London, 18. April. Die Londoner Geheimpolizei hat herausbe— kommen, daß der verhaftete jugendliche Anarchist Polti bei dem Eisengießer Millar in Lancaster— Street eine zweite Bombe bestellt hat, dieselbe ist aber nicht in die Hände des Bestellers ge— langt, sondern in diejenigen der Geheimpolizei. Schweiz. Bern, 18. April. Der Bundes— rath setzte die Volksabstimmung über das Volksbegehren, betreffend die Garantirung des Rechts auf Arbeit durch die Bundesverfassung, auf den 3. Juni fest. Die Bundesversamm— lung empfiehlt dem Volke, das Begehren ab— zulehnen. Italien. Venedig, 17. April. Zu Ehren der Kaiserin Augusta Victoria war der Markus— platz Abends bengalisch beleuchtet. Eine dicht— gedrängte Menge harrte auf die Ankunft der Kaiserin. Bei deren Erscheinen um 9½ Uhr erfolgten wahrhaft stürmische Kundgebungen, die sich wiederholten, als die Musikkapellen die deutsche Hymne spielten. Die Kaiserin, die vom Herzog Ernst Günther begleitet war, dankte wiederholt huldvollst für die enthusiasti— schen Kundgebungen, und verließ nach 10 Uhr unter erneuten begeisterten Kundgebungen den Markusplatz. — 18. April. Die Kaiserin Augusta Vie— toria reiste Abends an Bord der„Christabel“ ab und hatte bis Abazzia eine sehr stürmische Ueberfahrt. Amerika. Buenos-Aires, 19. April. Der brasilianischen Gesandschaft in Berlin ist von amtlicher Seite aus Rio de Janeiro nach— folgende Meldung von gestern zugegangen: der „Aquidaban“ ist vor Santa Catharina durch ein Regierungstorpedoboot zum Sinken gebracht worden. Mello erschien mit dem Kreuzer „Republica“ und vier anderen Schiffen vor Buenos-Aires und bat um Aufnahme. Die— selbe wurde Mello auf seine Erklärung gewährt, daß er den Kampf wegen Mangels an Hilfs— mitteln aufgebe. Mello lieferte die Schiffe an die argentinische Regierung aus. Der Aufstand gilt für beendet. Die nach Castillos an der Ostküste von Uruguay gesandten Schiffe, welche die brasilianischen Flüchtlinge aufnehmen sollen, können nur 900 fassen; der Rest der 2000 wird nach der Lazerethstation Flores befördert. Aus Stadt und Land. Langenhain. Vor einiger Zeit hat die Ehefrau Andreas Jöckel IV. dahier, Marie, geb. Greb, eine sehr muthige und entschlossene That ausgeführt, indem sie die Ehefrau des Karl Jöckel J. mit eigener Lebens⸗ gefahr von dem Tode des Ertrinkens rettete. Nun⸗ mehr wurde der Ersteren für diese muthige That eine Geldprämie von 30 Mark zuerkannt. Allerlei. Frankfurt. Hier eingelaufene Transvalblätter melden, daß Bankier Schwahn, nachdem der von ihm gegen seine Auslieferung eingelegte Rekurs durch die dortige oberste Gerichtsinstanz zurückgewiesen worden ist, am 23. März den deutschen Behörden übergeben wurde. Frankfurt. Ueber die Ursache des Brandes im ehemaligen Britannia-Hotel, der acht Menschen das Leben kostete, soll die gerichtliche Untersuchung endgültig ergeben haben, daß sich der Portier in der Unglücks⸗ nacht in einer Mansarde des Hauses aufgehalten habe. Als er gegen 4 Uhr Morgens nach seinem im Erd⸗ geschoß belegenen Schlafraum, zurückkehren wollte, kam der Bäcker an die Hausthür, um das Frühstück einzu⸗ liefern. Im ersten Schreck über die unerwartete Be⸗ —. ⏑——— — 5 4 * 1 1 e egnung ließ der Portier die brennende Petroleum⸗ 4 die er in der Hand trug, fallen, die Lampe explodirte und setzte mit rasender Schnelligkeit die frisch gefirnißten Treppen in Brand Wiesbaden, 19. April. Nach