9 3 n, 1390. Samstag den 28. Juni. 75. Lberhessischer Anzeiger. 6 Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. noncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ei e g N„ f 95 f., ein Beleg kostet 9 Pf. A auswärtigen Einsendern doweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets— 1 Post 1 25 Ir Voranschläge werden Sie besorgt sein. Friedberg den 27. Juni 1890. Wir benachrichtigen Sie, daß Ihnen die definitiv abge iter Bezugnahme auf die Vorschriften in§ 17 der Voranschlags-Instruktton, it dem Original⸗Exemplar gleichzustellen und das Original alsdann dem Gemeinde-Einnehmer zu übergeben. In 8 4, Zeile 9, und§ 6, Zeile 2, Fad⸗Nauheim ist zu lesen„§ 57 anstatt„§ 6“. Amtlicher Theil. etreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kreises Friedberg für 1890/91. Das Großberzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. schlossenen Voranschläge in den ersten Tagen zugehen werden und empfehlen Ihnen das in Ihrem Besitze befindliche 3. Exemplar des Voranschlags Friedberg den 24. Juni 1890. Für ordnungsmäßige Ausführung Dr. Braden. des in Nr. 74 des Oberhessischen Anzeigers veröffentlichten Ortsbaustatuts für die Stadt 5 Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Ernannt und verpflichtet wurden: Wilhelm Bruder, Heinrich Welter IX, Wilhelm Koppel und Johann Wilhelm Jacobi von Rodheim — 8 Feldgeschworene. n, Aug Steckbrief. Gegen die Sophie Schmidt, geb. am 15. en 1 schuldigung, daß sie, in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorthell zu verschaffen, am 18. April l. IA euschin führen und sofort Nachricht anber gelangen zu lassen. chmidt daselbst dadurch beschädigt habe, daß sie durch Vorspiegelung falscher Thatsachen einen Irrth tethete, sich auch 2 Mark Miethgeld aushändigen ließ und sich sodann unter dem Vorgeben, sie wolle hin in Diensten gestanden, ihren Koffer holen und werde am nächsten Tage in ihren Dienst eingehen, von elt antrat, noch den Miethpfennig zurückerstattete, Haftbefehl erlassen worden. Es wird ersucht, die ꝛc. Schmidt Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Mal 1872 zu Waldfenster, ist von Großherzoglichem Amtsgericht Vilbel unterm 3. Juni 1890, wegen der J. zu Massenheim das Vermögen des Valentin Wilhelm um erregte, indem sie sich zu dem Genannten als Dienstmagd ver⸗ sich bei dem Mühlenbesitzer Draeser zu Stierstadt, bet dem sie bis Massenheim entfernte, jedoch weder den Dienst zur verabredeten zu verhoften, Großherzoglichem Amtsgericht Vilbel vor— aden Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Wilhelm Dietrich von Würzberg im Odenwald, zuletzt Dienstknecht auf Hof Hasselheck, 1 u Christian 3 ntnet aus Reutlingen, zuletzt Dienstknecht in Dorbeim Ausschreiben vom 29. März l. J. gegen Georg Nachtigall von Allertshausen, bringe ich hiermit in Erinnerung. Unerledigte frühere Ausschreiben. Mein Der Steckbrief vom 10. März 1890, fel a Erledigt. 11 Lontad Franz Martin Brod von Vilbel, durch Gendarm Grles in Viibel. gegen Wilhelm Brand von Stadthagen, durch Gendarm Hofmann in Groß Karben; das Ausschreiben gegen Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer. Errbetlat. Friedberg den 25. Juni 1890. r Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des ledigen Jakob Wex don Ober-Mörlen wird gebeten. 77 1 Bad⸗Nauherm den 26. Juni 1890. Der Stellvertreter der Staatsanwaltschaft * Schnittspahn, Forstmeister. en u 1 Deutsches Reich. N. Friedberg, 26. Juni. Se. Kgl. Hoheit mi ber Großherzog nebst den beiden Prinzessinnen, zuitbal 9. He., und Gefolge besuchten heute Vormit⸗ dr. Bee, aag die giesige Taubstummenanstalt. keiten Die Allerhöchsten Herrschaften nebst Vefolge sind heute Mittag 12 Uhr mit Extra⸗ ug nach Romrod abgereist. Da offizieller Ab⸗ 7 seies 5 1 — hied nicht befohlen war, so war nur Kreisrath % n, br. Braden am Bahnhof erschienen, dessen beide Aletin. Töchterchen Blumensträuße überreichten. 1.. Darmstadt, 25. Juni. In der heutigen Sitzung ler zweiten Kammer wird zunächst 1) über den Antrag ESchröder und Genossen, betreffend Uebernahme aller Echulkosten auf den Staat berathen. Der Antrag geht dehin, die Reglerung solle a) Erhebungen wegen dieser Foage anstellen und das Ergebniß mittheilen und, b) Vor⸗ läge in der obigen Richtung machen. Die Erhe: bangen der Regierung liegen nun vor. Der Ausschuß bantragt:„unter Berücksichtigung dieser Mittheilungen zauf dem Wege der Uebernahme der Schullasten der bemeinden auf den Staat, namentlich bezüglich der ämeren Gemeinden, welter voranzugehen.“ Der Aus- souß antrag wird mit allen gegen 7 Stimmen angenommen 2 Abg. Much hat die Errichtung eines Amtsgerichts i Freiensteinau beantragt. Der Ausschuß beantragt Aslehnung des Antrags, jedoch eine Erleichterung der Lartetien in derart, daß dieselben vorher brieflich das Uitbringen der nöthigen Akten zu dem Amtstag in F elensteinau verlangen könnten. Dleser Ausschußantras rd angenommen. 