. 11 0 ö 1150. Donnerstag den 14. August. 1 95. 2 1 9% 6 Oberhessischer Anzeiger. — — 2 — Dei c g l un n ird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwo; 1 5 a 0 i i 6 i i n und Freitag Abend— 5 Kreisblatt für den Kreis Friedberg. e e ene e Conni oncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annonce om 6. l auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post ae 2 in Geo et Bi 7 1 Bis Amtlicher Theil. chung! mmler zu Gonzenheim erloschen. Bekanntmachung. Nach Mittheilung des Königlichen Laudrathsamts Homburg v. d. H., ist die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehstande des Oekonomen ches Kreisamt Friedberg. Großherzogli J. V.: Dr. Wallau. a Friedberg den 11. August 1890. 2 e ett es n mags giegeln gegen die Maul- und Klouenseuche betreffend. Bekanntmachung. N N Nachdem die Maul- und Klauenseuche im Kreise Büdingen er— ie lechen ist, bestimmen wir für den Transport von Rindvieh, Schafen, r weinen und Ziegen aus einer Gemarkung in eine andere im Kreise a dingen gelegene Gemarkung sowie für den Marktverkehr— unter e e Afhebung unserer Bekanntmachung vom 30. April 1890(Kreisblatt b dem bete N. 51)— das Folgende: „, I Handelsvieh. 1. Jeder Händler, der Vieh transportirt fler transportiren läßt, bedarf hierzu eines von einem praktischen Thier— ail. mn te ausgestellten Gesundheitsscheines, durch den bescheinigt wird, daß n fraglichen Thiere sich mindestens seit 7 Tagen in seuchefreiem Zu— nde an dem Orte der Untersuchung befunden haben. 2. Wird von einem Händler Vieh aus einem außerhalb des Groß— brzogthums Hessen gelegenen Orte eingeführt, so muß das thierärztliche Fugniß außerdem die Bescheinigung enthalten, daß die Gemarkung, us welcher die Thiere eingeführt werden, vollständig seuchefrei ist. 3. Directe Transporte von Handelsvieh per Wagen nach der R 1 frurdbtt 54. uchsten Essenbahnstation und von da per Eisenbahn nach dem Schlacht⸗ 189 kehhof oder dem Sanitätsstall zu Frankfurt a. M. sind ohne besondere descheinigung zulässig. 4 II. Schlachtvieh. 4. Zum Transport von Schlachtvieh, d. i. fluchen Viehs, das nachweislich zum Zwecke der Abschlachtung bereits en bestimmte Personen verkauft ist und ohne wesentliche Verzögerung nuch dem Schlachtorte gebracht wird, bedürfen Händler eines Gesund— „ narkt . Zutun III. Marktverkehr. 6. Jeder Händler, der Vieh auf einen Viehmarkt auftreibt(auch aus dem Marktorte selbst), bat die Seuche⸗ freiheit der Thiere durch thieräͤrztlichen Gesundheitsschein nachzuweisen. Diejenigen Thiere, für welche der Gesundheitsschein nicht beigebracht wird, werden auf dem Markte nicht zugelassen. 7. Landwirthe und Metzger bedürfen weder zum Auftrieb auf den Markt, noch zum Wegtrieb von dem Markte einer Bescheinigung. 8. Händlern ist der Auftrieb von Schweinen auf Märkte bis auf Weiteres untersagt. Ebenso ist den Händlern während der Markttage das Feilbieten von Schweinen in dem Marktorte(außerhalb des Marktes) und in den angrenzenden Gemarkungen untersagt. IV. Form der Zeugnisse und Strafbestimmung. 