Samstag den 18. November. Oberhessischer Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. . 136. Anzeiger. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. i ö ela g 1 f. Annoncen von aus⸗ chen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. Matave ten lern (Reisen Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 P wärtigen Einsendern(soweit Letzere nicht Jahresconto bei uns haben), wel Amtlicher Theil. Betreffend: Ermittelung der landw. Bodenbenutzung und des Ernte-Ertrages pro 1893. Friedberg den 17. November 1893. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die mit Einsendung der rubr. Nachweisungen(Formular 1 und 2) noch Rückständigen wollen die Formulare ei 1 Dulgnuhues, A. Windecker irgarine, e 7.% , per Pfund 4 unter Zuziehung Undeener einer Ortscommission nach Maßgabe des Vordrucks und der„Anleitung“ sofort ausfüllen und uns dieselben ohne Verzug, spätestens inge innerhalb 3 Tagen, zusenden. Wir bemerken ausdrücklich, daß für dieses Jahr ausnahmsweise die Formulare 1 und 2 auszufüllen sind. 4 Ur. Braden. cal ins Bekanntmachung, betreffend Errichtung einer Brückenwaage zu Fauerbach v. d. H. Mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 28. v. Mts. zu Nr. M. J. 30431 wird das nachstehende Statut für die Gemeinde Fauerbach v. d. H. erlassen. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Friedberg den 11. November 1893. Dr. Braden. n, U f Vinten Statut, die Benutzung der Gemeinde-Brückenwaage zu Fauerbach v. d. H. betreffend. Stikfe 3§ 1. Alle zur Verwiegung gebrachten Gegenstände müssen durch] 3. Für das Wiegen einer Fracht von über 10 Ctr. pro Ctr. 1 Pfg. t einen verpflichteten Wiegemeister gewogen werden. Außer dem Wiege-- 4.„„„ eines Stücks Großvieh 20 Laar eingtaß, meister oder dessen Stellvertreter hat Niemand das Recht auf der 5.„„ ö„ Schweins oder Kalbes 10. 55 iehl Uff,. Waage zu wiegen. 8„ von zwei Stück Kleinvieh 18 eiten 9§ 2. Der Wiegemeister oder dessen Stellvertreter haben der 7.„„ 0„ dre 5 20 g ihnen zugehenden Aufforderung zum Wiegen alsbald Folge zu leisten. 8.„„ 5 bier„ 1 2 55 Die Aufforderung hat von den Betheiligten(Käufer oder Verkäufer) 9.„„ 75„ mehr ais vier Stück Kleinvieh 3 esätzen direkt an den Wiegemeister zu geschehen. Wenn der Wiegemeister der 10.„„ 1„ I bis 10 Stück Gänse 10 big und change Aufforderung nicht entspricht, so ist sich an die Großh. Bürgermeisterei 11.„„ 0 mühe 5 18 u, Spitzen khn zu wenden, welche denselben zum Wiegen anhalten und nöthigenfalls§ 6. Sogleich nach stattgehabter Wiegung sind die vorgemerkte Ju older ef Großh. Kreisamt Anzeige erstatten wird. Gebühren an den Wiegemeister oder dessen Stellvertreter auszubezahlen. er Selon§ 3. Der Wiegemeister oder dessen Stellvertreter haben über§ 7. Am Schluß jeden Monats hat der Wiegemeister das Tage— 10 die von ihnen besorgten Geschäfte ein Tagebuch zu führen, in welchem buch abzuschließen und den Betrag der erhobenen Wiegegebühren zu ten unter fortlaufenden Ordnungs-Nummern anzugeben sind: a. der Name summiren, das Tagebuch sodann dem Bürgermeister vorzulegen. Der— 15 1 des Verkäufers; b. der Name des Käufers; 4. Datum der Verwiegung; selbe überweist nach genommener Durchsicht die Hälfte