4 —— Dienstag den 3. Januar.* 1. berhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint ee e ee Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus⸗ wärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Das Milltär⸗Ersatz⸗Geschäft pro 1899. Friedberg den 28. Dezember 1892. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und das Großherzogliche Polizei-Commissariat Wickstadt. Mit Aufstellung der Rekrutirungs-Stammrollen pro 1893 wollen Sie nunmehr alsbald beginnen und dafür besorgt sein, daß dieselben unfehlbar bis zum 15. Februar 1893 dahier eintreffen. Ich empfehle Ihnen dabei die genaueste Beachtung der ergangenen Bestimmungen, namentlich des 8 46 der Wehrordnung vom 22. November 1888, Reg.⸗Blatt Nr. 5 von 1889. 0 Insbesondere wollen Sie für rechtzeitige ortsübliche Bekanntmachung der Aufforderung Sorge tragen, daß in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar nicht allein die Militärpflichtigen des Jahrgangs 1893, sondern auch diejenigen der Jahrgänge 1892 und 1891, sowie über⸗ haupt alle Militärpflichtige, welche eine endgültige Entscheidung über ihre Dienstpflicht durch die Ersatzbehörden noch nicht erhalten haben, sich bei der Bürgermeisterei desjenigen Ortes zur Stammrolle anmelden müssen, an welchem sie ihren dauernden Aufenthalt haben. Auf diese letztere Bestimmung des§ 25, 2 d. W.⸗O., wird um so nachdrücklicher hingewiesen, als in den vorderen Jahren vielfach dagegen insofern gefehlt worden ist, daß Militärpflichtige aus anderen Kreisen des Großherzogthums, obgleich sie im diesseitigen Bezirk ihren dauernden Aufenthalt nicht hatten, nur aus dem Grunde in die Stammrollen des Kreises eingetragen worden waren, weil sie sich hier zu stellen wünschten. Sie wollen daher Anträgen, welche in dieser Beziehung an Sie gestellt werden sollten, unter keiner Bedingung stattgeben, die betreffenden Militärpflichtigen bezw. deren Angehörige vielmehr auf die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen verweisen, sowie darauf aufmerksam machen, daß Leute, welche im diesseitigen Kreise nach den geltenden Bestimmungen nicht gestellungspflichtig sind und sich dennoch hier zur Musterung stellen wollen, zu derselben event. nicht zugelassen werden würden und sich die daraus dann entstehenden Nachtheile selbst zuzuschreiben hätten. Ebenso ist es unter keinen Umständen statthaft, daß umgekehrt Militärpflichtige, welche in Ihren Gemeinden dauernden Aufenthalt haben, die Anmeldung deshalb unterlassen, weil sie sich in ihren resp. Heimathgemeinden melden wollen oder gemeldet haben, um sich demnächst in ihrem Heimathbezirk zur Musterung stellen zu können. In Fällen dieser Art, welche Ihnen bekannt werden, sind die Betreffenden von Ihnen zur Meldung anzuhalten. Außerdem ist eine von solchen Militärpflichtigen späterhin, vor Beginn der Musterung, beabsichtigte Abmeldung nur dann entgegenzunehmen, wenn Sie sich die Ueberzeugung verschafft haben, daß dieselben thatsächlich außer Arbeit getreten sind und den Ort verlassen werden. Ferner wollen Sie bei den Namen derjenigen Militärpflichtigen: a. von welchen sich ein Bruder im aktiven Dienst befindet oder ein solcher gleichfalls bei der Musterung hier oder auswärts zu gestellen hat, einen entsprechenden Vermerk machen. Die Militär⸗ pflichtigen würden daher bei Anmeldung zur Stammrolle in dieser Hinsicht zu befragen sein; b. welche schon gerichtliche Strafen erhalten haben, diese unter Angabe des verurtheilenden Gerichts und Datums des Urtheils ein— tragen, auch angeben, ob die Strafe verbüßt ist; 6. welche ausgewandert sind, genau angeben, ob die Auswanderung mit oder ohne Entlassung und in welchem Jahre erfolgt ist. Schließlich empfehle ich Ihnen noch, bei der von Ihnen zu erlassenden Aufforderung wegen Anmeldung zur Stammrolle zugleich auf die Strafen aufmerksam zu machen, welche nach§ 25, 11 d. W.