b 1889. Dienstag den 10. Dezember. M 146. Oberhessischer Anzeiger. 3 Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch 5. 1 f; 1 Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, und Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg. e siag Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzei ördli frei i N. 5 5— blok zeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Ann 1 60 0 auswärtigen Einsendern(loweit Letztere nicht Jahres conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets 15 Poft ee 5 5——. 1 penftleiqe, 9 1 11 ö Betreffend: Taxen der praktischen Thierärzte. ee Friedberg den 6. Dezember 1889 3 4 N Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. ber 5 e mit Gro einer Bescheinigung eine Vergütung von 70 Pf. zu beanspruchen. Für öffentlichen Kenntniß Dienstleistungen in öffentlichem Interesse ist immer die Minimaltaxe in . 1 Anwendung zu bringen. welchen die praktischen Im Wohnorte kann der praktische Veterinär-Arzt bei Aus- östellun stellung einer Bescheinigung 70 Pf. für diese und 60 Pf. für den Besuch in Anrechnung bringen, zusammen 1 M. 30 Pf. vorm. alt, 5 r betreffend Maß⸗ Auf einer Reise kann nur einmal Tagegeld und Transportkosten 5, 6 regeln gegen die Verbreitung der Maul⸗ und Klauenseuche, verlangten berechnet werden, wenn hierbei auch mehrere Orte besucht werden. lifts, 1 Zeugnisse: a Wird der praktische Veterinär-Arzt von mehreren Viebbesitzern len Bei Verwendung der praktischen Veterinär⸗Aerzte als Stell- gemeinschaftlich an einen Ort berufen, so haben diese die Tagegelder Schnucsn 1 vertreter der Kreis⸗Veterinär⸗Aerzte, haben dieselben auch die Gebühren[und Transportkosten gemeinschaftlich zu bezahlen, und jeder die Vergüͤ— n ud ain hu wie die Kreis⸗Veterinär-Aerzte zu beanspruchen. 8 tung für die Bescheinigung. 1 A. Tagegelder: 1) bei Entfernungen bis 1½ Stunden 2 M. Werden bei einem Eigenthümer mehrere Thiere besichtigt und für 1 20 Pf., 2) bei Entfernungen von 1½ Stunden und mehr 4 M. 40 Pf. diese eine gemeinschaftliche Bescheinigung ausgestellt, dann kann auch nur B, Transportkosten: 1) wenn die Entfernung über ½ Stunde einmal die Gebühr für die Bescheinigung berechnet werden. bis zu 2 Stunden beträgt 2 M. 57 Pf., 2) ist die Entfernung Der Kreis-Veterinär-Arzt kann keine Transportkosten, auch f 1 2 Stunden und mehr 3 M. 43 Pf. nicht für einen Besuch im Wohnorte, berechnen. Wr 1 Außerdem hat der praktische Veterinär-Arzt für die Ausstellung Dr. Braden. Ae Betreffend: Mehrfache Strafverfolgung einer und derselben That. Friedberg den 7. Dezember 1889. Zernbeck. ö Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und das Polizei-Commissariat Wickstadt. „1 Da es wiederholt vorgekommen ist, daß von Bediensteten der Ortspolizei und von Gendarmen wegen derselben Uebertretung Straf— äisser anzeige erhoben wurde, oder daß Gendarmen einen Vorgang, welcher unter verschiedene strafrechtliche Bestimmungen fällt, z. B. als Körperver— 1 00 1 letzung und als Ruhestörung, gleichzeitig bei den verschiedenen zuständigen Behördeu zur Anzeige gebracht haben, und daß in der Folge von den 6 5 Guß Gerichten mehrfache Bestrafungen einer und derselben Handlung ausgesprochen worden sind, so hat Großherzogliches Ministerium des Innern 12500 und der Justiz durch Entschließung vom 19. November J. J. zu Nr. M. J. 28532 das Nachstetzende