3) Die Regierung fordert 762,000 M. ils Leistung des Staates zu den von Mainz durchge⸗ ührten Ufer: und Strombauten. Dle Vorlage wird nach fürgerer Debatte angenommen.— 26. Junk. Es kommt uc Berathung: 1) Der Antrag Jöckel dabingehend, daß ii Erbnachfolger von Immobilien die Ingrossatton im Mundbuch auf ihren Namen binnen bestimmter Frist bei S rafe zu erwirken haben. Der Ausschuß beantragt statt 7 zesen, daß die Erben in geeigneten Fällen zur Mahnung . go E. Uebergänge im Grundbuch von Amtswegen veranlaßt 5— rden sollen. Der Antrag Jockel wird abgelehnt, der sschußantrag angenommen 2) Der Antrag Osann betr. Erwerbung der hessischen Ludwigsbahn fügt . Sclulas en Gen., 70 Einvernehmen mit Preußen und den gedeihlichen Be⸗ 8 2b ver hessischen Bahnen überhaupt, beantragt der . usschuß wegen des Fortgangs der Verhandlungen mit P ußen und der Erklärung der Reglerung vorerst für dee, erledigt zu erklären. Der Ausschußantrag wird ange nommen. 3)(Ist ohne direktes Interesse für unseren Leserkreis.) 4) Die erste Kammer war dem Beschluß 2. Kammer, daß die Kosten des Kreisveterinärarztes auch dei Privatfaselbesichtigungen in der Körkommission auf den Staat fallen sollten, nicht beigetreten. Es erfolgte Beharren auf dem Beschluß der 2. Kammer. 5)(Ist ohne Interesse für unseren Leserkreis.) 6) Die erste Kammer hat zum Antrag Schröder, betr. Herabsetzung der Stempel auf Immobilien im Allgemeinen den Regierungs⸗ vorschlägen zugestimmt und ist dadurch in Widerspruch zu den Beschlüssen 2. Kammer getreten. Für Veräußer— ungsstempel sollen darnach ¼j% ꝓdes Werthes(Be schluß der 2. Kammer 3,10), für Hypothekenstempel 2/10% (2. Kammer 3 20%ͥ), für Testamente 3 M., 5 M. und 10 M.(2 Kammer 6 M. und 3 M!) festgesetzt werden. Es erfolgt Beitritt zu den Beschlüssen der 1. Kammer, jedoch soll für Hypotheken unter 30,000 M. nur 3⅝0% erhoben werden. 7) Abg. Haas berichtet über den Be⸗ schluß erster Kammer zu den Erhebungen über die Lage der Landwirthschaft, wonach der Beschluß der 2. Kammer abgelehnt wird, daß Parzellen vermessungen vorläufig sistirt werden sollen. Es wird Beharren beschlossen. 10) Die erste Kammer hat das Gesuch wegen Zuschüssen zur deutschkatholischen und israelltischen Religionsgesellschaften abgelehnt. Die 2. Kammer beschließt bei Empfehlung der künftigen Bewilligung zu bleiben. — In den Ruhestand versetzt wurde der Steuerkommissariatsgehilfe Hardt in Lauterbach auf Nachsuchen. Berlin. Gleichzeitig mit den Nachrichten über eine Krisis im Finanzministerium tauchte die Meldung auf, daß auch der Schatzsecretär des Reiches, von Maltzahn, zurückzutreten beab— sichtige Wie jetzt verlautet, ist die Austragung dieser Angelegenheit bis zum Herbst resp. Winter vertagt worden, da es nicht unmöglich ist, daß neue Grundlagen für die Gestaltung des Reichs— schatzamtes gewonnen werden sollen. — Das„Tagebl.“ verzeichnet als Gerücht aus parlamentarischen Kreisen, daß dem Reichs tag noch in dieser Session eine Vorlage im Sinne einer organischen Verbindung zwischen dem Posten des Reichsschatzsecretärs und dem des preußischen Finanzministers gemacht werden solle. — Wie der„Börsenztig.“ von gut unter— richteter Seite mitgetheilt wird, steht es fest, daß das Reichsschatzamt im Spätherbst dieses Jahres in die Hände des Freih. v. Huene übergeht. 426 Die„Schlesische Zeitung“ will aus angeb— lich unanfechtbarer Quelle aus Berlin folgende Mittheilung erhalten haben: Fürst Bismalck soll in einer politischen Angelegenheit bereits um seinen Rath angegangen worden sein. In intimen Kreisen versichert man, daß er dem an ihn heran— getretenen Wunsche in der bereitwilligsten und loyalsten Weise entsprochen habe. — Der Kaiser erhob den Reichskommissär Major Wißmann in den Adelstand. Gutem Vernehmen nach steht fest, daß Major v. Wiß⸗ mann nicht mehr im Dienste der Regierung nach Afrika zurückkehrt. Soeben treffen zuverlässige Nachrichten aus Mpuapua ein, datirt von 15. Mai, welche bestätigen, daß der König Muanga in Uganda mit Hülfe der Waniamwesi wieder zur Herrschaft gelangt ist. Die Waniamwesi bewohnen die südlich um den Victoria Nyanza gelegenen Landschaften Ukina, Ururi, Mutwa, Uduha, Usukuma, Usinja, Uwaija u. a., welche unter dem Gesammtnamen Uniamwesi zusammen— gefaßt werden und sämmtlich in der deutschen Interessenzone gelegen sind. — 25. Juni. Der Reichstag setzte heute die Be⸗ rathung über die Milltärvorlage fort. v. d. Decken (Welfe) ist gegen die Vorlage, weil das Septennat noch laufe, übrigens sei keine Gefahr vorbanden, welche die Vorlage etwa begründen wurde. v. Huene ist für die Vorlage, deren Forderungen durch die Reichseinkünfte gedeckt seien; die zweijährige Dienstzeit set wünschenswerth. Eine rasche Durchführung, wie Abg. Richter sie wolle, sel jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Der Reichs- kanzler erklärte, uber die Projeete der Regierungen könne er sich nicht äußern, so lange dieselben noch nicht abgeschlossen seien; eine vermehrte Entlassung der Dis- positlonsurlauber sei auch für die Zukunft beabsichtigt. Staatssekretär von