⸗O. Denjenigen treffen, welcher die vorgeschriebene Meldung zur Stamm⸗ rolle oder zur Berichtigung derselben unterläßt. Ur. Braden Betreffend: Das Militär⸗Ersatz Geschäft pro 1893 Friedberg den 28. Dezember 1892. Der Civil⸗Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und das Großherzogliche Polizei-Commissariat Wickstadt. Unter Bezugnahme auf§ 32 der Wehrordnung bemerke ich Ihnen, daß Gesuche um Zurückstellung Militärpflichtiger genau zu proto— kolliren und die Protokolle mit Beilagen bis längstens zum 15. Februar 1893 anher einzusenden sind. Frühere Reklamationen, welche pro 1893 erneuert werden sollen, wollen Sie durch Bericht einfordern und, wenn keine Verände⸗ rungen in den Verhältnissen eingetreten sind, dies auf Seite 4 des Protokolls bescheinigen, andernfalls die etwaigen wenne genau angeben. 5 Dr. Braden. Friedberg den 30. Dezember 1892. Betreffend: Die Ausführung des Krankenversicherungsgesetzes vom 10. April 1892 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises und die Vorstände der Ortskrankenkassen des Kreises. Nach dem Reichsgesetz vom 14. Dezember 1892, betr. die Einführung des§ 75a des Krankenversicherungsgesetzes(Reichsgesetzblatt Nr. 47) sollen: ö süglieder solcher eingeschriebenen und auf Grund landesrechtlicher Vorschriften errichteten Hülfskassen, welche am 1. Januar 1893 die im§ 754 des Krankenversicherungsgesetzes vorgesehene Bescheinigung noch nicht erhalten, aber bereits vor diesem Tage die hierzu erforderliche Abänderung der Statuten mit dem Autrage auf fernere Zulassung oder Genehmigung bei der zuständigen Stelle eingebracht haben, von der Verpflichtung, der Gemeindekrankenversicherung oder einer nach Maßgabe des Krankenversicherungsgesetzes errichteten Krankenkasse anzugehören, noch bis zum 1. Juli 1893 befreit bleiben, wenn für die Mitglieder dieser Kassen auf Grund des§ 75 des Gesetzes vom 15. Juni 1883 und der am 31. Dezember 1892 geltenden Kassestatuten eine solche Befreiung besteht. Bis zu dem gleichen Zeitpunkte haben die bezeichneten Kassen der Bestimmung des§ 49a des Krankenversicherungsgesetzes nur insoweit zu genügen, als es sich um den Austritt von Kassemitgliedern handelt.“ i a 8 f Sämmtliche freien Hülfskassen, welche innerhalb unseres Kreises bestehen, haben, soweit sie sich nicht aufgelöst haben, bereits vor dem 1. Januar den Antrag auf fernere Zulassung auf Grund der von ihnen abgeänderten Statuten bei uns gestellt, und sind deren Mitglieder daher von der Verpflichtung, der Gemeindekrankenversicherung oder einer Ortskrankenkasse anzugehören, noch bis zum 1. Juli k. J. befreiß Sie wollen sich hiernach bemessen. Dr. Braden. Bekanntmachung. Betreffend: Die Ausführung des Invallditäts⸗ und Altersversicherungsgesetzes. 