ulhof. teu, Nu. 38 un *. 9 e 4 tler U „Kümmith. nit, Ken — torg Groß. 1 i dernagtl. put baten aringe, recht 9 g usch Alsbindel nelee föchell, .* Samstag den 26. Juli. MN 37. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. 2 — Innoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. Annoncen von qu Friedberg, Samstag den 26. d. Mts., Die Lieferung von Kies und das Anfahren von Wasser ꝛc. für das 8 an die Görbelbeimer⸗Müble soll auf dem Submissionsweg vergeben werden. Vormittags eingesehen werden, woselbst auch die Offerten bis zum 29. d. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Einwalzen der Unterhaltungssteine Kostenüberschlag und Bedingungen auf der Kreisstraßenstrecke von der Staatsstraße Fauerbach können auf dem Büreau des Bezirksbauaufsehers Zörb II. Mts., Vormittags 12 Uhr einzureichen sind kotivführer, die Hilfsheizer Dauernheim aus Pießen und Heppert aus Gießen zu Heizern bei gesen Bahnen ernannt, der Steueraufseher Seibert n Wörrstadt entlassen, der Steuerkommissär Eteuerrath Deibel von Wörrstadt nach Friedberg, er Steuerkommissär Trapp von Fürth nach Michelstadt, der Steuerkommissär Klingelhöffer on Ober-Ingelheim nach Butzbach und der Irdentl. Professor an der technischen Hochschule Werner, auf Nachsuchen, unter Anerkennung einer Dienste in den Ruhestand versetzt und semselben die Krone zum Ritterkreuz 1. Kl. des Philippsordens verliehen. — Militärdienstnachrichten. Wagner, Prem. Lieut. om 3. Gr. Inf. Regt. Nr. 117 wurde zum überz. auptm. befördert; Klinker, Sek. Lieut. à la s. des 1. Gr. rag.⸗Regts. Nr. 23, ist ausgeschieden und zu den Res. Off. es Regts. übergetreten; Weiner Sek. Lieut. der Inf „ Aufg. des Landw.⸗Bez. II. Darmstadt; Kraemer Sek. Lleut. der Inf. 2. Aufg., und Grau Sek.⸗Lieut. der Feld⸗Art. 2. Aufg. vom Landw.⸗Bez. Mainz, wurde der Aͤbschied bewilligt. Berlin. Die„Nat.⸗Ztg.“ ist in die Lage bversetzt, zu erklären, daß die in einem Artikel er„Hamburger Nachrichten“ über die Stellung Deuischlands zu Rußland und Oesterreich sich kundgebende Tendenz im schroffen Widerspruch N mit der in den maßgebenden Kreisen Deutschlands herrschenden Auffassung der Tripelallianz stehe. — die Forderung, welche der Sultan von Sansibar für die Abtretung des ihm gehörenden Tüstenstreifens erhebt, ist nach orientalischem Gebrauche so hoch, daß, wie die„Post“ aus kolonialkreisen hört, ernsthaft nicht darüber de⸗ battirt werden kann, und gemäß der betreffen— den Klausel des Vertrags vom 1. Juli d. J. ugland seinen ganzen Einfluß aufbieten muß, im eine Verständigung herbeizuführen. Friedrichsruh, 23. Juli. Fürst Bismarck mpfing gestern wieder einen Mitarbeiter der Nowoje Wremja“, der sich mit„p“ zeichnet. Fürst Bismarck betonte sein Bestreben, auf Er⸗ haltung des Friedens hinzuwicken. Klel. Wie die„Kieler Ztg.“ feststellt, ist uf der hiesigen Marinestation von einer Be⸗ sichtigung der Marineanlagen durch den franzö— schen Admiral Planche nichts bekannt. Hamburg. Der Aviso„Grille“ mit dem Admiralsstab an Bord wird in den nächsten Tagen in der Gegend von Helgoland recognos— tren und dann in Bremerhaven anlegen. Ausland. Danemark. Kopenhagen. Der in Sunder⸗ and befindliche Sekretär des nationalen See— eutevereins erließ ein Manifest an sämmtliche Schiffseigner, welches einen allgemeinen am Samstag beginnenden Ausstand der Seeleute ankündigt, bis den dänischen Seeleuten eine Abkommen Norwegen. Molde, 23. Juli. Der Kaiser unternahm gestern einen Ausflug nach Romsdal, nach der Rückkehr wurde das Diner auf der „Baden“ eingenommen. Heute arbeitet der Kaiser an Bord und nimmt Vorträge der verschiedenen Cabinete entgegen.— 24. Juli. Der Kaiser verbrachte die letzten Tage wegen andauernden Regens an Bord. Die Rückkehr nach Bergen ist auf heute Abend 8 Uhr festgesetzt. Belgien. Brüssel, 23. Juni. Der König nahm im Stadthause eine Adresse des Stadt— rathes zu dem 25jährigen Regierungsjubiläum entgegen und sagte, die Begrüßung des Bürger— meisters beantwortend, er habe kein anderes Streben, als dem Vaterland zu dienen. Die Parteien hätten gleichen Anspruch auf Vertrauen, dasselbe werde ihnen nicht fehlen. Frankreich. Paris, 23. Juli. Die Morgenblätter melden, auf dem Panzerschiff „Caiman“ explodirten während einer Uebung vier Maschinenröhren; mehrere Heizer wurden schwer verwundet. Bei derselben Uebung bekam das Avisoschiff„Desaiz“ einen Leck, infolgedessen es in den Hafen zurückkehren mußte. Das Kriegsschiff„Epervier“ ist mit gebrochener Maschine von dem