dehember 0 1889. Werschu 10 80, ö sieserauten in Hochelegante 4200 beck. 5 1889. Donnerstag den 12. Dezember. N 147. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Die regelmäßigen Ergänzungswahlen der Mitglieder des Gemeinderaths. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. l Wir beauftragen Sie, in den ersten Tagen des Januar 1890 die neugewählten Gemeinderathsmitglieder in einer Sitzung des Gemeinde— raths in Pflicht zu nehmen und hierüber bis 10. k. Mts. an uns Bericht zu erstatten. Friedberg den 10. Dezember 1889. Dr. Braden. Deutsches Reich. Darmstadt, 10. Dec. Der Großherzog reist heute nachmittag nach England ab, der Erbgroßherzog ist gestern abend nach Leipzig zu— rückgekehrt, die Prinzessin Heinrich von Preußen ist über Mailand nach Korfu abgereist. — 8. December. Der gestern Abend dem Kaiser dargebrachte Fackelzug gestaltete sich zu einer wahrhaft großartigen Ovation. An dem— selben waren 3000 Fackelträger betheiligt. Be— sonders glanzvoll war der Aufzug der Studiren— den der Technischen Hochschule und unter diesen sser, og Gtoß. 9 vor 11 Uhr traf die Spitze desselben über —, en darbrachten. (prämint stellung) empfehlt idt, e 0 3 Beihnacl ine u. Pilbale Usagase- ade, lle 5 ike!n agnel. 1 1 dem Exercierplatz. wieder derjenige der Corps und farbentragenden Verbindungen. Der Abmaisch des Zuges erfolgte um ½10 Uhr von der Soderstraße aus. Kurz die Parforcebrücke in dem Schloßhofe ein, woselbst der Kaiser und die Großherzogliche Familie von den Fenstern der von dem Kaiser bewohnten Gemächer den nahezu ¼ Stunden dauernden flotten Vorbeimarsch des Zuges durch den Glocken— hof besichtigten. Den Schluß bildeten die activen Sänger verschiedener Gesangvereine, einige hundert Mann, welche unter Leitung des Musik⸗ directors Senff im Schloßhofe eine Serenade Nachdem der Kaiser heute früh den Gottesdienst besucht und die Kaserne inspieirt hatte, fand um 1 Uhr im Neuen Palais Familien⸗ tafel statt. Zur Theilnahme an derselben waren auch der Landgraf und die Landgräfin von Hessen, sowie Landgraf Alexis von Hessen einge— troffen. Nachmittags 3 Uhr erfolgte mittelst Exirazuges die Abfahrt nach Worms. Mit dem Kaiser fuhren der Großherzog, der Erbgroßherzog und die Prinzen Heinrich und Wilhelm. Die Ankunft in Rosengarten erfolgte um 4 Uhr. Hier war die Ehrencompagnie aufgestellt und fand die Begrüßung der Allerhöchsten Herr⸗ schaften durch die behördlichen Vertreter statt. Daselbst erfolgte auch die Ueberreichung einer Begrüßungsadresse und eines Lorbeerktanzes durch die Arbeiter. Alsdann fuhren die Herrschaften über die Rheinbrücke nach Worms. Beim Er⸗ reichen des diesseitigen Ufers begann das Geläute der Glocken von sämmtlichen Thürmen der Stadt. Der Kaiserliche Zug passirte die mit den Spalier bildenden Vereinen, Schüler u. s. w. besetzten Straßen und nahm seinen Weg nach dem Festhaus. Hier erfolgte die Begrüßung des Kaisers durch Oberbürgermeister Küchler im Beisein der Beigeordneten und Stadtverordneten. Sodann fand die Festvorstellung statt. Bei der Abfahrt erfolgte die bengalische Beleuchtung des Domes, der Dreifaltigkeits- und der Liebfrauen— kirche und die electrische Beleuchtung des Luther⸗ denkmals.