0 5 5 Mit Wirkung vom 1. Una 1893 hat die Festsetzung der ortsüblichen Tagelöhne gewöhnlicher Tagearbeiter, sowie des durch⸗ schnittlichen Jahresarbeitsverdienstes land- und forstwirthschaftlicher Arbeiter vielfach Aenderungen erfahren(vergl. unsere Bekanntmachungen vom 14. l. Mts und vom heutigen) sodaß auch die Beiträge zur Invaliditäts- und Altersversicherung sich anders als seither berechnen werden. Die Höhe der Beiträge bemißt sich nach§ 22 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889 betr. die Invaliditäts- und Altersversicherung nach der Höhe des Jahresarbeitsverdienstes. Als solcher gilt: 1. Für Mitglieder einer Ortskrankenkasse der 300 fache Betrag des f lohns bezw. wirklichen Arbeitsverdienstes; ür ihre Krankenkassenbeiträge maßgebenden durchschnittlichen Tage⸗ —— 2. für Mitglieder einer Knapp verdienstes derjenigen Klasse von Arbeitern, 2 gewöhnlicher Tagearbeiter des Beschäftigungsorts: 3. für die in der Land⸗ und Forstwirthschaft beschäftigten Personen, sowei waltungsbehörde festzusetzende durchschnittliche a b f des ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher Tagearbeiter des Beschäftigungsorts. Ortskrankenkasse oder Maßgabe der nachstehenden Uebersicht zu entrichten Verwendung finden, selbst wenn der thatsächliche Arbeitsverdienst den betr. Lohn ⸗ üblichen Tagelohns 4. im übrigen der 300fache Betrag Wir machen daher darauf aufmerksam, fü ehören, vom 1. Januar 1893 Beiträge zur Invaliditäts⸗ und Altersversicherung nach f Beitragsmarken einer niederen Lohnklasse dürfen keine Es sind Beitrags-Marken folgender Classen zu verwenden: nd. schaftskasse der 300fache Betrag des von dem Kassenvorstande festzusetzenden durchschnittlichen 2 jedoch nicht weniger als der 300fache Betrag des orts⸗ welcher der Versicherte angehört, Jahresarbeitsverdienst; daß für Versicherte, welche nicht einer 2 N ö e . 2 täglichen Arbeits⸗ it nicht Ziffer 1 Platz greift, der für sie⸗ von der höheren Ver⸗ Knappschaftskasse an⸗ satz nicht erreicht. 5 555 Fü, erwachsene A beiter (über 16 Jabre) In den Gemeinden männlich. weiblich. Cl Betrag.] Cl Betrag. Pf Pf Burg⸗Gräfenrode, Butzbach, Friedberg, Holzhausen, Ilbenstadt, Klein⸗Karben, Nieder⸗ 9 Weisel, Ober⸗Ros bach, Scksta s:: K 8 Ii,„ 3 U 20 11 In allen anderen Gemeinden Friedberg den 23. Dezember 1892. Das Großherzogliche Kreisamt Friedbeig an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in Ihren Gemeinden ortsüblich veröffentlichen. Das Großberzogliche Kreisamt Friedberg an die Vorstände der Ortskrankenkassen und sämmtliche Invaliditäts- und Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einfäbrig-frelw! Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr zu unterziehen, werden 1893 stattfindenden rubr. Prüfung hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. Februar bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Speziellen das Folgende bemerkt: ist bei der unterzeichneten Prüfungs⸗Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum bringung der Gesuche wird im 1. Das Gesuch Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß sein. angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts⸗ zeugniß; b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes, mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. von dem Betreffenden selbst geschrieben Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse 1. Januar Bekanntmachung. auszustellen ist; d. ein Hinsichtlich der An— 6. Ist bereits 1893 eingereicht worden, Die Fähigkeit hierzu 1893 an bemessen. 5. In dem Gesuche ist außerdem fremden Sprachen(von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft i früher ein Gesuch um Zulassung so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbe⸗ scholtenheitszeugniß beizulegen. Ueber die Anforderungen, werden, gibt die Prüfungsordnung 22. November 1888— Regierungsblatt Bezüglich des Prüfungstermins, die Prüfung stattfindet, spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt den 19. Dezember 1892. Großherzogliche Prüfungs⸗Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: r. Zeller. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Dr. Braden. Altersversicherungsstellen. Dr. Braden. ligen Milttärdsenst im Früfjabr 893 ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; e. ˖ welches von der Polizeiobrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde, ein Unbescholtenheits-Zeugniß, selbstgeschriebener Lebenslauf. anzugeben, in welchen zwei sein will. zur Prüfung welche an die zu Prüfenden gestellt (Anlage 2 zur Wehrordnung vom Nr. 5 von 1889) Aufschluß. sowie des Lokals, in welchem erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf Teutsches Reich. Darmstadt. Den bei B Schotts Söhne in Mainz beschäftigten Arbeltern Weiß und Schneider, sowie der Arbeiterin Schwank wurde das Allg. Ehrenzeichen„Fü; Verdienste“ verliehen, dem A. Pfeifer aus Ellenbach das Patent als Geometer 2. Kl für den Ke. Bensbeim er theilt, der auf die(. Lehrerstelle zu Wenings präs. Schul lehrer Peter daselbst bestätigt, der Forstwart Meyer zu Feldkrücken auf Nachsuchen, der Schullehrer Volk zu Bönstadt auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt, der Amts lichter Hechler in Langen zum Amtsrichter in Vilbel, der Amtmann von Hahn zu Friedberg zum Amtmann in Darmstadt und der Regterungs Assesso⸗ Süffert aus Gießen zum Amtmann in Friedberg ernannt Geuorben sind: der Lokomotivführer Merle zu Frank furt a. M.; der Kanzleidtener Winter zu Darmstadt; der Oberst Kerz daselbst; der Hoforganist Glaser daselbst; der Kanzlist Ander daselbst; der wukliche Geheimerath Schletermacher daselbst; der Staatsrath o Biegeleben zu Da mstadt; der Schullebrer Wenzel zu Ober Ingelheim. Berlin. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bespricht die Gründung einer„Nationalpartei“, von der in letzter Zeit die Rede war, wobei sie erklärt, Offiziere, Richter, Zeitungen des In⸗ und Aus⸗ landes, Abgeordnete aller Bundesstaaten, Aerzte, Geistliche und höhere Polizeibeamte als Em— pfänger derselben. Nach der„Nationalztg.“ bezeichnen Regierungskreise das im„Vorwärts“ erschienene Verzeichniß der Welfenfondsquit— tungen als Erfindung und bemerken, Quittungen über Zahlungen aus dem Welfenfonds hätten niemals existirt. Kiel. S. M. Kanonenboot„Wolf“, Kom⸗ mandant Korvetten-Kapitän Hellhof, ist am 28. Dez. in Wuhn angeko umen und beabsichtigt am 4. Januar nach Nanking in See zu gehen. S. M. Kreuzer„Falke“, Kommandant Kor⸗ vetten⸗Kapitän Becker, ist am 28. Dez. von Kotonu nach Kamerun in See gegangen. Saarlouis, 30. Dez. Sämmtliche fis⸗ kalische Gruben des Saarreviers, ausgenommen Grube Kronprinz von der Inspektion U., sind die Gründung verrathe kein Verständniß für heute ausständisch. Die Stimmung ist sehr er— das Werden der Parteien. Eine mechanische regt und es sind bereits Excesse vorgekommen. Gründung an Stelle des organischen Wachsens Die Bergleute sollen vielfach Revolver besitzen. bereite für die Gründer nur Spott. — Dem„Berl. Tagebl.