R 1890. Donnerstag den 15. Mai. M 57. —Oberhessischer Anzeiger. ird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Danmerfag uud oncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post Be run 1 3—.— .— N Amtlicher Theil. en Aufforderung. * Nreffend: Die Unfallversicherung der land- und forstwirthschaftlichen Arbetter. 0— I. Wir fordern die im Grundsteuerkataster eingetragenen Besitzer,[erhoben wird, aufgefordert, die Befreiung bei der Bürgermeisterei der en che ihren Grundbesitz entweder ganz oder theilweise nicht selbst be— Gemeinden, in welcher das Grundstück liegt, rechtzeitig zu beantragen. * 5 thschaften, hierdurch auf, bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemeinde, Befreit von Beiträgen sind: N dortun deren Gemarkung die Grundstücke liegen, schriftlich oder mündlich 1) Grundstücke, welche zu einem land und forstwirthschaftlichen uz Protokoll den Antrag zu stellen, daß der auf die Steuerkapitalien[Betrieb überhaupt nicht gehören; * er Grundstücke oder einzelner derselben entfallende Beitrag zur Be— 2) alle Gebäude nebst zugehörigen Hofraͤumen, Haus und Ziergärten; N gan sgenossenschaft von einem Anderen, welcher als Betriebsunternehmer 3) Grundstücke aus Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes e I Zablung verpflichtet ist, erhoben werde. gelegen ist; Bei der Antragstellung, welche auch für mehrere Jahre im Voraus 4) steuerpflichtige Grundstücke, deren land- und forstwirthschaft— olgen kann, ist das Rechtsverhaͤltniß(Pacht ꝛc.) anzugeben, kraft liche Benutzung dauernd eingestellt ist, sei es, daß jede Nutzung auf⸗ J ben der als Betriebsunternehmer bezeichnete(Pächter ꝛc.) seit dem J gehört hat, sei es, daß an Stelle der land- und forstwirthschaftlichen n e ausgegangenen 1. Jan. den versicherungspflichtigen Betrieb auf den eine gewerbliche Benutzung getreten ist(3. B. Verwandlung eines Ackers s, er zu bezeichnenden Grundstücken auf eigene Rechnung ausübt. Auf in einen Steinbruch). n rlangen ist näherer Nachweis zu erbringen. Friedberg den 13. Mai 1890. e II. Weiter werden die Besitzer solcher Liegenschaften, für die ein Großberzogliches Kreisamt Friedberg. 9 Ditrag zur land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft nicht Dr. Braden. 2 Friedberg den 13. Mai 1890. Arreffend: Wie oben. Ds Bürgermeistereien des Kreises und das Großh. Polizei-Commissariat Wickstadt. Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen und 15 der Verordnung vom 11. Juli 1888(Reg.⸗Bl. S. 83) an A. Die vorstehende Aufforderung wollen Sie in Ihren Gemeinden derm — hrmals ortsüblich bekannt machen. den Vorstand der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft Ueber die Anträge, welche zu I. bei Ihnen gestellt werden, haben[in Darmstadt bis Ende Juni einzusenden: 1 e für Ihre Gemarkung ein Register nach dem der Verordnung vom 1) Verzeichnisse der in den Gemeinden etwa vorhandenen bhand⸗ eke Juli 1888(Reg.⸗Bl. S. 83) beigefügten Formulare A. zu führen.] wüirthschaftlichen Nebenbetriebe z. B. von Fuhrwerks-, Dreschereie, Das Formular ist von der Bekker'schen Hofbuchdruckerei in Darmstadt Brennerei-, Molkerei“, Steinbruchs, Sandgruben-, Lehmgruben-, Torf⸗ in diuoisenstraße Nr. 18) zu beziehen. stich., Ziegelei-, Kalköfen⸗, Kellerei-Betrieben ꝛc., soweit diese Betriebe 9 Beim Eintragen der Ihnen mündlich zukommenden Anträge ist nicht bereits nach dem gewerblichen Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli ng drauf zu achten, daß 1884 versichert sind; g 1) die einem jeden Pächter zur Bewirthschaftung für eigene 2) Verzeichnisse der außerhalb des Großherzogthums hiding Vichnung überlassenen Grundstücke nach Flur und Nummer geordnet[gelegenen Grundstücke, welche zu einem landwirthschaftlichen Betrieb im Großherzogthum gehören mit Angabe dieser Grundstücke nach Katasterbezeichnung, Größe und Eigenthümer. Die Betriebsunter— nehmer sind unter Hinweis auf die bei Unterlassung sie treffende Strafe (Geldstrafe bis zu 300 M.,§ 124 des Reichsgesetzes vom 5. Mai 1886) durch ortsübliche Bekannimachung aufzufordern, Ihnen die bezüglichen Angaben zu machen. nigetragen werden; 2) in der Spalte„Bemerkungen“ angegeben wird, für welche d udauer die Bewirthschaftung an Dritte überlassen ist. Bezüglich der schriftlich bei Ihnen eingereichten Anträge genügt n, daß nur die Namen der Autragsteller in das Hauptregister ein— tragen werden mit Hinweis auf die als Anlage!, 2 ꝛc. beizufügenden Jahre eingesandten Register nunträge der Grundbesitzer. C. Insoweit die im vorigen 8 Was die den größeren Grundbesitzern(Fiskus, Kirchen und(s. unter A) und Verzeichnisse(s. unter B) unverändert ge⸗ Harreien, politischen Gemeinden 2c.) gewährten Erleichterungen betrifft, blieben sind, genügt es, dies in den an uns bezw. an den verweisen wir Sie auf unser Ausschreibenvom 15. Mai v. Js., Ober-] Genossenschaftsvorstand einzureichenden Berichten kurz zu be⸗ hissischer Anzeiger Nr. 59 merken. Sind nur wenige Aenderungen zu wahren, so können Die Reglister nebst Anlagen, sowie die von Grundbesitzern zu II die vorjährigen 8 und Verzeichnisse vom Genossen⸗ Gros, o Aufforderung gestellten Anträge sind spätestens bis zum schaftsvorstand auf Wunsch mitgetheilt werden. 5. Juni an uns einzusenden. Dr. Braden. B. Sodann beauftragen wir Sie un ter Hinweis auf die§§ 14 Nach Mittheilung des Königlichen Landrathamts Wetzlar ist in der Gemeinde Daubhausen jenseitigen Kreises bei einem Ochsen Milz band festgestellt worden. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. *. Friedberg den 10. Mai 1890.. 2 Dr. Braden. ** f Lieferung von Chausseesteinen. * s Nächsten Samstag den 17. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Gemeindehause zu Dortelweil die zur Herstellung der Abfahrten ul, Nag der Staatsstraße erforderlichen Steine und zwar: 90 ebm Oecksteine und 135 ebm Stücksteine oͤffentlich in Accord vergeben werden. — g Friedberg den 14. Mai 1890. Im Auftrag des Vollzugs⸗Commissärs. . 28 i Bauer, Kulturtechniker. No. Johann Scheer aus Niederlahnstein, Landrathamt St. Goarshausen, wurde auf die Dauer von 3 Jahren aus dem Großherzogtbum 3 Hissen ausgewiesen. ame, Deutsches Reich. H. H. Prinz und Prinzessun Heinrich lichen Hoheiten nach England zu reisen. Seine Friedberg, 13. Mal. Seine König von Preußen kehrten um ½6 Uhr Abends von Königliche Hoheit der Großherzog alchl lsche Hoheit der Großherzog fuhren heute Homburg hierher zurück. geruhten, für heute Abend 9 Uhr eine von der 1 Stadt und den hiesigen Vereinen veranstaltete auh 8 Uhr nach Bad Nauheim, um das erste Bad nehmen, nachdem allerhoͤchstdieselben gestern n Medicinalrath Dr. Bode zur Consultation sohlen hatten. Etwas später begab sich auch Gr. H. die Prinzessin Aliz nach Bad⸗ uheim, um ein Bad zu nehmen. J. J. K. K. Friedberg, 14. Mal. S. K. H. Prinz Heinrich begab sich heute Vormittag um 9 Uhr zum Bahnhof um sein Söhnchen, den Prinzen Waldemar abzuholen, hoͤchstwelcher von Kiel in Begleitung des Hofmarschalls Frhr. von Secken—⸗ dorff hierher kam, um morgen mit Ihren König— Serenade mit Fackelzug entgegenzunehmen. Darmstadt. Mit dem im Junz eintretenden Schlusse des gegenwärtigen sechsundzwanzigsten Landtages erlischt das Mandat der Hälfte der Landtagsabgeordneten. Die Ausscheidenden sind: für Darmstadt Obly und Wolfskebl, für Mainz Jost und Ullrich Offenbach, für Offenbach Justiz⸗ rath Dr. Weber, für Gießen Rechtsanwalt Metz— Gießen, für Friedberg Rechtsanwalt Joͤckel⸗Fried— berg, für Alsfeld Fabrikant Grünewald Alsfeld, für Worms Fabrikant Reinhard-Worms, für Bingen Redacteur Pennrich- Mainz; ferner Bür⸗ germeister Kredel Michelstadt, Erster Staatsan— walt Arnold-Darmstadt, Brauereibesitzer Schon— berger-Großbieberau, Sparkasseurechner Lautz— Großumstadt, Rechtsanwalt Metz-Darmstadt, Brand-Versicherungsrath Hechler-Darmstadt, Schriftsteller Wasserburg-Mainz, Apotheker Dr. Vogt⸗Vußbach, Frhr. v. Nordeck zur Rabenau- Friedelhausen, Bürgermeister Zinßer Schlitz, Bürgermeister Muth-Salz, Landwirth Sturm— fels-Ulfa, Bürgermeister Möllinger-Pfeddersheim, Professor Dr. Büchner und Dr. Schröder, beide in Darmstadt. — Dem Ministerialkanzleidiener Koch wurde das silberne Kreuz des Philippsordens verliehen, der Fußgendarm Rüffer in Oppenheim zum Amtsgerichtsdiener in Herbstein, die Steueramts— aspiranten Fuchs dahier, von Grolman dahier, Koch zu Pfungstadt, Kriegk dahter und Schäfer zu Hochheim wurden zu Steuerassessoren, die Hilfsbremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen Sehrt aus Reinhardshain und Noll aus Boben— hausen zu Bremsern ernannt und der Minster— ialkanzleidiener Koch auf Nachsuchen in den Ruhe— stand versetzt. Berlin, 12. Mat. Reichstag. Auf der Tagesord⸗ nung steht die erste Lesung des Nachtragsetats für Ostafrika. Staatsseeretär Frür. v. Marschall führt aus, wie die deutsche Politik in Ostafrka auch ferner noch in der Unterdrückung des Selavenbandels und in der Einfüh— rung des Cbristentbums und der Civilisation in Afrika gipfele. Was bisber erreicht worden sei, könne nur befriedigen. überall suchten die Häuptlinge Friedensverträge mit Deutschland abzuschließen. Im Ganzen und Großen seien auch die finanziellen Resultate, trotz der gegentheiligen Nachrichten, die men in der Presse zuweilen verbreitet habe, nicht ungünstige zu nennen; der Betrag der Aus- fuhr beziffere sich bereits auf 1 Million Mark. Emin Pascha, den das Reich für seine colontalen Zwecke gewonnen bätte, sei durch sein außerordentliches organi satorisches Talent in erster Linie für die Colonialpolitik berufen. Der Staatsseeretär erließ noch die bündige Erklärung, daß die deutsche Regierung sich mit der englischen Regierung in vollem Einverständniß über alle colonialen Maßnahmen befände. Ebenso bob der Staats- secretär hervor und dementkrte damit alle in jüngster Zeit aufgetauchten Gerüchte, daß die Regierung keines, wegs beabsichtigte, irgendwelche mit Opfern verknüpfte Eroberungszüge in Afrika zu veranstalten, sondern nur das bereits Erworbene festbalten und beschützen wolle. Nach einigen ande en Rednern sprach der Reichskanzler v. Caprivi. Er begann mit dem Bekenntaiß, daß er früher der Colonialpolitik durchaus ablehnend und nicht blos aus Gründen seines Ressorts gegenübergestanden habe, knüpfte aber sofort die Erklärung daran, daß es nach dem jetzigen Stande der Dinge nur Eines gebe: Fortzuschreiten, wolle man nicht Verlust an Ehre und Geld reskiren. Die Rede wurde allsettig gut aufgenommen. — 13. Mai. Die Berathung wird in der beutigen Sitzung fortgesetzt. Von Major Wißmann tst eine Depesche eingelaufen, welche die Eroberung Lindt's nach vorangegangenem Bombardement meldet. Major Liebert, dessen Erscheinen in der gestrigen Sitzung gewünscht wurde, um sachverständige Aufklärung über die ostafri kanische Verhältnisse zu geben, meint, der Besitz und die Aus beutung der Ostküste Afrikas versprächen außerordent— lichen Erfolg. Die Anstellung Emin's sei nach seiner praktischen Erfahrung von größtem Werthe; die Missionen seten ein hochbedeutender Faktor in der colonialen Ent— wickelung. Die militärische Herrschaft an der Küste von Deutschostafrika set sicher begründet. Das angelegte Kapital werde reichlichen Nutzen bringen. Die Vorlage wird der Budget Commission überwiesen. — 12. Mai. Im Abgeordnetenhaus wurde der Gesetzentwurf, betreffend die Fürsorge für Waisen von Lehrern öffentlicher Volksschulen in dritter Lesung angenommen. — Am Flottenmanöver an der Ostküste von Schleswig betheiligt sich England durch Ent— sendung des aus sechs Kriegsschiffen zusammen— gesetzten Canalgeschwaders; Oesterreich sendet eine aus drei schweren Panzerschiffen und einem Aviso bestehende Escadre, und zwar sind die Panzerschiffe„Kaiser Franz Josef I.