bestimmt: „ Bei Erhebung einer Strafanzeige haben sich die Gendarmen jedesmal vorher bei der Ortspolizeibehörde zu erkundigen, ob nicht wegen derselben That bereits von den Organen der Ortspolizei Anzeige erhoben ist. Bejahenden Falls ist dies in der Anzeige, sofern dieselbe über— i ö haupt noch abgegeben wird, unter der Angabe, wann, von wem und an welcher Stelle die frühere Anzeige erhoben wurde, zu bemerken. Von 15 Waas⸗ der Erhebung jeder Strafanzeige haben die Gendarmen der Orspolizeibehörde Kenntniß zu geben, damit diese in der Lage ist, eine etwa wegen * desselben Vorgangs nachträglich von den Ortspolizeibediensteten erhobene Anzeige zurückzubehalten. 2 Werden wegen eines und desselben, verschiedenen Strafbestimmungen unterliegenden Vorfalls gleichzeitig Anzeigen bei verschiedenen Be— üidchel, hörden erhoben, so ist in jeder Anzeige anzugeben, daß und an welche Behörde die andere Anzeige abgegeben worden ist. Sie wollen ihre Polizeibediensteten darnach angemessen bedeuten und die Beobachtung dieser Vorschriften genau überwachen. eit gründig dn Dr. Braden. indernagel Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzogliche Gendarmerie des Kreises. „ Wir machen Sie auf vorstehendes Ausschreiben an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises aufmerksam und empfehlen K S Ihnen sorgfältige Beobachtung der darin gegebenen ci, Dr. Braden. unt and Betreffend: Näude der Schafe von Bad⸗Nauheim und Steinfurth. Bek anntmachung. ai 9 Die Räude unter den ee 1880. und Steinfurth ist durch Abschlachtung eee ee e sagose 1 Ir ra den 9. Dezember 1889. roßherzogliche Kreisamt Friedberg: nl, Mak 9 Friedberg d Dr. Braden. 0— N r act emarkung Rodheim. B E k n t, m a ch u n 9. lnger, lei, 19 des Feldbereinigungsgesetzes vom 28. September 1887 fordere ich hiermit nochmals die betheiligten Grundbe⸗ K b ims⸗ und sonstigen Rechtsverhaältnisse in den öffentlichen Büchern, insoweit dieselben den bestehenden Verhaͤlt— 800 5 icht mehr alb einer Frist von drei Monaten bei dem zuständigen Gerichte berichtigen oder ergänzen zu lassen. E 5 ic f sondere an diejenigen, welche Grundstücke im Bereinigungsbezirk erworben, aber den Erwerb noch nicht alender 1 kön 5 chniss 5 een, Grundstücke nur na 5 1 1 5 Herember 1889. Der Vollzugs Commissär. . Dr. Wallau. „„ ee e 3 2 „ e 7 Russensteinmacher von Poppenhausen, Sohn der Marie Anna Ruhr, ist von Großherzoglichem Amtsgericht Friedberg lagen!%, Steckbrief. Gegen e 10 der Nacht vom 3. auf den 4. November l. J. einen seinem Mitarbeiter Ferdinand Betz aus Pfaffenrod gehörigen „ nterm 4. Dezember. Dt dr 6 Mark aus der Arbeiterschlafstube der Ulrich'schen Russensteinfabrik weggenommen zu haben, Haftbefehl erlassen worden. Es wird schwarzen Tuchrock im Werthe 5 lt dem etwa vorgefundenen Rocke Großherzoglichem Amtsgerichte Friedberg vorführen und sofort Nachricht anher gelangen zu lassen. rsucht, den ꝛc. Ruhr zu verhaf 175 egen den Dienstknecht Louis Born auch Louis Seidenzahl genannt. Der von mir wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgte Rubrikat 0 Nachtrag a deer ls Seidenzahl und ist gebürtig aus Dippach im Großherzogthum Sachsen-Weimar, führt jedoch meistens den ihm nicht zukommen⸗ leißt mit dem richtigen Na 3 i 3 Namen Louis Born. n Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Heinrich Klein, umherziehender Korbmacher von der Kröge bei Battenberg, zur Zeit angeblich 0 Personen, bezüglich den Kremer, Schäfer oder Schafhändler von Ulmbach, Kreis Schlüchtern. Der Großherzogliche Amtsanwalt— 4 beschäftigt, und N 88 Krämer. 