1 ienstag den 23. Zuli. Wah Dienstag den 23. Zuli Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch ; f E int dreimal wöchentli d Di 1 und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. schein Donne n e lenstug imnoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg 1* 9 Pf. Annoncen vor auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. 19 Für die Monate August und September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei N 0 der Verlags⸗Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden. Amtlicher Theil. letreffend: Vorrichtungen über den Gebrauch von Bierdruck-Vorrichtungen. Friedberg den 20. Juli 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Vir erinnern die Rückständigen wiederholt an Erledigung unserer Auflage vom 25. Juni, binnen 2 Tagen, bei Meidung unangenehmer Verfügung. Dr. Braden. 8½ Uhr An hen Felsenkeller gehörige haben z Der a ii li nach den Ossah Bekanntmachung. Am 29., 30. und 31. d. Mts. finden seitens der Garnison Butzbach Gefechtsschießen mit scharfer Munition auf dem dortigen großen (rerzierplatze statt. Indem wir dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen, laden wir die Großherzoglichen Bürgermeistereien der zunächst glegenen Orte ein, in Ihren Gemeinden noch besondere Bekanntmachung zu erlassen. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 1 Friedberg den 20. Juli 1889. Dr. Braden. Erledigung. Mein unterm 20. Februar l. J. gegen Hüller, Joseph, von Heimersberg, erlassenes Ausschreiben nehme ich als erledigt zurück. Bahnhof präcts dn 7 Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: 1. Ludwig, Louis, ledig, Wollspinner von Köppern; 2. Horn, Johann Korneltus, ledig, Knecht Der Vorsanm n Frickhofen, beide zuletzt in Ober⸗Eschbach bedienstet; 3. Erb, Peter, von Odenhausen, zuletzt Taglöhner bei Heinrich Puth in Massenheim. 5„ Friedberg den 19. Juli 1889. Der Großherzogliche Amtsanwalt. lsenkellet 1 Krämer. . Bekanntmachung. Die Abgabe der Kapitalrentesteuer⸗Erklärungen behufs der Veranlagung für das Steuerjahr 1889/90. Nach Art. 14 des Gesetzes, die Einführung einer Kapitalrentesteuer betreffend, vom 8. Juli 1884 erfolgt die Heranziehung zu dieser eteuer auf Grund einer Erklärung, welche jeder nach den einschlägigen Bestimmungen Steuerpflichtige über den Jahresbetrag seiner Zinsen, sowie r etwa zum Abzug geeigneten Lasten bei der hierzu berufenen Einschätzungscommission schriftlich abzugeben hat. Zu diesen Erklärungen ist das n Großherzoglichem Ministerium der Finanzen festgesetzte Formular zu verwenden und sind dieselben, je nach der Wahl des Steuerpflichtigen aut bedeutende 80 en oder verschlossen, jährlich spatestens bis zum 1. Juli, ohne daß der Pflichtige deßhalb eine besondere Aufforderung abzuwarten hat, bei der ben und bite. Pärgermeisterei des Wohnorts abzuliefern. Von der Verpflichtung zur Steuererklärung sind nach Art. 15 des Gesetzes, insofern nicht im ein— ihn, in der e emen Fall besondere Aufforderung der Einschätzungscommission ergeht, diejenigen Steuerpflichtigen entbunden, welche im unmittelbar voraus— um e gegangenen Steuerjahr bereits zur Kapitalrentesteuer zugezogen waren, auch inzwischen ihren Wohnsitz nicht gewechselt und keine den Betrag von dle ungen“ dd) M. jährlich erreichende Einkommensverbesserung aus Kapitalzinsen erlangt haben. Inhaltlich des Art. 16 des genannten Gesetzes haben ladet her eule, i, Kapitalrentesteuererklärung abzugeben: f I. für minderjährige, vermißte, oder unter Vormundschaft gestellte Personen deren gesetzliche Vertreter;. I 2. für moralische Personen(Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner für Gesellschaften, Genossenschaften, Gantmassen, D H. 1 Erbmassen, soweit eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommt, die bestellten Vorstände oder Verwalter; 14 nee ruse, 4 listen Herrn H. Ku iedrich. Es kong“ 2 Ouverturen:. gen, ein Mittag. Abends 8 Uhr: 3. in allen anderen Fällen der Steuerpflichtige selbst und zwar hinsichtlich des gesammten Zinsenbezugs, welcher, sei es aus eigenem Ver— mögen oder aus dem Vermögen seiner nicht selbststaͤndig zur Kapitalrentesteuer gezogenen Angehörigen, ihm in Steueransatz zu kommen hat. V 0 1004 Unter Bezugnahme auf die obigen Bestimmungen richten wir an die hiernach zur Einreichung von Kapitalrentesteuererklärungen ver— f pfsichtete det dahler in hal n Bewohner unserer Bezirke hiermit die Aufforderung, ihre Erklärungen unfehlbar bis zum genannten 1. Juli d. J. an die betreffenden Uirgermeistereien gelangen zu lassen, von wo sie, und zwar insoweit verschlossen uneröffnet, an die Vorsitzenden der betreffenden Einschätzungs⸗ Gummissionen übersendet werden. Das Formular zu den Kapitalrentesteuererklärungen, welchem ein Auszug aus dem Gesetz und eine bezügliche Das Ci. nihere Anweisung beigefügt ist, hat der Steuerpflichtige von der Bürgermeisterei des Wohnorts zu beziehen. 1 d weinen Pa Friedberg am 1. Juni 1889.. Die Großherzoglichen Steuercommissariate. 2 auf n. ö Büdingen: Hoos. Butzbach: Hechler. Friedberg: Schober. Hungen: Snell. nik 1 31005 8% Bekanntmachung. 