Dienstag den 29. October.* 128. Oberhessischer Anzeige a Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag. Donnerstag und Samstag. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch Fund Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Karl Gt. ob, le 5 N 5 5 8 padbaus zur Son Unnoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von eihf m. f 3 Amtlicher Theil. ts. fü hgetreffend: Die Kreis Lehrereonferenz des Kreises Friedberg. Friedberg am 26. October 1889. Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises. Sie wollen Ihre Lehrer ohne Verzug in Kenntniß setzen, bzw. durch die Oberlehrer in Kenntniß setzen lassen, daß die betreffende onferenz Montag den A. k. Mts., Morgens 9 Uhr, dahier abgehalten wird. Die Tagesordnung soll den Lehrern alsbald direct und Stach gehen. Dr. Braden. ler Waare ftig; 112 fi au ana ieh, Hoagist Bekanntmachung. . Der Ortsvorstand zu Biebesheim beabsichtigt, gelegentlich des daselbst am 4. März k. J. stattfindenden Fasel⸗, Zuchtvieh- und Schweine— narktes eine Verloosung von Zuchtvieh ꝛc. zu veranstalten. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat die Erlaubniß zur 5 0 ich. 8 f 56 Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 8000 Loose 31 Mark ausgegeben werden dürfen und Jackl Zugleich wurde der mindestens 75% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewiungegenständen zu verwenden sind. ertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. A. Winden Friedberg den 25. Oktober 1889. J. V.: Dr. Wallau. Kinderhüten M. Holler. 54 dgarrelaß „Wagner Filzbüte wie stoppen alla k. stücke, Nachweis über die Drain röhren und die Kostenanschläge in der Zeit von Donnerstag den 31. Oktober bis Donnerstag den 14. November l. J. auf dem Bürgermeistereibureau zu Stammheim zur Einsicht der Betheiligten offen liegen. Gleichzeitig werden die sämmtlichen Grundbesitzer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, zur Verhandlung und Beschluß⸗ owie zur Wahl der Vertreter für das weitere Verfahren auf 4 Freitag den 15. November l. J., Vormittags 9 Uhr, In das Geschäftszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei zu Stammheim eingeladen mit dem Bemerken, daß die Nichterscheinenden sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend und mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen, und mit ihren Einwendungen später nicht mehr gehört werden. Weiter werden die bei dem Unternehmen nicht direkt betheiligten Grundeigenthümer aufge⸗ fordert, etwaige Einsprachen gegen das Unternehmen in dieser Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Ablauf der Frist Großherzogliches Kreisamt Friedberg. J. Koob. nicht mehr Berücksichtigung finden können. 90 Friedberg den 24. Oktober 1889. J. V.: Dr. Wallau. ile 9 Erledigung. Mein unterm 13. September l. J. gegen Andreas Martin Schönwolf von Kappel erlassenes Ausschreiben nehme ich als durch Gendarm Scherr 3 In Ober Erlenbach erledigt zurück. Der Großherzogliche Amts anwalt: Oualitäten, Friedberg den 23. October 1889. 0 Krämer. Art. 4 und 6 sind nur von formaler Bedeutung.] beschloß in dem heute abgehaltenen Ministerrathe, 1 Mainz, 26. Oct. Eine für morgen anbe⸗ Art 5 bestimmt, daß das Gesetz mit dem Tage in seinem Gesammtbestande vor die neue Kammer A 10 5(eilt seiner Verkündigung in Kraft tritt. u treten. lung wurde polizeilich ver seiner Verkündigung f f 1 5. 