— 9. Dec. Heute früh 6 Uhr ließ der Kaiser durch einen Adjutanten von der Haupt⸗ wwache aus die Garnison alarmiren. Die Truppen waren sehr rasch zur Stelle. Von den Officieren war der Erbgroßherzog wohl am ersten am Platze. Der Kaiser ritt nach der Alarmirung zur Kaserne und 59915 die e findli ompagnien person Stelle befindlichen Um 5 Truppen wieder in die Stadt ein. Der Kaiser ritt zwischen dem Großherzog und dem Erbgroß— herzog an der Spitze des Leibgarderegiments. Die Abreise des Kaisers nach Frankfurt erfolgte heute Nachmittag um 12 Uhr 30 Min. Berlin, 10. Dec. Der Kaiser ist heute Morgen 9 Uhr 23 Min. auf der Station Wild— park eingetroffen und hat sich direct nach dem Neuen Palais in Potsdam begeben. — Dem Bundesrathe und dem Reichstage sind Actenstücke, betreffend die deutschen Schweine⸗ Einfuhrverbote vom 29. November 1887 und 14. Juli 1889, und die westlichen Viehsperren gegen Deutschland zugegangen. Berlin, 9. Dee. Der Reichstag setzte heute die zweite Berathung des Etats beim Etat der Zölle und Verbrauchssteuern fort. Beim Titel„Tabaksteuer“ weist Schatzseeretär v. Maltzahn die Behauptung zurück, daß die angeblich drückende Lage des deutschen Tabakbaus eine Folge der geltenden Steuergesetzgebung sey, stellt übrigens eine eingehende Erwägung der gewünschten Steuerherabsetzung in Aussicht und wetst gegenüber dem Vorwurf der Fiskalität darauf hin, das die Einnahmen aus dem Tabak einen nicht unwesentlichen Theil der gesetzlichen Grundlagen der Reichsfinanzen bilden. Der Titel„Tabaksteuer“ wird sodann bewilligt. Belm Titel „Zuckersteuer“, welcher gleichfalls bewilligt wird, äußert der Schatzseeretär v. Maltzahn, ob eine neue Londoner Conferenz stattfinden und mit der Zuckersteuer sich be⸗ schäftigen werde, dürfte spätestens im kommenden Sommer enschieden werden. Beim Titel„Branntweinsteuer“ erklärt der Schatzsecretär, das Wohl der kleineren Brennereien werde von den Regierungen und den Reichs behörden dauernd im Auge behalten; das von Chrtsten angezogene Regulativ über Steuerfreiheit des Branntweins sei Sache des Bundesrathes.— 10. Dec. Bei Berathung des Post— und Telegraphenetats begründet Baumbach seine theils auf Porto⸗Ermäßigung, theils auf Erhöhung der Bezüge der Postunterbeamten gerichtete Anträge. Die Anträge Baum— bachs betreffs des höheren Meistgewichts für gewöhnliche Briefe und Ermäßigung des Drucksachenportos wurden abgelehnt. Elberfeld, 10. Dec. In der heutigen Verhandlung des Socialistenprozesses bekannte der Angeklagte Röttinghoff, daß in Barmen eine geheime Organisation bestanden habe, die in drei Clubs eingetheilt war und deren Vertrauensmann und Correspondent er selbst gewesen. Die Or— ganisation befaßte sich mit der Verbreitung des „Socialdemokrat,“ sowie mit der Sammlung und Versendung der Gelder nach Zürich unter einer Deckadresse, worüber die Quittung im Briefkasten des genannten Blattes unter dem Schichwort „Rothfärber“ erfolgte. Frankfurt, 9. Dec. Heute Mittag 1 Uhr kam Kaiser Wilhelm hier an. Am Eingang zur neuen Kaiserstraße, welche nunmehr mit vollem Recht diesen Namen führen wird, da Kaiser Wilhelm II. der erste war, der