* * un, J* 4 8 — Mar patren 1390. Samstag den 23. August. 2 909. Oberhessischer Anzeiger. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. ird hi d in Bad⸗N im Montag, Mitt: 23 1 2 * Freitag n 1218 Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Unnoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Herbstübungen in 1890. Friedberg den 20. August 1890. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die Herbstübungen erstrecken sich dieses Jahr im Kreise Friedberg nur auf das Terrain zwischen Münzenberg und Staden nach Büdingen u und zwar werden daselbst Brigade-Manöver staitfinden. Während des Marsches zu den Herbstübungen, während der Brigade-Manöver, sowie ach dem Schluße des Manövers auf dem Marsche in die Garnisonen, sind für die nachstehenden Gemeinden die dabei angegebenen Einquartier— ungen vorgesehen. Wahrend der Brigade-Manöver findet Verpflegung aus Magazinen statt; welche Gemeinden und Tage dies betrifft ist in der Spalte Bemerkungen“ angegeben; in allen übrigen Fällen erhalten die Mannschaften Quartier mit Verpflegung und die für die Pferde erforderliche Fourage ist von den Gemeinden zu liefern. Da wo Magazinsverpflegung eintritt, werden die Lebensmittel möglichst früh am Tage, jedenfalls vor dem Eintreffen der Truppen, durch ie Quartiermacher in die bezüglichen Ortschaften gebracht worden. Es würde sehr im Interesse der Truppen wie auch wohl der Quartiergeber zegen, wenn diese letzteren sich wie bisher, bereit finden ließen, die betr. Lebensmittel entgegen zu nehmen und rechtzeitig für die einzuquar— erenden Mannschaften zuzubereiten. . — — — — * 28 — . — abstimmen, werden als für die Bereinigung stimmend angesehen. ain Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere be Sie wollen das Weitere hiernach veranlassen. Dr. Braden. P. I Stärke.* 7 Wird belegt 2 Wird belegt 2 Ortschaft. A 1 2 Bemerkungen. Ortschaft. 8 5 Bemerkungen. 6 5 2 5 mit am 6 mit am— 8 E EE Assenheim Stab Hus.⸗Rgts. 13 und 5 22. Sept 7105 124 Nieder-Wöll⸗ I. Batt. Feld Art.-Regts. 25 2. Sept. 4 88 64 1. Eskad.. 1 stadt 2. Eskad. Hus.⸗Regts. 13 22. Sept. 5115 127“ Zod-Bauhelm J. Gskab. Drag-Regts. 21 5. Sept. I 5118 131T[“[Ob. Florstadt ½ Comp. 1¼116 I. Sept. J 2 60[Mag. ⸗Verpfl. Jeienheim 11½ 3. Eskad. Drag. Regt. 24 9., 10. Sept. 3 62 710 Mag. ⸗Verpfl. Okorben 14. Eskad. Drag.⸗Regts. 24 5. Sept. 12 57 63 Aruchenbrückens/ 5. Eskad. Hus.⸗Regts.13 22. Sept. 3 58, 64J' I Ober⸗Rosbach Telegraphen Detachement 5. Sept. 5 N Zutzbach Stab Drag.⸗Regts. 24 6, 7. Sept. 4 13 20 Petterwesl[124 Cskad. Drag.-Regts. 24 5. Sept. 3631 2. Eskad. Drag.⸗Regts. 24 5,119 133,7. u. 8. Sept. Reichelsheim Stab 49. Inf. Brigade 9., 10. Sept. 2 6 5 Wag.⸗Verpfl. 4. Eskad. Drag. Regts. 24 5 120134] Magazin-Ver⸗ Stab Inf. Regts. 116 4 57 8 es pflegung. 1 Comp. 11/116 4120 1 1 a Sept. 5120184/ 4. Eskad. Drag. Regts. 24 1 28 31 N n eee Ai Telegraphen-Detachement 1135 8 Friedberg Stab I. Abth. Feld⸗Art.⸗ 5. Sept. 3 97 10 246 53 Regts. 25 5. 2. Bat. Feld⸗Art. Regts. 25 4 88 65 8 i 116 11. Sept. 9 6 Mag.⸗Verpfl. . Art. ts. 6 89 65 Fomp. 1 8 3. Batt. Feld Art. Reg 0 13 186136 Telegraphen-Detachement 1 6 8. Sep. 4 57 8 Magazin. Der 5 8 Damb Stab Inf.-Regts. 11 8. Sept. Ver⸗ 5 8. den, e 12248 50 pftegung. Nodbeln. 3.. 1. Gskad. Huf-Regts. 13 22. Sept 1002800258 Telegraphen-Detachement 1 350 8 Södel 1 Comp. III 116 9., 10. Sept.] 4120 1. Mag. Verpfl. 17.340 21 Stab I. Abth. Feld⸗Art⸗ 3855 ——— Regts. 25 30 9 6 Droß Karben[Stab Drag.⸗Regts. 24 5. Sept. 4 13 20 2. Batt. Feld⸗Art.⸗Regts. 25 4 88 65 6% 2. Eskad. Drag. Regts. 24 4 91103 11217 72 VT Staden I Comp. 1/115. 9, 10. Sept. 401200 11 Mag- Verff. Mbenssadr/ 5. stab. Hus-Negts. 1 22. Sert. Weckes heim[I Comp. IIL/116 9, 10. Sept.] 4120, 1 Mag.-Verpfl. Aale Kerben 12. Gskeb. Drag- Regt 24 5. e, eee eee e e de Nee e eee eee 8 Lurch Göns J Stab und 1 Comp. III 156 7. Set 28 Nader. Wölfersheim J Stab und 4 Comp 11178 9, 10. Sept. 8189 63 Mag. Verpft. Nelbach Comp. III/116 9., 10. Sept.] 4 120 1] Mag. Verpfl. 3. Batt. Feld⸗Art.⸗Regts. 25 6 89 65 ½ 8. Eskad. Drag. Regts. 24 2 56 60 18 217 69 176 6 JCCCC0C0ç0T00Tbb((TTTbbTTTTbb N 5 N g Wohnbach 1 Comp. 11/115 8. Sept. 4 120 1 Mag.⸗Verpfl. Nünzenberg J Stab 49. Inf. Brig. 8. Sept. 2. 6. 5 Mag. ⸗Verpfl. 1. Batt. Feld-Art. Regts. 25 4 88 64 . n 7 5 e ,, 8 20 Ated.⸗Florstadt[ Stab und 2½ Comp. 11/1160 11. Sept. 1508“ 6l Mag.Verpfl. 8 208 65 Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß von Montag den 25. l. Mts bis Montag den 1. September l. I., einschließlich auf ver Kreisstraßenstrecke— Staatsstraße Fauerbach bis Gorbelheimer Mühle— die Dampfwalze behufs Einwalzung des Deckmaterials in Betrieb zesetzt ist. Das Befahren dieser Straße mit Fuhrwerken in der obengenannten Zeit ist daher bei Meidung von Strafe untersagt. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der zunächst gelegenen Orte wollen dies in ortsüblicher Weise veröffentlichen. i Friedberg den 21. August 1890. wtönhesogt eee Friedberg. T.. Getreffend: Feldberelnigung in der Gemarkung Bauernheim II. Sache. Bekanntmachung. i 5 ff an 1 Einleitung des rubre. Verfahrens beantragt, solches von der Großherzoglichen Oberen landwirthschaftlichen N als ulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Commissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zr en her betheiligten Grundbesitzter auf Samstag den 13. September l. J., Vormittags von 10-11 Uhr, in das Ratbhaus zu e 1 eraumt. Diejenigen betheiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevo mächtigte 1 ichzeiti dere i lermit die außerhalb des Bereinigungsbezirkes wohnenden Ausmaͤrker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen im Gleichzeitig fordere ich h berh 11 sondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens ee N 55 0. Der Vollzugs⸗Commissaͤr: Frlebberg den 19. August 189 Dr. Wallau. 3264 Betreffend: Feldbereinigung in der G Nachdem die Einleitung des rubre. Verf lässig erachtet und der Unterzeichnete zum Comm der betheiligten Grundbesitzer auf Mittwoch abstimmen, 1 Gleichzeitig fordere ich hiermit die auße Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, Friedberg den 19. August 1890. 3265 Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Melboch. Freitag den 29. August l. J., der neuen Grundstücke im III. Felde statt. enthalten und vom Eigenthümer finden können, welche auch ein thatsaͤchliches Zuf Friedberg den 21. August 1890. Die 3268 Steckbrief. Gegen den Ludwig Debo, 25 Jahre alt, aus Idste daß er, in der Absicht sich einen rechtswidrigen Vermöͤgensvortheil zu ver Betrag von etwa 4 Mark 20 Pfennlg dadurch beschädig er dem Genannten am 20. Junt l. J. auf einmal 3 Paar Schuhe zur Reparat die bis zum darauffolgenden Sonntag erfolgen sollte, alsbald zu entrichten, letzt sich mit denselben 2 Tage später von Nieder Erlenbach heimlich entfernte, Haftbefehl erlassen worden. Vilbel vorführen und sofort Nachricht anher gelangen zu Person, bezüglich deren Aufenthalt Auskunft beg Erledigt. Friedberg den 19. August 1890. emarkung Okarben II. Sache. den 10. September, in d Ok. Diejenigen betheiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigg werden als für die Bereinigung stimmend angesehen. 9 Vormittags von 9 bis 10 Uhr, unterschrieben sein. Das Ausschreiben gegen Ludwig Villmeter von Huckelhetm, durch — Bekanntmachung. ahrens beantragt, solches von der Großherzoglichen Oberen landwirthschaftlichen Behörde als zu ssär zur Leitung der Abstimmung ernagut worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmug Vormittags von 10 bis 11 Uhr, in das Rathhaus zu Okarben anberaum ö 1 1 Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen i Verfahrens nicht mehr erfolgt. Der Vollzugs Commissär: Dr. Wallau. des Bereinigsbezirkes wohnenden rhalb da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Bekanntmachung. findet die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zutheilung Flur und Nummer der zusammenzulegenden Parzelle in erster Linie Berücksichtigung Wünsche sind schriftlich einzureichen, müssen Ausdrücklich hervorgehoben wird, daß diejenigen Wünsche ammenlegen der Grundstücke eines Besitzers bezwecken. N Der Vollzugs-Commiissär: 1 Dr. Wallau. in im Taunus, ist von Großh. Amtsgericht Vilbel unterm 16. Juli 1890, wegen der Anschuldigung schoffen, das Vermögen des Schuhmachers Johann Heinrich Michel zu Nieder-Erlenbach um din urch Vorspiegelung falscher oder Unterdrückung wahrer Thatsachen einen Irrthum erregte, indem ur übergab mit dem Versprechen, den Betrag der Reparaturkosten bei Rückgabe der Schuht, eres jedoch, obwohl ihm die Schuhe, wie verabredet, überliefert wurden, nicht that, sondeg Es wird ersucht den ꝛc. Debo zu verhaften, Großh. Amtsgerichl t habe, daß er d lassen. ehrt wird: Georg Steinbocher, angeblich aus Londorf, zuletzt Fahrknecht bei Pachter Schwind in Nieder⸗Wöllstabt Gendarm Scheer in Ober Erlenbach. N 9 Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer Deutsches Reich. Darmstadt. Der Bremser bei den Oberhess. Bahnen Schlitt wurde zum Schaffner ernannt; dem Schul amts- asp. Rothmann aus Framersheim die Lehrerstelle zu Bechtolsheim, dem Schulverwalter Ellert zu Nack die Lehrerstelle daselbst übertragen; der auf die Lehrerstelle zu Güntersfürst präs. Schulamtsasp. Löw aus Erlen bach bestätigt; die Hilfswärter Bornemann aus Utphe und Damm aus Stangenrod zu Bahnwärtern bei den Oberhess. Bahnen ernannt; dem Geometer 2. Kl. Hensing aus Darmstadt das Patent als Geometer 1. Kl. für den