1 19 90 r dersaben fanden— Wie verlautet, wird der Kaiser anfangs— 27. Oct. Der Großfürst Wladimir von . über die egeuwärtige Produktion, December am herzoglichen Hofe in Dessau erwartet. Rußland stattete gestern dem Präsidenten Carnot geg einen längeren Besuch ab. Großbritannien. re, elzbesat Deutsches Reich. hlleisch. Vorträge ie di schaftli Or⸗ ii Bedeutung der Aeikschgf 50 Ausland. Bristol, 25. Oct. 0 ganisation. f 2 1 75 1 101 0 N 9 Der neue Entwurf eines Socia— Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. Oct.] Der Streik der Dockarbeiter ist durch Bewilli⸗ bescheren 0 listengesetzes hebt in Artikel 1 die Bestimmung Es verlautet, Prinz Ferdinand von Coburg begebe gung der Forderungen derselben beendet. ben, ung 17 auf, nach welcher die Beschwerde nur an die sich Morgen nach Ebenthal, verbleibe dort zwei Portugal. Lissabon, 27. Oct. Der ver⸗ ec, ese daha Aufsichtsbehörde stattfindet, ferner die Befugniß] Tage und reise sodann nach Sofia zurück. hes 10 eee soweit diese jetzt 9 Das ee Budget weist einen aa erfolgen kann gegen Personen, welche auf Grund Ueberschuß von 5½ Millonen auf. 8 des Soclalistengesetzes wegen der Ueberttetung Pest, 25. Oct. Im Finanzausschuß erklärte ergangener Verbote verurtheilt worden sind und der Ackerbauminister Szapary, daß die Regie⸗ sich die socialdemokratische Agitation zum Geschäft] rung wegen der Aufhebung des deutschen Schweine⸗ machen. Aufgehoben wird ferner die Befugniß, Einfuhrverbots die nöthigen Schritte gethan unter der erwähnten Voraussetzung Gastwirthen, habe. ie ee 85 250 e Buchhändlern u. s. w. den ferneren Gewerbebe— sei, daß die Steinbrücher orstenviehmärkte n 2 8 — 2 — 72 5 f fugniß frei blieben; dies sei bisher gelungen, 1 m trieb zu untersagen und Personen die Befugniß e ee Er- geg 45 5 e von Druckschriften u. s. w. zu infolge dessen die inzwischen eingetretenen Er 1 entziehen. Art. 2 bestimmt neben einer nur leichterungen ermöglicht wurden. Die Regierung II 1 1 00 formalen Abänderung, daß das fernere Erscheinen werde auch ferner das Mig thun. 35 . 6000 Wa] ener periodischen Druckschrift nicht mehr e e 10 00 aba dem Verbot einer, sondern erst nach dem einer zufolge fand gestern ein blutiger Zusammenstaß 1 2% 0 zweiten Nummer erfolgen darf. Art. 3 ändert] der en 5 —. 6 0 N zunächst die Zusammensetzung der Commission, der Ortschaft Ljenart statt. Viele Arbeiter sind 0 M 30 ki, we über Beschwerden auf Grund des Socia- verwundet. 85. 5 15 0 Lapesgeees eulschedet Ferner ändert der Luzemburg. Staatsminister Epschen er. ae oi Arti 9 85 i nen Belagerungs- klärte die Meldung, daß der König von Holland ace Artikel 3 die Bedeutung des kleine 18 9 2 b bdank lle f nen v b, zustandes ab. Die Wirkung des kleinen Be: als Großherzog von„„ d darauf beschränkt, daß für erfunden. lagerungszustandes wir Frankreich. Paris, 26. Oct. Das Cabinet die Ausweisung von Personen erfolgen darf. ö agel 6 e Tae storbene König wurde heute beerdigt. Der Leichen⸗ zug mit der Leiche Dom Luis' bewegte sich Vor⸗ mittags um 9 Uhr vom Kloster Belem nach der königlichen Gruft in der Klosterkirche San Vin⸗ cente de Fora, wo derselbe um 4 Uhr Nach— mittags eintraf. Bulgarien. Sofia, 27. Oct. Der Prinz Ferdinand von Coburg benachrichtigte Stambuloff, daß er wegen Familienangelegenheiten zurück⸗ gehalten sei und beauftragte ihn, die Sobranje zu eröffnen. Griechenland. Athen, 25. Oct. Die Kaiserin Friedrich ist mit der Prinzessin-Braut und ihren anderen Töchtern heute Nachmittag 2½ Uhr im Piräus eingetroffen und wurde von dem deutschen Gesandten und dem deutschen Consul an Bord, von Trikupis und den anderen Ministern sowie dem Bürgermeister der Stadt Piräus nach der Landung, die unter dem stürmi⸗ schen Jubel der Bevölkerung erfolgte, begrüßt und willkommen geheißen. Der Hofzug mit der Kaiserin und ihren Töchtern sowie den entgegen— gefahrenen griechischen Herrschaften