9. Alle im Vorstehenden erwähnten Zeugnisse sind, wenn auf denselben eine ge— ringere Gültigkeitsdauer nicht ausdrücklich vermerkt ist, 5 Tage gültig. Sie müssen die Thiere genau bezeichnen(insbesondere jedes Stück Rind⸗ vieh nach Geschlecht, Alter, Farbe und Abzeichen), müssen datirt, vom Aussteller unterschrieben und mit dessen Siegel versehen oder von der Ortspolizeibehörde beglaubigt sein. 10. Zuwiderhandlungen werden nach F. 66 des Reichsgesetzes vom 23. Juni 1880 mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. 11. Die vorstehenden Bestimmungen treten mit ihrem Erscheinen im Kreisblatt in Kraft. Büdingen, 6. August 1890. Großherzogliches Kreisamt Büdingen. . Dr. Göttelmann, Amtmann. bhitsscheins der Ortspolizeibehörde des Herkunftsortes. „Abe 1 5. Metzger und Landwirthe bedürfen zum Transport von Schlacht⸗ 11 J veh keiner Bescheinigung. 1 . Windeln — 4 7 7 5 22 11 er Schutzmaßregeln beim Betriebe der durch Goöͤpelwerke be Auf Grund des Art. 78 der Kreis- und Provinzlalordnung vom 12. Juni 1874 1 1 died unter Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung Großherzoglichen 1 nisterlums des Innern und der Justiz vom 1. August 1890 zu Nr. M. J. 20365 mm den Umfang des Kreises Folgendes verordnet. a m. 5 0§ 1. Bel dana befindlichen landwirthschaftlichen Maschine, 1 Klug,(che durch ein Göpelwerk oder eine Lokomobile in Bewegung gesetzt wird, müssen! 7 a 1. die das Göpelwerk mit der Maschine verbindende Welle in ihrer ganzen Länge, ee 1. 1 2. alle sonstigen beweglichen Räder, Wellen, Gelenktheile, Schrauben, Ketten 3— ind Riemen, sowohl der Maschine als auch des Göpelwerks, welche nach 10 Lage ird Beschaffenheit geeignet sind, Unglücksfälle herbeizuführen, jedoch mit Ausnahme dherg. e an dem Göpelwerk befindlichen Zugbäume mit einer Bekleidung von starkem durch⸗ f 8.„tem Blech, starkem Drahtgltter, oder im Freien von gut zusammengefügten Brettern 12 Beni Fartig versehen sein, daß außenstehende Personen durch die Triebwerke nicht ergriffen 1 ibel. id beschädigt werden können Transmissions riemen, welche eine im Betriebe befind- bile oder einem Göpelwerke ver⸗ ige landwirthschaftliche Maschine mit einer Lokomo heden, brauchen in der vorbezeichneten Weise nicht bekleidet zu sein. Diese Bekleidung muß so stark befestigt sein, daß ihre sofortige Entfernung ohne Benutzung eines nichanischen Hülfsmittels, wie Schraubenschlüssels, Zang a 1* 114 2. An allen land wirthschaftlichen Maschinen, welche durch ein Goͤpelwerk eee ber eine Lokomobile in Bewegung gesetzt werden, ist eine Vorrichtung anzubringen, iel, welche die an der Maschine arbeitenden Personen in den Stand setzt, die irischen dieser und dem Göpelwerk oder Lokomoblle sofort zu unterbrechen(Ausrück— Horrichtung). N d vor dem Erlasse dieser Verordnung bereits in Gebrauch genommenen Vaschinen findet die Bestimmung dleses Paragraphen keine Anwendung. 5 3. Es ist verboten, an elner im Gange befindlichen landwlrthschaftlichen schall aschine, welche durch ein Göpelwerk oder eine Lokomobile in Bewegung gesetzt wird a. bie Bekleidung zu beseltigen, 1 91 b. die Maschine zu schmieren— wobel indeß das Füllen außerhalb der Be⸗ Frledberg den 12. August 1890. — R 2 2 Polizei⸗Verordnung oder Lokomobilen bewegten landwirthschaftlichen Maschinen. kleidung befindlicher Schmlerbüchsen und Selbstöler von dem Verbote ausgenommen ist, c. an Dreschmaschinen, Futter- oder Rübenschneidemaschinen irgend eine Arbeit in der Einlegeöffnung mit der Hand oder dem Fuße zu verrichten. 