aller Gebühren besätzen da. die Art der verwogenen Gegenstände; e. das Gewicht der einzelnen dem Gemeinde⸗Einnehmer zur Einnahme. Die Hälfte aller Gebühren sses, Galons Gegenstände; k. der Betrag der erhobenen Wiegegebühren. werden dem Wiegemeister als Vergütung für seine Bemühung zuge— 50§ 4. Der Wiegemeister hat dem Käufer oder Verkäufer einen sichert. Die andere Hälfte hat derselbe alsbald nach Schluß jeden Tüclier, dem Eintrag des Tagesbuchs gleichlautenden Wiegeschein, welcher durch Vierteljahres jedesmal an den Gemeinde-Einnehmer zu bezahlen. . den an der Waage angebrachten Apparat gedruckt wird, zu übergeben.§ 8. Der Wiegemeister und dessen Stellvertreter werden von en, i§ 5. Gebührentarif. dem Ortsvorstand auf Wiederruf ernannt, von Großh. Kreisamt ver— ul, 5 An Wiegegebühren sollen erhoben werden: pflichtet und unterliegen als Gemeindebeamte den für solche geltenden yümpfe, 7 1. Für das Wiegen einer Fracht bis zu 2 Centuer 10 Pfg. Disciplinarvorschriften. Socken, e 2.„„ 4 1„ von über 2 bis zu 10 Ctr. 15„ 1 Landwirthschaftlicher Bezirksverein Friedberg. ligen Preise ckter Suist Bekanntmachung. Sonntag den 19. November, Nachmittags ¼4 Uhr, findet in Stammheim im Saale des Gastwirths Carl Musch eine Ver sammlung statt. garnirle Tagesordnung:„Besprechung über die Wirthschaftsänderung bei Vermehrung des Ackerlandes unter gegenwärtigen Verhältnissen, ein— 7 derhl 1 geleitet durch Großh. Landwirthschaftslehrer r. von Peter. f 5 ill Zu zahlreichem Erscheinen ladet ergebenst ein f In Erledigung des Sektionsvorsitzes: 91 der Direktor des landwirthschaftlichen Bezirksvereins br. Braden. 9 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg. g 1 an die Großh. Bürgermeistereien der Orte Stammheim, Staden, Reichelsheim, Nieder-Florstadt, Ober-Florstadt, Bönstadt, Assenheim. gellsich⸗ al, Obige Bekanntmachung wollen Sie in Ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß bringen. Friedberg den 14. November 1893. Dr. Braden. ollen aniel enlahel 1 1 1 Deutsches Reich. Darmstadt. Der Prinzregent von Bayern wird am 21. d. Mts. zum Besuch am Großh. Hof hier eintreffen. 5 — 14. Nov. Prinz und Prinzessin Hein⸗ rich von Preußen sind heute von Darmstadt nach Kiel zurückgereist. f a — Graf Hartenau ist neuerlich an Blind⸗ darmentzündung schwer erkrankt. Bekanntlich hatte er sich ein gleiches Leiden vor Jahren durch Verschlucken eines Kirschkerns zugezogen. Diesmal dehnt sich die Entzündung auf das Zacheis in Altenstadt zum Gerichtsvollzieher in Fried⸗ berg, der Gerichtsvollzieher-Aspirant Kayser in Mainz zum Gerichtsvollzieher in Altenstadt ernannt, dem Guts⸗ besitzer Dettweiler zu Laubenheim die Goldene Verdienst⸗ medaille für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Land⸗ wirthschaft, dem Gymnasiallehrer(or. Drescher zu Mainz, dem Realgymnasiallehrer Weihrauch zu Mainz, dem Gymnasiallehrer Ur. Nover zu Worms, dem Gymnasial⸗ lehrer br. Weckerling zu Worms, dem Realgymasial⸗ lehrer Wagner zu Darmstadt, dem Realgymnastallehrer Dr. Hangen zu Darmstadt, dem Realgymnasiallehrer Dr. Körner zu Mainz, dem Gymnasiallehrer Ur. Munier zu Mainz, dem Gymnasiallehrer br. Kieffer zu Bens⸗ heim, dem Gymnasiallehrer Dr. Haeling zu Bensheim, dem