“,„Kron— prinz Rudolf“,„Kronprinzessin Stefanie“ und der Aviso„Tiger“ beordert worden. Diese Flottille wird unter dem Commando des Admi— rals v. Sterneck stehen. Der„Kaiser Franz Der Norden sei zur Ruhe gebracht und dem Neffen des Kaisers, Erzherzog Stefan, befehligt;„Kronprinz Rudolf“ und„Kronprin— zessin Stefanie“ sind moderne Thurmschiffe. — 13. Mat. Die Verschmelzung der deutschen Witu-Gesellschaft mit der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft dürfte am 19. d. Mts. perfekt werden; an diesem Tage findet die Generalversammlung statt, in welcher der vom Vorstand der Witu⸗ Gesellschaft mit der deutsch ostafrikanischen Gesell— schaft vereinbarte Vertrag den Mitgliedern zur Gutheißung vorgelegt werden soll. An der Ge⸗ nehmigung ist beim Stande der Dinge nicht zu zweifeln. Der mit der deutsch ostafrikantschen Gesellschaft vereinbarte Vertrag bestimmt im Wesentlichen, daß letztere in den vollen Besitz des Eigenthums der Witu-Gesellschaft eintritt und den Mitgliedern derselben für ihre Antheil— scheine à 1000 Mark Autheilscheine der deutsch— ostafrikanischen Gesellschaft in gleicher Höhe ausfolgt. Wirschkowitz(Schlesien), 12. Mai. Der Kaiser brach heute früh 3 Uhr, vom Grafen Hochberg und dem Oberförster Schulze begleitet, zut Pünsche ins Tschotschwitzer Revier auf, welches leider in der vergangenen Nacht durch Wilddiebe beunruhigt worden war, sodaß das Jagdergebniß geringer war, als man erwartet hatte. Die Rückkehr nach dem Schlosse erfolgte um 9½ Ubr. Braunschweig. Prinz Albrecht von Preußen, Regent des Herzogtbums Braunschweig, soll in der letzten Zeit zu wiederholtem Male von einem leichten Schlaganfalle betroffen won den sein. Der Zustand des Prinzen gibt jedoch, wie versichert wird, zu Befürchtungen keinen Anlaß. Hamburg, 13. Mai. Die Arbeiter der hiesigen Gasfabrik striken seit Sonntag Nacht, angeblich weil unbegründete Entlassungen vor— gefallen sind. Vergangene Nacht 12½ Uhr ist die öffentliche Gasbeleuchtung eingestellt worden. Bis dahin hatte das Gas nothdürftig gebrannt. Am Abend sandte die Stadtverwaltung der Gas— anstalt hundert Arbeiter der Straßenreinigung zur Aushilfe. Viele Läden wurden früher ge— schlossen. Nachts durchzog eine größere, theil— weise mit Laternen versehene Menge die Stein straße und bewarf die vorüberfahrenden Pferde— bahnwagen mit Steinen, wodurch zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert und einige Personen leicht verletzt wurden. Die Polizei trieb die Menge auseinander, ohne indeß von der Waffe Gebrauch zu machen. Seit 6½ Uhr heute Abend ist die Gaslieferung wieder aufgenommen worden. Karlsruhe, 13. Mai. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden sind mit dem Gotthardzug hier angelangt und wurden vom Großherzog am Bahnhofe begrüßt. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 12 Mai. Im Abzgeordnetenhause theilte Graf Taasse mit, der Kaiser habe die Delegationen auf den 4. Juni nach Pest einberufen. Italien. Rom, 13. Mai. Kammer. Bei der Berathung des Budgets des Aeußern erklärte Crispi, die Politik Italiens sei keine Politik des Krieges, sondern des Friedens. Dieselbe könnten nur diejenigen angreifen, welche glauben, daß Italien am besten isolirt bleibe. Die Verträge mit den Verbündeten seien Defensiv, nicht Offen siv Verträge. Crispi leugnet, daß die Allianz politik Italien in Rüstungen stürze. Die Ent— wikelung der Militärkräfte, sowie die neuen Be festigungen bildeten einen Theil des Vertheidigungs planes, welcher seit 1881 studirt werde. Man ziele nicht darauf ab, anderen zu schaden, sondern die Grenzen und die eigene Unabhängigkeit zu vertheidigen. Die Regierung beabsichtige nicht, die gegenwärtigen Besitzungen in Afrika auszu— dehnen. Betreffs des vollkommenen Einver— nehmens mit England, das Italien auch ferner hin aufrecht zu erhalten wünsche, sei nichts zu besorgen. In der Kammer erklärte Crispi, er habe Grund anzunehmen, daß demnächst sich eine Handelsgesellschaft für die ostafrikanischen Besitz Josef J.“, ein älteres Kasemaltschiff, wird von ungen unter dem Protektorat Italiens bilde. 5 N Bulgarien. Sofia. Die Kammer N tagte die Verhandlung öber die Interp U die äußere. Politik betreffend, bis zur Herbst Afrika. Sansibar. Reichscommissar Ma Wißmann eroberte am 10. d. M. Lindi nach vg angegangenem Bombardement durch die deutschgg Kriegsschiffe. ö Aus Stadt und Land. 2 Friedberg. Vom Empfang Sr. K. H. des Groß herzogs am 10. Mat wollen wir an dieser Stelle na nachtragen, daß Oberstlieutenant v. Schlegell vom 116. N und Gendarmerie Major Cullmann, beide von Gleß herübergekommen waren. Ferner hatte die hiesige Feun wehr ebenfalls am Eingange des Großh. Schlosses Au stellung genommen. ö O. T. Friedberg. Gemeinderathssitzung vom 12. Mag Stadtbaumeister Zörb berichtet über die eingelaufen Angebote von Arbeiten, welche für Pflasterung, Cang stirung der Bahnhofstraße vorgesehen sind. Die gebung derselben wird demgemäß beschlossen.— Weg eines mit der Staatsbehörde abzuschließenden Vertrag betr. die Ortsdurchfahrt am Mainzer Thor, bezw. Abl tung eines Stücks der Staatsstraße als Eigenthum g die Stadt wird der Baucommission unter Vorbehalt Gemeinderaths-Genehmigung Vollmacht ertheilt. Abschluß dieses Vertrags will der Gemeinderath mit Rut sicht auf den von Or. Aug. Trapp zugesagten Zuschi zu der Kanalisirung am Mainzer Thor auf das auf desse Grundstück ruhende Servitut verzichten— Eisenbahn angelegenheiten betr. verweist der Vorsitzende auf din Bericht einer Verhandlung im preuß. Herrenhaus, dessen Veröffentlichung ihm von der Redaction des Oberh. Anh, zugesagt worden war.