9 Lum und Be ewoh. Fr. Ste lie. f wal n Vorzüglh, Wi ung: fich, lle eth!“ fun ö Donnerstag den 5. Oktober. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch 6 und Freitag Abend ausgegeben. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Imoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Veleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus- wärtigen Einsendern(soweit Letzere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. —————— Amtlicher Theil. 1 Bekanntmachung. In der Zeit vom 16. bis 30. Oktober d. J. können von den auf Grund der Bekanntmachung vom 24. Juni d. J.(Regierungs— datt Nr. 21) neu emittirten Großherzoglich Hessischen 3½ prozentigen Obligationen, soweit solche zur Deckung der Kosten der nach an Gesetzen vom 14. Juli 1884 und 9. September 1885 erbauten Nebenbahnen bestimmt sind, Stücke von 5000, 2000, 1000, 500 und 90 Mark zum Paricours, so lange der Vorath reicht, von Großherzoglicher Hauptstaatskasse bezogen werden. Die bei dieser Stelle schriftlich einzureichenden Anmeldungen werden nach der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt. Der Käufer hit die Stückzinsen vom 1. Oktober d. J. an bis zum 3. Tage nach dem Eingang der Anmeldung bei der Großherzoglichen Hauptstaatskasse, N mie auch 1 f Im sert. lm Jer. f hirme 14 igen Preisen Schlom eine 35 und 100 „ Kümmic. mpel jeschäfte, Uu antie⸗Qus t 1, Usagass. stsveründas son erhalt gaben 0 bt, be —— Wtreffend: Die Feldbereinigung in der Gemarkung Rödgen, hier die Hälfte des etwa nöthigen Schlußnotenstempels zu entrichten. Die Berechnung wird von der genannten Kasse aufgestellt und dem Käufer zugesendet werden, worauf die Obligationen alsbald gegen Gitrichtung des Betrags der Rechnung daselbst in Empfang genommen werden können. Darmstadt den 29. September 1893. Großherzogliche Staats-Schulden-Commisson. Lindeck. J. Moellinger. Bekanntmachung. f Das zum Walzen der Straße der Station Groß-Karben bis zur Niddabrücke nöthige Deckmaterial, nebst Aufsetzen und Zerschlagen dir Steine, sowie Messen des Sandes soll Samstag den 14. Oktober d. Is., Morgens 10 Uhr, auf dem Gemeindehause zu Groß-Karben, fter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, durch Bezirksbauaufseher Jungmann öffentlich vergeben werden. Friedberg den 30. September 1893. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Erdarbeiten. die Ausführung der Meliorationsarbeiten. Die im II. Bereinigungsbezirk vorkommenden Meliorationsarbeiten, bestehend in Aufrajolen alter, und Planirung neuer Gewannwege, Hohlwegverschleifungen ꝛc., sollen Montag den 9. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Pläne, Voranschlag und Bedingungen können auf dem Büreau des Unterzeichneten eingesehen werden. Friedberg den 3. October 1893. 4 4006 Areffend⸗ Die Formularien für Zwangsvollstreckungen in Immobilien. Das Großherzogliche Amtsgericht Friedberg an sämmtliche Ortsgerichtsbezirke des Amtsgerichtsbezirks Friedberg. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat durch Verfügung vom 12. Septbr. l. J. bestimmt, daß für Zwangs⸗ ziullstreckungen über Immobilien vom 1. Januar 1894 an nur noch die hierzu neu aufgestellten Formularien, welche von der Gerichtsschreiberei In Auftrag des Vollzugs-Commissärs: Bauer, Kulturtechniker. Friedberg am 2. Oktober 1893. dohier zu beziehen sind, verwendet werden sollen. Sie wollen sich hiernach bemessen. Sellheim. Feick. 