W eisf. essor. 1 nchen —. Bernt n-Seile, d 50 Pfg., u-Seile, d 50 Nfg. J. A. Windecker, Schürzen & Jack, den, & Socken ligt.. Diehl, ga i vͤhnlicher its ollene dlosse, em fehlen pel . ud Ml 120 the Erben, 8 Fiutak Patertverscläl, i, Mh 1 else, bei ir. Waguen 6„ ll ung 1 1894. Dionnerstag den 2. August. n 89. „berhessischer Anzeiger. e, Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch j 750 18 Sri Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstag und Samstag. n zf. Annoncen von aus⸗ Amtlicher Theil. I en Die Brandversicherungsanstalt für Gebäude. Friedberg den 30. Juli 1894. i Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nachdem wir in letzter Zeit vielfach die Beobachtung gemacht haben, daß seitens der Bürgermeistereien die denselben obliegende bfortige Anzeige von Brandfällen verzögert oder, anstatt direkt an den Großh. Brandversicherungsinspektor, an uns eingesandt werden, bringen bir die diesbezüglichen gesetzlichen Vorschriften nachstehend durch Abdruck mit dem Anfügen in Erinnerung, daß wir bei Brandfällen genaue Lefolgung der Bestimmungen erwarten. Dr. Braden. Anmeldung des Brandschadens und Anberaumung des Schätzungstermins. Aktie Die Bürgermeisterei hat von einem jeden Brandfall innerhalb 24 Stunden, bei Vermeidung disziplinärer Einschreitung, dem Brand— tersicherungsinspektor Anzeige zu machen, welcher den Schätzungstermin anberaumt und von demselben der Bürgermeisterei und der Brandver— scherungskammer Kenntniß giebt. Ueber den Befund des Schadens ist von dem Brandversicherungsinspektor an Ort und Stelle eine genaue Beschreibung aufzunehmen ud mit dieser die Schätzung des Schadens zu verbinden. Die Aufnahme, Beschreibung und Schätzung kleiner Brandschäden kann den verpflichteten Bauschätzern von dem Brandversicherungs— ü spektor übertragen werden. Die Schätzungsverhandlung ist in diesem Falle dem Brandversicherungsinspektor vorzulegen. Der Großherzogliche Kreisrath des Kreises Friedberg ehrt sich die Herren Bürgermeister der Gemeinden des Sparkassebezirks Friedberg-Butzbach mit Bezug auf§ 7 der Statuten des Mathilden— üfts auf Montag den 13. August l. J., Vormittags 8 ½ Uhr, in den Rathhaussaal zu Friedberg zur Erledigung folgender Gegen— linde der Tagesordnung einzuladen: 1. Wahl von je drei Mitgliedern des Verwaltungsraths der beiden Kassenbezirke; 2. Besprechung über Rusleihung von Kapitalien. Im Falle der Großherzogliche Bürgermeister verhindert sein sollte, ist der Beigeordnete und in dessen Verhinderung ein Gemeinde— kethsmitglied zum Erscheinen einzuladen. Friedberg den 1. August 1894. Dr. Braden. 5————— 0 Einladung der auf Montag den 13. August l. J., Vormittags 9 Uhr, auf Grund des§ 9 der Statuten anberaumten General⸗Versammlung Is Mathildenstifts Friedberg-Butzbach. Die Versammlung findet in dem Rathhaussaale zu Friedberg statt und kommen in derselben mit bezug auf§ 8 der Statuten zur Verhandlung: 1. Rechnungsablage— 1892er Rechnung.— 5 Erstattung des Verwaltungsberichts der Mathildenstiftung für verwahrloste Kinder zu Friedberg. 2. 3. Festsetzung des Voranschlags für 1895. 4. Prämiirung von Dienstboten. 5. Vergütung der Auslagen bei Erhebung von Kaufschillingen. 6. Ausleihung von Kapitalien. 7. Mittheilung über Aufnahme neuer Mitglieder. 8. Ergänzung des Vorstandes. 1 Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Präsident des Mathildenstifts Friedberg-Butzbach: Friedberg den 1. August 1894. 