— Wegen definitiver Anstellun eines Zeichenlehrers an hiesiger Realschule wird eine Et gabe an die erste Kammer beschlossen. d. Wölfersheim. Am 15. und 16. Junk finde dahter das 25jährige Stiftungsfest der„Turngemeindtz Wölfersheim“, verbunden mit dem Turnfest des Gaues Hessen statt. Die Einwohner unseres Ortes und der Verein werden gewiß alles aufbieten, um den Besuchern genußreiche Tage zu verschaffen. Die Festwirihschast wurde an Gastwirth Thuy in Vilbel übertragen. Wöllstein, 10. Mai. Vom Blitze getroffen wurde; gestern Abend Lehrer Deforth von Dittelsheim Er starh bereits am nächsten Nachmittage. Deforth, erst 20 Jahrs alt, war in Neu-Bamberg als Lehrer angestellt. Allerlei. st Frankfurt. Die berühmte Sängerin Minnie Hauck, Kgl. preuß. Kammersängerin, wird im Frankfurt Opernhause Freitag den 16. in der Oper„Die Wider spänstige“ von Götz auftreten und bet dieser Gelehen⸗ heit zum ersten Male die für die Künstlerin vom bom⸗ ponisten nacheomponirte große Arie singen. Platzbestllungen, werden im Voraus an der Kasse des Opernhauses ent gegengenommen. Chemnitz, 12. Mat. Gestern gingen in verschledenen Theilen Sachsens schwere Gewitter nieder. Die Gegend zwischen Wolkenstein und Wilischthal wurde von einen Schlossen Wetter heimgesucht. Der Bahnverkehr wal! dort zeitweise gestört. In der Umgebung von Scheiben, berg und Schlettau boten die Fluren den Anblick eine:“ vollkommenen Winterlandschaft. Die Bahnstrecke Dres den Cbemnitz war bei Oederau durch Schlamm und Gerölle, welches von einem Dammbruch herrührte, eine zeitlang vollständig gesperrt. Auch in der Gegend von Riesa und: Lunzenau gingen Unwetter nieder. Berlin Das im Prozeß Warnebold und Genossem gefällte Urtheil lautet gegen Warnebold auf 2½ Jahr; Gefängniß, wovon 8 Monate als durch die Untersuchungt baft verbüßt angerechnet werden, gegen Haspelmann alf 2½ Jabr Gefängniß, wovon 9 Monate als verbüßt in An rechnung kommen, gegen Lübky auf einen Monat 0% sängniß, welche Strafe gleichfalls als verbüßt erachte!“ wird Kochanowski wird zu 30 M. Geldbuße verurtheilt,, gegen Laß und Grabowski serfolgt Fretsprechung. a Lübeck, 12. Mat. Durch gestern in der hiesigen Gegend niedergegangene Gewitter wurden schwere Be⸗ schädigungen angerichtet. In Lübeck ist eine Frau von Blitz erschlagen worden. In Kulpin und Rostensdoi brachen große Feuersbrünste aus, außerdem noch vel Feuer im Lübeck'schen Gebtet. In Wittenberge zerschmet terte schwerer Hagel das Korn und die Gartenfrüchtt strichweise fiel auch starker Wolkenbruch. g Lübeck. Die Obduetlon der ermordeten Tochter dig Oeconomleraths Petersen ergab einen Lustmord. Mörder hat die Schädeldecke mit einem großen Sti“ zertrümmert Der Staatsanwalt hat 500 M. Beloh ausgesetzt. Zwel Personen wurden verhaftet, darunter ein von der Staatsanwaltschaft verfolgter Brauer aug Schlesien.. Chur, 12. Mal. Gestern Abend ist das im Albuls thale gelegene, 200 Einwohner zählende Dorf Tiefen kasten abgebrannt. Paris, 13. Mal. Im Finanzministerium wurden gestern Coupons von über 100,000 Franes gestohlen, Rom, 12. Mai. Heute Vormittag wurde das Dach der großen Schießhalle, sowie der Triumphbogen al Eingange zu derselben durch einen heftigen Sturmwind. abgetragen und auch sonst mehrfacher Schaden an Fahne und Zielscheiben sowie an dem Luftballon auf dem Godard platzt angerichtet. Das Schießen wurde bis Nachmittag eingestellt, um den Schaden auszubessern. 7 Rom, 13. Mai. Aus Avlgliano wird gemeldeh 1. 2 15 + ö 1 1 N N 1 1 1 daß daselbst die Kugelgteßeret abgebrannt set. 14 Menschis wurden getödtet, mehrere verwundet. 1 0 1 6 tung Kit 6 a mittag hitte tmttag Boche Ins Idas 0 llt ert 5 mu en U 5 da 0 In 1 füubig 120 b zu tag Ache e eee dl ld Mal un 8 Ante Inwa Soflta, 10. Mat. Heute Nachmittag zwischen 21/2 % 3 Ur wurden hier zwei leichte Erdstöͤße vertikaler Aung verspütt. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. et der Himmelfahrt. Gottesdienst in der Stadtkirche. mittags 10½ Uhr: Herr Candidat Rückert. Womittags 1½ Uhr: Herr Candidat Heinrich Becker. 4 Gottesdienst in der Burgkirche— mittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Welffen bach. Israelitische Gemeinde. Beginn: Freitag Abend 7 Uhr 15 Min. Samstag Morgen 8 Uhr. Samstag Nachmittag 4 Ubr. Sabbathausgang 8 Uhr 30 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 18. Mai an rgens 6 Ubr, Abends 8 Ubr 30 Min. Dienstag den 20 Mai 1890: Neumond Siwan. FNonkursverfahren. Ueber das Vermögen der Ehefrau des Hermann eschner in Friedberg, Alma, geb. Schmidt, wird heute 10. Mal 1890, Vormittags 11 Uhr, das Konkurs pohren eröffnet. Der Rechtsanwalt Seyd enkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 24. Mal dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines geren Verwalters, sowie über die Bestellung eines zubigerausschusses und eintretenden Falls über die in 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Fetag den 6. Juni 1890, Vormittags 8 Uhr, vor dem werzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Siche in Besitz haben, oder zur Konkursmasse etwas fstaldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein— sfüldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Ver⸗ en e Ffahtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von i de Forderungen, für welche sie aus der Sache abgeson— he Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkurs— wvalter bis zum 24. Mai 1890 Anzeige zu machen. F Großberzogliches Amtsgericht Friedberg. in Friedberg wird zum 1890 — trerttegn ½ stutfar Sg Warthorst. e Veröffentlicht: 2 Weber, 1 0 Gerichts schreiber. 