dem„Tagblatt wurden hier zwei gefährliche Verbrecher, die an einem bedeutenden Gold⸗ und Silberdiebstahl in Frankfurt betheiligt sind, festgenommen. J Eisenach, 16. April. Eine Feuersbrunst äscherte 15 Gebäude im armen Rhöndorf Frankenheim ein. Die Gebäude sind nicht versichert Berlin, 18. April. medizinischer Kapazitäten au N aus dem Auslande trat heute der deutsche kongreß zusammen. Berlin, 17. April. Es steht nu der heute Morgen verhaftete Maur aus Dramburg in Pommern, r der Helene Schweichel ist. Als die Beamten in seine Wohnung eintraten, um ihn zu verhaften, verrieth er sich durch den Ausruf: Ich habe Helene icht ermordet. Breslau, 18. April. Im Lichinia bei Leschnitz in Oberschlesien wu 28 Wohnhäuser sowie viele Scheunen und Stallun in Asche gelegt. Vier d 7 ebenso ist 8 5„aun r Betheiligung des Reichs und Chirurgen⸗ iehr fest, daß e, gebürtig 90 Kinder fanden in Flammen den Tod, 0 eine Anzahl Rindvieh verbrannt. Die Entstehungs ursache ist noch nicht aufgeklärt. sch entstand „der eine Wien, 17. April. In Ungarisch⸗Hradi 1 während des Jahrmarktes ein großer Brand furchtbare Panik verursachte. 18 Gebäude brannten ab, darunter die Franziskanerkirche, deren Thurm ein⸗ stürzte. In Adlerkosteletz brannten Nachts 33 Häuser ab. 300 Menschen wurden obdachlos, zwei Personen sind umgekommen. Wien, 17. April. In Neusandec verheerte eine ungeheuere Feuersbrunst den inneren Stadttheil; die Pfarrkirche, die evangelische Kirche, das Jesuitenkloster, Gymnasium und Postgebäude sowie 133 Haäuser sind abgebrannt. Wien, 19. April. Heute Vormittag haben im Krankensaale des Wiedener Spitals 25 unter Polizei aufsicht stehende Madchen revoltirt, die Geräthschaften zertrümmert und die barmherzigen Schwestern und die Aerzte thätlich angegriffen. Die herbeigerufene Polizei nahm acht Verhaftungen vor. Gent, 18. April. Bei einer Bauernhochzeit in der Stadt Thielt bei Gent ereignete sich ein furchtbares Ungluck. Ein Mörser, aus welchem Schüsse abgegeben wurden, eyplodirte und dadurch wurden vier Personen, darunter das Brautpaar, getödtet und fünfzehn ver wundet. Mehrere der Verwundeten verlieren das Augenlicht Christiania. Aus Aalesund wird gemeldet, daß der Amerikaner Wellman, welcher eine Nordpolexpedition in Norwegen ausrüstet, am 24. April von Aalesund abreisen wird und in Spitzbergen zu überwintern gedenkt. Die Expedition zählt 16 Theilnehmer. Barcelona, 18. April. Gestern Abend mißlang ein Mordversuch gegen den die Einschiffung der Rom— Pilger überwachenden Civilgouverneur Larroca. Der Angreifer, ein Schriftsetzer, der Anarchist ist, wurde verhaftet und sein Dolch beschlagnahmt. 6000 weitere Pilger schiffen sich heute in Begleitung mehrerer Bischöfe nach Italien ein. Lissabon. Der Gesundheitszustand dahier ist beunruhigend. Eine seit mehreren Wochen herrschende Cbolerine-Epidemie hat Neigung, sich auszubreiten. Welches ist das gefährlichste Laster? Eines Tages waren die Laster versammelt und stritten um den Vorrang. Sie rühmten der Reihe nach ihre Eigenschaften. Der Geis, die Lüge, der Hochmuth, die Unkeuschheit, der Haß zählten alle ihre Verdienste und Leistungen her; jedes wollte das größte Uebel unter den Menschen anrichten können. Da ließ zuletzt der Spott sein giftiges Lachen hören und sprach;„Das Uebel, das ihr anstiftet ist ge— ring im Vergleich zu dem, das ich thun kann. Euer kann sich der Mensch entwöhnen; von mir befreit er sich niemals. Ihr ermuthigt zum Bösen, ich entmuthige die Tugend. Durch mich sinkt die Begeisterung dahin, die Gerechtig— keit unterliegt, die Wahrheit wird furchtsam, die Pflicht schämt sich. Da schrieen alle Laster:„Dem Spott gehört der Vorsitz, er ist der Gefährlichste von uns Allen.