Mansvergeschwader nach dem Cherbourger Hafen zurückgekehrt. Die Blätter fügen hinzu, die wiederholten Schiffsunfälle seien äußerst beunruhigend und nicht geeignet, eine gute Meinung von dem Schiffsmaterial und den Schiffsingenieuren hervorzurufen. Großbritannien. London, 24. Juli. Unterhaus. Fergusson erklärte im Verlaufe einer Rede, England unterhandle mit Frank— reich und Portugal wegen einer weiteren Ge⸗ bietsabgrenzung in Ostafrika, die geeignet sei, England gegen mögliche Mißverständnisse und die Gefahr eines Krieges mit irgend einer an— deren Macht zu sichern. Redner stellte in Abrede, daß hinter dem deutsch-englischen Abkommen ein welteres geheimes Abkommen bestehe. Obwohl die Regierung die Freundschaft mit Deutschland zu befestigen wünsche, sei sie von der bisherigen Politik nicht abgewichen. Die stattgehabte Anti— sklaverei-Conferenz sei ein Beweis für die Sorg falt der europäischen Mächte für die Wohlfahrt Afrikas. Er(Fergusson) hoffe zuversichllich, daß das Werk der Conserenz nicht in Folge Meinungsverschiedenheit eines der betheiligten Staatenscheitern werde. Betreffs des Protecto— rats über Sansibar dauerten die Unterhandlungen mit Frankreich fort; England werde durch sein Protectorat nicht den Handel einer neueren Macht zu behindern suchen, sondern Sansibar zur Basis für die Unterdrückung des Sklaven— handels machen. Gladstone sagte, er wolle das wegen Helgoland nicht bekämpfen, zleiche Löhnung wie den britischen zugestanden welches für alle interessirten Parteien vortheil— dulassen, ihren Einfluß bei den dänischen zu daß sie für die bird. Um die englischen Schiffseigner zu ver— haft sei. Aber die Regierung schaffe dadurch, Abtretung des Gebiets die Ge— b Friedberg den 22. Juli 1890 Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 5 J. V.: Dr. Wallau. l Deutsches Reich. Gunsten der dortigen Schiffer geltend zu machen, nehmigung des Parlaments einhole, einen con⸗ 1 Darmstadt. Der Heizer bei den ober— ist für Samstag eine Versammlung der Seeleute situtionellen Präcedenzfall, der ungeheuere Folgen essischen Eisenbahnen Gibb wurde zum Loko- und Schiffseigner nach Sunderland berufen. haben könne. Aus dem Grunde werde er an der Weiterbehandlung der Bill nicht theilnehmen. Cardiff, 24. Juli. Die hiesigen Dockarbeiter verlangen eine Lohnerhöhung und Herabsetzung der Arbeitszeit, und drohen für Samstag mit einem Ausstand. Der Socialist Tillett ist hier angekommen. Die Dockdirectoren verweigern alle Zugeständnisse. Der Ausstand würde wahrschein⸗ lich die Aufhebung des gesammten Haudels im Canal von Bristol herbeiführen. Spanien. Madrid, 23. Juli. Telegramme aus Barcelona berichten über Arbeiterunruhen in Valls. Infolge Wiederaufnahme der Arbeit seitens einiger Arbeiter rotteten sich die Streiken⸗ den zusammen und begingen Ausschreitungen. Die Behörden waren den Tumultuanten gegen— über ohnmächtig. Die Streikenden warfen die Fenster einer Fabrik ein. Erst die Bürgergarde konnte die Ordnung wieder herstellen. — Der Kriegsminister wies den Gouverneur von Melilla an, weitere Augriffe der Araber energisch zu unterdrücken. Der Minister des Auswärtigen instruirte ferner den Gesandten in Tanger, eine Beschwerde an die marokkanische Regierung zu richten. Italien. Rom, 24. Juli. Der König reiste zu den Jagden nach San Rossore ab.— Ministerpräsident Crispi hatte eine lange Unter⸗ redung mit dem deutschen Botschafter Grafen v. Solms. Türkei. Constantinopel. Eine Meldung des Bureau Reuter aus Kanea besagt: Djewad Pascha erließ eine Proklamation, welche den in den Bergen versteckten Flüchtlingen einen letzten fünfzehntägigen Aufschub zur Rückkehr in die Heimath gewährt. In letzter Zeit sind zahlreiche bewaffnete Banditen verhaftet worden. Serbien. Belgrad, 24. Juli. König Alexander und sein Vater, König Milan, be⸗ gaben sich zu einem mehrwöchentlichen Aufent— halte nach Nisch. Protitsch begleitet die Könige, und Ristitsch geht nach Vranja, wo sich Beli— markowitsch bereits befindet. Die Untersuchung anläßlich der Ermordung des serbischen Consuls in Pristina, Marinkowitsch, bat ergeben, daß der Mörder desselben ein aus Prokuplje ausgewan— derter mohamedanischer Serbe war. Derselbe be— findet sich nebst drei Mitschuldigen in Gewahrsam. Rußland. Petersburg. Aus Batum wird gemeldet, daß die türkischen Armenier an den Kaiser von Rußland das Gesuch richteten, nach Rußland auswandern zu dürfen. Die persische Regierung bot denjenigen, die zur Auswanderung aus Armenien geneigt sind, ein