0 0 Letreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. f a 5 5. Tattoffell 1 Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse[während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten 0 Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen,[unnd zu verpflegen; e. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge een hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu von höheren Schulen(Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und lachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle hernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. übrigen jungen Leute durch die Polizeiobrigkeit oder ihre vorgesetzte 19) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs⸗Commission] Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Schulzeugniß. Sodaun wird de ir a in dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum noch besonders bemerkt: Zu pos. b.: daß in dem Einwilligungs-⸗Attest ae Hef stellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den 1 g e die Vebethiigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht[Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, on vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar nicht fehlen darf. Zu pos. d.: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme dt Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten N. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum ein⸗ Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und f schrigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April Realschulen I. Ordnung, sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz⸗ Afelben Jahres zu erbringen. 55 ordnung(I. Theil der Wehrordnung vom 28. September 1875— 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und Regierungsblatt Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. 5 hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briefpapier) zu verwenden. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der§§. 88, 89, 90, 93 1 5 erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. und 94 der angeführten Erfatzorduung verwiesen. 3 * 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts⸗ Großherzoglich Hessische Prüfungs⸗Commission Aaniß; b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormunds mit für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. ö N Erklärung über Bereitwilligkeit und Fahigkeit, den Freiwilligen Dr. Zeller. . 3 1.0. 50 f % 2 M. O een Ai von ug dane Deutsches Reich. Darmstadt. Der Gerichtsvollzieher-Aspi— rant Schaubach aus Wöͤllstein wurde zum Ge— richtsvollzieher in Mainz ernannt. Berlin, 20. Juli Nachdem beim Nord— cap sich eine starke östliche Dünnung fühlbar ge⸗ macht, ging gestern die Fahrt bei ruhigerer See und aufheiterndem Himmel zum Lyngenfjord. Die „Hohenzollern“ ankerte bei Karlsoe, woselbst Kaiser Wilhelm die Anhöhe Hoidten bestieg, wo zum Andenken ein Steinmal errichtet wurde. Darauf bestieg der Kaiser den Aviso„Greif“, dampfte ins offene Meer, um die in seltener Klarheit leuchtende Mitternachtssonne zu bewun— dern. Der Kaiser wünschie bei seiner Anwesen— heit an Bord des„Greif“, diesen zu inspiciren. Der Commandant Flichthofner ließ deshalb kurz nach Mitternacht bei Tageshelle Klarschiff schlagen und mit den Geschützen und Revolverkanonen feuern. Während des Exercterens überholte „Greif“ den norwegischen Dampfer„Capella“, der schon von weitem salutirte und bei dem Vorüberfabren des„Greif“ das Salut unter nicht enden wollendem Hurrah wiederholte. Der Kaiser kehrte um 1 Uhr Nachts an Bord der „Hohenzollern“ zurück und ist Nachmittags 4½ Uhr südwärts abgereist. — Bei den bevorstehenden Kaisermanövern im 7. und 10. Armeecorps will der Kaiser sich persönlich vom Stande des Brieftaubenwesens und seiner Benutzung für militärische Zwecke überzeugen. Gelsenkirchen, 19. Juli. Die Bergleute auf Zeche„Dablbusch“ stehen weiter aus; zur Morgenschicht sind heute nur 140, zur Nach— mittagsschicht 120 Bergarbeiter angefahren. Karlsruhe, 20. Juli. Der Zustand des Erbgroßherzogs ist etwas besser, wenngleich die Nachtruhe durch Husten gestört wurde. Die Fie— berhöhe ist fast unverändert, die Entzündung nicht fortgesch ritten und der Kräftezustand ein guter. Der Großherzog und die Großherzogin sind heute Vormittag zum Besuche des erbgroßherzog lichen Paares nach Freiburg abgereist. Ausland. Großbritannien. London. Bei der Be— rathung de Dotationsfrage nahm die Regierung unter Vorbehalt den von der Opposition ge— machten Vorschlag, die Apanage des Prinzen von Wales um 40 000 LEst. jährlich zu vermehren, anstatt eine besondere Dotation der Kinder des Prinzen auszusetzen, an. Frankreich. Paris. Der Minister Con— staus beschloß eine Abtheilung von 100 Special Polizeiagenten zu organisiren, deren Aufgabe es sein soll, aufrübrerische Versammlungen aufzu— lösen. Der„Temps“ meldet: die Entlassung der Beamten, welche der boulangistischen Partei an— gehören, dauert fort. Sowohl im Finanzmini— sterium, wie im Ministerium des Innern wurden einige dreißig Beamte entlassen, bei denen sich Schriftstücke vorfanden, welche eine Verbindung