traf um 3% Uhr Nachmittags hier ein, woselbst großer Empfang stattfand. Auf die Ansprache des Ministerpräsidenten und des Bürgermeisters dankte der König. Bei der Fahrt nach dem Schlosse fuhren im ersten Wagen die Prinzessin-Braut und die Königin, rechts und links von dem Wagen ritten der König und der Kronprinz. Im zweiten Wagen saßen die Kaiserin Friedrich sowie die Königin von Dänemark und der Prinz von Wales. Dem Zuge vorauf und hinter dem— selben ritt Kavallerie. Die Wagen fuhren im Schritt durch die Stadt. Eine zahllose Menschen— menge jubelte der hohen Braut auf dem ganzen Wege stürmisch zu. Nach Ankunft im Schlosse erschien Prinzessin Sophie wiederholt auf dem Balkon und winkte der jubelnden Menschenmenge mit dem Taschentuch. Graf Herbert Bismarck, der Oberhofmarschall von Liebenau, Oberhof— prediger Kögel und das kaiserliche Gefolge sind ebenfalls bereits hier eingetroffen.— 26. Oct. Das deutsche Geschwader mit dem Kaiserpaar und Prinz Heinrich ist heute Nachmittag 2¼ Uhr auf der Rhede von Piräus eingetroffen. Das griechische Königspaar, welches mittelst Extra⸗ zuges von Athen angelangt, begab sich in Be— gleitung des Prinzen von Wales und des Kron— prinzen in einer Dampfbarkasse an Bord. Die Begrüßung war eine äußerst herzliche. Die Landung der Majestäten erfolgte unter den ent— husiastischen Zurufen der Bevölkerung. Nach den Begrüßungsansprachen des Ministerpräsiden— ten Tricupis, sowie des Bürgermeisters namens der Stadt, begrüßte die deutsche Colonie die Majestäten mit einem dreifachen donnernden Hoch. Das Kaiserpaar, sowie die zum Empfang in Piräus auwesenden höchsten und hohen Herr— schaften trafen 4 Uhr 30 Min. in Athen ein und wurden am Bahnhof vom Bürgermeister und den Spitzen der Behörden, sowie einer zahl— losen Menschenmenge mit brausendem Jubel em— pfangen. Nach Abschreiten der Ehrenwache be— stiegen die allerhöchsten und höchsten Herrschaften unter stürmischem Hochrufen des Publikums vier- spännige Hofwagen. In dem ersten saßen der Kaiser und der König von Griechenland nebst dem Kronprinzen, im zweiten die Kaiserin und die Königin von Griechenland, die Prinzen Hein— rich von Preußen und Waldemar von Dänemark, im dritten der Prinz von Wales mit Söhnen und der Großfürst-Thronfolger von Rußland. Die königlichen Wagen wurden von einer Abthei— lung Cavallerie begleitet. Nach der Ankunft im königlichen Schlosse erschienen die Majestäten auf dem Balcon und wurden von der Volks. menge enthusiastisch begrüßt.— 27. Oct. Der zu Ehren des Kaisers Wilhelm und der Kaiserin Augusta Victoria gestern Abend veranstaltete Fackelzug verlief außerordentlich glänzend. An“ demselben nahmen die Gewerke, die Korporationen und das Militär mit etwa 5000 Lampions theil. Bei dem Fackelzug intonirten die Musikcorps auf dem Schloßplatz deutsche Lieder bei unauf- hörlichem Jubel vieler Tausenden. Die Beleuch- tung der Akropolis war feenhaft. Kaiser Wilhelm ersuchte den Bürgermeister, der Bevölkerung seinen und der Kaiserin Dank für den herzlichen Empfang öffentlich bekannt zu geben. Die An- fahrt des Brautzuges zur Kathedrale heute ver⸗ lief auf das glänzendste; die Tribünen waren dicht besetzt, Kauonensalven verkündeten die An- fahrt der Allerhöchsten Herrschaften. Türkei. Konstantinopel. Der Sultan be der Schutztruppe beträgt der Verlust sieben, darunter kein Europäer. Australien. Apia. Am 15. Oct. fand bei Savais zwischen Anhängern Malietoa's und Anhängern Tamasese's ein Kampf statt. Jede Partei war 300 Mann stark Es wu den meh rere Leute getödtet und verwundet. Wer gesiegt hat, ist noch unbekaunt. Aus Stadt und Land. b. Nieder⸗Wöllstadt. Ein