2109 1 Dareffend: Concurs über das Vermögen des Handels: manns Jakob Meyer von Staden Zur Verhandlung über den vom Gemeinschuldner be mrragten Zwanas vergleich ist auf: hittwoch den 11 Juni l. J., Vormittags 10 Uhr, i dem unterzeichneten Gericht Termin anberaumt, zu vachem alle Betbeiligten hierdurch vorgeladen werden. Der Vergleichsvorschlag sowie die Erklärung des g zubigerausschusses sind auf der Gerichtsschreiberei 1 dergelegt Altenstadt den 12. Mai 1890. Grroßherzogliches Amtsgericht Altenstadt. Hellwig. Submission. Die zur Herstellung eines Röhrenkanals nöthigen Arbeiten Lieferungen, sollen auf dem Submissionswege ver— een werden: 1 12 — 1 Streuber. M. Pf. k(ctal- und Maurerarbeit veranschlagt zu 796 00 anentröhrenlieferung ca. 3824 00 hundabfuhr 54 00 Pläne, Kostenanschlag und Bedingungen liegen auf merem Bureau zur Einsicht offen, woselbst auch Offerten zum 19. d. Mts. Vormittags 11 Uhr einzureichen sind. Friedberg den 13. Mai 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 401 Steinhäußer. 1 Arbeits⸗Vergebung. Samstag den 17. Mat, Nachmittags um 1½ Uhr, „ een in dem Gemeindesaal zu Nleder⸗Mörlen nach— A ende Arbetten öffentlich in Accord gegeben werden: 1 Waurerarbett, lt. Kostenüberschlag 160 M. 50 Pf. 2 5(hausstrarbelt e 55% Lauersteine zu liefern R Schwarzkalk 1 5„ „ies und Sand zu liefern. „(ement zu llesern N 57(hausseebausteine zu liefern t 1 Steinaufsetzen e ee * 11e Buß bach den 13. Mal 1890. dn 4 Meßger, 1 en 1. 1 5 Bezirks bauaufseher. 1 e, Neuheit. Außer der Concurrenz. e Weiner's Hausmacher 29 l 4 8*— U* 10 2 2 2 TCLier⸗Schnill⸗Nudeln. 48„t Kochrezepten(in ½1 und ½ Pfund, Packeten). f Verkauf à Pfd. 65 Pf. bel Ferd. Damm. 1203 * — Zwangs⸗Versteigerung. Samstag den 17. l. Mts., Vormittags um 10 Uhr, werden zu Gunsten der Gemeindekasse Heldenbergen in dem Schulhof dortselbst 3 Kühe, 3 Ziegen, 2 Gänse, 4 Hühner, 1 Wagen, 1 Pflug, 1 Fruchtfegemühle, sowie Hausmobilten durch alle Rubriken gegen Baar versteigert. Herget, Kreisbote zu Vilbel. Arbeits⸗ Vergebung. Montag den 19. Mat, Nachmittags um 5 Uhr, sollen in dem Gemeindesaal zu Griedel nachstehende Arbeiten in Accord gegeben werden: 2118 Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 10 M. 35 Pf Steinhauerarbeit 111 Zimmerarbelt 87 ů„ Dachdeckerarbeit 4% Schreinerarbeit 10% Schlosserarbeit 28 e Weißbinderarbett 1351353 Pflosterarbeit 8 Russensteine zu liefern 2212ͤ Kalk zu liefern„5553 Sans 1„ f Butzbach den 13. Mal 1890. Metzger, Bezirks-Bauaufseher. 8 5 e 5 Zwangs ⸗Versteigerung. Freitag den 16 l. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden zu Gunsten der israelitischen und politischen Gemeinde Groß⸗-Karben vor dem Gemeindehause daselbst 4 Kühe, 1 Rind, 2 Ziegen, 7 junge Gänse, 1 Näbmaschine, sowie Hausmobilien durch alle Rubriken gegen Baar versteigert. Herget, Kreisbote zu Vilbel. 2116 2119 sowie einzelne Betttheile(Ratenzahlungen gestattet) bei 36 G. M. Reuss. Weil's ganz aus polirtem Eichenholz, beste aller bekannten Con⸗ struktionen, von 10 Liter bis zu 200 Liter Inhalt, liefert zum Preise von M. 13 an 153 Opel⸗ Fahrräder Etienne Abrie, Fahrrad-Handlung, Bad-Nauheim. Alleinverkauf für den Kreis Friedberg Illustrirte Preislisten gratis und franco. Lehrling sucht G. Schulhof. 2132 2 tüchtige Schneidergesellen, sofort oder nach Pfingsten gesucht J. Kolter, Bad Naubeim. Friedrichstraße Nr. 246. Neue Egyptische Zwiebeln Wilhelm Fertsch. Einen neuen 1 4 1 Küchenschrank, polirten a Schreibsecretär, Kleiderschrank, 1 Tisch und 6 lackierte Bettstellen hat billig zu verkaufen 2055 F. Ickler, Möbelschreiner, in Friedberg. Ein kräftiger Junge kann die Metzgerei erlernen bel Vilbel. 2085 2049 2064 bei Karl Hinkel II., Metzger. Für Müller. Eln Wasserrad, 4½ Meter boch, 12 Meter breit, oberschlächtig, sowtie ein Wellbaum, beides noch gut erhalten, ist sehr billig abzugeben. Näheres bei Holzhausen. Mühlenbauer Ph. Fritz J. Butter. Lleferanten, welche pro Woche etrea 100 Pfund süße Rahm Butter zu liefern im Stande sind, werden 2092 gebeten um Angabe ihrer Adressen. Georg Horn, Wingertstr. 12, Frankfurt a. M. Prima frische Leimkuchen e 2088 offerirt sehr preiswerth (H. 37919.) Complete Betten, Buttermase chine, Horitz Weil Jun. in Frankfurt— 1953 Sommerpantoffel sind in eicher Auswahl eingetroffen, in Stramin, Plüsch und Lasting, mit und ohne Absätze, in bekennt sollder, dauerhafter Waare bel billigsten Preisen. 1473 Heinr. Hiechl. Usagasse. Tüllvorhänge mit Band eingefaßt von 30 Pf. das Meter an. G. Schulhof. 2133 Münchener Bierkäsel, Edamer Kräuterkäse, Faflige Emmenthaler, Rahmkäse, Parmesankäse, Limburger 2063 vei Wilhelm Fertsch. Sommerblumenpflanzen, 100 Stück 30 Pf., sowie Gemüsepflanzen empfiehlt 2017 H. Bergner, Handelsgärtner. Neue egypt. Zwiebeln empfieblt 2059 W. Bernbeck. Eine kleine Wohnung* ist Anfangs Junt zu vermiethen, sowie eine Schlafstelle Für ein gemischtes Waarengeschäft wird ein Lehrling aus guter Familie gegen Vergütung gesucht. Näberes in der Exped d. Anz 2053 Mansardenwohnung, 3 Zimmer, Küche. Wasser leitung ꝛc, per 1. Juli Kaiser⸗ straße zu vermiethen. Wo? sagt die Exp. d. Anz. 2028 empfiehlt zu Fabrikpreisen Frischen amertkanischen .* Saat⸗Mais Jacoh A W — 3. 9 3 a 44 „Storchenbräu“, ff. bay Exportbier(bell und dunkel) aus der Brauerei zum „Storchen“ in Speyer, per Flasche 25 Pf, Frankfurter Lagerbier, per Flasche 20 Pf, empfiehlt 2121 Sgeorg Lauer. Das von Frau Assessor Zimmermann bewohnte Logis, bestebend in 5 Zimmern, Küche ze. c., ist ander⸗ weit zu vermiethen und mit dem 1. September d. J., auch früber, zu beziehen. 2112 Friedberg. L. Ferber. Die Russenstzin⸗Fabrik in Fauerbach b. Fr. von Wilhelm Kern empfieblt 2113 Prima neue Russeusteine. Ein braver Junge kann in die Lehre treten bei Friedrich Leichner, Schuhmachermeister, empfiehlt 1892 892 2114 in Vilbel. e* 5.— Parterre-Wohnung, 3 bestehend aus 3 Zimmern mit Zubehör, abgeschlossenem Näheres Kalserstraße 60 8. Vorplatz, zu vermietben Apfelwein, vorzüglich zu Matwein, bei 2130 Wilh. Reuß 1. 