Asyl an. Amerika. New Pork. Hiesige Nachrichten kündigen an, die Minister von Costarica und Nicaragua unterzeichneten einen Bündnißvertrag mit Guatemala und forderten den General Czeta, namens der Vereinigten Staaten Ceutralamerikas auf, auf den Oberbefehl in San Salvador zu verzichten, damit die gesetzliche Ordnung in San 9 — N F Salvador gemaͤß der Verfassung wieder herge— stellt werde. Allen an der Revolution Bethei— ligten wird die allgemeine Begnadigung ver— sprochen. Guatemala vermehrt angeblich die Truppen an der Grenze von San Salvador. Washington, 24. Juli. Dem Congresse wurde der amtliche Schriftwechsel über die Berings— meerfrage vorgelegt. Auf Anweisung Lord Salis— bury's überreichte der Vertreter Englands, Pann— cefote, am 14. Juli dem Staatssekretär Blaine einen förmlichen Protest, in welchem das Recht der Unionsstaaten, die Freiheit der Schifffahrt im Beringsmeer einzuschränken und britische Schiffe zu saisiren, bestritten und erklärt wird, die englische Regierung müsse die Unionsregierung für die Folgen aus Handlungen, welche den bestehenden Grundsätzen des Völkerrechts zuwider seien, verantwortlich machen. Aus Stadt und Land. Friedberg. Bei der Wahl der Wahlmänner zur Wahl des Landtagsabgeordneten für Friedberg wurden folgende Bürger mit der beigesetzten Stimmenzahl gewählt: Dr. A. Trapp mit 228, Schulrath Schmidt 208, Joh. Koob 204, E. Engel 204, G. Falck 205, K. Görtz 204, G. Hieronimus 204, G. Steinhäußer 201, H. Rausch 181, K. Berg 181, E. Windecker 181, L. Waas 179, Ferd. Damm 177, H. Mondigler 172, K. Reuß 172, K. Damm 167, Fr. Hecht 167, Ed. Hirsch 167, Emanuel Löb 166 und G. Dieffenbach mit 166 Stimmen. Die Wiederwahl unseres seitherigen bewährten Abgeordneten, Rechtsanwalt Jockel, ist somtit gesichert. D. Friedberg. Der Taunuselub Wetterau beab— sichtigt am 3. August eine Tour auf den Feldberg zu machen. Der Rückweg findet über Königstein, Falkenstein, Cronberg, von da ab mit der Bahn über Frankfurt statt. Es soll auf diejenigen Mitglieder, welche diesen Marsch nicht ganz zu Fuß zurücklegen können, Rücksicht genommen und ein oder mehrere Wagen bis nach Köppern oder Lochmühle Saalburg gemiethet werden. Denjenigen, welche den Weg ganz zu Fuße zurücklegen wollen, sei im Voraus gesagt, daß der Abmarsch um 4 Uhr Morgens von der Turnhalle aus stattfindet, und geht es dann über die Capersburg, den Pfahlgraben entlang nach der Lochmühle und Saalburg, wo die fahrenden Genossen zum Wetter marsch warten. Eine nähere Besprechung ist dringend nothwendig und ist eine solche für nächsten Samstag Abend bei Ernst Engel vorgesehen, zu welcher auch an dieser Stelle eingeloden wird. Wer sich diese herrliche Partie nicht entgehen lassen will, der komme zu dieser Besprechung.“ bd. Bad⸗Nauheim. Die Fürstin Dolgoruka, frühere zweite Gemahlin des Kaisers Alexander II. von Rußland, ist zur Kur hier angekommen. Ober⸗Mörlen. Am letzten Möntag Abend wurde ein hiesiger Einwohner, Peter Maurer, am Fuße der nach oben führenden Treppe seiner Wohnung todt aufgefunden Nach den Mittheilungen seiner Angehörigen soll er im Rausche die Treppe herabgestürzt sein und das Genick gebrochen haben. Thatsache ist aber, daß die Eheleute seit Jahren in Unfrieden lebten, daß insbesondere auch am Montag Streitigkeiten vorfielen und da dürfte es sich nach den im Orte eireultrenden Gerüchten immerhin fragen, ob blos ein unglücklicher Zufall den Tod herbeiführte. Allerlei. Jena, 20. Juli. In der Gemarkung des benach— barten Dorfes Löberschütz wurde Mittwoch die Leiche eines 38 Jahre alten Mädchens in einem Zustande auf— gefunden, der sofort auf einen Mord hinwies. Der Mörder ist gestern in der Person eines verheiratheten 45jährigen Mannes verhaftet worden. Berlin. Ein geheimnißvoller Mord beschäftigt augen⸗ blicklich die hiesige Criminalpolizei. Am Samstag Abend gegen 11 Uhr hörten Spaziergänger im Thiergarten kurz hintereinander 2 Schüsse fallen. Es wurde nun die nächste Umgebung abgesucht und bald fand man an der Bellevue— Allee eine gutgekleidete Dame, welche in elner großen Blutlache auf dem Gesicht lag. Die Dame war bereits todt. Bei näherer Untersuchung fand sich an der rechten Seite des Kehlkopfes eine Schnittwunde, außerdem con- statirte man zwet Schußwunden in der Brust. Die Er— mordete wurde als die Frau eines Postbeamten Wende erkannt, der sich zur Zeit des Mordes in dienstlichen An— gelegenheiten in Dresden befand. Die Unglückliche war sehr hübsch und erst 22 Jahre alt. Da von den