Spalierstock an einem hiesigen Hause, der im August die ersten reifen Trauben brachte, hat die zweiten Trauben gezeitigt Allerlei. Frankfurt, 27. Oet. Ein hiesiger Apothekergebilfe wurde gestern wegen Verdachts der Verleitung resp. Auf; forderung zu einem Giftmord verbaftet. Erfurt, 24 Oct. Nagelschmied Rommel und Schlosser Pfeffer aus Steinbach Hallenberg, welche am 9. December 1888 den Forstläufer Hengelbaupt ermordeten, wurden beute früh 6 Uhr im hiesigen Gefängnisse durch Scharfrichter Reindel enthauptet Hamburg, 20. Oct. Vorige Nacht brannte die dem Fürsten Bismarck gehörende Mühle von Wilkens in Au mühle nieder. Das Feuer ist durch die Unvorsichligkeit eines Kuhhirten entstanden. Bismarck war anwesend. Wien, 26. Oet. Bei Exeessen, die heute zwischen conservativen und fottschrittlichen Studenten in der Unt versität und deren Umgebung stattfanden, und die nur durch Einschreiten der Polizei beseitigt werden konnten, sind 14 Studenten leicht, einer schwer verwundet worden Die polizeilichen Vernehmungen sind bereits erfolgt, die Akten werden dem Bezirksgericht übergeben. Ausländer in Amerika. Daß Amerika das Land der Einwanderung ist, wird jedem klar, der nur ein paar Tage, geschweige denn Wochen oder Monate sich in einer amerikanischen Stadt aufgehalten hat. Sei es nun Fabrik oder Handelsstadt, Sommerf ische oder Landstadt, in jeder sind die verschieden artigsten Nationalitäten anzutreffen. Neben dem Neger wohnt der Chinese, neben dem Itländer der Engländer, neben dem Franzosen der Deutsche, neben dem Italiener der Slovake, neben dem Norweger der Spanier u s w. Jeder Erdtheil sendet seine Bewohner, die sich auch mit wenigen Ausnahmen bald heimisch fühlen. Daß die früheren Angehörigen eines Landes sich zu summenthun, um ihre geliebte Muttersprache sprechen zu könpen, um ihren alten Suten und Gebräuchen gemäß zu leben, ist nicht mehr als natürlich, und fast jede größere Stadt des Landes hat daher sein Deutschen Viertel, sein Ir— länder-, Chinesen, Neger, Franzosen-, Italiener— Viertel u. s. w, Noch eben hat man jeden Menschen, Mann wie Frau, Kind wie Er wachsenen, deutsch sprechen hören und kaum ein einziges englisches Wort vernommen, und schon im nächsten Straßenviertel schlägt nur noch das Geplapper der Franzosen an das Ohr des Be— obachters, oder das schwülstige Euglisch der farbigen Bevölkerung, oder die vokalreichen Laute der Sprache der Söhne Italiens. Jedem Gerichtshof sind daher auch sieben bis acht Dolmetscher beigeordnet, welche für ihre Be— mühungen täglich 9 bis 12 und mehr Mark erhalten. Einen fixen Gehalt beziehen diese Leute nur in wenigen Fällen, sie werden vielmehr je nach der Anzahl der Tage bezahlt, welche sie beschäftigt waren. Fast jede stärker im Lande vertretene Nation hat auch einen ihr eigenthüm lichen Erwerbszweig, in welchem nur selten Angehörige anderer Nationen vertreten sind— So befinden sich z. B. die Bierbrauereien, mit Ausnahme derjenigen natürlich, welche jetzt von dem englischen Syndikat angekauft wurden, fast stimmte, daß Marschall Ali Nizami Pascha, der ausnahmslos in den Händen Deutschet. Auch Präsident des Staatsraths Aarifi Pascha, der die Angestellten in den Brauereien sind vom Untercichtsminister Munir Pascha, die Generale Braumeister an bis auf den niedrigsten Stall— Achmed Pascha, Goltz und Strecker Pascha dem knecht der deutschen Nation entnommen, so daß, deutschen Kaiser bis zur Insel Tenedos entgegen so zu sagen, das ganze Braugewerbe ein ur— ellen. Ja der Entsendung Strecker deutsches ist. Der großartige Profit, welchen Paschas, der 1869 dem nachmaligen Kaiser Fried⸗ eine gutgeführte Brauerei abwirft, hat selbst rich hier zugetheilt war, liegt eine besondere verständlich auch viele Amerikaner angelockt, sich Aufmerksamkeit seitens des Sultans. mit der Fabrikation von Bier zu beschaͤftigen, Afrika. Sansibar, 26. Oct. Von den doch in den wenigsten Fällen waren diese erfolg— Banden, mit welchen Bushiri die Landschafts reich. Außerdem ist ein Amerikaner unter seinen Usaramo verwüstete, sind in Kämpfen mit den Landsleuten.