3 * 1390. Donnerstag den 21. August. 1 98. . Oberhessischer Anzeiger. da d Vor N 85 1 1 1: g f 2 Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch* 221. 1 4 Erscheint dreimal entli di . und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg.. e 7 Innoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. Amtlicher Theil. etreffend: Die Verpachtung von Gemeinde-Jagden und Gemeinde. Fischereten. Friedberg den 7. August 1890. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 6 Das nachstehend abgedruckte Ausschreiben des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 15. September 1882 6 ringen wir mit dem Anfügen wiederholt in Erinnerung, daß wir genauere Befolgung wie seither erwarten müssen. Dr. Braden. Zu Nr. M. J. 16953. Darmstadt am 15. September 1882. betreffend: Die Verpachtung von Gemeinde-Jagden und Gemeinde-Flschereien. Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz an die Großherzoglichen Kreisämter. Damit die Großherzoglichen Oberförstereien in der Lage sind, die nach Art. 90 der Städteordnung und 78 der Landgemeindeordnung er Verpachtung von Gemeinde-Jagden und Gemeinde-Fischereien zu Grund zu legenden Ueberschläge zu fertigen, sowie im Interesse einer wirk— amen Handhabung der Jagd- und Fischerei-Polizei ist es nöthig, daß der betreffenden Oberförsterei nach erfolgter Verpachtung einer Gemeinde— zagd oder Gemeinde-Fischerei von Seiten der Burgermeisterei Abschrift des deßfallsigen Protokolls zugestellt und von jedem späteren Abgang oder Zugang von Pächtern Kenntniß gegeben wird. v. Starck. Köhler. Betreffend: Den Ankauf von Berner Zuchtvieh. Friedberg den 19. August 1890. 5 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 8 Es besteht die Absicht, im Falle die erforderliche Anzahl Bestellungen eingeht, in diesem Herbste in der Schweiz Berner Zuchtvieh— Ochsen und Rinder— anzukaufen. Wir fordern Sie daher auf, falls in Ihren Gemeinden der Ankauf von Berner Zuchtvieh zum Ersatz von untauglichen oder abgängigen Gemeindebullen gewünscht wird, bezüglich Betheiligung an dem projectirten Ankauf den Gemeinderath zu vernehmen, und uns bis zum 30. l. Mts. unfehlbar diesbezügliche Vorlage zu machen. Wird die Betheiligung an dem Ankaufe beschlossen, wollen Sie ans die etwaigen Wünsche des Gemeinderaths bezüglich des Alters der Thiere, Farbe derselben ꝛc. unter Angabe der Stückzahl bis zu obigem Termine mittheilen. f Etwa bei Ihnen erfolgende Bestellungen von Privaten wollen Sie ebenfalls bis zum 30. J. Mts. uns übermitteln. jute, Wir bemerken hierbei, daß aus Vereinsmitteln etwa 600 Mark zur Bestreitung der Transportkosten zur Verfügung stehen, welche den Zestellern zu Gute kommen. Dr. Braden. —— It Be, Bekanntmachung, . sün betreffend den Ankauf von Berner Zuchtvieh. lc 4 Unter Bezugnahme auf obiges Ausschreiben laden wir diejenigen Herren Oeconomen, welche sich an einem etwaigen Ankaufe betheiligen 5 vollen, ein, ihre Bestellungen bis zum 30. l. Mts. unfehlbar bei der unterzeichneten Behörde oder bis zum 28. l. Mts. bei der betreffenden um dae Hroßherzoglichen Buͤrgermeisterei zu bethätigen. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Friedberg den 19. August 1890. Dr. Braden. ', Bekanntmachung. 