Realgymnasiallehrer Maul zu Offenbach, dem Gym⸗ zu Darmstadt, dem Gymnasiallehrer Kölsch zu Büdingen, dem Gymnasiallehrer Sommer zu Bensheim, dem Gymnasiallehrer Dr. Forbach zu Darmstadt, dem Real⸗ gymnasiallehrer Dr. Schädel zu Mainz, dem Gymnasial- lehrer Ur. Nehmeyer zu Darmstadt, dem Lehrer an dem Schullehrerseminar br. Heid zu Friedberg, dem Lehrer an dem Schullehrerseminar Flegler zu Bensheim und dem Lehrer an der höheren Mädchenschule Weckerling zu Offenbach der Charakter als Professor verliehen. Berlin, 16. Nov. Der Reichstag wurde heute durch den Kaiser eröffnet. Die Thron— rede dankt für die patriotische Bereitwilligkeit bei der Mitwirkung der Fortbildung für die Heereseinrichtungen und die mannichfachen Be— len.. 7 2 nasiallehrer Trümpert zu Darmstadt, dem Realgymnasial⸗ 17 2 25 5 5 midt,% Bauchfell aus. 0. 5. Neal 905 lebrer weise der Sympathie, deren sich der Kaiser in ver⸗ 1 0 fle 75 5 5 8„lehrer Dreher zu Offenbach, dem Realgymnasiallehrer 2 5 2 5 cott 1 WM e Darmstadt. Dem Polizeidiener n 1 5 Dr. Schäfer zu Mainz, dem Gymnasiallehrer Ur. Stau- schiedenen Theilen des Reiches erfreute. Diese 70 0 8 renzei Für lang⸗ Dr. Sch zu 3, der minafstalleh Yr. 5 5 2 5 Pfef burg a. d. O. wurde das allg. Ehrenzeichen Für lange zu Worms, dem Gymn ehrer Dr. Goldmann bürgten dafür, mit welcher Genugthuung die Na— 15 5 1 jährige treue Dienste“ verliehen, der Gerichtsvollzieher dinger zu Worms, dem Gymnasiallehrer Goldmann 9 U 9 gth 9 —— * 1 N 0 n tion es empfinde, daß die Heeresorganisation, in welcher die Gewähr für den Schutz des Vater⸗ landes und die Erhaltung des Friedens beruht, gesichert sei. Die vornehmste Aufgabe des Reichstags sei nunmehr, für die Beschaffung der durch die Erhöhung der Friedenspräsenz⸗ stärke erforderlichen Deckungsmittel zu sorgen. Die bisherigen Erfahrungen bezüglich der finanziellen Verhältnisse zwischen dem Reiche und den Einzelstaaten bewiesen, daß ohne Schädigung des Reiches und der Einzelstaaten eine Auseinandersetzung zwischen denselben nicht länger aufschiebbar sei. Die Anforderungen des Reiches an die Einzelstaaten sollten in ein festes Verhältniß zu den Ueberweisungen ge— stellt und der den Einzelstaaten gesetzlich fest— gelegte Antheil an den Reichseinnahmen den— selben für einen längeren Zeitraum zugesichert werden. Ein diesbezüglicher Gesetzentwurf, ebenso wie die Gesetzentwürfe betreffend die Besteuerung des Tabaks, des Weins und die Erhebung von Reichsstempelabgaben würden dem Reichstag zugehen. Der Reichshaushalt sei mit äußerster Sparsamkeit aufgestellt. Ferner würden dem Reichstage zur Beschlußfassung zugehen die Handels-Verträge mit Spanien, Rumänien und Serbien. Die Thronrede theilt sodann mit, dem Reichstage würden sofort vor— gelegt Verordnungen, betr. die außerordentliche Erhöhung der Einfuhrzölle gegenüber Rußland. Der Kaiser hofft, daß die schwebenden Ver— handlungen mit Rußland zur Beseitigung dieser Maßnahmen führen würden. Den energischen Bemühungen der Regierungen sei es gelungen, der Verbreitung der Choleraepidemie erfolgreich entgegenzutreten. Die Thronrede kündigt ferner ein Reichsseuchengesetz, sowie die Vorlegung der Beschlüsse der Dresdener Sanitätskonferenz zur Genehmigung