Werth⸗ sachen nichts fehlte, so wird angenommen, daß es sich um einen Racheakt handelt, bet dem Eifersucht oder ver— schmäbte Liebe das Motiv gewesen sein dürften. Von dem Thäter fehlt zur Zeit noch jede Spur. Berlin. Die schwere Erkrankung des Majors v. Wißmann wird in ärztlichen Kreisen darauf zurückge⸗ führt, daß der Reichskommissär nicht lange genug in Kairo weilte, um sich dort auf den Uebergang in das europäische Klima vorzuberesten. Die Genesung des Kranken schreitet zwar erfteulicherweise fort, doch ist bei der Art seiner Krankheit, Gelenkrheumatismus, ein Rück— fall keineswegs ausgeschlossen. Halle a. S., 21. Juli Heute war der Berliner Frühschnellzug bedenklich gefährdet. Er überfuhr bei der Station Peissen einen beladenen Kohlenwagen. Letzterer ward zertrümmert, die Pferde getödtet, zwei Begleiter verletzt. Posen, 21. Jull. Heute Früh wurde im Festungs⸗ glaels vor dem Wlldathore der elffährige Sohn eines Schriftsetzers ermordet aufgefunden. Helgoland, 23. Juli. Heute Nachmittag 2 Uhr kenterte bel großem Sturm ein auf einer Segelpartie be— griffenes Boot im Nordhafen. Ein Consul Rohlsen und ein Fräulein Jonasson aus Hamburg, sowie der Fischer Christ von Helgoland sind ertrunken; Rohlsen's Kinder wurden gerettet. Budapest. In Ipoly Balog, im Houter Comtitat, erkrankten 5 Personen an Cholera nostras. 1 Person ist gestorben. London. Einer Lloyd-Depesche zufolge ist der eng— lische Dampfer„Egypt“, welcher am 10. d. M. von Newyork nach London abgegangen war, auf See in Brand gerathen. Die Mannschaft, die denselben verlassen, wurde gerettet. Newyork, 22. Juli. Im„Commereial-Hotel“ zu Ein Urtheil? Bel dem lebhaften Interesse, welches sich den leschtes Tisch⸗, sowie den feinen Tafel- und Dessertweinen dez Deutsch⸗Italienischen Wein⸗Import⸗Gesellschaft zuwende seltdem dieselbe mit dem Versandt ihrer ausgesuchteg Marken in Deutschland begonnen, dürfte die Bekanntgah eines neuen bemerkenswerthen Urtheils, welches de Director der Amtl. Untersuchungsanstalt und chemische Versuchsstation in Wiesbaden über diese Weine abge⸗ geben, gewiß willkommen sein. Herr Director Dr. Schmil eine anerkannte Autorttät im Weinfache, resümirt sein Untersuchungen der nach freier Wahl aus den Gesellschafts⸗ 1 kellereien entnommenen Weinproben wie folgt: f Abschrift. N Da die vorstehend näher bezeichneten Sorten nahezu 1 als eine Durchschnittsprobe des ganzen Bestandes ange sehen werden können, stehe ich nicht an zu er lären, daß U 1 Denver im Staate Colorado brach Sonntag Nachts ein großes Feuer aus. In der verhängnißvollen Nacht schliefen im Gebäude hundert Personen, wovon nur zwölf mühe. voll gerettet wurden, die übrigen kamen in den Flammen um, die so heftig waren, daß die Feuerwehr nicht einzu- dringen vermochte. Mehrere Feuerwehrleute sind dem Rauch und der Hitze erlegen. Newyork, 22. Jult. Auf der Chicago, Rock Island und Paelfie Eisen bahn stürzte heute ein Passagierzug in Colorado in einen Abgrund hinab, weil eine Brücke durch einen Wolkenbruch zerstört worden war. Der Locomotiv— führer wurde getödtet und 15 Personen trugen mehr oder minder erhebliche Verletzungen davon. Handel und Verkehr. Butzbach, 23. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.95— 1.00, Käse per Pfund 45—46 Pf., Eier 1 Stück 6 Pfg. Frankfurt, 23. Juli. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 14— 16 Pf., do. geschälte 16-17 Pf., frische Erbsen per Pfund 10— 15 Pf., Linsen 15— 25 Pf., weiße Bohnen 16— 20 Pf., Butter per Pfd. M. 0.90 1.10, Eier das Stück 4—8 Pf., Blumenkohl hiesiger 30— 70 Pf., Romainsalat 10— 20 Pf., neue grüne Zwiebeln das Päckchen 3 Pf., neue gelbe Zwiebeln per Pfund 14 16 Pf., Zwiebeln das Gescheid 35—40 Pf., per Ctr. M. 11— 12., Carotten das Päckchen 10— 12 Pf., Rettig schwarze das Stück 4—5 Pf., do, weiße 8— 10 Pf., hiesiger Kopfsalat 2 bis 3 Pf., französischer Sellerle 40— 50 Pf., Gurken per Stück 10— 20 Pf., Kohlrabi per Stück 3— 4 Pf., neue Malteser Kartoffeln per Pfund 14— 16 Pf., neue ital. Kartoffeln per Pfund 12 Pf., grüne Bohnen per Pfund 10— 15 Pf., kleine Salatbohnen 50— 60 Pf., gelbe Rüben der Pack 4—6 Pf., Endiviensalat 10 15 Pf., Eskarol 10— 12 Pf., Wirsing 12— 20 Pf., Weißkraut 20— 30 Pf., Rothkraut 25— 40 Pf. Frankfurt, 24. Juli. Fruchtbericht. Hies. Weizen⸗ mehl Nr. 0 M. 33.50— 34.00, Nr. 1 M. 3 1.25— 32.75, Nr. 2 M. 27.50— 28.50, Nr. 3 M. 25.75— 27.25, Nr. 4 M. 22.50 bis 23.50, Nr. 5 M. 18.00— 19.00, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 61.00-64.00, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 28.00- 29.00, Roggenmehl loco hier Nr. 0 M. 27.00-27.50, Nr. 0% M. 25.00— 25.50, Nr. 1 M. 23.50 24.50. Obige Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig jedoch auch loco auswärtiger Stationen. Verloosung. Wiener 100 fl.