9 5 e Dr. Braden. Ibreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Reichelsheim i. d. W. Bekanntmachung. Nachdem sich mehr wie ein Fünftheil der betheiligten Grund— Verkauf von Massegrundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge ihenthümer, welche mehr als die Hälfte der betheiligten Fläche be— nach Bedürfniß erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalauf— stzen, bei der am 29. Juni d. Is. stattgehabten Abstimmung für die nahme aufgebracht werden sollen; zldbereinigung und die Anlage von Wegen in den Baumstücken der 3. die zur Vollzugscommission zu berufenden Sachverständigen Gmarkung Reichelsheim i. d. W. erklärt haben, und nachdem inner— und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts lub der gesetzlichen Frist keine Einwendungen gegen die Zulässigkeit und dessen Stellvertreter zu wählen. ider Rechtsbeständigkeit des Ergebnisses erhoben worden sind, hat Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Betheiligten i Großh. Obere landwirthschaftliche Behörde den Beginn der Feld- vorgebracht und berathen werden. bereinigungsarbeiten verordnet und den Unterzeichneten zum Vollzugs— In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende betheiligte ommissär ernannt. Grundeigenthümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, lade ich gleich— Gültigkeit eine Mehrheit von Zweidritttheilen der Anwesenden und zitig sämmtliche betheiligten Grundbesitzer zu der in Gemäßheit des sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Be— Atikel 16 des Gesetzes vom 28. September 1887, Mittwoch den theiligten verbindlich. 15. August l. J., Vormittags 9 Uhr, in dem Gemeindehause Kommen gültige Beschlüsse nicht zu Stande, so hat zu Reichelsheim stattfindenden Versammlung ein. zu 1 durch Vermessung der Grundstücke die Ermittelung des Flächen— Diese Versammlung hat: gehalts derselben zu erfolgen, 1. darüber zu beschließen, ob die im Stockbuch enthaltenen Größen⸗ zu 2 die Vollzugscommission die erforderlichen Beschlüsse zu fassen, angaben, oder ob die durch Vermessung zu ermittelenden Fläche-] zu 3 die Großh. Obere landwirthschaftliche Behörde die Sachver— gehalte der Bereinigung zu Grunde zu legen sind; ständigen und Schiedsrichter zu ernennen. 2. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden Friedberg den 28. Juli 1894. sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt, oder den Der Vollzugs⸗Commissär: Abschätzungswerth der Grundstücke, oder durch Bildung und 3241 Dr. Göttelmann. 4 Der Amtsanwalt bei den Großh. Amtsgerichten Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach und Vilbel an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der 4 Bezirke. Sie wollen umgehend die noch rückständigen Feldrügeregister einsenden. Zimmermann. 3 8 9 5 1— 7 3 7 F eee eee 12 3 W Deutsches Reich. Büdingen. Sicherem Vernehmen nach wird die Kaiserin Friedrich Mitte des nächsten Monats zum Besuch am hiesigen fürstlichen Hofe erwartet. Karlsruhe, 30. Juli. Das Großherzogs⸗ paar reist morgen von St. Blasien nach der Insel Mainau ab. Ausland. Großbritannien. London. Nach einem Hof⸗Circulär wird Kaiser Wilhelm nächsten Montag in Cowes erwartet. Er wird 10 Tage hierbleiben; an zweien wird er im Mili— tärlager bei Aldershot sein, wo der Herzog von Connaught eine große Revue angeordnet hat. Italien. Mailand, 30. Juli. In Brescia fanden Haussuchungen und Beschlagnahmen von Gewehren, Modell 1891, dessen Einzel— heiten Staatsgeheimniß sind, statt. Bastia, 30. Juli. Lucchesi, der Mörder des Redakteurs Bandi, wurde heute den italie— nischen Behörden ausgeliefert und an Bord des nach Livorno gehenden Dampfers„Pale— stina“ gebracht. Afrika. Tanger, 