— es sind natürlich hierbei nur Eingeborenen und der deutschen Schutztruppe die Vollblut-Amerikaner gemeint, die Abkömm— sieben Hundert erschlagen worden. Auf Seiten linge der alten Quäker ꝛc.— wie ein umher— wanderndes Uebel gemieden, sobald er öffentlich Bier, dieses verhaßte Getränk der„Dutchmen“, das von Jahr zu Jahr das Nationalgetränk des Amerikaners, den Schnaps, mehr und mehr verdrängt, fabrizirt. Ja, wäre er heimlicher Partner in einer Brauerei oder Eigenthümer einer Schnapsbrennerei, so würde er zu den exklusivsten Zirkeln des heuchlerischen Kirchen⸗ volks Zutritt haben. Nur nicht öffentlich mit einer Brauerei oder einer Wirthschaft in Ver— bindung stehen! Diesem Zug der Heuchelei kann man hier im Lande auf Schritt und Tritt be— gegnen. Oeffentlich wird der Kampf gegen das „Liquorübel“ mit Wort und Schrift gepredigt, im Geheimen wird dem schrecklichsten aller Laster, dem„Schnapssuff“, in einer Weise gehuldigt, für welche uns Deutschen das Verständniß ganzlich abgeht So hat der Schnapsteufel in Amerika eine Krankheit gezeitigt, welche wohl in keinem andern Lande so häufig anzutreffen ist. Der volksthümliche Ausdruck dafür ist„an die Spree ge en“, der medizinische„akuter Alkobolismus.“ Ein Mann, der seit Jahr und Tag keinen Tropfen berauschender Getränke über die Zunge gebracht hat, läßt sich überreden, ein Glas Weiskey(Schnaps) zu sich zu nehmen. Von diesem Augenblick an ist der Betreffende wie umgewandelt. Dem ersten Glas folgt ein zweites, dem zweiten ein drittes u. s. w., bis er so be— t unken ist, daß er nach einem Hötel oder ins Stationshaus gebracht werden muß. Hiermit hat die Krankheit jedoch noch nicht ihr Ende erreicht. Im Gegentheil, am nächsten Tage wiederholt sich dasselbe Schauspiel. Es ist, als ob diese Unglücklichen alle und jede Kontrolle über sich verloren dätten. Ist das Geld aus— gegeben, so werden Kostbarkeiten versetzt, Pferde, ja Geschäfte verkauft, und nicht eher hört die „Spree“ auf, als bis jeder Pfennig vertrunken ist, den der Mann auf der Welt sein eigen nennt. Ungezählte Vermögen sind hierbei schon verschleudert, die schönsten Geschäfte ruinikt worden, und Hunderte, ja Tausende von Familien, welche sich einmal eines blühenden Wohlstandes erfreuten, sind hierdurch dem Elend verfallen. Nur ein Heilmittel gibt es für diese Krankheit, nämlich das folgende: Sobald die Verwandten oder Bekannten eines solchen Mannes sehen, daß derselbe dem Uebel verfallen, schaffen sie ibn, sobald er sich bewußtlos getrunken, in ein Hospital oder Irrenhaus und sorgen dafür, daß er dort die nächsten drei, vier Wochen verbleibt, bis sich bei ihm das schreckliche, nicht zu be— siegende Verlangen nach berauschenden Getränken gelegt hat und er wieder auf Wochen, ja Monate oder Jahre hin keinen Tropfen anrührt. Dieses Heilmittel ist jedoch vielfach nicht aus— führbar, da die Krankheit oft so plötzlich auftritt, daß die Familie erst etwas davon merkt, daß ihr Oberhaupt einer„Spree“ gefröhnt hat, wenn dasselbe nach mehrtägiger Abwesenheit als körperliches und geistiges Wrack in seine Wohnung zurückkehrt, nachdem es, wer weiß, was für Geldsummen ausgegeben hat. So wie das Brauer⸗ wesen sich fast gänzlich