4. Es ist verboten, an einer im Gange befindlichen landwirthschaftlichen Maschine, welche durch ein Göpelwerk oder eine Lokomobile in Bewegung gesetzt wird, in anderer als anliegender Kleidung und mit anderem als festsitzendem Schuhwerk zu arbeiten, insbesondere muͤssen umgebundene Halstücher in die Kleider fest eingeknöpft sein. 5. Es ist verboten, an einer im Gange befindlichen landwirthschaftlichen Maschine, welche durch ein Göpelwerk oder eine Lokomoblle in Bewegung gesetzt wird a. weibliche Arbeiter an anderen als ganz ungefährlichen Stellen arbeiten zu lassen, b. betrunkene oder als epileptisch bekannte Personen arbeiten zu lassen, 6. geistige Getränke zu verabreichen, außer bei den gewöhnlichen Mahlzeiten. § 6. Es ist verboten, Räumlichkeiten oder sonstige deutlich begrenzte Orte, in welchen sich eine landwirthschaftliche, durch ein Göpelwerk oder eine Lokomoblle in Bewegung gesetzte Maschine oder ein Göpelwerk oder eine Lokomobile befindet, und deren Betreten durch eine Warnungstafel verboten ist, unbefugter Weise zu betreten. d 7. Wer eine durch eln Göpelwerk oder eine Lokomobile in Bewegung ge— setzte Maschine ohne die im§ 1 vorgeschriebene Bekleidung bezw. Transmissions⸗ riemen ohne die vorgeschriebene Absperrung, oder, sofern nicht die Ausnahme im zweiten Absatze des§ 2 Platz greift, ohne die im§ 2 vorgeschriebene Aus rück, Vor⸗ richtung verwendet, verwenden läßt oder deren Verwendung in seinem oder in dem seiner Aufsicht oder Leitung unterstellten Betriebe zuläßt, wird, sofern nach den Straf- gesetzen nicht auf eine höhere Strafe zu erkennen ist, mit Geldstrafen bis zu 60 Mark bestraft. Zuwiderhandlungen gegen die anderen Bestimmungen dieser Polizei-Ver⸗ ordnung werden, sofern nach den Strafgesetzen nicht auf eine hohere Strafe zu er— kennen ist, mit Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft. 8. Diese Polizel⸗Verordnung tritt am Tag der Verkündigung im Ober hessischen Anzeiger in Kraft. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. J. V.: Dr. Wallau. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Ossenheim; hier Offen In der Zeit vom 14. bis 28. August l. I., der allgemeine Meliorationsplan und das auf dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Ossenheim zu Jedermanns Einsicht offen. wendungen gegen diese Arbeiten findet statt: Donnerstag den 28. wozu ich die Betheiligten under dem Hinweise einlade, daß die Friedberg den 12. August 1890. Betreffeud: Aufgefundene Leiche eines Unbekannten. Gestern früh 5 Uhr wurde auf dem Seedammsweg die nachbeschriebene Leiche eines unbekannten Mannes aufgefunden, N Diejenigen, welche über die Person des Unbekannten Auskunft zu geben im Stande sind, werden ersucht ihre bezüglichg Die Leiche nebst den Bekleidungs und sonstigen dabei vorgefundenen Geßenständen sind vorläufig im Lelchenhal mittels eines Revolverschusses selbst entleibt hat. Angaben der unterfertigten Stelle alsbald mitzuthellen. des lutherischen Friedhofes dahier untergebracht und wolle man sich behufs deren Besichtigung