* n 0 1890. Donnerstag den 7. August. 92. Oberhessischer Anzeiger. a Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch N und Freitag Abend ausgegeben. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Kreisblatt für den Kreis Friedberg. re ae e Innoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg k 9 5 auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht 3 bei uns 5 5 d 0 5 2 auh di Na ee aben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. betreffend: Invaliditäts- und Altersversicherung. Friedberg den 5. August 1890. itt, 1 g etreffend: Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche. 18 Nachdem die Maul⸗ 0 a 1. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien erhalten wieder die Befugniß, Storg Gin b orerst noch untersagt. 90„Iii sie an den Marktagen in Gast- und Privatstallungen des Mut 3. Die Bestimmung, daß auch Landwirthe oder Metzger, Fr. Wahr ztliches Gesundheitszeugniß besitzen müssen, wird wieder aufgehoben. Gießen den 1. August 1890. Unerledigte frühere Ausschreiben. Erledigt. Das Ausschreiben gegen Anton Friedberg den 2. August 1890. Einem Ersuchen Großherzoglichen Kreisamts Gießen entsprechend, bringen wir die nachstehende lemerken wir wiederholt, daß eines Gesundheitsscheines überhaupt nur der Händler, nicht aber der Landwirth und 2. Der Auftrieb von Schweinen auf die im Kreis stattfindenden Märkte wird den Landwirthen wieder gestattet, den Händlern aber Da die Händler das Verbot des Marktbesuches, wie uns bekannt geworden, wiederholt in der Weise umgangen haben, Mein Ausschreiben vom 2. Person, eiu deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Tröste von Schwanheim, durch Gendarm Steinbach in Friedberg. Amtlicher Theil. Friedberg den 4. August 1890. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Ortskrankenkassen des Kreises. .. Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß zu dem rubricirten Gesetze ein Commentar von br. Ludwig Fuld, Rechtsanwalt in Mainz üschienen ist, welcher aus der Verlagsbuchhandlung von Palm und Enke in Erlangen zum Preise von 10 M. 40 Pf. bezogen werden kann. J. V.: Dr. Wallau. Bekanntmachung. f Bekanntmachung zur öffentlichen Kenntniß. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. J. V.: Dr. Wallau. Bekanntmachung. und Klauenseuche im Kreis Gießen wieder erloschen ist, bestimmen wir das Folgende: Gesundheitsscheine für Schlachtvieh auszustellen. Dabei Metzger bedarf. Marktortes oder der Umgebung ihre Schweine zum Verkauf ausgeboten haben, so intersagen wir für Markttage das Feilbieten von Schweinen durch Händler in dem Marktort und in den angrenzenden Gemarkungen. welche Thiere auf den Markt bringen oder vom Markt wegbringen, ein thier⸗ Es bedürfen also auch hier nur die Händler eines thierärztlichen Gesundheitsscheines. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J V Jost. Karoline Hohn, von Langenletten, früher in Assenheim und zuletzt in Bruchenbrücken bedienstet. Mai 1. J., gegen Adam Nungesser, angeblich aus Offenbach, bringe ich hiermit in Erinnerung. Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer. Deutsches Reich Darmstadt, 2. Aug. S. K. H. der Groß⸗ lerzog kehrte mit den Prinzessinnen Viktoria und Alix von Jagdschloß Wolfsgarten hierher urück. Der Fürst von Schwarzburg⸗Rudolstadt latte von Wolfsgarten eine Frühpürschfahrt in sem Revier Mörfelden mit gutem Erfolg gemacht, am mit der Großherzoglichen Familie hierher ut d besuchte später den Prinzen Heinrich. Nach 1 iner Besichtigung der Räume des Residenzschlosses 1 erweilte der Fürst längere Zeit in der Bilder— gallerie und den Kunstsammlungen. Um 5 Uhr seiste der Fürst nach Rudolstadt zurück. Die Grinzessin Alix begab sich Abends zum Besuch er Prinzessin Heinrich von Preußen nach Kiel. 5. August. S. K. H. der Großherzog ist Flsbinde Aingeleer heute Vormittag über Berlin nach St. Peters— urg abgereist um den Kaisermanövern beizu— 0 U ohnen. S. K. H. der Erbgroßherzog wird 0 en 12. d. M. direct von Leipzig aus nach 1 Petersburg reisen. gutt, u— Die neuen Landtagswahlen sind jetzt :„bekannt und zwar: Darmstadt: Ohly und Wolfs— behl; Pfeddersheim: Möllinger; Ulfa: Sturm⸗ f„ es; Schlitz: Zinsser; Friedelhausen: v. Nabe⸗ dberg. au; Butzbach: Köbler(Antisemit); Großgerau: 1 1 baun 1 echler; Großbieberau: Schönberger; Wald⸗ 1 Geibel kichelbach: Arnold; Großumstadt: Lautz; Gingen: Pennrich; Worms: Reinhardt; Fried⸗ zkuchel erg: Jockel; Gießen: Metz; Alsfeld: Gun⸗ drum; Mainz: Joöst und Ullrich; Offenbach: „ Lüunmit, eber. a „— Der Maria Geiß von Breitenborn, im esch 0 Dienste des Kaufmanns Heidelberg zu Offenbach 1„ e urde die Silberne Medaille des Ludewigsordens 11 data berliehen. 11 Berlin. Die Kaiserin trifft am 8. Aug. In einem kurzen Besuch der Großherzogin⸗Mutter in Ostseebad Heiligendamm bei Doberan ein. ö— Dec in Ostende erscheinende„Patriote“ eilt mit, Kaiser Wilhelm habe dem Bischof von Brügge gegenüber geäußert, er befinde sich penheim und stattete gestern dem hiesigen herzog— in der Arbeiterfrage mit dem Papste in princi- lichen Hofe einen Besuch ab. Heute Nachmittag pieller Uebereinstimmung. reisten die Herzogin und der Erbprinz von Nassau —„Front nach Frankreich“ ist der Titel von hier ab. einer unter dem Pseudonym„Aldegonde“ in Kissingen, 5. Aug. Fürst Bismark und Amsterdam erschienenen Schrift, in welcher der Graf Herbert Bismark sind gestern Abend hier Nachweis geliefert werden soll, daß die nieder- eingetroffen und von dem Regierungspräsidenten, ländische Regierung nichts besseres thun könne, als sich so bald wie möglich dem mitteleuro- worden. päischen Dreibund anzuschließen. Insbesondere für das Bündniß mit Deutschland sprechen nach dem Dafürhalten des Verfassers die schwer- wiegendsten Gründe. — Auf Ersuchen der deutschen Regierung sind die englischen Kriegsschiffe bei Buenos Ayres angewiesen worden, nöthigenfalls auch die dort ansässigen deutschen Reichsangehörigen in Schutz zu nehmen. — In den hiesigen politischen Kreisen, die der Soclalreform der Regierung ihre Aufmerk— samkeit zuwenden, schreibt man dem Fr. J., wird ein Aussatz des Geheimraths v. Wodtke in Schmollers„Jahrbuch“ sehr bemerkt, worin der sachverständige Verfasser die Ansicht ausspricht, daß das Invaliditäts- und Altersversicherungs— gesetz in absehbarer Zeit Abänderungen in vielen Einzelnheiten werde erfahren müssen. Geheim— rath v. Wödtke, der