8. ut Nachstehend bringe ich ein Verzeichniß der beim Zuchtverein Alsfeld verkäuflichen jungen Bullen, Simmenthaler Race, zur allgemeinen Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg. i 1 Aenntniß. arndt 1 Friedberg den 19. August 1890. Dr. Braden. e e, 1) Johannes Orth zu Niederbreidenbach, Bulle ½ Jahr. 8) Konrad Ditschler II. zu Zell, 1 Bulle 4 Jahr. 3 0 2) Konrad Zulauf zu 5 Bulle ½ Jahr. 9) Johannes Kreuder I. zu Vadenrod, Bulle 1 Jahr. cube 1 3) Pachter Hesse zu Lehrbach, Bulle 1 Jahr, 3 Bullenkälber/ Jahr. 10) Karl Pfannstiel zu Angenrod, 6 Bullen. 439) Karl Graulich zu Zell, Bulle 7 Monat. 11) Peter Kalbfleisch zu Billertshausen, Bulle 10 Monat. eee 5) Andreas Lepper III. zu Zell, 4 Bullen 7 Monat. 12) Bürgermeister Dippel zu Reibertenrod, Bulle ½ Jahr. nl, eg 6) Johannes Simon III. zu Zell, 2 Bullen 7 Monat. 13) Kr. Groß zu Kleinfelda, 1 Bulle 1¼ Jahr. dberg 7) Konrad Eisfeller II. zu Zell, 5 Bullen 7 Monat. * 11 3 3 Auszug aus der von Großherzoglicher Oberrechnungskammer revidirten Rechnung der Provinzialkasse der . 6% Provinz Oberhessen pro 1888/89. f Einnahme. Betrag. Abschluß. 3 Aub. ⸗Nr.* M. Pf. 8 f. 1 1. Kassevorrath aus vorhergehenden Jahren. 12356 54 Gesammtsumme der Einnahmen. 328918 21 zur 2. Ausstände aus vorhergehenden Jahren 5— 0„ Ausgaben r 5„ 210000— Verglichen bleibt Rest— 28221 97 Le 4. Kapitalzinsen. 5 2037 40 welcher in baarem Vorrath besteht. 4 g%%% ß 821 63 Gießen den 24. Februar 1890. 1 7. 6. Beitrag aus der Staats kassmme 28120— Der Rechner der Provinzialkasse für Oberhessen. „ e Dtn 4142 64 Grüneberg, Rendant. 4 12. Zurückempfangene Kapitalie nnn 11440— 0 Revidirt, ohne daß sich für den vorstehenden Abschluß eine Aende— . 12 ä K. 2, Summe der Einnahmen 328918 2 rung ergeben hat. 1 3 Ausgabe. Darmstadt den 9. August 1890. JJ 0 Großherzogliche Ober-Rechnungskammer. set, 15. 3 und Gebühren ßk 9 0 15 9 e 8 Huld 1 16. Botenlohn und Verkündigung osten 9 In Gemaͤßheit der Art. 93 bezw. 43 der Kreis und Provinzial⸗ * 17. Für Bureaugegenstände und Geräthschaften.. 560 44 ordnung wird der vorstehende Auszug zur offentlichen Kenntniß gebracht. 18. Erbauung und Unterhaltung der Kreisstraßen 241792 56 Gießen den 15. August 1890. 0 ve* 1.29. Uneinbringliche Posten und Nachlaͤsse l 27 0J Der Vorsitzende des Provinzial-Ausschusses der Provinz Oberhessen. 60 23. Ausgeliehene Kapitalien„„ e J. V. 0 0 Summe der Ausgaben 300696 24 Jost, Regierungsrath. 1 1 N 1 11 —.— 9———— ů p— ꝙ— — zum genannten Termine nicht umgeackert sind, Besonders wird bemerkt, daß auch die mit Stoppelrüben eingesäten Friedberg den 19. August 1890. 3244 Erledigt. Die Ausschreiben gegen Wilhelm Gelßler von Heuchelheim und Anton Pfeifer von Heldenbergen. Friedberg den 18. August 1890. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Ober Erlenbach, Bereinigungsbezirk 1 J N. Nachstehenden Beschluß der Vollzugs-Commission bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß:— g f Saͤmmtliche Stoppeläcker müssen bis längstens 15. Oktober l. J. ordnungsgemäß umgebrochen sein; bei denjenigen f wird solches von der Vollzugs Commission auf Kosten der Saͤumigen veranlaßt. Aecker bis zum 15. Oktober wiederum gestürzt sein müssen. Parzellen, welche b Der Vollzugs⸗Commissär: Dr. Wallau. Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer. Deutsches Reich. Kiel, 18. Aug. Die ganze Manöverflotte ist heute nach Alsen abgegangen, wo die Vor— übungen stattfinden. Fulda, 19. Aug. Zu der morgen begin— nenden Bischofsconferenz, woran nur preußische Bischöfe, einschließlich derjenigen von Mainz und Freiburg, theilnehmen werden, erscheinen alle Bischöfe persönlich, mit Ausnahme des Bischofs von Paderborn, für welchen ein Vertreter er— scheint. Auch für den erledigten Erzbischofssitz von Gnesen-Posen wird ein Vertreter erscheinen. Den Vorsitz führt der Erzbischof von Köln. Morgen früh findet eiue Andacht an der Boni— faciusgruft statt. Die Verhandlungen werden geheim gehalten. Hamburg. Der Pester Abgeordnete Abranyi erläßt folgende Erklärung:„Gegenüber der Ab— leugnung der„Hamb. Nachr.“ halte ich meine Behauptungen aufrecht; da ich die Quelle der Ableugnung kenne, werde ich gegen dieselbe zu— ständigen Ortes die erforderlichen Schritte thun.“ Die Angelegenheit wird nun aber noch verwickelter; denn der„Budapesti Hirlap“ hat jetzt selbst telegraphisch, in Kissingen, betr. den Empfang Abrany's angefragt und nach einer weiteren Pester Meldung folgende Drahtantwort erhalten: „Herr Abranyi mir unbekannt, mir niemals ge— meldet, also auch von mir nicht empfangen worden. Fuürst Bismarck.“ Kaiserslautern, 19. August. Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl für Miquel er hielten bis jetzt Brunk 5600, Grohé 4700 und Rüdt 1700 Stimmen. Demnach dürfte eine Stich wahl nöthig werden. Karlsruhe, 18. Aug. Der Großherzog traf gestern in Weinheim zur Theilnahme am Abgeordnetentage des badischen Militärvereins— verbandes ein und wurde am Bahnhof von den Spitzen der Behörden festlich empfangen. Der Großherzog nahm an den Verhandlungen Theil Bei der Enthüllungsfeier des Kriegerdenkmals hielt der Großherzog eine Aunsprache an die Krieger; er ermahnte dieselben in Treue an Kaiser und Reich festzuhalten. Man dürfe die Vergangenheit nicht vergessen, um für die Zu— kunft stark zu sein.„Wir müssen auf Vorposten sein“, schloß der Großherzog seine Ansprache. Die Krieger stimmten dem Großherzog jubelnd zu. Am Abend verließ der Großherzog unter brausenden Hochrufen des Publikums Weinheim. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest. Wie die „Budapester Correspondenz“ meldet, wird sich, einer Einladung des Kaisers Wilhelm folgend, mit dem Kaiser Franz Joseph nicht blos der Minister Graf Kalnoky, sondern auch der Chef des Generalstabes, Baron Beck, zu den Schluß— manövern nach Preußisch Schlesien begeben. Belgien. Mons, 18. Aug. In den Stein— kohlengruben von Frameries wird wegen Herab— setzung des Lohnes gestreikt. Italien. Rom. Der italienische Minister— präsident Crispi beabsichtigt angeblich anfangs September nach Berlin zum Besuche Caprivi's zu reisen. Serbien. Belgrad. König Milan von Serbien will wieder heirathen; die Erkorene ist die in Paris lebende Wittwe des Generals Barrios. Barrios war Präsident der Republik Guatemala und hat als solcher so gute Geschäfte gemacht, daß er seiner Frau fünfzig Millionen hinterlassen konnte. Eine solche Summe kann dem nicht reichen, stets des Geldes bedürftigen, König nur gelegen kommen. Rußland. Narwa, 17. Aug. Kaiser; Wilhelm ist heute Mittag unter dem Salut des russischen Geschwaders in Reval eingetroffen und wurde an der Landungsbrücke vom Großfürsten Wladimir, vom deutschen Botschafter General v. Schweinitz, vom Grafen v. Pourtales, vom Generalmajor v. Villaume und den Mitgliedern der deutschen Colonie empfangen. Die Ehren— wache stellte das Wyborg'sche und das Peters— burger Grenadier-Regiment. Der Hafen, der Bahnhof und die Gebäude waren auf das präch— tigste geschmückt. Die massenhaft anwesende Be— völkerung jauchzte den Kaiser jubelnd entgegen. Um 12¾ ͤ Uhr erfolgte die Weiterreise hierher mittelst des kaiserlichen Separatzuges.