der Beamten mit den Bonlangisten bestätigen. — Boulanger, Dillon und Rochefort haben ein Manifest erlassen, in welchem sie in sehr heftigen Ausdrücken erklären, daß sie es ver— schmäht haben, auf die gegen sie zusammenge— brachten Verleumdungen zu antworten. Die That— sachen würden ihre Zurückhaltung rechtfertigen. Der Staatsgerichtshof und die Regierung hätten sich an Sträflinge gewendet, um falsche Zeug nisse zu erhalten. Nichts habe man gegen sie vorbringen können. Die Wähler würden darüber zu richten haben. Italien. Rom, 19. Juli. Der König ist gestern nach San Rossore abgereist; derselbe be— gibt sich zu Anfang August mit dem Kronprinzen nach Apulien. — Die„Riforma“ haͤlt das Gerücht von der Abreise des Papstes für ein schon mehrfach gebrauchtes Schreckmittel; aber selbst bei dem Eintreten der Abreise würde Italien die Ruhe nicht verlieren. Es sei kaum zu glauben, daß eine auswärtige Macht den Vatikan auf diesen Weg drängen wolle, um Italien Verlegenheiten zu bereiten. Die„Riforma“ erinnert an die Flucht Pius IX., deren Folgen für den Vatikan keineswegs günstige gewesen seien; knüpfe sich an die Flucht die Idee, den Papst mit Waffen— gewalt zurückzuführen, um die weltliche Herr— schaft desselben wieder aufzurichten und die Ein⸗ heit Italiens zu zerstören, so wäre dieses nur das Signal zu einem allgemeinen Kriege. Türkei. Konstantinopel, 19. Juli. Der bisherige Gouverneur von Beyrut, Reouf Pascha, ist zum Gouverneur an Stelle Bildiß' im Vilajet Erzerum ernannt. Iziz Pascha wurde an Stelle Reouf's zum Gouverneur von Beyrut ernannt. Rußland. Petersburg, 19. Juli. Es heißt, der Reichsrath habe nunmehr die Bera— thung des Vorschlages Tolstoi's, betreffend Ein— richtung von Chefstellen in den Provinzialstellen der einzelnen Provinzialdistricte beendet. Die kaiserliche Genehmigung sei zu erwarten. Egypten. Kairo, 19. Juli. Riaz Pascha hat abermals eine Note an die französische Re— gierung gerichtet, worin er dieselbe dringend aufforderte, der beabsichtigten Convertirung zu— zustimmen, da ein definitives Ablehnen der Zustim— mung eine jährliche Einbuße von 200,000 Pfund für Egypten zur Folge haben würde. — 20. Juli. Die Kanonenboote, welche heute den Nil hinauf patrouillirten, schnitten zweihundert Derwischen den Rückzug ab. Viele derselben wurden getödtet. Am Westufer des Nil entlang maschieren 1000 Derwische mit 500 Ge— wehren, um sich Wadelnujumi anzuschließen. Aus Stadt und Land. n. Friedberg. Es war wieder eine reiche Fülle von schönen Gaben, welche der Musikverein der Gemeinde in seinem alljährlichen Kircheneoncerte darbot, welches am Sonntag, den 14. Juli, in unserer schönen Stadt— kirche stattfand. Von herrlicher Wirkung waren die schwungvoll und präeis ausgeführten a capella Cböre von Klein, Zingarelli, Benevolt, Engel, Mendelssohn; sie bewiesen wieder, daß in den feierlich gestimmten Raum gothischer Kirchenhallen am besten der Vollklang des reinen Cborgesanges paßt. Die beiden Sologesänge für Baß sprachen zu Herzen; die tiefe, sonore Stimme verband sich mit warm empfundenem Vortrag und schöner Aus⸗ sprache. Die Instrumentalsoli für Viola, Violine, Violon— cello waren von schöner Wirkung und vortrefflich aus— geführt; doch wollte uns die Wahl der Stücke nicht recht in den Rahmen des übrigen Programms und in die Hallen der Kirche passen. Die Orgelvorträge erwiesen, daß der Vortragende nicht bloß Meister der Technik, son— dern ein Mann von edlem, gediegenem Geschmack ist. Darum für alles Gebotene warmen Dank! Friedberg, 20. Juli. Letzte Nacht wurde hier in einem Uhrenladen ein Einbruch verübt. Da der Eigen thümer die Vorsicht gebraucht, seine Sachen Nachts aus dem Erker zu entfernen, so war die Ausbeute für den Dieb gleich Null. Friedberg. In dem in Bad Nauheim erscheinenden Wett. Anz. lesen wir vom 17. Jult: Heute wurde das Jahresfest des Oberhessischen Vereins für innere Meisston in der hiesigen Stadikirche abgehalten. Die Gesänge leitete Seminarlehrer Schwarz.(Das hätten wir ihm aber wirklich nicht zugetraut. Die Redaetlon) Die ergreifende Festpredigt hielt Pfarrer Löhr aus Hohen solms. Die Burgterrasse war fast ganz ge füllt.(Es wäre von Interesse, wenn der betr. Corre spondent sich einige Tage auf der Burgterrasse ausstellen ließ, man lernte dann doch beide, ihn und die Terrasse, kennen. Der Setzerlehrling.) Friedberg. Der Schulvorstand in Butzbach hat in seiner Sitzung am vorigen Dienstag den Beschluß ge faßt, daß für die Folge die Ferien für die hiesige Volks wie höhere Mädchenschule mit denjenigen der Realschule zusammenfallen. Wir Friedberger fragen da aber gewiß mit Recht: Was in Darmstadt, Frankfurt und vielen großen Städten, was in Butzbach möglich war, warum sst das hier in Friedberg nicht möglich? Wir wollen die Frage bier wieder einmal angeregt haben und stellen unser Dlakt zur Erörterung derselben gerne zur Verfügung. Friedberg Der Bischof von Mainz wird in den katholischen Gemeinden Oberhessens die Firmung in nach- stehender Reihenfolge spenden: Herbstein 24. Jult, Gießen 27. Juli, Rockenderg 30 Juli, Oppersbofen 1. August, Friedberg 3. August, wo