an dem Zustandekommen dieses Gesetzes einen hervorragenden Antheil hatte, hat kürzlich im Verein mit dem Unter staatssekretär im Reichsamt des Innern, Bosse, Erläuterungen zu diesem wichtigen Gesetze her— ausgegeben. — 5. Aug. Hauptmann Kund, der bekannte Afrikareisende, ist wieder soweit hergestellt, daß er Wiesbaden verlassen konnte. Er befindet sich gegenwärtig hier. Königstein, 4. Aug. Der Kronprinz von Danemark, welcher am Freitag in Frankfurt a. M. eingetroffen ist, um von dort aus die benach— barten Orte zu besuchen, war vorgestern in Rum— sowie den Spitzen der Behörden empfangen Dieselben fuhren durch die festlich ge— schmückten Straßen unter lebhaften Hochrufen des Publikums zur oberen Saline. Ludwigshafen, 3. Aug. In der ver⸗ flossenen Nacht kam es auf dem Hemshofe zwischen Arbeitern und der Gendarmerie zu einem ernst— lichen Kampfe. Die Gendarmerie gab eine blinde Salve auf die Angreifer ab, welche mit Revolver— schüssen erwiedert wurde. Erst nachdem die ganze Polizeimannschaft aus dem süͤdlichen Stadt— theil herangezogen war, konnte mit Erfolg gegen die Bande vorgegangen werden. Mit blanker Waffe hieben die Schutzleute ein, infolgedessen es zahlreiche Verwundungen gab. Verschiedene Verhaftungen wurden vorgenommen. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Die Kaiserin von Oesterreich schifft sich am 10. d. Mts. an Bord der Vacht„Miramare“ zu einer sieben— monatlichen Seereise in Amsterdam ein. Gratz, 4. Aug. Kaiser Franz Josef traf gestern zur Eröffnung der Landesausstellung ein. 5. Aug. Es ist aufgefallen, daß der Kaiser bei seiner Anwesenheit dahier den Grafen Hartenau besonders ausgezeichnet hat; bei der gestrigen Hoftafel saß Graf Hartenau zur Linken des Kaisers. Großbritannien. Cowes, 4. Aug. Kaiser Wilhelm ist an Bord der„Hohenzollern“ gestern Abend 10 Uhr in der Bucht von Dover ange— kommen. Es fand ein Salut der deutschen Kriegsschiffe statt, der von den Strandbatterien erwiedert wurde. Graf Hatzfeldt begab sich mit dem deutschen Marineattaché an Bord der„Hohen zollern“, die heute fruͤh mit dem Geschwader die Fahrt zur Insel Wight fortsetzte. Kaiser Wülhelm traf so früh in Osborne ein, daß der Prinz von Wales nicht, wie festgesetzt, mit der Nacht„Osborne“ der„Hohenzollern“ entgegen- fahren konnte. Da die mobilisirte britische Flotte zu Uebungen an anderer Stelle versammelt ist, war die Rhede von Spithead von Kriegsschiffen entblößt. Der Kaiser fuhr in Cowes ein, be⸗ gleitet von einem deutschen Panzerschiffe. Die Torpedoboote und die Admiralitäts-Vacht„The Queen“, an Bord Hafenadmiral Commerell, sowie der commandierende General des Suͤd⸗ distrikts von Leicester, Smith, fuhren entgegen. Das Hafengeschwader begrüßte die Kaiseryacht. Vom Hauptmaste des Schiffes„Herzog Welling: ton“ wehte die deutsche Flagge, sämmtliche Schiffe gaben Kaisersalut ab, als die„Hohenzollern“ Spithead passirte. Kaiser Wilhelm landete um 11½ Uhr bier in Cowes und wurde vom Prinzen Christian von Schleswig-Holstein, dem Herzog von Edinburgh und dem Prinzen Heinrich von Battenberg am Landungsplatz erwartet. Die Nacht„Osborne“ mit dem Prinzen von Wales und dem Herzog von Connaught an Bord traf die„Hohenzollern“ kurz vor ihrer Ankunft in Cowes. Der Empfang daselbst war ein äußerst glänzender.