“ wird von maß- finden zwei gebender Seite mitgetheilt, daß bisher keinerlei der Grube Kronprinz neue Beschränkungen der Einwanderung nach Gendarmerie ist aufgeboten worden. Heute Versammlungen der Bergarbeiter in Schwalbach wegen Eintritts in den Streik statt. Der Streik ist den Vereinigten Staaten von Nordamerika in im oberen Saarrevier fast allgemein, im unteren der Form von Gesetzen erlassen wurden. diesbezüglichen Nachrichten seien unrichtig. — Der preußische für die Weltausstellung in Chicago. „— Der„Vorwärts“ veröffentlicht die In— haltsangaben über angeblich hundert Quittungen über 15000 Mann, aus dem Welfenfonds und bezeichnet Minister, Belegschaft. Alle Saarrevier fällt heute die Entscheidung. Etatsentwurf enthält 270000 M. als Forderung des Kultusministers Ein allgemeiner Streik ist sicher. Der Aufruhr⸗ paragraph ist überall angeschlagen. Den Ar⸗ Landrathsamt ließen auf allen Gruben Polizei⸗ verordnungen anschlagen. Auf der Grube Maybach kamen grobe Excesse der Streikenden gegen die Anfahrenden vor. St. Johann, 31. Dez. Heute wurde der ehemalige Bergmann Warken verhaftet und nach Saarbrücken gebracht. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 30. Dez. Im gestrigen Ministerrathe genehmigte der Kaiser Graf Taaffe's jüngste Programm über die Bildung einer Parlamentsmehrheit. Das— selbe sichert den einzelnen Nationen den bis⸗ herigen Besitzstand zu. Belgien. Brüssel. Von unterrichteter Seite wird mitgetheilt, man sehe infolge der französischen Ablehnung des schweizerischen Handelsübereinkommens auch die Ablehnung Frankreichs, mit Belgien in handelspolitische Unterhandlungen einzutreten, voraus. Belgien würde diesfalls, lediglich seinen Interessen machen. — 31. Dez. Die Arbeitslosen in Gent beschlossen, die Manifestationen fortzusetzen. 1300 Arbeitslose wurden von der Gemeinde als Hilfsarbeiter eingestellt. Der Bürgermeister bereitet weitere Arbeiten vor. Schweiz. Bern. Nach der„Voss. Ztg.“ beitswilligen wurde der Schutz der Gendarmen zugesagt. Es streiken bis jetzt 11219 Bergleute. verlautet hier, zu Anfang 1893 solle in der französischen Kammer der Abschluß eines Pro— Die Bewegung wächst.— 31. Dez. Heute streiken visoriums zwischen der Schweiz und Frankreich mehr als die Der Oberpräsident Nasse und das Hälfte der zur nochmaligen Prüfung der Handelsbeziehungen beantragt werden. folgend, von seiner Aktionsfreiheit Gebrauch rung b Komm tel 1115 regeln fähige M wollpi stande aber n lage e 1 Senat Itali. E wahle N Mitth den 2 zu wo seits“ aus d A entsan Tuat franzi Fr Medie wurde Arzte Freun Stadt vergeb⸗ min al Sam anbera A ff versehe 5 Vaters Jeupuiß, stbehörde, chen zwei hiechisch Prüfung ein Unbe⸗ en gestellt nung vom lufschluß. welchem hung; auf willige. 3 n Polizei⸗ er Grube Streikenden wurde der aftet und nterrichteter insolge der weizerishen Ablehnung elspollische 3. Belgian meinde 1 ster 72 srgerme Frankreich. Paris, 30 Dez. Der Ministerrath ist stürmisch verlaufen. Infolge von Differenzen betreffs der Strafverfolgung von weiteren Abgeordneten, sowie über die Maßregeln gegen die Aktion der socialistischen Comités kam es zu einer offenen Spaltung. — Mehrere Morgenblätter wollen wissen, der gegenwärtig in Asien reisende Herzog von Orleans werde über die Ereignisse in Frankreich fortdauernd unterrichtet. Die letzten ihm vom Grafen von Paris zugekommenen Depeschen würden wahrscheinlich seine Rückreise beschleu⸗ nigen. — Die Akten in der Panamaaffaire wurden von der Kommission dem Untersuchungsrichter zurückgestellt. Bourgeois erklärte privatim, sobald die Panamaaffaire beendet sei, werde er seine politische Laufbahn endgiltig verlassen. — Die Regierung beschloß, die energischsten Maßregeln gegen die Agitation der Anarchisten zu ergreifen. Großbritannien. London. Die Regie⸗ rung beschloß die Konstituirung einer königlichen