. Richan Geld“. * Posttoneett ant bis 1 l ln inecck 2. ler er, 1 7 1888. Dienstag den 28. August. 2 101. Oberhessischer Anzeiger. und Freitag Abend ausgegeben. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch Areisblatt für den Kreis Friedberg Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. auswärtigen Einsendern Annoncen: die einspaltige 9 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., oweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von Amtlicher Theil. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Ernannt und verpflichtet wurde: Georg Blumenthal von Heldenbergen als Feldschütze. Deutsches Reich. Darmstadt. Militär-Dienst-Nachrichten. Frhr. Scheuck zu Schweinsberg, Pr. Lieut. vom 3. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 117, wurde zum überz. Hauptm.; Rühle von Lilienstern, Sek. Lieut. der Juf. 2. Aufgebots des Landwehr-Bats.- Bezirks Erbach, Metzler, Sek.⸗Lt. der Inf. 2. Aufgeb des Landw.⸗Bats.⸗Bezirks Mainz, zu Pr. Lts.; Günther, Vicewachtm. vom Landw. Bats.Bezirk Lörrach, zum Sek. Lt. der Res. des 2. Großh. Drag.⸗Regts. Nr. 24 befördert; Buff, Oberst⸗ Et. vom Magd. Füs.⸗Regt. Nr. 36, zur Disp. gestellt und zum Komm. des Landwehr-Bats. Bezirks Lörrach ernannt; Siebert, Sek-Lt. vom 4. Großh. Inf.⸗Regt. Nr. 118, der Abschied be⸗ willigt. Dr. Strein, Unterarzt vom 1. Großh. Inf.⸗Regt. Nr. 115, mit Wahrnehmung einer bei dem Regt. vakanten Assistenz⸗Arztstelle beauftragt. Jugenheim, 23. Aug. Der König von Dänemark mit Gefolge und Prinz Hans von Holstein-Glücksburg waren heute auf Schloß Heiligenberg zu Besuch. Prinz Alexander em— pfing die hohen Gäste auf dem Bahnhof in Bicken— bach; nach der Tafel trat König Christian die Rückreise nach Wiesbaden an. Berlin. Der König von Griechenland traf 5 am Samstag zu mehrtägigem Aufenthalt hier ein. . — 24. Aug. Der König von Dänemark und —— Prinz Johann trafen heute Abend auf dem An— Müller. Flete, Stide m . * 1 A E eos ülsen erk billig 10 Isagasse. Alctsamen Tes. Küng leuning— 9 blen 6011 8* 1. jubtüchel — 4 halter Bahnhof ein, woselbst eine Ehrencompagnie des zweiten Garderegiments mit der Fahne auf⸗ gestellt war. Beim Einlaufen des Zuges in— tonirte die Musik die dänische Nationalhymne. Der Kaiser und der König umarmten und küßten sich mehrmals; ebenso begrüßte ersterer den Prinzen Johann äußerst herzlich. Nach der Vor— stellung des beiderseitigen Gefolges schritten die allerhöͤchsten Herrschaften die Ehrencompagnie ab und geleitete der Kaiser den König, und Prinz Heinrich den Prinzen Johann zu den Wagen und begaben sich nach dem königlichen Schlosse.— 25. Aug. Der König von Dänemark und Prinz Johann fahren heute Nachmittag nach Potsdam zum Besuche der drei Kaiserinnen und gedenken Abends nach Wiesbaden zurückzukehren. Prinz Heinrich reist Nachts nach Kiel zurück. — Trotz aller gegentheiligen Versicherungen von officiöser Seite kann dem Fr. J. auf Grund vorzüglicher Informationen mitgetheilt werden, daß der Bündnißvertrag mit Italien formell er⸗ weitert worden ist, vorzüglich hinsichtlich der Auf— rechterhaltung des Gleichgewichts im Mittelmeere. — Die Zusammenkunft des Grafen Kalnoky mit dem Fürsten Bismarck wird demnächst in Friedrichsruh stattfinden. Der Tag ist jedoch noch nicht festgesetzt. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ sagt zu der Bemerkung der„Times“, wonach das Wieder— auftauchen des Sternes Boulanger's in Berlin unangenehm berührt haben sollte, daß dies ein vollständiger Irrthum sei. Jede französische Re— gierung, die den Frieden nicht bedrohe, sei uns recht und willkommen, und General Boulanger habe doch hinreichende Versprechungen gegeben, daß auch ihm im Interesse Frankreichs die Auf: rechterhaltung des Friedens am Herzen llege. Wir könnten mit einem boulangistischen Frank— reich ebenso gut in Eintracht leben, wie mit einem bonapartistischen. General Boulanger werde, wenn er zu gesteigertem Einfluß kaͤme, es wahrscheinlich vermeiden, eine errungene hohe Stellung den unberechenbaren Zufällen eines Krieges preiszugeben. Eine sichere Bürgschaft für die Aufrechterhaltung des Friedens könne bei der augenblicklich in Frankreich herrschenden Stimmung überhaupt keine französische Regierung geben, aber General Boulanger beunruhige uns sicherlich nicht mehr, als irgend ein anderer, und wenn er hielte, was er versprochen, wenn es ihm gelänge, Ruhe und Ordnung in Frankreich herzustellen, so würden seine Erfolge uns und ganz Europa sicherlich willkommen sein. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ gibt der fran—⸗ zösischen Presse und den„Staatsmännern der Revanche“ folgende Wahrheiten zu hoͤren:„In der französischen Presse circuliren jetzt Berichte über die Mission Munir Paschas am Berliner Hofe, wie sie eben nur so leichtgläubigen, be— züglich der anderen Völker und ihrer Politik unwissenden Lesern, wie es die franzoͤsischen sind, vorgesetzt werden können. So verbreitet„Hapas“, der Sultan beabsichtige, da Munir Pascha's⸗ Mission gescheitert sei, sein Ministerium zu ändern, und so läßt sich der„Temps“, ein in manchen Fragen verstaͤndiges Blatt aus Varna schreiben, Graf Bismarck habe sich dem türkischen Gesandten gegenüber im höchsten Grade ent— muthigend ausgesprochen und ihm gesagt, die Türkei erscheine ihm als ein gänzlich verkommenes Land, für dessen fernere Schicksale Deutschland sich nicht mehr interessiren könne; es stehe auch der Massauah-Frage theilnahmlos gegenüber und lasse Italien freie Hand, zum Schaden der Türkei zu thun und zu lassen, was ihm gefiele, ohne deu Rechtspunkt in Betracht zu ziehen. Den Franzosen würden derartige Auseinander— setzungen zwischen deutschen und türkischen Staats— mäunern sicherlich angenehm sein; aber der Wunsch, Mißtrauen zwischen Berlin und Kon— stantinopel zu erregen, sei in dem vorliegenden Falle der Vater thörichter Gedanken gewesen. Die französischen Blätter sollten an die deutsche Politik doch nicht dasselbe Maß anlegen, wie an die ihrer eigenen„Staatsmänner der Revanche“; so ungeschickte und so gewissenlose Führer der öffentlichen Meinung könnten sich bei uns nicht lange halten, und wenn ihre plumpen Erfin⸗ dungen auch französische Leser täuschen mögen, im Auslande dienten dieselben nur dazu, die gute Meinung, die man früher von der In— telligenz der Franzosen hatte, herabzumindern.“ Sonnenburg, 23. August. Der Kaiser traf mit dem Prinzen Heinrich Vormittags von zahlreicher Bevoͤlkerung enthustastisch begrüßt, hier ein. die Insignien des Johanniter-Ordens feierlichst den Commendatoren, den Ordensbeamten, den Ordens⸗Marschällen und den zu investirenden Ehrenrittern in feierlichem Zuge, welchen der Herrenmeister mit Gefolge beschloß, nach der Ordenskirche, wo der Ritterschlag erfolgte. Nach Beendigung der Ceremonie sprach der Kaiser folgende Worte:„Hier an der heiligen Stätte, wo vor fünf Jahren mein seliger Vater stand, im Sinne meines in Gott ruhenden Großvaters als Protector des Ordens, erkläre und gelobe ich, ihm als König von Preußen ein Schirmherr und Schützer zu sein, so wahr mir Gott helfe.“ Nachmittags besichtigte der Kaiser das Ordens— krankenhaus, das, wie alle Häuser der Stadt, festlich geschmückt war. Nach der Rückkehr fand ein Diner im Rittersaale statt. Prinz Albrecht brachte den Toast auf den Kaiser aus, den der— selbe mit einer Ansprache und einem Hoch auf den Herrenmeister erwiederte. Abends reiste der Kaiser nach Potsdam zurück. Kiel. Die deutsche Marine bestellte bei der Schichau'schen Werft in Elbing abermals 16 Torpedoboote. Hamburg. Die Deutschen haben Addelar an der westafrikanischen Küste besetzt, das im Nordosten von Salagha, unweit Dahometschem Gebiet belegen ist. Die besitzergreifende Streit— macht bestand aus schwarzen Soldaten, Kroo— boys und Arbeitern, unter dem Befehl von drei weißen Offizieren. Es wurde die deutsche Flagge Faüfßehißt und ein Fort gebaut, und der Ort ward Bismarckbürg* Dresden, 23. Aug. Gutem Vernehmen nach wird Kaiser Wilhelm am Montag zum Be— such des königlichen Hofes in Pillnitz eintreffen und Abends nach Berlin zurückkehren. Nürnberg, 26. Aug. Der König von Portugal ist heute mit Gefolge nach Reinhards— brunn abgereist. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Eger, 25. Aug. Die Abreise der Familie Crispi von Karlsbad war auf heute Vormittag festgesetzt. Infolge Eintreffens Kalnoky's in Eger wurde die Abfahrt auf morgen verschoben. Crispi selbst fuhr in Begleitung seiner zwei Seeretäre Vormittags nach Eger. Auf dem Bahnhofsperron erwartete Kalnoky den italienischen Minister. Die beiden Minister reichten einander die Hände und be— grüßten sich herzlich. Das auf dem Perron an⸗ wesende zahlreiche Publikum begrüßte die Minister, welche sich zu Fuß in das am Bahnhof gelegene „Hotel Welzel“ begaben, wo 6 Zimmer für die Conferenz bereit gehalten wurden. Frankreich. Paris. Das„Petit Journal“ meldet: Da das Vorhandensein zahlreicher italie— nischer Spione in Corsica constatirt sei und da sich im Mittelmeer eine große Anzahl italienischer Kriegsschiffe aufhalte, so sei ein Torpedo-Ge— schwader zur Ueberwachung der Küsten Algiers, der Inseln und des Hafens von Biserta com— mandirt worden. Nachdem dem Kaiser im Kapitelsaale überreicht worden waren, begab sich derselbe mit Italien. Rom. Nach der„Nat.⸗ Ztg.“ ist in der Massauah-Angelegenheit noch eine Note Crispi's zu erwarten, welche die Acten schließt. Serbien. Belgrad, 25. Aug. In gewissen Kreisen der hiesigen Bürgerschaft herrscht unbe— schreiblicher Enthusiasmus, weil seit gestern Abend die Nachricht cursiert, König Milan sei nach Paris abgereist, wegen Aussöhnung mit der Königin Natalle. 