“ Die„Sozialdemokratie“ behauptet stets„Religion ist Privatsache.“ Wäre es ihr mit diesem Satz ernst und sollte derselbe nicht nur dazu dienen, Unerfahrenen das Urtheil zu trüben über die von der Sozialdemokratie vertretene matexialistische Weltanschauung gegen— über der christlichen so müßte sie nicht nur aus ihren Zeitungen alle Angriffe gegen die chwistliche Religon vertreiben, sondern jede auch bei offiziellen Gelegenheiten es vermeiden, ihren Haß gegen das Christenthum zu zeigen. Gerade das Gegentheil davon ist der Fall. Heut nur ein Beispiel dafür. Bei dem letzten inter⸗ nationalen Sozialistenkongreß standen an den Wänden des deutschen sozialen Vereinshauses u. a. folgende Sprüche in rother Farbe gemalt: „Ohne Fürsten glücklich leben, ohne Pfaffen freudig sterben.“„Der Mensch soll als Mensch dem Menschen ein Gott sein.“„Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen.“ Kingsley, der große englische Arbeiterfreund, der ein tiefes Verständniß für das Berechtigte in der modernen Arbeiterbewegung hatte, sagte einmal:„Der Sozialismus muß verchristlicht werden, oder er wird untergehen.“ Er wird Recht behalten. Die Heidenmission der evangelischen Kirche hat weit mehr als die der römisch⸗katholischen Kirche unter Vorurtheilen im Lager der eigenen Glaubensgenossen zu leiden. Vielfach ist daran schuld das ungünstige Urtheil, welches sich ohne genauere Kenntniß der näheren Verhält— nisse dieser oder jener Weltreisende auf seinen Streifzügen bildet und dann in Europa ver— breitet. Da ist es erfreulich zu sehen, daß ein so erfahrener Mann wie es der jetzige Chef des Wißmannschen Expeditionskorps, Dr. Bumiller, ist, sich nicht scheut, einmal ein günstiges Urtheil über protestantische Missionsarbeit zu fällen. Er hebt in einem Bericht an seine Vorgesetzten namentlich die Thätigkeit der Mission der Evang. Brüdergemeinde am Flusse des Rungwe hervor und über die nicht fern davon gelegene Arbeit der Basler Mission ist das Urtheil nicht weniger günstig, Er sagt: „Es ist auf allen Stationen mit viel Fleiß und Verständniß gearbeitet worden und die Bevölkerung scheint überall zu den Missionären Vertrauen und Zuneigung gefaßt zu haben.“ Verletzungen durch Nägel. Jedermann, der Pferde besitzt und mit Pferden zu thun hat, weiß, wie leicht die Thiere in Nägel treten und dadurch zeitig oder dauernd untauglich werden können. Wunden dieser Art bedürfen einer aufmerksamen Behandlung, und doch wissen wenige, was in einem solchen Falle zu thun ist. Die zähe, faserige Sohle ist sehr elastisch und ver— mag sich, wenigstens wenn der Nagel sehr rasch entfernt wird, zusammenzuschließen und eine Blutung zu verhindern. Wenn ein der— artiger Unfall sich ereignet, so wende man sich an den nächsten Hufschmied, da dieser die Werkzeuge zum Ausschneiden der Fußsohle besitzt, was an der durchbohrten Stelle ge— schehen muß, bis das Blut frei fließt. Als— dann bringe man das Pferd nach Hause, wasche den Fuß ganz rein und lege auf die Sohle gequetschten Leinsamen, der mit so viel heißem Wasser versetzt wird, daß er eine Art Teig bildet, so daß die ganze Höhlung