Kommission, bestehend aus Mitgliedern aller Parteien unter dem Vorsitze des Prinzen von Wales, zum Zwecke der Feststellung der Maß⸗ regeln über Altersversorgung der Arbeitsun⸗ fähigen und Greise. Manchester. Infolge Steigerung der Baum⸗ wollpreise wird das Ende des Spinner⸗Aus⸗ standes erwartet. Die Löhne sollen herabgesetzt, aber wieder erhöht werden, sobald die Geschäfts⸗ lage es gestattet. Rumänien. Bukarest, 30. Dez. Der Senat genehmigte das Handelsabkommen mit Italien mit 87 gegen 3 Stimmen. Serbien. Belgrad. Die Abgeordneten— wahlen finden am 25. Februar statt. Rußland. Petersburg. In seinen letzten Mittheilungen erklärte sich Rußland bereit, mit den Aenderungen des Zollsystems bis 1. April zu warten. Deutschland verpflichtete sich, seiner— seits den status quo bis dahin aufrechtzuerhalten. — 31. Dez. Der Großfürst⸗Thronfolger ist aus dem Kankasus nach Gatschina zurückgekehrt. Afrika. Marocco, 31. Dez. Der Sultan entsandte Truppen nach der oberen Sahara und Tuat zur Verhinderung der Ausbreitung des französischen Einflusses. Aus Stadt und Land. Friedberg Am 30 Deu. waren es 25 Jahre, daß Medielnalrath Dr. Lorenz als Keetsserzt hierher versetzt wurde. Aus diesem Anlasse wurden dem vereh ten Manne, Arzte und Künstler die inniasten Glückwünsche seiner Freunde entgegengebracht Möge er noch lange unserer Stadt und unserem Kreise erbalten bleiben. r. Friedberg Mit dem 1 des seliberigen Betriebs Reglements die neue Verkebes Januar ist an Stelle] Mä kte mit 340 Wagen befahren, davon Umtt Hu heladen Ordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in Wirksam keit getreten. Es wird bterbel nochmals darauf auf merksam gemacht, daß von diesem Zeitpunkt ab auch die geuen Frachtbrtefe zur Verwendung kommen. Das Er fordernig der Abstempelung der mebr als 3 Tige gl tigen Nückf ah karten beim Antritt der Rückretse kommt vom 1 Januar im Verkehr mit Preußischen Staats vahnen in We fall Die Gebühr für telegraphische Voraus bestell ung einer Fabrkarte ist von 50 Pf. auf 25 Pf rmäßigk. Ebenfalls sind die Preise für Kinderfahrkarten durchweg nicht mehr auf 5 Pf. aufwärts abzurunden, sodaß z. B. eine Fahrkarte, welche für Erwachsene 50 Pf. kostet, für Kinder nicht mehr wie seither 30 Pf., sondern nur 25 Pf, kosten wird Lich, 3 Dez Der schon im Jahre 1848 nach Amerika ausgewanderte J Reuß von hier hat in diesen Tagen zur Errichtung eines Deykmals für den verstor⸗ benen Großberzog Ludwig IV einen Beitrag von 40 M gesandt. Von dlesem treuen Patrioten kann ferner er wähnt werden, daß er aus Anhänglichkelt on das hlesige Jürstenhaus seiner Niederlassung im Staate Loutsiana den Namen„Hohensolms“ bellegte. Allerlei. Heidelberg. Der Bürgerausschuß genehmigte den Ankauf und die Niederreißung verschiedener das Heidel⸗ berger Schloß umgebender Gebäude behufs Freilegung des Schlosses. Altona, 31 Dez. Neuerdings erkrankten hier vier Personen an der Cholera, von denen drei starben Dublin, 31 Dez. Zwei Pfund Grubenexplostv pulver wurden neben dem Rathhaus gefunden. Die Aufregung ist hier groß Konstantinovel, 31. Dez. Die letzte Tbeilstrecke der Anatolischen Eisenbahn Polathl Angora wurde beute dem Betriebe übergeben, sodaß von Morgen ab die ganze Eisenbahn im Betriebe sein wird. San Franelsco, 30. Dez. Ueberschwemmungen richteten in Sacramento und San Joaquin große Ver wüstungen an. Pretorta, 31. Dez. Morgen findet die Eröffnung der Tüdlinte der Nlederländisch- Südafrikanischen Eisen⸗ babn für Personenverkehr statt, sodaß Pietorta mit der Küste durch eine Eisenb ahn verbunden ist. Handel und Verkehr. Friedberg, 31. Dez. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00— 1.10, Eier 1 St 8-9 Pf. Gießen, 31 Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. M. 1 101.12, Eter 1 St. 7 bis 8 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar N. 0.60 1 00, Hübner per St. M 0.85—1 00. Hahnen per St. M. 1 00 1.30, Enten per St. M. 150— 1.70, Ochsenflessch per fd 6672 Pf, Kuh und Rindfleisch 50 56 Pf., Schweinefleisch 60— 70 Pf., Kalbfleisch 40 bis 50 Pf, Hammelfleisch 40—70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 4,00- 0,00 M., Weißkraut per Stück 5 bts 2 Pfg., Zwiebeln per Centner 8,00 8,50 M., Gänse per Pfd. 5668 Pf. Frankfurt, 30 Dez. Engros⸗Markt. Butter 50 Kto 110 U., Eier das Hundert 5—8 M., Kartoffeln das Malter 4,50 P.., Zwiebeln der Centner 7— 10 M., Maus- kürtoffeln das Pfund 6—8 Pf., Meerrettig das Hundert 154%, franz Kopfsalat 100 Stück 20 M., Salzgurken 100 Stück„20 2% DW. Heu kostete der Cenkner M. 4 5.— 5.50, Stroh der Ctr., Roggenstroh M 2 50 ois 3.00, Wetzenstrob M 2.10, Haferstroh M. 2.00, Wirrstroh W 18 Angefahren waren 38 Wagen. In dem verwichenen Jahre waren die 104 abgehaltenen waren 2108 — 1 9 N— Zur Brausteuer! Zahlen beweisen. Die S'atistik hat sich in unserer Zeit aller Geschäfts⸗ zweige bemächtigt. Auch die Bierbrauerei, von der letzt so vielfach in allen Zeitungen in Zusammenhang mit der neugeplanten Steuer gesplochen wird, bat ihre Stattstik und ist es gewiß interessant einmal einen Blick hinein zu thun, un zu sehen, wieviel Geld eigentlich die Brauer am Bler verdienen. In dem„Jahrbuch der deutschen Aetienbrauereien und Aettenmälzereten“ von Richard Wolf in Freiburg(. B. finden sich unter vielem anderen sehr interessanten Material auch folgende Ziffern: Im Geschaͤftsjahr(das meist von October zu October reicht) 1889 90 verkauften die sechs bestehenden Acttenbterbrauereien des Großherzogthums Hessen zu— sammen 386 228 Hectoliter Bier und hatten davon einen Rinzeutan von 394 940 Mark Das ist ein Verdienst von 1.0 Mark am Heetoltter Bier oder 1,02 Pfg. am Liter. Das ist ja kaum glaublich, daß so wenig am Bier verdtent wird, hört man da Manchen aus rufen, aber das sind Zahlen, deren Wahr; heit bewiesen werden kann. Im Geschäftsjahr 189/91 verkauften die 19 im Großherzoßthum und in der Propinz H ssen⸗Nassau be⸗ findlichen Aetienb aueresen zusammeng nommen 1082 227 Hectoliter Bier und erzielten daraus n n t na wann don 1685 537 Mark. Dies war ein verhärlniß mäßig gzünstiges Jahr und doch betrug hier der Gewinn am Heetoliter Bier nur 155 Mark oder 1,55 Pfg am Liter. Nach Annahme der projectirten Brausteuer würde sich der Gewinn am Heectoliter Bler um etwa 80 Pfg. bis 1 Mark vermindern, soviel beträgt die geplante Steuererhöhung, was dann noch übrig bleibt, ist leicht auszurechnen. Sind die großen Aetienunternebhmungen, die doch billiger produelren können, als die kleineren und mitt— leren, schon in so gedrückter Lage, so sind die kleineren und mittleren Brauereten noch viel übler daran, denn ihnen stehen nicht die finanziellen und technischen Hülfs⸗ mittel in dem Maße zur Verfügung, wie den großen neueren Geschäften. Hunderte von kleineren Brauereien werden dem Unter⸗ gang geweiht sein, wenn die geplante Steuererhöhung eintreten sollte, aber auch Tausende von Handwerkern und Arbeitern, die auf irgend eine Weise fü mdie Brau⸗ industrie beschäftigt sind, werden dadurch entweder ihr Brod verlieren oder doch enorm geschädiat werden 45 Evangel. Arbeiterverein. Dienstag den 3 Jaguar Abends 8 Ube: parkosse. In Amerika verstorbene Hessen und Hessen⸗Nassauer. Jeannette Weber, 54 Jahre alt, Ehefrau von John Weber aus H ssen Darmstadt: in Louisville, Ky Die Ehefrau von Emil Kalkhof, 5 Jahre alt, aus Holzbausen in Kurbessen: in Pittsburgh, Pa . — P zsvatbedarf in Buxkin, Velour, Cheviot Kammgarn cu 140 om breit à M. 1. 