1 15 Weg rlenberg den 5. Dezember 1889. * 1 0 5 Neich Wagen zur Bahn, um den Kaiser abzuholen.] auf beide Wangen. Auf dem Perron hatten 11 Deutsche⸗ Gegen 39 Uhr] Der kaiserliche Extrazug traf pünktlich 9 Uhr sich zum Empfange die Generalität, das gesammte Darmstadt, 6. Dec.. überall en⸗ ein. Die Begrüßung war eine äußerst herzliche, Officiercorps und die Spitzen der Staatsbehörden leute morgen fuhr der Eosfenem dierspännigen Kaiser und Großherzog küßten sich wiederholt! eingefunden. Als dem Kaiser das Gefolge vor— N 2 usiastisch begrüßt, gestellt und derselbe die Leib-Compagnie abge⸗ schritten, bestieg er, durch das Fürstenzimmer schreitend, nebst den Großherzog dem bereitstehen— den Viererzug. Im zweiten Wagen saßen der Erbgroßherzog und Prinz Heinrich. Vieltausend— stimmiges Hurrah, das sich bis zum Residenz⸗ schlosse fortpflanzte, empfing die Allerhöchsten Herrschaften. Alle Glocken läuteten, die Kanonen donnerten vom Exercierplatz aus dazwischen. An der Ehrenpforte am Rheinthor hatten sich die städtischen Behörden postiert und wurde der Kaiser von Oberbürgermeister Ohly mit einer Ansprache begrüßt, auf welche der Kaiser huld— vollst dankte. Dann wurde die Fahrt durch die aufs prächtigste geschmückte Stadt fortgesetzt. Vor und hinter dem kaiserlichen Wagen ritt je eine Escadron Dragoner. Vom Rheinthor bis zum Schloß bildeten die Studirenden der Technischen Hochschule in vollem Wichs, die Schüler der höheren Schulen, sowie eine große Zahl von Vereinen und Innungen, alle mit ihren Fahnen, ein geschlossenes Spalier. Alle Fenster waren dicht besetzt und eine kolossale Menschenmenge hatte sich zu beiden Seiten der Straße aufge— stellt. Ununterbrochen ertönten die Hurrahrufe, während der Kaiser nach allen Seiten grüßte. Der ganze Einzug bot ein prächtiges Schauspiel. Gegen 10 Uhr fuhren die Herrschaften sodann zur Jagd nach dem Kranichsteiner Park und bei dieser Gelegenheit nahm der Kaiser die Parade der Kriegervereine ab. Es waren 310 Vereine mit 7000 Mann erschienen. Vor der Infanterie— kaserne brachten der Oberst und das Offizier— corps des Leibgarderegiments ihre Huldigung dar. Außer den Kriegervereinen bildeten noch die Schützen und einige andere Vereine Spalier bis zum Jägerthor. Vor letzterem wurde dem Kaiser eine waidmännische Huldigung dargebracht, indem von Balkonen Jagdfanfaren und der Jägerchor aus dem„Freischütz“ den hohen Jägern entgegentönten. Auf dem ganzen Wege wurde der Kaiser von jubelnden Hurrahrufen begrüßt. Im Kranichsteiner Wildpark fanden sodann zwei Treiben und nach dem Frühstück im Jagdschloß ein drittes Treiben statt. Hierauf erfolgte die Rückfahrt nach Darmstadt, woselbst um 5 Uhr großh. Hoftafel war. Die Stadt war von Fremden überfüllt. Die Illumination verlief großartig, besonders herrlich präsentitte sich der in einem wahren Lichtmeer erstrahlende Louisen— platz. Der Kaiser wurde auf der Fahrt zum Theater von der die Straßen füllenden tausend— köpfigen Volksmenge mit Jubelrufen begrüßt. — 7. Dec. Heute früh fuhren der Kaiser und der Großherzog mit den anderen Herrschaften und dem Jagdgefolge um ½ 10 Uhr mit Sonder— zug