30. Juli. Die Riff⸗ kabylen nahmen eine unter französischer Flagge segelnde, von Tanger kommende Barke weg und raubten die ganze Ladung. China. Shanghai, 30. Juli. Nach einer Lloyd⸗Depesche von heute verlautet, mehrere chinesische Dampfer seien von den Blokade— schiffen bei Faku vernichtet worden. Im Nangtsekiang wurden Torpedos gelegt. Das deutsche Kanonenboot„Wolf“ ist am 26. Juli in Chefoo angekommen. Unter den an Bord des„Kowshing“ getödteten Ausländern befindet sich auch der ehemalige deutsche Offizier Haupt— mann von Hanneken, der seit 25 Jahren eine wichtige Stellung in chinesischen Diensten be— kleidete. Sansibar, 28. Juli. Aufständischen von Witu, Mahagih und Suleiman, von deneu Lieutenant Wake auf seinem letzten Zuge verwundet wurde, sind jetzt von dem Administrator des Protektorats, Kapitän Rogers, gefangen genommen worden. Die übrigen Aufständischen wurden entwaffnet. Die Führer der Aus Stadt und Land. Friedberg. Seit einigen Tagen weilt Alter thumsforscher Kofler von Darmstadt hier, um vorzugs weise in der Burg Ausgrabungen nach römischen Alter thümern vorzunehmen. Bis jetzt wurden nennenswerthe Funde nicht gemacht, doch konnte ziemlich sicher consta rt werden, daß das römische Castel 2½ Meter tiefer lag, als unser heutiges Pflaster. Man stieß bereits auf die römische Castellmauer und die Soldatenwohnungen. 7 Das dritte Berbandsfest der evang. Arbeiter vereine des Mittelrheinkreises wurde am 29. Juli d. J. dahter in folgender Weise gefeiert: nachdem von 11 bis 2 Uhr die auswärtigen 14 Vereine am Bahnhof em— pfangen waren, begann um 2½ Uhr der Gottesdienst in der im Inneren prachtvoll dekorirten Stadtkirche, bei welchem Pfarrer De. Rade aus Frankfurt eine er greifende Predigt hielt. Die Stadtkirche konnte dies- mal die Besucher nicht alle fassen, es mußten viele wieder umkehren. Die Collekte für einen gemeinnützigen Zweck des Arbeiter-Verbandes ergab die Summe von 53.55 M. Sehr dankenswerth muß die Mitwirkung des Musikvereins in der Stadtkirche erwähnt werden. Nach beendigtem Gottesdienste gegen 4 Uhr begaben sich die Vereine in geschlossenem Zuge, mit Musik voran, nach dem Festplatz, dem Schloßhof. Hier fand zunächst durch Dekan Meyer die Begrüßung der Erschienenen in warmen Worten statt. Demnächst hielten Pfarrer Naumann aus Frankfurt und Pfarrer Wenck aus Darmstadt Ansprachen. Mitglied Bergmann aus Bocken⸗ heim machte auf die Arbeiter- Bibliothek aufmerksam worauf mit der Ab n Anzahl Hefte, zu 10 Pig. das S gemacht wurde. Das erste Heft ist Volksmann von 12 Woman 5 Beige 1 Fr. Naumann in Beigeordneter Hieron 5 Doch auf den Groß herzog Baärrn aus Frankfurt ein solches auf den Kai* halten: Candidat Oberrad ben noch Ansprachen ge⸗ Uhrig aus Niederrad, vereinen von Fra Um 8 Uhr sprach baden. n wort und die fremden Vereine be begleitung nach dem Bahnhofe. noch bis 12 Uhr auf dem Festplatz 2 des niedrigen Eintrittspreises von 10 Pfg. für Mit⸗ glieder und 20 Pfg. für Nichtmitglieder ist doch die Einnahme, dank der schönen Witterung, so günstig aus⸗ gefallen, daß voraussichtlich sämmtliche Kosten gedeckt werden können. Zum Schlusse wünscht Einsender den erst seit einigen Jahren ins Leben gerufenen ev. Arbeiter⸗ Vereinen von Herzen Glück und Gedeihen! Butzbach. Die hiesige evangelische Kirchengemeinde hat den Katholiken einen schönen Altar, der Jahr⸗ hunderte lang in der Butzbacher evangelischen Pfarr⸗ kirche hinter Bretterverschlag aufbewahrt wurde, mit bemerkenswerther Freigebigkeit zur Benutzung über⸗ wiesen. Freunde der Diaspora Katholiken erbauten