2 r Sicherheits-Zweirad, gebraucht, gut gehaltene Tourenmaschine mit Glocke, Laterne und neuen Pedalen, hat zu verkaufen 2120 Bad Nauheim. Carl Antoni. *„ Ein Junge, welcher die Bäckerei lernen will, kann sofort eintreten bel 2123 J. Hengst. Kartoffeln, sehr gute, verkauft malter und mestenweise billigst Erfurt. 2082 2128 L. Schmidt, Schulstraße 357. „ Ac Windeckers Felsenkeller. Himmelfahrttag Nachmittags Frei⸗Concert, Abends Tauz⸗Alnterhaltung. r use. O. Fritze's Bernstein Oel-Lackfarbe zum Selhst-Lackiren von Fussböden in bekannter vorzüglicher Qualität. Niederlage bei Wiln. Bernbeck. Friedberg. 2127 3 e 3 1 5 U Balkons, Veranden, Säulen und sonstige gußeiserne Baugegenstaͤnde liefert nach neuen, geschmackvollen und stylgerechten Modellen zu den billigsten Preisen Main⸗Weser⸗Hütte, 2035 2 Station Lollar. Adam Menges, Maschinenfabrik, Gießen a. d. Lahn, liefert als langjährige Spezialität: Maschinen und vollständige Einrichtungen für Bierbrauereien und Mälzereien, Holzbearbeitungs-Maschinen für Holzschneidereien, Bau- und Möbel— schreinereien, Dampfmaschinen, Dampfkessel und schnelllaufende Transmissionen verschiedener bewährter Constructionen. Reparaturen jeder Art werden pünktlich und solide ausgeführt. 2125 Beste Referenzen. l. 62400 „ 8 Gebrannter„en, 1 aa Hafee la Qualität à M. 2.—, lla Qualität à M. 1.90, das Haushaltskaffee à M. 1.80, Wiener Mischung à M. 1.70 Pfund In Friedberg: bei: L. Adler, Ferd. Damm, Fr. Hilbrecht Wwe., J. L. Pauly, Ph. Dan. Kümmich L Strauß Wwe., Friedr. Wagner, J. A. Windecker; in Butzbach: P. F. Wagner; in Echzell: S. Simon Wwe. und M. Simon Wwe.; in Gettenau: Wolf Leopold; in Groß⸗Karben: J. Grünebaum's Wwe.; in Heldenbergen: Gerson Sichel u Is. Scheuer; in Hungen: A. Buch; in Klein⸗Karben: S. Ortenberger; in Bad⸗Nauheim: Gg. Ph. Lud wig; in Nieder⸗Weisel: H. Heinemann; in Nieder⸗Wöllstadt: Tobias David; in Rendel: Hch. Kirchner; in Staden: M. Hessenberger J.; in Reichelsheim: F. B. Schwarz; in Rodheim: D. Stern J., in Wohnbach: Da v. Mayer. 7 f. 7 5 A. Zuntz sel. Wue, Hoflieferant Sr. Majestät des Kaisers ꝛc. ꝛc., Dampf⸗Kaffeebrennereien, Wonn und Berlin. 2110 A Für Consirmanden. Hemden, Kragen, Manschetten, Hals binden, Unter— röcke, Kraußen, Taschentücher, Handschuhe billigst bei 1935 J. Keim. Satinblousen, Tricottaillen, Tricotblousen sind in großer Auswahl eingetroffen, empfiehlt zu bei kannt billigen Preisen 2016 6. F. Aletter. kauft man immer am billigsten bei Hirsche und Rehböcke M. Netscher. kauft stets 1991 Fr. Gunderloch. 1 und Hemden werden auch nach Maß 25 Verzinkte Eimer schnellstens angefertigt. 1887 empfiehlt in großer Auswahl von M. 1 an per Stück 2097 g Ph. Dan. Kümmich. Sommer- Uunterjacken und Unterhosen vorräthlig in Größen und Weiten billigst ber 2015 Heinr. Diehl. Usagasse. Jum billigen Laden! Herren- und Knaben Anzüge in Tuch, Buckskin und Kammgarn, sowte Arbeiterkleider, Englischleder— hosen, weiße und farbige Hemden, Kragen, Hosen— träger, Taschentücher, schwarze und farbige Damen— kletderstoffe, Unterröcke, Schürzenzeuge, Corsetten, Cattun, Druckzeuge, Bettzeug, Barchent, Zwilch, Betttuch- und Strohsackleinen, fertige Strohsäcke und Betttücher, weiß⸗ und blaugefärbtes Haus— macherleinen, Tischtücher, Handtücher, Bettdecken, Tischdecken, Wachstuch, Sonnen und Regenschirme, Vorhangstoffe, Kinderstrümpfe, Futterzeuge u. s. w. S rr Ein braves 8 nach Assenheim zum baldigen williges Mädchen Eintritt gesucht. 0 Zu erfragen bei der Exped. d. Anz 2135 Lehrlings⸗Gesuch. f 0 Für mein Tuch- und Manufaeturwaaren-Geschäft suche allen ich zum valdigen Eintritt einen Lehrling mit guten (Schulkenntnssen. 2047 Buß bach. Gustav Vogt. Freiwillige Feuerwehr. Heute (Mittwoch Stelle Ausrücken. f Das Commando, 2125⁵ Das Landwirthschaftl. Bafin zu Friedberg. Sonntag den 18. Mat, 3 Uhr Nachmittags: Generalversammlung im Höôtel Trapp. Tagesordnung: 1. Protokoll der letzten Generalversammlung. Rechnung für 1889/90. Jahresbericht über 1889/90. Besprechung über die in Familien Unterhaltungen. 5. Voranschlag für 1890/91. 6. Ersatzwahl von Vorstandsmitgliedern, 2 1890/91 abzuhalten Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist sehr wünschenz a 2009 Der Vorstand. werth. Preiskegeln, welches auf meiner neubergerichteten zugebauten Ba am Himmelfahrttag eröffnet wird und Sonntag din 8. Juni endigt, woselbst auch an diesem Tag die Steche geworfen werden, d. h. wenn bis dabin die Loose all. geworfen sind. Außer Sonn und Feiertag kann jedem Donnerstag Nachmittag geworfen werden. f Kegelllebhaber ladet hierzu ergebenst ein der b Gastwirth Hch. Baffmann. Okarben im Mai 1890. NB. Speisen und Getränke in bekannter Güte. 20 Annonce. Auf Himmelfahrttag Concert 1 21055 findet bei mir lichst einlade. Karl Faulsiic Nächsten Donnerstag findet auf meinem Fel senkeller Hain mühle bei Erbstadt. Harmoniemusik statt, wozu ich freundlichst einlade. Ilbenstadt. Thomas Klein. Sardellen empfiehlt biligt 2122 J. A. Windecker Hüte! Hüte! für Confirmanden, Strobhüte, schwarz für geistlich! Herren, Seidenhüte, Filzhüte weich und stelf als Spezia lität empfiehlt in riesiger Auswahl allerbilligst Schmidt's Schirm⸗ und Hutbazar. Confirm.⸗Handschuhe, Kragen und Manschetten. AA Feinsten Limburger Küse, per Pfund 44 Pf., bei 2 Fr. Wagner. Hotel Sprengel, Bad ⸗Nauheim. N Münchener Augustiner, Frankfurter Export . eu. 1681 Ein Lehrling kann in meine Buchhandlung eintreten. Carl Bindernagel. 1 Tapeten, größte Auswahl, billigste Preise, bei 1963 Georg Gross,. 2 Filzhüte(federleicht), 1 eum ae fühl ed n Art . iner Etif beig Mu Bu W de 1 — Dr ————ä— E Sonnen- und Negenschirme, Handschuhe und farbige Gummiwäscht empfiehlt 1908 Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. Hierzu eine Beilage. 0 ge.) C. Kalbfleisch“ + Gin 4 Teens= 1 1 8. 