Maltzahn bittet, finanzielle Erwäg— ungen von der Vorlage fern zu halten, da der Nachweis nicht erbracht sei, daß Deutschland die Finanzlasten nicht tragen koͤnne. Ob und welche neue Steuern in Zukunft nothwendig würden, hänge von dem Mehrbedarf für die Ausgaben für die Alters und Invalidenversicherung ab, — —— —— —— —— —— — worüber dem Reichstag Wittheilungen zugehen würden, sobald die Erwägungen innerhalb der Regierungen statt gefunden hätten. Maltzahn wiederholt, daß eine Re duetton der Kornzölle unmöglich sei. Bebel bezeichnet die Annexion von Elsaß Lothringen als die Ursache zu den gegenwärtigen Rüͤͤstungen. Er polemisirt gegen den Paradedrill, die kostbare Untformirung und andere Armee— einrichtungen, welche die Selbstmorde stelgerten. Der Kriegsminkster weist die Behauptungen Bebel's zurück. Das Aufbauschen einzelner Vorkommnisse sel die Domäne der Soeclalisten. Die Zabl der Selbstmorde in der Armee sei erheblich gesunken. Auch nach der Rückgabe der Reichs lande würde Frankreich seine Armee vermehren, welche uns jetzt um 400,000 Mann überlegen set. Die Vorlage sel lediglich die Folge des französischen Wehrgesetzes und binde Niemanden für etwaige künftige Forderungen Der Wunsch auf Einführung der zweijährigen Dienstzeit set auf Grund von mehr als 200 militärischen Gutachten gegenwärtig nicht erfüllbar, man möge nicht abzutrotzen versuchen, was die Regierungen nicht gewähren könnten. v. Manteuffel ist namens der Conservativen für die Vorlage und gegen alle Abänderungsverträge und Re— solutlonen. Komierowski(Pole) ist für die Vorlage und für die Resolution Windthorst. Hierauf wird die Sitzung vertagt.— 26. Juni. Der Reichstag setzte dle Berathung über die Milttärvorlage fort. Payer(Volks⸗ partei) spricht gegen die Vorlage, für die Resolutfonen. v. Bennigsen kritisirt die Agitation, welche die Frei⸗ sinnigen mit den in der Commission gemachten Andeutungen von den militärischen Zukunftsplänen gemacht hätten. Redner bestreitet die Nothwendigkeit neuer Reichssteuern für die Vorlage; bei der Heeres verwaltung sei die äußerste Sparsamkeit nothwendig, aber auch vorhanden. Die Vorlage sei durch veränderte Rüstungen Rußlands und Frankreichs hervorgerufen. Redner schließt mit einem Appell zu möglichst einstimmiger Annahme der Vorlage. Der Reichstag genehmigte sodann Paragraph! der Militär vorlage, welcher die Friedenspräsenz bis zum 31 Marz 1894 auf 486,983 Mann feststellt unter Ablebnung aller Abänderungsanträge mit 211 gegen 128 Stimmen. Unter den Gegnern befanden sich außer den Freisinnigen, der Volkspartei und den Soclalisten auch 18 Mitglieder des Centrums. — Einem Berliner Blatte zufolge sind Briefe von Dr. Peters, aus Uganda datirt, angekommen, welche bestätigen, daß Dr. Peters mit dem Könige von Uganda Freundschaftsverträge abgeschlossen hat, die allen Nationen das Recht des freien Verkehrs mit Uganda und in diesem Lande sichern. Der Inhalt des Vertrags wurde dem Auswär⸗ tigen Amte bereits vor mehreren Wochen von Sansibar aus telegraphisch mitgetheilt. Es ist auffallend, bemerkt das Blatt hierzu, daß man den ostafrikanischen Vertrag mit England schloß, ohne auf diese Berichte des Dr. Peters Rücksicht zu nehmen. — In den nächsten Tagen findet nach dem Fr J im Reichsversicherungsamte in Berlin eine Zusammenkunft der Landesdirektoren und sonstigen Vorsitzenden der Versicherungsanstalten der Juvaliditäts- und Altersversicherung statt, um eine gemeinsame Besprechung verschiedener für die Organisation und Durchführung der Juvaliditäts- und Altersversicherung wichtiger Fragen herbeizuführen. — 26. Juni. Dem parlamentarischen Abend beim Reichskanzler wohnten Staatssecretär Frhr. v. Marschall, sämmtliche hier anwesende Staats— minister, die Mitglieder des Bundesraths, sowie fast vollzählig die Mitglieder des Reichstags bei. — Wie das Fr. J. aus sicherer Quelle erfährt, hat sich Fürst Bismarck einer ver— trauten Persönlichkeit gegenüber, die ihn darüber interpellirte, ob er das durch die Ernennung Dr. Miquel's zum Finanzminister erledigte Mandat für Kaiserslautern annehmen werde, dahin aus— gesprochen, daß von seiner Seite keine Schwierig— keit einem diesbezüglichen Vorschlage entgegen— gebracht werden würde. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Brünn. Bei den Landtagswahlen in den Landgemeinden behaup— teten die Deutschen von 31 Mandaten 8 inne— gehabte Sitze; die Altezechen gaben von 23 Sitzen 5 an die Jungczechen und die Bauernpartei ab. Schweiz. Bern, 26. Juni. Der Stände⸗ rath genehmigte ebenfalls ohne Discussion den Niederlassungs Vertrag mit Deutschland. Frankreich. Paris, 26. Juni. Drei der verhafteten Nihilisten, Demski, Mendelssohn und Orloff wurden gestern Abend freigelassen. Türkei. Constantinopel. Unter den Ar⸗ meniern in Erzerum ist infolge der Erpressungen wegung im Gange. Der Vali der Stadt leitete eine Durchsuchung sämmtlicher armenischen Wohn⸗ haͤuser und Kirchen ein. Die christlichen Kauf— leute mußten ihre Läden