1 1 de, 15894. Samstag den 17. Februar. 1 20. 1 wweründert 1 berhessischer Anzeiger. lin. 9 m. 0 „Febr.. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch f 735 3 u! G int drei 5 i i ene und Feeling Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg.„ Annoncen: Die einspalti itzeile 15 2 Anzei ördli er ise 109 in — 15 nspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. A. f wärtigen Einsendern(soweit Letzere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, 1 5 stets 5 die Pot ee 18 5 r———— ͤ— 1 we N Amtlicher Theil. 5. Betreffend: Das Institut der Feldgeschworenen. i Friedberg den 15. Februar 1894. 4 16. 20 eee Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 1 4. 16 N Wir erinnern die Rückständigen von Ihnen an die Erledigung unserer Verfügung vom 1. l. Mts.— Kreisblatt Nr. 15— mit 85 5 5 Frist von 3 Tagen. 4 Ur. Braden. 8 10 0 Bekanntmachung. 4 Alle diejenigen im Landwehr- Bezirk Friedberg wohnenden Unteroffiziere und Mannschaften, welche in Folge ihrer Theilnahme an den i von deutschen Staaten vor 1870 geführten Kriegen invalide und erwerbsunfähig geworden sind— einerlei welcher Armee oder welchem Kontingente sie angehört haben,— werden hiermit aufgefordert, zur Erlangung der nach§ 1 des Reichsgesetzes vom 14. Januar 1894 zu den, 105 gewährenden Pensionszuschüsse sich unter Vorlage ihrer Militärpapiere und des Pensions-Quittungsbuchs persönlich oder im Behinderungs— falle schriftlich beim Bezirksfeldwebel Kissel zu Friedberg anzumelden. Bemerkt wird noch, daß sich auch diejenigen Invaliden aus den vor⸗ Kriegen, wenn auch event. ohne Pensions⸗Quittungsbuch, anzumelden haben, denen seither, weil im Civildienst angestellt, ihre s. Zt. — Hement bezeichneten zuerkannte Militär⸗Invaliden⸗Pension nicht weiter gezahlt wurde. Großherzogliches Bezirks-Commando Friedberg. a Friedberg den 5. Februar 1894. Winter. graphen 222 8 ngen auf Bekanntmachung. lbrechnurg Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. es abge⸗ Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse[der Erklärung über Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer ein⸗ his Ende die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, jährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten widrigen. werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen; die Fähigkeit hierzu ist den Raban beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß obrigkeitlich zu bescheinigen; c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches ten. Nach hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. für Zöglinge von höheren Schulen(Gymnasien, Realgymnasien, Ober⸗ de ich vd 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren iglich ale, nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Bürgerschulen und den sonstigen militärberechtigten Anstalten) durch eien Rich. Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. den Direktor der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die . 2) Die Berechtigung zum einjährig⸗ freiwilligen Dienst kann nicht Polizeiobrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; nagel. vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar d. das Schulzeugniß. 5 g —— des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr Sodann wird noch besonders bemerkt: zu pos. b.: daß in dem ing vollendet wird. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes, be⸗ eren Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April] glaubigt sein muß; zu pos. d.: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme tag den desselben Jahres zu erbringen.(Wenn z. B. mit Rücksicht auf das der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten c Uu Lebensalter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinausgeschoben, Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Real⸗ Fork e das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schlusse des Schul-] gymnasien und Ober⸗Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur itendorf: jahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch Wehrordnung vom 22. November 1888— Regierungsblatt Nr. 5 von a anzugeben, daß das Schulzeugniß bis 1. April nachfolgen werde. 1889— ausgestellt sein müssen.. 8 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der 88 88, 89, 90, ührten Wehrordnung verwiesen. ehen Ge. 92 0 5„ 5. 0 und ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briefpapier) zu ver— 93 und 94 der angeführten Wehrordnung 7 uu, wenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben. Großh. Prüfungs⸗Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. 17 4 Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts⸗ Der Vorsitzende: N zeugniß; b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit Frhr. v. Gemmingen. b TV U Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. g Ain 0 Peter Cloos J. von Ober-Erlenbach wurde als Mitglied des Wiesenvorstandes der Gemeinde Ober-Erlenbach ernannt und verpflichtet. hne Deutsches Reich. 1 Wisch 1 0 11 7 8 ae 7 Uedberg 2 nach den Beschlüssen der Budget ommission genehmigt. esterreich-Ungarn. Prag, 14. Febr. fledberg. Darmstadt, 13. Februar. Nach sehr Bei dem Kapitel: Einnahmen entspinnt sich eine längere Se 955 a 750 . e stürmischer Ueberfahrt ist S. K. H. der Groß⸗ Debatte über die er Kommission vorgenommene Wich d. 0 die Pewesse Alix webt gige Erhohung e e um 30 Millonen. Der tragte, 14 Angeklagte wegen Hochverraths, 40 heute früh 4½ Uhr gut in Dover angekommen. Etatsansatz der Kommission wird schließlich angenommen. wegen Ruhestörungsverbrechen und die übrigen 42 10. A Die Ankunft in London erfolgte 7½ Uhr Vor⸗ 14. Febr. Die Kommission für Arbeiter- wegen Geheimbündelei zu verurtheilen. 1 mittags. Am Bahnhof der Viktoria⸗Station statistik trat heute im Reichsamt des Innern Frankreich. Paris, 14. Februar. Der tra waren der Prinz und die Prinzessin Ludwig unter dem Vorsitz des Unterstaatssekretärs Or. Attentäter Breton theilte den ihn überwachenden von Battenberg zur Begrüßung erschienen. v. Rottenburg zu einer Sitzung zusammen. Polizeiagenten nach einer Kartenpartie seinen n. 1 Berlin Der Besuch des Kaisers in An den Verhandlungen nehmen als Beisitzer wahren Namen mit; er heißt Emile Henry, der des Friedrichsruh erfolgt auf der Hinreise nach fünf Sachverständige, nämlich der Garnisons.ist in Barcelona am 26. September 1872 ge⸗ aun Wilhelmshaven, und zwar am nächsten Montag Backmeister der Garnison Berlin, sowie zwei boren und stammt von französischen Eltern. Der Kaiser trifft 5 Abend ein und wird Bäckermeister und zwei Bäckergesellen Theil. Henry wohnte in London seit einem Jahre und 1 beim Fürsten Bismarck diniren. Ferner sind 40 Auskunftspersonen, 24 für kam vor einigen Tagen mit drei Genossen nach Berlin, 14. Febr. Im Reichstag wird in Fort Bäckerei, 16 für Konditorei zur mündlichen Paris. Die Polizei, der ihre Ankunft signalisirt 8 Auf der Tagesordnung war, überwachte die Ankömmlinge, die als ge— 0 Bord setzung der zweiten Lesung des Wahlgesetzes der Antrag Vernehmung geladen. A F f 5 7 e Gröber⸗Rickert betreffend die Aenderung des Wahlge⸗ standen: Untersuchung über die Arbeitszeit in fährliche Anarchisten in London bekannt waren. ng · 10 6085 dle We ee Es Bäckereien und Konditoreien. 