an den Todtengräber Zimmerling wenden. Bekanntmachung. liegen die Arbeiten des J. August l. Is., Vormittags von 10 indeß wegen stark vorschreitender Verwesung spätestens morgen stattfinden. Beschreibung der Leiche: Augenbrauen, blaue Augen, lange, schmale, geradeaus stehende Nase, außen sichtbar ist. Der Verlebte gehörte augenscheinlich dem Arbeiterstande an, würfelig gemusterter Anzug, Rock, Hose und Weste von demselben Stoffe, schwarz und weißstretfiges braun gewürfelte Binde, weißer Umlegkragen, Zugstiefel, graue baumwollene Unterhosen, graue Socken, In der rechten Hosentasche befanden sich 2 kleine eiserne Hohlschlüsselchen und eine schmale Haarbürste. Schwarzdorn mit Hirschhorngriff, worunter ein weißmetallener Ring eingela steht zur Verfügung. Neben der Der Aufenthalt des Johannes Steuernagel von Rainrod ist zu ermitteln. Steckbrief. sie zu jagen nicht berechtigt waren, Gegen den Mathias Jung von Girgenrod, Russensteinmacher, zuletzt in Assenheim, ist von Großh. Amtsgericht Friedberg unterm 8. August 189 wegen der Anschuldigung, daß er in Gemeinschaft mit Nikolaus Creß zu Assenheim, am 18. Juni 1890 zue gesetzlichen Schonzeit in der Gemarkung Assenheim, in welcht die Jagd dadurch ausgeübt habe, indem sie einen Hasen fingen und tödteten, Haftbefehl erlassen worden. Es wird ersuͤcht, den ze. Ju zu verhaften, Großberzoglichem Amtsgericht Friedberg vorführen und sofort Nachricht anher gelangen zu lassen. Personen, bezüglich deren aus Berlin, umherziehender Schirmflicker und Mustker. Friedberg den 11. August 1890. Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Louis Stohl aus Berlin, zuletzt Dienstknecht in Dorheim, und Joseph Bernhard Jeremlaß legung des allgemeinen Mellorationsplans von Flur J und VIII. Abschnittes des rubre. Verfahrens, nämlich: Protokoll über die stattgehabte Prüfung derselben Tagfahrt zur Entgegennahme von Gi N Nichterscheinenden mil Einwendungen ausgeschlossen sind. ssen war und ein Taschenmesser mit 2 Klingen und Korkzieher in weißer Hornschaale. 1 bis 11 Uhr, Der Vollzugs ⸗Commissaär: Dr. Wallau. Homburg den 4. August 1890. ö der sich nach den gepflogenen Ermittelungge Die Beerdigung der Leiche m Pollzeiverwaltung: J. V.: Der Beigeordnete F. Lotz. 0 35— 40 Jahre, Meter 1,70, braunes Haar, rothblonder dünner Schnurrbart, längliches Gesicht, gesunde Farbe, hohe Stirn, blog“ kleiner Mund, rundes Kinn, in der rechten oberen Zahnlade fehlen 3 Zähne nebeneinander, was h hatte starke grobknochige Statur uud starke hartschwielige Hande. Kleidung e.: Braunßg Wollenhemd, Patenthosenträger, grau mit ledernen Schlingen, grau ug weiße Manschetten mit braunen Hornknöpfen, schwarzer weicher Filzht Leiche lagen: Ein sechsläufiger Revolver, ein Stock ii Photograß. 0 1 Han 1 1 11 1 1 0 1 b in 5,8 Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Straßenmeister Dorn wurde von Sprendlingen nach Darmstadt versetzt. Berlin, 13. Aug. Der Kaiser traf am 11. August früh in Berlin ein und reist am 14. Aug. Mittags nach Rußland ab. Die Zu— sammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem Kaiser von Oesterreich findet, wie jetzt bestimmt ver— lautet, am 17. September im Schloß Rohnstock in Schlesien statt. Die Monarchen treffen dort— selbst an dem genannten Tage Nachmittags 3 Uhr ein. Kaiser Wilhelm wird vom Reichskanzler, General v. Caprivi und dem Grafen Waldersee, Kaiser Franz Josef von dem Grafen Kalnoky begleitet sein.