in den Händen unserer Landsleute befindet, so ist der Handel mit Früchten wieder ein durchweg von Italienern betriebenes Gewerbe. Die Chinesen, welche im Staate Californien allerlei Gewerbe treiben, monopoli— siren in den östlichen Staaten die Wäschereien. Obwohl in Schrift und Wort gegen die lang— bezopften Söhne des Reiches der Mitte geeifert wird, so wissen sie sich doch immer mehr fest⸗ zusetzen. An allen Orten und Enden wachsen chinesische Wäschereien wie Pilze aus der Erde. Tüncharbeiten werden fast ausschließlich von Farbigen besorgt, welche ebenfalls das Reinigen von Schornsteinen besorgen. Die irische Nation wird am zahlreichsten unter den Bauhandlangern angetroffen, wo nur wenige Deutsche vorgefunden werden können. Das Stiefelputzen auf den Straßen wird fast ausschließlich von italienischen Knaben besorgt, und auf diese Weise geht es ad infinitum weiter. Unsere deutschen Landsleute behalten die Gewohnheiten und Gebräuche, welche sie von drüben mit herüber brachten, bei und 4 8, N. 80 Ft per Pd - Pf, du 100 60 70 0 56—60 880, Zuie . St. 600 Frankfurt 0 N. 5 00— Taler 50 Rilo 4 Sang 8—10 0 Rio M. -b, Kar i. MN 8-9, af) 50 Kilo zrankfur er bid. 2—1 - Pf., wel escheld 14— 1“ ., neue Vater per Pf ., Blume Salerleköpfe 5 If., Zwie Fuolten das 9 Pf., ge ihn 15—20 Talg das S 100 Pf., 9 Iunlolensalat E If.,& klanen per 0 If — der bereil Uasag den Die Pup hte Vorf — n Carl Bin er „ mehr are er oder 6 1 Eigen dense, l i n ute 0 ac 8 dend in 90 11 Heuchelei og dit dih 5 apf Al l utreffen ist. Da „an die S ter Alkrdolen und Tag feln ke über die Zug reden, ein O zu nehmen. Jun 1 Betreffende un s folgt ein zuelt w., bis er so he em Hotel oder in en muß. Henn ch nicht ihr Eibe! im nächsten Tut uspiel. Es it, dh ind jede Kontroll t das Geld gut en versetzt, Peg icht eher bött h Pfennig vertrunke, Welt sein eign sind bierbei sch Geschäfte ruinl ende von Famil enden Wohlstanms n Clend veifalla ür diese Krankhel dd die Verwandll en Mannes gehe follen, schaffen getrunken, in a sorgen dafür, Wochen verblall lche, nicht u schenden Genüf auf Wochen n Tlopfen mlt vielfach nicht a Jo plötzlich duft, davon melf, df ee“ geftöhu hi ger Mac 1 Fin seine Wohn k in 1 0 29 wie das Bal 1 bin m I pf., Blumenkobl 20—50 Pf., Kopfsalat 5—10 Pf., Lelerieköpfe 5— 20 Pf., Romainsalat per Stück 15 bis reiben einen Partikularismus im Lande, wie schlimmer nicht zu Zeiten des deutschen Reiches, is dasselbe noch aus unzähligen kleinen Ländchen d Ländern bestand, vorhanden war. Dieser gurtikularismus äußerst sich besonders in dem lern von Festen jeder beliebigen Art und bei e Gründung von Vereinen. Da gibt es hessische, hyerische, badische, pfälzische, saͤchsische, platt⸗ bltsche, schwäbische, thüringische u. s. w. Kranken⸗ lterstützungsvereine. Jeder Verein hält natür alljährlich ein Sommerfest, einen Ball, eine kursion zu Wasser oder zu Lande und was der Feste noch mehr gibt, ab. Von den Jialekten, die der Besucher da zu hören bekommt, ein jeder unverfälscht, ja es wird sogar etwas urin gesucht, denselben so rein als möglich rechen zu können. Handel und Verkehr. Friedberg, 26. Oct. Buttermarkt. Butter kostete ut Pfund M. 0.90— 1.10 Eier 1 St. 9 Pf., 2 St. 17 Pf. Butzbach, 6. Qet. Wochenmarkt. Butter kostete in Pfund 1.00— 0.00 M., Käse per Pfund 45— 46 Pf., Ger 1 St. 7 Pf. Gießen, 26. Oet. Auf dem heutigen Wochenmarkt ltete: Butter per Pfund M. 1.00— 1.05, Eier 1 St. 6 16 7 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar J. 0.40—0.55, Hühner per St. M. 9.85— 1.00, Hahnen In St. M. 500.90, Enten per St. M. 1.40— 1.80, inse per Pfd. M. 0.50 0.58, Ochsenfleisch per Pfd. 