der Hessischen Ludwigsbahn nach Groß-Gerau, woselbst im Wildpark eine Treibjagd vorwiegend auf Damwild stattfand. Die Rückkehr erfolgte um 4 Uhr. Zu der großen Tafel, welche Nach— mittags 5 Uhr im Kaisersaal des Großh. Schlosses stattfand, waren die Spitzen der militärischen, staatlichen und communalen Behörden geladen. Den Toast auf den Kaiser brachte der Groß— herzog mit folgenden Worten aus:„Gestatten Ew. Majestät, meinen Dank und meine Freude auszusprechen, Sie hier begrüßen zu können, wo Sie so oft als lieber Verwandter in Meiner Familie geweilt haben. Mein ganzes Hessen— land theilt diese Freude und ist glücklich, daß ihm Gelegenheit geboten wird, seinen Gefühlen der Treue und Anhänglichkeit an Kaiser und Reich Ausdruck zu geben. Wenn es auch draußen kalt ist, so schlagen doch unsere Herzen warm, in dem Wunsche, daß es Ew. Majestät vergönnt sei, Deulschland lange und mit Segen zu regieren, daß es sich im Frieden nach Innen und Außen entwickele. Lassen Sie unsere Liebe und Ver— ehrung Ausdruck geben in dem Rufe: Se. Maje— stät, der Kaiser, lebe hoch!“— Der Kaiser erwiederte, daß er als junger Prinz wie ein Kind im Hause des Landesherrn aufgenommen gewesen sei. Wie im Bois de la Eusse ein eherner Löwe die Erinnerung an die Thaten der hessischen Diwision im großen Kriege 1870/71 wach halte, so hoffe er auf gleiche Theilnahme Galerie Gejohle, vermischt mit den Rufen:„Dummer des ganzen hessischen Volkes unter Führung seines Landesherrn im Falle der Gefahr.— 8. Dec. Der Kaiser nahm beute an dem Vor⸗ mittagsgottesdienste in der Stadtkirche Theil; die Predigt hielt Superintendent Dr. Sell. Vor dem Gottesdienst besuchten der Kaiser und der Großherzog das Mausoleum auf der Rosenhöhe. Nach dem Gottesdienst besichtigte der Kaiser die Cosinos und die Speiseanstalten des 2. großh. Dragoner-Regiments Nr. 24 und des großh. Feld⸗Artillerie-Regiments Nr. 25. Nachmittags erfolgt die Reise nach Worms, woselbst die Herrschaften dem Festspiele anwohnen werden. Worms hat prachtvoll und großartig geschmückt. — Ein Extrablatt der„Darmstädter Zeitung“ veröffentlicht ein Telegramm Stanley's an den Deutschen Kaiser, das letzterer in Kranichstein erhielt. Stanley zeigt darin seine Ankunft in Sansibar an, wohin ihn und die Seinigen die Dampfer„Sperber“ und„Schwalbe“ überge— führt haben. Stanley erinnert sich dankbar der Gastfreundschaft in Potsdam im Jahre 1885 und schließt:„Lange lebe der edle Kaiser Wilhelm II. — Der Gerichtsvollzieher Müller in Zwingen— berg und der Gerichtsvollzieher Lang in Bingen wurden entlassen. Berlin, 6. Dec. Reichstag. Bei der dritten Berathung des Bankgesetzes wurde von Mirbach ein neuer Antrag eingebracht, dahin lautend, daß die Gesammtdividende der Antheils— eigner auf 5 statt auf 6 PCt. festzusetzen sei. Nach längerer Debatte wurde der Antrag mit 126 gegen 98 Stimmen abgelehnt. Die Regie— rungs-Vorlage wurde sodann unverändert ange— nommen. — Wie die Münchner„Allg. Ztg.“ aus gut unterrichteter Quelle erfährt, ist von den in letzter Zeit verbreiteten Gerüchten über eine bevorstehende Familienverbindung zwischen dem deutschen und russischen Kaiserhause sowohl in Berliner wie Petersburger maßgebenden Kreisen nichts bekannt. Wilhelmshaven, 6. Dec. S. M. Aviso „Pfeil“, Comm. Corv.