die neuerdaute Kirche conseerirt wird, Nieder Mörlen 5. August, Ober Mörlen 6. August, Ockstadt 7. August und Ober Wöllstadt 8. August. st. Bad⸗- Nauheim. Das Künstlereoneert, welches sam Mittwoch den 10. d. Mis. die Sopranistin Fräulein v. Cölln aus Berlin und der Cellovirtuose Hartman aus Mannheim veranstalten wollten, mußte damals leider wegen plötzlich eingetretener Hindernisse verschoben wer den, wird aber nunmebr bestimmt am nächsten Mittwoch den 24. d. Mts. stattfinden. Vilbel. Gelegentlich des landwirtbschaftlichen Pro vinzialfestes hierselbst wurden folgende Aussteller prämtirt: 1. Pferde. J. Peters, Nieder-Erlenbach, Staatspreis 60 M.; Wilhelm Jener, Schwalheim, Staatspreis 40 M.; Hofmann, Hof Gill, Staatspreis 60 M. Pachter Menzel, Groß-Karben, Staatspreis 20 M. Schaubach, Bönstadt, Provinzialpreis 30 M.; Draudt Büdesheim, Provinzialpreis 20 M.; Friedr. Schaar Petterweil, Provinzlalpreis 20 M.; G. Muth, Get tenau, Bezirkspeeis 20 M.; Carl Vorbach, Okarben, Bezirkspreis 30 M. 2. Bullen. a. Rein Simmen⸗ thaler Rasse. Gemeinde Rodheim, Staatspreis 70 M. Carl Vorbach, Okarben, Provinzialpreis 30 M.; Phil. Kling II, Rodheim, Bezirkspreis 15 M. Die Vogels, berger Rasse war nicht vertreten. o. Kreuzungen. Ge meinde Burg Gräfenrode, Staatspreis 70 M.; Heinricz Weith, Nieder-Wöllstadt, Staatspreis 70 M.: Pachten Lenhardt, Okarben, Provinzialpreis 25 M.; H. Bausch III, Nieder Wöllstadt; Provinzlalpreis, 20 M.; Heinr Brüc⸗ mann, Nonnenhof, Bezirksprels, 15 M.— Kühe. Friedr. Wendel, Bainhardsbof und Julius Peters, Nieder⸗Erlen⸗ bach, Staatspreise 70 M.; Bürgermeister Hensel, Dortel⸗ weil und Wilh. Klein, Burg-Gräfenrode, Staatspresse 60 M.; Georg Beck, Rendel, Provinzlalpreis 30 W.; Bürgermeister Fauerbach, Okarben, Provinzialpreis 20 N. Phil. Holl III., Rodheim, Joh. Gg. Michel, Vilbel ung Franz Guth, Vilbel, Bezirkspreise von je 20 M.— Rinder. a. Simmenthaler Rasse. Klein-Karben, Provinzialpreis 25 M.; Jacob Geibel, Klein Karben, Provinzialpreis 20 M.: Carl Herget Bildet heim, Provinzialpreis 15 M. b. Kreuzungen. Carl Erle, Melbach, Provinzialpreis 25 M.; Bürgermeister Fauer bach, Okarben, Provinztalpreis 20 M.; Carl Volz, Burg; Gräfenrode, Bezirkspreis 20 M.; Wilh. Betz, Melbach, Bezirkspreis 15 M.— Schweine und Schaft a Tragende Sauen. P. Stahl Kloppenheim, Staal, preis 30 M.; Georg Kalbhenn, Vilbel, Provinzlalprest 20 M.; A. Hoos, Rendel, Bezlikspreis 15 M.; A. Nalser, Kloppenheim, Bezirkspreis 10 M. b. Eber. Georg Kalbhenn, Vilbel, Staatspreis 40 M.; Gg. Beck, Rendel, Staatspreis 30 M.— 1Loos Schaafe. Vogt, Relchels, heim, Staatspreis, 40 M.; Fürstliche Guts verwaltung Colnhausen, Staatspreis 30 M.— Böcke. Fürsilic Solms'sche Gutsverwaltung Colnhausen, Staatspr. 70 N. Allerlei. Cassel. Der hiesige Polizeidirektor hat folgend. Bekanntmachung erlassen:„Die Berechtigung der lau gewordenen Klage, daß in vielen hiesigen Bierwirtt schaften die Gäste dadurch benachtheiligt werden, daß ihnen beim Bierverkauf das Biergefäß bis zum Füll striche nicht mit Bier, sondern zu einem großen Theil mit Blerschaum gefüllt wird, hat sich durch die gemachten Feststellungen bestätigt. Es erhält also zum größten Theil der Gast nicht das Bierquantum, welches er bezahlt, Nachdem nun sämmtliche Wirthe unter Hinweis auf § 263 des Strafgesetzbuchs verwarnt worden sind, fordeg ich das Publikum auf, weitere Benachtheiligungen diesg Art der Polizeibehörde oder deren Beamten zur Anzelgt zu bringen behufs strafrechtlicher Verfolgung der betreffen den Wirthe.“ Dürfte sich auch anderwärts empfehlen. Berlin, 21. Juli. Gestern Abend gegen 10 Ut fuhr ein Dampfer der neuen Dampfschifffahrtsgesellschaf gegen die bei Aufzug der Brücke bei Köpenick hervor, stehenden Balken und fielen dabei drei Personen übe Bord und ertranken. Pest, 21. Juli. In der Gemeinde Paks sind gester durch eine Feuersbrunst gegen 400 Gebäude, darunter dit Kaserne und das Gebäude der evangelischen Schule eln, g'äschert worden. Mehrere Kinder werden vermißt. Di Nothlage ist groß London, 16. Juli. In Castle Alle, einer schmalen Gasse im Stadtbezirk Whitechapel, wurde in der Nacht zum Mittwoch ein Mädchen zweldeutigen Rufes ermordes aufgefunden. Der Hals war durchschnitten, der Let verstümmelt. Von dem Mörder ist keine Spur gefunden, Man muthmaßt, Jack der Aufschlitzer, habe seine Blu arbeit wieder aufgenommen Petersburg, 20 Jull. Der Großfürst Constantis Nikolajewitsch, Oheim des Kaisers, gegenwärtig in Paß lowsk bei Petersburg, hat infolge eines Schlaganfalles die Sprache verloren. Neapel. Das Munlelpium von Neapel hat be schlossen, Garibaldi auf einem unweit der See belegenes Platze, in dessen nächster Nähe die neuen Quartlere er baut werden, ein Standbild zu errichten, dessen Kosten auf 250,00) Lire zu stehen kommen sollen. Konstantinopel, 19. Jull. In Stambul it eig großer Brand ausgebrochen; 200 Häuser sind berelll niedergebrannt. Newyork, 20. Juli. Infolge heftiger Negengüss kam es im Westen Chieagos, sowie in Cineinnatt und an anderen Punkten des Kanawha-Thals zu Ueber schwemmungen. Der hierdurch sowie durch einen Wolken. bruch verursachte Schaden ist ein sehr beträchtlicher, aut sind mehrere Menschen umgekommen. Taschkent, 19. Juli. Das Denkmal des 1857 vo den Chinesen ermordeten berühmten Relsenden Schlagink weit in Kaschgar wurde heute enthüllt. Shanghai. Aus China wird neuerdings gemeldet, daß durch den Austritt des Flusses Kwantung furchtban Ueberschwemmungen verursacht wurden. Es sollen 60000 Personen ertrunken und 10,000 obdachlos geworden sein, Handel und Verkehr. Friedberg, 20. Juli. Buttermarkt. Butter kosen ver Pfund M. 1.15— 1.20, Eier 1 Stück 6 Pf. Gießen, 20. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter ver Pfund M. 1.10— 1,20, Eier 1 Stüc 5 bis 6 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben per Paan M. 0.50—0.60, Hübner per St. M. 0.90 1.00, Hahnem per St. M. 0.60— 0.90. Enten per St. M. 1.80— 2.20 Jacob Fr. Geibeh, N — kölchen, Salerteks 0 Pf., Fnaolte 6 Pf. Füten die Haleset 76 Hes 19-25 801 20 6200 Mlonen 0 Pf. b Feime e um Ve eu, für abgespa eümkeh an der de müß al der Jamilie und kö sich sel kennen ihre 9 Haus Gatti unnöt einen 105 f nicht krachte Mittel die El Famil Hausft wissen scguent Fund hinzust sahtein danken! bielen de h da pff it kec Lon se gene Ochsensleisch per Pfd. 64—70 Pf., guß- und Rindfleisch 856 Pf., Schweinefleisch 60— 70 Pf., Hammelfleisch 066 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo l 0 J N. 5.00— 7.00, Zwiebeln per Ctr. M. 7—8. orbach, Frankfurt, 19. Juli. Engros⸗Markt. Heu pro 100 , Ste en 8 kilo M. 4.60—6 60, Stroh pro 100 Kilo M. 4805.40, fa aatspreg 70 Hutter pro 50 Kilo M. 100-105, Eier das Hundert 17 5 00 U. N. 6—7, Erbsen 100 Kilo M. 18— 23.00, do geschälte 1 D N. 20— 30, Linsen M. 34— 52, weiße Bohnen M. 23 s 25.50, Blumenkohl 100 St. M. 30 bis 60, Carotten r Pack 8—12 Pf., Grünekern M. 22—28, Sellerie as Stück 4— 10 Pf., Romainsalat 15—25 Pf., Kar⸗ 1 6 10 8 offeln per 100 Kilo M. 6.50—8.00, Malteser Kartoffeln 5 0 N. er Ctr. M. 14., Erbsen per Pfund 40—50 Pf., Gurken N.— g er Stück 4—15 Pf., Aprikosen der Centner M. 50—60, ö Sinnen der Ctr. M. 25— 30, Melonen das Stuck M. 2—4. rmesster He 0 Frankfurt, 20. Juli. Wochenmarkt. Erbsen ganze 1195 er Pfd. 12— 18 Pf., do. geschälte 14— 18 Pf., Linsen . 8-28 Pf., weiße Bohnen 16-18 Pf., Kartoffeln per 9 Bescheid 10— 12 Pf., Butter per Pfd. M. 1.20— 1.35, Gg. Eier das Stück 5—6 Pf., Radieschen 2—3 Pf. das else 1 9 gäckchen, Blumenkohl 40— 80 Pf., Kopfsalat 5—6 Pf., se. Mcab 5 B. Sellerlekßpfe 10— 15 Pf., Romainsalat per Stück 10 25 Ur ee e Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 8.—9., M.: Farotten das Päckchen 8— 12 Pf., Kohlraben das Stück K—6 Pf., gelbe Rüben die Portion 6—8 Pf., rothe üben die Port. 30— 40 Pf., Erbsen per Pfund 15—20 Pf., Malteser Kartoffeln per Pfd. 12— 15 Pf., neue Kartoffeln MW 1 J Carl Val 80 1 Ul. Beg, das Gescheid 12— 16 Pf., Mauskartoffeln per Gescheid 17 400 9025 Pf., Rettig das Stück 4—8 Pf., Weißkraut das Alappahe Sh Stück 20— 30 Pf., Rothkraut 40— 50 Pf., Wirsing Bubel eim, 5—20 Pf., franz. Endivien das Stück 10—20 Pf., re, weng selonen das Stück M. 1—4, Einmachgurken 100 Stück 0 Pf. bis M. 1, Salatgurken 3— 4 Pf. Sparen ohne zu entbehren. (Gutgemeinte Worte und Winke für das Haus.) (Schluß des Artikels in Nr. 77.) Im Jagen nach Erwerb wird der Mensch um Lastthier; jede höhere Regung muß da im keime ersticken.— Man macht es den Männern um Vorwurf, daß sie wenig Sinn für Litera— ur, für schöne Künste haben, abends matt und 9 abgespannt aus ihren Bureaus und Arbeitsstätten heimkehren, keinerlei Interesse für ihre Kinder, sich durch die ge ür deren geistige Entwicklung u. s. w. zeigen: also zum größten 12 müßten Wundermenschen sein, wenn sie nach 1 u g A der aufreibenden Tagesarbeit abends in ihrer int worden sind, fot Familie den Sinn für das Ideale pflegen wollten nacthelltgungenn? und könnten. Wäre ihnen Zeit gegeben, sich auf Beamten zu u. schh selbst zu besinnen, sie würden wohl auch er— erfolgung der 1 sennen, daß in diesem ewigen Jagen nach Erwerb Wen ge hre Kräfte erlahmen müssen, sie würden ihrem wpsäene Haushalt einen andern Zuschnitt geben, von der cke bel Köpensc hal Hattin beanspruchen, daß sie da und dort durch bel drel Peron? Innötige Ausgaben in ihrem Wirthschaftsbuche d. Bets sib inen Strich mache, von ihren Kindern verlangen, 1 10 70 dam aß sie, des Lebens Ernst erkennend, den Vater unngellche S licht als eine unerschöpfliche Ausgabequelle be— er werden vert! richten, nicht, wie heute zumeist die Söhne des ittelstandes, noblen Passionen fröhnen, sondern die Eltern nach Kräften stützen, wo es gilt, den amilienwohlstand zu fördern.— Ungeachtet aller Hausfrauen-, Maßigkeit⸗ und Einfachheitsvereine issen unsere Frauen sehr wenig von einem kon— Böcke di hausen, Staatszr —— 5 eidlrektor hat suhg Berechtigung uu len hiesitgen Ble achtheilgt werden, lergefäß bis zun zu einem großen N. astle Alle, einen fi el, wurde in de 5 deutigen Rufts b durchschnitten, u.