— Die Kaiserin Friedrich fährt von Athen am 26. August ab und trifft nach kurzem Aufenthalt in Homburg und Berlin in London ein, woselbst die Vermählung der Prinzessin Viktoria stattfindet. Wilhelmshaven, 11. Aug. Der Kaiser traf gestern Abend 8 Uhr im neuen Hafen ein, ging 9½ Uhr ans Land und fuhr dann mit einem Dampfboot nach der Werft, wo er den Extrazug nach Berlin bestieg. München. Die bayerische Artillerie zählt vom 1. Oktober 1890 ab an Feldartillerie 48 Batterien(darunter 6 reitende). Im Kriegs— falle rückt also die Armee ohne Neuformation auf den ersten Befehl hin mit 288 Geschützen ins Feld. Noch im Jahre 1866 betrug das bayerische Bundeskontingent 72 Geschütze und 1870 rückte die bayerische Armee mit 192 Ge— schützen nach Frankreich. Karlsruhe, 10. Aug. Die Kronprinzessin von Schweden ist heute mit ihren drei Söhnen von Schloß Mainau zu längerem Aufenthalt nach Schloß Heiligenberg bei Konstanz überge— siedelt. Der Kronprinz hat seine Gemahlin dort— hin begleitet und wird Morgen die Rückreise nach Schweden antreten. Helgoland, 10. Aug. Schon vor 9 Uhr heute früh begann die Aufstellung zum Empfang des Kaisers. Auf der Landungsbrücke waren 20 Helgoländerinnen in Nationaltracht postirt, dann kamen Schulkinder, mit Blumen und Fähnchen Spalier bildend, weiter vorn das See— bataillon. Im Halbkreis um die Südseite der Insel liegt das deutsche Geschwader: acht Panzer— schiffe,„Deutschland“,„Preußen“,„Bayern“, „Baden“,„Württemberg“,„Friedrich der Große“, „Oldenburg“ und„Kaiser“, das Schulschiff „Mars und die Torpedoflotte. Um 10 Uhr 10 Min. verkünden Salutschüsse aller Panzer— schiffe die Ankunft des Kaisers, um 10 Uhr 20 Min. biegt die„Hohenzollern“, gefolgt von der„Irene“ und Torpedos um die Südspttze. Alsdann folgte die Abnahme der Schiffsparade und die Fahrt um die Insel. Um ¼11 Uhr kam der Kaiser an. Das Seebataillon präsentirte unter Präsentirmarsch. Der Kaiser durchschritt die Landungsbrücke und nahm ein prachtvolles, die Insel darstellendes Blumenkissen aus den Händen der Helgoländerinnen entgegen. Von der Landungsstelle begab sich der Kaiser zum Festplatze auf dem Oberland an dem alten Leucht— thurm, wo der Altar errichtet war. Auf dem Festplatze waren die Marinetruppen aufgestellt und die Gemeinde versammelt. Beim Heran— nahen des Kaisers blies das am Platze statio— nirte Musikcorps der Marine-Jnfanterie Fanfare. Sobald der Kaiser erschien, begann der Gottes— dienst, dem übrigens auch sämmtliche Officiere der vor Helgoland liegenden Schiffe, so weit sie nicht ohnehin dienstlich anwesend zu sein hatten, beiwohnten. Als Geistlicher fungirte Marine-Oberpfarrer Langheld. Nach Beendig— ung des Gottesdienstes verlas Staatsminister v. Bötticher als Stellvertreter des Reichskanzlers die kaiserliche Proklamation an die Helgoländer. Sie sichert den Helgoländern die Wahrung ihrer Rechte und Schutz im Glauben und Kirche zu. Darauf trat der Kaiser vor und hielt eine An— sprache an die