0 ö N 1575 17 1 N N Bulgarien. Sofia. gemeldet: Die Räuberbande, welche Binder und Laendler entführte, befindet sich noch im Gebirge auf bulgarischem Boden. Karastojanoff wurde von der Raͤuberbande freigegeben. Die Polizei Organe erhielten Auftrag, alle beschaͤftigungs— losen Individuen abzuschieben. Rußland. Petersburg, 25 Aug. Die Kai⸗ serin ist mit dem Thronfolger und der Groß— fürstin Kenia nach Gmunden abgereist. — 25. Aug. Heute wurde ein Gesetz ver— öffentlicht, wonach die zollfreie Einfuhr auslän⸗ discher Waaren in die Mündungen des Ob und des Jenissei für 1888 bis 1892 incl. gestattet wird. Die näheren Modalitäten werden von dem Finanzminister festgesetzt. Amerika. Washington. Präsident Cleve⸗ land übersandte dem Congresse eine Botschaft, welche besagt, die bedauernswerthe Ablehnung des amerikanisch⸗kanadischen Fischerei-Vertrages nöthige ihn, von dem Congresse Vollmachten zu verlangen, um entschiedene Repressalien gegen Canada zu ergreifen. Rio Janeiro, 23. August. Das Kaiserpaar ist gestern von Europa zurückgekehrt und wurde mit großem Jubel empfangen. Afrika. Durban. Die„Times“ meldet von hier vom 24. ds. das Gerücht, daß Dini— zulu und 2 seiner Befehlshaber mit einer großen Anzahl Vieh von den Boers gefangen genommen worden seien; Dinizulu und die beiden Befehls— haber seien den britischen Behörden übergeben worden. Aus Stadt und Land. s. Friedberg. Von einigen Eltern ist der Wunsch geäußert worden, es möge in der hiesigen Realschule der Nachmittagsunterricht mit dem Vormittagsunterricht zu— sammengelegt und auf den Vormittag übertragen werden, so daß die Nachmittagsstunden von 2—4 Uhr gänzlich in Wegfall kämen, und, wenn unbedingt nöthig, höchstens noch die mehr der körperlichen und geistigen Erholung dienenden Turn- und Singstunden nach 4 Uhr Nachmittags angesetzt würden. Zu diesem Behufe müßte eine geeignete Reduetion der bestehenden Lehrstunden eintreten und statt der bisher üblichen 4 Vormittagsstunden deren 5 von 8— 1 oder von 7½— 12½½ Uhr(mit entsprechend verlängerten Pausen) gehalten werden. Technisch ist dieser Plan wohl aus⸗ führbar und sein hoher Nutzen durch die Praxis der Gießener Realschule und des Gießener und Darmstädter Gymnasiums erwiesen. Doch steht seiner Ausführung die hiesige Gewohnheit entgegen, das Mittagessen schon um 12 Uhr einzunehmen. Was spricht für die Aufgabe derselben? Die Antwort ist einfach. Fallen die Nach— mittagsstunden weg, so gewinnen die Schüler eine richtige Arbeits- und richtige Erholungszeit. Nach dem Essen können sie(statt in die Schule) spazieren gehen, spielen und sich nach Herzenslust herumtummeln, und doch bleibt noch, wenn sie in freier Luft den Schulstaub gehörig ausgeathmet, genug Zeit zur Anfertigung der Schul— arbeiten übrig. Sie werden zur rechten Zeit fertig und beeinträchtigen nicht die Ruhe und den Frieden des Familienlebens durch fortwährende Klagen über die Größe der Aufgaben und die Unmöglichkeit dieselben in der gegebenen Zeit zu bewältigen, Klagen, die schließlich jedes leistungsfähige Familienglied zum Schaden des Schülers und eigenem Aerger an der Vollendung der gefaßten Aufgabe theilzunehmen zwingen. Also der Ausfall des Nachmittagsunterrichts bedeutet den Ausfall vielen häus⸗ lichen Aergers, bedeutet eine wünschenswerthe Erhöhung der Arbeits⸗ und Erholungszeit und ermöglicht den Eltern, denen so erst wieder ein wirkliches Zusammensein mit ihren Kindern geschaffen wird, eine nachhaltigere Ein— wirkung auf die Erziehung derselben, als derzeit möglich, z. B. einen gemeinsamen Spaziergang in Wald und Feld auch am Werktage, wobei das Herz aufgeht und der Mensch dem Menschen näher kommt. Tritt also der be⸗ rührte Vortheil der Zeitgewinnung schon im Sommer klar hervor, so vermehrt er sich noch im Winter. Denn bei dem Vorhandensein des Nachmittagsunterrichtes wird unserer Jugend die beste Zeit von 2—4 Uhr Nachmittags, die sie bei dem fortwährenden Aufenthalt in geheizten und meistens schlecht ventiltiten Räumen während dieser Jahreszeit, zum Genusse frischer Luft, zum Spielen und Schlittschuhlaufen ꝛc. unbedingt nöthig hat, durch die Schulstunden gänzlich geraubt. Denn, kommen die Kinder um 4 Uhr nach Hause, so ist es meist dunkel und die passende Zeit zum Aufenthalt im Freien vorüber; in Hast und Ueberstürzung werden dem scheidenden Tage noch einige Minuten abgestohlen, oder es beginnt das in moralischer Beziehung so gefährlsche Herumtreiben in der Dunkelheit. Zu all diesen Gründen, die für die Be⸗ seitigung der Nachmittagsstunden sprechen, kommt noch für die Friedberger Schule fast zwingend der Umstand in Betracht, daß von den 278 Realschülern täglich über 100 nach Hause fahren oder gehen. Wo bleibt für diese armen Jungen, die mit der Bahn meist erst um 51 oder gar 6½ñ Uhr die Stadt verlassen können, oder die stunden⸗ weilt zu Fuße laufen müssen, zumal im Winter die an⸗ gemessene Arbeitszeit? Ferner, was fangen sie in der Von Bellova wird; Zeit von 4—5½ Uhr an? Hat nicht ihr Herumtreiben auf den Straßen und am Bahnhof schon zu den schwersten Klagen Veranlassung gegeben? Große sittliche Bedenken erheben sich besonders im Winter, wo die Dunkelheit die Ausschreitung verbirgt, gegen das Weiterbestehen dieses Zustandes, der dazu noch die auswärtigen Schüler in die Wirthshäuser treibt. Das unter diesen Umständen begreifliche Nachlassen des Fleißes, sowie die vorkommen den Ausschreitungen der auswärtigen Schüler üben natür⸗ lich auf die hiesigen einen unvermeidlichen Einfluß. Wle würden aber die auswärtigen Eltern sich freuen, wenn durch das Geschenk des ausfallenden Nachmittagsunter⸗ richtes ihre Kinder der Familie sozusagen wieder geschenkt würden, von den pekunlären Vortheilen ganz abgesehen! Vorstehende Erwägungen glaubten wir unseren Mitbürgern nicht vorenthalten zu dürfen. Mögen sie dieselben, wie es hier immer üblich war, unpartelisch prüfen und wenn sie zustimmen, auch handeln! Darmstadt, 22. Aug. Im vollendeten achzigsten Lebensjahr verschled gestern der großh. Oberpostmeilster i. P. Pfaltz. Die liebenswürdigen Charakter-Eigen⸗ schaften des Verblichenen waren in den weitesten Kreisen anerkannt und werden seine zahlreichen Freunde und Ver— ehrer ihm ein treues Andenken bewahren. Lange Jahre war Pfaltz Großmeister der hessischen Freimaurerlogen und hat als solcher unendlich segens reich gewirkt. Allerlei. Luzern, 26. August. Auf der Pllatusbahn ist der Dampfwagen gestern zum ersten Male bis zum Kopf des Esel gefahren. Paris, 22. Aug. Im Losre-Departement fanden gestern Abend große Wolkenbrüche statt; die dadurch her⸗ beigeführten Ueberschwemmungen richteten große Ver⸗ heerungen an. In Giors stürzten mehrere Hauser ein; die Lokomotive eines durch den Tunnel von Giors fahrenden Zuges wurde durch einen Erdrutsch verschüttet und die Bedienung konnte nur mit Mühe gerettet werden. Der Bahnverkehr zwischen Lyon und St. Etienne ist gesperrt. Petersburg, 23. Aug. Einer Meldung aus Oren⸗ burg zufolge sind in dieser Stadt über 1000 Häuser ab⸗ gebrannt, die größtentheils von Handwerkern und Ar⸗ beitern bewohnt waren. Infolge des furchtbaren Brand⸗ unglücks finden sich gegen 10,000 Personen obdachlos. Der sogenannte Starrkrampf im Wasser. In jeder Badesaison hört man von Fällen, in welchen geübte Schwimmer, ohne durch vor⸗ hergegangene große Kraftanstrengung ermüdet zu sein, angesichts des belebten Ufers nach an⸗ scheinend spielendem Plätschern im Wasser laut⸗ los untersinken.„Ein Starrkrampf scheint die Kräfte des Unglücklichen plötzlich gelähmt zu haben“, so heißt es dann in den Berichten. Ein amerikanischer Arzt, Dr. Roche, hat die Erschei⸗ nung des plötzlichen Ertrinkens schwimmkundiger Personen seit längerer Zeit zum Gegenstande eifriger Studien gemacht und sich durch Unter⸗ suchungen an zahlreichen Ertrunkenen die Ueber⸗ zeugung verschafft, daß nicht Krampf die Ursache der plötzlichen Erlahmung aller Kräfte des Schwim⸗ mers gewesen. Schließlich gelangte Dr. Roche zum Abschluß seiner Untersuchung durch einen Zufall, der ihm um ein Haar selbst das Leben gekostet hätte. Beim Baden in einer kleinen Meeres-Bucht überkam ihn nämlich selbst das Gefühl plötzlicher Erschlaffung, er verlor die Sprache und sank unter Wasser. Nur der glück⸗ liche Umstand, daß er dem Lande nahe war, rettete ihn. Die Erklärung, welche der Doktor über diese eigenthümliche Erscheinung gibt, der die Wissenschaft bis lang vergebens nachgespürt, ist diese: der Schaum oder vielmehr der Wasser⸗ staub der kleinen Welle, welche sich beim Schwim— men an der Lippe des Badenden bricht, wird durch die Nasenlöcher eingeathmet und, mit dem Athemzug durch den Schlund gelangend, von der Luftröhre eingesogen. Er dringt hinter der Epi⸗— glottis(Zäpfchen) ein und vermeidet solcherge⸗ stalt den feinfühlenden Wärter, welchen Mutter Natur dort zum Schutz der Luftröhe gegen durch den Mund eindringende schädliche Einflüsse statio— nirt hat— und die Folge ist eine augenblick— liche Stockung sämmtlicher Respirationsorgane, ähnlich der Erscheinung, wenn ein Stückchen Brot oder irgend ein anderer fester Körper„in die verkehrte Kehle geräth“, wie die Landleute sagen. Solcher Zufall, selbst unter den günstigsten Umständen, ist sehr bedenklich, doppelt gefährlich aber, wenn eine Person sich ganz allein im Wasser befindet. Geräth das Wasser bei dem Beginn eines Athemzuges in die Luftröhre, wenn die Lungen ganz luftleer sind, so wird der Körper sogar augenblicklich untersinken; ereignet sich dies da⸗ gegen während des Athemholens, so wird der Kampf um etwas verlängert und tritt es am Schluß der Respiration