des Fußes ausgefüllt ist. Dieser Teig sitzt, ohne besonders festgebunden zu werden, fest, wenn das Pferd auf einem harten Fußboden steht. Selbstver— ständlich kann auch auf andere Weise der Boden feucht und weich und die Wunde zu freiem Abfluß offen gehalten werden, ich erachte aber einen Leinsamenumschlag für besser als alles Andere. Wie lange das Pferd in dieser Weise behandelt werden muß, hängt von der Schwere der Beschädigung ab und wie rasch das Thier Fieber ꝛc. in Fuß- und Sprunggelenk über— windet. Wunden dieser Art sind stets von Gefahr begleitet, vornehmlich aber, wenn der verletzende Nagel verrostet war. Manches gute Thier ist an einer solchen Verletzung zu Grunde gegangen, von der der Besitzer viel— leicht gar nichts wußte. Das geschilderte Ver— fahren ist nicht kostspielig, erfordert keine be— sondere Geschicklichkeit und ist besser als irgend ein anderes, das etwa noch empfohlen werden könnte. Ueber die Kopfbedeckung schreibt die Wochenschrift für naturgemäße Lebens⸗ und Heilweise, der„Hausdoktor“: Der gesunde, kräftige Mensch bedarf eigentlich gar keiner Kopfbedeckung. Doch da barhäuptig zu gehen, selbst für den halbwegs gesunden Menschen eine zu strenge Forderung sein dürfte, so sei die Kopfbedeckung wenigstens porös, nicht aber warm. Für Kinder und junge Leute sind die Pelzmützen ganz zu verwerfen. Früh⸗ zeitiges Ausgehen der Haare, Reuralgie, Kopfgicht, Kopfschmerzen und andere Uebel sind in vielen Fällen auf das Zuwarmhalten des Kopfes in den Jugendjahren zurückzuführen. Die Natur gab genügende Schutzmittel für das Gehirn in der starken Knochendecke und den unzähligen Haaren. Eine zu warme Kopfbedeckung hindert auch das Zustand— bekommen eines schönen kräftigen Haarwuchses. Aengstliche Mütter werden gut thun, ihre Kinder schon frühzeitig an kalte Waschungen des Kopfes zu gewöhnen, dann brauchen sie nicht in Sorge zu leben, daß ein kalter Wind dem Kinde schadet, wenn es auch ohne Kopfbedeckung im Winter aus dem Hause läuft. Gerade das frühzeitige Warmhalten des Kopfes ist die Veranlassung zu öfteren Erkältungen. Selbst— verständlich sollten ganz kleine Kinder, bei denen der Haarwuchs noch nicht ganz entwickelt ist, bei kaltem Wetter im Freien eine Kopf— bedeckung haben, doch darf dieselbe nicht zu warm sein und Schwitzen der Kopfhaut ver— ursachen. BVerloosung. Wiener Communal- 100 fl.⸗Loose von 1874. Verloosung am 2. April 1894. Zahlbar am 2. Juli 1894 bei der Stadtkasse zu Wien. Gezogene Serlen: 34 265 529 809 1303 1376 1565 1609 1993 2124 2293 2516 2656. Prämien: 200,000 fl. S. 1993 Nr. 57. 4 20,000 fl. S. 34. Nr. 79. à 5000 fl. S. 1609 Nr. 23. à 1000 fl. S. 34. Nr. 22, 265 93, 1303 50, 1565 53, 1993 99. à 250 fl. S. 34 Nr. 21, 265 18 42, 809 6 7 49, 1376 86 93, 1993 39 98, 2293 70 84. à 140 fl. alle übrigen in obigen Serien enthaltenen Nummern. In Amerika verstorbene Hessen und Hessen⸗ Nassauer. Bellville, Ill. Frau Catharina Hofmeister, geb. Ferbert, 70 Jahre alt, aus Hofheim bei Worms. Bradford, Ind. Christoph Fischer, 69 Jahre alt, aus Oberstedten. Charlestown, Ind. Catharina Sophie Schilke, geb. Jung, 72 Jahre alt, aus Massenheim. 5 Chicago, Ill. Elisabetha Brandau, geb. Sippel, 76 Jahre alt, aus * Kurh.; Marie Winkler, geb. Mader. 25 Jahre alt, aus Bons⸗ weiher. Clearwater, Minn. Heinrich Wilhelm Kohler, 76 Jahre alt, aus Aue, Kr. 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