-Cap. Dräger, ist, von der ostafrikanischen Küste kommend, heute wieder hier eingelaufen. Essen, 7. Dec. Der Vorstand des berg— baulichen Vereins beschloß laut der„Rhein. westf. Zeitung“ die Zechen aufzufordern, etwaige wegen Nichtannahme von Arbeitern getroffene Maßregeln aufzuheben. Die Essener Zechen haben sich dem Beschlusse bereits unterworfen. Straßburg, 6. Dec. Der Statthalter hat sich heute zu einem kurzen Aufenthalt nach Berlin begeben. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest, 7. Dec. Das Unterhaus nahm die Rekruten-Contingents— vorlage an, Minister Fejervary stellte für das nächste Jahr einen Bericht über die Freiwilligen— Institution in Aussicht. Schweiz. Bern. Der Nationalrath be— willigte für die Herstellung von 150,000 Repetier— gewehren nach dem Modell Schmid nebst der dazu gehörigen Munition 17½ Millionen. Belgien. Brüssel, 6. Dec. Gestern Abend zog eine große Menschenmenge unter Absingen der Marseillaise vor den Königspalast. Die Polizei trat jedoch dazwischen und verhinderte die gegen den König gerichtete Kundgebung. In der Kammer richtete heute bei der Fortsetzung der Debatte über die Interpellation Bara der Abg. Janson heftige Angriffe gegen den Minister Devolder. Letzterer nannte Janson einen Lügner. Der Präsident versuchte vergeblich zu vermitteln, Devolder hielt seine Aeußerung aufrecht. Die Sitzung verlief unerhört stürmisch. Der liberale Abgeordnete Thiriar rief dem klerikalen Depu— tirten Eeman, welcher den Redner Janson fort— während unterbrach, die Worte zu:„Schweigen Sie, Circus-Clown!“ Das Publikum auf der begann hierauf ein unbeschreibliches Maul!“ August, halt' s Unter dem größten Tumult wurde die Sitzung geschlossen.— 7. Dec. In der heutigen Debatte über die Interpellation Bara vertheidigte Jacobs(Rechte) den Minister Devolder. Der Minister des Innern protestiert gegen alle Verläumdungeu; Janson und Bara kommen auf ihre gestrigen Reden zurück. Die Kammmer beschließt mit 76 gegen 34 Stimmen den Uebergang zur Tagesordnung. — 7. Dec. Der König erhielt heute eine Depesche ans Sansibar, wonach in dem Befinden Emin Pascha's eine erhebliche Besserung einge⸗ treten ist. Großbritannien. London, 6. Dee. Sechstausend Arbeiter der South Metropolitan⸗ Gasgesellschaft kündigten für nächsten Mittwoch einen Massenausstand an, falls die Verwaltung nicht das mit den nichtunionistischen Arbeitern getroffene Abkommen rückgängig macht. Manchester, 7. Dec. In Folge eines Aus⸗ standes der Heizer in den Gasanstalten blieben viele Fabriken hier und in der Vorstadt Salford ohne Beleuchtung; die Arbeit ist unterbrochen. Die Bewohner der meisten Privathäuser sind ge— nöthigt, Oellampen und Kerzen zu benutzen. Die Störung in der Beleuchtung ist durch dichten Nebel noch beträchtlich vermehrt. Portugal. Lissabon, 7. Dec. Der Dampfer „Alagoas“ ist unter der alten Flagge Brasiliens mit dem Kaiserpaar und dessen Familie und Ge— folge heute Morgen hier eingelaufen. Die Reisenden verließen alsbald das Schiff. Italien. Rom. Die„Agencia Stefani“ meldet aus Massauah: Deschak, Leyum, Daschak und Selohat, Häuptlinge der Provinz Agame, welchen sich zwei Banden Eingeborener unter Capitän Bellini angeschlossen haben, brachten am 2. Dec. Mangascha und Ras Alula eine vollständige Niederlage bei. Die feindliche Streit⸗ macht der Provinz Tigre ist nunmehr vernichtet. Ausführlicher Bericht ist noch zu erwarten. Afrika. Sansibar, 