75 P. per meter versenden in einzelnen (tern on Jedem enn das Buxken Fabrik Depot Oettinger& Co., Frankfurt a. M. Muster in enchsten Auswahl ber uwilligst franco ins Haus. 4 Bauarbeiten. Die nachstehend verzeichneten, bei Er richtung eines Steinhelms auf dem Adolfs Holz⸗Versteigerung. im Ossenheimer Wäldchen. Dienstag den 10. Januar, Vormittags Transporte frtscher Ich treffe jeden Mittwoch mit einem Schellsische Wohnung. Das von Frau Schmidt bewohnte Logis in der„Win eck“ ist auf 1. April Thurm in der Burg zu Fetedberg vor kommenden Arbeiten, als: Maurerarb it, veranschlagt zu M. 3596 45 912. Zimmerarbeit 50 Schreinerarbelt 5 0 Schlosserarbeit„ 498.40 Glabe, arbeit 55 35.— Weilßbinderarbeit 29.82 * sollen auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und es wird hierzu Ter min auf Samstag den 14. Januar 1893, Vormittags 10 Uhr, anberaumt Angebote sind bis dahin postfrei, ver schlossen und mit der nörbigen Aufschrift versehen bei uns einzureichen. Der Voranschlag, die Pläne und Be— dingungen liezen werktäglich zur Einsicht der Interessenten auf unserem Büreau off en. Friedberg den 30. Dezember 1892. Großh. Kreisbauamt Friedberg. Schneider. nent Lieblich& Tart 5a belebend und erfrischend ist das Riviera⸗ Odeur, von der Riviera Parfümerie, Berlin. Flaschen mit Spratzlo kn unt 1 0 M zu haben in der Hof-Apotheke zum Mohren. 0 Uhr, werden in dem Gräflich Solms Rödelbeim'schen Revier Ossenheim ver steigert: 22 Eichen Stämme von 16-35 em Durch messer und 3—13 m Länge mit 7 ebm Inbalt, 24 Nadel Stämme von 15-31 em Durch messer und 12— 18 m Länge mit 11 ebm Inbalt, 40 em Buchen Scheiter, 307„ Knüpyel, 00 Eichen⸗ 5 36 Buchen⸗Stöcke, 10 Eichen und Nadel⸗Stöcke, 76 Buchen, Eichen u Nadel Ast Reiser, 244 Eichen Retser III. Durchforstung Zusammenkunft am Jagdhans. Wickstadt den 28. Dezember 1892. Der Gräfliche Revierförster 46 Ha bich Bekanntmachung Der Voranschlag der Gem inde Büdes heim für 1893/91 liegt vom 0 Dezember an acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht offen. Büdesheim den 30 Dezember 1892. Großh. Bürgermeisterei Büdesheim. 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Januar, 7., 21., Februar, 7., 21. März, 4., 18. April, 11.. Juli 8., 22. August, 5., 19. September, 10., 24. Oktober, Mai, 7., 21. November, 13% 27 Jüni, 5., 19. Dezember. (Zugleich wird bemerkt, daß auf dem Darmstädter Viehmarktplatz Samstag den 25. März k. J. auf Veranlassung des landwirthschaft⸗ lichen Bezirksvereins ein Faselmarkt abgehalten wird.) Darmstadt den 20 Dezember 1892. Großh. Bürgermeisterei Darmstadt. Moxneweg. Die unter königlich italienischer. Staatscontrolle stehenden Weine der DPeutsch- Italienischen Wein-Import- Gesellschaft“ Daube, Donner, Kinen& Co. Central-Verwaltung: Frankfurt a. M. deren Consum in Deutschland sich schon jetzt auf 4! Millionen Flas ehen beläust, bieten den Consumenten absolute Garantie für Reinheit und Ursprung.. Nachstehende, als vorzüglich anerkannte Tischweine wie: Marea Italia(rot weiss).. 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