Kreis Darmstadt ertheilt; dem Schulamtsasp. Buß aus Eberstadt eine Lehrerstelle zu Leihgestern, dem Schulamtsasp. Lantelme aus Rohrbach eine Lehrerstelle zu Affolderbach, dem Schulamtsasp. Hoch aus Fürstfeld eine Lehrerstelle zu Großen-Linden, dem Schulamtsasp. Schmuck aus Ober-Hilbersheim eine Lehrerstelle zu Wendels⸗ heim, dem Schulverwalter Wollweber zu Freimersheim eine Lebrerstelle zu Kostheim, dem Schulamtsasp. Muhl aus Friedberg die Lehrerstelle zu Haarhausen übertragen; der Kreisamtsgehilfe Allendorf zu Gießen, auf Nachsuchen, und der Steueraufseher Seibert zu Wörrstadt entlassen; der Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen Spamer, auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, in den Ruhestand versetzt. Gestorben sind: der Salzmagazinsverwalter Strauß zu Darmstadt; der Schul— lehrer Södler zu Dauernheim; der Gerichtsvollzieher Kaiser in Mainz; der Justizrath Dr Lembke zu Darm- stadt; der Palaisverwalter Heuß daselbst; der Gymnasial⸗ direktor Boßler daselbst; der Registrator Döpfer daselbst; der Ober⸗Rechnungsreoisor Garnter daselbst; der Prä- parator am Museum Schmidt daselbst; der Schullehrer Seib zu Ober-Ingelheim. — Miltitärdienstnachricht. Spieß, Sek ⸗Lieut. der Res. des 2. Gr. Inf.⸗Regts. Nr. 116, wurde der Abschied bewilligt. Berlin. Der bereits formulirte Entwurf der neuen preußischen Landgemeinde-Ordnung umfaßt, wie der„B. C.“ hört, 140 Paragraphen. Derselbe ist von einer ausführlichen Denkschrift und zahlreichen, zumeist statistischen Anlagen begleitet. Es wird die Landgemeinde-Ordnung eine erhebliche Verringerung der Zahl der selbst— ständigen Gutsbezirke in Vorschlag bringen. Kiel. Nach den bis jetzt getroffenen Dis— positionen wird der Kaiser am 28. ds. Mts. hier eintreffen und sich am Abend desselben Tages mit Extrazug nach Potsdam begeben. Am 2. September wird der Kaiser wegen des Be— suches der österreichischen Flotte hierher zurück— kehren und soll dann ein officieller Empfang stattfinden. Am 3. September paradiren die Flotten vor dem Kaiser. Fulda. Die Bischofsconferenz wird sich u. a. auch mit der Sperrgelderfrage und der Vereinbarung eines gemeinsamen Hirtenbriefes gegen die Socialdemokratie befassen. Hamburg. Wie es hier heißt, ist der Plan einer Befestigung von Helgoland vorläufig aufgegeben worden. Kaiserslautern, 20. Aug. Nach dem Endergebniß der Reichstagsersatzwahl ist eine Stichwahl zwischen Brunck(nationalliberal) und Grohé(Volkspartei) erforderlich. Nürnberg, 21. Aug. Dr. Peters und worden. lichung seiner Worte als eine Indiskretion, er serzählen; die Zahl der gefallenen Opf Borchert sind heute hier angekommen und von Cabinet erlassen, welche alle Beschwerdepunkte einer ungeheuren Menschenmenge auf das Serbiens gegen die Handhabung des Handels- stürmischste begrüßt worden. Morgen Abend vertrages und die Maßregeln an der ungarischen findet ihnen zu Ehren ein Festessen statt. Grenze zusammenfaßt. Dieselbe gipfelt in dem Dr. Peters trifft Montag in Berlin ein; eine Satze, Deputation begrüßt denselben in Jüterbog. des Handelsvertrages begangen werde. Rußland. Narwa, 20. Aug. daß durch ein solches Vorgehen ein Bruch Minister: Ausland. v. Giers wurde gleich nach seinem Eintreffen Oesterreich-Ungarn. Wien. Zu den in Narwa zum Zaren zum Vortrag befohlen. herbstlichen Jagden im Murzsteger Reviere, Wie verlautet, beriethen Giers und Caprivi. welche alljährlich vom Kaiser für die ersten am Abend des 17. Aug. ¼ Stunden mit einander.“ — Der gestrige erste Manövertag begann be starkem Regenwetter; es klärte sich erst gegen! 11 Uhr Mittags auf, als das Gefecht bereit im vollsten Gange war. von Jamburg vorgegangene Westarmee wurd geworfen und mußte schließlich auf zwei neui erbauten Jochbrücken über den Lugafluß unter: dem stärksten feindlichen Feuer zurückgehen. Uamittelbar darauf, um 12 ½ Uhr, wurden beide: Brücken mittelst Pyrozilin gesprengt. Die Wirk⸗ ung war furchtbar: beide Brücken waren im Augenblick an je drei Stellen vollständig zerstört. Die allerhöchsten Herrschaften sahen der Spreng'! ung von einem auf einer Uferhöhe errichteten Pavillon zu. Der nachdrängende Feind wurde durch zahlreiche in den Fluß versenkte Minen aufgehalten. Die Sprengung der Brücken unde die Explosion der Minen bot einen großartigen Anblick dar. Der Feind schaffte schließlich Pon; tons heran und setzte auf denselben über den Fluß. Damit waren die gestrigen Manöver beendet. Bei den Sprengungen waͤhrend der: Manöver(Pontonbrücken und Wasserminen) drückte dem„B. T.“ zufolge die russische Kalserin selbst den Knopf der elektrischen Leitung.