des Reichstages an. Mit Rück— sicht auf die großen Aufgaben des Reichstages auf finanziellem und handelspolitischem Gebiet sei der Kreis der Vorlagen im übrigen thunlichst beschränkt worden. In dem Verhältniß zum Auslande sei eine Aenderung nicht eingetreten. „Bei der Fortdauer der engen Freundschaft mit den zur Verfolung gemeinsamer friedlicher Zwecke uns verbündeten Reichen stehen wir zu allen Mächten in guten, freundlichen Bezieh— ungen. Ich gebe mich daher der Zuversicht hin, daß mit Gottes Hilfe die Segnungen des Friedens auch fernerhin erhalten bleiben.“ — 15. November. Die Ausschüsse des Bundesraths beriethen heute unter dem Vorsitz des Schatzsekretärs Posadowski die Tabaksteuer. Der Gesetzentwurf über die Finanzreform ist einstimmig, die grundlegenden Bestimmungen des Tabaksteuergesetzes beinahe einstimmig an— genommen worden. — 16. Nov. Der dem Reichstag heute zu— gegangene Reichshaushaltsetat stellt die Ge— sammtausgaben auf 1,305,632,229 Mk. fest. Davon sind 1,082,884,683 Mark fortdauernde, 83,925,726 M. einmalige Ausgaben des Ordi— nariums und 138,821,820 M. einmalige Aus— gaben des Extraordinariums. Die Gesammt— einnahmen betragen 1, 305,632,229 M. Dresden, 15. Nov. Die Prinzessin von Flandern ist am Typhus erkrankt. Die Leib— ärzte des Königs, Fiedler und Jacoby, be— handeln die Prinzessin. München, 15. Nobbr. Heute fand die Vermählung der Prinzessin Auguste von Bayern und des Erzherzogs Joseph August statt. Der Minister v. Crailsheim nahm unter kurzer An— sprache im Thronsaale die Civiltrauung vor. Hierauf erfolgte die kirchliche Trauung durch den Erzbischof Thoma in der Allerheiligenhof kirche. Nach beendigter Feier fand eine Gratu— lations-Cour statt, später Familienfrühstück im Palais des Prinzen Leopold. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Budapest. Der Finanz-Minister stellte den Redaktionen ein Memorandum zu über die Steuerreform, das die Grundlage der Berathungen einer Enquete werden soll. Das Memorandum schlägt die Einführung einer progressiven Einkommensteuer vor, bei Einkommen unter tausend Gulden 5 Prozent und bei elftausend Gulden auf 15 Prozent steigend. Das Bestreben, die ärmeren Klassen zu entlasten, ist durchwegs erkennbar. Belgien. Brüssel. Die„Etoile belge“ veröffentlicht Meldungen vom Congo, wonach der belgische Hauptmann Ponthier nach der Einnahme Kirundus die Verfolgung der Feinde weiter fortsetzte, sie vollständig vernichtete und den Anführer Said, den Mörder Emin Paschas, gefangen nahm; Said wurde zum Tode ver— urtheilt und erschossen. Frankreich. Paris, 15. Novbr. Eine Depesche der„Ag. Havas“ aus Kotonu be— stätigt, daß Behanzin dem General Dodds 400 Gewehre und 4 Kanonen auslieferte. Seine Unterwerfung soll bevorstehen. — 15. Nov. Der Zustand Georgewitsch's hat sich verschlimmert. Der Kranke ist schwach und kann keinerlei Nahrung zu sich nehmen. Professor Labbe stellte eine Blutergießung in das Brustfell fest und erklärte den Zustand für schwer, jedoch nicht hoffnungslos. Das Attentat erscheint als ein anarchistisches Verbrechen. Marseille, 16. Nov. Um Mitternacht ist hier im Gouverneurs-Gebäude eine Dynamit— Explosion erfolgt, die jedoch nur materiellen Schaden