0 te“ tba zal U 2 49 1 A + ** At el, fiutt, lt beigelegt. 1 —— immig angenommen. Beilage zum„Oberhessischen Anzeiger“ Nr. 57. 1 Am 16. Mai d. J. waren es seit Gründung der Mathilden— tiftung, unserer Wetterauer Erziehungs-Anstalt für arme und ver— Jahrloste Kinder, fünfundzwanzig Jahre. Im Jahre 1865 wurde diesem Tage auf Anregung und unter dem Vorsitze des verstorbenen weh. Regierungsraths Trapp in dem hiesigen Rathhause eine Ver— Immlung von Geistlichen, Lehrern und Bürger meistern des damaligen treises Friedberg abgehalten. Nach lebhafter Verhandlung über Ein— Jchtung der Stiftung, wie über Gewinnung der zur Erreichung ihrer wecke nöthigen Mittel wurde ein vorgelegter Statuten-Entwurf ein— Zum Andenken an die am 25. Mai 1862 erstorbene Großherzogin Mathilde, welche nach vielen Seiten hin in ö nserem Lande wohlthätig gewirkt hat, wurde ihr der Name„Mathilden— etiftung zur Rettung verwahrloster Kinder aus dem Kreise Friedberg“ Als Mitglieder des Vorstands wurde Pfarrer Dornseif in ünster, Decan Görtz in Nieder-Florstadt, Bürgermeister Küchel in butzbach, Seminardirector Steinberger, Lehrer Volk, Bürgermeister Balz in Friedberg und Decan Keller in Ockstadt gewählt. Noch an emselben Tag hatte sich, nachdem die Versammlung geschlossen war, er Vorstand constituirt, Seminardirector Steinberger wurde zum Vor⸗ zenden gewählt, und der Vorstand auf Grund des§ 5 der Statuten nurch Cooptation von sieben weiteren Mitgliedern verstärkt. In seiner ritten Sitzung am 10. October 1865 wurden die ersten vier Kinder u die Stiftung aufgenommen. Diejenigen, welche an der erwähnten Versammlung theilgenommen gaben und noch leben, werden sich heute noch mit einer gewißen Be— riedigung dieses Tages erinnern. Es war ein Geist aufrichtiger Nenschenliebe in den Anwesenden lebendig. Alle dachten nur daran eirme Kinder durch liebevolle Aufnahme in der regligiösen Gemeinschaft, er sie von Geburt angehören, erziehen zu lassen Und als die Ver⸗ ummlung geschlossen war, hatten alle die Empfindung, daß ein gutes Verk zu Stande gekommen sei, welches unter Gottes Segen in unserer Wetterau etwas leisten werde. Aber Keiner wird nur annähernd er— vartet haben, daß nach Ablauf von 25 Jahren 431 Kinder in der ieugegründeten Stiftung Aufnahme und Erziehung gefunden haben vürden. Man hatte keine Ahnung, daß man, obwohl die Zeichen der geit lebhaft auf Sturm deuteten, am Vorabend einer großen weltge— zichtlichen Zeit stände, welche nicht nur viel Glanz über uns bringen, Indern auch manches Elend offenbaren werde, welches in der Tiefe eres Volkslebens verborgen liegt, und am wenigsten glaubte man, aß eine Gesetzgebung, welche die unterste Klasse der Bevölkerung Zirthschaftlich auf eigene Füße gestellt hat, das Familienleben in den iutersten Volksschichten zerrütten würde. Man erwartete von der aus— edehnten Freiheit der Bewegung einen neuen Aufschwung in Handel ind Gewerbe, man dachte aber nicht, daß in Folge der Auflösung nancher Bande, die an Zucht und Ordnung festhielten, die Zahl der Ver⸗ recher zunehmen und die Kinder in den leichtfertig geschlossenen Ehen Ein silbernes Jubiläum. nicht mehr die aufmerksame Erziehung finden würden, die ihnen von Rechtswegen gewährt werden muß. Die Stiftung hat seit dem Gründungstag keine wesentliche Aen— derung erfahren, wenn wir davon absehen, daß sie von dem Jahre 1874 an bis 1880 in Folge der Einführung der neuen Kreisordnung als Kreis-Anstalt bestand. Da sich diese Einrichtung aber unter den bestehenden Verhältnissen nicht als zweckmäßig bewähren konnte, wurde die Stiftung wieder als freier Verein organisirt und am 27. October 1880 wurden ihr durch die Gnade Sr. Königlichen Hoheit des Groß— herzogs Corporationsrechte verliehen. Der Vorstand muß sich heute, wenn er an Alles, was die Stiftung in ihren ersten 25 Jahren erfahren hat, zurückdenkt, zur herzlichen Dankbarkeit gegen Gott und Menschen aufgefordert fühlen. 286 Pfleg⸗ linge, welche ihre ganze Existenz ihr verdanken, konnten in dieser Zeit von ihm aus der Stiftung entlassen werden, nur wenige von den Aufgenommenen sind verschollen. Sehr viele derselben ernähren sich als Handwerker und Arbeiter in Oberhessen. Einige sind ausge— wandert und wir durften es mehrfach erleben, daß die Letzteren in Amerika, wo so Vieles, was man in der alten Heimath gethan und erlebt hat, vergessen wird, sich doch das Andenken an die Liebe be— wahrt haben, welche sie in der Zeit ihrer Kindheit durch die Stiftung erfahren konnten. Die Briefe, welche sie von dort immer noch an die Pflegeeltern schreiben, und die Geschenke, welche sie an einzelne jüngere Pfleglinge, welche jetzt von uns bei den alten Eltern erzogen werden, geschickt haben, sind fortwährende Beweise einer tiefgewurzelten An⸗ hänglichkeit. Fünfzehn Pfleglinge sind während der Zeit, in der sie durch uns erzogen wurden, gestorben. Ein Lehrling ist ertrunken und ein Anderer durch einen unglücklichen Fall nach langem Leiden gestorben. Wenn mir berücksichtigen, daß eine größere Anzahl unserer Kinder von Geburt sehr serophulös ist und in den ersten Lebensjahren eine oft gesundheitsschädliche Ernährung erfahren hat, so scheinen mir etwas mehr als 3% Sterbfälle in 25 Jahren ein geringer Procent— satz zu sein. Niemals hatte die Stiftung, wenn es galt für ein armes Kind zu sorgen, über Mangel an den dazu erforderlichen Mitteln zu klagen. In jedem Jahre hatte sie bei den Mitgliedern der Ausschüsse des Mathildenstifts zu Butzbach, Friedberg und Vilbel, bei den General— versammlungen der Stiftskassen, wie bei den Mitgliedern des Kreis— Ausschusses in Friedberg offene Hände gefunden, welche gern und reichlich gegeben haben, was sie bedurfte. Niemals wurde von diesen Corporationen irgend ein Wunsch des Vorstands abgelehnt. Stets hatte derselbe auch Ursache, das