— 18. Aug. Kaiser Wilhelm, Prinz Heinrich, Reichskanzler v. Caprivi und das übrige Gefolge sind gestern Abend 8½ Uhr hier eingetroffen und wurden am Bahnhofe von dem Zaren, dem Thronfolger, den Großfürsten, dem Großherzog und Erbgroß— herzog von Hessen und großem Gefolge begrüßt. Hierauf erfolgte die Fahrt nach der Polew— zew'schen Villa, wo die Kaiserin von Rußland den Gast begrüßte. Sodann fand das Diner und hierauf Feuerwerk am Wasserfall statt. Ueberall war großartiger, jubelnder Empfang. Anläßlich der Regimentsfeier des Preobraschenski— Regimentes fand heute Mittag Feldgottesdienst und Parade statt, welchen das russische Kaiser— paar, Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich, sowie Großherzog und Erbgroßherzog von Hessen beiwohnten. Nach dem Gottesdienst erfolgte ein zweimaliger Vorbeimarsch des Regiments vor den Monarchen, welche sodann das Lager besuchten und das Dejeuner einnahmen.— 19. Aug. Die allerhöchsten Herrschaften sind um neun Uhr morgens nach Jamberg zum Manöverterrain ge— fahren und bestiegen dort die Pferde. Die Avantgarde des Westecorps von Kobiliaky ist heute früh gegen Jamburg, welches das Ostcorps besetzt hielt, vorgegangen. Das Gros des West— corps folgte von Narwa aus. Das Ostcorps wird sich hinter den Fluß Luga zurückziehen und das Westcorps morgen den Uebergang bei Jam— burg forciren. Amerika. Newyork, 18. Aug. Privat— polizisten beschützten einen Eisenbahnzug gegen Ausständige von Albany, auf welche die Polizisten grundlos schossen. Die Ausständigen plünderten darauf den Zug und wollten die Polizisten auf— hängen. Die Letzteren mußten verhaftet werden, um sie vor der Wuth der Ausständigen zu schützen. Aus Stadt und Land. bd. Bad Nauheim. In der vorigen Woche sind 442 Fremde hier eingetroffen, im Ganzen jetzt 7195 Personen. Darmstadt. Im Interesse der Tourtistenwelt wird wiederholt auf die vom Odenwaldelub vorgenom— menen farbigen Wegbezeichnungen im Odenwald und auf die im Jult d. J. herausgegebene, jene Marktrungen veranschaulichende Karte aufmerksam gemacht. Eine um— fassende und systematische Bezeichnung von Touristenwegen ist es, wie keine andere Gebirgsgruppe bis jetzt sie auf— zuweisen hat. Sie ist geschehen zu dem Zweck, um die außerhalb noch wenig bekannten Schönheiten auch des inneren Odenwaldes den Naturfreunden zugänglich zu machen. Die erste Auflage von 1000 der vom Club selbst verlegten Karte ist beinahe vergriffen, eine zwelte (unveränderte) in Darstellung. Wer die Karte mit bei— gefügter Erläuterung zu bezlehen wünscht, möge sich mit brieflicher Bestellung an den Schriftführer des Gesammt— vereins, Bürgermetistereisekretär Daub zu Darmstadt, wenden. Die Karte kostet unaufgezogen 80 Pf., aufge— zogen M. 1.