“ sst keine Spur, liter habe h; sequent durchzuführenden Sparsystem, das sie der groß bee befähigen könnte, sich im edelsten Sinne als die „ gegenwirlg„ 1 die Beraterin und Helferin des Gatten ge eint Schlan inzustellen. Durch ihre Hände geht jahraus n ahrein der größte Theil seines Erwerbes. Ge⸗ 10 960 ü dankenlos, planlos wird derselbe von unendlich 11 5 Ona vielen verwirthschaftet. Die junge Frau, die in ini vu die Ehe tritt, ist sich in den seltensten Fällen nen sollen der Pflicht bewußt, wie sie mit dem vom Manne . Ju 1 in% üft recht schwer Erworbenen zu schalten habe. 200 Höre Vaon seinen Einkünften, dem Stande seines Ver⸗ sͤlge heftige, mögens hat sie oft eine falsche Vorstellung. Das hole in en, unrechtmäßige Verlangen, das nur leider zu oft abe, Tele g, gestillt wird, ist die Ursache, daß die Menschen sowle duct gu 5 wenig zum Sparen kommen. Die meisten w schr ben 0 leben— wie der triviale Ausdruck lautet— 1 genknal 10 bon der Hand in den Mund. Man kapitalisirt % een icht und leider gar zu oft wird der ersparte nthült.„gz 1 Naothgroschen zu zweifelhaften Spekulationen ver⸗ vid naue b wendet, die, wenn sie fehlschlagen, den Lebens— ses vag l muth der Getroffenen untergraben. Der Frauen 1 nt 1 Einfluß als sparende, mehrende, erhaltende Kraft sst noch in vielen Fällen unterschätzt worden. lter 1 vielem nicht reichen. Eine richtige Küche führen, eg die dem Körper all die Stoffe liefert, die zu feinem Aufbau nöthig sind, ihr selbst vorstehen, den meisten Frauen, namentlich der sogen. besseren Stände, so fern, daß sie nur ungläubig lächeln, wenn man es von ihnen verlangt. Und doch, was kann eine Frau, die zum Wohle der Ihrigen in der Küche steht,„ersparen ohne zu entbehren.“ Kräftige Kost ersetzt die leckere; sie dient dem Aufbau des Körpers, schafft gesunde, willens— kräftige, körperlich und geistig gesunde Menschen, während die raffinirte Kochkunst den Magen ver— weichlicht und die Säfte verdirbt. Und wenn die gestrengen Eheherrn sehen, wie die Frau Gemahlin mit Ernst und Wurde und richtigem Verständniß überall selbst thätig ist, wie sie denkt und spart, wie bei allem Spartalent, das sie entfaltet, der Geist echter Poesie das Haus be— lebt, wie alles vom goldigen Scheine der Zu— friedenheit durchleuchtet ist, da wird auch ihnen, und gehörten sie selbst zu den leichtfertigsten, die durch Trinkgelage ꝛc. den Wohlstand des Hauses ruiniren, ein Verständniß dessen aufgeben, was die Frau mit ihrem unermüdeten Wirken beab— sichtigt: Freude am einfachen, mäßigen Genuß! Wohl den Kindern, die im Verkehr und unter der Leitung solcher Eltern aufwachsen; sie werden sich dereinst als glückliche Menschen und brauch— bare Staatsbürger bewähren, ihr Ziel fest vor Augen haben und auch die sittliche Kraft finden, es zu erreichen. Das Külner Wasser und seine Geschichte. Im Jahre 1709 ließ sich ein italienischer Händler Namens Giovanni Maria Farina, in Deutschland nieder. Er wurde der Erfinder des Kölner Wassers und schuf damit eine Dynastie Wie die meisten Erzeugnisse, deren Bestimmung eine Beherrschung des Weltmarktes ist, aus be— scheidensten Anfängen hervorgegangen sind, so auch das Kölner Wasser. Der Kleinhändler aus Domo d'Ossola hatte sein Vaterstädtchen im Alter vor 25 Jahren verlassen, um sein Glück an den Ufern des Rheins zu suchen. Er verkaufte Seife, Parfümerien und andere Toilettegegenstände, die er aus Italien bezog. Auch fand man in seinen bescheidenen Geschäftslokalitäten gegenüber dem Jülichsplatz ein neues Parfüm, dessen Bereitung sein Geheimniß war. Er hat ihm den Namen der Stadt gegeben, die er zu seinem Wohnsitz erkoren hatte, um sich das Wohlwollen seiner neuen Landsleute zu sichern. Viele Jahre hin— durch drang der Ruf des von ihm erfundenen Erzeugnisses kaum über die Grenzen der rhein schen Provinz hinaus. Der siebenjährige Krieg dagegen und der Durchmarsch der französischen Armee verschaffte der Entdeckung einen europät— schen Ruf. Johann Maria Farina lebte lang genug, um den Triumph seiner Entdeckung noch zu schauen. Er starb im Jahre 1766, fast achtzig Jahre alt. Sein Neffe ererbte sein Bermögen und sein Geheimniß. Dieser Erbe des ersten der Farina hat die Fabrik gegenüber dem Jü lichsplatze bis zum Jahre 1792 geleitet. Er hinterließ drei Söhne: Johann Baptist, Johann Maria und Karl Anton. Der gegenwärtige Chef des Hauses Johann Maria ist der Enkel von Karl Anton. Sein Theilnehmer ist Johann Maria Herrmann, der die Enkelin von Johann Baptist geheirathet hat. Seit dem Jahre 1709 sind nur 10 Personen in das Geheimniß der Fabri— kation des Kölner Wassers eingeweiht worden. Niemals ist ein Staatsgeheimniß mit größerer Wachsamkeit gehütet worden. Es scheint, daß das Kölner Wasser durch langes Lagern an Güte gewinnt. In den Kellern des Juülichsplatzes ruhen Flaschen aus dem Jahre 1750. Für ge— wöhnlich wartet man natürlich nicht zweihundert Jahre mit dem Verkauf. Das Kölner Wasser wird durchschnittlich nach sechsmonatlicher Lage— rung versendet. Schutzmittel gegen jede Art Ungeziefer. Ein Pfund Alaun wird in 2 Liter Wasser aufgelößt und diese Flüssigkeit in siedend heißem Zustand in alle Spalten und Risse der Zimmer- döden ꝛc., wo Ratten und Mäuse ihre Ein- und Aus gangs-Löcher haben, gebracht. Das Holz wachen— das liegt selbst