2 . 3 . *— — — 5 N N g PPP — Donnerstag den 2. Januar. Mi. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Mit dem 1. Januar 1890 beginnt ein neues Quarxtals-Abonnement auf den„Oberhessischen Anzeiger,“ welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erschelnen wird. Derselbe bringt in seiner Eigenschaft als Kreisblatt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und bemerkenswerthesten Tagesbegebenheiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsäße, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschaͤftliche Nachrichten, Marktberiche, Ver⸗ loosungen von Staatspapieren und lokale Notizen, außerdem woͤchentlich einmal in dem gratis beigegebenen Unterhaltungsblatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel; lodann monatlich ebenfalls gratis in dem praktischen Rathgeber für Landwirthe Aufsätze und Notizen für die Landwirthschaft, in dem praktischen Rathgeber für's Haus interessaute und belehrende Notizen für's Haus und die Famille. Das Abonnement beträgt bei der Verlagsezpeditton ohne Bringerlohn vierteljährlich 1 Mark, durch die Post bezogen jedoch viertel⸗ jährlich 1 Mark 50 Pfennig. für eigene Rechnung, per Quartal 1 Mark 40 In Bod⸗Nauheim kann der Anzeiger auch bei Herr Peter Sprengel(Hauptstraße) bestellt werden, der denselben Pfennig, vertreibt. Der„Oberhessische Anzeiger“ kann nach auswärts auch durch Privatboten direct von uns bezogen werden. Bestellungen beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das kommende Halbjahr zusenden, wenn nicht aus⸗ drücklich Abbestellung erfolgt. Die Expedition. Betreffend: Das Vormundschaftswesen. Amtlicher Theil. Friedberg den 28. Dezember 188 Das Großherzogliche Amtsgericht Friedberg an die Vormünder und Curatoren im Amtsgerichtsbezitk. Wir sehen der Einreichung der Rechenschaftsberichte und des Nachweises der Zinsenbeischreibung, unter Vorlage der Einlagebüchlein, bis längsteus 1. Februar 1890 entgegen. Die für das Jahr 1889 zu stellenden Vormundschaftsrechnungen sind längstens bis zum 30. April k. J. dieser Fristen hat unnachsichtlich eine Orduungsstrafe von 3 Mark zur Folge. Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Zerdinand Betz, Taglöbner, von Pfaffenrod bei Fulde; derselbe ist als Zeuge zu vernehmen. Erledigt: Der Steckbrief gegen Konrad Ruhr von Poppenbausen, durch Gendarm Mandel in Grebenhain. Friedberg den 30 Dezember 1889. einzureichen. Weber. Sellheim. Der Großberzogliche Amtsanwalt. Krämer. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Gerichtsvollzieher-Aspirant Pöpperling in Bingen wurde zum Gerichtsvoll— zieher in Bingen ernannt. Berlin. Dem Fr. J. schreibt man von Offenbach aus:„Im Gegensatze zu den in den letzten Nummern Ihres Blattes enthaltenen günstigen Nachrichten über die Peters'sche Eppe— dition kann ich Ihnen folgende Mittheilungen aus einem Briefe eines nahen Anverwandten in Aden machen, die nähere Kunde über das Schick— sal des Dr. Peters bringen. Der Brief ist datirt vom 18. December, also einen vollen Monat später als die bisherigen Nachrichten, und lautet an der betreffenden Stelle folgender⸗ maßen:„Capitäulieutenant Rust, der einzig Ueber— lebende der Peters'schen Expedition, ist jetzt hier (in Aden). Ich habe mit ihm gesprochen und sagte er, er hätte schrecklich zu leiden gehabt. Als er in Lamu an Bord kam, hatte er keine Schuhe mehr; Kleider, alles zertissen; er selbst noch schwer fleberkrank. Er war fünf Tage bewußtlos und seine Leute verließen ihn für todt. Dieselben marschierten weiter; nur sein treuer Diener blieb bei ihm. Als er zu sich kam, be⸗ richtete einer seiner Leute, die ihn vorher ver— lassen, daß Peters eine Tagereise von ihm ermordet sei. Der Mann schwur, er haͤtte Peters selbst liegen gesehen mit abgeschlagenem Arme und Tiedemann mit drei Speeren in der Brust.