⸗Loose vom Jahre 1874. Serien und Gewinn⸗Ziebung vom 1. Jult 1890. Heim⸗ zahlung am 1. Oktober 1890. Serien: 83 254 624 805 1222 1364 1387 1637 1751 1928 2011 2363 2838. Gewinne: S. 2838 Nr. 53 à 200% 0 fl S. 1928 Nr. 69 à 20000 fl. S. 83 Nr. 51 à 5000 fl. S. 254 Nr. 78, 1364 Nr. 80, S. 1387 Nr. 11, S. 1928 Nr. 39, 2838 Nr. 95 a Tn f, S. 88 Neri S Nr. 17 21, S. 624 Nr. 46 80, S. 805 Nr. 58 75, S. 1222 Nr. 74, S. 1364 Nr. 29, S. 1928 Nr. 32, S. 2838 Nr. 29 59 à 250 fl. Auf alle übrigen in vor— stehenden Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von je 140 fl. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. 8. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Velte. Nachmittags 1¼⁰ Uhr: Herr Pfarrer Velte. Katechismus lehre. Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 3/47 Uhr: Austhetlung der heil. Communkon. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht, Israelitische Gemeinde. Sonntag den 27. Juli 1890: Fasten des neunten Ab. Beginn: Samstag Abend 8 Uhr 45 Min. Sonntag Morgen 6 Uhr. Sonntag Nachmittag 6 Uhr. Ausgang 8 Uhr 45 Min. Wochengottesdtenst von Montag den 28. Jult an Morgens 6 Uhr, Nachmittags 6 Uhr. 0 g diese auf eine durchgängig tadellose Beschaffenheit des Weinbestandes schließen läßt. War schon durch das fe gestellte einstemmige Ergebniß der Kostprobe seitens di Preisgerichtes von der Internationalen Ausstellung sih Nahrungsmittel in Cöln bezüglich des Geschmackes ein 7 außerordentlich günstig lautendes Zeugniß ausgestellt, f stehe ich nicht an zu sagen, daß ein Schluß aus vorstehen verzeichneten Untersuchungsresultaten diese Anerkennn nur vollauf zu bestätigen in der Lage ist. Die Weine sind sammt und sonders von selten schönez Güte und in ihrer Art wohl geeignet, die in Betracht kommenden Producte französischen Ursprungs, selbst solche von hoher Preislage, nicht nur zu ersetzen, sondern in viele Beziehung zu übertreffen. Auch stehe ich nicht an ferner zu sagen, daß mit mir meine sämmtlichen medizintschen Mit, arbeiter überzeugt sind, daß Weine von solcher Beschaffen heit in sanitärer Beziehung nichts zu wünschen übrig lassen, Die ausgezeichneten, ja geradezu vorzüglichen Eigen schaften in Geschmack, Aussehen und Gehalt, wie ganz besonders bezüglich der phosphorsauren Salze und des Eisens bei No. 17 Corona Elbana, No. 9 Castell Romani rosso und No. 18 Castelli Romani bianco zu finden ist, lassen nach den derzeit herrschenden Ansichten über erfolgreiche Verwendung solcher Produete auf eine sich stets mehrende Beachtung seitens der Herren Aerzte und demgemäß auch auf einen sich steigernden Verbrauch im Kreise der Interessenten schließen. Wiesbaden, 17. August 1889. Der Director:(gez.) Schmitt, Die Weine der Dentsch⸗Italienischen Wein⸗Importk⸗ Gesellschaft sind nur von Wlederverkäufern zu bezsehen, u. A. von Wilh. Weith, Weinhandlung, Fried⸗ berg i. H., woselbst ausführliche Preislisten zu haben sind.(326.) 2093 Geld- Cours. Frankfurt am 24. Juli 1890. 1 Geber Nehmer, M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke 16. 22 16 do. in ½ 16, 22 Dollars in Gold. 4. 20 4. 16 Duecaten 5 9. 60 9. 55 al ares, 9. 60 9. 55 Englische Sovereigns. 20. 40 Russische Imperfales 16. 70 10 0 Malaga, Cognac, Cacognia von Moser& van Houten, Eichelcacao, Malzextract, Kindernahrung, Hühneraugentinctur, Warzenmittel, Sämmtliche Mineralwässer in stets frischer Füllung. Hofavotheke zum Mohren. W. Georgi. 2289 Eine Parthie Bouxguin⸗Auzüge von 13 Mark an. 1 G. Schulhof. N 3004 Complete Betten, sowle einzelne Betttheile(Ratenzahlungen gestattet) bei 36 G. M. Reuss. Württemb. 1 Metallwaaren⸗Fabrik Gaislingen, großes Lager kunstgewerblscher Haushaltungsgeräthe, fortwährender Eingang von Neuheiten. Reizende Ge— schenke zu äußerst billigen Preisen. Georg Heimburg, 1109 Uhrmacher und Goldar beiter. 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Bevor jedoch in dieser Sache weitere Schritte geschehen, soll ermittelt werden, welche Bethelligung dabei zu erwarten ist. Zu letzterem Zweck llegt eine Liste im Hötel Trapp auf und wird eine solche⸗ auch am 27. d. auf dem Ossenhetmer Wäldchen umlaufen. 