außerhalb der Stadt eine katholische Kapelle, worin dieser Altar Aufstellung fand. Eberstadt, 31. Juli. Die verflossenen Mittwoch herrschende fast afrikanische Hitze hat, wie aus ver⸗ schiedenen anderen Orten berichtet wurde, auch hier ein Menschenleben gekostet. Die 49jährige Frau des hie⸗ sigen Bewohners R. wurde beim Fruchtschneiden vom Schlage gerührt. Echzell, 31. Juli. Ein etwa 9jähriger Knabe machte sich an der Häckselmaschine zu thun; der Kleine kam mit der Hand in die Maschine, welche ihm einen Finger glatt ab, den anderen aber so durchschnitt, daß er nur noch an einem Hautlappen hing. Büdingen, 30. Juli. Heute Morgen schied nach etwa Stägigem Krankenlager Kirchenrath Meyer dahier aus diesem Erdenleben in einem Alter von 91½ Jahren. Er entstammte einer alten, ehrbaren hiesigen Bürgerfamilie und wurde nach vollendeter Studienzeit bald als Pfarrer in dem benachbarten Haingründau angestellt. Aber schon im Jahr 1829 übertrug ihm der damalige Patron hiesiger Kirche, der Fürst Casimir zu Ysenburg und Büdingen die zweite hiesige Pfarrstelle; spater, im Jahr 1844 ward er erster Stadtpfarrer und bekleidete von da an auch das Amt eines Dekans des Dekanats Bü⸗ dingen, ertheilte dabei den Religionsunterricht im Gym⸗ nasium und war langjähriges Mitglied der Kreisschul kommission und der Landessynode. In seinen Aemtern war er rastlos thätig und zeichnete sich dabei durch un ermüdliches, wissenschaftliches Streben aus. In Aner kennung dessen ernannte ihn der jetzige Fürst zu Ysen— burg und Büdingen zum Hofprediger, der Großherzog verlieh ihm nacheinander den Philipps- und Ludewigs⸗ orden und ehrte ihn mit dem Titel„Kirchenrath.“ Grebenhain. Am 28. Juli spielten mehrere Kinder in der Scheune des Landwirths Komp. Plötzlich wurde die Ehefrau des Komp durch Hilferufe erschreckt; als sie sich nach der Scheuer begab, fand sie ihr sechs— jähriges Mädchen mit der Hand in der Häckselmaschine stecken und ein anderes dreijahriges Kind an der Kurbel, die Hand des Mädchens war beinahe durchschnitten. Kastel, 29. Juli. Eine gemeinsame Rheinfahrt zum Besuche des Nationaldenkmals auf dem Niederwald bis nach Rüdesheim wurde gestern Nachmittag für sämmtliche Mannschaften des gegenwärtig hier gemeinsam übenden Hess. Pionierbataillons Nr. 11 und der Pionier⸗ Bataillone Nr. 16 und 20 unter Begleitung der Musikcorps unternommen. Es wurden hierzu die beiden Dampfer„Rhein“ und„Overstolz“ der Köln-⸗Düssel⸗ dorfer Dampf-Schifffahrts-Gesellschaft benutzt. Die stattlichen, reich mit Fahnen geschmückten Schiffe fuhren um 1 Uhr Nachmittags in Mainz ab und kehrten um 10 Uhr Abends zurück. Allerlei. Augsburg, 30. Juli. Wie die„Corr. Hofm.“ meldet, spielte sich hier ein blutiger Exceß ab. Drei Strolche, von Schutzleuten angehalten, versetzten dem einen acht, dem andern sechszehn Stiche. Beide Polizisten sind tödlich verwundet; die Thäter wurden verhaftet. Berlin, 30. Juli. Heute Nachmittag wurde ein zweiter choleraverdächtiger Fall im Osten Berlins kon⸗ statirt. Berlin, 30. Juli. Der Maurer Thiede, der unter dem Verdacht des an der Krankenpflegerin Helene Schweichel verübten Mordes steht, soll einem Straf gefangenen in Plotzensee diese That eingestanden haben. Dieser hat an die Staatsanwaltschaft ein Schreiben ge— langen lassen, in dem er anzeigt, Thiede habe sich ihm gegenüber zu der Thäterschaft bekannt und auch den Hergang der Ausführung geschildert. Er habe den Mord ausgeführt, weil er bei seinem Opfer seine Absicht nicht erreicht gehabt habe. Vor dem Untersuchungs richter hat Thiede bisher