“ Es ist nun aber doch im höͤchsten Grad auf⸗ fallend, warum Rust diese Angaben nicht direkt nach Berlin machte, sondern sie Privatleuten gegenüber gethan haben soll. — 1. Jan. Heute Morgen um 11 Uhr fand Goltesdtenst in der Schloßkapelle statt, welchem der Kalser und die Kaiserin nebst den kaiserlichen Peinzen, und Prinzessinnen, die Hof staaten, die General- und Fluͤgel Adjutanten, 6 diplomalische Corps u. s. w. beiwohnten. anach wurde große Desiltrcour im Weißen aale abgehalten, welcher sich die Mase⸗ ten mit den kalserlichen Prinzen zur Gratu⸗ lation zur Kaiserin Augusta und den großherzoglich badischen Herrschaften begaben. Elberfeld, 30. Dec. Heute erfolgte die Urtheilsverkündigung im Soctalistenprozesse. 43 Angeklagte, darunter Bebel, Grillenberger und Schuhmacher, wurden freigesprochen. Verur⸗ theilt wurden: Konditor Finke zu 18, Harm zu sechs, Roͤllinghoff, Bierenfeld und Neumann zu je fünf, Hüttenberger und Bartel zu je vier Monaten Gefängniß. Die übrigen Angeklagten erhielten geringere Strafen bis zu 14 Tagen herunter. Stuttgart. Martin Müller von Oeth— lingen, der vor einiger Zeit das Attentat auf den Prinzen Wilhelm von Württemberg ausge— führt hat, wird dem Landgericht in Stuttgart zur Aburtheilung überwiesen werden. Die Vor— untersuchung ist geschlossen; sowohl der Unter— suchungsrichter wie der mit der Beobachtung des Müller beauftragt gewesene Sachverständige haben sich dahin ausgesprochen, daß Muͤller durchaus unzurechnungsfähig sei. Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Prag. Die Con⸗ ferenzen der deutschen und czechischen Vertrauens- männer beginnen am 4. Januar im Palais des Ministerrathspraͤsidiums unter dem Vorsitz des Meinisterprästidenten Taaffe. Fürst Alexander Schönburg ist ebenfalls zu den Conferenzen eingeladen. Belgien. Brüssel, 30. Dec. Die Zahl der streikenden Bergleute übersteigt 30,000. Der Kohlenmaugel bedroht bereits ernstlich den regel— mäßigen Eisenbahnverkehr.— 31. Dec. Heute Abend hier verbreitete Plakate fordern die Gruben— arbeiter auf, eine 10procentige Lohnerhoͤhung mit einem Mindestlohnbetrag von 4½ Franes taglich und neunstündige Arbeitszeit zu verlangen. — Der„Nat. Zig.“ zufolge wird die Brüsseler Conferenz wahrscheinlich zu einem günstigen Er— gebniß führen. Man hofft zu einer Einigung sowohl bezüglich des Verbots der Einfuhr von vervollkommneten Waffen als auch von Alkohol zu kommen. Großbritannien. London. Wie ver⸗ lautet, begibt sich das englische Kanonenboot „Swallow“ nach Rio de Janeiro, wohin auch voraussichtlich von Montevideo zwei weitere Schiffe gehen. Italien. Rom, 30. Dec. Der Papst hielt beute ein Consistorium ab. In demselben prä⸗ kouisirte der Papst 31 Erzbischöfe und Bischöfe, nämlich 5 Spanier, 8 Italiener, 6 Russen, 3 Deutsche, 1 Dalmatier, 6 Franzosen, 1 Belgier, 1 Mexikaner. Portugal. Lissabon. Serpa Pinto meldet aus Mozambique, er sei von den Makololos angegriffen worden, welche, nachdem sie mit schweren Verlusten besiegt worden seien, feierlich erklart hätten, der Leiter der„Afrikanischen Seengesellschaft“ habe sie zum Angriff aufge⸗ wiegelt. Er selbst habe nur eine englische Fahne erbeutet. Englische Unterthanen