ein, so mag der Körper sich immerhin eine Weile über der Oberflache! halten, doch bleibt auch in diesem Fall das Unter⸗ sinken unvermeidlich. Bemerkt man daher, daß ein Schwimmender oder Badender ungewöhnliche Bewegungen mit den Armen macht, so sollte man keinen Augenblick zögern, ihm zu Hilfe zu eilen, selbst wenn er keinen Ruf um Hilfe ausstößt. Was eine tüchtige Hausfrau werth ist. Gibt es ein herrlicheres Gefühl für den Hausvater, als wenn er nach Feierabend unter dem Birnbaum vor seinem Hause sitzt, um die müden Glieder auszuruhen und die heiße Stirn abzukühlen in der erfrischenden Abendluft? Heut hat's gegolten, sagt er zu sich selben, vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Wie manches Fuder Heu ist heute hereingekommen und was für Heu! Das riecht und duftet stun-( denweit und wenn wir noch einige Tage solches Wetter haben, ist's geschehen und gesorgt für den langen Winter. Es ist viel Mannesarbeit dabei, viele Sorge und Zorn, bis sich einer so viel verdient hat, daß er ruhig in die Zukunft schauen kann. Es ist ein herbes Ding um's verdienen und den, Kampf um's Leben, wo Jeder sein Theil haben will und die Seinen müssen's oft hören, wenn er vergrämt und übermüdet nach Hause kommt und es ihm ist, als ob er die Last nicht mehr abschütteln könnte von seinen Schultern. Da habt's ihr Weiber doch viel besser, sagt er zu seiner Hausfrau, welche ihm den Krug mit frischem Bier reicht— ihr sorgt nicht wo's herkommt und kocht und bratet den ganzen Tag, als ob man blos zum Essen und Trinken da wäre und wascht und büͤrstet und fegt das ganze Haus, als ob die Seife nichts kostete und kleidet die Kinder stets in frische Kleider, als ob sie's nicht in der nächsten Viertelstunde wieder ver⸗ schmutzten und flickt und schafft an, als ob das Geld zum Dachladen hereinfliege und ich weiß nicht, woher ich eine Mark nehme, um die Schulden zu bezahlen. Du denkst nicht daran, Hausvater, daß du da in deinem Zorne deinem Weibe die größte Lobrede gehalten hast, die du dir hättest aus⸗ denken können. Erfrischt es dich nicht bei der Arbeit, wenn du müde und hungrig bist und du weißt, daß deiner zu Hause ein guter, frischer Trunk wartet und gute, schmackhaft zubereitete Speisen und greifen deine Dienstboten nicht auch viel lustiger an, wenn sie wissen, daß für ihren Leib gut und ausreichend gesorgt ist? Daß dein Weib auch Reinlichkeit hält bei ihren Kindern, kann ich ihr auch kaum verdenken, denn ist es nicht dein Stolz, daß sie so gesund sind und gerathen? Was meinst du, wenn sie im Schmutze und in der Unreinlichkeit verkommen müßten, denn nichts trägt mehr zur Verderbniß von Leib und Seele bei und gerade so ist es mit dem Schmutz auf den Böden und an den Fenstern, denn wo der Schmutz auf den Geräthen liegen bleibt, da bleibt er auch gern im Herzen und den Gedanken liegen und du, so wenig wie ich, hast je durch eine schmutzige Scheibe ein fröhliches Gesicht schauen sehen. Daß dein Weib vollends keine Lumpen auf; kommen läßt, daͤucht mich gerade das Schönste an ihr, denn ich weiß nicht, ob lumpige Men— schen lumpige Kleider machen oder lumpige Kleider lumpige Menschen, eins aber ist gewiß, daß sie stets bei einander sind. Das ware schon recht, sagst du, wenn's wir nur so machen könnten, aber für unsere Geld beutel sind solche Haushaltungen zu kostbar, wo man's immer so blank haben will. Diesmal hast du aber gerade fehlgeschossen. 1 Meinst du etwa, zu einer gut zubereiteten Speise brauche man mehr Schmalz und Mehl und Eier, als zu einer schlechten und unverdaulichen, und die Mägen der Deinen seien von jener nicht bälder gesättigt? Meinst du vielleicht, die paar Pfund Seife, welche dein Weib mehr braucht, als ihre Nachbarin, seien theurersals die Doktor Deinem e e e M man! und hö machst Vertrat schaffst Sorge schwieri E Frei Serlen⸗ 3 1336 150 4880 55 9434 95 tember! — ä(v Fri. per Pfd Oie Butter dase per 00, 8 Stück Ochsen Fleisch Fleisch welße B Preiselb 40 Pf. 100 St. M. 12.— 100 Sti Zwetsche Hinberrt Birnen — 0 1 Wir Christ Githeilu gesucht bäude z Eschbach dungen unerslre i sit so gism An wenn f 51 verkommt — Verderb de se ist ed ensten u liegt „ Herzen 1 a Heen e wenig wie. tin fröhliche tnt Lumpen 2 das Schock 40 lumpige A lump! i ger! * *. 