7 Deutsches Reich. Darmstadt, 3. Oktbr. Die Prinzessin Aise von Großbritannien ist von Homburg kummend, zu mehrtägigem Besuch gestern hier eker. Die Prinzessin Victoria von attenberg ist mit den Prinzessinnen Alice und Lise, sowie dem Prinzen Georg heute nach Eigland abgereist. — Der Landwirthschaftslehrer Dern zu Worms mürde auf Nachsuchen entlassen, der Notar br. Schmitt h Wallertheim zum Notar in Gau-Algesheim ernannt, in Regierungsrath br. Zeller in Darmstadt wurde zm Mitglied und Rath bei der Oberrechnungskammer, A Regierungsrath Nover zum Mitglied des Großh. Rewaltungsgerichtshofs ernannt, der Oberamtsrichter niger in Langen, auf Nachsuchen, unter Anerkennung sher Dienste, in den Ruhestand versetzt. Hamburg. Die„Hamb. Nach.“ schreiben „Unsere neuliche Mittheilung über die bevor— sthende Rückkehr des Fürsten Bismarck haben ne heute dahin zu ergänzen, daß der Fürst uch seiner Erkrankung noch immer nicht die kürperkräfte wieder gewonnen hat, die zu einer langen Reise wie von Kissingen nach Fried— ihsruh nothwendig sind. Sobald die Reise itendwie thunlich ist, wird sie erfolgen. Der Krst dürfte voraussichtlich denselben Weg mhmen, wie auf der Hinreise. Es wird aus tstlichen Gründen dringend gebeten, von Ova⸗ tionen und privaten Begrüßungen auf den Eiationen sowie am Ankunftsorte abzusehen.“ Trakehnen, 1. Oktbr. Der Kaiser ist bunte hier eingetroffen. Zum Empfange hatten „ de der Landstallmeister von Frankenberg und der Graf zu Dohna eingefunden. 5 Königsberg, 2. Okt. Die Kaiserin traf 0 — 3. Oktbr. Die Staatsanwaltschaft hat heute das jungezechische Manifest mit Beschlag um 8 Uhr 45 von Trakehnen hier ein und fuhr um 8.50 nach Berlin zurück. Kissingen. Der„Allg. Ztg.“ wird ge- belegt, so daß dessen Versendung unter Couvert meldet: Gegenüber den tendenziösen Entstel- ebenfalls verboten erscheint. Die Konfiskation lungen in den Berichten der„N. Fr. Presse“ über das Befinden des Fürsten Bismarck kann mit absoluter Zuverlässigkeit berichtet werden, daß die Genesung des Fürsten in der erfreu— Budapest, 2. Oktbr. Dem„Neuen Pester lichsten Weise fortschreitet. Die Affektion am Journal“ wird aus Wien telegraphirt, daß rechten Arm, welche die Beweglichkeit desselben die Situation des Kabinets sich zur kritischen hinderte, war ausschließlich die Folge eines Lage zuspitze, da der König noch immer den Insektenstiches am Hals, der, so bedrohlich er Entwurf des Civilehegesetzes nicht unterzeichnet auch in der ersten Zeit erschien, dennoch im habe und das Kabinet die Einbringung der weiteren Verlaufe ohne Gefahr, wenn auch Vorlage in allernächster Zeit als dringendes von erheblichen Schmerzen und Funktionsstö- Gebot der allgemeinen Lage bezeichnet habe. erfolgte wegen Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung durch Herabwürdigung von Verfügungen der Behörden. rungen begleitet, verlief. Ohne diesen Zwischen“— 3. Okt. Vertreter sämmtlicher Bürger⸗ fall wäre der Fürst längst zur Abreise befähigt Klubs traten gestern Abend unter dem Vorsitz gewesen. des Ministerialraths Fabinyi zusammen, um eine Bewegung zur Abschaffung des Duells Ausland. zu inszeniren. Einstimmig wurde beschlossen, Oesterreich-Ungarn. Wien. Es ver⸗ der Legislative eine schärfere Bestrafung des lautet, die Novelle betr. die Landwehr, die dem Duells zu empfehlen. Reichsrath vorgelegt wird, setze den Präsenz⸗ Belgien. Charleroi, 2. Okt. Die Zahl dienst für die Landwehr auf zwei Jahre