den Kochprozeß über und selbst viele Steine nehmen die Alaun— 1 Lösung auf, und während das Wasser verdunstet, bleibt der Alaun in Krystallen im Holz und in den Wänden zurück. Wanzen verschwinden so— fort, wenn man die Wände, Bettstellen ꝛc. mit kochender Alaunlösung bestreicht und kehren nie wieder an diesen Ort zurück. Auch Fliegen halten sich in Zimmern nicht auf, deren Wände mit Kalk bestrichen sind, in dem Alaun beige— mengt war. Einen nachtheiligen Einfluß auf die Gesundheit des Menschen hat Alaun nicht. Gekochtes Futter für Schweine. Ueber den Einfluß der Fütterung der Schweine mit gekochtem Futter auf die Ouali— tät des Fleisches macht der bekannte englische Züchter von Vollblutschweinen, Spencer, sol— gende Mittheilungen: Einige der größten Speck— und Schinkenhändler erklärten, daß die mit ge— kochtem Futter ernährten Schweine den feinsten und wohlschmeckendsten Speck und Schinken liefern. Es entsteht aber die Frage, ob die Unkosten des Kochens des Futters durch einen höheren Preis der damit gefütterten Schweine ausgeglichen werden? Die Antwort darauf ist eine verneinende, weil es keine Mittel gibt, um diesen Vorzug auf den Viehmärkten zu er— kennen. Wohl aber ist die Möglichkeit ge— geben, daß die großen Schlachter unmittelbar bei den Landwirthen die vorzüglich ernährten Schweine auswählen. Als bestes Futter für die Mästung der Schweine wird die Milch mit einem Zusatz von Gerste und Kartoffeln empfohlen, weil dadurch das zarteste und wohl— schmeckendste Fleisch und Fett erzeugt wird. Bei dem Steigen der Milchproduktion und deren Verarbeitung mittelst des Separators wird der Absatz der abgerahmten Milch immer schwieriger und es bleibt oft nichts übrig, als die Verfütterung derselben mit den Schweinen. Die Consumenten kennen die Vorzüge des auf diese Art gewonnenen Schweirnefleisches und werden sich nicht sträͤuben, einen angemessenen Preis für diese bessere Waare zu zahlen. Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 23., Mittwoch den 24., Donnerstag den 25., Freitag den 26., Samstag den 27.: Der Courier des Czaaren. Außer Abonnement. Große Preise. Schausplielbhaus. Bis inel. 27. Juli 1889 bleibt das Schauspielhaus geschlossen. Literarisches. Daheim Nr. 42 enthält: Die weiße Dame von Blumeck.(Forts.)— Zärtliche Puppenmütter. Bild.— In Spanten. VII. Reisebrief von Wilh. Thiele. Kaiser Wilhelm II. und die Marine. Von R Werner. Mit 4 Illustr.— Aus den Werkstätten der Goldschmiedekunst. Pforzbeim. II. Schluß.— Sprüche. Von Fr. Schanz. — Das Erdbeben von Basel.— 3 Beilagen. Geld⸗Cours. Frankfurt am 20. Juli 1889. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20-Frankenstücke 1 29 do. 1 92 16. 28 16. Englische Sovereigns 20. 39 20. 34 Russische Imperiales. 16. 73 16. 69 Ducaten.. 9. 63 9. 58 „bare, 9. 68 9. 63 Doll rs in Golde. 4. 19 116 Buxkin und Kammgarne für Herren⸗ und Knaben⸗Kleider, reine Wolle, nadelfertig, circa 140 em breit à Mark 2.35 per Meter, versenden direkt an Private in einzelnen Metern, sowie ganzen Stücken portofrei in's Haus Buxkin- Fabrik- Depot Oettinger& Co., Frankfurt a. M. Muster unserer reichhaltigen Collektionen bereitwilligst franco 765 PEP ̃—ͤvmꝑe,ö Zur gefl Beuchtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate ꝛc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. Ueber Inserate, bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Expedition zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriese sind, soweit keine bestimmten gegentbeiligen Abmachungen getroffen wurden, in der Expedition abzuholen. Die Expedition des Oberhess. Anzeigers. Submission. Die bei Regulirung der Usa in der Gemarkung Fauerbach b. Fr. vorkommenden Erd⸗, Transport⸗ und Befestigungs arbeiten, veranschlagt zu 60 0 Mark, sollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Pläne, Kostenüberschlag und Submissions bedingungen liegen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einsicht offen, woselbst auch Offerten bis zum 27. d. Mts., Vor mittags 12 Uhr, einzureichen sind. Friedberg den 17. Juli 1889. Zörb II., 2709 Bezitksbauauffeher. Submission. Die zur Erbauung eines Wohnhauses für L. Stern Erben zu Ober⸗ Rosbach erforderlichen Arbeiten und Matertallieferungen, nämlich: Mauxrerarbeit, veranschlagt zu 285 M., Steinhauerarbeit 80.„ Zimmerarbeit 437„ Dachdeckerarbeit 1900„ Schreinerarbeit 28 Schlosserarbeit 89 Glaserarbeit 1 Weißbinderarbelt 199 Liefern von Mauersteinen 120„ 7„ Russensteinen 240„ 75„ Sand 100„ 2 hydr. Kalk 2 5„ Weißkalk„ 5„ Sandsteinplatten 29 55„ Tuffsteinen 28 sollen auf dem Submissions wege vergeben werden. Plan, Kostenüberschlag und Bedingungen liegen auf dem Büreau Großh. Bürgermeisterei Ober Rosbach zur Einsicht offen, woselbst auch die Offerten bis zum 26. d. M., Mittags 12 Uhr, einzureichen sind. Friedberg den 20. Juli 1889. J. A.: 2737 L. Stern. Ein Lehrling mit guter Schulbildung für mein Colonfalwaaren-Geschäft sofort gesucht. Fr. Wagner, vorm. Theis& Müäller. Ausverkauf. Wegen Geschäfts-Aufgabe verkaufen wir sämmtliche Manufactur-Waaren, um schnell damit zu räumen, zu und unter Einkaufspreisen. 