5. Dec. Major Wiß⸗ mann traf gestern Stanley, Emin Pascha und Casati jenseits des Kinghaniflusses; dieselben trafen heute früh zu Pferde in Bagamoyo ein, wo sie enthusiastisch empfangen wurden. Die ganze Stadt war mit Palmenblättern geschmückt. Emin Pascha ist in Folge seiner Kurzsichtigkeit in Bagamoyo aus einem zwanzig Fuß hohen Fenster gestürzt und schwer verwundet. Sein Zustand ist höchst bedenklich. Dr. Parke von der Expedition Stanley's hofft ihn zu retten. Aus Stadt und Land. st. Bad⸗Nauheim. Der große Teich ist spiegelglatt gefroren und trägt überall. Schlittschuhläufer seien hier⸗ auf aufmerksam gemacht. Gießen. Montag den 9. December, Vormittags 9 Uhr, hat das Schwurgericht sich diesmal nur mit einem Falle zu befassen. Anklage: gegen Georg Adam Hill von Ohmes, wegen Meinelds, und Heinrich Freidhof von da, wegen Anstiftung. Staatsanwalt Jockel, Vertheidiger Labroisse und Lauer. Allerlei. Hanau. Das landgräfliche alte Schloß, das von der Stadt angekauft worden ist, wird in einen geräumigen Saalbau zur Veranstaltung von Coneerten u. s. w. um⸗ gewandelt werden. m. München. Das General Comité des landwirth⸗ schaftlichen Vereines in Bayern hat bei der Feler des Central⸗Landwirthschafts-Festes 1889 die große silberne Medaille den Fabriken landwirthschaftlicher Maschinen von Ph. Mayfarth& Co., in Frankfurt, Berlin und Wien zuerkannt. Diese Auszeichnung gewinnt um so höhere Bedeutung, als sie die einzige Auszeichnung bildet, welche seitens des General-Comités an Fabtiken land⸗ wirthschaftlicher Maschinen verliehen wurde, obwohl auch andere hervorragende Fabriken des Reiches mit großen Ausstellungs⸗Colleetionen erschlenen waren. London. Wie verlautet, genehmigte die Regierung die Vermehrung der Londoner Polizeimacht um kausend Mann Eine zunehmende Wandlung des Geschmacks der Weinfreunde vollzieht sich gleichmäßig in allen Theilen Deutschlands zu Gunsten der vorsichtig und unter Controle der königl. italienischen Regierungs beamten impor⸗ tirten italienischen Weine. Man beginnt es zu schätzen, daß man sicher sein kann, in den Kellereien und Nieder⸗ lagen der unter den Auspieien der kgl. ital. Regierung in's Leben getretenen Deutsch Italienischen Wein⸗Import⸗ Gesellschaft wirklich die Weine vorzufinden, deren ber⸗ vorragende Eigenschaften man wohl schon rühmen hörte. Der Gleichwerth so mancher von der Gesellschaft impor— tirten Tafel⸗Weine mit kostspieligeren Bordeaux Weinen macht sich bei den Kennern bemerkbar. Das alte Vor urtheil, als fände man in Itaien nur geringere Wluths'⸗ * e eee, Ser —— n ·—— 5 — 12111—— 95 ge elnez gu stalten 5 stadt Oak unterbrochen thäuser sud z, benuzen. Ii dul dichten ö Der Dani agge Bnusllez amilie und ge. gelaufen. De Schif. sencia Stall zehum, ahl rovinz Aga, geborener une aben, brachte das Alula an eindliche Stiel mehr vernicht erwarten. Major ß Jin Paschm nnd D sses; dieschin Bagamoyo el, wurden, Dee ttern geschnü t Kurzsichigtel zig Fuß ble rwundet. Sil Dr. Parke bon ihn zu nel. —— and dach pl ubläufet süen n nber, Bum mal nut mie kan org Mun il 50f Freidbof vun d. iel, Basingt — , dab ll, Schloß dab 5 einen rü erten u. J. E. 0 g des lande 1 der ell 0 die gtoßt 1 0 stlicher pie furt Neill 0 gewinn 110 100 fung Faul 10 1 0 ren, 9 beau mach „ Bekanntmachung. baus weine und veredelte Liqueurweine, als wären die geistigeren Sorten nur