fest. der Ausständischen im Bassin von. Charleroi Prag, 2. Okt. Das jungcezechische Manifest ist auf 16,000 gestiegen. In Marchienne, ist heute erschienen und wird an die Partei- Chatelineau, Charleroi und Dampremy ist der mitglieder versendet. Dasselbe ist in Leipzig Strike ein vollständiger, an allen übrigen gedruckt. In demselben wird hervorgehoben, Orten nahm ein Theil der Bergleute die Ar⸗ daß die royalistischen Gefühle des Czechenvolkes beit wieder auf. Die Ruhe wurde nirgends verletzt worden sein, weil der Gebrauch der gestört. f Wappen der Länder der böhmischen Krone und Dänemark. Kopenhagen, 2. die Reskriptfeier untersagt wurden. Die Ab⸗ Reichstag wurde heute eröffnet. geordneten versprechen, mit Ausdauer für die Fra n kreich. Paris. Dem Czaren wird staatsrechtlichen Bestrebungen einzutreten.[der Enthusiasmus der Franzosen etwas zu Okt. Der ———. stürmisch und unbequem. Der russische Bot⸗ schafter Baron Mohrenheim erhielt deshalb die Anweisung, den Festen in Toulon ebenfalls nicht beizuwohnen. Großbritannien. Manchester, 1. Okt. Die Polizei zerstreute eine von der Anarchisten⸗ gruppe Manchesters einberufene Versammlung. Dabei wurde die Polizei angegriffen, einige Polizisten wurden verwundet und 4 Anarchisten verhaftet. Spanien. Madrid, 3. Okt. Mauren griffen gestern Vormittag die Forts bei Melilla an, weil der Bau neuer Forts be— 7 2 S 8 2 5 5 5 5 8 21 gonnen wurde; 8 Soldaten wurden getödtet„Goldener Drache“ in Königswinter ist eingestürzt. 3 Die Verluste der Marok- Personen wurden dabei getödtet und drei verwundet. Spanien wird von Zwei Personen sind noch unter dem Schutt begraben. 2 und 33 verwundet. kaner sind sehr erheblich. Marokko sofortige Genugthuung verlangen. Man glaubt, der Sultan werde eine Armee absenden, um die Kabylen in der Umgebung von Melilla zu züchtigen, welche das spanische Lager trotz des Widerstandes der marokka— nischen Behörden angriffen. Italien. Rom. Die„Agenzia Stefani“ dementirt auf das Entschiedenste die Gerüchte von einer Ministerkrisis. Serbien. Belgrad, 3. Okt. König Alex⸗ ander ist gestern von Abazzia zurückgekehrt und heute zu den serbischen großen Manövern nach Kragujewatz abgereist. Auf seinen persönlichen Wunsch begleitet ihn General Leschjanin, was vielfach bemerkt wird, da derselbe schon längere Zeit pensionirt und hervorragendes Mitglied der liberalen Partei ist. Paschie begibt sich morgen zur Uebernahme seines Postes nach Petersburg. Bulgarien. Sofia. Die Nachrichten über einen angeblichen Zwist zwischen dem Fürsten und Stambulow und das Gerücht von der Demission des letzteren sind absolut unbegrün— det. stand irgend eines Zwiespalts oder einer Mei— nungsdifferenz. Amerika. Buenos-Aires, 2. Okt. Einem Privattelegramm zufolge sind die Bemühungen des diplomatischen Korps in Rio de Janeiro, eine friedliche Lösung herbeizuführen, ohne Er— folg geblieben. Mello ließ gestern während des ganzen Tages die Forts bombardiren. Die Lebensmittelpreise seien so hoch wie bei einer Hungersnoth. In der Stadt herrsche Panik. Rosario hat kapitulirt und die Anführer der Aufständischen sind gefangen. Während die bei Rio de Janeiro statio— nirten fremden Kriegsschiffe kein neues Bom— bardement gestatten, und der aufständischen Flotte angezeigt haben, daß sie die Beschieß— ung mit Gewalt verhindern würden, haben der„Köln. Ztg.