2913 Der Vorstand. Blondin's Arena und * 4 92 Spezialitäten⸗Theater auf der Freiheit. Eingerichtet mit 800 bequemen Plätzen, vor jeder Witte, rung geschützt, elegant deecortrt und brillant beleuchtet, Die Künstlergesellschaft Blondin beehrt sich die en gebene Anzeige zu machen, daß sie in der Kreisstaßt Friedberg einen Cyelus von Vorstellungen in ihrer eigens dazu erbauten Arena geben wird. Freitag den 25. d. erste große Vorstellung. Gymnastik, musikalische Clowns, Springen, komische Seenen, japanesische Equtlibre, Nationaltänze und Pantomimen, Kasseöffnung ½8, Anfang 8 Uhr., Preise der Plätze: I. Platz 80 Pf., II. Platz 80 Pf, Gallerie 25 Pf. Kinder auf I. und II. Platz die Hälfte, Gallerie 15 Pf. Samstag große Vorstellung. Anfang 8 Ubr. Neues Programm. Sonntag zwei brillante Vorstellungen. Die erste um 4 Uhr ist empfeblenswerth für die Jugend und Familien, für das auswärtige Publikum und auch für: jene Personen, welche der Abend-Vorstellung nicht bei⸗ wohnen können. Zweite und Hauptvorstellung bet brillanter Beleuchtung um 8 Uhr. Jeden Abend reiches Programm und neue Pantomime. Montag großse Galla⸗Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Achtungsvollst Oceanfahrt e/ Tage. Ausserdem regelmässige Postdampfer-Verbindung z wischen Hamburg— Westindien. Hamburg— Havana. Hamburg— Mexico. Havre— Nexxork. ztettin— Newxork. — Hamburg— Baltimore. 1295 Th. Andreas, Bad-Nauheim; Jos. Strauss, Gedern; H. Eberling, Büdingen. F. Benz& Co., Eisengießerei, Ofenfabrik und Mechanische Werkstaͤtte, Eberstadt bei Darmstadt, liefern zu Fabrikpreisen in bester Ausführung: amerik. Oefen, rund u. eckig, transportabele ausgemauerte Darmstädter Blechherde, Guß zu Blechherden, Maschinen⸗ u. 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Die Generalversammlung beginnt Vormittags um 10 Uhr, die derselben vorausgehendt der Vertreter der betheiltgten Gemeinden um 10 Uhr. Auf der Tagesordnung steht außer den in§ 10 des Statuten vorgesehenen Geschäften, die Erwerbung elneh Planes und Ueberschlags für dasselbe. Sämmtliche verehrlichen Mittglieder werden hierms⸗ zur Generalversammlung ergebenst eingeladen. Vilbel den 17. Juli 1890. Der Direktor des Mathildenstifts: Guth. Makulatur, i Eine größere Parthle per Pfund 6 Pf. bei Verantw. Red.: Carl Bindernagel, Druck und Verlag von Carl Bindernagel. ist zu verkaufeg (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 30 und eine Beilage.) seldess Ader g änder en wander abge faden Sitzung des Verwaltungsralhs um 8½ Uhr und diejenige Bauplatzes für ein eigenes Wohnhaus und Vorlage det Zeitungsbogen, 1 Carl Bindernagel. n nin Aue E fen; f Hanni Tung Wuabel 1 schw ble Ar i ber In Kam W n An g 155 lig bis 1 lich Gan au ole e. er er ma run Ade! . muhver laen, I fü ud! 0 ben el if eilage. Obethessiscer Awzeiger. N 87. Die Spatzenplage. „Der Spatz ist endlich in allen Welttheilen ein, besonders der feineren Landwirthschaft, eh Garten-, Wein- und Obstbau höchst schaͤd— ches Thier erkannt, unmittelbar wirkend durch ub, mittelbar durch Verscheuchen aller Sing— gel. Geschützt wird der Spatz— wie Amsel Katze— durch das Zurückbleiben der Gesetz— 0 ug, welche Schießen, Fangen und Toͤdten e Raubgesindels im eigenen geschlossenen Garten u er noch verbietet und straft!— Im Weich von Stadt und Dorf wird Werthvolles ver— Seb iigtet ohne Nutzen, zum Aerger und Leid fleißiger unit: Mnschen.“ Nach dieser Verurtheilung des Diebs— hs erhoffte der„Landwirth 1889“ eine Be— ung gegen die„veralteten Gesetze in Gang bringen, Gesetze, die lieber das Raubthier zen, als Eigenthum und Arbeit des Menschen.“ iG in Nr. 25 von 1888 desselben Blattes. Spatzenplage dauert fort. Mir werden erdessen meine vorjährigen reichlichen Bur— der gefressen bis auf die Rappen und die änder daneben; die im Frühjahr gelegten sen(ich schweige vom jungen Salat 2c.) ver— Sensi n chpanden aus dem Boden, demnächst werden dat e abgepickten Schoten der geschützt nachge— 1 sünzten mir auf's Neue meine Machtlosigkeit ee e e nimmersatten Dieb gegenüber bezeugen; ene Erdbeeren sind von den Spatzen ange— en; fruchtlos stehen die Sträucher schwarzer Wannisbeeren da, ihre noch grünen Beeren ver— kling im Mai schon der Spatzen diebischer 80 nabel; die Erstfrüchte meiner Kirschbäumchen: r ert 11. i der Räuber hohnschreiend auf dem benach— en Dache, wonnigsatt lugt er eben nach des Sußzmannes glänzendem Helm— er weiß, ich A ihn nur scheuchen, nicht schießen, den Feind Auer gärtnerischen Sorge; ungestört durfte er nen beim Nachbar; Dutzende jüngster, beute— ee, iger Gelbschnäbel umflattern ihn heute, die— dle bie Lehre empfangend und schlau lauernd, bis 1 ih kaum den Rücken gewandt;— los nun die 5 1 8 Uunde auf Alles, was die Sonne reift und süßt! 3— Und du Mensch sollst dauernd recht- und getzlos sein vor solch argem Feind? Unbegreiflich! 