— 5 Aug. Der heutigen Regatta wohnte Kaiser Wilhelm an Bord der„Alina“ mit dem Prinzen Heinrich, dem Prinzen von Wales, Herzog von Counaught und dem Prinzen Waldemar von Dänemark bei. Der russische, österreichische und türkische Botschafter sind in Osborne angekommen. London. Die Directoren der Bute-, Taff Vale-, Rhymney- und Barry-Eisenbahngesell— schaften beschlossen in einer in Cardiff abge— haltenen Versammlung, die Forderungen ihrer Bediensteten nicht zu gewähren. Am 6. August läuft die Kündigungsfeist ab und der große Streik, welcher 150— 200,000 Menschen trifft, dürfte dann beginnen. — 5. Aug. Im Unterhaus erklärte Fer— gusson, die Regierung kenne vollständig die strei— tigen Punkte bezüglich der Walfischbai, ebenso auch die Ansicht der deutschen wie der Regierung des Caplandes. Letzterer wird jede Gelegenheit gegeben werden, ihre Sache vor Anrufung des Schiedsspruches zu bekräftigen. Portsmouth, 5. Aug. Das österreichische Geschwader wird in Spithead unmittelbar er— wartet. Helgoland. Der Gouverneur von Helgoland veröffentlicht, daß die Uebergabe der Jusel an das Deutsche Reich am 9. August stattfiadet. Serbien. Belgrad, 4. Aug. Ein Protest— meeting der hier ansässigen macedonischen Serben nahm gestern drei, an den Sultan, den Zaren und den ökumenischen Patriarchen gerichtete Re— solutionen an. Afrika. Sansibar, 5. Aug. Die deutschen Behörden verweigern dem englischen Missions— arzte Wolfendale, der bereits Saadani verlassen und 40 Meilen weit vorgerückt war, die Weiter— reise nach dem Tanganyika See. Amerika. Buenos Ayres. Am letzten Samstag fand laut Meldung der„Times“ ein Cabinetsrath und eine Versammlung von Sena— toren und Deputirten der Partei des Präsidenten Celman statt. Dem Cabinetsrathe wohnten auch Pellegrini und General Roca bei. Die Hauptfrage war Celman's Abdankung. Die Erörterung verlief indessen erfolglos. Die eben erwähnte Versammlung der Partei beschloß, Celman zu halten. Es geht das Gerücht, der Cabinetsrath begünstige, trotz des Einspruches Pellegrinis und Rocas, den Zwangskurs. Major Palma, den Celman als Verräther und Angeber darstellte, ist plötzlich gestorben, angeblich an Gift. Aus Stadt und Land. C. T. Friedberg. Gemein derathssitzung vom 4. Aug. Bis zum Ablauf der Pachtzeit wird Gastwirth G. Ulrich die Weiterbenutzung eines Stückchens Straßengeländes gestattet.— Für die Promegadestraße ist die Erwerbung Gemeinderath ermächtigt den Vorsitzenden desfalls mit den Besitzern entgültig abzuschlteßen.— Nach den auf den Voranschlag einlegten Abgeboten erhalten für Arbelten in der Real- und Stadtschule den Zuschlag: für Schreiner— arbeit Heinrich Rausch, für Weißbinderarbeit Jakob Hieronlmus und W. Zimmermann.— Eine von Fr. Netz an Großh. Kreisamt gerichtete Beschwerde, betr. Ent— fernung der Abwässer aus seiner Hofraithe, gibt dem Vorsitzenden Anlaß, die hierauf ertheilte Widerlegung zu verlesen; mit deren Inhalt erklärt sich der Gemelnde— rath einverstanden.— Dem Gesuch von Fr. Kniß um Abgabe eines Bauplatzes am Wasserberge wird entsprochen; Gesuchsteller soll hierfür 100 Mark zahlen.