2514 Gebrüder Strauß. Ueue hol. Vollhüringe 2628 empfiehlt Bernbeck. 0 I ce? U port-Ote. r Deutschen Cognac 210 2 8 Koln a. HRh., Sabierring 55, 1 bei gleicher Güte bedeutend billiger 9 als französischer. 6 2 Man verlange stets Flaschen- Etiquettes mit unserer Firma. 5— Directer Verkehr nur mit Wiederverkäufern. Niederlage ber J. A. Windecker in Friedberg. Ein kraͤftiger Junge, welcher die Metzgerei erlernen will, kann sofort eintreten bel Metzgermeister Fritz Klein 2690 in Butzbach. Fatenbenagli fer Helbe-& eanachplafen Stein. Töpfe in allen Größen, durch Waggonbezug zu ermäßigten Preisen bei 2553 Georg Gross. Ein einstöckiges Haus mit Mansarde in der Johannesstraße in Bad Nauheim ist zu verkaufen. 2736 L. Schier. Strohhüte⸗ u. Sonnenschirme, Filzhüte und Regenschirme, Shlipse, Stöcke und Lederwaaten werden 5 zu jedem Preis ausverkauft. Fritz Schmidt, gaisersr. Da ich Strohhüte, Sonnenschirme, Spazierstöcke, Cigarren, Cigaretten, Spitzen, Handschuhe, Hemden, Taschentücher in meinem zukünftigen Laden nicht mehr führe, so mache meine verehrl. Kunden und Wiederverkäufer auf den günstigen Einkauf aufmerksam. 2677 Schuhwaaren in großer Auswahl gut und billig bei 2515 Louis Waas. Liebig's Heist. Extrukt 2742 empfiehlt 75 Windecker. Opel⸗ Führräder sind zu haben in der Niederlage von 2743 Ph. Dan. ümmich. Seiden⸗ und Filzhüte, Kappen, Negenschirme, Tpazierstöcke, Hals⸗ binden, engl. Gummiwäsche und Hosenträger empfiehlt in großer Auswahl bllligst 2557 C. Kalbfleisch. Kinderwagen N41 billig bei Carl Damm, Usagasse. Gegen Vaarzahlung Ein großer Tischtücher, 3 Posten per Stück M. 1.50, per ½ Ditzd. M. 8.50. 2511 M. Netscher. Want Neuanlagen von Blitzableitern. Bei zuverlässigster Ausführung billigste Preise. 1903 triedrich Fuendeling. Friedberg i. H. Mechaniker und Optiker. Erntetücher, Wa gentücher 9 allen Größen 2701 G. Schulhof. 100 Wimpelfahnen, 1,20 breit, 5 m lang, in allen deutschen Landesfarben, einmal gebraucht, billig zu verkaufen oder zu verleiben. Muster franco zur Ansicht.(F. à 159 7.) 2788 S. Kaiser, Gutenbergsplatz, Mainz. eee eee 255 bei 80 Walle Arten von Speisen und Backwerk billig und gut zuzubereiten.— Nebst einem 76 N Anhang vom Einmachen der Früchte.— 19. unveränderte Auflage mit einem Stahl⸗ 1 r stich. 80. Fein geb. in englische Leinwand 2 Mark 50 Pf. 5 Der Verkauf von 100,000 Exemplaren in kurzer Zeit ist wohl der beste Beweis seiner anerkannten Brauchbarkeit. Zur Feier des Abschieds des nach Wimpfen versez 51 Herrn Oberamtsrichters Süffert sindet Donnerslag 25. l. Mts., Abends 8 Uhr, ein Essen im biesigen Casig saale statt. Sollte einzelnen Herren die Einzeichnungz liste nicht zugehen, so ersucht man dieselben, ihre etwolg Betheiligung spätestens dis Mittwoch Vormittag bet Kasinodiener anzumelden. Dr. Braden, Herzberger, Jöckel, 274 Kreisrath. Amtsrichter. Rechtsanwalt. Frankfurter Bier. Hiermit theile ich den Einwohnern Friedbergs mt daß ich im Hause der Frau Stöppler ein Flaschendier geschäft errichtet babe und bitte um geneigten Zusprucz Geyer. andgasse Nr. 447. Zur Beachtung. Unterzeichneter empfiehlt sich im Anlegen und Unter halten von Gräbern, sowie Famtlienbegräbnissen 20 Friedhofes und wird prompte Bedienung 10 9 2 2 dun. 3 Für Beglesen der Blumen während des Sommers wirt getref pünktliche Sorge getragen. Jährlicher Preis eines Grabes 1 Mark, Fomilienbegräbnisse 3 Mark. Achtungs voll 2739 Friedrich Jakobi. Ipitzen, Krausch. Perlichus, Perlbesatz, Sammt, Plüsche, Velvet, Moiré, Atlas, zu Kleiderverzterungen geeignet, empfiehlt in schöner Aus- wahl billigst 1 J. Keim. neben der der Pofl. Perl- Kaffee, roh per Pfund M. 1.40, 2731 bei Fr. Waaner. Heinr. Dielil, Usagasse, empfiehlt: Corsetten, Handschuhe, schwarze und fardige Schürzen, Taschentücher, Strümpfe, Kragen u. Binden, 2675 Barben, Spitzen ꝛc. ꝛc. 2 Stets die billigsten Preise. Volksbildungs-Verein. Aus der Bibliothek, die sowohl unterhaltende, wie belehrende Schriften umfasst, können Mittwochs zwischen 1 u. 2 Uhr im Lesezimmer von Jedermann Bücher unent- geltlich entliehen werden. Ein Verzeichniss der Bücher befindet sich im Lese- zimmer. 506 5 Schmuck fachen, g,. cler. Fournier Stuhlsi itze G. M. Reuss. Wein⸗„Etiquettes in über 100 Sorten von 35 Pf. per 100 Stück an bis zu den elegantesten vorräthig bei Carl Bindernagel, — 8 von 85 Pf. an das Stück = Corf etten bis zu den feinsten empfiehlt J. Keim, vorm. K. Friedrich, neben der Post. In Karl Köhler's Verlag in D Darmstadt ist erschienen und in der Buchhandlung von Carl Bindernagel in Friedberg und Bad-Nauheim zu haben: Supp, Gemül und Kleisch. Ein Kochbuch für bürgerliche Haus haltungen oder leichtverständliche Anweisung Die Neuherstellung unserer Maschine wird nunmehr bestimmt von Freitag den 26. Abends bis Montag den 29. Juli Abends stattfinden und deßhalb die Nummer des Anzeigers vom 30. Juli ausfallen müssen. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. an di Munist. nachstel Gauskit Jukel, Otoßbe fache si uche sohn 2 and d gehe chen Itentt Aaschar Gesegze Anträg Aird d der b Ihren währe in all Ezerzit gelegen Acpflch Wuff, ort Wage,