bestritten, den Mord begangen zu haben. Berlin, 31. Juli. Die Familie des Schlossers Patschowski in der Swinemünderstraße, bestehend aus dem Ehepaar und zwei Söhnen im Alter von zehn und sieben Jahren, wurden Vormittags elf Uhr alle erhängt als Leichen aufgefunden. Patschowski litt an Schwindsucht Danzig, 29. Juli. Der neueste Cholerabericht aus dem Grenzgebiete weist 758 Erkrankungen und 366 Todesfalle auf. Im Gouvernement Warschau wurden vom 14. bis 22. Juli 455 Erkrankungen und 220 Todesfalle gemeldet, während in den anderen Ge bieten die Seuche abnimmt. Lüttich, 30. Juli. Seit vorgestern sind hier an 3 Erkrankungen und 2 2 f kung und 3 e, Chenée 1 Erkrankung un Der 24 Jahre alte Kellner Paul so alte Frau Susanna und Georg en gestern wegen Ermordung der Frau 29. Juli. b N dt sta 88 3 1 N 9 9 8 * 5 9 Sophie Rasch vor Gericht. Paul Kuzula und Schmer⸗ fedt wurden zum Tode verurtheilt. los Opfer der Vendetta geworden. Die Behörden sind den Mördern auf der Spur. Palermo, 30. Juli. Bei einem Zusammenstoß zwischen einer Brigantenbande und Landgensdarmen wurden sechs Briganten getödtet. Petersburg. Im Gouvernement Jaroslaw wüthet die Rinderpest. Die Zahl der gefallenen Thiere ist sehr groß. Auch einige Bauern sind der Seuche erlegen. Telephonlegung im Trabe. Wie berichtet wird, haben in den letzten Tagen zwei Cavalleriepatrouillen im Trabe binnen vier Stunden eine dreißig Kilometer lange Telephonleitung zwischen Berlin und Potsdam hergestellt. Zu diesem Zwecke ver⸗ ließen in früher Morgenstunde zwei Cavallerie⸗ patrouillen, je ein Offizier und zwei Ulanen⸗ unteroffiziere, Berlin und Potsdam zu gleicher Zeit. Ausgerüstet war jede Patrouille mit einem vollständigen Telephonapparat, den der eine Unteroffizier in einem Lederüberzug auf der Brust trug, und einem Vorrath von ganz dünnem Stahldraht auf Rollen, jede Rolle mit 1000 Meter. Das Legen der Leitung begann in Berlin vom Wachtgebäude auf dem Pionier— übungsplatze an der Hasenheide aus. Nachdem das Ende des Leitungsdrahtes mit der im Wachthause bereits befindlichen Stadtleitung in Verbindung gebracht war, nahm der gleichzeitig mit dem Fernsprecher ausgerüstete Unteroffizier die Rolle. Sie in eine Art Klammer mit Hand⸗ griff steckend, so daß sie sich leicht in seiner Hand um sich selbst drehte, ritt er vielleicht dreißig Schritt voraus und machte dann Halt. Inzwischen hatte der zweite Unteroffizier seine Lanze durch eine mit einer Gabel am Ende versehene Stange um die Hälfte verlängert. Der von der Rolle des ersten Unteroffiziers ausgehende Draht wurde mit der Gabel gefaßt, bezw. durch dieselbe geleitet und dann von dem zweiten Unteroffizier mit der verlängerten Lanze in die Kronen der an dem Saume der Hasen— heide stehenden Bäume gelegt. Jetzt wurde Trab kommandirt. Der Offizier gab die Rich⸗ tung an, nur solche Wege und Chausseen wählend, die zur Seite mit hohen Bäumen versehen waren. Der die Rolle führende Unter⸗ offizier immer 30 Schritt voran, der zweite den abgewickelten Draht immer flott in die Gipfel der Bäume werfend, sprengte die kleine Patrouille lustig in den Morgen hinein. War die Rolle ganz abgewickelt, also ein Kilometer Leitung gelegt, wurde gehalten. Der erste Unter— offizier saß ab; um seine in die Erde gesteckte Lanze schlang er das Ende des Drahtes und dieses wieder verband er mit dem Apparat. Das Telephon war eingeschaltet und die Ver ständigung mit der Ausgangsstelle wurde nach— gesucht. Der Anruf der letzteren wurde dadurch bewerkstelligt, daß der Unteroffizier auf einem ganz winzigen Horn ein kurzes