— Zur Ver: tilgung der Spatzen soll aufgefordert und eine Vergütung von 3 Pfg. für das Stück aus der Stadtkasse bezahlt werden. r. Friedberg. Einer der größten Feinde unserer Waldungen, die Nonne, tritt dieses Jahr sehr stark auf und wird also nächstes Jahr noch massenhafter erscheinen. Eine allgemeine Vertilgung scheint geboten und dürfte auf die Tödtung der Schmetterlinge das Augenmerk des Publikums zu lenken sein. Die Vernichtung derselben ist sehr leicht, da die Thiere träge an den Stämmen der Bäume, sowie an den Zäunen ziemlich niedrig sitzen. Die Weibchen sind überaus träge und lassen sich ohne abzu— fliegen mit der Hand fortnehmen. Die kleineren, etwas dunkler gefärbten Männchen sind flinker, aber auch hier genügt ein vorsichtiges Herantreten und rascher Schlag mit der flachen Hand zur Tödtung. Später ist sowohl den Eiern wie den Raupen schwer beizukommen, während jetzt die Vernichtung sehr einfach ist und nur während einer kurzen Zeit, je nach Größe des Gartens, eine täg— liche Aufmerksamkeit von etwa ¼ Stunde beansprucht. Die Morgenstunden bis etwa um 9 Uhr sind die günstigste Zeit für das Ablesen, bei steigender Tagestemperatur wird das Männchen unruhig und fliegt. Auch Spazier— gänger in Feld und Wald mögen die Schmetterlinge ver— tilgen, wo sie sie nur sehen. Allerlei. Cassel, 5. Aug. Das gestrige Hagelunwetter hat in den Kreisen Marburg, Kirchhain und Homberg in fast sämmtlichen Dorfgemarkungen Zweidrittel der Ernte zerstört. Berlin, 2. Aug. Eine Schwefelkohlenstoff Explosion ereignete sich heute in der Palmkernöl- und Kokosöl— fabrik von Rengert u. Co. in Stralau. Der Luftdruck, den die Explosion verursachte, war so stark, daß fast alle Baulichkeiten auf dem Grundstück erheblich beschädigt wurden. Vier Arbeiter verunglückten. Berlin, 4. Aug. Der heutigen Eröffnung des 10. internationalen medieinischen Congresses durch Virchow wohnten die Staatsseeretäre v. Bötticher, v. Maltzahn, die Mintster v Goßler und v. Herrfurth, sowie Herzog Karl Theodor in Bayern bei. Virchow begrüßte die Gäste auf das herzlichste, übermittelte die Theilnahme des Kaisers, der die Mitglieder des königlichen Hauses beauf— tragt habe, einen Theil der Congreßmitglieder zu em: pfangen, und erklärt schließlich als Aufgabe Deutschlands, die Wissenschaften den Zielen der Humanität zu widmen. Dr. Lassar theilte die Organisation des Congresses mit. Von ausländischen Regterungen sandten 60 die höchsten Sanitätsoffietere ab. 2500 deutsche Aerzte sind betheiligt, ebensoviel auswärtige aus 40 verschiedenen Ländern, da⸗ runter China, Japan, die Cordilleren, Mexiko; aus Amerika sind 500 Aerzte eingetroffen. Innsbruck, 4. Aug. Bei Station Voels entgleiste gestern ein Personenzug. Drei Wagen rutschten über den Inndamm ab, zwei stürzten um und kamen zur Hälfte ins Innbett zu liegen. Die Passagtere des Zuges, 120 an der Zahl, wurden, soweit festgestellt, gerettet. Zwei Reisende sind ernster verletzt, zwanzig leichter. Als Ursache des Unfalles gilt die schlechte Beschaffenheit der dortigen Bahnstelle. Straßburg, 5. Aug. Durch eine Feuersbrunst wurde heute Morgen ein großes Gebäude, welches die Milttär⸗Schlosserei⸗, Schreinerei- und Sattlerei-Werk⸗ stätten enthielt, zerstört. Die übrigen Theile des Arsenals erleiden in ihren Arbeiten keine Unterbrechung. Saint Etienne, 4. Aug. Außer einer heute Morgen stattgefundenen Entzündung schlagender Wetter erfolgte um 11 Uhr eine neuerliche Explosion. Zwölf mit der Ausbesserung der Eindämmung beschäftigte Arbeiter wurden verwundet, mehrere sehr schwer.