schließen. Bulgarien. Sofia. Prinz Ferdinand von Bulgarien, welcher sich auf einer militärischen Inspectionsreise befindet, dürfte in 6 bis 8 Wochen nach Wien kommen und dann eventuell ein öster⸗ reichisches Bad besuchen. Prinz Ferdinand be⸗ schloß, Panitza zu mehrfährigem Gefängniß zu begnadigen. In Rustschuk wurden angeblich zwei aus Bukarest gekommene russische Spione verhaftet. Rußland. Petersburg. Es soll sich bestätigen, daß im Gatschina-Palast direct unter den vom Zaren bewohnten Gemächern eine Mine entdeckt worden sei. Es heißt, in amllichen Kreisen herrsche ein wahrer Schrecken infolge der Information, daß eine Anzahl Nihilisten, die bislang im Ausland eine Zuflucht gesucht, in der Hauptstadt anwesend sei. Der Vertreter der Londoner Ausgabe des„Newyork Herald“ hatte in Krapolkin's Haus in Barrow on the Hill eine Unterredung mit einem Russen, der sich „Großmeister der Nihilisten in Europa“ nannte. Derselbe sagte, die Insassen des Hauses würden von der Londoner Polizei scharf überwacht. Im Garten des Hauses befände sich ein Laboratorium, wo Bomben fabricirt werden, um dieselben nach Rußland zu senden. Ein Versuch, den Zaren durch mit Blausäute geimpfte Eier zu tödten, mißglückte, weil die Kaiserin das Complott ent— deckte. Seit dieser Zeit esse der Kaiser auch keine Eier mehr. Die Kaiserin überwache per— nirung des Gatschinapalastes sei ebenfalls ent— deckt worden. Die Nihilisten hofften indeß, ihre Mission in London durch die Tödtung des Zaren in wenigen Monaten zu beendigen. Amerika. Newyork, 25. Juni. Depeschen aus Texas melden, in Mexiko sei die Rovolution schon ausgebrochen.— Der Präsident von San Salvador, General Menendez, ist wahrscheinlich vergiftet worden. sönlich den Koch. Die vorgenommene Untermi-⸗ 9 kommenden Sonntag Nachmittag um 3 Uhr im Parke dez Günthersburg beginnt, verspricht einen glänzenden Ver lauf zu nehmen. Eine große Anzahl von Theilnehmern hat sich bereits aus den benachbarten Städten bei dem Fest Ausschuß angemeldet. Von den auswärtigen Rednern, welche willkommenes Erscheinen zusagten, erwähnen wir die folgenden hochangesehenen Namen: Professor Grimm 0 (Wiesbaden), Prof. Dr. Oncken(Gießen), Oberbürger, meister Küchler(Worms), Reichstags Abgeordnete Dr. Osann. Außerdem werden Landtags abgeordaeten v. Hergenhahn, Dr. Fester und Dr. Oswalt aus Frank furt Ansprachen halten. Für die Behaglichkeit der Gästz hat der rührige Fest⸗Ausschuß umfassende Vorberestungen getroffen. Die treffliche Kapelle des Infanterteregimentz Nr. 81 ist gewonnen. s. Höch st a. M. Der 13. Verbandstag mittelhrein⸗ ischer Bildungsvereine wurde am 15. Juni dabier abge halten. Die Verhandlungen, unter Vorsitz des Verbands prästdenten, Dr. Weidenbusch⸗Wiesbaden, waren von 22 Delegirten besucht und lieferten den Beweis von dem regen Streben, das innerhalb des Verbandes herrscht, J und dem gedeihlichen Wachsthum des Verbandes. Von den vom Verbandstage gefaßten Beschlüssen heben w als die wichtigeren folgende hervor: Der Centralausschuß der Gesellschaft soll ersucht werden, sich mit der Frage J zu beschäftigen, wie weit es zweckdienlich seli, daß sich die Volksbildungsvereine, entsprechend den Zeitverhältnsssen, in Vorträgen, Schriften ꝛc. mit den soclalen Aufgaben 4 der Gegenwart beschäftigten. Zur Vertheilung an diz zum Verband gehörigen Vereine soll eine größere Anzahl der neuesten vortrefflichen Schrift F. Kalle's:„Wit nährt man sich gut und billig“ angekauft werden. Der nächste Verbandstag wird in Griesheim bet Darmstahl abgehalten werden. 1 Paris, 25. Juni. Im Hafen von Saint Jean bes Brest brach gestern eine vom Schiffe nach dem Landungs, platze führende Brücke unter dem Gewicht der Reisenden zusammen. Gegen 50 Personen stürzten in's Meer; die Zahl der Verunglückten konnte noch nicht ermittelt wer den. Bis heute Vormittag waren 7 Leichen aufgefunden, Die Taucher setzen ihre Bemühungen fort. Ro m. Die Direktion des Gesundheitsamtes bezeschsel auswärts verbreitete Gerüchte über verdächtige Klan heitsfälle in Neapel, Messina und Venedig als vollständg unbegründet, und fügt hinzu, die Gesundheitsverhältnsst in ganz Italien seien durchaus befriedigend. Handel und Verkehr. 172 Grünberg, 21. Mai. Fruchtpr. Weizen M. 21.30, N Korn M. 19 00, Gerste M. 17.30, Hafer M. 18.10,* Erbsen M. 00.00, Wicken M. 00.00, Lein M. 00.00% Kartoffeln M. 4.50,(Die Preise verstehen sich sämmtlich per 100 Kilo.) 1 Frankfurt, 25 Junl. Wochenmarkt. Erbsen ganzt 0 „ I Vossat Aten Müstatas Mieder lage hier. Aus Stadt und Land. r. Bad Nauheim. ersichtlich findet nächsten Sonntag zum Benefiz der hiesigen Kurkapelle ein von ihr veranstaltetes Concert, unter Mett wirkung des Waldhornquartetts vom Königl. Hoftheater in Hannover, auf der Terrasse des Kurhauses statt. Die Concerte der Kurkapelle erfreuen sich namentlich in neuerer Zeit ungemein reger Bethelligung Seitens des Kurpubli— kums und dürfte jedenfalls für Alle, welche das Benefiz Coneert besuchen, ein genuß reicher Nachmittag in Aussicht