72 Pf, stuh⸗ und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweine⸗ sch 60 70 Pf., Hammelfleisch 50— 66 Pf. Kalb⸗ lsch 56— 60 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 3.00 6 3.60, Zwiebeln per Ctr. M. 5.00— 6.00 Weißkraut b. St. 0 0 Pf., Milch per Liter 12— 18 Pf. Frankfurt, 25. Oet. Engros Markt. Heu pro 100 Alo M. 5 006.20, Stroh pro 100 Kilo M. 5.00 6.20, Futter 50 Kilo N. 97— 100, Weißkraut 100 St. M. 2— 2.50, irsing 8— 10 Pf. Rothkraut 15— 25 Pf. Erbsen pro 100 Kilo M. 16 22, do. geschälte M. 2530, Linsen . 24— 52, Kartoffeln per Malter M. 2— 2.50, Zwiebel per lr. M. 8—9, Endivien 100 Stück M. 68, Rüböl uff.) 50 Kilo M. 32. Frankfurt, 26 Oet. Wochenmarkt. Erbsen ganze bir Pfd. 12— 18 Pf., do. geschälte 14—18 Pf., Linsen 28 Pf., weiße Bohnen 16— 18 Pf., gelbe Kartoffeln per 12 1416 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheid 12 bis 1 Pf., neue Mäuschenkartoffeln per Gescheld 30 Pf., utter per Pfd. M. 0 95— 1.10, Eier das Stück 5 bis Mittwoch den 30.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: Die schöne Helena. Außer Abonn. 85 11 Donnerstag den 31.: Der Prophet.(Vorstellung im Abonnement. Ueberzählig.) Gewöhnl. Preise. Freitag den 1. November geschlossen. Samstag den 2.: Die Puppenfee. Vorher: Das Nacht— lager in Granada. Große Preise. 1. Vorstellung im Abonn. Sonntag den 3.: Die Afrikanerin. 2. Vorstellung im Abonn. Schauspielhaus. Dienstag den 29.: Die Widerspänstige. Hierauf: Der zerbrochene Krug. Gewöhnl. Preise. Im Abonn. Mittwoch den 30.: Gastspiel der Frau Niemann-Raabe. Francillon. Frangotise: Frau Niemann-Raabe. Hohe Preise. Im Abonn. Donnerstag den 31.: Gastspiel der Frau Niemann Raabe. Die wilde Jagd. Melanie: Frau Niemann Raabe. Hohe Preise. Außer Abonn. Freitag den 1. November: Vorletztes Gastspiel der Frau Niemann-Raabe. Francillon. Frangoise: Frau Nie mann Raabe. Hohe Preise. 1. Vorstellung im Abonn. Samstag den 2.: Don Carlos. Im Abonn— Sonntag den 3.: Abschiedsvorstellung der Frau Niemann Gewöhnl. Preise. Raabe. Cyprienne. Cyprienne: Frau Niemann⸗ Raabe. Hierauf: Der Weg durchs Fenster. Liese: Frau Niemann⸗Raabe. Hohe Preise. Im Abonn. Montag den 4.: Neu⸗Frankfurt. Im Abonn. Gewöhnliche Pretse. Das Vorkommen von Viehseuchen im Großher⸗ zogthum Hessen während des Monats September 1889. Milzbrand wurde festgestellt in Assenheim, Kreis Friedberg, am 1., in Altenburg, Kreis Alsfeld, am 15., in Ober⸗Ramstadt, Kreis Darmstadt, am 16., in Hainstadt, Kreis Offenbach, am 20. und in Himbach, Kreis Büdingen, am 26. September bei je einem kre— pirten Rinde. Rotz: In Darmstadt wurde am 11. September das einzige Pferd eines Besitzers wegen Rotzkrankheit auf poli⸗ zelliche Anordnung getödtet. In Seligenstadt, Kreis Offen⸗ bach, wurde das eine der wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung stehenden beiden Pferde auf Veranlassung des Besitzers getödtet und frei von Rotz befunden. Das andere, wie auch ein Pferd in Sprend lingen, Kreis Alzey, stehen noch unter polizeilicher Beo⸗ bachtung. Die Maul- und Klauenseuche in den Orten des Kreises Dieburg: Asbach, Urberach, Kleestadt und Epperts⸗ hausen, ferner in Alsbach und Lorsch, im Kreis Bensheim, in Pfeddersheim, Herrnsheim und Hochheim, Kreis Worms, in Allmen rod, Kreis Lauterbach, in Bergheim, Kreis Bü⸗ I Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 6.