Truppen. Anknüpfend an den Tag von Wörth, sagte der Kaiser, heute werde wieder ein Sieg gefeiert. Helgoland solle ein Bollwerk sein, wenn es Jemandem einfallen sollte, feindlich in die Nordsee dringen zu wollen. Bei den Worten, mit welchen der Kaiser von der Insel Besitz ergreift, wurde die deutsche Flagge gehißt und die auf der Rhede ankernde Flotte gab den Salut. Bötticher brachte das Hoch auf den Kaiser aus, in das Alles einstimmte; dann wurde„Heil Dir im Siegerkranz“ gesungen. Zum Parademarsch nahmen die Truppen den Weg zwischen dem alten und dem neuen Leucht— thurm. Gegen 3 Uhr schriffte sich der Kaiser nach Wilhelmshaven ein. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Prag, 11. Aug. Der Führer der Altczechen Rieger hat den Zweck seiner Wiener Reise, nämlich die Erlangung der inneren czechischen Amtssprache, nicht erreicht. Großbritannien. London, 12. August. Die Königin inspicirte gestern an Bord der „Alberta“ das auf der Rhede von Cowes an-[ Walker wagt kaum mehr, die Matrosen aus gekommene österreichische Evolutionsgeschwader.] Land zu lassen. Zwei Drittel der Bemannung Erzherzog Stephan und die Officiere des Ge- schwaders folgten einer Einladung nach Schloß Osborne, woselbst ein Festmahl stattfand. f — Zum Gouverneur von Gibraltar wurd General Smith ernannt; an dessen Stelle till der Herzog von Connaught als Gouverneur des Militärbezirks von Portsmouth. Chatham, 11. Aug. In der Kaserne des Traincorps wurde gestern durch unzufrieden Soldaten eine Anzahl Pferdegeschirre und Sattel zeug vernichtet. Die Mannschaft beklagt sich über den Sonntagsdienst. Infolge einer in den vorigen Woche bei dem Corps vorgefallenen Meuterei wurden zwei Anterofsiciere entlasse und einer verhaftet. Die Truppen wurden consignirt. Cardiff, 12. Aug. Die Eisenbahndirectionte lehnten nach längerer Berathung die ermäßigten Forderungen der Streikenden ab. Die letzteren beschlossen, keine weiteren Zugeständnisse zu machen. Spanien. Madrid, 11. Aug. Die Arme des Sultans von Marokko wurde von den Re bellen geschlagen; letztere massakrirten über 100 Gefangene und folterten und enthaupteten einen Sohn des Sultans. Wie unterm 9. d. M. gemeldet wird, haben sich feindliche Stamm,, 12,000 Mann stark, eine Meile von Melillln gelagert und an den spanischen Gouverneur Boten mit der Erklärung gesandt, wenn die als Geiseln festgehaltenen Mauren nicht sofort in Freihel gesetzt würden, so würden sie Melilla stürmem und zerstören. Italien. Rom, 11. Aug. Infolge der Wahl Antonelli's veranstalteten die Gegnez desselben eine irredentistische Kundgebung. Ein große Menschenmenge drang gegen die Wohnung des österreichischen Botschafters vor, wurde jedoch von zwei Kompagnien Soldaten mit dem Bu jonett zurückgetrieben. 40 Tumultuanten wurden verhaftet. 