freundliche Entgegenkommen von Seiten der Behörden anzuerkennen. Bereitwilligst haben die evange— lischen und die katholischen Geistlichen, wie auch die Lehrer an den Schulen unsere Bestrebungen gefördert. Obwohl von den ersten Tagen der Stiftung an zu dem Vorstand Mitglieder aus verschiedenen n Confesionen gehörten, obwohl diese öfters auch eine weitauseinander gehende politische und kirchliche Parteistellung einnahmen, so war doch niemals in dem Vorstand irgend ein e eingetreten. hatten alle nur das eine Bestreben, Stets im Vorstand zu rathen und zu helfen, daß das zeitliche und ewige Wohl unserer Pfleglinge gefördert werden möchte. So konnte die Stiftung ungestört durch politische Kämpfe, ungehindert durch schwere Kriege, welche in dieser Zeit geführt wurden, ihre Wege gehen. Und wenn wir heute an alle diese Er— fahrungen zurückdenken, so müssen wir mit herzlicher Dankbarkeit be— kennen, daß wir unter Gottes Schutz und Segen ein gutes Werk haben treiben können. Seinem Schutz und Segen sei an dem heutigen Tage auch die Zukunft unserer Stiftung warm empfohlen. Im Jahre 1889 wurden 29 Kinder in die Stiftung aufgenommen. Ein Kind aus Bad-Nauheim, 3 aus Heldenbergen, 1aus Groß-Karben, 2 aus Nieder⸗Mörlen bezw. Löwenthal, 4 aus Rodheim, 2 aus Wis— selsheim, 2 aus Wohnbach und elf landarme Kinder. Confirmirt wurden 12 Pfleglinge, drei Mädchen und neun Knaben. Die Mädchen konnten Stellen bei guten Herrschaften erhalten, bei welchen sie nicht nur einen kleinen Lohn finden, sondern auch, was weit mehr werth ist, fortgesetzte Erziehung und Veredlung erhalten sollen. Sieben Knaben stehen in der Lehre und zwei arbeiten als landwirthschaftliche Hilfs— arbeiter in ihrem Heimathort. Der Schulbesuch unserer Kinder war recht guter, ebenso der Gesundheitszustand; Folge einer serophulösen Augenentzündung besuch gehindert. Auch mit dem Fleiß und konnten wir zufrieden sein. Die Lehrer haben ihnen fast durchgängig ein gutes Zeugniß gegeben. Einzelne konnten sogar ein rechtgutes Schulzeugniß erhalten. Unter 106 schulpflichtigen Kindern hatten nur 3% ein weniger zufriedenstellendes Zeugniß bekommen. Auch die große Mehrzahl unserer Lehrlinge hat sich gut betragen und hat in der Erlernung ihres Geschäftes genügende Fortschritte gemacht. Aus— schreitungen kamen nur in ganz vereinzelten Fällen vor. Zwölf un— serer Lehrlinge haben in 1889 ausgelernt und arbeiten meist als Gesellen in ihrem Geschäft weiter. Einer ist leider durch eine Ope— ration, welche in einem Krankenhause zu Berlin an seinem linken Arm vollzogen wurde, zum Fortbetrieb desselben untauglich geworden. Es ist zu hoffen, daß er noch zu einer anderen Thätigkeit ausgebildet werden wird, durch welche er selbstständig werden kann. Sobald die Lehrzeit unserer Pfleglinge beendet ist, treten sie aus unserer Stiftung aus. Die Knaben bleiben immer bis zum voll— endeten 17. und die Mädchen bis zum vollendeten 16. Lebensjahre in dem letzten Jahr ein nur ein Knabe war in längere Zeit am Schul— dem Betragen der Kinder Friedberg den 13. Mai 1890. Glieder unserer Anstalt. Damit sind sie aber noch nicht aus u ser Aufsicht entlassen. Noch fünf Jahre wenden wir ihnen unsere for gesetzte Aufmerksamkeit und Berathung zu, ohne diese ihnen, was 0 von selbst versteht, aufzwingen zu wollen. Nach fast allen uns zuge⸗ kommenen Nachrichten haben sich nun im letzten Jahre diese Pfleg, 1 linge im Wesentlichen nichts zu Schulden kommen lassen. Einzeln. deren Betragen schon seit Jahren besonders anerkannt wurde, babe sich ihr gutes Lob bewahrt. Einer, welcher mit Zufriedenheit währe 0 seiner Militärzeit gedient hat, hat an der kaiserl. Post eine Stellu N gefunden; und ein Anderer ist jetzt, nachdem er ununterbrochen,. 0 Ausnahme der Zeit, in der er als Soldat diente, in seinem Gesch gearbeitet hat, mit Hilfe seines Meisters, bei welchem er gelernt. in der Nähe von Friedberg selbstständig geworden. Leider ist aber ein anderer Pflegling in dem letzten Jahre auf der abschüssigen Bahn, auf welcher er durch den schlimmen Einfluß seiner Eltern nach seiner 5 1 ufd: 0 8 Gr. Confirmation gerathen war, immer tiefer gesunken.. 1 Zum Schlusse unserer Mittheilung gestatten mir uns noch di 1 freundliche Bitte, welches ihr seit Jahren von ihren Freunden geschenkt worden ist. Die armen und auch die verwahrlosesten Kinder bedürfen es und können es erwarten, daß wir ihnen mit Liebe entgegen kommen. Jeder Mensch, sagt ein moderner Schriftsteller, hängt mit einem goldenen Fädchen an der Menschlichkeit fest. Auch bei dem von Jugend auf verwahrlosten Kinde ist ein noch unverdorbener Ort im Gemüthe, ö wenn man den findet und an ihn mit seinen Einwirkungen anzu⸗. unserer Stiftung das Wohlwollen zu bewahren, 1 + 2: f 72. knüpfen versteht, so kann man es von da aus wie an einem Fädchen in das rein menschliche, dessen Zugang ihm leider frühzeitig durch falsche Behandlung vielfach versperrt worden war. Freilich ist es oft schwer, diesen Ort zu finden, aber unmöglich ist das nie. zu dem armen Kinde gibt uns helle Augen, kann. Zuweilen geschieht das bald; oft gehen aber auch Jahre d rüber hin bis man ihn finden kann, und zuweilen kommt es 5 daß es uns nie recht gelingt, diese Stelle zu finden. Auch in den Herzliche Li daß man ihn entde Falle, daß es uns scheinen möchte, als ob alle unsere Bemühung, das Kind von der schweren Last, die es niederdrückt, zu befreien, umsonst ist, soll man doch nicht aufhören, demselben alle Liebe entgegenzubringen. Nach vielen Jahren hat schon mancher junge Mann an die Liebe zurückgedacht, welche ihm in der Jugend von N guten Menschen erwiesen worden war, und diese Erinnerung ist das goldene Fädchen geworden, das ihn an die Menschlichkeit für immer geknüpft hat. oft sehr schwer, in das religiös sittliche Leben hineinziehen, 1