21 Be die Behörde Blutläuse aufsuchen, wie sie pennester erspähen, wie man schuldlosere „ e nb N——.— i Buben einsperren läßt, warum keine Suche nach füt „e Brutstätten des Spatzenvolkes! Vor Allem 1 bir erlaube man den Schuß und verordne bei bite g massenweisem Auftreten die massenweise Ein— rung. Daß solches noch vor der Obst-, Ge— be- und Traubenernte geschehe, dazu helft Ihr Ab- und Gartenbesitzer, Gartenbau- und Land— kühvereine, nicht zuletzt Ihr pflanzenden Haus alen, Du obstliebende Jugend— vor Allem fürsorgenden Herren Räthe in Stadt und [Krieg dem Spatz! Millionen können daran üben— keine Angst um die Art!— Der Vel ist zu schlecht! 4 Die deutsche Linde. 45 scürzlich erschien im Buchhandel eine hübsche ge Schrift von Otto Lohr, betitelt:„Die ade, ein deutscher Baum.“ In derselben führt Verfasser den Beweis, daß die Linde gleich Eiche ein deutscher Nationalbaum ist und 0 6 e ii ben Anfängen deutschen Geisteslebens unserem 8 „Nell lieb und werth gewesen ist. Wir ent⸗ „ enn minen der Schrift in freier Ausführung das 0 anressanteste wie folgt: Wenn von unseren i Rittern in begeisterten Hymnen die Eiche als wen, libild der gewaltigen Kraft und markigen bugsamkeit der Deutschen gefeiert wird, so Urpert die Linde die Gemüthswelt, die fried— e Seite des deutschen Volkes, wie sie auch ö 9 dem Naturkultus der alten Germanen der milden, gütigen Göttin Holda oder Berchtha und der Herka(Erka) geweiht war. Das Alter dieses Baumes wird auf 900 bis 1000 Jahre geschätzt. Wohl der älteste, ein Prachtstück, war die Linde bei Freising in Bayern, welche der heil. Corbinian vor 1200 Jahren gepflanzt haben soll und die im Jahre 1880 ein Sturm ver— nichtete. Die Blutlinde auf Burgfreienstein bei Wiesbaden wurde angeblich zur Zeit der Kreuz— züge gepflanzt. Gleiches wird von der Riesen— linde erzählt, welche bei einer alten Kapelle in Kappel in Kärnthen steht. Eine andere be— rühmte alte Linde steht in Neustadt am Kocher in Württemberg, deren Alter auf 700 Jahre geschätzt wird; nach Aufzeichnungen wurden ihre Aeste schon im Jahre 1448 mit 67 Säulen ge— stützt. Ganz vergessen hat der Verfasser bei seiner Aufzählung den mächtigen alten Linden— baum vor dem Dome in Braunschweig, den der Sage nach Heinrich der Löwe mit eigener Hand gepflanzt haben soll, weßhalb er vom Volks— munde„Heinrichslinde“ genannt wird, und der wie der eherne Löwe vor der Burg Dank— warderoda zu den Wahrzeichen der Stadt ge— hört. Ist auch jene Sage unverbürgt, so steht doch fest, daß dieser Baum, dessen Stamm einen Umfang von mehr als 20 Fuß hat, so alt ist wie der Dom selbst. Seine Berühmtheit reicht ins Mittelalter zurück und von seiner Popu— larität zeugt es, daß man ohne nähere Bezeich— nung von der„Linde in Braunschweig“ sprach und daß damit Jedermann in Niedersachsen wußte, welche Linde gemeint sei. Auch die drei „Göthe-Linden“ in Bad Wittekind bei Halle a. S., welche Göthe gepflanzt, seien hier angeführt. Viele Städte, Dörfer und Familien haben von ihr den Namen, so Lindau, Lindenau, Linderhof, Linden, Dreilinden, Heiligenlinden, Hohenlinden, Schönlinde, Lindhorst c. Von den Familien: Lindner, Lindemann, von der Linden, Linden— kron, Lindenschmidt ꝛc. Der Schatten der Linde war nach altem Volksglauben der Schauplatz des nächtlichen Treibens der Kobolde und Elfen und der Sagenkreis weiß eine Reihe von Kämpfen zu berichten, welche tapfere Recken oft mit Drachen oder Lindwürmern unter einer Linde bestanden. Siegfried, der volksthümliche Held der Deutschen aus der Sagenzeit, erlegte unter einer Linde den Wurm, ein Blatt dieses Baumes trug die Schuld an der einzigen verwundbaren Stelle seines Körpers, und unter einem Linden— baum hauchte er sein Leben aus, nachdem ihn der tödtliche Stoß des Verräthers getroffen. Auch noch andere ergreifende Scenen sieht die Linde sich abspielen, was Volkslieder bestätigen, wie die„Frau von Weißenburg,“„Der Ritter mit dem Tuche,“„Rosmarin,“„Die Linde“ ꝛc. Ueber— haupt kann das deutsche Lied die Linde nicht missen. Von den Dichtern erfahren wir, daß die Linde mit Vorliebe in der Nähe der menschlichen Wohnungen grünt und von den alten Schlössern und Burgen unzertrennlich ist. Aber nicht bloß „Burgen mit hohen Zinnen“ hat sich die Linde erkoren, auch über die bescheidensten Hütten breitet sie mit ihren dichten Zweigen ein duftiges Zelt aus, und der Aermste liebt sein Vaterhaus als „jene werthe Stätte, wo seiner Kindheit Linde stand.