—, in elegantem Golddruck-Einband M. 1.50 Allerlei. Würzburg, 19. Aug. Vom 9, bayerlschen Infanterie Regiment, welches sich gestern auf dem Marsche zum Magöver befand, liegen in Folge der großen Hitze 17 Mann schwer krank im Spital in Marktbreit. Nach offieleller Angabe sind 2 Soldaten an Herzlähmußg gestorben. Etsenach, 16. Aug. Eine starke wellenförmige Er bewegung ist gestern an einzelnen Stellen Thürin wahrgenommen worden. Der Stoß erfolgte 7 Minu vor 12 Uhr Mittags. In Folge der hervorgerufen Erschütterung stürzte in einem Flußspath-Bergwerk unmil Liebenstein ein Schacht von über 200 Meter ein. Wenig Minuten vor dieser Katastrophe waren noch 10 Arbeite und der Leiter der Grube in dem Schacht beschäflig gewesen. 11 Spandau. Wie der„A. f. H.“ erfährt, wurde in der Trainkaserne dahier der Ausbruch der Ruhr festgestell Doch hat man sofort Maßregeln getroffen, um der W verbreitung vorzubeugen. Die von den Kranken benutz Strohsäcke hat man verbrannt und die Zimmer grün lich gereinigt und desinfieirt. Statt des Wassers sol Kaffee oder Thee getrunken werden. 1 Wesel. Ein entsetzliches Unglück hat sich in der kathi lischen Schule zu Spellen bei Wesel zugetragen. Der„ref, Ztg.“ schreibt man darüber: Ein Knabe hatte ein von einer Sprengranate berrührendes Stück Schieß baumwoll mit in die Klasse gebracht, während des Unterrichts da— mit gespielt, in Folge dessen dasselbe zur Explosion ge. langte. Die Wirkung war fürchterlich; der Knabe wat sofort todt, der Unterleib war ihm aufgerissen. Zwee seiner Mitschüler sind schwer, fünf andere weniger schwer verletzt worden. Zufällig saß der Knabe, welcher die Patrone mitgebracht, am Fenster, so daß der größere Theil der Sprengstücke seinen Weg nach draußen gefunden hat. Die Fensterscheiben sind an mehr denn 25 Stellen durchlöchert. Das Schulzimmer bietet einen fürchterlichen Anblick. Das Blut bedeckt die Wände und ist bis an die Decke gespritzt. Wie der Knabe in den Besitz des Spreng⸗ mittels gelangt, ist nicht bekannt, und wird auch, da der Tod ihm den Mund für immer verschlossen, schwerlich ermittelt werden. Breslau. Auch hier ist die Influenza wieder zun Ausbruch gekommen. In der neuesten Nummer der„Berl, klinisch. Wochenschr.“ schreibt darüber Professor Dr. Rosen⸗ bach in Breslau:„Nachdem bereits im letzten Drittel des Juli zwei Fälle ins Spital kamen, die von uns alz Influenza aufgefaßt wurden, hat sich im August die Anzahl der Erkrankten sehr gesteigert und es ist kein Zweifel, daß die Erkrankungen noch zunehmen. Die Fälle vertheilen sich anscheinend über die ganze Stadt und scheinen vorwiegend Frauen zu treffen, denn wir haben bis jetzt 17 wetbliche und 6 männliche Kranke in Behandlung gehabt. Bern, 19. Aug. Gestern Nachmittag wurden bei einem heftigen Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge zwischen Neuenstadt und Neuenburg zehn Reisende zum Theil schwer verletzt, ein Maschinenführer und zwel Heizer schwer verwundet. Ein näherer Bericht steht noch aus. Wien, 17. Aug. Die zweite Haupfaufführung bel dem Sängerfest gestaltete sich zu einer begeisterten Kund⸗ gebung für die öͤsterreichische Dynastie. Anwesend waren die Erzherzoge Karl Ludwig, Wilhelm und Rainer, sowit viele Minister und die Spitzen der Behörden. Die Musikkapelle und die Sänger intonirten die Volks hymne, wobei alle Festtheilnehmer mitsangen. Erzherzog Karl Ludwig machte einen Rundgang durch die Sängerhalle unter jubelnder Begeisterung der Anwesenden. Kalser Franz Jos brachte Huldigung seinen Dank aussprechen. 