“ zufolge der deutsche Vertreter in Rio und der Befehlshaber der deutschen Schiffe Befehl, mit größtem Nachdruck für die Wahrung der deutschen Interessen einzutreten, sich aber aller Schritte zu enthalten, die einem militärischen Eingriff und dadurch der Partei— nahme für die eine oder die andere Seite gleichkommen könnten. Es wird ferner ge— meldet, daß Dr. Alem verhaftet und die Revo— lution hier nahezu unterdrückt sei. Siam. Bangkok, 1. Okt. Zwischen Frank— reich und Siam wurde heute ein endgültiges Abkommen getroffen. Die Unterzeichnung des— selben findet am 3. d. M. statt, an welchem Tage der französische Spezialgesandte de Villers nach Saigun abreisen dürfte. Aus Stadt und Land. pb. Friedberg. Der Oberhessische Obstbauverein erhielt bei der Ausstellung des Deutschen Pomologen- vereins in Breslau den höchsten Staatspreis, die große genten, silberne Staatsmedaille, sowie die goldene Ausstellungs— medaille, ferner ein Diplom für Leistungen auf den ver schiedenen Gebieten des Obstbaues. Die nächste Ver sammlung und Ausstellung des Deutschen Pomologen⸗ vereins findet in 3 Jahren in Kassel statt und ist dem Kasseler und Oberhessischen Obstbauverein die führung derselben übertragen worden. Gießen. Schwurgericht vom 2. von Hopfgarten, wegen Verbrechens im Amte. D le frage nach mildernden Umständen, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gefängnißstrafe von einem Jahre und sechs Monaten nebst Kosten verurtheilte, ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannte. Allerlei. Pforzheim, 3. Oktober. erschlug nach der„Kl. Pr.“ die Ehefrau des Gastwirths Faas ihren eigenen Gatten mittelst eines Beiles. Als Grund werden Familienzwistigkeiten angegeben. Ehe bestand erst seit Mai. 1 1 ö Als der That verdächtig wurde der Ehemann in Haft ö 0 ö ö Stambulow persönlich dementirt den Be- Kreuznach, 29. Sept. Zahlreiche heim wurde gestern Abend der Gastwirth Seibel von erklärte er:„mir fällt halt nix ein.“ einem Gast im Streite durch vier Messerstiche getödtet. Reihe Der Thäter wurde verhaftet. Königswinter, 1. Okt. Ein Theil des Hotels Hannover, 3. Okt. Die Ehefrau des Optikers Pohl verstarb in Folge Vergiftung durch Blausäure. genommen, bei welcher Gelegenheit derselbe versuchte, sich mit einem Revolver zu erschießen, dann aber einen vergeblichen Vergiftungsversuch ebenfalls durch Blau- säure machte. Pohl ist heute, nachdem er so weit wieder hergestellt ist, ins Gefängsniß eingeliefert worden. Brüssel, 2. Okt. ein Brand aus, welcher den größten Theil der Kavallerie⸗ Kaserne, genannt Schülerkaserne, vernichtete. Der Brand entstand während der Aufspeicherung von Stroh und Futter. Die Pferde wurden alle gerettet. Ein Ver⸗ lust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Brüssel. Ueber die Plünderung eines Schlosses wird unter dem 1. d. Mts. gemeldet: Vier vermummte Räuber drangen bei hellem Tage in das einsam gelegene Schloß Thelis la Combe bei Tournai, knebelten die Schloßherrin sowie deren Diener und raubten alles Baargeld, alle Werthpapiere und den Schmuck im Be- trage von 150,000 Fres. Rom, 1. Okt. In Folge starker Regengüsse steigen die Flüsse Arno und Reno. Die Bahnverbindung zwischen Bologna und Florenz ist unterbrochen. Rom. Bedenkliche sittliche Zustände in Italien, namentlich Mittelitalien, verrathen folgende Zahlen aus den jüngsten Publikationen der königl. Generaldirektion für Statistik: Im Jahre 1892 kamen auf je 1000 Ge- burten in der Provinz Rom 237, in der Provinz Ferrara 309, in der Provinz