Signal gegen eines der beiden am Telephon befindlichen Hörner blies. Er brauchte seinen Anruf nicht zu wiederholen; denn kaum war sein Signal gegeben, als auch schon ein gleiches Signal vom Abgangsort deutlich durch den Apparat ertönte. Die mündliche Verständigung wurde nun eben⸗ falls geprüft, dann schleunigst der Apparat ausgeschaltet, der Draht einer neuen Rolle mit dem abgelaufenen verbunden, und weiter ging es in dem Trabe. Bei Teltow trafen beide Patrouillen zusammen; Signale wurden durch die Apparate beider Endpunkte gegeben, dann die Drähte mit einander verbunden, wobei die Apparate miteingeschaltet blieben und die Führer beider Patrouillen hatten die Genugthuung, mit⸗ anzuhören, wie die in Berlin und Potsdam an den Endapparaten stehenden höheren Offiziere sich lobend über das schnelle Legen und sichere Funktioniren dieser neuen Art von Fernsprech⸗ einrichtung aussprachen. Dann wurde Befehl zum Aufnehmen der Leitung gegeben. Beide Patrouillen machten den Weg, den sie gekommen, wieder zurück, dabei den Draht wieder ein⸗ sammelnd. Conte, 28. Juli. Zwei Gendarmen wurden bei Solaro erschossen aufgefunden. Die beiden sind zweifel⸗ . Ute cbega bl de gigung 5 grau 9 ogel 0 5 ederkl. Fed u gezen Hoch it Wogels Ine gel Ieeressa lorge Hopfen Tag“, Ee, gelt l an 0 AMedens Schu 11 ue Wollene dalls vo ere nem 1 Roßfee, telt if uf dei dhird d. brten Möglich Mlegt . 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Georgi. schwache Verdauung, Appetitlosigkeit papageien. Unter allen Thieren der Schöpfung ist der hichbegabte Graupapagei, Psittacus erithacus, 41 das Höchste nach seiner geistigen Be— fühigung. Die silbergraue Färbung mit schmalen hilgrauen Endsäumen verleiht dem interessanten Agel ein ungemein zartes Aussehen. Das Fderkleid scheint wie mit Duft und Reif be— dekt und sticht der scharlachrothe Schwanz gggen diese Silberfarbe prächtig ab. Mehr nich imponirt auf den ersten Anblick des Wgels das durchdringende kluge Auge, das ee gewisse Schalkhaftigheit verräth. Dieser * iheressante Papagei aus dem schwarzen Afrika ie hit ein enormes Gedächtniß und legt eine Ge— lehrigkeit an den Tag, die man sonst bei kenem Thiere findet. Er hat aber noch mehr, et hat eine Art von Verstand, lernt sprechen, pfifen und Lieder mit Worten singen, daß min nur staunen muß. Dabei hat er noch di Fähigkeit, seine Worte und Redensarten rigtig, zur rechten Zeit und am rechten Orte gizuwenden, worüber ich zahllose Beispiele an— flͤüren kann. Ich will hier niederschreiben, wis einer meiner Graupapageien les ist Porgens früh) gerade spricht. Auf An⸗— klpfen sagt er„Herein, guten Morgen, guten 7g“, lockt den Hund„Menko da gehst her“, halt täuschend, wie der Hund.„Frau komm, komm, mach Kaffee,„1, 2, 3, Hurrah, 1, 2, 3, Kiser hoch“. Kann er den Hund durch das Kfiggitter am lang behängten Ohr erwischen, so schreit er„au, au“ und fängt herzlich zu lahen an. Husten, nießen, weinen, gurgeln micht er täuschend nach, ebenso das Gackern der Hennen ꝛe. Er macht überhaupt Alles noch, was er nur hört und bringt täglich neue Adensarten und Sätze. . Kleidungsstücke, Tücher, ravatten ꝛc. zu reinigen. Zuerst wird der Stoff mit einem trockenen, mwllenen Lappen gut abgewischt und nöthigen— subs vorsichtig ausgeklopft, um den Staub zu enfernen. Dann wird der Gegenstand auf etem Tisch ausgebreitet und mit heißem Keffee, der durch Seihen von allem Satz be— ftüt ist, mittels eines Schwammes sorgfältig auf der rechten Seite abgerieben. Der Stoff wied dann etwas getrocknet und auf der ver— keͤrten Seite