— 4. Aug. In den Gruben von Villeboef gerteth Vormittags die Gallerie in Brand. Von 120 Arbeitern wurden, sowelt bisher feststellbar, 5 verwundet, davon 2 schwer. Madrid, 2. Aug. Die Cholera verbreitet sich rapide, anscheinend über den ganzen Süden Spaniens. Heute werden Erkrankungen auch aus Andalusten, der Provinz Sevilla und von der portuglesischen Grenze bei Badajoz gemeldet. Kairo. Es wurden sehr strenge Maßregeln zur Verhütung der Einschleppung der Cholera in Egypten getroffen. Man ernannte eine Commission von Aerzten, um sich über die Vorsichtsmaßregeln zu verständigen. Die große Messe in Tanta wurde untersagt. Shanhai. Dem„Standard“ meldet man von hier, daß am 3. August die Städte Teking, Tungchow und Tientsin unter Wasser gesetzt worden selen. Die Geschäfte stocken. Bisher ist es den Behörden nicht gelungen, die Fluten zu bewältigen. Handel und Verkehr. Friedberg, 5. August. Fruchtpr. Weizen M. 20.50 bis 21.00, Korn M. 15.50 16.00, Gerste M. 16,00 bis 00.00, Hafer M. 18.00-18.50. Alle Preise verstehen eines Stücks des Groß'schen Gartens nothwendig, der sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund. Friedberg, 6. August. Buttermarkt. Butter kot per Pfd. M. 1.05— 1.20, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. gr. 13 J Grünberg, 2. August. Fruchtpr. Welzen M. 20 000 Korn M. 18.00, Gerste M. 16.90, Hafer M. 18.20 Erbsen M. 20.00, Wicken M. 00.00, Lein M. 00.00 Samen M. 27.00, Kartoffeln M. 4.50. 7 Gießen, 5. August. Auf dem heutigen Wochenmaß kostete: Butter per Pfd. M. 1.05— 1.10, Eier 1 St. 6 Pf, 2 St. 00 Pfg., Käse per St. 5—8 Pfg., Tauben pe Paar M. 0.60 0.80, Hühner per St. M. 0.90— 1.90 Hahnen per Stück M. 0.60— 1.00, Enten per Stig M. 1.50— 1.70, Ochsenfleisch per Pfund 70—74 N Kuh- und Rindfleisch 60—64 Pf., Schwelnefleisch 68 70 Pf., Hammelfleisch 5068 Pf., Kalbfleisch 56—60 f Frankfurt, 5. August. Engros⸗Markt. Heu pn 100 Kilo M. 4.90. 6.40, Stroh pro M. 4 206.20 Haferstroh M. 3.60, Butter 50 Kilo M. 95— 100, Ele 100 Stück M. 4—8, Erbsen 100 Kilo M. 16— 23, do geschälte M. 20— 30, Linsen M. 18—41, Grünekern M. N bis 28, neue Kartoffeln per 50 Kilo M. 5.00— 6.00% Einmachgurken 100 St. M. 1.50, Rüböl(raff.) 50 Ki 30 Mark. 5 Frankfurt, 4. August. Fruchtbericht. Hiesigt Weizenmehl Nr. 0 M. 34.00 35.00, Nr. 1 M. 32. bis 29.50, Nr. 4 M. 24.00 25.50, Nr. 5 M. 19.00 20, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 62.0064, Norb⸗ 29.50, Nr. 0/1 M. 26.50 28.00, Nr. 1 M. 24.50— 25.50, Weizen ab unsere Umgegend M. 22.75— 23.00, frei hig M. 23.00— 23.25, fremder nach Qual. M. 21.50— 22.00 Roggen hiesiger M. 16.25—17., russischer M. 00.00— 00.00 Mahlgerste M. 00.00—00.00, Hafer prima M. 18.00 bis 19.00, mittel M. 17.00— 17.75, Raps M. 25.50 bis 00 00, Mats(miged) M. 12.30— 00.00, Roggenklese M. 9.00—9.50, Weizenklele