hatten ihm für den Schutz ihres Lebens und Vermögens brieflich gedankt, Makolololand sei jetzt beruhigt, die Nyassa⸗Route sei dem Handel erschlossen, die ganze Chiregegend sei besetzt. Sein Vorgehen habe dem Sklavenhandel unter den Makololos und den damit verknüpften Gewaltthaten ein Ende gesetzt. Türkei. Constantinopel. Ein kaiserliches Irade genehmigte das Gesetz wegen des Sklaven⸗ handels. Rumänien. Bukarest, 30. Dec. Der Senat nahm mit 71 gegen 1 Stimme das provi⸗ sorische Handelsübereinkommen mit Frankreich an. Der Senat nahm ferner die Vorlage betreffend das Rekruten⸗Contingent für 1890 an. Serbien. Belgrad, 31. Dez. Einer Mel⸗ dung der„Pol. Corr.“ zufolge, sind seit gestern hier Gerüchte über eine bevorstehende Minister⸗ krisis verbreitet. Dieselben sind auf Differenzen zurückzuführen, welche zwischen der Regierung und der Regentschaft wegen der Reconstruction des Nichteinhaltung 7 Staatsrathes entstanden sind und deren Aus⸗ tragung ursprünglich gestern haͤtte erfolgen sollen, aber bis nach den Weibnachtsferten vertagt wurde. Bulgarien. Sofia, 30 Dec. Von der bulgarischen Regierung und dem diplomattschen Vertreter Englands ist soeben ein zwischen Eng: land und Bulgarten auf zwei Jahre abgeschlossenes provisorisches Handelsübereinkommen unterzeichnet worden. Dasselbe soll am 1. Januar 1890 in Kraft treten. Rußland. Petersburg. Mehrere Pariser Journale veröffentlichen heute angebliche Peters durger Nachrichten, wonach der Zar ernstlich erkrankt sei und zwar infolge einer— Vergiftung. Griechenland. Athen. Infolge der fort gesetzten Interpellationen in der Kammer wird das Budget nicht vor 12. Januar votirt werden. Der Reglerung sind zwei provisorische Zwoͤlftel bewilligt. Amerika. Washington, 31. Dez. Der Congreß der Seeufer ⸗Staaten hat heute die Arbeiten beendigt und sich auf unbestimmte Zeit vertagt. Afrika. Sansibar, 30. Dec. Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus hat das Befinden Emin Paschas sich wieder gebessert. Nach einer Meldung aus London geht hier das Gerücht, die deutsche und die englische Flotte würden unverzüglich nach der Küste von Sansibar zurückkehren. Der deutschfeindliche Aw aberchef Bemana Heri rücke mit 6000 Streitern vor, um die Deutschen in der Nähe von Pangant anzugreifen. — 30. Dec. Ein Telegramm von hier be— sagt, daß die Peters'sche Expedition nicht nieder- gemetzelt wurde; dieselbe befinde sich vielmehr nach soeben hier eingelaufenen Meldungen auf dem Marsche zwischen dem Keniagebirge und dem Baringosee. In Wttu ist alles ruhig. Allerlei. Betzdorf. Der hier stationirte Locomotivführer Biermann, ein bejahrter Maan mit 25 Dienstjahren, ge rieth am 28. Dezember beim Durchfahren des Tunnels zwischen Betzdorf und Herdorf unter den Zug, wobei ihm der Kopf abgefahren wurde Duls burg, 28. Dec. Hier ereignete sich am Dienstag Abend ein Eisenbahnunfall mit beträchtlichem materiellen Schaden. Zwei Güterzüge fuhren auf offener Linie zu sammen, eine ganze Menge Wagen blieben zertrümmert auf der Stelle. Das Personal sah die Gefahr rechtzeitig genug, um sich durch Abspringen retten zu können. Der Zusamenprall muß ein ganz gewaltiger gewesen sein. Die Ursache liegt in falscher Signalstellung Hamburg 28. Dee. Ein bedeutendes Feuer brach heute Nachmittag in der in Hammerbrock belegenen Piano fabrik Eckermann und Cite. aus; dasselbe eigriff auch die Kaffeerösterei von Buchthal, und die Chwatal'sche Ma schinenfabrik, die völlig eingeäschert wurden. Danzig, 30. Dec. Heute