—8., marotten das Päckchen 6—8 Pf., Kohlraben das Stück 6 Pf., gelbe Rüben die Portion 6—8 Pf., rothe digen, in Biebesheim, Kreis Groß Gerau, ist erloschen. In den verseuchten Gehöften in Bingenheim, Kreis Büdingen, berrscht die Seuche noch fort. In Beerfelden, Kreis Erbach, ist am 20. September die Seuche in zwei üben 15—20 Pf., Radieschen 2—3 Pf. das Päckchen, weiteren Gehöften mit zusammen 7 Stück Rindvieh und settig das Stück 4—8 Pf., Weißkraut das Stück 8 2 Schweinen festgestellt worden, während sie in dem 6 15 Pf., Rothkraut 12—25 Pf., Wirsing 8—12 Pf., berelts im vorlgen Monat verseucht gewesenen Gehöfte 0 Pf., Schwarzwurzel 30—60 Pf., . 5— 10 Pf., Einmachzwiebel das Grscheld * 10—15 Pf., italienische stantlen per Pfund 1 Pf. Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 29.: Philemon und Baueis. Hierauf: Die Puppenfee.(188. Vorstellung im Abonnement. Letzte Vorstellung im Abonnement) Große Preise. erloschen ist. Neue Seuchenaus brüche wurden ermittelt Cronberger in Ober-Sickendorf, Kreis Lauterbach, am 12. Sept. in 15 0 einem Gehöfte mit 10 Stück Rindvieh, in Wallerstädten, Kreis Groß Gerau, am 6. Sept. in einem Gehöfte mit 6 Stuck Nindvieh und am 13. Sept. in 2 Gehöften mit 4 Stück Rindvieh, in Berkach, Kreis Groß-Gerau, am 11. Sept. in 2 Gehöften mit 11 Stück Rindoteh, und in Büttelborn, in demselben Kreise, am 16. Sept. in 1 Gehöfte mit 7 Stück Rindvieh, in Dietzenbach, Kreis Offenbach, am 17. Sept. in 1 i Rindvieh, in Hungen, Kreis Gießen, am 20. Sept. in Gehöfte mit 6 Stück 6 Gehöften mit 25 Stück Rindvieh, 1 Ziege und 3 Schweinen, in Kesselbach, Kreis Gleßen, am 20. Sept. in 1 Gehöfte mit 2 Stück Rindvieh, in Londorf, Kreis Gießen, am 20. Sept. in 2 Geböften mit 44 Stück Rind- vieh, 1 Ziege und 12 Schweinen, in Einartsbausen, Kreis Schotten, am 20. Sept. in 5 Geböften mit 31 Stück Rindvieh, 2 Ziegen und 24 Schweinen, in Busenborn, Kreis Schotten, am 26. Sept. in der aus 250 Schafen bestehenden Schafherde, und in Münster, Kreis Dieburg, am 24. Sept. in 2 Gehöften mit 7 Stück Rindvieb. In Ober Sickendorf, Kreis Lauterbach, ist die Seuche bereits wieder erloschen. Der Bläschen ausschlag unter dem Rindvieh in Darmstadt und in Messel Kreis Darmstadt, in Diebach a. H., Kreis Büdingen, und in Nieder-Breidenbach, Kreis Als⸗ feld, ist erloschen. Die Seuche herrscht fort in Münch⸗ leusel, Udenhausen und Groß-Breidenbach, im Kreise Alsfeld. In den beiden letztgenannten Orten war sie schon im vorigen Monat festgestellt worden. Die Räude gilt als vorbanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Gießen: Lumda, Reiskirchen und Rüdingshausen, in den Orten des Kreises Alsfe d: Nieder Ofleiden, Hergersd orf, Zell, Gleimenhain, Lieder— bach und Rülfenrod, in den Orten des Kreises Büdingen: Bleichenbach, Gelnhaar und Eckartsbausen, und in den Orten des Kreises Lauterbach: Eisenbach, Altenschlirf, Schlechtenwegen, Steinfurt und Bermuthshaln. (Eingesandt.) Aus der Wetterau. Dem Vernehmen nach findet Mittwoch den 30. d. M. zu Gleßen die Wahl des Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen statt und wird dem Interesse der Landwirth.: schaft am Besten dadurch gedient werden können, wenn die Wähler dem überaus tüchtigen und für die Land— wirthschaft warm interessirten Herrn Grafen Ortola zu Büdesbeim ihre Stimme geben B in H Köln: In Anerkennung ihrer bervorragenden Leistung auf dem Gebiete der Kaffee Rösteret wurde auf der inter⸗ nationalen Nahrungsmittel Ausstellung in Köln die böchste Auszeichnung:„Ehren-Diplom mit Stern“ einzig und allein in dieser Branche der bekannten Firma A. Zuntz sel. Wittwe, Königl. Preuß, Herzogl. Sächs. ꝛc. ze. Hof⸗ lieferant, in Bonn und Berlin zuerkannt. Die Firma besitzt das größte Etablissement dieses Industriezweiges in Deutschland und die einzige Kaffee Brennerel in Bonn mit Dampf- Maschinen Betrieb. 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