steben. Das sehr reichhaltige und gewählte Programm legt Zeugniß ab von dem feinen Geschmack des Dirigenten. Ueber die künstlerischen Leistungen des Waldhornquartetts schreibt die Hessische Morgenzeitung in Kasset:„Das Auf— treten des Hornquartetts ꝛc. ꝛc kann als eine förmliche Oase in der Wüste der zahllosen Musikaufführungen be⸗ grüßt werden. Die Vortragenden erwiesen sich als Künstler ersten Ranges auf ihren Instrumenten. Und das Zu⸗ sammensoiel war so harmonisch wie es nur von Künstlern solchen Ranges zu erwarten war. Der weiche, runde, volle Ton, die vollendete Technik, der durchweg echt künst— lerische Geschmack der Quartettisten erregten den allge meinen Beifall des Publikums. Dasselbe befand sich denn auch während der einzelnen Nummern in lauschender An dacht.“ r. Bad Nauheim. Unsere so segensreich wirkende Kin derheilanstalt„Ellsabethhaus“ erfreut sich von Jahr zu Jahr eines immer stärkeren Besuches. Sämmtliche dem Curatorium zur Verfügung stehenden Plätze bis zum Herbste sind seit Monat Mai bereits besetzt und können weitere Anmeldungen keine Berücksichtigung finden. Um dem recht fühlbar sich machenden Bedürfniß entsprechen zu können, soll die Anstalt noch im Laufe dieses Herbstes durch Aufsetzen eines zweiten Stockes auf das Hauptge— bäude vergrößert werden. bd. Bad Nauheim. Ein unbekannter Wohlthäter hat die reiche Spende von 500 Mark für unser Kur hospital gegeben, r. Nleder Mörlen. Nach längerem Zeitraum wird dlesen Sonntag und Montag in unserem freundlichen Oertchen wieder ein größeres Fest gefeiert, nämlich ein Sängerfest, veranstaltet von dem Verein„Kirchenchor.“ Man hofft auf recht zahlreiche Bethetligung. Gießen. Das Strafverfahren gegen den Reichstags— abgeordneten W. Pickenbach, welcher des Wuchers be— schuldigt war, ist eingestellt worden, da die Vorunter— suchung etwas Belastendes nicht ergeben hat. Gießen. Die bisher hier erschlenene Zeitung„Ober— hessische Nachrichten“ geht mit Ende dieses Monats ein Wie aus dem Inseratentheil weiße Bohnen 16 20 Pf., Butter per Pfd. M. 0 901.10, per Pfd. 14— 16 Pf., do. geschälte 16—18 Pf., frische 0 Erbsen per Pfund 15— 20 Pf., Linsen 15 28 Pf. f Eler das Stück 4—8 Pf., Blumenkohl hiesiger 40—80 Pf. do. kleiner franz. 60— 80 Pf., franz. Romalnsalat 20—25 Pf., neue grüne Zwiebeln das Päckchen 3 Pf., neue gelbe Zwiebeln per Pfund 14 16 Pf., Zwiebeln das Gescheid 35—40 Pf., per Ctr. M. 11— 12. Carottem das Päckchen 1015 Pf., Rettig schwarze 12—1ʃ4 Pf., weiße 10— 12 Pf., hiesiger Koofsalat 3—4 Pf., Schwarz wurzel 50— 70 Pf., französischer Sellerie 40— 50 Pf., Spinat 30—50 Pf., Gurken per Stück 12-20 Pf, Kohlrabi per Stuck 5—8 Pf., Zuckerschoten per Pfd. 20 25 Pf., neue Malteser Kartoffeln per Pfund 11 bis 16 Pf., neue ital. Kartoffeln per Pfund 12 Pf frische Bohnen per Pfund 60 70 Pf., frische Erbsem (Kernerbsen) 12-15 Pf., Wirsing 15—25 Pf., neues! Weißkraut 25—40 Pf. Frankfurt, 26. Juni. Fruchtbericht. Hles. Weizen.: mehl Nr. 0 M. 93.50— 34.00, Nr. 1 M. 31.25—32.75, Nr. 2 M. 27.50— 28.50, Nr. 3 M. 25.75—27.25, Nr. 4 M. 22 öh n bis 23.50, Nr. 5 M. 18.00 19.00, Milchbrod und Brodmehl im Verband M. 59.00 62.00, norddeutschz und westfälische Wetzenmehle Nr. 00 M. 28.00— 29.00% Roggenmehl loco hier Nr. 0 M. 27.00— 27.50, Nr. 0%/* M. 25 00 25.50, Nr. 1 M. 23.50— 24.50. Ab Bahm Magdeburg fordern wir für Roggenmehl Nr. 0 M. 24.50 bis 00.00, Nr. O 1 M. 22.75 00.00, Nr. 1 M. 21.00 bis C0 0). Exquisite Marke circa 60 Pf. höher. Obige Preise verstehen sich per 100 Kilo ab bier, häufig jedoch auch loco auswärttger Stationen. Wie schon oft, versendet die Post nachstehendes Elr⸗ eulär: Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müssen auf den“ selben Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichne sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dab! sind namentlich folgende Punkte zu beachten: 1. Bei Pol 0 sendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift di Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben an Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangahe für stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich de unten rechts, unmlttelbar unter der Angabe des Bt stimmungsortes, erfolge. 2. Auf den nach Berlin be stimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des En. pfängers, der Post bezirk(0. N., NO. ete), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung „Berlin“ zu vermerken. 