“ Viele Dichter, wie Goethe, Schiller, Wieland, Uhland, Voß, Hauff, Geibel, Schlegel, Chamisso, Freiligrath, Dingelstedt, Scheffel, Hamerling, Lenau, Keller, A. Grün, Gerok c., besingen die Linde in ihren Liedern. Das dichte, umfangreiche Blätterdach gibt der Linde den Charakter eines Saales, in welchem sich die Dorfbewohner versammlen zur Lust und Uuter— haltung, sowie zu ernsten Gesprächen und Unter— haltungen. Namentlich bei der Jugend war die Linde seit jeher beliebt als Spiel- und Tanzplatz. Schon im Mittelalter wurden im Wonnemonat unter der Dorflinde Tänze abgehalten, und zwar zu Ehren der Liebes- und Frühlingsgöttin Freia, doch auch in den umfriedeten Burggaͤrten drehten sich die züchtigen Schönen bei Maienpracht am Arme der Ritter. Auch liebte man es im Mittel— alter, in den Gipfeln großer Bäume, zumal der Linden, Zusammenkünfte abzuhalten. Zu diesem Behufe wurde in den weitergreifenden Kronen ein Podium errichtet, welches die Aeste trugen und das, mit einem Geländer versehen, eine Art Sommerpavillon bildete, der ebensowohl zum trauten Stelldichein wie zum Pokuliren mit lieb— werthen Gästen sich eignete. Julius Wolff er— erzählt davon in seinem„Rattenfänger“ manche schöne Scene. Frühzeitig diente auch schon die Linde als Gerichtsbaum. Unter der bekannten Vehmlinde bei Dortmund wurden bis in die neuere Zeit Gerichtsverhandlungen abgehalten. Es erschien der Platz unter einer altehrwürdigen Linde, durch deren Gipfel Hunderte von Jahren dahingerauscht, sehr geeignet für ernste folgen— schwere Geschäfte. Noch eine Bedeutung hat schließlich die Linde seit Menschengedenken für das deutsche Volk. Sie ist ihm geradezu zum Tempel der Liebe geworden. Unter ihrer däm— mernden, duftenden Wölbung kommen die Lieben— den zusammen und die Nachtigall im Geäst hört ihre Treuschwüre. In geweihten Stunden haben hier die Dichter gelauscht; und Erlauschtes wie Erlebtes hinterlegten sie in einem umfangreichen Protokolle mit der Inhaltsangabe Lenz— Liebe — Linde. So ist, wie der Verfasser zum Schlusse bemerkt, das ganze Leben hindurch die Linde dem deutschen Volke ein lieber Genosse, ein treuer Nachbar, ein verschwiegener Freund. Sagen, Märchen, Volkspoesie und Kuastdichtung schlingen sich um sie wie üppiger Epheu. Und so lange deutscher Sang fernerhin noch erklingt, wird auch die deutsche Linde unvergessen bleiben, sie und die Eiche: Deutschland hat ewigen Bestand, Es ist ein kerngesundes Land Mit seinen Eichen, seinen Linden! Bekanntmachung. In unserm Firmenregister ist heute die Firma„Abr. Haas“ zu Ober⸗Ros bach gelöscht worden. Friedberg am 22. Juli 1890. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Bötticher. Bekanntmachung. Friedrich Horr und Wilhelm Michel zu Friedberg be— treiben daselbst eine Gerberei unter der Firma Horr und Michel. Eintrag ins Firmenregister ist heute erfolgt. Friedberg am 22. Juli 1890. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. 2979 Bötticher. Bekanntmachung. Feist Löwenthal zu Friedberg betreibt daselbst seit Junt 1887 einen Pferdehandel unter der Firma F. Löwen⸗ thal. Eintrag im Firmenregister ist heute erfolgt. Friedberg am 22. Juli 1890. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Bötticher. 2972 2980 Die zum Küchenvau und zur Erweiterung der Wirth— schaftshalle am Kurhaus zu Bad-Nauheim nöͤthigen Bauarbeiten sollen auf dem Wege schriftlicher Anbletung vergeben werden und zwar: M. Pf Erd⸗ u. Maurerarbeiten, veranschlagt zu 11768 92 Steinhauerarbeiten 1974 29 Zimmerarbeiten 3289 70 Dachdeckerarbeiten 1431 65 Schreinerarbeiten 2116 71 Schlosserarbeiten 342t 06 Glaserarbeiten 1260 68 Weißbinderarbelten 3712 17 Spenglerarbeften 513 05 Pflastererarbeiten 312— Kanaltstrung 544 30 Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen auf unterfertigter Amtsstelle zur Einsicht offen, wohin auch die Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen bis längstens ö Montag den 4. August 1890, Vormittags 11 Uhr, postfrei einzureichen sind. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. 2986 Kranz. — — — — CENTRALVERWAL TUNG: FRANKFURT A. M. Kellereien unter königlich italienischer Staatscontrole in Frankfurt a. M., Berlin, Hamburg, München. 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