Forli sogar 342 uneheliche. In letzterem Gebiet also je das dritte Kind ein außer- eheliches! Rom, 3. Okt. Wie amtlich festgestellt, starben an Bord des Packetbootes„Carlo“ auf der Hin- und 1 oder Vergehens gegen die Disziplin mit Stuben Rückreise zwischen Genua und Rio de Janeiro 201 Personen an der Cholera. Gegenwärtig befinden sich 19 an Bord Erkrankte im Lazareth zu Asinara. Neapel, 1. Okt. An Bord der Panzerschiffe „Affondatore“ und„Italia“ wurden einige Cholerafälle festgestellt. Die Schiffe sind deshalb nach Asinara zur Quarantäne geschickt worden. Die Entsendung eines Geschwaders nach Tarent unterbleibt. Stubenarrest. Zu den eigenartigsten Strafen gehört der Stubenarrest, der in gewissen Ständen ver⸗ hängt wird und dessen Verbüßung darin be- steht, daß die betreffende Persönlichkeit ihre Wohnung nicht verlassen und keine Besuche empfangen darf. Die Strafe kommt heute merkwürdigerweise nur noch bei Schülern, Offizieren, Beamten, Prinzen und Hofschau— spielern vor, und die Gründe, aus denen sie verhängt wird, sind sehr verschieden. In Internaten werden die Schüler wegen Unfleißes arrest bestraft und dürfen an den Spielen und Erholungsstunden ihrer Mitschüler nicht theil⸗ nehmen. Das Militärstrafgesetzbuch dagegen schreibt als offizielle Strafe den Stubenarrest gegen Offiziere und obere Militärbeamte vor. Dieser Stubenarrest kann die Dauer von vier zehn Tagen erreichen und dadurch verschärft werden, daß er in einem besonderen Offizier arrestzimmer verbüßt werden muß. Eine solche Verschärfung ist indeß nur gegen Rittmeister, Hauptleute und Subalternoffiziere anwendbar. Durch-f meldet, ist auf ericht Oktober. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen C. Hedrich 111. Die Prinzen der regierenden Häuser können vom Familienoberhaupt, dem betreffenden Re- ebenfalls mit Stubenarrest bestraft werden, und häufiger, als man glaubt, wird selbst in Deutschland von diesem Strafmittel Gebrauch gemacht. Gar manche Unpäßlich⸗ [keit eines Prinzen, von der der Hofbericht einen Stubenarrest zurück- zuführen, der vom Regenten verfügt wurde. Besonders streng mit der Verhängung von Stubenarrest war in Preußen Friedrich Wil- Geschworenen bejahten die Schuldfrage, sowie die Neben- helm III., und mehr als einmal bekam der geist⸗ Die 1 Im benachbarten Sobern⸗ In Lüttich brach gestern Abend volle Kronprinz, spätere König Friedrich Wil⸗ helm IV., diese Strafe, weil er seinen Witz nicht zurückhalten konnte. Zwei Vergehen von ihm, die ihm Stubenarrest einbrachten, haben sich als historische Anekdoten erhalten. einer Hoftafel, bei welcher der gutmüthige, aber keineswegs geistvolle Kaiser Franz von Oeste⸗ reich den Vorsitz führte, wurden Räthsel, er⸗ zählt; als aber die Reihe an den Kaiser kam, Als die des Räthselaufgebens an den Kron— prinzen von Preußen kam, stellte er die Frage, wer der größte Baumeister sei, und gab als Lösung:„Kaiser Franz, denn dem fällt nichts ein.“ Die Belohnung für diesen Witz waren drei Tage Stubenarrest, die Friedrich Wil⸗ helm III. sofort über seinen Sohn verhängte. In einem andern Falle gab es sogar acht Tage Stubenarrest, weil der Kronprinz sich eine Verspottung der Paradesoldaten erlaubt hatte. Zu den Paraden, die damals in Berlin Unter den Linden stattfanden, erschienen die Soldaten so steif in Uniform, Gamaschen, Leder— zeug und Gürtel eingezwängt, daß sie sich in der That nicht bücken konnten. Der Kronprinz, der auf der Parade vor Eintreffen des Königs erschienen war, legte ein Goldstück neben den rechten Flügelmann und forderte ihn auf, das— selbe aufzuheben. Der Mann war nicht im Stande, sich in der Paradeadjustirung zu bücken, und der Kronprinz bemerkte sehr sarkastisch:„Das sind preußische Soldaten, und mit denen will man Schlachten schlagen!