— Beli Beginn des heutigen Manövers zwischen Jama burg und Weimarn griff das Westcorps das! Ostcorps an, welches seine Position vertheidigtt, schließlich aber dem energischen Gesammtanguff des gegnerischen Corps unterlag. Dasselbe da sich hinter Weimarn zurück, auch hier von del Kavallerie des Westcorps verfolgt. Nach Schluß, Italien. Rom. Aus Triest verlautet, daß des Manövers nahmen die allerhöchsten Her man in dortigen italienischen Kreisen an Stelle schaften auf dem Manöverfeld das Frühstück en des aufgehobenen Vereins„Pro Patria“ eine und kehrten alsdann nach Narwa zurück. Morgell““ neue Vereinigung zu gründen plane, die den ist Ruhetag.— 21. Aug. Kaiser Wilhelm empfing. Namen„Nationale Liga“ erhalten solle. heute Vormittag aus Narwa, Reval, Moskau Türkei. Erzerum. In Armenien soll es und Petersburg deutsche Deputationen. Kaiser⸗ zu neuen blutigen Streitigkeiten gekommen sein. Wilhelm und Kaiser Alexander sind um 1½ Uhe Die„Daily News“ erhält Mittheilungen von nach Gomontowo abgereist. Die Manöver enden hier, welche von einer Christenmetzelei in Musch morgen bei Gomontowo. Das Ostcorps con er sei centrirt seine sämmtlichen Kräfte bei Gomontoweh noch unbekannt, aber angeblich groß, persische und Tscherkowice und wird voraussichtlich das Truppen seien auf dem Marsche nach der tür-Westcorps in der Hauptschlacht zurückwerfen. kischen Grenze begriffen. Wie es heißt, treffen beide Monarchen morgen Serbien. Belgrad, 20. Aug. Die serbische Abend mit den anderen Fürstlichkeiten in Peters Regierung hat heute eine Note an das Wiener hof ein. Kaiser Wilhelm und Kaiser Alex andes Octobertage angesetzt werden, sind, wie es heißt, auch in diesem Jahre hohe fürstliche Gäste geladen Der deutsche Kaiser und König Albert von Sachsen werden bei diesen Jagden erscheinen, für welche bereits von dem betreffenden Forst— personal entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Pest. Nach einer Depesche des„Berliner Tageblattes“ von hier theilte der Abgeordnete Abranyi aus Käsmark telegraphisch mit, daß er mit Eilzug nach Kissingen abgereist sei, um die Angelegenheit des Interviews, die wie er behauptet, auf Irrthum beruhe, peirsönlich zu ordnen. Vor seiner Abreise erklärte Abranyi, dem„Budapesti Hirlap“ zufolge, Persönlichkeiten aus Bismarcks Umgebung hätten ihm gesagt, der Fürst betrachte von jetzt an die Veröffent— werde einer solchen jedesmal schonungslos ein Dementi entgegensetzen. Dennoch habe Abranyi ein solches Vorgehen nicht erwartet. Daß hieran kein wahres Wort ist, darf man wohl als sicher annehmen. Belgien. Mons, 21. Aug. In Borinage brach heute ein ausgedehnter Arbeiter-Ausstand aus. Die Zahl der Streikenden beläuft sich auf etwa 5000. Die Socialisten begünstigten den Streik. Die öffentliche Ruhe wurde bisher nicht gestört. Spanien. Madrid. Die Königin unter— zeichnete die Ernennung des Grafen Bannelos zum spanischen Botschafter in Berlin. Die stark bedrängtenß —— 1 1 bod N 0 ö e 2 ———— —— 1 Amerika. Newyork. Die Pariser Gesandt⸗ kamm, nach welchem der ie Leitung der Geschäfte und wird die Wahl ussen. Meldung des Reuter'schen Bureaus zufolge fand kͥheder zu unterstützen. Gleiche Versammlungen erden demnächst in anderen Städten einberufen verden. und der Lebensmittel steigen rapid. ürchtet, daß sich der Streik auch auf andere pandelszweige ausdehnen wird. Die Ruhe wurde isher nirgends gestört. 4 ner offenbar durch nube. Netz Mainz(Milttär-Brieftauben⸗Statton Metz Mainz). Durch Vermittlung des Großh. Kreisamts wurden die sichtigten vor ihrer Abreise zu den Manövern gehend die Fabrikanlagen Polewzew's und die krñhnholmer Manufaktur. Die Kaiserin be— achte die Schulen. paft von Guatemala empfing ein amtliches Tele— Friede mit San Sal— dor unterzeichnet ist. Der legitime Viceprä— dent von San Salvador, Dr. Ayala, übernimmt nes verfassungsmaͤßigen Präsidenten vornehmen Melbourne, 21. Aug. Einer Australien. ine Versammlung von 400 Schiffspatronen statt. luf derselben wurde einstimmig beschlossen, die Die Preise der Kohlen, des Zuckers Man be⸗— Aus Stadt und Land. wi. Friedberg. Der Landwirth Franz Roskony zu Ober Wöllstadt fand neulich auf seinem Acker die Federn einen Raubvogel zerrissenen Brief— Die Federn waren gestempelt mit M. B. St. sedern dem Königl. Festungsgouvernement zu Mainz über— endet und hat der Gouverneur von Mainz, General- zeutenant v. Reibnitz, dem genannten Landwirth Roskony einen besonderen Dank für Ablieferung der Federn aus— prechen lassen. Cs ist sehr zu wünschen, daß Jeder, der zolche Ueberreste von Brieftauben findet, die gestempelten Federn durch Vermittlung der Bürgermeisteret oder Gen⸗ armerie zur Ablieferung bringt, da es für unsere mili— Arischen Brieftaubenstatsonen von großer Wichtigkeit ist, u wissen was aus den ausgebltebenen Brieftauben ge— worden ist und wo und wann sosche gefunden wurden. bd. Bad⸗ Nauheim. Montag den 25. August indet eine theilweise Beleuchtung