3. Glebt es mit dem Bestimme ße ungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung ba zufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Po — — Allerlei. j. Frankfurt. Das Sommerfest der nattonalllbe— verkehr als maßgebend anzusehen sind, ergtebt sich auff dem„Verzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautende lun der türkischen Beamten eine revolutionäre Be— ralen Partet, welches, wie wir schon mittheilten, am Postorte“, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittelung 10 jeder Reichs ⸗Postanstalt bezogen werden kann. 4. We 290 *. im Reichs Postgeblet belegene Bestimmungsort zwar einer Postanstalt verseben, dessenungeachtet aber nicht allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, i Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch Nach einer neuerdings auf den preußischen Staatsbahnen eingeführten Bestimmung darf an Sonn- und Feiertagen Vieh auf den Bahnhöfen weder verladen noch expedirt werden, außer Kleinvieh in Käfigen und Luxuspferde. Viehtransport an Sonn und Felertagen. ,„ Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen Leech e et sich die Angabe des Staates und bei größeren „ es aten des politischen Bezirks(Provinz, Reglerungs— n ene ark u. s. w), in welchem der Bestimmungsort, belegen Waren oder auch die Angabe von größeren Flüssen m e der),(Elde),(Rbein),(Maia) 2c], oder von Ge⸗ 0 Mate gen[Harz],(Riesengebirge) ze] Nicht minder zusätzliche Bezeichnungen, wie[(Thüringen),(Alt⸗ k), Lausitz zꝛc.] für den Zweck geeignet. 5. Auf Post⸗ Hungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist er dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige stanstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung lt Sendung an den Empfänger bewirkt werden bezw. el Abbolung erfolgen soll. 6. Wenn der Bestimmungs einer Sendung in einem fremden Postgebtete gen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen 4 so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffende n ud bezw der Landestheil auf der Sendung anzugeben. 95 Die pünktliche Ausbändigung von Postsen⸗ ngen nach solchen Ländern, in welchen die deutsche gehe nicht allmählich in das Wasser hinein, sondern tauche sogleich den ganzen Körper unter. bis zur vollständigen Abkühlung, höoͤchstens eine Viertel, kürzer als in einem Schwimmbade, in welchem man sich ausarbeiten und darum länger warm ladenem Magen.— Wer diese Regeln beachtet, wird mit Genuß baden und Vortheil für seine Gesundheit haben. Zur jetzigen Badezeit ag wieder auf folgende Regeln aufmerksam gemacht erden. 1) Man gehe mit warmem, aber nicht erhitztem örper und nicht nach Gemüthserregungen in ein Bad; an kühle sich in angekleidetem Zustande ab. 2) Man 3) Man bleibe nie unde, schwächere Personen kürzere Zeit, im Bade. In Gottesdienst in der Stadtlirche. Vormittags 10½½ Uhr: Herr Candidat Preuschen— Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Reeg— Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Velte. Abendmahl. Nachmittags 1½¼⁰ Uhr: Herr Pfarrer Velte. Katechismus lehre. Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beccht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 5/47 Uhr: Austhetlung der heil. Communton. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht. nem geschlossenen sogenannten Zellenbade sei die Dauer erhalten kann. ) Die beste Badezeit ist des Morgens. Man beginne icht früher als bei mindestens 16 Grad. 5) Man bade icht mit nüchternem, aber auch nicht mit reichlich über— rache wenig oder gar nicht gebräuchlich ist, wird entlich dadurch gefördert, wenn in der Aufschrift der dungen die Sprache des Bestimmungslandes, oder H eine dort bekannte Sprache angewandt und die Auf ift in lateinischen Schriftzügen abgefaßt wird. Die essaten müssen zwar thunlichst bestimmt bezeichnet, alle ot anbedingt nothwendigen Zusätze aber vermieden 2 Uhr: Vorbereitungspredigt und Beichte. Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. Geld⸗ Cours. Frankfurt am 26. Juni 1890. Geber Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke„„ m do. o ir as n. 4. 16 Dicht 9. 54 9. 50 u ere ,, dens 9. 55 Englische Sovereigns. 5„ 20. 34 Russische Imperiales 16. 70 16. 65 Samstag den 28. Junt Burgkirche, Nachmittags 4. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. Jolldeklarationen bei Carl Bindernagel in Friedberg. Von heute ab führe ich das beliebte bier aus der Brauerei und offerire: per Flasche 20 Pf., „ 7e Flasche 10 Pf. 2603 Jur gefl. Nachricht! J. J. Jung(3 Haasenbräu) und vorzügliche Frankfurter Flaschen⸗ 1010 35 ⸗-0öIö dude Simon Ruppel, gr. Köhlerstr., Flaschenbierbandlung. Wer Eine Wohnung lehr. 2. Stock zu vermiethen und Mitte September zu Gen A 2 ehen. 2640 Len Kaiserstraße 106. J. Heck. * T. 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Auch bat derselbe die biesige Rathbaus Uhr einer größeren Reparatur unterworfen, deren Gang seither ebenfalls sehr präeis ist. Wir können deßhalb den Herrn Emil Heidt auf's Beste empfehlen. Friedberg den 19. Januar 1889 Großherzogliche Bürgermeisterei Frledberg. 2627 Steinhäußer. Gegen hohen Gehalt sucht einen durchaus tüchtigen Vertreter die Cigarrenfabrik 2651 Herm. Mentz, Bremen. Fournier Stublsitze M. Reuss. . Stellensuchende jeden Berufs straße 6. 2581 810 bet e e ae Möbelfabrik u. Lager Th. Brück in Giessen, Schloßgasse 16. richtungen von M. 300 bis 5009. Eigene Schreinerei und Polsterwerkstätten. tièren.— Bettfedern und Daunen. Gegründet 1858 16 clomplet eingerichtete Musterzimmer in besonderem Hause. 