155 Henry erklärte, die Bombe sei eine Bleibüchse sic für 0 e der 5 861.— 15. Febr. Der Kriegsminister theilte gewesen, mit grünem Pulver und Rehposten bil 105 gesehenen Bestimmungen über Kündigungsfrist und Aus⸗ der Budgetkommission mit, daß er heute die geladen und mit einer Lunte versehen, die e doll 105 stellung der Zeugnisse. Derselbe wird in erster Lesung kaiserliche Genehmigung zu seinem Vorschlage vorher auf dem Knie angezündet habe. Henrr 127 1 5 uten des Reichel erledigt.— Die Stempelsteuer erhalten hatte, durch welchen das Gepäck der war hier zuerst bei einem Bildhauer und späten 4 1 be 8 e 3 8 1 Infanteristen um 14 Pfund erleichtert wird. bei einem Möbelhändler beschäftigt. Er err 11 laue herab.— 15. Febr. Das e 15 Post⸗— Der Kapitän z. S. Stubenrauch ist zum klärte, er habe allein, ohne Genossen gehandelt⸗ il Con 5 etats wird nach langer Debatte über die Nothwendigkeit Kommandanten von Helgoland ernannt worden. Die Polizei entdeckte heute Nacht in Belleville. edernagel, . .— 2 — die Bombenwerkstätte des Attentäters Henry. Dieser wohnte daselbst unter dem Namen Dubois. Es wurde eine große Menge Explosivstoffe gefunden. — Der vor kurzem hier verhaftete Bernhard ist nach polizeilichen Erhebungen ein sehr ge— fährlicher Anarchist. Er war bei sämmtlichen Komploten, die in den letzten Jahren in Spanien entdeckt wurden, betheiligt, hat mit Ravachol in Verbindung gestanden und es wurden auch Briefe Vaillant's bei ihm vorgefunden. — 14. Febr. Der„Liberté“ zufolge er⸗ hielt die Regierung betreffs des zweiten fran— zösisch⸗englischen Zwischenfalles an der Grenze von Sierra Leone Informationen, wonach die Schuld lediglich den Engländern zufalle, die ein auf französischem Territorium liegendes Dorf angegriffen. Die französischen Milizen hätten die Angreifer zurückgeschlagen. Großbritannien. London. Wie der Berliner Korrespondent des„Stacdard“ erfährt, wird die Königin auf ihrer Reise nach Italien von der Kaiserin Friedrich begleitet werden, welche ihrer Mutter das nun vollendete Schloß Friedrichshof im Taunus zeigen will. Von dort werde die Königin Victoria über Darm— stadt, wo ein kurzer Aufenthalt stattfinde, über Basel nach Florenz gehen. Die Rückkehr erfolge über Coburg, wo die Königin der Hoch— zeit ihres Enkels, des Großherzogs von Hessen, mit der Prinzessin Victoria Melita beiwohnen werde. — 15. Februar. Heute Abend wurde im Greenwich-Park, dicht beim königlichen Obser— vatorium, ein Mann durch die Explosion einer Masse, die er bei sich getragen, beinahe in Stücke gerissen. Der Getbödtete ist anscheinend Franzose, man vermuthet, daß er Anarchist war. Serbien. Belgrad. Die Reserven sind auf den 21. Februar zu einer dreiwöchentlichen Uebung einberufen, allein die Radikalen glauben — so behauptet wenigstens der Belgrader Korrespondent des„Daily Telegraph“— daß die Uebung nur ein Vorwand sei, in Wirk— lichkeit aber ein neuer Staatsstreich für den 6. März, den Jahrestag der Proklamirung Serbiens zum Königreiche geplant werde.