früh ist die hiesige Ge wehrfabrik niedergebrannt. Guben, 1. Jan. In der vergangenen Nacht ist das große Mittelgebäude und das Kesselhaus der Aettengesell— schaft für Hutfabrikation niedergebrannt, der Betrieb ist theilwelse geßört. Wien, 31. Dec. Die Influenza wächst stetig. Der Landessanitälsrath beschloß den Unterricht in den Schulen Niederösterreichs bis 7. Januar zu sistiren und ersuchte den Bürgermeister Vorsorge für Eröffnung eines Epide miespitals zu treffen. London. Ein unbekannter Woblthäter überwies 5 9 9* 5 hiesigen Hospitals 100,000 Pfund zur rundlegung eines Sanatoriums für genes der n Hospttäler. ig Florenz, 30. Dee. Im Theater„Re Umberto“ brach gestern Abend vor der Vorstellung Feuer aus Das Gebäude ist vollständig zerstört. Die Feuersbrunst dauerte die ganze Nacht. Gasausströmung soll die Ursache des Feuers sein. Barcelona, 31. Dec. Die Zahl der In. erkrankungen hat zugenommen, 55 beträgt 8 9 darunter zahlreiche Todesfälle. 1 eters burg, 24. Dee. n einzelnen i Gouvernements Orel haben 15 mit e e wetters Wölfe und Bären in solcher Menge eingefunden daß die Bevölkerung außerordentliche Maßregeln ergreifen mußte, um ihre Haus thiere vor den Unholden zu schützen Im Laufe dieses Jahrhunderts waren im Gouvernement 5 0 Wölfe sehr selten, Bären fast gar nicht bemerkt rden. Die Statistik des Todes. Von Heinrich Lagler. auf die Sterblichken ha Auf die Sterblichkeit haben auch Einfluß di politischen und sittlichen Verhältnisse eines 9 9 55 Von unehelichen Kindern sterben bedeutend mehr als von ehelichen. In vielen Findelhaͤusern sterben 60 bis 80 Prozent der Geborenen; im Findelhause zu Irkutsk bleibt überhaupt selten ein Kind am Leben. In geordneten Staatswesen sind die Sterblichkeitsverhaltuisse besser als in Staaten, wo fortwährend ezperimentiit und über oft kleinlichen Fragen des Volkes Unbehagen übersehen wird. Nach diesen allgemeinen An⸗ gaben wollen wir auch nachsehen, wie es mit der Lebensdauer im deutschen Reiche und in den großen Staͤdten aussteht. Da müssen wir denn zunächst feststellen, daß Deutschland hinter dem nordischen und hinter dem Juselreiche zurücksteht. Die geringste Sterblichkeit weist Norwegen auf, wohl wegen der dort hrerschenden guten sittlichen und materiellen Zustände. Unter den europäischen Großstädten zeigt London die kleinste Sserblich keitsziffer(in der Zeit vom 29. Sept. bis 5. Okt von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchschnitt gerechnet,(16,6) dann folgen Berlin(17,8), Wien 19,9), Hamburg(21,6), St. Petersburg(22.0), Paris(23,3), Pest(24,0). Die geringste Sterblich— keit unter den großen und großeren Städten des deutschen Reiches finden wir in Frankfurt a. M., Wiesbaden, Barmen, Kassel, Duisburg, wo sich die Sterblichkeitsziffer meist unter 15 von je 1000 Bewobnern bewegt, sehr selten aber auf 20 und darüber steigt. Gering ist auch die Sterblichkeit(bis 20 pro Mille) in Danzig, Düsseldorf, Elberfeld, Dresden, Stuttgart, Kails, ruhe, Chemnitz, Straßburg, Mainz, Augsburg. Die hoͤchsten Sterblichkeitsziffern(über 30 von tausend Menschen) hatten biber aufzuweisen: Kiel, Münster, Dortmund, Bochum, Posen und Frankfurt a d. O Die Sterblichkeit hat in den großen, volkreichen Städten Deutschlands seit neuerer Zeit in nicht unbedeutender Weise ab genommeu. Die einst so furchtbar wüthenden Epidemien sind tbeils ganz verschwundegn, theils daben sie an ibrer Heftigkeit viel verloren. Diese erfreulichen Erscheinungen finden ihre Elklaͤrung in der Thatsache, daß