“ Die Bemerkung wurde dem Könige hinterbracht und kostete die oben erwähnte Strafe. Wenig bekannt ist es, daß alle königliche Beamten, soweit sie bei Hofe beschäftigt sind, ebenso alle Hofschauspieler und Hofopernsänger unter einem besonderen Gericht stehen, welches wegen Nach— lässigkeit im Dienst, wegen Insubordination, Beleidigung von Vorgesetzten, Versäumniß und 9 9 Verspätung ebenfalls Stubenarrest verhängen darf. In jeder Hauptstadt Deutschlands findet man gewöhnlich ein besonderes Arrestlokal, welches für die Verbüßung dieser Art Stuben arrest eingerichtet ist. Handel und Verkehr. Friedberg, 4. Oktober. Buttermarkt. Bu kostete per Pfund M. 1.00— 1.20, Eier 1 Stück 8 Pf, 2 Stück große— Pf. Friedberg, 3. Okt. Fruchtpr. Weizen M. 1500 bis 00.00, Korn M. 14.00—00.00, Gerste M. 15,00 bis 16.00, Hafer M. 16.00— 00.00. Alle Preise ver⸗ stehen sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund. Gießen, 3. Okt. Auf dem heutigen 59 markt kostete: Butter pr. Pf. Mk. 0,95—1,00, per Stück 7 Pf., 2 St.— Pf., Käse pr. St. 5—8 f Tauben pr. Paar Mk. 0,60 0,80, Hühner pr. Stüc Mk. 0,90 1,10, Hahnen pr. Stück Mk. 0,50 0,00, Enten Mk. 1.40 1.60, Ochsenfleisch pr. Pfd. 62—59 Pf., Kuh- und Rindfleisch per Pfund 50 bis 56 Pf., Schweinefleisch pr. Pfund 60— 70 Pf., Zee Pfund 48—52 Pf., Hammelfleisch per Pfund 40 60 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 4,00 6,50 Mark, Weißkraut pr. St. 8—15 Pfg., Zwiebel pr. Etr. M. 7,00 8,00. Grünberg, 30. September. Fruchtpreise. Weizen 15.00 M., Korn 14.50 M., Gerste 13.60 M., Hafer 16.40 M., Erbsen 00.00 M., Linsen 00.00 M., Wicken 00.00 M., Lein 00.00 M., Kartoffeln 0.00 M., Samen 00.00 M. Frankfurt, 3. Okt. Fruchtbericht. Weizen hies. und Wetterauer, alter 15.50 16.00 M., neuer 00.00 bis 00.00 M., kurhessischer, neuer 15.70 bis 15.80 M. norddeutscher 00.00—00.00 M., russischer 17.75—19.00 M., La Plata 16.25—17.00 M., Kansas 16.75—17.50 M., Redwinter 16.75— 17.25 M., Roggen, hiesiger, alter 13.90 14.10 M., neuer 00.00 00.00 M., ee 00.00 00.00 M., russischer—.— M., Gerste, hiesige 16.75—19.00 M., Pfälzer 00.00-00.00 M. fränkische —.— M. Riedgerste 00.00 M. ungarische 18.00—20.00 M., Hafer hies., neuer 16.50 17.50 M., württemberg. 00.00-00.00 M., bayerischer 17.00—19.00 M., ameri⸗ kanischer weißer alter 00.00—00.00 M., amerikanischer mixed 00.00 bis 00.00 M., rumänischer alter 16.75 bis 17.50 M., Mais mixed 11.90—12.10 M., Donaumals 11.75 12.00 M., La Plata—.— M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. Weizenmehl hiesiges Nr. 0 27.00—28.00 M., feinere Marken 29.00 30.00 M. 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Red.: Ce 7 Bin— Druck und Verlag von Carl Bindernagel. iu dauernd dienstzeit e 6 funden ha n 0 ng beru 1 Mllitärpa gusdrückli nicht im! eintreten. Velreffend: 1 vom 30. worden, wollen ze spätesten Betreffend 0 kigenthün sthen, bei Feldbereit 3 Geme der gesetzi 9 605 Großh. O wünigung, Conmisse Ind lu säm lalkel 1. . Okt Wiienhein 5 zu b 12 schätz Von kareffend: 0 Uunsche anmen n erster 0 f Zunesse 4 57 0 Waeffnd: Lallvegt