anrichtete, obwohl ein Soldat in dem betreffenden Zimmer schlief. Spanien. Barcelona, 13. Novbr. Die Polizei verhaftete den vermuthlichen Attentäter vom Theatro Liceo. Er heißt Navara und hat sofort nach dem Attentat das Theater schleu— nigst verlassen. Gleichzeitig wurden 3 andere der That verdächtige Anarchisten festgenommen. — 16. Nov. Die Verhaftung des Sozia— listenführers Fontanals, der in den Anarchisten— prozeß verwickelt sein soll, erregt die Arbeiter— kreise. Die in Catalonien mächtigste Arbeiter— Vereinigung, deren Leiter Fontanals ist, protestirt gegen dessen Verhaftung und leugnet das Ein— verständniß mit den Anarchisten. Italien. Monza, 15. Nov. Kalnocky, der mit Minister Brin und Nigra um 5 Uhr hier ein— getroffen ist, wurde am Bahnhofe von den General-Adjutanten Ponzio und Vaglia em— pfangen. Er fuhr mit den genannten Würden— trägern in Hofequipagen zur königlichen Villa, woselbst er bald darauf vom König empfangen wurde. Die Audienz dauerte eine Stunde, so— dann wurde Kalnocky der Königin vorgestellt. Abends fand ein Essen statt, dem außer Kalnocky auch Brin, Nigra, sowie der Civil- und Mili— tärhofstaat beiwohnten. Kalnocky und die Minister reisen morgen früh ab. Egypten. Kairo. Am 10. Nov. griffen 300 Derwische unter Osman Azrak die arabischen Vorposten unter Saleh Bey bei dem Murat— brunnen an. Nach 24stündigem erbitterten Kampfe wurden die Derwische geschlagen und zogen sich unter Verlust von 29 Todten auf Abuhammed zurück. Asien. Kabul. Die Verhandlungen zwischen dem Emir von Afganistan und dem englischen Nach der heutigen Truppenschau erklärte der Emir, alle Grenz- und anderen Schwierigkeiten mit der indischen Regierung seien geregelt und die freundschaftlichen Beziehungen zu England wiederhergestellt. Aus Stadt und Land. e. Friedberg. Wie vor einiger Zeit durch einen Aufruf an die hiesige Einwohnerschaft bekannt gegeben wurde, besteht die Absicht, hier in Friedberg den tapferen Kriegern des Feldzugs 1870 71 als Zeichen der Dank— barkeit ein Denkmal zu errichten, welches gleichzeitig dem Angedenken unseres unvergeßlichen Großherzogs Ludwig IV., als Führer der hessischen Division in diesem Kriege, geweiht werden soll. Dasselbe soll zugleich ein Schmuck und eine Zierde der Stadt bilden. Vertrauend darauf, daß die ganze hiesige Bürgerschaft der Errich tung eines solchen ehrenden Erinner fast in keiner Stadt und in keinem Dorfe des deutschen Reiches fehlt, wohlwollende Unterstützung nicht versagt, soll in den nächsten Tagen durch in Umlauf kommende Listen Allen Gelegenheit gegeben werden, durch Zeich— nung von Beiträgen dieses patriotische Werk zu fördern. igszeichens, das betr. die polizeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnungen und Schlafstellen, ist der Artikel 1ů am 1. Oktober in Kraft getreten. Hierin wird den Gesundheitsbeamten des Staates, den Ortspolizeibehörden, sowie deren Be⸗ auftragten die Befugniß eingeräumt, die zum Vermiethen bestimmten Wohnungen und Schlafstellen, sowie die Schlafräume, welche von Arbeitgebern ihren Arbeitern zugewiesen werden, einer Untersuchung in der Richtung zu unterwerfen, ob aus deren Benützung Nachtheile für die Gesundheit oder Sittlichkeit nicht zu besorgen sind. Bei der hohen Bedeutung für den hiesigen Platz sieht man dieser Untersuchung mit Spannung entgegen. Die weiteren Bestimmungen des Gesetzes treten mit dem 1. April 1894 in Wirksamkeit. 