die Straße passirte, erhob sich ein mächtiger Triumphbogen, an dessen Herstellung die hervorragendsten Künstler gearbeitet haben. Ein zweiter erhob sich auf dem Roßmarkt, mit einem Baldachin überdeckt. Alle Straßen, die der Kaiser passirte, waren pracht⸗ voll geschmückt. Den eigentlichen Glanzpunkt der festlichen Veranstaltungen zu Ehren des Kaisers bildete der große Saal des Palmengartens, dessen Ausschmückungsgegenstände nach dem Bericht eines Reporters für 800,000 Mk. gegen Feuers— gefahr auf die Dauer von zwei Tagen versichert waren. Der Kaiser empfing im Bahnhof als— bald die Spitzen der Civil- und Militärbehörden, Hech aus. schritt die Front der auf dem Bahnsteig aufge— stellten Ehrencompagnie ab und begrüßte sodann die Landgräfin von Hessen im Fürstenzimmer. Hierauf fuhr der Kaiser in die Stadt, von der auf Straßen und Plätzen harrenden dichtge— drängten Menschenmenge begeistert begrüßt. Als er bei der ersten Ehrenpforte ankam, wurde er von Oberbürgermeister Miquel Namens der Stadt in herzlichen Worten begrüßt. Der Kaiser dankte. Dann erfolgte unter unendlichem Zuruf die Fahrt durch die Stadt am Dom vorüuͤber nach dem Markt, wo der Kaiser den Willkommtrunk der Metzger entgegennahm. Um 1 Uhr 40 erschien der Kaiser im Römer. Dort hatten im Kaiser— saale die Stadtverordneten und der Magistrat Aufstellung genommen. Die Hellebardiere, wie zu Zeiten der freien Stadt Frankfurt in scharlach— rothem Rocke, präsentirten. Der Kaiser erschien mit Gefolge, begleitet vom Oberbürgermeister Miquel. Der Kaiser trat auf den Balcon. Die prächtig geschmückten Häuser, welche den Platz vor dem Römer, der von einer tausendköpfigen Menge gefüllt war, umgeben, gewährten einen außerordentlich freundlichen Anblick. Als die Menge des Kaisers ansichtig wurde, brach sie in ein donnerndes sich weithin fortpflanzendes Nach längerem Verweilen im Römer fuhr der Kaiser nach der Post und von da nach kurzem Aufenthalt über die Zeil und Kaiserstraße nach dem Hafen, wo er mit Interesse die An— lagen besichtigte. Die Ankunft im Palmengarten erfolgte kurz vor halb 6 Uhr. Bei der Tafel saß der Kaiser zwischen dem Landgrafen von Hessen und dem Prinzen Bernhard von Weimar, gegenüber saß Oberbürgermeister Miquel. Letz— terer brachte den Toast auf den Kaiser aus, der Kaiser toastete auf Miquel und die Stadt Frankfurt. Nach der Tafel besichtigte der Kaiser das Palmenhaus, und fuhr dann durch die glän— zend illuminirten Straßen nach der Post zurück und hierauf in das herrlich geschmückte Opern— haus. Der Kaiser sah hier den 1. Akt der Oper „Lohengrin“, hielt im Foyer Cercle und unter— hielt sich mit verschiedenen Damen. Kurz vor 11 Uhr verließ der Kaiser das Theater und fuhr zum Bahnhof, woselbst die gesammte Garnison aufgestellt war die im Parademarsch defilirte. Der Kaiser bestieg den Salonwagen, verabschie— dete sich von Miquel, den er beauftragte, der Einwohnerschaft besten Dank auszusprechen, und unter brausenden Hurrahrufen setzte sich der Zug in Bewegung. Chemnitz, 9. Dec. In den hiesigen 25 Färbereien ist ein Streik ausgebrochen; nur zehn Procent der Arbeiter arbeiten. 1500 der Streiken⸗ den verlangen 33½ Procent Lohnerhöhung. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 10. Dez. Im Abdeordnetenhause legte die Regierung einen Gesetzentwurf betr. die Herstellung eines zweiten Geleises auf den Bahnstrecken Krakau-Przemysl und Przemysl-Lemberg der Galizischen Karl— Ludwigsbahn vor. Schweiz. Bern. Die Bundesversammlung wählte zum Bundespräsidenten für 1890 Ruchonnet (Waadt), radical, mit 149 von 154 Stimmen, zum Vicepräsidenten Welti(Aargau), liberal— conservativ, mit 144 von 152 Stimmen. Italien. Rom. Der König und die Königin begeben sich vor Weihnachten zum Besuche der Kaiserin Friedrich nach Neapel. Türkei. Constantinopel. Der Ferman, betr. Kreta, ist jetzt veröffentlicht und enthält elf Para— graphen. Die wichtigsten derselben sind folgende: Die Dauer der Verwaltungsperiode eines Gouver— neurs ist unbeschränkt. Die Mitgliederzahl der Nationalversammlung wird auf 57 verringert, davon sind 35 Christen und 22 Muselmanen. Die Mitglieder der Versammlung werden zu je fünf in den einzelnen Gemeinden gewählt. Die Versammlung tritt in der Hauptstadt Candia zusammen. Die Gendarmerie, welche bisher nur aus Eingeborenen bestand, soll künftig auch unter den Bewohnern anderer Provinzen des Reiches rekrutirt werden, jedoch sollen die Ein— geborenen nicht ausgeschlossen sein. Das aus dem Zehnten hervorgehende Einkommen soll unter den Bewohnern der Dörfer verpachtet werden nach einem Durchschnitts-Einkommen von sechs Jahren, und zwar von drei fruchtbaren und drei weniger fruchtbaren Jahren. Serbien. Belgrad. Der Ministerrath be— schloß die Lösung des Vertrages mit der Anglo— bank und die Uebernahme des Salzmonopols in Staatsregie. Bulgarien. Sofia, 10. Dez. Die Sobranje genehmigte mit großer Majorität den Vertrag, betr. eine Anleihe von 30 Millionen, nachdem Stambuloff dem Oppositionsmitgliede Kitant— scheff gegenüber erklärt hatte, die Cotirung der Anleihe im Auslande sei ein Beweis des Ver— trauens in die Zahlungsfähigkeit Bulgariens. Afrika. Sansibar. Emin Pascha befindet sich besser, nur der anhaltende Ausfluß einer wässerigen Materie aus dem Ohr verursacht Besorgniß. — Große Besorgnisse erregte hier der Um— stand, daß der bekannte britische Generalconsul Oberst Smith nicht in Bagamoyo eingetroffen ist, wohin er an Bord seines Privatdampfers bereits am Montag von Sansibar zum Empfang Stanley's und Emin's abgefahren ist. Der Dampfer wurde von später nachfolgenden Schiffen nicht gesehen, und die englische Regierung hat die Kanonenboote des ostafrikanischen Geschwaders angewiesen, den vermißten Dampfer zu suchen. In Sansibar hegt man ernste Befürchtungen, daß derselbe gekentert ist. Aus Stadt und Land. x. y. Friedberg. Der Vorsitzende des hiesigen Volksbildungsvereins hatte in seinem sehr anerkennens⸗ und dankenswerthen Bestreben, Vorträge aus möglichst vielen Gebieten des Wissens halten zu lassen, für dies mal den Reallehrer Dr. Stroman veranlaßt, über einen Stoff aus der Chemie zu sprechen. Dieser Aufgabe ent ledigte sich derselbe in voriger Woche, indem er an der Hand extrakt ausgeführter und gut ausgewählter Experi— mente in klarer, anschaulicher, präeiser und gemeinfaß licher Weise zunächst darlegte, daß