gebügelt. Wo das Letztere nicht miglich ist, muß beim Bügeln ein Tuch auf— geegt werden. Der Kaffee nimmt alle Flecken ud Unreinigkeiten weg und stellt den natür— lien Glanz der Seide wieder her, wie dies keine andere Flüssigkeit thut. Die Seide schint in der That durch das Verfahren dicker zu werden und diese Wirkung ist dauernd. Mr dasselbe einmal versucht hat, wird nie en anderes anwenden. Sonneublumeusamen als Hühnersutter. In England, wo die Geflügelzucht und das Ausstellungswesen in ganz anderer Weise in Blüthe steht als bei uns, hat man die Erfahrung gemacht, daß der Samen der Sonnenblumen nicht nur für die Eierproduktion ein ausgezeichnetes Futter ist, sondern daß sie namentlich der Erzeugung eines glänzenden Gefieders günstig sind, weshalb er nament— lich für Ausstellungszwecke bei den Geflügel— züchtern eine wichtige Rolle spielt. Handel und Verkehr. Friedberg, 31. Juli. Fruchtpr. Weizen M. 14.00 bis—.—, Korn M. 13.00 bis 00.00, Gerste M. 12.00 bis 00.00, Hafer M. 14.00— 15.00. Alle Preise ver— stehen sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund. Friedberg, 1. August. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00— 1.15, Eier 1 Stück 7 Pf. 2 Stück gr. 13 Pf. Grünberg, 28. Juli. Fruchtpreise. Weizen 14.32, M., Korn 14.00 M., Gerste 12.00 M., Hafer 15.86 Erbsen 16.00 M., Linsen 00.00 M., Wicken 00.00 M., Lein 00.00 M., Samen 20.00 M., Kartoffeln 4.75 M. Gießen, 31. Juli. Auf dem heutigen Wochen— markt kostete: Butter pr. Pfd. Mk. 0,90— 1,10, Eier pr. St. 0 Pf., 2 St. 11—13 Pf., Käse pr. St. 5—8 Pf., Tauben pr. Paar Mk. 0,80 1,00, Hühner pr. Stück Mk. 1,10 1,50, Hahnen pr. Stück Mk. 0,50— 1,20, Enten Mk. 1.70—1.90, Ochsenfleisch pr. Pfd. 74—78 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfund 00 bis 70 Pf., Schweinefleisch pr. Pfund 60—70 Pf., Kalbfleisch pr. Pfund 60—66 Pf., Hammelfleisch per Pfund 58 bis 68 Pf., Kartoffeln, neue, per 100 Kilo 5,00 10,00 M. Frankfurt, 30. Juli. Fruchtbericht. Weizen hies— u. Wetterauer M. 14.00— 14.25, kurhessischer M. 14.25 bis 14.50, norddeutscher M.—.—, russischer M. 14.00 bis 15.25, Redwinter M. 14.25— 14.50, La Plata M. 14.00— 14.50, Roggen, hies. alter M. 12.50— 13.00, neuer 11.75 bis 12.00, russischer M. 13.00 bis 13.25, Futter-Gerste, M. 10.25— 10.50, Hafer hies. M.—, Württemb. M.—, bayerischer M.—, russ M. 13.25 bis 15.00, rumänischer und türkischer M. 13.50 bis 14.25, Mais, mixed M. 11.25 bis 11.75, Donau⸗ mais M. 10.75 11.00. Alles per 100 Kilio netto effektiv loco hier. Weizenmehl hiesiges Nr. 0 24.00 bis 25.00 M., feinere Marken 25.50 bis 27.00 M., Nr. 1 21.00— 22.00 M., feinere Marken 22.00 bis 22.50 M., Nr. 2 20.00— 20.50 M., feinere Marken! 20.50— 21.00 M., Nr. 3 17.00— 17.50 M., feinere Marken 17.00— 19.00 Mk., Nr. 4 13.50— 14.50 Mk., feinere Marken 14.50— 15.50 M., hiesiges Nr. 5 12.25— 12.75, Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 20.00— 20.75 M., Nr. 1 17.00— 17.75 M., Nr. 2 13.50— 14.00 M. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loco hier. Futterartikel ruhig, nach Qualität: Weizenschalen 3.75— 4.10 M., Weizenkleie 3.50—3.75 Roggenkleie 4.50 4.70 M., Futtermehl 4.60—5.75 M., Blerträber getrocknet 5.50 M. 5 0 9 Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier. Frankfurt, 30. Juli. Viehmarkt. Der heutige Markt war mit 447 Ochsen, 74 Bullen, 610 Kühen, Stieren u. Rindern, 210 Kälbern, 161 Hämmeln, 711 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qualität pro 100 Pfund Schlachtgewicht M. 70 bis 72, 2. Qual. M. 66—68, Bullen 1. Qual. M. 60 bis 62 2. Qual. M. 56—59, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 62—66, 2. Qual. M. 56—58. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber 1. Qual. 71— 75 Pfg., 2. Qual. 6570 Pfg., Hämmel 1. Qual. 6365 Pfg., 2. Qual. 50—54 Pfg., Schweine 1. Qual. 61—62 Pfg., 2. Qual. 59—60 Pfg. Alles per Pfund Schlacht— gewicht. Eingesandt. Die beiden letzten Feste, das Feuerwehr- und das Arbeiterfest, haben deutlich den Beweis geliefert, wie sehr derartige Festlichkeiten geeignet sind, den Fremden— verkehr in unserer Stadt zu heben. Leider können vor— erst solche Feste von den Vereinen nicht mehr über— nommen werden, da, wie bestimmt verlautet, der Schloß— hof zu festlichen Zwecken nicht mehr verwendet werden darf und andere hier vorhandene Räumlichkeiten nicht groß genug sind, um eine größere Zahl von Personen aufnehmen zu können. Es wäre jetzt an der Zeit und liegt im Interesse unserer Geschäftsleute, daß unsere Gemeindevertretung sich über die Annahme des Trapp— schen Anerbietens, die Seewiese oder einen Theil der— selben in einen schattigen Platz umzuwandeln, schlüssig machen würde. Ein so hochherziges Anerbieten still— schweigend von der Hand zu weisen, das hieße doch alle gemeinnützigen Zuwendungen für die Folge aus⸗ schließen. Außerdem ist die Seewiese, dem Antrag unserer Stadt und unserer Abgeordneten in der Kammer gemäß, nur in dem Sinne verkauft worden, daß sie zum Fest⸗ und Spielplatz eingerichtet wird, denn als Nutzwiese hätte sie auch für den Staat rentirt. Viele Bürger. Brodpreise vom 1. bis 16. Aug. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim u. Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Aug. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim u. Butzbach unverändert. Israelit. Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 4. Aug. 1894. Beginn: Vorabend 7 Uhr 30 Min. Samstag Morgen 8 Uhr. Samstag Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 8 Uhr 55 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 5. Aug. an Morgens 6 Uhr, Nachmittags 7 Uhr. Geld⸗Cours. Frankfurt am 31. Juli 1894. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke 16. 24 16. 21 5 in ½———.— Dollars in Gold. n Ducaten.—.— 9. 70 „ al marco—.— 9. 70 Englische Sovereigns 20. 36 9e 2 Russ. Imperial 16. 67 16, 63 Bei Carl Bindernagel in Friedberg ist e Neuester Caschen⸗ Fahrplan. Sommer- e 5 J Dienst. 2 ee Mittel⸗Nheingegend, Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein-Preußen. Preis 25 Pf. Fliegen⸗Gläser, Fliegen-Papier, Fliegen-Leim, 3255 Im Bügeln Charlotte Finzel, wohnhaft b. H. 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Juli, 2 Nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr, meinen Abfüllschlauch entwendet hat, fordere ich auf, denselben innerhalb drel Tagen zurückzugeben, da ich den Thater sonst gerichtlich belangen werde. 3281 Ernst Strauch Prim a neue Hrünßiern, In Eispackung: Frische Schellfische, Kabliau, Bratschollen 3267 bei Wilhelm 5 1 gestr. l. Fruchtsäcke 8 billigst 9260 N. Simon. Entlaufen d langhaar. Jagdhund, braun m. weiß. Brust. Gegen g. Bel. abz. bei J. E. Fonczr. Fried; richsdorf. Vor Ankauf wird gewarnt. 8 Holl.“ Voll⸗ Hüringe, marinirt 10 Pfg. 3263 empfiehlt 3. Windecker. Wein: Fässer don 20—2 Lit It ehl i 5274 Ph.——— Corsetten, Schürzen, Unterhosen& Jacken, beehrt nuts flände Auslei kathsm u der 1 1 Bezug riß f Hemden, Strümpfe 2 Socken in unter Güte billig 3213 Heinr. biehl, Usagasse. 1 Berantw. Red.: Carl Bindernagel. [Druck und Verlag von Carl Bindernagel. (Hierzu eine Beilage.)