als Verschnittweine brauchbar und was dergl. traditsonelle Redensarten sind, treten zurück bei der Selbstprobung, zu welcher reichhaltige und billige Probekisten der Deutsch-Italtenischen Wein Import⸗Gesell⸗ schaft die bequemste Gelegenheit bieten. Assortirte Probe kisten, die sich auch zu Festgeschenkeu vorzüglich eignen und zwar Nr 1 4 Flaschen Vino da Pasto, 1 Flasche Chianti à M. 10/ vecchio, 1 Flasche Adriatico superiore. Nr. 2 1 Fl Nalvasia, 1 Fl. Marsala, 1 Fl. Moscato, 2 M. 20 1 Flasche Amarena, 1 Flasche Moscato spumante, 1 Flasche Vermouth. 4 Fl. Vino da Pasto, 1 Fl. Chianti vecchio, Nr. Fl. Obianti extra vecchio, 1 Fl. Adriatico supe- . 25 Priore, 1 Fl. Lacrimae Christi rosso, 1 Fl. Capri bianco, 1 Fl. Moscato, 1 Fl. Marsala, 1 Fl. Vermouth nebst Preiscourant können von mir gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages bezogen werden und verstehen sich die Preise für dieselben inel. Glas, Kiste und Verpackung. Die dunkelrothen und goldgelben Rebensäfte Italiens sind, in's Crystallglas eingeschenkt, Zierde der feinsten Tafel und bekommen dem Magen ausgezeichnet. Das Aroma der sorgsam gekelterten und eingelagerten Tafel- und Luxus weine hat seines Gleichen bet den Weinen anderer Reben pflanzender Länder Europas kaum, was aber die eigentlichen Süßweine betrifft, so ist es eine bekannte Thatsache, daß viele, wenn nicht die meisten unter anderen Ursprungsnamen in den Handel kommen- den Stärkungsweine aus Süd-Italien stammen. Deuisch— lands Weinkenner werden diesen Umstand mehr und mehr gewahr und kaufen die guten, sehr preiswürdigen, durch Staatscontrole garantirt reinen Süß resp. Stärkungs— weine der Deutsch Italtenischen Wein-Import Gesellschaft 4438(3796) Friedrich Mohr, Frankfurt a. 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Es wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht mit dem Anfügen, daß Pläne und Beschreibung der An⸗ lage auf unserem Bureau 14 Tage lang, von dem Er scheinen dieses Blattes an gerechnet, zur Einsicht offen liegen und daß Einwendungen binnen gleicher Frist bei Meldung des Ausschlusses bei uns vorgebracht werden müssen. Friedberg den 18. November 1889. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 4407 Dr. Braden. Bekanntmachung. Mittwoch den 11. d. Mts., Vormittags 10 Uhr werden bei der Kunstwärterwohnung am Gradirbau 2: 30 Haufen Holz und 7 Haufen alte Dornen loosweise öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung ver steigert. 35 Bad⸗Nauheilm am 7. Dezember 1889. N Großherzogliches Salinen- und Bergamt Bad⸗Nauheim. 4454 Jäger. 5— 5— Versteigerungs-Anzeige. Donnerstag den 12. Dezember 1889 Vormittags von 912 Uhr an, versteigere ich an der Semler'schen Fabrik zu Bad⸗Nauheim zwangsweise gegen Baar ahlung: l 18 10 O Centner Steinkohlen, ca. 300 Flaschen mit Magnesia, 1 großen Arbeitstisch. f Hieran anschließend im R. Langsdorff— Eingang Kur⸗ 1 zweithürigen Kleiderschrank, 12 wertbvolle Oelgemälde, 1 goldene Taschen Uhr mit goldener Kette, 7 Bände Chemie von Muspratt, 3 Bände Handels wissenschaft, a 4 Bände latein., b. Fri Dezember 1889. Friedberg den 9 f 8 Großb. Gerichtsvollzieher. Saale der Restauration und Karlsstraße: 4444 .. Berolina-Säemaschine, asche machen er weben en forit Weil Jus. Vergebung von Chaussirstein— Lieferungen und Arbeiten. Zur Herstellung einer Zufuhrstraße auf der Baustelle füt die Zellenstrafanstalt werden vergeben: Wandsteinlief.