ohne Sauerstoff eine Verbrennung unmöglich sei. Es würde über den Rahmen eines Referats hinausgehen, wollten wir aus dem weiteren alles Mittheilenswerthe hier verzeichnen. Doch, da der Vortrag als Einleitung für einen zweiten nach Neujahr zu haltenden dienen soll, wollen wir in Kurze das Schlußergebniß des Abends ziehen. Redner zeigte, daß zur Verbrennung Sauerstoff, wie bereits bemerkt, nöthig set; daß in reinem Sauerstoffe die Verbrennung viel lebhafter vor sich gehe als in dem stark mit Stickstoff verdünnten Sauerstoff der atmosphärlschen Luft; daß Wasser aus zwei Gasen zusammengesetzt sei, dem die Verbrennung unterhaltenden, nicht brennbaren Sauerstoff aus dem brennbaren Wasserstoff und daß bei Verbrennung des Wasserstoffs wieder Wasser entstehe, und zog hieraus den Schluß, daß jede Verbrennung als Vereinigung des betreffenden Körpers mit dem Sauerstoff der Luft anzu sehen sei. Schließlich entwickelte Redner noch den Begriff einer chemischen Verbindung, zeigte, daß dieselben Grund— stoffe in mehrfacher Weise Verbindungen eingehen, die ihrerseits wieder sehr verschiedene Eigenschaften haben und daß Zucker, Holz und Steinkohle aus denselben Grundstoffen, nämlich Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasser stoff zusammengesetzt sind. Reicher Beifall belohnte den Redner am Schlusse seines Vortrags für die viele Arbeit und Zeit, die er den Vorbereitungen seines Vortrags, besonders den Versuchen widmen mußte. Dieser Beifall veranlaßt ihn hoffentlich, außer dem bereits für kurz nach Neujahr angekündigten Vortrag, in welchem die chemischen Vorgänge bei der Gasfabrikatton besprochen werden sollen, uns noch weitere genußreiche Abende zu bieten. § Friedberg, 8. Dee. Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß der Gesangverein Frohsinn sich entschlossen hat, nun auch passide Mitglieder aufzunehmen; gibt er uns dadurch doch Gelegenheit an seinen herrlichen Ver— anstaltungen theilzunehmen und sein schönes Streben zu unterstützen. Der starke, den Trapp'schen Saal voll— ständig füllende Besuch der Abendunterhaltung am letzten Samstag gab Zeugniß von dem Anklang, den diese Neue⸗ rung in den besseren Kreisen gefunden und von der großen Beliebtheit, welche sich der Verein erfreut. Das mannig— faltige Programm, in welchem prächtige Chöre mit reizen— den Quartetten, heiteren Sololiedern, Instrumentalvor— trägen und theatralischen Aufführungen wechselten, wurde in gelungenster Weise durchgeführt und fand allgemeinen Beifall. Die ganze Veranstaltung lieferte den Beweis von der Tüchtigkeit und den Eifer des Dirigenten L. Marguth, wie auch von der Freudigkeit und dem Fleiße der Mitglieder. Bad⸗ Nauheim. Auf Anregung unseres Geistlichen, Pfarrer Walz, hat sich ein„Frauenverein der Gustav— Adolf Styftung“ dahier gebildet. Wissels heim. In der Nacht vom 8. auf 9. Dee. ist ein Handarbeiter, der bei der Heimkehr von einer Branntweinzecherei in die Wetter gerathen war, ertrunken. 2 Vilbel, 8. Dee. Gestern brach ein 13jähriger Knabe beim Schlittschuhlaufen auf dem noch sebr dünnen Eis der Nidda ein und ertrank. Die sofort energisch angestellten Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Die bedauernswerthe Familie verlor vor 3 Jahren schon einen 13jährigen Knaben, derselbe war in einen Brunnen gestürzt und ebenfalls ertrunken. 