— Sämmtliche rückständigen Gehälter der Beamten und Pensionen gelangten heute zur Auszahlung. Amerika. Rio de Janeiro. Der interi— mistische Kriegsminister Galvas demissionirte in Folge eines Zerwürfnisses mit Peixoto. Die Revolution schreitet im Staate Parana fort und bedroht San Paolo. Die Aufständischen marschiren auf Rio de Janeiro; eine Schlacht steht bevor. Eine Revolution brach auch im Staate Alagoas aus; bei einem Zusammen— stoß gab es viele Todte und Verwundete. Egypten. Kairo. Zohrab Pascha ist zum Unterstaatssekretär im Kriegs ministerium an Stelle Maher Paschas ernannt worden. Die Gesinnungen Zohrab's gegenüber England scheinen freundliche zu sein. Aus Stadt und Land. Friedberg. Das hiesige Schullehrerseminar war mit der er schon lange in Unfrieden lebte. Der Ver⸗ brecher brachte der bedauernswerthen Frau mehrere lebensgefährliche Stiche bei. Ludwigshafen, 12. Febr. In der Umgegend von Heilbronn und Karlsruhe wurden kürzlich Nachts hauptsächlich in Pfarrhäusern Einbrüche verübt und dabei Geld und Geldeswerth gestohlen. Die Spuren der Einbrecher führten hier zur Ermittelung der Thäter, die eine wohlorganisirte Diebesbande bildeten, und von hier aus ihre Raubzüge unternahmen. Saarbrücken, 13. Febr. Der 19jährige Raub⸗ mörder Gier aus Püttlingen wurde heute früh 8 Uhr im Hofe des Justiz⸗Arrest⸗Hauses durch Scharfrichter Reindel hingerichtet. Gelsenkirchen, 12. Febr. Schon wieder wurde hier ein beträchtlicher Dynamitfund gemacht. Ein Be⸗ diensteter der Essigfabrik von Dosse bemerkte, daß ein Hund an einem im Garten liegenden Packete herum— zerrte. Er sah nach und fand in dem Päckchen mehrere, in Zeitungen eingehüllte Dynamitpatronen mit Zünd⸗ hütchen. Die Polizei, die von dem Funde sofort ver⸗ ständigt wurde, nahm das Packet, dessen Inhalt hinge— reicht hätte, das ganze an dem Bahnhofe gelegene Häuserviertel in die Luft zu sprengen, in Beschlag. Braunschweig. In einem hiesigen Blatte wird bekannt gemacht:„Den Mitgliedern der Schweine⸗ thor⸗Distrikts zur Nachricht, daß am Donnerstag den Versicherungs-Kasse des Wilhelmi⸗, Hohe- und Petri⸗ 11. Januar, bei Herrn Wittekop, Madamenweg, unser „Schweineball“ stattfindet. Gäste, durch Mitglieder ein⸗ bilde sind willkommen. Um zahlreiche Betheiligung ittet der Vorstand.“ Rendsburg, 14. Febr. In Folge Durchbruchs der Eider-Deiche ist die ganze Niederung überschwemmt. Leobschütz, 14. Febr. Eine Feuersbrunst zerstörte heute Nacht bei orkanartigem Sturm zehn Gebäude. Der Grundbesitzer Reisch und zwei Kinder kamen in den Flammen um. Budapest, 13. Febr. Auf dem Alexanderplatz erfolgte Nachts eine furchtbare Gasexplosion. Mehrere Personen wurden verwundet. Hermannstadt, 13. Febr. In Bistritz wurde die Eisenbahnbrücke vom Eisgang weggerissen. Der Fluß Szamos ist aus seinen Ufern getreten und hat große Verwüstungen angerichtet. Verviers, 13. Febr. Eine furchtbare Feuers⸗ brunst äscherte die großen Webereien der Firma Dreye ein, wodurch über 1000 Arbeiter brodlos wurden. New⸗ Pork, 12. Febr. In allen Staaten des Westens wuthete gestern ein furchtbarer Schneesturm, wie er seit zehn Jahren nicht vorgekommen sein soll. Der Eisenbahnverkehr ist gehemmt und eine Menge Vieh zu Grunde gegangen. Chicago. Die Stadt leidet entsetzlich unter den Nachwehen der letzten Weltausstellung. 