5 80,000 Personen besuchten das Fest.— 18. Aug. Heute fand! der offieielle Schluß des Festes durch einen Commers- statt. Der Obmann des schwäbischen Bundes dankte ef ließ durch den Bürgermeister fur die darge! namens der deutschen Sänger für die Gastfreundschaft 1 der freundlichen Wiener. Unter wurde die Volkshymne gesungen und endete das Fest i schönster Harmonie. Paris, 18. Aug. Der Eppreßzug von Paris nat Bordeaux ist gestern Abend auf der Brücke beim J Jonzoe entgleist. Die Maschtne und mehrere Wahl wurden von dem Damme heruntergeschleudert. Dit Locomotivführer und der Heizer sind schwer verletzt, Passagiere sind verwundet.— Es hat sich herausgestellt, daß in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag der Ver such gemacht wurde, bei Maubeuge den Paris ⸗Kölnet Abendzug zur Entgletsung zu bringen. Wahrscheinlich war es auf die im Zuge befindliche Geldpost abgesehen, Eine Schwelle war quer über die Schienen gelegt und in der Weiche war ein Kell eingesetzt. 5 Paris, 19. Aug. Seit gestern verheert ein unge heuerer Waldbrand die Forsten in der Gegend von Alz und Marseille. Truppen Abtheilungen übernahmen dit schwierige Löscharbelt. f Oldesloe, 19. Aug. Gestern wurde im Kresst Stormarn durch ein schweres Unwetter ein großer Schaden angerichtet. Die Gegend um Bargteheide, Elchede und Steinhorst wurde namentlich durch Hagelschlag hark betroffen. An verschiedenen Orten hat der Blitz einge schlagen.* Madrid. Im Laufe der letzten Woche sind na großer Begeisterung ö g 0 Bahn,, 1 1 der 5 N sizteller Feststellung in Spanlen von 344 Cholerakranken i gestorben. %½00, Hafer M. 18.00 00.90. ch auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund. ur Pfd. M. 1.20—1.25, Eler 1 St. 7 Pf., 2 St. 13 Pf. Zeizenmehl Nr. 0 M. 34.00 35.00, Nr. 1 M. 32.75 eutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 30 00 Ungar. s 15.50, neuer frei Bahn hier M. afer prima M. 8.50, mittel M. 17.00, Raps M. 25.00 8 25.50, Mais(mixed) M. 1250, La Plata M. 11.80, Selzspreu M. 2, Rüböl im Detail M. 70. ehen sich pro 100 Kilo ab hier, jedoch auch loco aus- värtiger Stationen. Handel und Verkehr. Friedberg, 19 August. Fruchtpr. Weizen M. 20.00 18 00.00, Korn N. 15.50— 16.00, Gerste M. 16.00 bis Alle Preise verstehen Friedberg, 20. August. Buttermarkt. Butter kostet Grünberg, 16. August. Fruchtpr. Weizen M. 00.00, sorn M. 16.00, Gerste M. 00.00, Hafer M. 19.00, ubsen M. 0 00, Wicken M. 00.00, Lein M. 00.00, kamen M. 27.00, Kartoffeln N. 0.00. Frankfurt, 18. August. Fruchtbericht. Hiesiges s 3.75, Nr. 2 M. 29.50 3050, Nr. 3 M. 28.50 8 29.50, Nr. 4 M. 24.00— 25.50, Nr. 5 M. 19.00—20., zulchbrod und Brodmehl im Verband M.6 9.00— 64, Nord— 8 31.00. Mehl auf spätere Lieferung viel unter Notiz uuflich. Weizen neuer biesiger ab unserer Umgegend N. 19.50— 20.00, frei Bahn hier M. 20 25— 20 50, M. 15.25— 15.50, alter russischer M. 22.00, goggen neuer hiesiger ab unserer Umgegend M. 15.25 15.90— 16.00, roggenkleie M. 9.50— 10, Weizenkleie M. 8.50— 9.00, Obige Preise Frankfurt, 18. August. Viebmarkt. Der heutige Markt war mit 356 Ochsen, 32 Bullen, 364 Kühen, Stteren und Rindern, 235 Kälbern, 143 Hämmeln, 98 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 74 is 75, 2. Qual. M. 68— 70, Bullen 1. Oual. M. 56 is 58, 2. Qual. M. 53— 55. Kühe, Stiere und Rinder „Qual. M. 66-68, 2. Qual. M. 58-60, Kälber Qual. pro 1 Pfund Schlachtgewicht 68—72 Pf., Qualität 58 63 Pf., Hämmel 1. Qual. 65 67 Pf., Qual. 46—48 Pf., Schweine 1. Qual. 67 68 Pf., Frankfurt, 19. August. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 4806.60, Stroh pro M. 400 4.70, Haferstroh M. 3.60, Butter 50 Kilo M. 10300. Eier 100 Stück M. 4—8, Erbsen 100 Kilo M. 16-23, do. geschälte M. 20—30, Linsen M. 18— 41, Grünekern M. 22 bis 28, neue Kartoffeln per Malter M. 5 00— 6.00, Einmachgurken 100 St. M. 1.50, Rüböl(raff) 50 Ktlo Mark 30. Ueber das Telephon als Wetterankündiger berichtet das„Journal des Inventions“: Einer unserer Gelehrten hat in dem Hofe seines Hauses zwei Eisenstangen gleich Pfählen in die Erde gesetzt. Von jeder derselben führt ein mit Kaut— schuk übersponnener Kupferdraht zu einem in der Wohnung aufgestellten Telephon, welches er täglich zwei- oder dreimal besichtigt und das niemals verfehlt, ihm die Gewitter 12 bis 15 Stunden im voraus anzuzeigen. Wenn ein Gewitter in der Luft liegt, gibt die Trommel des Telephons ein ganz eigenthümliches Geräusch von sich, das dem Brausen des Wassers ähnelt. Mit dem Nahen des Gewitters verstärkt sich dies Geräusch und wird schließlich so stark, daß es dem Aufschlagen des Hagels auf Fenster— scheiben gleicht. Jedes Wetterleuchten kündigt sich durch einen Schlag an, wie wenn ein Stein in das Gehäuse des Telephons fiele. Die Ver- änderungen in der Atmosphäre, den Wechsel der Temperatur zeigt dieses Telephon durch ein be sonderes Geräusch an, welches der beobachtende Ist das Ohr einmal eingeübt, so ist es leicht, jede Wetterveränderung und jedes Gewitter 12 bis 15 und selbst mehr Stunden im voraus zu wissen. Die Einrichtung ist dabei sehr einfach. Die 1. Qual. 64—65 Pf. Eisenstangen müssen mindestens 7 bis 8 Meter imo de paso Gelehrte mit dem Geschrei der Vögel vergleicht.] 20⸗Frankenstücke von einander in die Erde gepflanzt sein. Eine genügende Erklärung dieser Erscheinungen hat der fragliche Gelehrte noch nicht versucht: er will erst noch längere Beobachtungen, namentlich auch während des Winters, abwarten. Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg, Sabbathfeier vom 23. August 1890. Freitag Abend 6 Uhr 30 Min. Samstag Morgen 8 Uhr. Samstag Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 7 Uhr 50 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 24. August an Morgens 6 Uhr, Nachmittags 5 Uhr 30 Min. Beginn: Nr. 1—4, sehr an⸗ genehme, rothe 0 ö talien. Tischweine der Deutsch⸗Ital. Wein⸗Import⸗Gesellschaft, deren Qualität nach dem Ausspruch der competenteuen Wein⸗ kenver von keinem der sogen. Bordeaux-Weine in gleicher Preislage erreicht wird. Die weine der Gesellschast steben unter königl. ital. Staatscontrole, daber absolute Reinheit gewahr leiet. Höchste Aus⸗ zeichnungen auf Fachausstellungen. Zu bezieben durch Wilh. Weith, Wenbandlung, Friedberg in Obstversteigerung. Freitag den 22. August, Vormittags 10 Uhr be⸗ Unnend, soll auf dem fisealischen Friedberger Burgberg zon verschiedenen Bäumen das Frühobst, hauptsächlich Birn und Aepfel, versteigert werden. Ober Rosbach den 19. August 1890. Großherzogliche Oberförsterel Ober-Rosbach. Strack. 