die städtischen Verwal— ungen sich die Fortschritte der Wissenschaft zu Nutzen gemacht und Einrichtungen geschaffen haben, welche den Forderungen der modernen Higieine Rechnung tragen. Dusch die Versorgung mit gutem Trinkwasser, durch rationelle Abfuhr der Abfallstoffe, strenge Handbabung der Lebens mittelpolizei, Erbauung großer, vortreff ich ein: gerichteter Schulhäuser mu Schulbädern, durch Niederlegung licht und luftarmer, enger Häuser— reihen, Anpflanzung öffentucher Anlaßen und Gärten, Errichtuug von Volksbädern, haben die großen Städte Deutschlands in Beziehung auf Sanität und Salubrität ganz außero dentlich ge— wonnen. Die großen Opfer an Geld, welche die Gemeinden für alle diese vortrefflichen Ein— richtungen bisher gebracht haben und noch immer bringen, tragen die berrlichsten F üchte. Und wenn auch der Tod nicht aus der Welt geschafft werden kann, so ist es doch, wie die Erfahrung lehrt, möglich, durch zweckmäßige sanäre Vor kehrungen und Ein richtungen die menschliche Lebens— dauer zu verlängern uud den Prozentsatz der Sterblichkeit zu veringern. Im deutschen Reiche nimmt die Geburtsziffer von Jahr zu Jahr zu, die Sterblichkeit dagegen vermindert sich. Auf 10,000 Einwohner kommen, nach den mir vor⸗ liegenden stauist schen Ausweisen, 374 Geburten und nur 261 Sterbefälle. Die Volkszunahme betrug in Deutschland auf 10,000 Einwohner 82, während sie z. B. in Frankreich nur 21 aufweist. Die Lebensdauer ist im deutschen Reiche eine längere als in Oesterreich und Rußland. Was ist wohl die Ursache dieser Erscheinung? Die Lebensdauer eines Volkes nimmt in dem Maße zu, als es höher in der Kultur steigt. Das deutsche Volk, das in seiner geistigen Eutwickel— ung unaufhaltsam fortschreitet und andere Völker weit überflügelt hat, ist auf einer hohen Kultur— stufe angelangt und dieselbe findet nicht nur in den glänzenden Erfolgen des deutschen Gewerbe— fleißes und des Handels, der Industrie, Kunst und Wissenschaft, sondern auch in den sprechen—⸗ den trockenen Zahlen des Statistikers ihr Ausdruck. stike hren 0 0 0 Handel und Verkehr. Friedberg, 31. Dez. Fruchtyr. Walzen M. 20.50 bis 00.00, Korn M. 18.50 00.00, Gerste M. 20.50 bis 00,00, Hafer M. 15.50 00,00. Alle Prelse verstehen ich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund. Gleßen, 31. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt tostete: Butter per Pfund M. 0.80— 1.00, Eler 1 St. 8 bis 0 Pf., Käse per St. 1—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.60, Hühner per St. M. 0.85— 1.00, Hahnen per St. M. 0.60— 1.20, Enten per St. M. 1.70— 2.00, Gänse per Pfd. M. 0.6—0.70, Ochsenfleisch per Pfd. 66—72 Pf., Kuh und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweine fleisch 60 70 Pf., Hammelfleisch 50— 66 Pf. Kalb⸗ fleisch 56— 60 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 4.00 bis 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 8.00— 9.00 Weißkraut per. St. 6—8 Pf. 8 Welzenmehl Nr. 0 bis 32.75, Nr. 2 M. 27.50 M. 33.50— 34.00, Nr. 1 M. 31.25 28.500, Nr. 3 M. 25.75 rankfurt, 30. Dezember. Fruchtbericht. Hlesiges bis 27.25, Nr. 4 M. 22 50— 53.50, Nr. 5 M. 18.00.