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Jeden Sonntag, sowie an Wochentagen bei größerem Besuch eigener F 5 C0 0 eigener Kapelle. 1 EI* Ohcel Kapelle. 2075 C. Kruse. Einladung zu dem am 29. und 30. Juni d. J. stattfindenden Fahnenweihfeste des Gesangvereins„Kirchenchor“ zu Nieder-Mörlen. Von 12 Uhr Mittags ab Empfang der auswärtigen Vereine. Präcis 2 Uhr: Festzug. Zu recht zahlreichem Besuche ladet freundlichst ein Das Fest- Comité. Die Festwirthschaft wurde Herrn Gastwirth Thuy von Vilbel übertragen. Unter dem Protektorat Seiner Majestät des Kaisers. Nationaldenkmal für den Lürsten von Bismarck in Berlin. Aufruf! Der weltgeschichtliche Augenblick ist gekommen: Fürst Bismarck, der mit Kaiser Wilhelm dem Siegreichen als dessen Kanzler heldenkräftig das deutsche Reich zusammenschmiedete, er, auf den die Völker des Erdkreises hinblicken als auf den größten Staatsmann seiner Zeit, er ist aus dem Amt geschieden, welches er ein Vierteljahrhundert hindurch mit der Erleuchtung des Genies, mit der unwiderstehlichen Macht eines gewaltigen Charakters geführt hat. Lebhafter denn je durchglüht die deutschen Herzen in diesem Wendepunkte der Geschichte unseres Volkes das Gefühl dessen, was er für uns geleistet, und die Begeisterung und Dank barkeit, die Liebe und Verehrung von ganz Deutschland, sie ringen nach einem Ausdruck, um unsern großen Kanzler bei seinem Abschied würdig zu feiern. Auf denn, Ihr Deutschen von Nord und Süd, vergessen sei in diesem Augenblick der Zwiespalt der Parteien, der Widerspruch der Meinungen; die Flamme reinster Dankbarkeit allein, sie lodre auf in unsern Herzen. Reichen wir uns die Hände, um dem Führer zur Einheit Deutsch— lands unsern Dank darzubringen.— Und wie könnte das wüuͤrdiger geschehen, als dadurch, daß ihm ein Nationaldenkmal errichtet würde in der Reichshauptstadt, der Stätte seines Wirkens. Darum also, die Herzen auf, die Hände auf, gebt und bauet mit an dem Denkmal, das künftigen Geschlechtern erzählen soll von der Größe des ersten deutschen Reichskanzlers, von der tief— glühenden, unauslöschlichen Dankbarkeit des deutschen Volkes.— g Die hessischen Mitglieder des Berliner Central-Comite's: Graf Oriola, Büdesheim; Dr. Osann J., Reichstagsabgeordneter, Darmstadt; St. C. Michel, Geheimer Commerzienrath, Mainz; Frhr. Heyl zu Herrunsheim, Worms. Auch die kleinsten Beiträge sind willkommen, da auch die Zahl der Zeichner zeigen soll, in wie breiten Schichten des deutschen Volkes das Gefühl der Dankbarkeit für die errungene Einheit lebendig ist. Die einzelnen Kreiscomité's werden für die Veröffentlichung der Zeichnungen in geeigneter Weise Sorge tragen. Die eingehenden Beiträge sollen, soweit sie zur Errichtung des Denkmals in der Reichs— hauptstadt nicht Verwendung finden, zur Begründung einer mit dem Namen Bismarck ver— knüpften vaterländischen Stiftung dienen. Sammellisten werden in den einzelnen Orten in Umlauf gesetzt werden. Das Local⸗Comits. 2598 2632 J A.: Jöckel. Cartons werden billig angefertigt.* f Sicher. e ee Hosenträger, Halsbinden, Kragen Alexander von Brunhoff, und Manschetten Buchbinderet und Cartonagegeschäft, 2597 empfiehlt J. Keim. (Geschwister Schloß, 7 7 zu vermiethen. 2626 2645 Usogasse Nr. 279, II. Slech). Ein Logis z. Weckerling wire + 7 det Samstag den 28. l. Mts., Nachmittags 3 Uhung öffentlicher Impftermin(letzter) und Nachschau ang! am 21. J Mes. Geimpften. it: Friedberg den 27. Junt 1890. 1600 Großherzogliche Bürgermeisterei Fried bergh tllich, Steinhäußer. Uetze 7 baute hab eg een alaßs ster Pfleg 2633 0 „„*. 4 Freiwissige Feuerwehr Die Kameraden, welche an dem Stiftungsfest Rodheimer Feuerwehr tbeilnehmen wollen, werden ersut sich Freitag Abend 9 Uhr zu einer Besprechung bel E Engel einzufinden. 262ʃ Das Commanzf —* illi 5— ö Freiwillige Feuerwehr. Die Kameraden, welche an dem Stiftungs- Fest! un 0 Rodheimer Feuerwehr theilzunehmen beabsichtigen, woll 0 sich zu einer Besprechung Samstag Abend 8 ½ Ut le in der Reichskrone(Gesellschaftszimmer rechts) Jeuwel finden.. 2631 a Das Commando, ip 2625 Sonntag den 29. Juni anfangend, sowie ed Hünbe Mittwoch von 2—6 Uhr findet auf meiner Kegelbahn a b 2. Preiskegeln n u statt. 15 Preise, Oeconomie- und Hausgeräthschaften in llt, Wertbe von 150 Mark. Nähere Bedingungen im Lok i Höflichst ladet ein ian Nleder⸗Eschbach, 25. Juni 1899. ende Ch. 