des Parkes und Feuer— werk statt. k. Butzbach. An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters züchel wurde zum Direetor für die Bezirkskasse Butzbach zes Mathildenstifts Friedberg⸗Butzbach der seitherige lellvertretende Director, Adam Melchior dahier, gewählt. Rimbach. Ein 72jähriger kinderloser Wittwer aus inserer Nachbargemeinde Mörlenbach schloß unlängst in Worms mit einer 70jährigen, ebenfalls kinderlosen Wittwe zen Lebensbund. Da die Brautleute verschiedener Con⸗ zession waren, erkundigte sich pflichtgemäß der amtirende Heistliche nach der Religton der aus der Mischehe etwa zervorgehenden Kinder. Mit bewunderungswürdiger Nat— zität erklärte bierauf die„junge“ Braut:„Die Buben werden wie mein Mann und die Mädchen wie ich!“ Allerlei. Karlsruhe, 18. Aug. Der hier wegen des im zroßh Schlosse zu Bruchsal verübten großen Diebstahls en Untersuchungs haft sitzende Kaufmann Jenke von Mann⸗ helm, welcher auch in Frankfurt mehrere Brillantendieb— gähle ausgeführt, hat gestern in Gemeinschaft mit zwei Mitgefangenen einen Mordversuch auf den Gefangen⸗ Wärters dessen Schlüssel an sich zu reißen und damit 170 per Pfd. 14— 16 Pf., do. geschälte 16—17 Pf., frlsche Frethelt zu erlangen. Dem Wärter gelang es jedoch, zu Erbsen per Pfund 10— 14 Pf., Linsen 15— 25 Pf. entkommen und sofortige Hilfe herbetzuschaffen. weiße Bohnen 16 20 Pf., Butter per Pfo. M. 1 151.30, Ochsenfurt, 18. Aug. Im benachbarten Gau-] Eier das Stück 4—8 Pf., Blumen kobl hiesiger 30—70 Pf a königshofen wollte gestern Nacht der dortige Pollzeldtener. Höfner eine durchziehende Zigeunerbande kontrollren, wobei ihm einer der sauberen Gesellen mit einem Messer den Unterleib aufschlitzte. Einige Bürger, welche ihm 4—5 Pf., do weiße 8— 10 Pf., hiesiger Kocfsalat 2 bis zur Hilfe eilten, wurden von der Bande ebenfalls mit 3 Pf., französischer Sellerie 40— 50 Pf., Gurken per blanken Messern bedroht, so daß man Sturm läutete und Stück 5— 6 Pf., Kohlrabt per Stück 2— 3 Pf., die Feuerwehr alarmirte, worauf die Bande nach Volks— grüne Bohnen per Pfd. 8— 12 Pf., kleine Salatbohnen hausen zu flüchtete. Die Feuerwehr setzte ihr aber nach, 10—15 Pf., gelbe Rüben der Pack 4—6 Pf., Endivien⸗ holte sie ein und nach einem erbitterten Kampfe, in salat 6— 12 Pf., Eskarol 8— 10 Pf., Wirsing 8— 15 Pf., welchem dem Feuerwehr⸗Commandanten eine Fingerspitze Weißkraut 10—20 Pf., Rothkraut 12— 30 Pf., Einmach— abgebissen wurde, gelang es ihr die Zigeuner zu über- gurken 100 Stück M..20—1 50, Essiggurken 100 Stück wältigen und gefesselt unter Begleitung von drei hlesigen 60— 70 Pf., Obst, korbweise per Pfd.: Johannistrauben Gendarmen ans Amtsgericht in Aub auszuliefern. Der 25—28 Pf., Stachelbeeren 12 Pf., Preißelbeeren 16 Pf., auf den Tod verletzte Polizeidtener ist der Ernährer Pflaumen 14 Pf., Zwetschen 18 Pf., Mirabellen 22 Pf., einer 7 Köpfe zählenden Familie Aprikosen 45 Pf., Reineelauden 24 Pf., Pfirsiche 35 Pf., Hamburg, 21. Aug. Die Segellustyacht„Senta“, Aepfel 14 Pf, Birnen 12—18 Pf, Trauben 50 Pf. welche bei der Travemünder Regatta am Sonntag den* 5 8 r 2 zweiten Preis errang, ist auf der Helmresse gesunken. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. 2. Sonnrag nach Trinitatis. Zwei Mann sind ertrunken. 0 Görlitz, 20. Aug. Der Zittauer Zug stieß bei Pfarramtswoche Herr Pfarrer Velte. Gottesdienst in der Stadtkirche. Kratzau mit einem Bauzug zusammen. Vier Waggons wurden zertrümmert, zwei Personen schwer und mehrere Vormittags 10½ Uhr: Herr Candidat Scheuermann. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Ritter. leicht verletzt. Posen, 21. Aug. Im Dorfe Wttatowen, Kreis Hottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin. Tremessen, entstand auf bisher unaufgeklärte Weise Feuer. Durch eine Feuers⸗ Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Velte. Romainsalat 10— 20 Pf., neue grüne Zwiebeln das Päckchen 3 Pf zneue gelbe Zwiebeln per Pfund 14— 16 Pf, Carotten das Päckchen 10— 12 Pf., Rettig schwarze das Stück wurden ein Raub der Flammen. Friedland(Mähren), 20. Aug. brunst wurden 22 Häuser und die Kirche eingeäschert. Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen. 2 Bern, 20. Aug. Gestern Abend gegen 9 Uhr wurde Katholische Gemeinde. das Jouxthal(Kanton Waadt) von einem furchtbaren Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht. Sturmwind heimgesucht. In Brassus wurden an etwa Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; ¾7 Uhr: Austhetlung 50 Häusern die Bedachungen und obersten Stockwerke der heil. Communkon. zerstört. In Le Sentter wurden über 100 Häuser be— 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. schädigt, andere gänzlich zertrümmert. Die Waldungen 2 Uhr: Christenlehre und Andacht. sind in einer Länge von 20 Kilometer und einer Breite 5. Zum 2. September! von 200 Meter wie wegrasirt; hunderte von Weidethteren Wie in den vorderen Jahren, kommen wir auch in wurden getödtet. Die telegraphische Verbindung ist unter⸗ brochen. Paris, 20. Aug. Ein großer Theil des nordwest- diesem Jahre zum bevorstebenden Nati fest am 2 S lichen Frankreich wurde Montag Abend durch einen furcht⸗ 1 mit 55* e e e Invaliden baren Cyklon heimgesucht. Die Stadt Dreux ist haupt“ und die Hinterbliebenen gefallener Soldaten des sächlich betroffen worden, 500 Häuser sind dort schwer Krieges 1870/1. Ueberall, wo man an jenem Tag, in beschädigt, 20 vollständig zerstört worden. Verschtedene Gotteshäusern oder bei sonstigen Vereinigungen, dieses Personen wurden getödtet und verwundet. Fest feiert und sich dessen erinnert, was vor zwanzig Rotterdam, 20. Aug. Der gestrige Abend Per- Jahren geschah, möge man auch jener Opfer des Krieges sonenzug nach Zandvoort ist entgleist. Der Heizer wurde dankend gedenken und durch Gaben je nach Vermögen getödtet und mehrere Passagiere verwundet. dazu beitragen, daß ihr Loos auch weiterhin verbessert Boston, 20. Aug. Durch einen Elsenbahnunfall in werde. Wir bitten insbesondere, wie früber, die evange⸗ der Nähe des Bahnhofes Quiney wurden 15 Personen lischen Pfarrämter und Kirchenvorstände, gemäß getödtet, 23 andere verletzt. 2, der ihnen von Großherzoglichem Ober⸗Consistorium er⸗ Newyork, 20. Aug. Ein Typhon zerstörte in Wil“ theilten Erlaubniß, bei den detr. Festgottesdtensten Colleeten kesbarre(Pennsylvanien) gegen 100 Häuser; gegen 40 für jenen Zweck zu erheben Unsere Zweigvereine Personen sollen getödtet, 100 verletzt sein. Das Dorf ersuchen wir, wie seither möglichst für Verbreitung dieser Summerville wurde vollständig zerstört, mehrere andere Ansprache und Durchführung unserer Idee zu wirken Dörfer des Wyoming Thales wurden beschädigt. insbesondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen aufzu⸗ New ⸗Pork, 19. Aug. Eine Schaar Räuber plünderte stellen. Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von den Geldschrank des Expreß Wagens eines Zuges der[Sammlungen zu übermitteln haben, bitten wir, dieselben Missourt Pacific Eisenbahn bei Otterville, Missouri, be- durch Posteinzahlung an unseren Schatzmeister, Herrn lästigte jedoch die Fahrgäste nicht. BBrandversicherungs-Rath Hechler dahier einzusenden. Ottawa, 18. Aug. Der Leuchtthurm in Point Rich, Darmstadte den 14. August 1890. Dreizehn Wohnhäuser und fünfzehn Wirthschaftsgebäude Katechismus lehre. an der Westküste Neufundlands, der Eigenthum der eana— dischen Regierung war, brannte am 15. d. gänzlich nieder. Es wird nicht möglich sein, den Thurm vor dem nächsten a Der Vorstand des Hülfsvereins für die Krankenpflege ꝛc. der Soldaten im Felde. Frühjahr wieder aufzubauen. Handel und Verkehr. Ein schönes möblirtes Zimmer wärter verübt, in der Absicht, nach der Ermordung des Frankfurt, 20 August. Wochenmarkt. Erbsen ganze zu vermiethen. 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Wir ent⸗ eehmen dieser Betrachtung das, was Nußbaum 50 2 der Ernährung sagt:„Eiweißhaltige Nahrung gat den größten Werth. Gutes Fleisch erhaͤlt aher am besten die Kraft. Aber auch das flanzen Eiweiß in gutem Brod ist werthvoll. Indere Nahrungsstoffe, Fette, Vegetabilien sind um Leben ebenso unentbehrlich, da sie von dem ungeathmeten Sauerstoff verbrannt werden und erdurch Wärme erzeugen. Wir bedürfen aber Ann auch noch Aschen und Wasser, welch' letzteres nz unentbehrlich ist, weil es den Hauptbestand— bell aller Organe ausmacht und alles lösen nd durchtränken muß. Durch Ausathmung, urch Schweiß und Urin verliert jeder Mensch glich über einen Liter Wasser und die Gewebe rürden ohne neue Wasseraufnahme geradezu ver— nocknen. Gewürze, Bier, Wein, Kaffee, Thee ud Schnaps und Anderes, was oft wenig ahrungsstoff enthält, bedürfen wir, um unsere berven zu beleben. Gemischte Nahrung ist die wpeckmäßigste. Man kann mit der werthvollsten kbiweißnahrung allein nicht bestehen. Die Be— Arfnisse sind namentlich nach dem Lebensberuf cht verschieden. Der Holzknecht, welcher den anzen Tag mit schweren Baumstammen umgeht, darf neben einem kleinen Stück Fleisch viel hemüse, Brod und Fett und namentlich viel Flüs— igkeit, weil er bei seinen großen Anstrengungen zel Wasser abgibt. Ein Gelehrter hingegen, er den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, wird am und Gemüse, damit er seinen Darm nicht so belästigt. Vergleicht man das monotone Leben eines Schäfers mit dem aufgeregten Zustande eines commandirenden Generals, so wird man einsehen, daß der erstere die Reizmittel gewiß nicht braucht, welche dem zweiten Bedürfniß sind. Gewohnheit und Geschmack haben auch großen Einfluß. Man kann