— 19, Mlichbrod und Brodmehl im Verband M. 57.00—60 Nord- deutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 28.50 bis 29.50, Roggenmehl loco bier Nr. 0 M. 29.00 bis 30 00, Nr./ M. 28.00, Nr. 1 M. 26 50, Weizen ab unserer Umgegend M. 20.50— 20 75, frei hler N. 20.75 bis 210% fremder nach Qualität M. 20.00— 22.75, Roggen hiesiger M. 18.25— 18.50, russischer M. 18.40— 18 50, Gerste, Franken(Ochenfurter Gau) Ried und Wetter- auer M. 20.00 23.00, Hafer prima M. 16.00— 16.50, mittel M. 15.25— 15.75, Mats(mized) M 13.00 00.00 Roggenklete N. 9—9.50., Welzenklese N. 8—8.25., Spelz spreu M. 2.80, Malzkelme M. 9.00—0.00, Cbilisalpeter pet Februar⸗März 1890 M. 19.50, Parität Frankfurt a. M. Raps per October M. 00.00-00.00, Räböl im Detall M. 76 00, Torfstreu M. 1.20. Die Preise verstehen sich pro 100 Kile ab hier, häufig jedoch auch looo auswärtiger Statlonen. Frankfurt, 31. Dee. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo W. 6.30 7.00, Stroh pro 100 Kilo M. 6.00— 6.40, Butter 50 Kils M. 80-83, Weißkraut 50 Kilo M. 8 bis 4.00. Wusing 8—10 Pf. Rothkraut 15— 25 Pf. Erbsen pro 100 Kilo M. 18 24, do. geschalte M. 22—32, Linsen N. 1942, Grünekern M. 14— 16, Kartoffetu per Malter M. 33.50, Zwiebel per Ctr. M. 8—9, Rüböl(raff.) 50 Kilo M. 30. Schiffs Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg Amertkantschen Packetfahrt Aetten Gesellschaft.„Rhaetla“, von Newyork, am 24. December in Hamburg angek.; „Martha“, am 25 December von Hamburg nach New⸗ vork abgeg.;„Gellert“, am 26. December von Newpork nach Hamburg abgeg.;„Suevia,“ am 28. Deeember von Newyork nach Hamburg abgegangen;„Oellert“, von Ham⸗ burg, am 23. Dee. in Newyork angekommen;„Suevia“, von Hamburg, am 24. December in Newyork angekommen. Reujahrs⸗Gratulations⸗Enthebungskarten haben weiter genommen: C. Trapp, Major Winter, Kreisrath Dr. Braden und Frau, Director Dr. Windhaus, Assessor Dr. Fuchs und Frau, Archi⸗ tekt Hartig, Premier-Lieutenant Becker. Feierabend. Für die Welbnachtsbescheerung erhielten wir von Geh. Kirchenrath Dr. Diegel M 2; von den Candidaten des Pred. Seminars M. 2; Schreiner Frank 1 Körbchen Gebäck und Aepfel; Rechner Heldt und Schreiner Falk 1 Körbchen Gebäck und Aepfel; Frau Engel 1 Körbchen Atpfel; Frau Bäcker Reuß Lebkuchen; Carl Hllbrecht 21 Bͤchsen Pomade; G. Hanau 3 Paar Manschetten⸗ knöpfe. Wir bungen für diese Gaben unseren herzlichen Dank und glauben sagen zu dürfen, daß den Lehrlingen mit dieser Bescheerung eine Freude bereitet wurde, weßhalb es erwünscht wäre, wenn diese auch welter fortbestehen könnte. Dem Vorstand der Kleinkinderschule, dem Stadt⸗ vorstande sowie Herrn G Groß sprechen wir noch für Ueberlassung des Christbaumes, des Saales und der Teller unseren verbindlichsten Dank aus. Frlebberg den 2. Dezember 1889. Der Vorsitzende des evang. Vereins: Dr. Wilh. Weiffenbach, Professor. Brodpreise vom 1. bis 15. Januar. Nach eigener Angabe der Bäcker. Berichtigung. Für Butzbach: Erste Sorte 2 Kilo 56 Pf., zweite Sorte 2 Kilo 46 Pf. e e 2 Eingesandt. Am verflossenen Sonntag, den 29. 12. 89., hatten wir Gelegenbelt im landwirthschaftl. Casino einer kleinen Posse,„Der moderne Barbar“ belzuwohnen, und veranlaßt uns die meisterhafte Aufführung des Stückes zu einer kleinen Remiseenz. In vollendeter Virtuosität zeigt sich uns Frau von Horst,(Fräul. W), die reiche junge Gutsbesitzerswittwe, die ihre ganze Wirthschaft den be⸗ währten Händen ihres Oberverwalters Walter(Heir C. B.), welcher seine Rolle mit viel Muße einstudirt und mit Geschick zur Geltung gebracht hatte, überläßt— Die junge, schöne, relche Wittwe ist natürlich von Freiern umschwärmt und ist namentlich der Vetter Alfred v. Horst(Herr A. H.), welcher durch seine ungeheure, feln accentuirte Schneidigkeit die Hand seiner Cousine zu erringen hofft, welch' letztere aber nichts davon wissen — 1 auf oder