175,000 obdach— und beschäftigungslose Menschen liegen auf der Straße. Die Zahl der Verbrechen wächst gewaltig. Die Vergehen gegen die Sittlichkeit und andere Rohheitsdelikte nehmen in so be— deutendem Maße zu, daß der diesjährige deutsche Juristentag nicht umhin konnte, sich damit zu befassen. Die beiden Referenten, ** schreiten will. Es ist ein altes Sprüchwort: „Wer mein Freund sein will, mit dem muß ich einen Scheffel Salz gegessen haben!“ Dazu gehört also lange Zeit, ehe ich Einen meinen [Freund nennen kann. Aber das noch viel engere, eheliche Band sollte schon zum Glück geknüpft werden können, wenn man kaum ein Körnchen Salz mit einander verzehrt hat? Woher kommt der Zug nach der Stadt? Ueber diese Frage schreibt Pfarrer Naumann⸗ Frankfurt u. a.:„Da gibt es nun gleich Menschen, welche antworten:„Das leichtfertige Volk will Tanzmusik und Theater haben; ihnen ist es auf dem Dorfe zu langweilig und darum kämen sie lieber in die Stadt, wo es viel Vergnügen gibt.“ Natürlich darf sich von rechtswegen über die Vergnügungssucht anderer nur Der aufhalten, der nicht selber vergnügungs⸗ süchtig ist. Wer selber darauf ausgeht, sein Leben zu genießen, der soll sich nicht wundern, wenn es Andere ebenso machen. Aber lassen wir dieses bei Seite, nehmen wir an, Diejenigen, welche das Anwachsen der Städte aus Ver— gnügungssucht erklären, seien die allergenüg— samsten und ernstesten Menschen. Ohne weiteres werden wir ihnen dann zugeben: ihr habt in vielen einzelnen Fällen recht. Es gibt Leute, die im Odenwald oder in der Pfalz besser fortkommen könnten als in Frankfurt, wenn ihnen nicht hier die Abwechslung lieber wäre. Aber eine so gewaltige Erscheinung wie den Zug nach der Stadt im Ganzen durch Tanz— musik und Tingeltangel zu erklären, ist doch allzu oberflächlich. Woher kommt es denn, daß nicht die Bauern, die ein eigenes Gut besitzen, aus lauter langer Weile in die Stadt ziehen? Warum sind es fast nur Leute ohne Besitz? Sind etwa nur die Besitzlosen ver— gnügungssichtig? Die Lust am abwechselnden Leben mag da und dort mitwirken, aber sie ist nicht der Hauptgrund. Der Hauptgrund ist: die Leute wollen Arbeit und Brod haben. Meist ist es so: die jungen Leute wissen auf dem Dorfe nichts anzufangen. Es fehlt an dauernder Arbeit. Was sollen sie thun? Sie denken: in der Stadt gibt es so Vielerlei, da wird es auch für uns etwas geben. Sie ziehen als Tagearbeiter, Handlanger, Diener, Lehrling, Geselle, Dienstmädchen in die Stadt. Einem Theil gelingt es, sich durchs städtische Leben hindurchzufinden, ein anderer Theil bricht zu— Landgerichtsrath Kronecker in Berlin und Landrichter Felisch ebenda, äußerten sich in dem Sinn, daß eine Verschärfung der Freiheits— strafen einzutreten habe. Sie begründeten ihre Gutachten zwar nicht von gleichem Standpunkt aus, kamen aber zu demselben Resultat. Zu einem Beschluß kam es in der Versammlung allerdings nicht, man verschob die Sache viel— mehr auf den nächsten Juristentag. Allein es steht zu hoffen, daß die lautgewordenen Stimmen, im verflossenen Schuljahre von 109 Zöglingen besucht, Confession angehören. Darunter waren Söhne von Landwirthen 51, von Lehrern 16, von Gewerbetreibenden 29, von Beamten 9, von anderen Berufsarten 2; aus Städten mit über 10,000 Ein⸗ wohnern 4, aus Städten zwischen 10,000 und 2000 Einwohnern 31, aus Orten unter 2000 Einwohnern 74; vorbereitet in Präparandenanstalten 85, von Lehrern 9, in Realschulen 15; aus der Provinz Oberhessen 94, Starkenburg 13, Hessen-Nassau 2; zur Zeit der Auf- nahme im 16. Lebensjahre 4, im 17. 