M. 8.00—8.50, Selzspreu wärtiger Stationen. Markt war mit 374 Ochsen, 22 Bullen, 498 Kühen, Stieren und Rindern, 251 Kälbern, 67 Hämmelg, 263 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgtg Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 71 bis 73, 2. Qual. M. 6568, Bullen 1. Oual. M. 5 bis 56, 2. Qual. M. 5053, Kühe, Stiere und Rlnden 1. Qual. M. 64-66, 2. Qual. M. 55—59, Kilber 1. Qual, pro 1 Pfund Schlachtgewicht 64—68 Pf., 2. Qualität 55— 60 Pf., Hämmel 1. Qual. 6400 Ff. 2. Qual. 46—48 Pf., Schweine 1. Qual. 6768 Pf., 2. Qual. 64- 65 Pf. Auszug 1 aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Getraut: 5 17. Juli. Der Schuhmacher Johann Friedrich Ludwig Waas, Wittwer, mit der Wittwe des ver⸗ storbenen Kuͤfers Johann Christian Koch, Juliane, geborene Ruppel. Geboren: 1 Dem Hülfsbremser Leopold Wieland 1 Sohn. 5.„ Dem Bierhändler Jacob Grippe! Tochter. 14.„ Dem Großh. Steuerausseher Konrad Philipp Köppler 1 Tochter. g 21.„ Dem Pfarrer Konrad Wilhelm Velte 1 Sohn. 25.„ Dem Apotheker Wilhelm Heinrich Georg 1 Tochter. 27.„ Dem Kaufmann Ludwig Emil Karl Werner: 1 Tochter.. 27.„ Dem Maschinenheizer Jakob Friebrich Ober⸗ länder 1 Tochter. 27.„ Dem Reallehrer Joseph Luley 1 Sohn. 28.„ Dem Lokomotivheizer Georg Friedrich Gel 1 Sohn.. Gestorben: 9 2.„ Maria Fabrp, geb. Schillinger, 54 Jahre alt. 9.„ Auguste Luise Emilie Arndt, geb. Schönknecht, 24 Jahre alt. 15.„ Emmerich Reitz, 77 Jahre alt. 15. Adam Hartmann, 88 Jahre alt. bis 33.75, Nr. 2 M. 29.50 30.50, Nr. 3 M. 28.50% deutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 30.00% bis 31.00, Roggenmehl loco hier Nr. 0 M. 28.50 bie M. 2, Rüböl im Detail M. 70— 00. Obige Preise ver stehen sich pro 100 Kilo ab hier, jedoch auch loco aus Frankfurt, 4. August. Viehmarkt. Der heutige 18.„ Eva Elisabetha Schad, geborene Dießel, 69 Jahre alt. 4 Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg, Sabbathfeier vom 9. August 1890. 4 Beginn: Freitag Abend 7 Uhr. Samstag Morgen 8 Uhr. N Samstag Nachmittag 4 Uhr. 0 Sabbathausgang 8 Uhr 20 Min. 9 Wochengottesdienst von Sonntag den 10. August al Morgens 6 Uhr, Nachmittags 6 Uhr. Samstag den 16 und Sonntag den 17. Aug. 18900 Neumond Ellul. 9 — Geld- Cours. Frankfurt am 5. August 1890. 1 Geber Nehmen M. Pf. M.. 20⸗Frankenstücke e e, do. n ½%„ 6„ Dollars in Goo 4. Duecateennmm. 95 „ol mare; n 9. Gnlische Soverz e,, Russische Imperlales.. 16. 70 16, * ö rl Bindernagel in Friedberg und B 1 alle Arten von Speisen und Backwerk billig und gut zuzubereiten.— Nebst einem Anhang vom Einmachen der Früchte.— 19. unveränderte Auflage mit einem ee stich. 80. Fein geb. in englische Leinwand 2 Mark 50 Pf. der Verkauf von In Karl Köhler's Verlag in Darmstadt ist erschienen und in der Buchhandlung von Sup, Gemüf' und Kleisch. Ein Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen oder leichtverständliche Anweisung ist wohl der beste Beweis seiner anerkannten Brauchbarkeit. ad Nauheim zu haben: 100,000 Exemplaren in kurzer Zeit Bekanntmachung. Adam Heß zu Friedberg betreibt daselbst seit etwa Jabren einen Handel mit Schuhwaaren unter der ma„A. Heß“. Eintrag im Firmenregtster ist heute olgt. 5 erg em 1. August 1899. 