2 Friedberg. Die Luther-Feier am Abend des 10. November verlief dem Programme gemäß in schöner erhebender Weise. Nach einem Chorgesang der Semi⸗ naristen„Der Herr ist mein Hirte“ und dem gemeinsamen Gesang von„Eine feste Burg“, V. 1—2, sowie nach einleitender Begrüßungs-Ansprache des Vorsitzenden, Luther's Schrift„Von Freiheit eines Christenmenschen?“ Redner reproducirte den Gedankeninhalt und Gang dieser wunderbaren Schrift in meisterhafter Weise und stellte ihre Bedeutung für die kirchliche Gegenwart in ein helles Licht. Seine Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen. Nach weiterem Chor- und Gemeinde⸗ Gesang und Dankesworten des Vorsitzenden Ur. Weiffen⸗ bach, schloß sich ein mit reichlichen Gesängen durch⸗ flochtener geselliger Theil an, in dessen Verlauf u. a. Professor Dr. Weiffenbach einen freudig aufgenommenen Toast anf Kaiser und Großherzog ausbrachte, während Dr. Dieckmann, später freundlich erwiederte, Dankesworte an den Vortragenden richtete. Langen, 15. Nov. Die höhere Bürgerschule dahier wurde geschlossen, weil die Diphtheritis unter den Schülern stark aufgetreten ist. Offenbach, 16. Nov. Gestern Nachmittag stürzte an einem Neubau, während die Arbeiter in einer vor dem Neubau aufgestellten Bretterhütte Mittag machten, der zur Aufnahme des Firmenschilds bestimmte, mit Steinplatten vermauerte Gesimsaufsatz des Daches ein. Das herabfallende Mauerwerk schlug auf das Baugerüst auf und einer der schweren Steine, von diesem abgleitend, in die Bretterhütte. Einer der darin befindlichen Ar— beiter Namens Bischof von Klein-Krotzenburg wurde sofort getödtet und ein zweiter Uhrig von Lützel-Wiebels— bach schwer verletzt. Allerlei. Bochum, 15. Nov. Eine Riesenerbschaft hat der Fabrikarbeiter Pahr, beschäftigt auf dem„Bochumer Verein“ hierselbst, gemacht. Vor mehreren Jahren wanderte ein naher Verwandter desselben aus seiner Heimath, einem hessischen Dorfe, nach Amerika aus. Kürzlich ist dieser Verwandte unter Hinterlassung eines großen Vermögens unverheirathet gestorben und hat obengenannten Pahr zum alleinigen Erben eingesetzt. Durch Vermittelung des„Bochuner Vereins“ sind die nöthigen Formalitäten ꝛc. erledigt worden, und sind dem mit Glücksgütern so plötzlich reich gesegneten Fabrik— arbeiter bereits vorgestern seitens der hiesigen Reichs- bank 40,000 Dollars ausgezahlt worden. Das in Amerika befindliche Grundvermögen des Erblassers repräsentiert den Werth von fünf Million Dollar. Der Erbe ist Wittwer, ca. 35 Jahre alt, mit vier Kindern. Trotzdem derselbe am Samstag die große Summe aus— gezahlt bekommen hatte, erschien er heute wie gewöhnlich an seiner Arbeitsstätte in der Fabrik. Magdeburg, 12. Nov. Ein bereits 36 Jahre im Dienste stehender Postschaffner hat vorgestern auf der Fahrt von Leipzig nach hier 4 Geldbriefe mit dem Gesammtbetrage von 9000 M. entwendet. Der Dieb— stahl wurde entdeckt und der Postschaffner sofort verhaftet. Berlin, 16. Nov. In vergangener Nacht wurde der 46jährige Maschinenputzer Jäckel in der Memeler— straße