1 Rumänien. Bukarest. Die Abreise d Königs Karl von Rumänien nach dem Auslans soll am 13. August erfolgen. Der König beah sichtigt einen Monat seiner Erholung zu widmen Bulgarien. Sofia, 12. Aug. Die Ministe⸗ reisten heute nach Widdin, um den Prinzen 56 dinand zu empfangen, der morgen dort eintrff und übermorgen den Jahrestag seines Regier ungsantritts feiert. Amerika. Newyork, 9. Aug. Seit de Ankunft des Vereinigten Staaten⸗Geschwader! in Newyork sind 230 Seeleute desertirt. Admira ä der amerikanischen Flotte bestehen aus Ausländern — 10. Aug. Der Gesellschaft der Newyotk ö 0 1 0 Central- und Hudson-River⸗Eisenbahn gelingt e — 7 10 — U — S 50 wurde gehemmt. Schnellzugs blieben in Mainz. mußte an der Unglücksstätte umgestiegen werden. eagtren. Die Bahnhoͤfe sind von Detektives brwacht. Der Vicepräsident Clarke benachrichtigte Bei den andern Zügen Das amt dN 0 Bürgermeister von Albany, daß das Eigen; Rheingeletse ist gegenwärtig wieder frei, sodaß der Ver— Ithim gefährdet sei und verlangte Schutz. Die kehr bewerkstelligt werden kann. Die Ursache des Unfalls Juliztruppen von Buffalo und Syracuse sind ist noch unbekannt. r mogliche Fälle in Bereitschaft gehalten. Die 5 duk Jachtverlader und Weichensteller des Westshore— Allerlei. Bönhofs in Weehawken haben ebenfalls die Crefeld, 11. Aug. Bei einem Gewitter gestern Abend stürzte infolge eines Kanalbruches ein von fünfzig Personen bewohntes Haus ein Sämmtliche Verschütteten sind jetzt aus den Trümmern herausgeschafft. Nach der (zCref. Zeitung“ sind 26 Personen, und zwar 3 Männer, 5 6 Frauen und 17 Kinder todt; 10 Personen wurden ge— Das Unwetter in der Nacht von Sonn- rettet, von denen eine Frau leicht, ein Kind schwer ver— letzt sind. 12 Bewohner waren während der Katastrophe abwesend. beit niedergelegt. Die Stellen derselben sind Port wieder besetzt worden. Aus Stadt und Land. Friedberg. auf Montag hat in der ganzen Umgegend vielfachen (chaden angerichtet. Ueberall sieht man überschwemmte der, abgeschlagene Aeste, entwurzelte Bäume. Das Berlin, 11. Aug. Heute Mittag wurde ein Stein; üst liegt am Boden und mehrfach wurde geschnittene träger, der trotz des Verbots des Postens und unter Fucht weggeschwemmt. Durch den Hagel ist namentlich Verhöhnung desselben die Barrlere an dem Tempelhofer Nauhesmer Park arg mitgespielt worden. Hunderte Uebungsplatze überstieg, von dem Posten durch einen n kleinen Vögeln: Nachtigallen, Meisen, Bachstelzen, Schuß in den Kopf getödtet. kistelfinken lagen am Montag morgen todt im Park.“ Odessa, 11. Aug. Auf dem Panzerschiff„Sinope“ le Usa ist angeschwollen und führt trübes, lebmiges fand während der Fahrt von Odessa nach Sebastopol in Fosser. Stark mitgenommen wurde auch die Gemarkung folge Platzens eines Rohres an der Maschine eine Ex⸗ kteinfurth und Wisselsbeim. plosion statt. 8 Matrosen und der Seekadett Prinz Oppenheim, 9. Aug. Beim Passiren von drei] Schilkoff wurden getödtet, 11 Matrosen schwer verletzt. Felchen stürzte in Bodenheim die erste Maschine eines Kalro, 12. Aug. Depeschen von hier melden, daß nell für die streikenden Arbeiter neue zu Guͤterzugs um, die andere mit sich reißend. Der Verkehr] gestern in Djedda 126 Personen, in Mekka 108 Personen Die Relsenden des Frankfurt-Baseler an der Cholera starben. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Katholische Gemeinde. Donnerstag Nachmittag von 5 Ubr an Beicht. Freitag: Fest Mariä Himmelfahrt(gebotener Feier⸗ tag). Morgens von 6 an Beicht; um 5/7 Uhr Aus⸗ theilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht mit Segen. Israelitische Gemeinde. Sabbath und Neumondsfeter vom 16. August 1890. Neumond Ellul. Beginn: Freitag Abend 6 Uhr 45 Min. Samstag Morgen 8 Uhr. Samstag Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 8 Uhr 5 Min. Wochengottesdienst von Sonntag(Neumond) den 17. August an Morgens 6 Uhr, Nachmittags 5 Uhr 45 Min, Mitgetheilt durch den Agent Th. Andreas, Bad Nauheim: Der Hamburger Doppelschrauben-⸗Schnelldampfer „Columbia“, Cap. Vogelgesang, welcher am 1. Aug. von Southampton abgegangen, ist am 8. August 6 Uhr Morgens wohlbehalten in New Vork angekommen Reise⸗ dauer von Hamburg bis New Vork 7 Tage 22 Stunden. Oceanfahrt nur 6 Tage 18½ Stunden. 2565 A. Pelisster, Hanau, Tuch und Leinwand Handlung. 55 Große Auswahl.— Lillige Preise. der Spar⸗ und Leihlasse, eingetragene Genossenschaft mit unbe⸗ schränkter Haftpflicht, zu Holzhausen pro 1889. t betgl- Aetiva. W. Pf. Passiva. W. Pf. * —— N. Kassenbestand am Jabresschluß. 4578 96 1. Einlagen. 52848 40 Starten?“ Darlehen an Mitglieder 2 36995 80 2. Anlehen von Vereinen 9000— Einziehbare Einnahmereste 3554 33 3. Geschäftsantheile der Mitglieder 1250— dirt e Kaufschillinge 8 16652 33 die erniß„Schwebende Forderung aus 1 früheren Jahren. 8 1316 98 Lu 4 63098 40 63098 40 * Die Zabl der Mitglieder betrug Ende 1889= 34. Holzhausen den 8. August 1890. Der Vorstand der Spar⸗ und Leibkasse, eingetrage Genossenschaft mit unbesch 8 Ried, Direktor. Burck, Rechner. Bekanntmachung. Ein Haus in Gießen, Nach dem Ableben des Josef Hoffmann zu Friedberg worin Gastwirthschaft betrieben wird(in nächster Nähe * N N „ird das von ihm daselbst betriebene kaufmännische i Concurrenz), ist wegen vorgerrückten Alters der 1 a ö karge b Korn, kinderlosen Besitzer um den vllligen Preis von 23,000 M. chäft von seiner Wittwe, Margarethe, geborene 7 Abableng windesens 6000— 7000 755 ter der frũ 9 Jos. Hoffmann“ weitergeführt. zu verkaufen. 8 0 Zintrag 15—— 980 2 72 5 erforderlich. In demselben ist noch nebenbei eine Metzgerei Friedberg am 8. August 1890. a oder Spezereigeschäft mit gutem Erfolg zu betreiben. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg.[Offerten unter P. 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Walzeisenlleferung„ 0 mel* ul 0 E J Ane El 5 1 Die Verdingungsunterlagen, Bedingungen, Anschläge Ein Mann mit einem Gespann pflanzt pro Tag mit und Zeichnungen sind auf dem Baubüreau(Mittelbau zoffel. 25 Beben a II.) 1 Bad Nauheim zur Einsicht e e e 1 ee wohin, 75 N d Kartoffel ein und streicht die Furche wieder zu. i e d Zaschlogsfris 1 Atteste angesehener Herren Landwirthe zu Diensten. 1 1 erhn Tage. Friedberg den 11. August 1890. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Kranz. Weinfässer u allen Größen zum Einmachen bet 1176 W. Weith, Haagkstraße. 3147 Wohnung 188 Katserstraße 106. J. Heck. Kinderwagen und 338 bei G. M. Reuß. Derselbe macht auf Horrocks, Fliegenfischerei. Zieht die Furche, legt die] v. Thüngen, Das Rebhuhn, dessen Naturgeschichte, 35 Moritz Weil jun., Frankfurt a. M. — im 2. Stock zu vermiethen und Mitte September zu bezie hen Tagebuch„ Fleischbeschauer, in vorgeschriebener Stärke, fertig vorräthig bei Carl Bindernagel in Friedberg. 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