31, im 18. 32, im 19. 28, im 20. 8, im 21. und älter 6. Die offent⸗ liche Prufung findet am 22. Febr. statt, die Aufnahme— Prufung beginnt Montag den 19. März, das neue Schuljahr Montag den 16. April. Gießen, 13. Febr. Geh. Kirchenrath Professor Dr. Köllner ist heute gestorben. Allerlei. ö Montabaur, 12. Februar. Bei der vor unserer Stadt gelegenen Kreuzkapelle machte gestern ein hiesiger junger Handwerker einen Mordversuch auf seine Mutter, Den Lesern zur Beachtung. Hautkrankheiten“, welche Aufklärung gibt über die groß wovon 99 der evangelischen und 10 der katholischen dereine vereinigen, endlich doch zu einer ge— Handel⸗ und lersten Male!“ Wie soll man sich lieben, ohne ————————— die sich mit denen der Kirche und der Sittlichkeits— setzlichen Maßregel in dieser Beziehung führen, zumal der Hochdruck der Thatsachen eher im Zunehmen als in der Abnahme begriffen ist Ein Pfarrer erzählt: Es ist mir oft so ganz sonderbar, ja fast unmöglich erschienen, daß Eltern mit ihren Kindern zu mir kamen, die zur Schließung der Ehe schreiten wollten, und auf meine Frage:„Wie lange kennt ihr euch schon?“ die gleichgiltige Antwort gaben:„Wir kennen uns erst seit einigen Wochen oder Tagen“, oder:„Wir sehen uns heute zum sich zu kennen, ohne zu wissen, ob man in allen Dingen übereinstimmt, die zu einer glücklichen Ehe gehören? Da ist's nicht zu verwundern, sammen und fällt schließlich der städtischen Armenpflege zur Last.— Aber wie stimmt denn das zusammen: auf dem Dorfe soll keine Arbeit sein und doch rufen die Landwirthe nach Arbeitern? Wir denken darüber so: durch Einführung der Maschinen ist auch die Land— wirthschaft theilweise Saisonarbeit geworden. Der Landmann entläßt im Herbst viele Arbeiter. Gerade im Winter haben dann die Leute keinen Verdienst. Wer kann das aushalten? Wir hörten von einer Gemeinde in Holstein, wo sämmtliche Tagelöhner im Winter von der Ge— meindekasse erhalten werden, weil sie eben nichts zu thun finden. Andere Gemeinden können nicht so freigebig sein und sind daher nicht im Stande, ihre Arbeiter bei sich zu be— halten. Dazu kommt, daß durch die starke Verschuldung des ländlichen Grundbesitzes auf dem Lande der Betrieb meist sehr knapp ge⸗ halten wird. Man wirthschaftet mit möglichst wenig Leuten.“ Aus diesen Darlegungen geht hervor, daß der„Zug nach der Stadt“, welcher heute in den meisten Gegenden unseres Vaterlandes ein Grund zu großer Klage ist, nicht gebessert werden kann durch Predigten und Vorträge über die Genußsucht der Menschen, sondern durch eine ernste wenn das Gelöbniß der Liebe und Treue nur darauf ausgeht, den beruflosen Dorfbewohnern Die heutige Gesammt Auflage enthält eine Beilage„Weitere interessante Mittheilungen über die artigen Resultate, welche viele hundert Aerzte mit der Flugge'schen Erfindung erzielten. ————————————— zum Schein gegeben wird, wenn wenige Wochen nachher schon wieder Sühneversuche angestellt werden müssen, weil man zur Ehescheidung sozialpolitische Arbeit, die neueste Behandlung der 0 9 809 —— b, ben ben cee eben ih prü dung ihrer 2 ech 18 ee 5 00 wo 0 nur e eit e rk. An ine it in der m 1 e ind n Thei der en muß Arbei ustri heil d Landwi 1 9 J irbeie elle Arbei des Je wirths len m zu 4 und 3 zu e ea die stei woch unn Für d 2 für das erschaffen eech 18 0 5 Pf zum viel 1. 