mit zerschmettertem Nasenbein todt aufgefunden. Es wird Todtschlag vermuthet. Berlin. Der Reichsanzeiger veröffentlicht einen Erlaß des Eisenbahnministers an sämmtliche Eisenbahn⸗ direktionen, worin er diesen zur Pflicht macht, dafür zu sorgen, daß bei Absperrung der Perrons mit der er⸗ forderlichen Rücksicht gegen das Publikum vorgegangen und untersucht werde, wie weit Mängel hervorgetreten und Beschwerden gerechtfertigt sind. Hamburg, 15. Nov. Die Cholerabaracke des Seemanns-Krankenhauses, woselbst bisher verdächtige Zugereiste behufs Beobachtung internirt gehalten wurden, ist heute amtlich geschlossen worden, weil sämmtliche Inter⸗ nirte entlassen sind. Schneidemühl, 14. Nov. Magistrat und Stadt⸗ verordnete beschlossen, wenn die Arbeiten Beyers bis Samstag erfolglos seien, das Projekt des Oberbauraths Freund ausführen zu lassen, wonach der Brunnen mit Sand und Erde ausgefüllt, darauf eine Lage Faschinen und Sandsäcke geschichtet und auf das gesammte Brunnen⸗ terrain eine kegelförmige Sandaufschüttung gehäuft wird, deren Gewicht den Wasserdruck aufheben soll. Budapest, 15. Nov. Leo Seßler, einer der be⸗ gabtesten Bildhauer Ungarns, Schöpfer des Monumental⸗ brunnens auf dem hiesigen Calvinplatz und der zwölf Apostel in der hauptstaädtischen Basilika, ist in seiner Wohnung in Neupest verhungert aufgefunden worden. Seßler war durch Krankheit und Noth menschenscheu geworden. Belgrad. Der berüchtigte Räuber Pupitsch ent⸗ ». Friedberg. Von dem Gesetz vom 1. Juli 1893, hielt Consistorialrath Ur. Ehler's seinen Vortrag über 8. 60 Aorramts Gott an ununt ach gut, ö pan und „ altbark Stets Allein . Lager Das von gergeschäft satherigen I ene Vertre mere wird en auch bil Fabrik- un. inen werden Auf Weih 5 aschen⸗Uhr s zu sehr 0 inte se e 1 Stu and Be nume 1 1 8 en e 90 0 U ü T fta ier Kinder wohlhabender Eltern aus Grabovatz Katholische hpitsch wurde für vogelfrei erklärt. Briefkasten. heil. Communion ausge 10 Uhr: Hochamt mit Pr 2 Uhr: Christenlehre und Kk. in Bad⸗ Nauheim. Fruchtpreise auf Martini en Weizen 14.50—15.—, Korn 13.50, Gerste 15.—, das Mirotschgebirge und fordert hohes Lösegeld. Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr Beicht; um 3/7 Uhr wird die Gemeinde. theilt. edigt. 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Sonntag nach Trinitatis.[Die ärztliche Praxis hat erwiesen, daß der mäßige Frie berger AN uit den Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. a e 305 Men 9 1 50 5 dieser 8 Erkal⸗ Mittwoch den 22. November. 8 5 5 tungen dem Menschen förderlich ist, ebenso wie auch üs de Amitta e en e 1 bereits seit Jahren Cognac blutarmen Kranken, vor⸗ 0 195 schöner N. oe 5 5. zugsweise in Verbindung mit Eidottern und mit Milch, 4 L 1 0 0 St 105 er Se 5 Gottesdienst in der Burgkirchee. als Stärkungsmittel verordnet wird.„ U. d. g 20 meinsanen I mittags 91 2 Uhr: Herr Pfarrer Or. Flöring. Da durch die hohen Einfuhrzölle der ächte französische Samstag den 18. Nov. Abends 3/7 Uhr: Stft.-Fest ö 15 10 Abends 5½ Uhr: Herr Missionar Thumm. Cognac nur zu sehr teuren Preisen erhältlich ist, nehmen mit Br.-M. denn 55 ö 1. eee ri 0 e 8 6 i 6 enmenschen! 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