den Magen nach und nach durch unmäßiges Essen recht ausdehnen und den Geschmack durch Leckerbissen verderben. Im Durchschnitt hat jede Speise ihr Angenehmes. Ein gutes Trinkwasser ist ein prächtiges Ge— schenk für eine Stadt. Je tiefer es liegt, desto frischer und gleichmäßiger ist es. Viele Leute trinken keinen Tropfen Wasser, sondern nur Bier und Wein ꝛc. Empfehlenswerth ist solche Lebensart nicht, doch scheint sie, wenn kein Ueber— maß genossen wird, oft unschädlich zu sein. Die Trunksucht ist aber ein furchtbares Laster; der Gottesacker, das Zuchthaus und das Irrenhaus liefern die Beweise für diesen Ausspruch. So— wohl die Nahrung, welche wir genießen, als auch der Sauerstoff der eingeathmeten Luft kommen in das Blut und fließen zur Ernährung aller Organe im ganzen Körper herum. Jedes Organ, das arbeitet, wird reichlich von Blut durchtränkt. Wenn daher ein Organ hauptsächlich thätig ist, so wird dasselbe bald wegen fortwährend, strotzenden Blutgefäßen mehr oder weniger leidend und andere Theile, welche deßhalb zu wenig Blut bekommen, stehen dann nicht mehr im Gleich— gewicht; wenn man daher mit einem Organ übermäßig arbeitet, so fehlt die gleichmäßige besten Fleisch und Eier wählen und wenig Brod Blutvertheilung und Gesundheit ist nicht möglich. Vorzüglich aber sind es die 300 Muskeln des Menschen, welche den Hauptherd für die Er— nährung des Menschen bilden und in welchen der Stoffumsatz vor sich geht, welche der geistig Thätige nicht vergessen darf. Sich Bewegung zu machen, wodurch wir die Centralorgane entkasten und das Blut in die 300 Muskeln in Arme und Füße treiben, ist für jeden Menschen eine Bedingung des Wohlbefindens. Jeder Mensch soll täglich so viel Bewegung machen, daß er in Transpiration kommt. Ganz besonders gesund ist die Bewegung in frischer Luft; Bergsteigen, im Garten arbeiten, Velociped fahren gehören zu den wirksamsten Heilmitteln gegen Neurasthenie, gegen die moderne Ueberreizung der Hirn- und Rückenmarksnerven, welche in unserer überhetzten Zeit alle Stände, Geschlechter und Alter befällt. Endlich muß ich noch ein kummerfreies, heiteres Gemüth zu den Bedingungen zählen, welche ein gesundes Leben zu führen helfen. Der Mensch hat es viel in seiner eigenen Hand, wie man ihm entgegenkommt. Wer seinen Mitmenschen hart und stolz entgegenkommt, wird von denselben auch nicht liebevoll behandelt werden. Wer gegen seine Untergebenen wohlwollend und freigebig ist, wird von denselben geliebt und liebevoll bedient werden. Wer für das Schicksal derselben gleich— gültig ist, verbittert sich selbst das Leben mehr als er ahnt. Ein heiteres Gemüth trägt aber sehr zum Gesundbleiben bei. Sind wir gesund und heiter, brauchen wir uns sogar, wenn eine Epidemie kommt, selbst Typhus und Cholera kommen, nicht zu fürchten. Bekanntmachung. Jechiel Wertheimer zu Friedberg betreibt daselbst seit 876 einen Kartoffelhandel unter der Firma: J. Wert⸗ zeimer. Eintrag in's Firmenregtster ist heute erfolgt. Friedberg, 16. August 1890. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. B Ren?! ötticher. In der Privatklagesache des Braumeisters Jobannes genannt Friedrich Schmidt in Friedberg, gegen en Taglöhner Christian Mörschel von da, Angeklagten, negen Beleidigung, hat das Großherzogliche Schöffen⸗ richt zu Friedberg am 5. August 1890 für Recht er⸗ Innt: Der Angeklagte Christian Mörschel wird wegen heleidigung des Johannes Schmidt im Sinne der F. 186. 200 des St. G.⸗B. in eine Gesammtgefängniß⸗ srafe von 6 Tagen, sowie in die Kosten des Verfahrens und die dem Kläger erwachsenen nothwendigen Auslagen »erurtheilt. Zugleich wird dem Kläger die Befugniß zigesprochen, den erkennenden Thell des Urtheils inner alb 14 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft einmal auf kosten des Verurthellten öffentlich bekannt zu machen. bdie Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be— scheinigt. Friedberg den 14. August 1890. 3262 Weber, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgericht. Obst⸗Versteigerung. Freitag den 29. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen enca 30 Bäume Birnen öffentlich meistbletend versteigert verden. Die Zusamenkunft ist am Rathhaustreppchen. Friedberg den 22. August 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Frledberg. . V. d. B Jöckel, Beigeordneter. 5288 Arbeits⸗Vergebung. Mittwoch den 27. August l. J., Nachmittags 1 Uhr, sillen auf dem Gemeindehaus zu Reichelsheim nach⸗ suhende Arbelten öffentlich in Accord gegeben werden: Maurerarbelt, veranschlagt zu 118 M. 50 Pf., Zimmerarbeit 8390„„„ Dachdeckerarbeit 9„— Schreinerarbeit„ Weißbinderarbelt 47„— Friedberg den 19. August 1890. In Auftrag des Kirchenvorstandes: örb II., 9257 Bezirks Bauaufseher. Grummetgras⸗Versteigerung. Mittwoch den 27. August, Morgens 8 Uhr, soll auf dem Selzerbrunnen das Grummetgras von 17½ ha Domantalwlesen in den Gemarkungen Okarben und Groß⸗ und Klein⸗Karben und eine Parthie Korbweiden versteigert werden. Heldenbergen den 19. August 1890. Großherzogliche Oberförsterei Altenstadt. 