2 Vilbel. Zum Vorsitzenden der Bezirkskrankenkasse für Vilbel und Umgegend wurde Kreisbote Herget dahier durch Acclamation gewählt. Gießen, 9. Dee. Schwurgerichtsverhandlung gegen H. A. Hill von Ohmes wegen Meineids und H. Freidhof von da, wegen Anstiftung. In Anbetracht des Geständ⸗ nisses des Hill war dessen Schuld zweifellos, bezüglich des Freidhof konnten sich die Geschworenen jedoch von einer Schuld des selben nicht überzeugen, weshalb sie das Nichtschuldig aussprachen. Hill erhielt eine Zuchthaus⸗ strafe von 2 Jahren, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren, sowie den Verlust der Fähigkeit, je wieder als Zeuge oder Sachverständiger ver⸗ nommen werden zu können. Allerlei. Wien, 9. Dec. Heute früh zwischen 6 und 7 Uhr wurden in Dalmatien, Bosnien und der Herzegowina ziemlich heftige Erderschütterungen von verschiedener, theil⸗ weise längerer Dauer wahrgenommen. Wien. Der Volksdichter Anzengruber, der erst kürz⸗ lich seinen 50. Geburtstag feierte, ist infolge eines Ab⸗ cesses in der Hüftengegend, der wiederholt operirt werden mußte, gestorben. Rom, 8. Dee. Gegen 6 Uhr früh wurden in Neapel, Urbino, Ancona, Agnone, Cbieti, Monte Saraceno und Torre Mileto mehr oder minder heftige Erdstöße verspürt. Rom, 8. Dee. In Lodi wurde nach 6 Uhr Morgens ein länger andauerndes Erdbeben beobachtet, auch in Tarent zeigte sich um 6 Uhr 18 Minuten Morgens eine etwa 10 Sekunden währende Erschütterung mit der Rich⸗ von Ost nach West. Es ist kein Unglücksfall vorgekommen. Singapore. Der Dampfer„Duburg“ wurde auf dem Wege von bier nach Hongkong mit 400 Passagieren an Bord vom Cyclonsturm erfaßt und ist untergegangen. Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 14. Dezember. Beginn: Freitag Abend 3 Uhr 45 Min. Samstag Morgen 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittag 3 Uhr 15 Min. Sabbathausgang 4 Uhr 50 Min. Wochengottes dienst von Sonntag den 15. Dezember an Morgens 7 Uhr, Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Dienstag den 17. Dezember, Abends 35 Uhr: Be⸗ ginn des Chanukafesles. Prämtirt in dem vorjährigen großen internationalen Wettstreit zu Brüssel wurden nur Fay's äehte So⸗ dener Mineral Pastillen. Dieselben führen alle Apotheken und Droguen handlungen. Preis 85 Pf. Ihre schleimlösende Wirkung bei Catarrhen ist ebenso bekannt wie ihr wohlthätiger Einfluß auf den Magen. 4472 Glaäubiger-Aufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nach laß der verstorbenen Wittwe des Melchtor Reitz, Elisabetha von Steinfurth, sind binnen 8 Tagen bei dem unter— fertigten Amtsgericht anzumelden, wenn sie bei der Re— gultrung des Nachlasses berücksichtigt werden sollen. Bad⸗Nauhelm den 7. Dezember 1889. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. 4455 Schütz. Holzversteigerung. Freitag den 13. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen mehrere Haufen Ausputzholz und ea. 15 Stück abgängige Obstbäume versteigert werden. Zusammenkunft am Rathhaustreppchen. Friedberg den 9. Dezember 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 4465 Steinhäußer. Taco A 1 Faselochs-Versteigerung. Freitag den 13. Dezember l. I,, Nachmittags 1 Ubr, soll ein der hiesigen Gemeinde zustehender schlachtbarer Faselochs öffentlich meistbietend auf Großherzoglichem Bürgermeisterelbureau dahter versteigert werden. Zugleich beabsichtigt die hiesige Gemeinde, einen Fasel— ochsen, etwa zweljährig, anzukaufen, und wollen sich bierauf reflektirende Besitzer solcher Thiere bei dem Unterzeichneten bis zum 14. l. Mts. melden. Bruchenbrücken den 10. Dezember 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Bruchenbrückeu. Wagner 4479 Sämmtliche Sorten gute Strickwolle in allen Farben zu sehr billigen Preisen empfiehlt 4457 J. Emanuel Vergebung von Chaussirstein— Lieferungen und Arbeiten. Zur Herstellung einer Zufuhrstraße auf der Baustelle für die Zellenstrafanstalt werden vergeben: Wandsteinlief.(33 ebm), Grundsteinlief.(255 ebm), Decksteinlief.(100 ebm), Steinsetzerarbeit(388 ebw), Steinschlägerarbeit(10 ebm), Chaussirarbeit 1512 qm), Erdarbeit(1037 ebm), Maurerarbeit an zwei Durch— lässen. Angebote werden schriftlich, verschlossen, auf dem Briefumschlag als solche gekennzeichnet und portofrei bis zum 16. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, erbeten und können für jeden beliebigen Theil der Arbeiten und Liefe— rungen gestellt werden. Butzbach den 6. Dezember 1889. Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach. 4437 v. Riefel. Holzversteigerung. Montag den 16. 1. Mts. kommen im Gemeindewald Nieder-⸗Ros bach, Distrikt Wasserdöll, folgende Holzsorten zur öffentlichen Versteigerung: 55 Stück Eichenstämme von 15—40 Centimeter Durch messer, 16,43 Festmeter Inhalt, 33„ Fichtenstämme von 1535 Centimeter Durch— messer, 14— 20 Meter Länge, 40,12 Festmeter Inhalt, 68 Raummeter Buchen- Scheiter, 10 N Eichen Scheiter, 1599 2 Buchen⸗Knüppel, 14 4 Eichen Knüppel, 32 1 Buchen⸗Stöcke, 14 8 Eichen Stöcke, 20 8 Nadel⸗Stöcke, 1406 Stück Buchen-, 550„ Eichen; und 750„ Nadel Wellen. Anfang und Zusammenkunft der Versteigerung Vor mittags 10 Ubr im Holzschlag, zunächst dem Steinbruch. Nieder Rosbach den 9. Dezember 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Ros bach. 447 Groh. rische Rosen, veilchen, Maiblumen etc. stets vorrätbig, desgl. künflliche Blumenkörbchen, reizen⸗ des Weihnachtsgeschenk, im Blumengeschäft von 442⁵ H. Bergner. Hoflieferant. Ammonin, vorzüglichstes Waschmittel bei größter Seifenersparniß. 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Nieder-Mörlen den 4. Dezember 1889. Der Vorst and des Nieder-Mörler Spar- und Creditvereins (Eingetragene Genossenschaft) Kremer, Bürgermeister. Peter Jacob Möbs III. Schaupp. Heinrich Möbs VI. 4402 lechte Hamburger Leder-Hosen empfiehlt S. Hirschhorn. 1 Aalienische Haselnüsse, Maronen, Nastanien W Wilhelm Fertsch. Ein zwesspänniges 55 Chaisengeschirr, Schul tanzen, Touristentaschen, Damentaschen und Reise⸗ koffer zu haben bei Karl Hieronimus, 4393 135 4466 4413 4427 PPP Apfelgelée, Marmelade, Bienenhonig, Syrup, empfiehlt 4411 F. Weihl. Weiße Damast⸗ und Hausmacher Handtücherdrelle von 28 Pf. an per Meter in schöner Auswahl bei 4459 Julius Emanuel. Durch günstigen Abschluß kann ich bei umgehender Bestellung noch 11 Loose für 10 Mark liefern. Porto und Gewinnliste 20 Pfennig. (H. 317840.) 