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Gesunde Wirkung der saltpflege ist die Abhärtung, ungesunde Wirkung Wasserscheu ist die Verweichlichung. Unser torgan hat sich in seiner Eigenschaft als ußr natürliches Kleid im Kampfe mit der 1 enwelt hauptsächlich mit den Einflüssen der e osphärischen Kälte oder Wärme, Nässe oder e ckenheit, oder kurz gesagt mit Wind und ter ins Benehmen zu setzen. Zu dem Ende eln f 8 von der Natur außer mit Oberhaut, Schweiß— a en und Blutgefäßen noch mit Nerven aus— „ eutet, welche uns als Fühler dienen, wie wir uns gegen die von Wind und Wetter wende Steigerung der Abkühlung oder wie der Nerven und Blutgefäße ist die Hautfeder⸗ kraft, welche Kraft unter gesunden Verhältnissen die Eigenschaft zeigt, daß sie bei Einwirkung von Wärme erschlafft, um aus dem Körper Wärme reichlicher sowohl auszustrahlen, als auszudünsten, bei Einwirkung von Kälte dagegen sich zusammen— zieht, um die eigene Wärme im Körper zurück— zuhalten. Das Merkmal eines hygienisch ge— züchteten Hautorgans nun geht dahin, daß die Federkraft auch bei plötzlichen Temperaturwechseln je nachdem mit Ausdehnung oder Zusammen— ziehung folgt. Während nun durch übermäßiges oder unzeitiges Warmhalten die Hautfederkraft in der Art verwöhnt wird, daß sie nur Erschlaf— fung zu leisten, zur Zusammenziehung aber sich nur schwer, laugsam und unvollkommen aufzu— raffen vermag, gälte es vielmehr, sie mit Fleiß so abzuhärten, daß sie laufend einen mittleren Grad der Schonung einhielte, eine Aufgabe, welche durch tägliches Baden sicher erfüllt würde. Die eingerissene Wasserscheu übt weiter ihre ge— sundheitswidrige Wirkung auch auf die Säfte— mischung, die sich nicht am letzten in Hautkrank— heiten äußert und zwar schon beim heranwach— senden Kinde. Das in der ersten Zeit regel— mäßig betriebene Baden des Neugeborenen schlägt bald in Unregelmäßigkeit, unvollkommenes bloßes Waschen, nach und nach sogar in gänzliche Unter— lassung um und es greift die Muhmenregel Platz, das Kind dürfe nicht gebadet werden, weil sich's erkälten könne. Mit Bestimmtheit erklärt nun die Gesundheitslehre, daß mit dieser Aera der wasserscheuen Haltung die körperliche Leidensge— schichte des bis dahin gesunden Kindes beginnt. Während man durch habituelles Nichtbaden da— heim die Skrophelsucht förmlich züchtet, entschließt man sich erst einmal auswärts, gegen den schlim— men Ausschlag, die schlimmen Augen und das ganze Heer der sogenannten skrophulösen Säfte— verderbniß und Nachwehen der Influenza Bäder zu gebrauchen. Die wahrhaft wunderbare Heil— wirkung des Badens erklärt sich dann einfach daraus, daß von der daheim beobachteten wasser— scheuen Behandlung zur wasserfreundlichen über gegangen wurde. Lasset uns darum als Wasser⸗ freunde das nasse Element als halbes Leben schätzen und nachdem während der Nachtruhe die Lebensgeister sich ins Innere zurückgezogen und das Hauptorgan thatsächlich geschlafen, den Tages— lauf je nach gebotener Möglichkeit, persönlicher Neigung und Gewöhnung, sowie nach Beschaffen— heit der Jahreszeit mit dem das Hautleben wieder erweckenden Baden beginnen, wozu uns jetzt bei der bevorstehenden warmen Jahreszeit in der hiesigen Bade- und Schwimmanstalt wieder so schöne Gelegenheit geboten ist. Zum Schluß wird noch der Merkspruch zur Beherzigung em— pfohlen:„Das Neugeborene soll nicht blos die ersten zwei Wochen, sondern so lange gebadet werden, bis es das 60. Jahr erreicht hat, wo's dann Anwartschaft erworben haben wird, auch noch das 80. zu erreichen.“ „ Steinm i sie gewöhnlich nennt„Erkältung“ in Acht ligt 3 nen sollen, indem wir künstliche Bekleidung 5¹ Zurückhaltung unserer natürlichen Strahl⸗ r. Puth, K me zu Hilfe nehmen. Die gemeinsame Function dene Edictalladung. Neis. Laut gerichtlich bestätigter Urkunde vom 9. August 1855 e Peter Clartus von Heldenbergen dem Herrn Grafen Solms Rödelheim eine Caution von 232 Gulden N ae, Mereuzer für gepachtetes Gelände und verpfändet darin u dee a des Herrn Verpachters folgende in der Mndernage! Inarkung Heldenbergen gelegene Grundstücke: Flur III A und Flur VII Nr. 94. — Dir Pfandgläubiger bildet bescheinigtermaßen keine Mug Uprüche mebr aus dleser Caution, jedoch ist die be— — 0 dafendende Hypothekurkunde angeblich verloren worden. Auf Antrag werden deshalb Alle, welche etwa aus 6. Schall er Gautlon noch Ansprüche erheben zu können glauben, 4 ugefordert, solche binnen zwei Monaten dahter geltend cuschum machen, als sonst die Löschung der betreffenden Hypothek en fügt werden wird. 6 Friedberg den 21. Juni 1890. 5 delbseleth 1 Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. 50 25 Sellheim. L. lll 0 Arbeits⸗Vergebung. 1 rtr. Montag den 29. d. Mts., Vormittags um 9 Uhr, selen nachstehend verzeichnete Arbeiten und Lieferungen dem Nathbause zu Petterweil öffentlich vergeben 1 peden: M. 1 Dr. Joh. Müller über das Vaurerarbeit, veranschlagt zu 29— g Gross Steinhauerarbeit(Rockenberger Sandsteiae) 220— Cc chreinerarbeit 102— 1% C closserarbeit 48— 0 5 Schmiedearbeit 378— Oaserarbeit 57— l eee 20— 2„ Dapeziererarbeit 5 d Hutbazat; iflasterarbelt 300— 22 Erdarbeit 7 50 Leferung von Pflastersteinen 280— In„„ Pflastersand 500 1 Inne!„„ Russensteine 75— 1„ bydr. Kalk 122 155„ Cement 6 50 en, Aufsetzen der Steine und Sandmessen 50 Friedb den 23. Juni 1890. 060 Friedberg 4 Zörb ul. langes Ie Bezirks bauaufseher. „„ eee meines neu⸗ „ erterre und erster Stock an . ee es sind zu vermlethen, beziehbar am 1. Oetober. 12 ulius Kegler. 3* 3 8 K Zu beziehen durch jede Buchhandlung — ist die preisgokrönte in 20. 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