1 Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. 3 4 Bötticher. * Bekanntmachung. Veter Theis zu Friedberg betreibt seit dem 1. Oetober 88 in Fauerbach bei Friedberg einen Samenhandel Fer der Firma P. Theis. Eintrag in's Firmenregister beute erfolgt. [Friedberg am 2. August 1890. 9 Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. 9115 Bötticher. Bekanntmachung. Sehr digt Preien Leopold Oppenheimer zu Friedberg und Seligmann penbeimer zu Nieder-Mockstadt betreiben seit dem August 1890 zu Friedberg mit Zweigniederlassung zu eder Mockstadt eine Handlung mit Landesprodukten. Eintrag in's Firmenregister ist beute vollzogen worden. Friedberg am 2 August 1890. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Vilbeler Markt 1 Mittwoch den 13. August l. J, Nachmittags 4 Uhr, „ berden die Marktplätze an Ort und Stelle versteigert. Der Markt findet Sonntag den 24. und Montag en 25. August statt und werden Caroussels, Schleßstände, Echaubuden ꝛc. zugelassen. an Wenn die Genehmigung der Plätze gleich bei Lerstelgerung ertbeilt werden kann, so sind die Steig⸗ sceise sofort baar zu bezahlen. Vilbel den 5 August 1890. 11 Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel. 1 127 Hinkel. 1 Zwangs versteigerung. ———————— bei der Erg Freitag den 8. August, Vormittags präcis 9 Uhr, Ein Lehrmädchen aus guter Familie für ein biesiges Kurz⸗, Weißs⸗, Wollwaaren und Putggeschäft gesucht. Näheres bei der Exped. d. Anz. 2989 Ein reiner Simmenthaler Originalzuchtbulle, Gelbscheck, mit schöner Körperform, zur Zucht tauglich, 17 Monat alt, steht zu verkaufen bei 2911 Hof Schleifeld. Gebr. Schuch. Original⸗Tiger-Pferderechen in jeder Größe vorräthig bei 5 4 3048 Friedberg. Wilh. Häuser. Ein müblirtes Zimmer auf den 1. September zu vermietben. 3090 W. Weith, Haagkstraße. Kinderwagen in großer Auswahl billig bei 2 5 3024 Carl Damm, Usagasse. G. Fischer⸗Jung, Stellenvermittlung für besseres Personal, Frankfurt am Main, Hasengasse 5.(H. 65227.) 3087 Linoleum⸗Teppich besorgt und legt 234 G. NI. Reuss. Gute Frühkartoffeln (Magnum Bonum), 15—1 Malter, sind zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition des Anzeigers. 3119 vorschuß-& Credit-Verein Zu Friedberg Eingetragene Genossenschaft Bekanntmachung. Der Gutsbesitzer J. May III. in Staden hatte vor längerer Zeit dem Rentner C. F. Walz in Friedberg Vollmachten zu seiner Vertretung ertheilt. Diese Voll⸗ machten sind schon seit geraumer Zeit durch sowohl seitens meines Clienten, als auch seitens meiner erfolgten Wider— ruf erloschen. Da aber der Rentner C. F. Walz die Rückgabe der Vollmachtsurkunden beharrlich verweigert, so sieht mein Client zu der öffentlichen Erklärung sich veranlaßt, daß sämmtliche von ihm dem Rentner C. F. Walz jemals ertheilt gewesenen Vollmachten durch Widerruf längst er— loschen sind und daß Rentner C. F. Walz sonach nicht berechtigt ist, meinen Clienten, den Herrn Gutsbesitzer J. May III. in Staden, irgendwie zu verpflichten oder überhaupt zu vertreten. Friedberg, 24. Juli 1890 Der Generalbevollmächtigte des Gutsbesitzers J. May III. in Staden: L. Seyd, 3125 Rechtsanwalt. 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