1 dder f 7 5 b e und Apotheker-Rechnungen, welche diese jedes Jahr bezahlen muß? 5 Daß du vollends gar des Glaubens bist, lumpige Kleider seien billiger als geflickte, machst du mir nicht weis, denn du bist eifrig bemüht, den kleinsten Schaden auszubessern, den Wind und Wetter an deinen Gebäuden anrichten, damit nicht ein großer daraus entstehe und was glaubst du erst, was der gute Humor werth ist, die Arbeitslust und Zufriedenheit, welche in einem solchen Hause herrschen? Drum ist dirs auch nicht so ernst gewesen mit deinen Vorwürfen und jetzt, da du einen guten Imbiß verzehrt hast, scheinen dir auch die Sorgen nicht so groß, denn ein großer Theil des Unmuthes kommt aus dem leeren Magen, und wenn sie auch groß sind, so ist doch dein Muth noch größer und du lässest die Sorgen nur kommen, du wirst schon fertig damit; für heute ist's herum und morgen wirst du wieder mit neuem Muthe beginnen. Wem verdankst du aber diesen Muth, als dem Wohlsein und der Zufriedenheit, der Reinlichkeit und Gedeihlich— keit in deinem Hause— mit einem Worte deinem Weib. Mit einem häuslichen Weibe kann man nicht verderben, sagt das Sprichwort und hüte dich, daß du ihr in Zukunft Vorwürfe machst und ihr den Muth nimmst; sie setzt das Vertrauen in dich, daß du Mittel und Wege schaffest und das Vorhandene mehrest, ihre Sorge ist es, zu erhalten und das ist noch eine schwierigere.(Schluß folgt.) Verloosung. Freiburger 10 Fr.⸗Loose vom Jahre 1878. Serien ⸗Ziehung vom 1. August 1888. Nr. 154 548 1041 1336 1504 1579 2103 2188 2384 2644 3887 4065 4767 9434 9581. 4880 5543 5602 5744 7423 7899 8690 8752 9357 9375 Die Gewinn-Ziehung findet am 15. Sep⸗ tember 18888 statt. Handel und Verkehr. Friedberg, 25. August. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00— 1.10. Eier 1 St. 6 Pf. Gießen, 25. Aug. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.00— 1.08, Eier 1 St. 5—6 Pf., Käse per Stück 4—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 bis 0.70, Hühner per Stück M. 0.90— 1.40, Hahnen per Stück M. 0.60— 0.90, Enten per Stück M. 1.40—2.00., Ochsen⸗Fleisch per Pfund 60—68 Pf., Kuh und Rind⸗ Fleisch 45—54 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ Fleisch 54— 64 Pf., Kalbfleisch 40— 46 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.00— 7.00, Zwiebeln per Centner M. 7.00—7.50., Weißkraut per Stück 10—30 Pf. Frankfurt, 24. August. Engros⸗Markt. Heu pro hundert Kilo M. 6.30— 8.20, Stroh pro hundert Kilo M. 5.00—6 00, Butter pro 50 Kilo M. 105— 110, Eier das Hundert M. 4.50— 5.00, Erbsen hundert Kllo M. 18— 21.50, do. geschälte M. 20—30, Linsen M. 28— 45, weiße Bohnen M. 28— 25.50, Mohrrüben 50 Kilo M. 6—8, Preiselbeeren per Pfd. 15 Pf, Aprikosen per Pfd. 40 bis 45 Pf., neue hles. Kartoffeln 100 Kilo M. 5—8, Blumenkohl 100 St. M. 25— 50, Kopfsalat M. 3—5, Erbsen per Ctr. M. 12.—15., grüne Bohnen per Pfd. 5—8 Pf., Nüsse 100 Stück 50— 80 Pf., Pfirsiche per Pfund 70 Pf., Zwetschen per Pfd. 20—25 Pf., Mirabellen 18—20 Pf., Himbeeren 20— 25 Pf., neue Aepfel per Pfd. 12—20 Pf., Birnen per Pfd. 5— 10 Pf., Melonen per Stück M. 0.60 bis 3., Trauben per Pfd. 50 Pf., Einmachgurken hundert Stück M. 1.— 1.20, Reineelauden per Pfd. 15— 20 Pf. Frankfurt, 24. Aug. Auf dem heutigen Kälber— markte waren 559 Stück angetrieben. Für 1. Qualität wurde das Pfund Schlachtgewicht mit 5054 Pf., für 2. Qualität mit 42—45 Pf. bezahlt. Außerdem waren noch 339 Schweine zu 54—55 Pf. erste und 52—53 Pf. zweite Qualtität vorhanden. Frankfurt, 25. August. Wochenmarkt. Erbsen, ganze per Pfd. 12— 16 Pf., do. geschälte 14—18 Pf., Linsen 18—28 Pf., weiße Bohnen 20—22 Pf., neue Malteser Kartoffeln per Pfd. 0-00 Pf., hiesige Kartoffeln per Gescheld 10—12 Pf., krause Endivien 5— 10 Pf., Butter per Pfd. M. 1.10— 1.25, Eier das Stück 5—6 Pf., Radieschen 3 Pf. das Päckchen, Römisch Kohl per Portlon 40—50 Pf., Blumenkohl per Stück 30—60 Pf., deutscher Kopfsalat per Stück 3—5 Pf., Zuckerschoten per Pfd. 18-20 Pf., neue Erbsen per Pfd. 20— 25 Pf., neue grüne Bohnen per Pfund 6— 10 Pf., Romainsalat 10 bis 20 Pf., neuer Wirsing per Stück 10—15 Pf., Zwiebeln per Pfd. 7—9 Pf., Einmachgurken 100 Stück M. 0.70 bis 1.20, Salatböhnchen 50—60 Pf., neue Gurken 4— 15 Pf., neue Kohlraben per Stück 5—6 Pf., neue Carotten das Päckchen 10— 12 Pf., Krebse per Stück 5—7 Pf., neues Weißkraut per Stück 10— 15 Pf., neue Rotherüben per Portion 20— 30 Pf., Wachs bohnen per Pfd. 00—00 Pf., Aepfel per Pfd. 20 Pf., Birnen per Pfund 5— 10 Pf., Zwetschen 20— 25 Pf., neue Nüsse per Pfd. 11— 16 Pf., neue Mauskartoffeln per Gescheld 25 Pf., Melonen das Stück M. 1—3. Für Telegramme nach Amerika tritt nach elner im„Reichs Anzeiger“ publieirten Anordnung des Staats— Seeretärs von Stephan vom 1. September ab eine Er— höhung der Wort-Gebühren ein. Eingesandt. Zum Sedanfeste hat das Comité, wie Einsender hört, den südlichen Theil der Seewlese ausersehen. Hat das Comité auch nachgesehen, wie naß der Platz ist? Ein⸗ sender ist bet trockenen Tagen in der Mittagszeit am Platze gewesen und hat wiederholt sich von dem feuchten Boden überzeugt. Wäre die Burg nicht geeigneter? 3051 Ein besorgter Vater im Namen vieler. Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 28.: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Große Preise. Mittwoch den 29.: Walküre. Außer Abonn. Donnerstag den 30.: Rheingold. Große Preise. Freitag den 31.: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Außer Abonnement. Große Preise. Samstag den 1. September: Carmen. Große Preise. Sonntag den 2.: Troubadour. Große Preise. Montag den 3.: Walküre. Außer Abonn. Gr. Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 28.: Zu Goethe's Geburtstag: Iphigenie auf Tauris. Große Preise. Mittwoch den 29.: Neunte Vorstellung des Cyelus klas— sischer Dramen. Neunte Vorstellung im Sonder-Abonne⸗ ment: Julius Cäsar. Kleine Preise. Donnerstag den 30.: Abschteds-Vorstellung des Herrn Ellmenreich. Neu einstudirt: Die Karlsschüler. Schlller: Herr Ellmenreich. Große Preise. Freitag den 31.: Der lustige Krieg. Große Preise. Samstag den 1. September: Die Grille. Landry: Herr Wallner als Antrittsrolle. Große Preise. Sonntag den 2.: Roman eines armen jungen Mannes. Große Preise. Montag den 3.: Zehnte Vorstellung des Cyelus klassischer Dramen. Zehnte Vorstellung im Sonder-Abonnement: Macbeth. Kleine Preise. Literarisches. Daheim Nr. 47 enthält: Kein Glück. Fortsetzung.— Schmerzenrelch. Eine Vogel- und Menschen-Geschichte. Gr. Pr. Von Schulze.— Französische Bücher für das deutsche Haus. Von R. Koenig.— Die subventlonirten Reichs⸗ Postlinten und der Norddeutsche Lloyd. Mit 3 Illustr.— Zu unsern Bildern:„Vor dem Bilde der Löwin“.„Zwei Zterden des Berliner Zoologischen Gartens“.— Gesund⸗ heitsrath.— Hin und Her.— Aus der Redaktion.— In unserer Spielecke.— Zwei Beilagen. Donnerstag den 30. August, Nachmittags 3 Uhr findet die Einweihung der„Herberge zur Heimath“ in dem neu dazu erkauften Hause, Bahnhofstraße 369, statt. Alle Freunde der Anstalt werden hierzu mit der Bitte um recht zahlreiche Antheilnahme ein— geladen. Der Vorstand: Dekan Meyer, Professor Dr. Weiffenbach, Kauf— mann Schwarz, Kammerdirektor Geyger, Pfarrer Walz, Amtmann Dr. Wallau. Herberge zur Heimath. Bis heute gingen ferner ein durch Kirchen-Collecten von Langenhain M. 2., Bruchenbrücken M. 5.91, Münster M. 3.96, Fauerbach v. d. H. M. 5.79, Bodenrod 57 Pf., Maibach 66 Pf., Nieder Weisel M. 4.38, Münster, Bibel⸗ stunde M. 2., Fauerbach v. d. H., Bibelstunde M. 9.00, Bönstadt M. 2.97, Nieder-Florstadt M. 1.80, Jahresfest für innere Mission in Bad Nauheim M. 46.50. Ferner an Gaben von dem Gesang-Verein Frohsinn Okarben M. 2., gesammelt durch Frau Gräfin von Solms-Rödel⸗ heim zu Assenheim M. 13., M. 15.20, M. 14.15, Lehrer Rühl hier M. 3., Kirche zu Schwalheim M. 4., Kirchen⸗ rath Buchhold in Ossenheim M. 3., Müller H. Schudt von der Görbelheimer Mühle M. 3., J. Hieronimus hier M. 6.80, Ungenannt M. 1., Ertrag eines Vergleiches M. 6., Fräulein K. M.50., Ungenannt M. 5., Pfarrer Müller in Nieder-Rosbach M. 3., Oeconom Blecher in Nieder Rosbach 75 Pf., jährlicher Beitrag aus Friedberg von Freunden der Anstalt M. 259. Außerdem für den Hauskauf sowie zur Anschaffung von Inventar von den Gemeinden Nieder-Rosbach M. 5., Nieder-Florstadt M. 20., Nieder-Weisel M. 20., Schwal⸗ heim M. 15., Steinfurth M. 10., Reichelsheim M. 3., Dornassenheim M. 6., Bad-Nauheim M. 30., Beienheim M. 5.00, Burggräfenrode M. 15, Münzenberg M. 20., Pohl⸗Göns M. 20., Dorheim M. 5., Ostheim M. 5., Fauerbach b. Fr. M. 15., Langenhain M. 20., Kaichen M. 25., Assenheim M. 10. Wir sagen den freundlichen Gebern unseren herzlichsten Dank und bitten auch fernerhin unserer Anstalt zu gedenken. Friedberg den 27. August 1888. Der Vorstand. 3 Decan Meyer, Vorsitzender. G. Schwarz, Rechner. Geld⸗Cours. Frankfurt am 25. August 1888. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke 10 1 do. N 16. 17 1658 Englische Sovereigns 20. 40 20. 35 Russische Imperlales. n Ducg tek 9. 52 „ al med 9. 59 Mollors in Gelid. 4. 16 Burkin und Kammgarne für Herren- und Knaben⸗Kleider, reine Wolle, nadelfertig, circa 140 em breit à Mark 2.35 per Meter, versenden direkt an Private in einzelnen Metern, sowie ganzen Stücken portofrei in's Haus Buxkin-Fabrik-⸗Depot Oettinger& Co., Frankfurt a. M. Muster unserer reichhaltigen Collektionen bereitwilligst franco. 779 1 Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Christlan Kester VI. zu Nleder⸗Eschbach um Erthellung der Coneession für eine Schlächterel nach⸗ gesucht hat, welche er in einem berelts bestehen den Ge⸗ bäude der Hofraithe des Justus Kester III. in Nleder⸗ Eschbach errschten will, mit dem Bemerken, daß Elnwen— dungen gegen die fragliche Errichtung innerhalb einer unerstrecklichen Frist von 14 Tagen, von dem Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet, auf der Bürgerneisterel Nieder Eschbach, woselbst auch die Pläne zur Einsicht während dieser Frist aufllegen, vorzubringen sind, bel Meidung der Nichtberücksichtigung im Falle späteren Vorbringens. Friedberg den 18. August 1888. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 3037 Dr. Braden. Bekanntmachung, die Wahl eines Mitgliedes des Vorstandes der israel. Religtonsgemeinde Friedberg betr. Die Abstimmung zur Wahl eines Mitgliedes des Vor⸗ standes der israel. Religlonsgemeinde Friedberg an Stelle des ausgetreten selenden Herrn Elias Meyer soll nach Maßgabe der Wahlordnung vom 14. Junt 1872 Freitag den 31. August l. J., Vormittags von 9— 12 Uhr und Nach⸗ mittags von 2— 4 Uhr, in dem Rathhause zu Friedberg stattfinden. Alle Diejenigen, welche zur Theilnahme an dieser Wahl berechtigt und in die von dem Vorstande unterm 19. v. Mts. aufgestellte Liste aufgenommen sind, werden hiermit eingeladen, sich zur Ausübung ihres Wahlrechts um die vorbemerkte Zelt in dem Wahllokale einzufinden. Die in dleser Liste als Steuerrestanten bezeichneten Per— sonen können jedoch zur Wahlznur dann zugelassen werden, wenn sie durch Vorlage ihrer qufttirten Steuerzettel nach— welsen, daß sie das zuletzt fällig gewesene Ztel der israel. Gemeindesteuer bezahlt haben. Bemerkt wird noch, daß gemäß§. 8 der Wahl-Ord— nung nur solche Stimmzettel angenommen werden konnen, welche von den vorbereiteten Stimmzetteln gezogen und im Wahllokale geschrieben worden sind. Außerhalb des Lokals geschriebene Stimmzettel werden nicht berücksichtigt. Friedberg den 25. August 1888. Der Wahl Commissär: Maher, 3052 Kreisamts-Gehuͤlfe. Eine tüchtige, selbstständige Verkäuferin suche für mein Manufactur- und Damen ⸗Confectlons Geschäft. Eintritt 1. October. 3026 Buß bach. Herm. Wiessler. Bekanntmachung. Die Reinigung der Usa in der Gemarkung Friedberg soll Donnerstag den 29. August, Nachmittags 2 Uhr, auf Ort und Stelle an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Zusammenkunft bei der Bade ⸗Anstalt, nächst des Nauheimer Promenadenwegs. Der Kostenvoranschlag beträgt für 3 Abtheilungen 250 Mark. Friedberg den 24. August 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 3042 Steinhäußer. Grasversteigerung. Freitag den 31. d. Mts., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde zustehende Grummetgras in hiesigem Rathhaus meistbietend versteigert werden. Staden am 25. August 1888. Großherzogliche Bürgermeisterel Staden. 3046 Grießmer. Grummetgras-Versteigerung. Donnerstag den 30. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, soll das Grummetgras von eirea 200 Morgen Gemeinde— wiesen an Ort und Stelle versteigert werden. Heldenbergen den 25. August 1888. Großherzogliche Bürgermeisterel Heldenbergen. 3050 Schäfer. e . Grummetgras⸗Versteigerung. Das Grummetgras von den Domansalwlesen hiesiger Oberförsterei wird an nachbenannten Terminen öffentlich versteigert: Freitag den 31. August l. J., bon Vormittags 9 Uhr an, bei Herrn Gafiwirth Praefried zu Echzell aus den Gemarkungen Echzell, Berstädter, Echzeller und Bingenheimer Mark, Bisses, Heuchelheim und Gettenau. An demselben Tag bon Nachmittags 5 Uhr an bei Herrn Gasiwirth Völbel in Berstadt aus den Ge⸗ markuungen Berstadt und Echzell(„Auf der Mark“). Samstag den 1. September 1. J., von Vormittags 9 Uhr an in dem Gemeinderathsaal zu Bingenheim aus den Gemarkungen Bingenheim, Blofeld und Leidhecken. Bingenheim den 24. August 1888. Großherzogliche Oberforsterei Bingenheim. 3035 Lang. Bekanntmachung. Nächsten Donnerstag den 30. August J. J., Vormittags 11 Uhr, soll ein gut gehaltener, zum Schlachten geeig⸗ neter Faselochs auf dem Rathhaus dahler öffentlich mei⸗ bietend versteigert werden. Assenheim den 24. August 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Assenheim. N C Grummetgras⸗Versteigerung. Nächsten Mittwoch den 29. d. Mts., Nachmittags um 1 Ubr, wird das Grummetgras in den hiesigen Park anlagen in passenden Abtheilungen öffentlich meistbietend versteigert. Bad⸗Nauheim den 27. August 1888. 3055 Ostermeyer. Versteigerung. Dienstag den 28. August, Vormittags 9 Uhr an⸗ fangend, versteigere ich im Laden des Herrn Hofapothekers Görtz den Rest meines Schuhwaaren Lagers, bestehend aus Herren⸗, Damen-, Mädchen- und Knaben Stiefeln, sowie Pantoffeln und warmen Schuhen, ferrner 100 Kistchen feine Cigarren, eine Parthie Unterhosen und Jacken, Hemden und Kragen, eine Ladendecke, verschiedene Reale, 1 großen Tisch, 2 Glasschränke, I großen Glas- schrank, 35 Meter lang, 2 Meter hoch, mit 12 großen Schubladen, Kisten, sowie noch verschledene Waaren— Gegenstände. 3030 Darmstädt (Ziehung am 8., 9., 10. Oetober) vorräthig bei der Expedition des Obert. Anzeigers und in der Buchhand⸗ lung von Carl Bindernagel in Bad⸗Nauheim. 2841 Gelée-& Einmachg laser auch mit den neuesten luftdichten Verschlüssen, Bienhoniggläser von genauem Gewichtsinhalt und neuem Versandtverschluß. Ansatzflaschen und steinerne Ein⸗ mach⸗Töpfe in großer Auswahl bei 2604 Gg Gross. 22— Total-Ausverkauf. 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