4464 Weimar⸗Loose cneemlan 50,000 m. W. f. 1 Mark, 2. Ebeling, Cassel, 3 Friedrichsplatz 3. Wirthschastseröffnung und Empfehlung. Geehrtem Publikum von Friedberg und Umgegend die ergebene Mittheilung, daß ich am Sonntag den 15. Dezember 1889 die Wirthschaft und Nestauration„Zum Saalbau“, Ecke der Bismarckstraße und Promenadenweg, eröffnen werde. Ich werde stets bestrebt sein meine Gäste mit Speisen und Getränke in jeder Weise zufrieden zu stellen und theile zu gleicher Zeit mit, daß ich einen einfachen Mittagstisch zu 60 Pf. und einen besseren zu 1 M. einführen werde. Sodann empfehle ich noch meinen mit allen Bequemlichkeiten hergerichteten großen Saal mit sestgebauter Theaterbühne zur Abhaltung von Bällen, Concerten, Hochzeiten, Theater u. s. w., sowie ein großes Vereinszimmer für Vereine zur gefl. Benutzung. Um geneigten Zuspruch bittet Hochachtungsvoll Heiurieh Geibel, Restaurateur Zum Saalbau Friedberg. empfiehlt Pelzwaaren C.Kalbgcisch, Kürschner. 4361 Großer Weihnachts- Ausverkauf. Um der werthen Kundschaft Gelegenheit zu bieten auch in diesem Jahre praktische und billige Weihnachtsgeschenke zu kaufen, so halte ich, so lange der Vorrath in diesen Artikeln reicht, einen Ausverkauf in Herren- und Damenhemden, weißen und farbigen Unter⸗ hosen, Unter jacken, Normalhemden, Bettjacken, Unterröcken, Kaputzen, Hosenträgern, Corsetten, Handtüchern, Tischtüchern, Betttüchern, Bettvorlagen, Taschentüchern, Kragen, Spitzen, Schürzen, Tischdecken u. s. w. Der größte Theil der Waare stammt noch aus der Cort'schen Concursmasse und wird um gänzlich damit zu räumen zu sehr billigem Preise verkauft. Der Ausverkauf befindet sich eine Stiege hoch, verkauft wird nur gegen Baarzahlung, Nichtpassendes wird umgetauscht. Achtungsvoll FFC VI. 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Die Liste zum Einzeichnen ist durch Herrn Rausch in Circulation gesetzt und bitte ich alle diejenigen Herren, welche an dem Festessen Theil nehmen wollen, sich in die Liste einzuzeichnen. Hochachtungsvoll 4483 Heinrich Geibel, Restaurateur Ball- und Winterhandschuhe zu billigsten Preisen n 4475 J. steim. 25 ? Friedrichsdorfer Westen und Wämse sind in Prima⸗Waare frisch eingetroffen und empfiehlt zu billigsten Preisen. 4320 Heinr. Diehl, Usagasse. 1152 Negenschirme Glortaseide von 4 M. an la Halbseide 6 M.„ Kinder⸗Negenschtrme 4478 bei Fritz Schmidt. Frische Schellsische, Kabliau, Labberdan 4488 bei Nillieim Fertsch. Frische Schellfische, Seifen, und Parfüms aller Art und lade zum Besuch meiner Weihnachts-Ausstellung freundlichst ein. E. F. Schleuning. 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Berlin Postetats wi höhung der entsprechende wiesen. Das Bei Titel 6 d. grundstücks 1 n Frankfurt Mark 535,5 Aussetung j Budget⸗Com beschlossen 1 genehmigt. 5 v. Stephan W würd ie Telephe klassifizieren ö leichmäßiger leitet. Die der Rest de 19 0 17 erheblscher D der Geistlicher wurde der trllrungs 971 gese Kiel, mandant Der. in am 14. die