8 f as bedü N Maze Ja 1 ihnen Bitt besten 115 Fett; Uu 1 W 94 Akere 25 schafft a lere für diese Gab S b 0 ein 0 2 tere N r 21 1 921 Gabe uppengrü at? 0 3 M. täd— ützun W n ünes Fur di 13 Um chen 85 9 unf. Stad agen Suppenkü 8 9 Gab 1 0 Alt die Kirchli M Söllner 3. tüche gin Nebnelton.. f irchliche uma M.; N.; 10 7 Jose gen K 1 n. E, Pfa nmissio 5 An 8 fun 104 alum e er Gab ur ge ret, Evang zeigen fü eichffr A 0% 8 8. a en ein Schriftli fl. B Pfar gelische G ür Fri 0 dal N 1 70 8. 9155 eee 15 e 1 Anfr eachtu n Fe e. iedberg haben; ngenan„M. 1 n int 5 M. B. mann d n üb 1 n Vormi Gotte err ere. 3* eig u A e e A e dann b über J n 9 Ae 2 0 und u euß W. G. Wi Stiftun N. A P eantw nsera egen Aus 3 93 9% ienst in er br. 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Am gleichen Tage werde ich in der fiskalischen Gewann, gegenüber dem Ver— sorgungshaus am Usaberg, 9 Uhr Vor— mittags, das Bienenhaus des Verstorbenen, enthaltend 8 Bienenstöcke, zur Versteigerung bringen. Friedberg im Februar 1894. Franz Joseph Nees, Auctionator. Eine Wohnung von zwei Zimmern, Küche, Kammer und Boden mit W. zu vermiethen. Friedberg. 582 K. Mulch. 9 9 N* Für junge Kaufleute 1 6 a Wir suchen für unser Büreau Groß— Karben einen tüchtigen zuverlässigen, mit allen Comptoir-Arbeiten, Correspondenz, Buchhaltung ꝛc. vertrauten jungen Mann. Englische Sprach-Kenntniß erwünscht, prima Zeugnisse Bedingung. Laurenze& Co., Selzerbrunnen Groß⸗Karbeu. Schuhe ck Sliesel, von den feinsten bis zu den gewöhnlichsten, empfiehlt billigst 429 Aug. Neuhof, Schuhlager. Alleinverkauf der Schuhwaaren von O. Herz& Co. Corsetten, neueste Fagon, empfiehlt billigst 209 121 NM. Holler. Nasent wird für fleißige Waschfrau die Saison gesucht. H. Fischer, 763 Hötel Belse-vue, Bad⸗Nauheim. 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Vielmehr hat sich das, was ich in Wirk⸗ lichkeit behauptet hatte, daß es bei der Veranlagung nicht recht zugegangen ist, als richtig insofern ergeben, als bei Auf⸗ stellung der Einquartierungsliste für Herrn l Görtz zu wenig Einquartierungslast vor⸗ gesehen war, und daß dies erst nachträg⸗ lich, nachdem ich mich gerührt hatte, ge⸗ ändert wurde. Hätte der Herr Bürger⸗ meister der Sitzung beigewohnt, so würde ihm diese Aufklärung ebenfalls geworden sein. Friedberg den 16. Februar 1894. 799 H. L. Langsdorf. 0 HK nee. roh per Pfund M. 1.30, 1.40, 1.50, 1.60, gebr.„ 5„ 1.50, 1.60, 180 790 bei Fr. Wagner. Bestellungen auf künstliche Dünger bitte jetzt zu machen, damit die Ablieferung rechtzeitig erfolgen kann. i 794 Ph. Dan. Kümmich. J. A. Windecker empfiehlt Kaffee, roh per Pfund M. 1.30, 1.40, 1.50, 1.60, gebrannt per Pfund M. 1.60, 1.80 in kräftiger rein⸗ schmeckender Qualität. 798 Neuheiten in Kleiderbesätzen als Passamentrie, Perlenbesätze, Spitzen, Sammte, Seidenzeuge, ꝛc. ꝛc. empfehlen in großer Auswahl zu billigen Preisen 3 Frische Schellfische, Cabliau, Schollen, Bratbückinge, Sprotten, Kieler Fettbücklinge, Speck Eröffnungs⸗Vorstellung S 0 I 6 ö 4 4 11 8 3 1 1 g Geschwister Schloß. 1 bückinge, Caviar, Bratheringe, Delicatessberinge f 791 bei Wilhelm Jertsch. Spielllarlen billigst bei Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. und eine Beilage.) Georg Gross. * II sc r e e e r