3256 Pückel. Grummetgras⸗ Versteigerung. Das diesjährige Grummet-Gras von ca. 72 ba Domantalwiesen kommt zur Versteigerung: 1. Donnerstag den 28. August l. J., von Vormittags 9 Uhr an, in dem Gemeinderathssaal zu Bingenheim aus den Gemarkungen: Bingenheim, Bingenheimer Mark, Blofeld und Leidhecken. 2. An demselben Tag von Nachmittags 4 Uhr an in der Völbel'schen Gastwirthschaft zu Berstadt aus den Gemarkungen: Berstadt und Echzell(„Auf der Mark“). 3. Freitag den 29. August l. J., von Vormittags 9 Uhr an, in der Steffan'schen Gastwirthschaft zu Echzell aus den Gemarkungen: Echzell, Berstädter und Echzeller Mark, Bisses, Heuchelheim und Gettenau. Bingenheim den 21. August 1890. Großherzogliche 1 Bingenheim. 3274 Zur Erneuerung der Einfriedigungsmauern für den Wafferbehälter zu Rodheim v. d. H., sollen folgende Arbeiten nächsten Donnerstag den 28. d. Mts., Morgens 11 Uhr, auf dem Gemeindehause daselbst öffentlich ver— M. steigert werden. Pf. Maurerarbeit veranschlagt zu 410 60 Bruchsteinlieferung 140— Schwarzkalklleferung 144— Cementlleferung 112— Schlackensandlieferung 64— Grubensandlieferung 24— Steinhauerarbelt 100— Ferner Herstellung von Straßenpflaster. Pflasterarbeit veranschlagt zu 524 M. Schlackensandlieferung 188 Grubensandlieferung 96 * Voranschläge und Bedingungen können bei Großher— zoglicher Buͤrgermeisterel Rodheim bis zum obengenannten Tage eingesehen werden. Vilbel den 21. August 1890. Jungmann. Bezirksbauaufseher. Friedrichsdorfer Zwieback 3285 empflehlt 69 Ph. Dan. Kümmich. 3243 Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das neu errichtete Grundbuch der Gemarkung Straß— beim nebst den dazu gehörigen Parzellenkarten auf dem Büreau des Großherzoglichen Ortsgerichts zu Ockstadt offengelegt worden ist. Die Bethelligten sind befugt, dasselbe während der Zeit der Offenlegung einzusehen, auch gegen Entrichtung der vorschriftsmäßigen Gebühren Grundbuchsauszüge zu verlangen; auch werden sie auf die von den Feldgeschwo⸗ renen entdeckt werdenden, sie betreffenden Fehler auf merksam gemacht werden. Allen Denjenigen, welche sich bei den Angaben des Grundbuches rücksichtlich des Besitzstandes und der Größ en⸗ angaben für beschwert erachten, steht es frei, binnen einer unerstrecklichen Frist von 6 Monaten ihre Anstände entweder auf gütlichem Wege bei dem Großherzoglichen Ortsgerichtsvorsteher zu Ockstadt, vor welchen sie ihre etwaigen Gegner vorladen lassen können, zu beseltigen, oder, insofern dieses nicht von Erfolg ist, ihre Ansprüche bei dem für Besitzstreitigkeiten zuständigen Gerichte geltend zu machen. Ist dieses Gericht ein anderes als das unterzeichnete, so haben sie davon, daß letzteres geschehen, innerhalb derselben Frist die Anzeige zu machen. Die⸗ selbe Anzelge liegt ihnen innerhalb derselben Frist als⸗ dann ob, wenn sie bereits vor Offenlegung des Grund⸗ buches gegen den daselbst eingetragenen Besitzer eine Besitzklage angestellt haben. Nach Ablauf dieser Frist wird der Besitz, wie ihn das Grundbuch angibt, in Bezug auf die Personen der Besitzer und die Größenangaben in allen denjenigen Fällen für richtig angenommen, in welchen weder eine gerichtliche Beseitigung bei dem genannten Ortsgerichts. vorsteher zu Protoeoll gegeben, noch eine gerichtliche Klage erhoben und erforderlichen Falls bei dem unterzeichneten Gerichte zur Anzeige gebracht worden ist. Zugleich werden alle Diejenigen, welche in Gemäßheit des Art. 30 des Gesetzes vom 21. Februar 1852, betr. die Erwerbung von Grundeigenthum, beigefügten Erwerb— titel berichtigt zu sehen wünschen, aufgefordert, die er- forderlichen Anträge binnen der festgesetzten Frist von 6 Monaten bei dem zuständigen Gerichte zu stellen, und falls dieses ein anderes als das unterzeichnete ist, bei diesem die Anzeige zu machen. Die unerstreckliche Frist von 6 Monaten geht mit dem 28. Februar 1891 zu Ende. Friedberg den 15. Angust 1890. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. 3280 Warthorst. Bekanntmachung. Dienstag den 26. August, Vormlttags 9 Uhr, wird in dem Posthofe hier ein ausgemusterter 6sitziger Post⸗ wagen versteigert. Nieder⸗Wöͤllstadt den 18. August 1890. Postamt. Karg. ä 25 n 5 ee ud. Sas und Maschinen, Neihen⸗Kultur, empfiehlt A. Buch, Maschinengeschäft in Hungen. Hauptvertreter für Oberhessen. (Cataloge gratis und franko zu Diensten.) Niederlage obiger Geräthe bei Herrn Schmiedmeister Schudt in Friedberg. 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