5247 Bekanntmachung. Dienstag den 26. August, Vormittags 9 Uhr, wird in dem Posthofe hier ein ausgemusterter sitziger Post⸗ wagen versteigert. Nieder-⸗Wöllstadt den 18. August 1890. Postamt. 3 3 Karg. Wegbau⸗Verdingung. Die zur Herstellung der Terrassenstraße zu Ba d⸗ Nauheim nöthigen Bauarbeiten und Lieferungen sollen Zuf dem Wege schriftlicher Anbietung vergeben werden: Erd⸗ u. Chaussirarbeiten, veranschlagt zu M. 1217.29— 5 . ö Dampf⸗Kaffeebrennereien, Bonn und Berlin. 16 3 60 N n 2 aua Neffe la Qualität à M. 2.—, lla Qu Haushaltskaffee à M. 1.80, Wi In Friedberg: bei: L. Adler, Ferd. Da Dan. Kümmich Wagner; in Echzell: S. in Groß⸗Karben:. in Hungen: A. Buch; in Klein⸗Karben: S. wig; in Nieder-Weisel: H. Heinemann; Kirchner; in Staden: M. Hessenberger J.; D. Stern 1., in Wohnbach: Dav. Mayer. Simon Wwe. und M. O Materiallieferungen„ 4032.50 Steinsetzen und Kiesmessen 5 57.25 a Pflasterarbeit 814.70 n e 8 Asphaltarbeiten i— 2—— Mosaikpflaster aon D 5 Baumpflanzung 1 170.— Kohlen. Plan, Voranschlag und Bedingungen liegen auf dem Baubüreau zu Bad Nauhelm(Badehaus Nr. II, Mittel lbau) zur Einsicht offen, wohin auch die Angebote ver sschlossen und postfret bis zum 26. August 1890, Vormittags 11 Uhr, einzureichen sind. Friedberg am 15, August 1890. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Kranz. 3222 Arbeits⸗Vergebung. Die Gesammtarbeit zur Erbauung von Armenwohnungen Von einer ersten für die Gemeinde Nieder-Wöllstadt, veranschlagt zu 3515,00 Mark, soll auf dem Submissionswege ver— geben werden. 0 Plan, Kostenüberschlag und Bedingungen Donnerstag den 21. und Samstag den 2 liege Unterzeichneten zur Offerten, in welchem die Angebote in Voranschlagssumme zu erfolgen haben, bis zum Diensta den 26. d. Mts., Vormittags um 12 Uhr, einzuresche ind. 0 Friedberg den 18. August 1890. Zörb II. 3236 Wohnung zu vermiethen. behör zu vermlethen und bis zum 15. November bezsehba Hanauerstraße 557. Ph. Pfister. Mts., Vormittags von 8 bis 12 Uhr, auf dem Büreau des Einsicht offen, woselbst auch die Prozenten der Beztiksbauaufseher. 9252 Eine schöne Wohnung don 3 Zimmern nebst allem Zu⸗ Engros-Preisen abgegeben von Assenheim. Rudolf Simon. 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August festgesetzt ist, bethellsgg will, wird gebeten sich bis spätestens zum 25. August 9227 Der Vorstand, len Denjenigen, welche sich bel Rettung des Vi und von Geräthen, sowie bei den Löscharbeiten 1 gestern in unserem Orte ausgebrochenen starken Brande bethelligt haben, sage ich im Namen unserer Gemein herzlichen Dank. ö Ins besondere danke ich den einquartirt geweseg Dragonern der 4. Escadr. des Dragoner-Regts. Nr. welche sich in rühmlichster Weise unter Führung ihn Commandeurs Herrn Premier-Lieutenonts Hot un ihrer Unteroffiziere an den Rettungs- und Löscharbelg betheiligt haben. 0 Ober⸗Eschbach den 18. August 1790. ö 3242 Fritzel, Bürgermeister, Der Vorstand. — 0 Herrn Hermann Schudt in Dorheim zu melden. in großer Auswahl bet rob per Pfund M. 1.35, M. 1.40, M. 1.50, gebr. per Pfund M. 160, M. 1.70, M. 1.80, in mu reinschmeckenden Qualitäten bet 32⁴9 Fr. Wagner. 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Kümmich. Schmidt's Schirm⸗ und Hutbazar. 11S Sr 1 = 2 —— e — l