(33 ebm), Grundsteinlief.(255 ebm), Decksteinlief.(100 ebm), Steinsetzerarbeit(388 ebm), Steinschlägerarbeit(10 cbm), Chaussirarbeit 1512 qm), Erdarbeit(1037 cbm), Maurerarbeit an zwei Durch— lässen. Angebote werden schriftlich, verschlossen, auf dem Briefumschlag als solche gekennzeichnet und portofrei bis zum 16. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, erbeten und können für jeden beliebigen Theil der Arbeiten und Liefe— rungen gestellt werden. Buß bach den 6. Dezember 1889. Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach. 4437 v. Rlefel. Versteigerung. Mittwoch den 11. und Donnerstag den 12. Dezember d. J., von Vormittags 912 Uhr an, soll in der Hof— raithe der Friedrich Kuch Wittwe zu Eichen das zur Kuch'schen Conkursmasse gehörende Inventar gegen gleich baare Zahlung verkauft werden. Den ersten Tag wird Heu, Stroh, Kartoffeln, Dick— wurz, 1 Mühlwagen, 2 Erntewagen, 1 Halbverdeck, Pflüͤge, Egge, Pferdegeschirr u. s. w. verkauft. Den zwelten Tag kommt Möbel, Betten, Leinenzeug, Müblengeräthe u. s. w. zum Verkauf. Eichen den 5. Dezember 1889. Der Conkursverwalter 4408 für alsbald ein braves Familie, das kochen kann und sich aller Hausarbeit unter— zieht. 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J. die Auflösung des Vereins beschlossen worden ist, werden hiermit in Gemäßheit des§ 80 des Genossenschaftsgesetzes vom 1. Mai 1889 alle Gläubiger biermit aufgefordert, ihre Forderungen bei unserem Vereins rechner bis längstens den 30. l. Mts. zur Anmeldung zu bringen. Nleder-Mörlen den 4. Dezember 1889. Der Vorst and des Nieder Mörler Spar- und Cneditvereins (Eingetragene Genossenschaft) Kremer, Bürgermeister. Peter Jacob Möbs III. Schaupp. Heinrich Möbs VI. 4402 echte Hamburger Leder-Hosen 245 enpfehnt 8. Hirsehhern Apfelgelée, Marmelade, Bienenhonig, Syrup. 4411 F. Weinl. Ein zweispänniges Chaisengeschirr, Schulranzen, Touristentaschen, Damentaschen und Reise⸗ koffer zu haben bei Karl Hieronimus, 4427 Usagasse. 3 Aalienüche Halelale. Maronen, Rastanien 44 u Wilhelm Fertsch. Linoleum Teppich besorgt und legt G. M. Reuss. Pouppenwagen Carl Damm. Usagasse. bei 4345 Briefbogen mit neuen Ansichten von Friedberg und Bad⸗Nauheim bei Carl Bindernagel in Friedberg. Hierdurch zeigen wir an, daß der Loosborrath zur bevorstehenden* beit uns wiederum gänzlich geräumt ist. (H. 317840.) Haupt⸗Zilebung der Weimar⸗Lotterie Der Vorstand der Ständigen Ausstellung in Weimar. Großer Weihnachts-Ausverkauf. Um der werthen Kundschaft Gelegenheit zu bieten auch in diesem Jahre praktische und billige e zu kaufen, so halte ich, so lange der Vorrath in diesen Artikeln reicht, einen Aus verkauf in Herren- und Damenhemden, weißen und farbigen Unter⸗ hosen, Unterjacken, Narmalhemden, Bettjacken, Unterrücken, Kaputzen, Hosenträgern, Corsetten, Handtüchern, Tischtüchern, Betttüchern, Bettvorlagen, Taschentüchern, Kragen, Spitzen, Schürzen, Tischdecken u. s. w. Der größte Theil der Waare stammt noch aus der Cort' schen Concursmasse und wird um gänzlich damit zu räumen zu sehr billigem Preise verkauft. Der Ausverkauf befindet sich eine Stiege hoch, verkauft wird nur gegen Baarzahlung, Nichtpassendes wird umgetauscht. Achtungsvoll 425 M. 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